Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

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Diplomatensohn5000
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Diplomatensohn5000 » Sa 23. Feb 2019, 23:06

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(23 Feb 2019, 22:47)

Keine Ahnung wo du lebst. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals schon soviel gebaut wurde wie heute. Hier wird ein Baugebiet nach dem anderen aus dem Boden gestampft. Für die Grundstücke gibt's lange Wartelisten. Und wer ein kriegt, der kann froh sein, wenn er einen Bauunternehmer findet, der es ihm in annehmbarer Zeit hinzustellen. Und wenn ich mir die Leute so ansehe, dann hab ich nicht im geringsten den Eindruck, dass sie sich das auch nur annähernd ähnlich vom Mund absparen müssen, wie z.B. meine Eltern Ende der 60er.


Klingt für mich eher nach einer neuen Immobilienblase ;)
Alpha Centauri
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 23. Feb 2019, 23:14

irgendwer hat geschrieben:(21 Feb 2019, 17:00)

Ich würde diesen Allgemeinplatz "Wohlstandsgesellschaft" schon etwas kritischer sehen. Bei genauerer Betrachtung sieht man doch, dass sich dieser Wohlstand, der gern in Statistiken geführt wird, auf wenige beschränkt. Damit sind solche gemeint, bei denen Geld wirklich keine Rolle mehr spielt, man besitzt es eben und "es" arbeitet vor sich hin für sie.
Daneben ist z.B. Wohlstands-Deutschland aber auch zum Niedriglohnsektor verkommen. Man sieht Leute, die sich kein Gebiss leisten können, man sieht Arbeiterinnen, die arbeiten, um genug Geld zu verdienen, arbeitsfähig zu sein, man sieht auch alleinerziehende Mütter, die arg sparen müssen, wenn sie mit ihren Kindern mal ins Kino gehen wollen. Die Liste wäre um einiges erweiterbar. Auch ein Mindestlohn, der gut ist, ändert an diesen beengten Lebensumständen nicht viel. Man kann in dieser wunderschönen Glitzerschaufensterwelt eben noch nicht einmal kaufen, was man dringend braucht. Mich betrifft es nicht selbst, ich hüte mich auch davor, mir künstlich Bedürfnisse aufdrücken zu lassen und rate jedem davon ab. Aber ich kann gerade wegen meiner finanziellen Freiheit doch gut mitdenken, was in diesen Menschen vorgeht.

Bei all dem Konsumgedöhns gehen häufig auch die Prioritäten verloren. Geld allein soll alles ermöglichen. Unbestritten, dass es Vorteile mit sich bringt. Aber dass es eben nicht das Erstrebenswerteste ist, merkt spätestens der Mann, der all seinen Zierrat verloren hat und prompt von seiner Frau verlassen wird. Einfach weil er provoziert hatte, dass sich jemand nicht in ihn, sondern in seinen Besitz verliebt. Dagegen hilft kein Gejammer. Noch weniger Schuldzuweisungen an andere, insbesondere stets böse und raffgierige Weiber als Teufelsersatz. Dagegen hilft nur ein bisschen Selbstkritik und Sinn für die Realität.
Schön wär's, wenn in dieser Konsumgesellschaft auch irgendjemand "da oben" ein Interesse daran hätte, das zu vermitteln. Aber das wird wohl kaum der Fall sein.



Naja kritische Reflexion über die " Wohlstandsgesellschaft" ist schon angebracht. In der amerikanischen Verfassung ist dass Streben nach Glück ganz weit vorn nur inwieweit sind denn überhaupt Glück und materieller Wohlstand miteinander verbandelt objektiv, die einfache Rechnung Steigerung des Wohlstandes= Steigerung des allgemeinen Glückes einer Bevölkerung ist eher fragwürdig, allein schon in den USA selbst sieht man dass man dort im Durchschnitt zwar ein reiches Land ist doch im Vergleich mit Skandinavien, Schweiz oder Costa Rica eher unglücklicher ist , Glück und Zufriedenheit steigen nicht mit dem Bruttosozialprodukt eines Land, auch wenn viele Menschen mit diesen Wahn leben ganz im Gegenteil, eine der höchsten Selbstmordrate der Welt weißt Südkorea auf warum? Ein armes Land? Eine hungernde Bevölkerung? Fehlanzeige. Diese Denkweise greift viel kurz.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 23. Feb 2019, 23:22

Klopfer hat geschrieben:(23 Feb 2019, 22:57)

Wohl wahr die Banken freuen sich.


