INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

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Würdet/werdet ihr eure Kinder in eine INKLUSIONSSCHULE schicken?

Umfrage endete am Do 16. Jul 2015, 14:45

Ja
12
63%
Nein
7
37%
Ich will auch mitmachen aber ich weiß nicht um was es geht
0
Keine Stimmen
 
Abstimmungen insgesamt: 19
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Teeernte
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Teeernte » Di 11. Aug 2015, 15:44

Meereen » Di 11. Aug 2015, 15:24 hat geschrieben:
Schau dir Kanada an. Schau dir Finnland an. Das sind keine Schlaraffenländer, aber da ist es kein Thema.
Wenn du das als gespieltes Miteinander bezeichnest, tut es mir leid. Dem ist ganz sicher nicht so. Auch falls da keine lebenslangen Freundschaften draus werden, hat es dennoch etwas gutes für das Kind. Aber wenn du so denkst, wird eine Diskussion auch nichts bringen.


Jedes finnische Kind hat bis zum Alter von drei Jahren Anspruch auf einen Kinderkrippenplatz. Der Anspruch ist freiwillig. Eltern, die ihre Kinder selbst zu Hause betreuen, werden dafür finanziell belohnt. Für die Betreuung von Kindern stehen von Geburt bis zum 6. Lebensjahr Kindertagesstätten zur Verfügung. Obwohl 2001 schon ca. 90 Prozent der Sechsjährigen eine einjährige Vorschule besuchten, wurden die Gemeinden im selben Jahr dazu verpflichtet allen Kindern einen Platz dafür einzuräumen.[6] Die allgemeine Schulpflicht beginnt in dem Jahr, in dem das Kind das 7. Lebensjahr vollendet hat und endet nach neun Jahren mit der Einheitsschule.

Ein zentrales Ziel ist es, die Bildungsmöglichkeiten für alle Bürger, unabhängig von Alter, Wohnort, wirtschaftlicher Situation, Geschlecht oder Muttersprache, zu gewährleisten. Der Unterricht ist dabei ebenso kostenlos wie soziale Leistungen, warmes Schulessen, Unterrichtsmaterial, Schulbücher für den Unterricht in Vorschule und Einheitsschule (Lernmittelfreiheit). Auch der Schülertransport wird vom Bildungsträger gewährleistet. Das finnische Bildungsministerium listet auf seiner Webseite unter anderem die folgenden heutigen Entwicklungschwerpunkte[4] des Bildungssystems: Informationsgesellschaft, Unterricht der Mathematik und der Naturwissenschaften, Sprachunterricht und Internationalisierung.

durchschnittliche Klassenstärke betrug in Finnland 19,5 Schüler

3. Das Schulpersonal
Über Schulleitung, Klassenlehrerinnen und -lehrer sowie Fachlehrkräfte hinaus gibt ES:

Eine Schulschwester:

Eine Kuratorin: Sie hat eine sozialpädagogische Ausbildung und ist für soziale Probleme zuständig.

Eine Psychologin:

Assistenten: In Schulen mit größeren Lerngruppen (d.h. mehr als 20 Schülern) gibt es eine unbestimmte Anzahl von Assistenten, die keine spezielle Ausbildung haben und auf Stundenbasis arbeiten. Die Fachkräfte für unterrichtliche und außerunterrichtliche Probleme in der Schule sowie ggf. die Assistenten entlasten die Lehrkräfte und tragen so dazu bei, dass diese ihre ganze Kraft dem Unterricht widmen und in den Stunden effektiv arbeiten können.

Schulen, die groß genug sind, richten kleine Sonderklassen für verhaltensauffällige oder lernschwache Kinder ein. Jede Gruppe erhält ihre eigene, speziell ausgebildete Lehrkraft. Diese Schüler nehmen am Schulleben voll teil und können ohne Probleme in eine Regelklasse zurückkehren. Zirka 16 Prozent aller Schüler erhalten pro Jahr über kürzere oder längere Zeit Förderung. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland nur rund 4 Prozent der Schüler Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen besuchen, die restlichen 12 Prozent aber in Regelschulklassen sitzen, braucht man sich über die Größe der von PISA und IGLU ausgemachten Risikogruppe hierzulande nicht zu wundern. Keine finnische Lehrkraft begreift, dass von ihren deutschen Kollegen erwartet wird, dem Problem schlicht durch „binnendifferenzierten Unterricht“ beizukommen..

