Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 78325
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Alexyessin » So 26. Mai 2019, 07:47

watisdatdenn? hat geschrieben:(25 May 2019, 07:45)

Bekanntestes Beispiel:
Eva Herman

Aber auch:
Martin Sellner
Veganer Germane https://youtu.be/-mYxawrFw7U
Ein Typ an der TankstellenKasse der bei der IB ist und keine Straftat begangen hat.
Magnus
Volkslehrer
Charles Krüger https://youtu.be/Jusmjx1uAvY
Usw..

Gemeinsames Kennzeichen:
Kritik an der Massenimmigration!


Bitte zeige doch in deinen genannten Namen auf, dass deren Lebenseinschnitte damit zu tun haben eine angebliche Massenimmigration kritisiert zu haben. Bitte seriöse Quellen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3655
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon watisdatdenn? » So 26. Mai 2019, 07:51

Alexyessin hat geschrieben:(26 May 2019, 07:47)
Bitte zeige doch in deinen genannten Namen auf, dass deren Lebenseinschnitte damit zu tun haben eine angebliche Massenimmigration kritisiert zu haben. Bitte seriöse Quellen.

Ich sage nur, dass es bei diesen Leuten diese Schnittmenge gibt.

Ob das der jeweils konkrete Entlassungsgrund war wird sich nicht nachweisen lassen.
Ich unterstelle den Arbeitgebern eine faschistische und undemokratische Mentalität, aber keine Dummheit!
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 13347
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon imp » So 26. Mai 2019, 07:57

watisdatdenn? hat geschrieben:(26 May 2019, 07:46)

Klar!
Die Wohnungsknappheit erzeugt aber ein gewisses Machtgefälle.

So wie auch ein Angestelltenverhältnis.

Ich stelle mit Erschrecken fest, dass dieses (oder andere) Machtgefälle immer häufiger dazu missbraucht werden Repressionen gegen politisch missliebige Meinungen durchzusetzen!

Was mich aber wirklich entsetzt ist die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Verhaltensmuster!

So wird das mit unserer noch recht jungen und von außen zugetragenen Demokratie auf Dauer nicht funktionieren :(.
Diese Erkenntnis schmerzt als Deutscher Demokrat natürlich.. Die Fundamente der Demokratie sind nicht in der Masse der deutschen verankert..


Ich hab so meine Zweifel, dass früher in Firma, Behörde und Armee weniger Freundewirtschaft, Dünkel, politisches Dreinreden und Karrierenetzwerk war. Old Boy Club, Burschenschaft, Betriebsräte-Seilschaften usw sind nicht neu.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3655
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon watisdatdenn? » So 26. Mai 2019, 09:26

imp hat geschrieben:(26 May 2019, 07:57)
Ich hab so meine Zweifel, dass früher in Firma, Behörde und Armee weniger Freundewirtschaft, Dünkel, politisches Dreinreden und Karrierenetzwerk war. Old Boy Club, Burschenschaft, Betriebsräte-Seilschaften usw sind nicht neu.

Ich bilde mir aber ein, dass das gesellschaftlich damals weniger akzeptiert war als heute, wo eine Bücher schreibende Tagesschausprecherin die ihre private Autorentätigkeit unter dem Jubel des potentiell faschistischen Teils der deutschen Gesellschaft entlassen wurde.

Dieser potentiell faschistische Anteil in der deutschen Bevölkerung ist erschreckend hoch..
Benutzeravatar
Misterfritz
Vorstand
Beiträge: 10643
Registriert: So 4. Sep 2016, 15:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sibirien

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Misterfritz » So 26. Mai 2019, 09:32

watisdatdenn? hat geschrieben:(26 May 2019, 09:26)

Ich bilde mir aber ein, dass das gesellschaftlich damals weniger akzeptiert war als heute, wo eine Bücher schreibende Tagesschausprecherin die ihre private Autorentätigkeit unter dem Jubel des potentiell faschistischen Teils der deutschen Gesellschaft entlassen wurde.