Ende der 60er bei einem Zinsniveau von etwa 8% für ein Immobiliendarlehen freuten sie sich noch viel mehr.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 23. Feb 2019, 23:29

Benutzername hat geschrieben:(21 Feb 2019, 21:00)

Wohlstand macht nicht automatisch zufrieden. Unzufrieden werden die Menschen, die nicht schätzen was sie haben, sondern nimmer auf andere gucken. Wer zufrieden sein will, der lernt zu schätzen was er hat. Auch ein Hartz 4 Empfänger kann glücklich sein. Es hängt von der Einstellung ab.



So ist es. Bei aller Statistik und ökonomischen "Wachstumsfetisch" (ob der zugleich auch zu einem analogen Wachstum an Glück und Zufriedenheit in der Bevölkerung führt sei mal eher zweifelhaft dahin gestellt) Glück ( seine subjektive Seite) hat immer auch mit Einstellung und gewisser Mentalität zu tun.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon odiug » Sa 23. Feb 2019, 23:35

Ich bin mir als Mod nicht sicher, ob ein derartiger Strang ins Forum 1 Wirtschaft gehört, oder nicht besser im Forum 8 Gesellschaft aufgehoben wäre :s
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 24. Feb 2019, 08:19

Andreas50 hat geschrieben:(23 Feb 2019, 20:27)

. Seit 70 Jahren eine Politik des Niedergangs..


Soso... Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland haben wir eine Politik des Niedergangs. Vorher war anscheinend alles okay.

Mir fehlen die Worte. Dazu muss man wirklich nicht mehr viel sagen.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon NicMan » So 24. Feb 2019, 09:27

odiug hat geschrieben:(23 Feb 2019, 23:35)

Ich bin mir als Mod nicht sicher, ob ein derartiger Strang ins Forum 1 Wirtschaft gehört, oder nicht besser im Forum 8 Gesellschaft aufgehoben wäre :s


Ich war mir ehrlich gesagt auch unsicher bei der Erstellung des Themas. Die Attitüde der Menschen ist sicherlich eher ein gesellschaftliches Thema, allerdings ging es mir um den expliziten (Nicht-)Zusammenhang mit materiellem Wohlstand. Ist vermutlich irgendwie beides.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon NicMan » So 24. Feb 2019, 10:10

Andreas50 hat geschrieben:(23 Feb 2019, 20:27)

Die Gesellschaft wird immer kälter je weniger Geld der einzelne zur Verfügung hat. Seit 70 Jahren eine Politik des Niedergangs.


Lassen wir doch mal die Urteilsheuristiken beiseite und schauen uns die statistischen Fakten an: https://ourworldindata.org/ Auf dieser Webseite kann man für quasi alle relevanten ökonomischen und gesellschaftlichen Kennzahlen der Gesellschaft lange zurückgehende Berechnungen finden. Nun frage ich mich: In welcher Zeit gedenkt denn der Herr gerne zu leben, wenn wir uns "seit 70 Jahren" angeblich nur im Niedergang befünden? Im Kaiserreich? Der Weimarerer Republik? Im Mittelalter?
Wann soll es bitte besser gewesen sein? Und warum sollte es im Kontext der überwältigenden, das Gegenteil belegenden Fakten, besser gewesen sein?
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon irgendwer » So 24. Feb 2019, 10:16

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(24 Feb 2019, 08:19)

Soso... Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland haben wir eine Politik des Niedergangs. Vorher war anscheinend alles okay.

Mir fehlen die Worte. Dazu muss man wirklich nicht mehr viel sagen.