Wenn jedoch hierzulande ein Personalschlüssel eingeführt würde, der dem finnischen auch nur entfernt entspräche, wären die Erfolge mit Sicherheit binnen weniger Jahre messbar.


4 % Förderschule in D >> gegen 16% FÖRDERKLASSE in Finnland...

JA - SONDERSCHULKLASSE in der Schule...
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Nathan
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Nathan » Di 11. Aug 2015, 15:56

Blasphemist » Di 11. Aug 2015, 15:34 hat geschrieben:Jetzt mal ehrlich, wieviele behinderte Freunde hast du?
Teilst du deine Hobbys mit ihnen? Wie oft seid ihr gemeinsam in der Kneipe?
Findest du behinderte Frauen attraktiv? Wenn nein, warum nicht?
Soziale Integration bedeutet auch für normale Menschen, dass ihre Freunde und Bekannte gewöhnlich aus dem selben Umfeld kommen, man die gleichen Interessen hat, ähnliche Bildung usw.
Auch im Beruf hat man in der Regel den meisten Kontakt mit den Mitarbeitern der selben Hierarchieebene. Meistens kommt man noch in Kontakt mit dem direkten Vorgesetzten oder direkten Zulieferern aber das war es auch.
Der Unterschied zu Behinderten besteht darin, dass die meisten Menschen ihr Leben selbstständig auf die Reihe bekommen und dadurch ihre sozialen Kontakte freier bestimmen können. Das war es aber auch.


Gut. Besser ruhig und nichts verstanden haben als aggressiv und nichts verstanden haben. Vielleicht verstehst du ja irgendwann um was es geht. Du könntest den Strang lesen, z.B., es gibt aber eine ganze Menge mehr Informationen, Literatur, Vorträge...etc.
Es ist übrigens tatsächlich so, dass ich nicht erwarte, dass jeder sich für dieses Thema interessiert. Wirklich, im Ernst, überhaupt nicht, und wenn er trotzdem seinen Senf dazu gibt, meinetwegen. Mich wundert nur, dass von der dritten Möglichkeit meiner Umfrage "Ich weiß nicht um was es geht will aber trotzdem mitmachen" noch überhaupt kein Gebrauch gemacht wurde, so offensichtlich wie das hier auf einige Beitragsschreiber zutrifft.

Schau mal:

Soziale Integration bedeutet auch für normale Menschen, dass ihre Freunde und Bekannte gewöhnlich aus dem selben Umfeld kommen, man die gleichen Interessen hat, ähnliche Bildung usw.

Eben. Das genau will ja die Inklusion überwinden. Diese Grüppchenbildung, die z.B. man auch bei vielen Familienfesten beobachten kann, die Gruppen innerhalb einer Gruppe (bestes Beispiel sind natürlich politische Foren), der unerträgliche Dünkel des Gesunden über den Kranken, die bizarre Angst vor Ansteckung ("Wenn ich einen Spastiker küsse bekomme ich dann auch diese Krankheit?") u.v.m. gilt es zu überwinden.
Inklusion ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Humanismus konkret zu leben und wer sich mit diesem Modell nicht anfreunden kann findet vielleicht andere Gelegenheiten, humanistische Sichtweisen zu trainieren.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Blasphemist » Di 11. Aug 2015, 16:04

Nathan » Di 11. Aug 2015, 15:56 hat geschrieben:
Gut. Besser ruhig und nichts verstanden haben als aggressiv und nichts verstanden haben. Vielleicht verstehst du ja irgendwann um was es geht. Du könntest den Strang lesen, z.B., es gibt aber eine ganze Menge mehr Informationen, Literatur, Vorträge...etc.
Es ist übrigens tatsächlich so, dass ich nicht erwarte, dass jeder sich für dieses Thema interessiert. Wirklich, im Ernst, überhaupt nicht, und wenn er trotzdem seinen Senf dazu gibt, meinetwegen. Mich wundert nur, dass von der dritten Möglichkeit meiner Umfrage "Ich weiß nicht um was es geht will aber trotzdem mitmachen" noch überhaupt kein Gebrauch gemacht wurde, so offensichtlich wie das hier auf einige Beitragsschreiber zutrifft.