Dieser potentiell faschistische Anteil in der deutschen Bevölkerung ist erschreckend hoch..
Das bildest Du Dir aber eben auch nur ein.
Die früher begehrten Jobs im Bergbau (die waren nämlich ungemein gut bezahlt, als Deutscher bist Du auch schnell aufgestiegen), bekamst Du am Besten, wenn Vater, Onkel oder so schon unter Tage waren. Da konnte man auch ansonsten recht unfähige Familienmitglieder z.B. in der Waschkaue unterbringen - auch sehr gut bezahlt.
Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen, mit Stadtverwaltungen, der Post und Bahn damals (sichere Arbeitsplätze, oft folgte Verbeamtung).
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 13347
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon imp » So 26. Mai 2019, 09:58

watisdatdenn? hat geschrieben:(26 May 2019, 09:26)

Ich bilde mir aber ein, dass das gesellschaftlich damals weniger akzeptiert war als heute, wo eine Bücher schreibende Tagesschausprecherin die ihre private Autorentätigkeit unter dem Jubel des potentiell faschistischen Teils der deutschen Gesellschaft entlassen wurde.

Dieser potentiell faschistische Anteil in der deutschen Bevölkerung ist erschreckend hoch..

Das sind eben so Einbildungen. Früher, bis in die 70er, sagten Kirche und Gewerkschaft mit einem gewissen Effekt auch etwas zum Verhalten einzelner Gemeindemitglieder oder darüber, wo man bei der Gemeinderatswahl am Besten sein Kreuz macht.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
Ammianus
Beiträge: 4162
Registriert: Sa 17. Dez 2011, 22:05

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Ammianus » So 26. Mai 2019, 10:00

imp hat geschrieben:(26 May 2019, 07:22)

Nur für Selbstabholer drückt aber den Preis.
Ist Fliegen überhaupt noch gesellschaftlich akzeptiert? Und was machste dann mit den 12 Mark?


Hier liegt ein Fehler vor:

Nach neuem EU-Recht dürfen Luxusflieger nur noch für Zloty oder Forint verkauft werden.

(O.K. ich glaube jetzt sollte Schluss sein mit dem Weinstubengealber - und ja, ich hab angefangen ...)
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 78325
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Alexyessin » So 26. Mai 2019, 10:07

watisdatdenn? hat geschrieben:(26 May 2019, 07:51)

Ich sage nur, dass es bei diesen Leuten diese Schnittmenge gibt.


Also nein. Damit ist diese Anführung von Belegen nicht gekommen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Cobra9
Beiträge: 26195
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 11:28

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Cobra9 » So 26. Mai 2019, 10:12

watisdatdenn? hat geschrieben:(26 May 2019, 07:46)

Klar!
Die Wohnungsknappheit erzeugt aber ein gewisses Machtgefälle.

So wie auch ein Angestelltenverhältnis.

Ich stelle mit Erschrecken fest, dass dieses (oder andere) Machtgefälle immer häufiger dazu missbraucht werden Repressionen gegen politisch missliebige Meinungen durchzusetzen!

Was mich aber wirklich entsetzt ist die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Verhaltensmuster!

So wird das mit unserer noch recht jungen und von außen zugetragenen Demokratie auf Dauer nicht funktionieren :(.
Diese Erkenntnis schmerzt als Deutscher Demokrat natürlich.. Die Fundamente der Demokratie sind nicht in der Masse der deutschen verankert..


In jedem Arbeitsverhältnis gibts immer ein Machtgefälle.
Je nach Firma ist das unterschiedlich stark. Dem einen Chef ist es völlig egal ob der Monteur Huber am Wochenende bei einer Nazi Band spielt öffentlich, ein anderer Chef kriegt die Krise.Jetz berichtet die örtliche Zeitung noch über Huber. Kunden der Firma lesen das und es gibt Reaktionen. Die Firma spürt das.