Die Geschichte, um es so allgemein auszudrücken, nennt Demokratie gern "Pöbelherrschaft".
Man darf nun darüber nachdenken, wer genau sie so nennt.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Alpha Centauri » So 24. Feb 2019, 10:28

Es ging doch eher um die Frage inwiefern denn überhaupt Wohlstand und Glück bzw. Zufriedenheit in Verbindung stehen viele glauben mit dem Wohlstand eines Landes steigt zugleich dass Level an Zufriedenheit und Glück innerhalb der Bevölkerung nur , wie ich schon sagt warum sind die USA im Durchschnitt zwar als Land reich aber der Amerikaner im Durchschnitt unglücklicher als Schweden,.Dänen, Isländer , oder Costa Ricaner? Wie erklärt sich wenn dass stimmt die hohe Selbstmordrate in wohlhabenden Ländern wie Südkorea? Macht materieller Wohlstand per se doch nicht glücklicher?
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Iwan der Liebe » So 24. Feb 2019, 10:32

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Feb 2019, 10:28)

Es ging doch eher um die Frage inwiefern denn überhaupt Wohlstand und Glück bzw. Zufriedenheit in Verbindung stehen viele glauben mit dem Wohlstand eines Landes steigt zugleich dass Level an Zufriedenheit und Glück innerhalb der Bevölkerung nur , wie ich schon sagt warum sind die USA im Durchschnitt zwar als Land reich aber der Amerikaner im Durchschnitt unglücklicher als Schweden,.Dänen, Isländer , oder Costa Ricaner? Wie erklärt sich wenn dass stimmt die hohe Selbstmordrate in wohlhabenden Ländern wie Südkorea? Macht materieller Wohlstand per se doch nicht glücklicher?



38.000.000 US-Familien sind auf Lebensmittelmarken angewiesen. Wenn man soetwas als "Reichtum" bezeichnen will, dann bitte. :rolleyes:

Der Durchschnitt sagt überhaupt nichts über die Verhältnisse aus.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Andreas50 » So 24. Feb 2019, 12:01

NicMan hat geschrieben:(24 Feb 2019, 10:10)

Lassen wir doch mal die Urteilsheuristiken beiseite und schauen uns die statistischen Fakten an: https://ourworldindata.org/ Auf dieser Webseite kann man für quasi alle relevanten ökonomischen und gesellschaftlichen Kennzahlen der Gesellschaft lange zurückgehende Berechnungen finden. Nun frage ich mich: In welcher Zeit gedenkt denn der Herr gerne zu leben, wenn wir uns "seit 70 Jahren" angeblich nur im Niedergang befünden? Im Kaiserreich? Der Weimarerer Republik? Im Mittelalter?
Wann soll es bitte besser gewesen sein? Und warum sollte es im Kontext der überwältigenden, das Gegenteil belegenden Fakten, besser gewesen sein?

Sie sind für die Politik nicht geeignet. Sie müssen nach Zahlen gehen, weil Sie unfähig sind die gesellschaftliche Stimmung zu deuten. Zahlen in Statistiken können alles mögliche vorheucheln.
"E. normaler Staat ist, die Regierung hat ihre eigene Bank, die Regierungsbank, die das Geld druckt das unter der Bevölkerung verteilt wird. E. falsches System ist, die Regierung leiht das Geld bei Banken.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon NicMan » So 24. Feb 2019, 12:09

Andreas50 hat geschrieben:(24 Feb 2019, 12:01)

Sie sind für die Politik nicht geeignet. Sie müssen nach Zahlen gehen, weil Sie unfähig sind die gesellschaftliche Stimmung zu deuten. Zahlen in Statistiken können alles mögliche vorheucheln.


Für die gesellschaftliche Stimmung gibt es Umfragen. Ja ich weis, das ist Mathematik und die bevorzugt Ihresgleichen nicht so. Wenn ein Fakt dem "gesunden Volksempfinden" widerspricht kann er nicht wahr sein.

Ich glaube ihr Weltbild beruht darauf, sich die Welt nie angeschau zu habe.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Gilmoregirl » So 24. Feb 2019, 13:53

Odin1506 hat geschrieben:(23 Feb 2019, 22:58)

Diesen Satz würde ich so nicht stehen lassen, denn sonst hätten wir hier in D keine Obdachlosen und keine Rentner die Flaschen sammeln müssen.