Schau mal:


Eben. Das genau will ja die Inklusion überwinden. Diese Grüppchenbildung, die z.B. man auch bei vielen Familienfesten beobachten kann, die Gruppen innerhalb einer Gruppe (bestes Beispiel sind natürlich politische Foren), der unerträgliche Dünkel des Gesunden über den Kranken, die bizarre Angst vor Ansteckung ("Wenn ich einen Spastiker küsse bekomme ich dann auch diese Krankheit?") u.v.m. gilt es zu überwinden.
Inklusion ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Humanismus konkret zu leben und wer sich mit diesem Modell nicht anfreunden kann findet vielleicht andere Gelegenheiten, humanistische Sichtweisen zu trainieren.

Besser ruhig die Realität verdrängen als aggresiv nicht verstehen wollen. Du bist halt ein Träumer. Ich hab dir ein paar mal erklärt wie sich die Menschen verhalten. Du möchtest sie erziehen und ihnen erklären, dass ihr natürliches Verhalten eine Ungerechtigkeit wäre. Das wird scheitern und das weißt du auch. Du kannst niemanden zwingen etwas toll und schön zu finden was ganz offensichtlich nicht toll und schön ist. Du kannst die Menschen nur dazu anhalten, dem Nichttollen und Nichtschönen das nicht immer und immer wieder unter die Nase zu reiben.

Aber zurück, wieviele Behinderte zählst du zu deinen Freunden mit denen du die Freizeit verbringst?
Und welche Aktivitäten macht ihr? Und welche Aktivitäten machst du ohne behinderte Freunde?
Zuletzt geändert von Blasphemist am Mi 12. Aug 2015, 09:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Teeernte » Di 11. Aug 2015, 16:58

Nathan » Di 11. Aug 2015, 15:56 hat geschrieben:
Gut. Besser ruhig und nichts verstanden haben als aggressiv und nichts verstanden haben. Vielleicht verstehst du ja irgendwann um was es geht. Du könntest den Strang lesen, z.B., es gibt aber eine ganze Menge mehr Informationen, Literatur, Vorträge...etc.
Es ist übrigens tatsächlich so, dass ich nicht erwarte, dass jeder sich für dieses Thema interessiert. Wirklich, im Ernst, überhaupt nicht, und wenn er trotzdem seinen Senf dazu gibt, meinetwegen. Mich wundert nur, dass von der dritten Möglichkeit meiner Umfrage "Ich weiß nicht um was es geht will aber trotzdem mitmachen" noch überhaupt kein Gebrauch gemacht wurde, so offensichtlich wie das hier auf einige Beitragsschreiber zutrifft.

Schau mal:


Eben. Das genau will ja die Inklusion überwinden. Diese Grüppchenbildung, die z.B. man auch bei vielen Familienfesten beobachten kann, die Gruppen innerhalb einer Gruppe (bestes Beispiel sind natürlich politische Foren), der unerträgliche Dünkel des Gesunden über den Kranken, die bizarre Angst vor Ansteckung ("Wenn ich einen Spastiker küsse bekomme ich dann auch diese Krankheit?") u.v.m. gilt es zu überwinden.
Inklusion ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Humanismus konkret zu leben und wer sich mit diesem Modell nicht anfreunden kann findet vielleicht andere Gelegenheiten, humanistische Sichtweisen zu trainieren.


Entschuldigung - dass ich mich etwas einmische - Grüppchenbildung -

Maschinenbaustudenten .... Du siehst es denen von FERN an - (Wie auch Mathestudenten...Mediziner....usw.)

DU wüscht DU INCLUSION ? Was willst Du da MITREDEN ? Die Integration einer Logarithmusfunktion in der 3. Ableitung ?

Ich will da - wenn ich nicht dazu GEHÖRE nicht lange sitzen.

Das ist wie bei einer Feier Programmmierer mit EHEFRAU/Partner. ....die Umsetzung der Seriellen Programmierung in MAschinensprache...

Ornitologengespräche... (Das sind DIE , die gut zu Vögeln sind :D :D :D )

....bis hin zu Frauengesprächen - Tampon oder ..... //Eileiterschwangerschaft...