Jetzt muss der Chef für seine Firma eine Bewertung treffen. Wie stark sind die Auswirkungen, drohen Aufträge wegzubrechen usw.

Selbst tolerante Arbeitgeber müssen da ins Überlegen kommen. Das aber es nur darum geht hier jemand die Meinung einzuschränken ist zu kurz gedacht. Es kann durchaus so sein das ein Betrieb massiv leiden kann.

Bevor der Betrieb abschmiert wird Huber entlassen. Aber das Problem ist doch nicht neu. Wer stellt Punks mit Iro Frisur ein oder gibt eine Wohnung gerne ab.

Oder wenn jemand negativ auffällt irgendwann. Beispielsweise wird man krank. Da fällst Du bei vielen auch durchs Raster
User auf Ignore erhalten keine Antwort

Auf meiner Liste : Alter Stubentiger, Alster
und Neuzugang Everythingchanges wo so konkrete Aussagen liefert wie ein Troll in der Mystik :p
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 78325
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Alexyessin » So 26. Mai 2019, 10:17

watisdatdenn? hat geschrieben:(26 May 2019, 09:26)

Ich bilde mir aber ein, dass das gesellschaftlich damals weniger akzeptiert war als heute, wo eine Bücher schreibende Tagesschausprecherin die ihre private Autorentätigkeit unter dem Jubel des potentiell faschistischen Teils der deutschen Gesellschaft entlassen wurde.

Dieser potentiell faschistische Anteil in der deutschen Bevölkerung ist erschreckend hoch..


Dreh es nicht so hin, als wäre Eva Hermann, deren Gedankengut in ihrem Buch hart am rechten Rand gekrazt hat von irgendwelchen Faschisten gefeuert worden.
Diese Neurechte Winselei von wegen "mimimi böhse, keine Meinungsäusserung und die verbalen Gegner der Rechtsaußendenke als Faschisten zu bezeichnet ist nicht nur im höchsten Grade unseriös sondern grenzt schon fast an Verharmlosung der Verbrechen, die der Faschismus weltweit und speziell in diesem Land verbrochen hat.
Normalerweise müsste jetzt noch - "der Faschismus ist aber links gewesen, weil Mussoline mal in einer sozialistischen Zeitung gearbeitet hat" Geschichtsklitterung kommen um das Possenspiel deiner "Argumentation" zu komplettieren.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 42392
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Tom Bombadil » So 26. Mai 2019, 10:23

Cobra9 hat geschrieben:(26 May 2019, 10:12)

Jetz berichtet die örtliche Zeitung noch über Huber. Kunden der Firma lesen das und es gibt Reaktionen. Die Firma spürt das.

Schönes Beispiel für den um sich greifenden Irrsinn. Mir persönlich ist es scheißegal, ob der Monteur rechts-, links- oder religionsradikal ist, Hauptsache die Arbeit ist gut ausgeführt. Sollen denn alle Radikalen und Extremisten arbeitslos sein, unter der Brücke hausen und der Gemeinschaft auf der Tasche liegen? Wem wäre damit geholfen?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Cobra9
Beiträge: 26195
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 11:28

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Cobra9 » So 26. Mai 2019, 10:33

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 May 2019, 10:23)

Schönes Beispiel für den um sich greifenden Irrsinn. Mir persönlich ist es scheißegal, ob der Monteur rechts-, links- oder religionsradikal ist, Hauptsache die Arbeit ist gut ausgeführt. Sollen denn alle Radikalen und Extremisten arbeitslos sein, unter der Brücke hausen und der Gemeinschaft auf der Tasche liegen? Wem wäre damit geholfen?


Es wäre niemand geholfen, aber wir haben keine tolerante Gesellschaft. Auch wenn das immer wieder behauptet wird. Ich brauchte selber zwei Jahre in der Firma um Mich an einen Reichsbürger zu gewöhnen.