Die Obdachlosen haben diesen Weg selbst gewählt. Was auch immer vorgefallen ist, sie haben sich entweder geschämt, fremde Hilfe anzunehmen oder es selbst nicht versucht.
Selbst wenn man wegen Mietschulden aus seiner Wohnung raus muss, landet man nicht auf der Straße , eine Räumungsklage dauert und man kann an einer öffentlichen Stelle die Übernahne der Mietschulden beantragen. Sicher nicht immer und ständig, denn auch der Mieter bekommt ja Unterstützung vom Staat. H4 , da wird die Miete übernommen, wer sie nicht einzahlt, selbst Schuld.
Und wer trotzdem raus muss, es gibt Übergangsunterkünfte. Weiß jetzt nicht, wie die heißen. Meine Tochter arbeitet in einem Wohnungsunternehmen in einer Landeshauptsadt , hat es mir mal erzählt.

Auch ein Rentner MUSS nicht Flaschen suchen, er bekommt Grundsicherung, wenn er sie beantragt. Reporter und Fotografen, die die Kamera aud diese Menschen halten, sollten ihnen lieber die Möglichkeiten aufzeigen, die sie haben.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Odin1506 » So 24. Feb 2019, 14:14

Gilmoregirl hat geschrieben:(24 Feb 2019, 13:53)

Die Obdachlosen haben diesen Weg selbst gewählt. Was auch immer vorgefallen ist, sie haben sich entweder geschämt, fremde Hilfe anzunehmen oder es selbst nicht versucht.
Selbst wenn man wegen Mietschulden aus seiner Wohnung raus muss, landet man nicht auf der Straße , eine Räumungsklage dauert und man kann an einer öffentlichen Stelle die Übernahne der Mietschulden beantragen. Sicher nicht immer und ständig, denn auch der Mieter bekommt ja Unterstützung vom Staat. H4 , da wird die Miete übernommen, wer sie nicht einzahlt, selbst Schuld.
Und wer trotzdem raus muss, es gibt Übergangsunterkünfte. Weiß jetzt nicht, wie die heißen. Meine Tochter arbeitet in einem Wohnungsunternehmen in einer Landeshauptsadt , hat es mir mal erzählt.

Auch ein Rentner MUSS nicht Flaschen suchen, er bekommt Grundsicherung, wenn er sie beantragt. Reporter und Fotografen, die die Kamera aud diese Menschen halten, sollten ihnen lieber die Möglichkeiten aufzeigen, die sie haben.


Diesen Satz kann ich auch nicht so stehen lassen. Google mal nach: "Wie entsteht Obdachlosigkeit", da wird dir aufgezeigt wie Menschen in die Obdachlosigkeit geraten.
Und die "Grundsicherung im Alter" bekommen die Rentner, die nicht genug Rentenpunkte sammeln konnten, der Grund ist dabei egal, wenn aber genügend "Rentenpunkte" gesammelt worden sind, dass die Grusi überschritten wird, dann dürfen diese Rentner alles selber bezahlen, wie GKV oder RKV. Und jetzt rechne mal aus was unter dem Strich rauskommt am unteren Ende der Rente.
Also erzähle mal nicht solch einen Quatsch, sonst glauben das noch andere.
Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!!! :p
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Orbiter1 » Mo 25. Feb 2019, 10:06

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(23 Feb 2019, 22:47)

Keine Ahnung wo du lebst. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals schon soviel gebaut wurde wie heute. Hier wird ein Baugebiet nach dem anderen aus dem Boden gestampft. Für die Grundstücke gibt's lange Wartelisten. Und wer ein kriegt, der kann froh sein, wenn er einen Bauunternehmer findet, der es ihm in annehmbarer Zeit hinzustellen. Und wenn ich mir die Leute so ansehe, dann hab ich nicht im geringsten den Eindruck, dass sie sich das auch nur annähernd ähnlich vom Mund absparen müssen, wie z.B. meine Eltern Ende der 60er.
Wenn sie sich nicht daran erinnern können dass jemals schon soviel gebaut wurde wie heute sind sie offenbar im Teenager-Alter. 2015 gab es in Deutschland 310.000 Baugenehmigungen für Wohnungen und 20 Jahre vorher waren es mit 640.000 mehr als doppelt soviele. https://de.statista.com/statistik/daten ... seit-1995/ Wesentlicher Grund für den Rückgang ist dass sich Normalverdiener (ohne Erbschaft) inzwischen den Bau einer Wohnung nicht mehr leisten können. Die Grundstückspreise, die Baupreise und auch die gestiegenen Bauvorschriften machen das vollkommen unmöglich. Ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung wird vom Vermögenszuwachs ausgeschlossen. Für mich ein Kernelement der wachsenden Unzufriedenheit.
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denkmal
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon denkmal » Mo 25. Feb 2019, 12:32