Öhmm welches Öl bevorzugst Du auf der BMW 1150 GS - A ?? Boxerblut ?

JEDER hat SEINE Probleme.

Wenn Du mal auf eine "Kinderseite" schaust - oder GuteFrage beantwortest---- DA ist IMMER die Frage - Oralverkehr >> Schwanger ?
Petting >> KIND ? Pille vergessen >> GV >> Kind ?

Die WUNDERLICHEN Ansichten sind STANDARD ........ Müssen nun alle Mädels JEDEN Tag gevögelt werden - damit diese Wissen - wann sie schwanger werden ?

Solange es manche Eltern gibt - die Ihren Kindern erzählen , dass man nen Buckel vom Wichsen bekommt -----

Hilft es nicht - in der Gruppe das Deckblatt zu polieren.

.....oder VORZEIGEOBJEKTE in Schulen zu etablieren.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Nathan » Mi 12. Aug 2015, 07:05

Blasphemist » Di 11. Aug 2015, 16:04 hat geschrieben:Besser ruhig die Realität verdrängen als aggresiv nicht verstehen wollen. Du bist halt ein Träumer. Ich hab dir ein paar mal erklärt wie sich die Menschen verhalten. Du möchtest sie erziehen und ihnen erklären, dass ihr natürliches Verhalten eine Ungerechtigkeit wäre. Das wird scheitern und das weißt du auch. Du kannst niemanden zwingen etwas toll und schön zu finden was ganz offensichtlich nicht toll und schön ist. Du kannst die Menschen nur dazu anhalten, dem Nichttollen und Nichtschönen das immer und immer wieder unter die Nase zu reiben.

Aber zurück, wieviele Behinderte zählst du zu deinen Freunden mit denen du die Freizeit verbringst?
Und welche Aktivitäten macht ihr? Und welche Aktivitäten machst du ohne behinderte Freunde?


Sicher. Träumer. Da bist du nicht der einzige der das feststellt und das ist noch eines der freundlichen Attribute. Dabei trifft es zu. Ich träume und meine Träume sind sehr mächtig. Einige andere Staaten in Europa haben meinen Traum bereits verwirklicht. Ziemlich cool..."Der Prophet gilt nichts im eigenen Land", so sagt man zutreffend und ich muss mich irgendwann mal in "Kassandra" umtaufen, die Unheilige, die die Götter straften mit Hellsicht und gleichzeitig mangelnder Überzeugungskraft...

Ich will niemand erziehen* und schon gar nicht über "natürliches" Verhalten sprechen. Das wäre ja lächerlich. Solche absurden Fehler überlasse ich gerne dir, der mal eben in einem kleinen Nebensatz festlegt, welches menschliche Verhalten natürlich ist und welches nicht. Dir fehlt offensichtlich die intellektuelle Basis für Betrachtungen dieser Art und zudem das Mindestmaß an Empathiefähigkeit, das man bei halbwegs normaler Sozialisierung von einem Menschen erwarten darf.

Der Beweis dafür steht direkt im Beitrag, Zumindest um das zu erkennen sollte es bei dir reichen. Wenn nicht, bitte, hier:
Inklusion ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Humanismus konkret zu leben und wer sich mit diesem Modell nicht anfreunden kann findet vielleicht andere Gelegenheiten, humanistische Sichtweisen zu trainieren.

Dachtest du, ich reihe einfach Buchstabe an Buchstabe und freue mich wie schön bunt das alles wird?
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Nathan » Mi 12. Aug 2015, 07:08

Teeernte » Di 11. Aug 2015, 16:58 hat geschrieben:
Entschuldigung - dass ich mich etwas einmische ...

Immer gerne. Das ist ein freies Land. Du verstehst so überhaupt nicht um was es geht, dass ich deine Einmischung nicht als störend empfinde, nur ein wenig OT...hrhrhr
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon NMA » Mi 12. Aug 2015, 20:38

Flat » Di 11. Aug 2015, 15:21 hat geschrieben:
Moin,

mich würde mal interessieren, inwieweit Du Dich schon mal mit Inklusion inhaltlich beschäftigt hast.