Er erledigt seinen Job tadellos, lässt mich auf Arbeit mit seinen privaten Ansichten weitgehend in Ruhe und ich verschone Ihn mit meinen Weisheiten. Mittlerweile hat man sich so weit angenähert das man sehr gut prviat nach der Arbeit mal ein Bier trinken kann.

Trotzdem sind mir seine Ansichten suspekt. Aber akzeptiere ich. Es war eben die Bereitschaft von beiden Seiten da . Genauso mit Ausländern. Passt seine Arbeit und als Kollege menschlich okay why not.
User auf Ignore erhalten keine Antwort

Auf meiner Liste : Alter Stubentiger, Alster
und Neuzugang Everythingchanges wo so konkrete Aussagen liefert wie ein Troll in der Mystik :p
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 42392
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Tom Bombadil » So 26. Mai 2019, 10:41

Cobra9 hat geschrieben:(26 May 2019, 10:33)

Es wäre niemand geholfen, aber wir haben keine tolerante Gesellschaft.

Wäre es dann nicht sinnvoller, die Gesellschaft toleranter zu machen, zum Vorteil all derer, die die Intoleranz auch zu spüren bekommen: Ausländer, Andersgläubige, Homosexuelle, Hässliche, Missgestaltete, "Dumme", Arbeitslose, Bettler, Obdachlose... etc. pp.?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Schnitter
Beiträge: 6942
Registriert: Di 7. Feb 2012, 15:02

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Schnitter » So 26. Mai 2019, 10:52

watisdatdenn? hat geschrieben:(26 May 2019, 07:51)

Ich sage nur, dass es bei diesen Leuten diese Schnittmenge gibt.

Ob das der jeweils konkrete Entlassungsgrund war wird sich nicht nachweisen lassen.
Ich unterstelle den Arbeitgebern eine faschistische und undemokratische Mentalität, aber keine Dummheit!


Ein waschechter Neonazi und Holocaustleugner wie "Der Volkslehrer" ist als Grundschullehrer wohl kaum akzeptabel.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 42392
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Tom Bombadil » So 26. Mai 2019, 11:06

Schnitter hat geschrieben:(26 May 2019, 10:52)

Ein waschechter Neonazi und Holocaustleugner wie "Der Volkslehrer" ist als Grundschullehrer wohl kaum akzeptabel.

Gutes Beispiel. In einer Holocaustgedenkstätte zu verbreiten, dort würden nur Lügen erzählt ist natürlich untragbar und damit ein Fall für die Justiz und bei dem, was dieses Subjekt sonst noch absondert, ist er auch nicht als Lehrer tragbar. Das reicht der Antifa aber nicht, da muss der öffentliche Pranger her: Wir halten XY für einen gefährlichen Neonazi. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden seine Anschrift in Form von Plakaten in seinem Wohnumfeld öffentlich zu machen. Das ist genauso inakzeptabel.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Schnitter
Beiträge: 6942
Registriert: Di 7. Feb 2012, 15:02

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Schnitter » So 26. Mai 2019, 11:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 May 2019, 11:06)

Gutes Beispiel. In einer Holocaustgedenkstätte zu verbreiten, dort würden nur Lügen erzählt ist natürlich untragbar und damit ein Fall für die Justiz und bei dem, was dieses Subjekt sonst noch absondert, ist er auch nicht als Lehrer tragbar. Das reicht der Antifa aber nicht, da muss der öffentliche Pranger her: Wir halten XY für einen gefährlichen Neonazi. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden seine Anschrift in Form von Plakaten in seinem Wohnumfeld öffentlich zu machen. Das ist genauso inakzeptabel.


Das ist selbstredend inakzeptabel und muss strafrechtlich verfolgt werden.