Diplomatensohn5000 hat geschrieben:(21 Feb 2019, 18:44)

Na, dass man seine Lebenszufriedenheit erhöht, indem man sich mit anderen vergleicht, die vermeintlich schlechter gestellt sind.


Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Sören Kierkegaard, wenn ich nicht irre...
Ich glaube, Anspruchsdenken und Jammerkultur gab es schon immer. Nur der Level ist heute höher. In der Sache eigentlich unverändert.
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon NicMan » Do 28. Feb 2019, 22:31

denkmal hat geschrieben:Ich glaube, Anspruchsdenken und Jammerkultur gab es schon immer. Nur der Level ist heute höher. In der Sache eigentlich unverändert.


Ich glaube auch, dass es sich hierbei um eine Konstante in der menschlichen Geschichte handelt. Wenn aber Wohlstand diese Konstante nicht beseitigt, warum sollten wir dann überhaupt nach materiellem Wohlstand und Fortschritt streben?
Zu mir: SPD-Mitglied. Sozialliberal. Atlantiker und Israelfreund. Für den freien Westen, gegen die Verschwörungstheroretiker und jeden Totalitarismus. Nazifeind und Antikommunist.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Benutzername » Do 28. Feb 2019, 23:08

NicMan hat geschrieben:(28 Feb 2019, 22:31)

Ich glaube auch, dass es sich hierbei um eine Konstante in der menschlichen Geschichte handelt. Wenn aber Wohlstand diese Konstante nicht beseitigt, warum sollten wir dann überhaupt nach materiellem Wohlstand und Fortschritt streben?


Die Menschen jammern nicht, weil sie nicht genug haben, sondern weil andere mehr haben. Das ist purer Neid. Und viele Menschen sind auch auf zwischenmenschlicher Ebene unglücklich. Wie soll es auch anders sein, wenn man von Neid zerfressen ist und nur aufs Marterielle schaut? Wie soll man da denn eine Zufriedenheit entwickeln? Viele Menschen fühlen sich unbedeutend, weil sie nur einen normalen Job haben, eine normale Frau und kein Supdermodel, sie selbst nur eher durchschnittlich aussehen uswusf. Es gibt ja Leute, die all das dem Kapitalismus in die Schuhe schieben, aber das halte ich für Unsinn.

Auch im Kapitalismus kann man glücklich sein. Es liegt an der eigenen inneren Einstellung. Die Bedingungen sind optimal. Wenn der Einzelne nichts draus macht, dann ist er in der Regel selber schuld.
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Re: Führt Wohlstand zu Anspruchsdenken und Jammerkultur?

Beitragvon Teeernte » Fr 1. Mär 2019, 01:34

Benutzername hat geschrieben:(28 Feb 2019, 23:08)

Die Menschen jammern nicht, weil sie nicht genug haben, sondern weil andere mehr haben. Das ist purer Neid. Und viele Menschen sind auch auf zwischenmenschlicher Ebene unglücklich. Wie soll es auch anders sein, wenn man von Neid zerfressen ist und nur aufs Marterielle schaut? Wie soll man da denn eine Zufriedenheit entwickeln? Viele Menschen fühlen sich unbedeutend, weil sie nur einen normalen Job haben, eine normale Frau und kein Supdermodel, sie selbst nur eher durchschnittlich aussehen uswusf. Es gibt ja Leute, die all das dem Kapitalismus in die Schuhe schieben, aber das halte ich für Unsinn.

Auch im Kapitalismus kann man glücklich sein. Es liegt an der eigenen inneren Einstellung. Die Bedingungen sind optimal. Wenn der Einzelne nichts draus macht, dann ist er in der Regel selber schuld.


Am meisten jammern die, die den Wohlstand der anderen sehen.... Siehe AfD und Linke.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D

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