Nicht sonderlich. Gespräche mit 2 Lehrern, deren Urteilskraft ich schätze. Ich erhebe aber auch nicht den Anspruch, da besonders bewandert zu sein.
Aber soviel ist mir klar: Unser Bildungssystem hat weitaus größere Probleme als die Inklusion der behinderten Minderheit.

Was haben die Nichtbehinderten davon? Wie soll Leistungsgerechtigkeit gewährleistet werden?
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon von Grimm » Mi 12. Aug 2015, 20:50

NMA » Mi 12. Aug 2015, 20:38 hat geschrieben:
Nicht sonderlich. Gespräche mit 2 Lehrern, deren Urteilskraft ich schätze. Ich erhebe aber auch nicht den Anspruch, da besonders bewandert zu sein.
Aber soviel ist mir klar: Unser Bildungssystem hat weitaus größere Probleme als die Inklusion der behinderten Minderheit.

Was haben die Nichtbehinderten davon? Wie soll Leistungsgerechtigkeit gewährleistet werden?


Es geht doch nicht um geistig Behinderte.
Es geht in erster Linie um körperlich Behinderte, die über lange Zeit in obige Schublade gesteckt worden.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon NMA » Mi 12. Aug 2015, 21:28

von Grimm » Mi 12. Aug 2015, 20:50 hat geschrieben:
Es geht doch nicht um geistig Behinderte.
Es geht in erster Linie um körperlich Behinderte, die über lange Zeit in obige Schublade gesteckt worden.


Weshalb körperlich Behinderte überhaupt Thema sind, verstehe ich nicht. Rollstuhl, fehlender Arm? In diesen Fällen spricht nichts gegen eine Gleichbehandlung mit Nicht-Behinderten. Barrierefreiheit ist hier doch nicht Thema, oder?
Zuletzt geändert von NMA am Mi 12. Aug 2015, 21:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Blasphemist » Mi 12. Aug 2015, 21:34

NMA » Mi 12. Aug 2015, 21:28 hat geschrieben:
Weshalb körperlich Behinderte überhaupt Thema sind, verstehe ich nicht. Rollstuhl, fehlender Arm? In diesen Fällen spricht nichts gegen eine Gleichbehandlung mit Nicht-Behinderten. Barrierefreiheit ist hier doch nicht Thema, oder?

Natürlich geht es nicht um Rollis oder andere Körperbehinderte. Es geht um Schule und um geistige Behinderung. Aber auch geistig Behinderte sollen auf Schulen gleichberechtigt sein. Aber es ist wenig sinnig wenn Menschen permanent überfordert werden. Deswegen gibt es Förderschulen und deswegen macht es auch wenig Sinn, wenn geistig Behinderte auf Gymnasien oder Realschulen sind.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon NMA » Mi 12. Aug 2015, 21:36

Aber auch geistig Behinderte sollen auf Schulen gleichberechtigt sein.


Das macht weder Sinn, noch hat irgendjemand etwas davon, noch ist es machbar.

Also was jetzt?
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Teeernte » Do 13. Aug 2015, 01:15

NMA » Mi 12. Aug 2015, 21:36 hat geschrieben:
Das macht weder Sinn, noch hat irgendjemand etwas davon, noch ist es machbar.

Also was jetzt?



Passiert jeden Tag - wenn wieder Schule ist.

Körperlich Behinderte sind selten - Blinde und Taube nehmen die angebotene Spezialschulen gern an.....der eine Rollifahrer in der Schule wird auch angenommen - um den geht es nicht.

Es geht um HARTE psychische Defekte. Schüler - die Berührungen nicht "vertragen" - manche dürfen nicht namentlich aufgerufen/oder angesprochen werden... Es gibt Schüler die die Lehrerin dauernd beschimpfen - (meist sexuelle Dinge) und sich hin und wieder anfangen auszuziehen... , Schüler, die andere plötzlich angehen - mit Gegenständen werfen, schreien - sich die Treppe herunterstürzen.... vom Fenster wegzuhalten sind...

"Normale" Lehrer sind für diese Kinder nicht ausgebildet.

Hart formuliert : Es geht darum - das manche Eltern nicht wollen - das ihr Kind mit dem Makel "Förderschule" (suggestiv, aber falsch >> Hilfsschule, Dummensch...) gross wird. -

>>und wo geht Dein Kind zur Schule ? Ahhh Gymnasium xyz...... und Deins ? in die Gesamtschule ...die mit Gymnasium.