Das gilt z.B. auch für das "markieren" von Triebtätern nach Haftentlassung.
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 4097
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Skeptiker » Sa 16. Nov 2019, 14:18

Wieder ein schöner Artikel zum Thema "Streitkultur" in der Welt:
STREITKULTUR
Die Besserwisser führen einen virtuellen Bürgerkrieg

Debatten laufen immer mehr auf Erniedrigung der anderen Seite und Hass hinaus. Teile der Zivilgesellschaft lassen zunehmend ihre Masken fallen: „Linksliberale“ wie Rechtskonservative radikalisieren sich im Groll.
...
Dass in einer ZDF-Talkshow Cem Özdemir seine kulturellen Fanklubs, bestehend aus Bloggern und Pianisten, durch die Blume zur Mäßigung aufruft, ist bezeichnend. Spätestens dann wird deutlich, dass die Gräben weniger in der Politik als in der Zivilgesellschaft verlaufen, in der sich Besserwisser zu einer Art virtuellem Bürgerkrieg verabreden, in dem es immer mehr um Erniedrigung der anderen Seite und um Hass geht.

Zu beobachten ist da der Maskenverlust zweier einst prägender Denkschulen: „Linksliberale“ wie Rechtskonservative verbunkern sich in Abschottungsgedanken und radikalisieren sich im Groll. Es gibt keine Linksliberalen. Es sind Linke, die sich tolerant finden, weil sie Menschen ertragen, die so leben und denken wie sie selbst. Freiheit gilt nur für sie.

Alles rechts von Angela Merkel wird im Zweifel als „rechtsradikal“, „faschistisch“, „hetzerisch“, „AfD“ denunziert. „Lieben Sie Nazis?“, fragt ein Blogger mit rotem Irokesen einen Kollegen von der „Bild“, der gegen den Hass argumentiert. „Wir müssen wieder hassen lernen, und zwar richtig“, empfiehlt ein Kollege des DLF, und klar ist, wer gemeint war: die neuen Rechten.
...
Figuren wie der Blogger und andere Blogger und Künstler fordern Ausgrenzung und Hass. In sozialen Netzwerken finden sie ihre weltanschaulichen Selbstbefriedigungsgruppen. Dort verbreitet sich viral ein neuer Unglaube an die Kraft des Arguments.

Witzig, dass ihnen ausgerechnet Rechtskonservative in dieser Illiberalität nachfolgen und alles verraten, was neugierige, aufgeklärte Konservative stets an Andersdenkenden als Bereicherung entdeckten. Es scheitert gerade weniger die Politik als ein Teil der Zivilgesellschaft.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... krieg.html

Die Einschätzung, dass es hauptsächlich ein gesellschaftliches und weniger ein politisches Problem ist, teile ich. Wie ich schon öfters beschrieben habe, sind die Grenzen der Meinungsfreiheit weit gesetzt, die Grenzen der gesellschaftlichen Toleranz allerdings viel zu eng. Diese Grenzen müssen sich aufeinander zu bewegen. Je kleiner die Grauzone und umso effektiver die Verstöße gegen die Meinungsfreiheit geahndet werden, umso stressfreier und "freier" insgesamt kann man sich äußern und die Gesellschaft weiterentwickeln.

Hass hat auf Dauer keine Chance! Daher gehe ich davon aus, dass die Zeit die Hassprediger beider Seiten fressen wird, so wie sie das mit Ideologen jeder Epoche getan hat. Die Menschen wollen so einen Scheiß nicht. Extremisten bekommen auf Dauer das was wie verdienen - die Verachtung der Gesellschaft, und das ist gut so.
Benutzeravatar
McKnee
Beiträge: 3784
Registriert: Sa 2. Sep 2017, 16:18
Benutzertitel: Immer gerade und nie verbogen
Wohnort: Daheim

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon McKnee » So 17. Nov 2019, 12:26

Skeptiker hat geschrieben:(16 Nov 2019, 14:18)

Wieder ein schöner Artikel zum Thema "Streitkultur" in der Welt:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... krieg.html

Die Einschätzung, dass es hauptsächlich ein gesellschaftliches und weniger ein politisches Problem ist, teile ich. Wie ich schon öfters beschrieben habe, sind die Grenzen der Meinungsfreiheit weit gesetzt, die Grenzen der gesellschaftlichen Toleranz allerdings viel zu eng. Diese Grenzen müssen sich aufeinander zu bewegen. Je kleiner die Grauzone und umso effektiver die Verstöße gegen die Meinungsfreiheit geahndet werden, umso stressfreier und "freier" insgesamt kann man sich äußern und die Gesellschaft weiterentwickeln.