"Für" das Kind ists nicht..... nur wegen der Wählerstimme der Eltern.
Zuletzt geändert von Teeernte am Do 13. Aug 2015, 01:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Blasphemist » Do 13. Aug 2015, 06:52

NMA » Mi 12. Aug 2015, 21:36 hat geschrieben:
Das macht weder Sinn, noch hat irgendjemand etwas davon, noch ist es machbar.

Also was jetzt?

Mit gleichberechtigt meinte ich z.B. Versetzung in die nächste Klasse nur bei entsprechender Leistung, wie es für alle anderen gilt, Gymnasium nur bei entsprechender Leistung etc.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Flat » Do 13. Aug 2015, 07:43

NMA » Mi 12. Aug 2015, 19:38 hat geschrieben:
Was haben die Nichtbehinderten davon? Wie soll Leistungsgerechtigkeit gewährleistet werden?


Moin,

Hamburg begleitet z.B. die Einführung der Inklusion mit einer umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchung, wo solche Effekte untersucht werden.

https://www.ew.uni-hamburg.de/de/forschung/eibisch

Das System ist ja nicht, andere zu benachteiligen oder schlechter zu stellen sondern einen Gewinn für alle zu erzielen.

Die Leistungsgerechtigkeit sehe ich nicht betroffen. Die Sozialkompetenz wird sicher gefördert.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Flat » Do 13. Aug 2015, 07:49

Blasphemist » Do 13. Aug 2015, 05:52 hat geschrieben:Mit gleichberechtigt meinte ich z.B. Versetzung in die nächste Klasse nur bei entsprechender Leistung, wie es für alle anderen gilt, Gymnasium nur bei entsprechender Leistung etc.


Moin,

das System des Sitzenbleibens, gerade auf Gymnasien, wird von Bildungsfachleuten aber generell sehr kritisch gesehen.

Gymnasien hängen mit ihrem Selbstbild oft noch im letzten Jahrhundert fest. Sie sieben aus und sehen den Schüler in einer reinen Bring- und Leistungsschuld, der mit dem feststehenden Angebot der Lehrerschaft iorgendwie zurecht kommen muss.

Während hier andere Schulformen bereits deutlich umdenken, hinken die Gymnasien weit hinterher:

Jeder Schüler an Gymnasien hat durch die Vorauswahl das bestätigte Potential für einen Gymnasialabschluss. Die Lehrer müssen endlich ihr Selbstverständnis ändern und begreifen, dass ihre Aufgabe nicht aussortieren sondern die bestmögliche Förderung der Schüler ist. Davon sind viele Gymnasien aber noch weit entfernt.

Entweder sie werden umdenken oder wir werden in 20 Jahren keine Gymnasien mehr haben, weil sich die Schulform dann genauso überlebt hat, wie es die Realschulen erlebt haben. Da haben ja auch viele althergebrachte Lehrer bis zuletzt einen Abkehrkampf geleistet.
Zuletzt geändert von Flat am Do 13. Aug 2015, 07:50, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon NMA » Do 13. Aug 2015, 08:39

Es geht um HARTE psychische Defekte. Schüler - die Berührungen nicht "vertragen" - manche dürfen nicht namentlich aufgerufen/oder angesprochen werden... Es gibt Schüler die die Lehrerin dauernd beschimpfen - (meist sexuelle Dinge) und sich hin und wieder anfangen auszuziehen... , Schüler, die andere plötzlich angehen - mit Gegenständen werfen, schreien - sich die Treppe herunterstürzen.... vom Fenster wegzuhalten sind...


Sie stören also den Unterricht/Schulbetrieb. Gesunde Schüler würden für so ein Verhalten disziplinarisch belangt und von der Schule fliegen. Die Defekten nicht?
Was hat das mit Gerechtigkeit zu tun? Was haben die Gesunden davon?

das System des Sitzenbleibens, gerade auf Gymnasien, wird von Bildungsfachleuten aber generell sehr kritisch gesehen.



Von den Lehrern ja nicht. Defizite werden nur verschleppt und irgendwann müssen alle den Abschluss machen - die gleiche Leistung bringen. Und dann schepperts. Da hat niemand etwas davon.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Flat » Do 13. Aug 2015, 10:13



Moin,

Doch, auch von Lehrern, allerdings in der Tat eher nicht von Gymnasiallehrern, die ja bundesweit eher zu den Rückständigen gehören, was zeitgemäße Pädagogik angeht.

Und genau das mit den Defiziten ist der Punkt: Es ist Aufgabe der Lehrer, diese Defizite rechtzeitig heraus zu finden und beim Beheben zu helfen und nicht, die Defizite erst in Prüfungen festzustellen und dann auszusieben.

Eine derartige Verwendung an eigentlich qualifizierten Jugendlichen können wir uns mittelfristig auch gar nicht mehr leisten.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon NMA » Do 13. Aug 2015, 10:19

Ich halte davon gar nichts. Wenn Schüler kein Leistungsniveau mehr erreichen müssen, keinen eigenen Antrieb mehr entwickeln müssen - wenn hinterher, wenn ein Versager rauskommt, nur noch der Lehrer und nicht mehr der Schüler selbst schuld ist, dann läuft was falsch. Wenn ein Schüler nie Leistungsdruck und Konkurrenz gelernt hat, wird er auf dem Arbeitsmarkt keinen Vorteil davon haben. Aber das ist ja ein anderes Thema.

Was haben die Gesunden von der Inklusion?
Zuletzt geändert von NMA am Do 13. Aug 2015, 10:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Billie Holiday » Do 13. Aug 2015, 10:49

NMA » Do 13. Aug 2015, 10:19 hat geschrieben:Ich halte davon gar nichts. Wenn Schüler kein Leistungsniveau mehr erreichen müssen, keinen eigenen Antrieb mehr entwickeln müssen - wenn hinterher, wenn ein Versager rauskommt, nur noch der Lehrer und nicht mehr der Schüler selbst schuld ist, dann läuft was falsch. Wenn ein Schüler nie Leistungsdruck und Konkurrenz gelernt hat, wird er auf dem Arbeitsmarkt keinen Vorteil davon haben. Aber das ist ja ein anderes Thema.

Was haben die Gesunden von der Inklusion?


Bildung von Empathie, Hilfsbereitschaft, Geduld und Toleranz. Der perfekte Mensch eben. :)

Der Autist in der Klasse meiner Tochter hat sich jede Nähe verbeten, hatte seine Wutausbrüche nicht unter Kontrolle und war zum Teil sehr feindselig den Mädchen gegenüber...wohl aus pubertären Gründen, man weiß es nicht.
Sein Zorn wurde immer dann entfacht, wenn er den Stoff nicht geschnallt hat, aber mitbekommen hat, dass andere ihn kapiert haben.
Die Mädchen waren ihm gleichgültig bis ablehnend eingestellt, die Jungs absolut gleichgültig. Es hatte niemand Lust, sich weiter mit ihm zu befassen, was aber ok war, da er selbst keine Freundschaft gesucht hat. Die genauen Vorteile dieser Inklusion hat niemand erkannt, jedoch auch keine Nachteile. Die Betreuungsperson wurde stundenweise bezahlt und war nicht immer anwesend. Die Lehrer mehr oder weniger überfordert.
Ist aber nur ein Einzelfall aus meinem Umfeld, woanders mag alles perfekt organisiert und finanziert sein. :)
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
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Re: INKLUSION - selbstverständlich oder unverantwortlich?

Beitragvon Flat » Do 13. Aug 2015, 11:25

NMA » Do 13. Aug 2015, 09:19 hat geschrieben:
Was haben die Gesunden von der Inklusion?


Moin,

Sozialkompetenz

Daneben können sie von den geringeren Klassengrößen bzw. besseren Lehrerversorgung (die es zwangsläufig geben muss, woran es aber derzeit zugegebenermaßen hakt) auch profitieren. Inklusion kennt ja keine Gesunden oder Kranken (Deine Begriffe passen hier nicht).

Wenn sich also herausstellen sollte bei der wissenschaftlichen Begleitung, dass sie leistungsmäßig keine Nachteile haben, überwiegen klar die Vorteile.
_______
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