Hass hat auf Dauer keine Chance! Daher gehe ich davon aus, dass die Zeit die Hassprediger beider Seiten fressen wird, so wie sie das mit Ideologen jeder Epoche getan hat. Die Menschen wollen so einen Scheiß nicht. Extremisten bekommen auf Dauer das was wie verdienen - die Verachtung der Gesellschaft, und das ist gut so.


Ich stimme dir da zu. Allerdings ist meine Hoffnung auf eine positive Veränderung eher gering, da dies neben einer mangelhaften selstkritischen Sicht auch von Bequemlichkeit begleitet wird.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 14315
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 18. Nov 2019, 10:55

Was den Hass und die Abschottung anbetriff bin ich auch eher pessimistisch. Beispiel UK: Laut einer aktuellen Umfrage befürwortet eine Mehrheit der Briten die Ausübung von Gewalt gegen Politiker und Abgeordnete im Brexit-Streit, um ihre jeweiligen Interessen durchzusetzen. Beispiel USA/Trump-Impeachment: Es lassen sich keine nennensweerten Wählerwanderungen infolge des Verfahrens feststellen. Weil die jeweiligen Gruppen im Großen und Ganzen nur die Informationen überhaupt wahrnimmt, die ihren Standpunkt bestätigen. Beispiel Spanien: Das Land kann so oft wählen wie es will. Eine stabile Mehrheits-Regierung wird es nicht geben, weil man in der Katalonien-Frage jeweils absolut unnachgiebig ist.

Einen ganz wesentlichen Grund für die Veränderungen der westlichen Gesellschaften zu dem, was sie heute sind, sehe ich in der Veränderung der Arbeitswelt. "Arbeit" wird nicht mehr nur als notwendige Voraussetzung für Existenzerhalt sondern als die Gelegenheit zur Selbstentfaltung angesehen. Noch der schlecht entlohnteste Fahrradkurier soll seinen Job als Gelegenheit begreifen, für irgendeine hippe Firma auszutragen. Von den hochqualifizierten Jobs ganz abgesehen. Aus dem abhängig Beschäftigten mit soundsoviel Wochenarbeitsstunden ist der sich selbst vermarktende Angestellten-Unternehmer geworden, der voller Begeisterung am Sonntagvormittag über seinen Excel-Tabellen sitzt. Ohne dass freilich Reallöhne - im Gegensatz zu Unternehmensgewinnen - nennenswert gestiegen wären. In dieser Gesellschaft von flächendeckendem Mikrokapitalismus ... ist schlichtweg kaum mehr Raum und Zeit für sowas wie "Toleranz". Die Wiederentdeckung der Langsamkeit und der Wenigkeit steht aus. Täte dem realen wie dem geselllschaftlichen Klima gut.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3655
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 18. Nov 2019, 17:11

Alexyessin hat geschrieben:(26 May 2019, 10:17)
Dreh es nicht so hin, als wäre Eva Hermann, deren Gedankengut in ihrem Buch hart am rechten Rand gekrazt hat von irgendwelchen Faschisten gefeuert worden.

Wurde sie etwa vom "Club der Freunde der Meinungsfreiheit" entlassen?

Die Wahrheit ist wohl in der Mitte:
Die Entlassenden waren wohl keine Vollblutfaschisten, auch wenn sie sich hier faschistischer Methoden bedient haben, aber es waren eben wohl auch keine vollblutgrundgesetzfreunde, denen die Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist..

Zurück zu „8. Gesellschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste