Antisemitismus

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Moses
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Moses » Mo 30. Nov 2020, 20:26

Liegestuhl hat geschrieben:(30 Nov 2020, 20:20)

Das ist alles nicht ganz neu. Ich kann mich daran erinnern, dass es dieses Bekenntnis schon unter der ollen Nahles gab.

Ja, aber nicht als Schwesterverband - das ist schon nochmal ein Schritt weiter . . . aber ja, die Jusos waren schon immer klassisch-links-antisemitisch.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Senexx » Mo 30. Nov 2020, 22:42


Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.

Steinmeier legt gern Kränze vor Terroristengräbern nieder.

Und Schulz fand dessen Epigonen und seine antisemitische Hetzrede im EU-Parlament einst "inspiring".
Quod licet uni, non licet alteri. Iovi licet omnia.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Teeernte » Mo 30. Nov 2020, 23:19

conscience hat geschrieben:(30 Nov 2020, 20:25)

Die SPD ist nicht mehr wählbar klick


unglaublich....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Dez 2020, 17:38

Im Cicero gibt es einen interessanten Artikel zu einer Initiative namhafter Kulturinstitutionen, die sich gegen (potentiell) vorschnelle Vorwürfe des Antisemitismus richtet.

Aus dem Artikel:
INITIATIVE GG 5.3 WELTOFFENHEIT

Namhafte deutsche Kulturinstitutionen warnen vor einer Einschränkung der Debatten über Antisemitismus. In einem öffentlichen Plädoyer kritisierten sie den BDS-Beschluss des Deutschen Bundestages sowie die Kritik an Achille Mbembe. Sie befürchten einen Verlust von Meinungsfreiheit.

Die offene Gesellschaft erobert sich ihren Debattenraum zurück. Nachdem der Deutsche Bundestag im Mai 2019 einem Antrag von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen zugestimmt hatte, der die Bundesregierung dazu auffordert, die transnationale Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS) zu verurteilen und Veranstaltungen der als antisemitisch eingestuften Bewegung oder verbundener Gruppen nicht zu unterstützen, flammte besonders in Teilen der Kulturszene Widerspruch auf.

War diese Einstufung von BDS als antisemitisch gänzlich gerechtfertigt? Sollte mit der Verurteilung der Kampagne nicht vielleicht sogar die Kritik an der gegenwärtigen Politik der Regierung Netanjahu oder an der anhaltenden Strategie des israelischen Siedlungsbaus unterbunden werden? Und wurden hier nicht wieder einmal Antisemitismus und Israelkritik miteinander kurzgeschlossen, wie dies etwa auch schon in den 90er-Jahren in den Auseinandersetzungen um die sogenannten „Neuen Historiker“ um Tom Segev oder Benny Morris geschehen war?

...

Die Initiative GG 5.3 Weltoffenheit
Die Erinnerung an diesen einstmals vielleicht offeneren Diskursraum scheint nun auch ein breites Bündnis aus Leiterinnen und Leitern deutscher Kultureinrichtungen übermannt zu haben. Etwas mehr als 30 von ihnen, darunter die Direktoren von Goethe Institut, Berliner Festspiele, der Stiftung Humboldt Forum, dem Haus der Kulturen der Welt sowie der Kulturstiftung des Bundes haben sich nun in der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ zusammengeschlossen, um ihre „Kompetenzen und Kräfte [zu] bündeln“ und um sich so „für die Verteidigung eines Klimas der Vielstimmigkeit, der kritischen Reflexion und der Anerkennung von Differenz einzusetzen.“ Dieses offene Klima nämlich, so heißt es in einem gestern von der Initiative vorgestellten Plädoyer, sei besonders bei der Debatte um Achille Mbembe und bei dem Beschluss des Deutschen Bundestages zur Kampagne BDS bedroht gewesen.

„Nähmen wir als Wissenschaftseinrichtung diesen Beschluss wörtlich“, so etwa die Historikerin und Rektorin des Berliner Wissenschaftskollegs Barbara Stollberg-Rilinger während der gestrigen Vorstellung des gemeinsamen Plädoyers auf einer Pressekonferenz im Deutschen Theater, „dann könnten wir viele jüdische und palästinensisch-israelische Wissenschaftler nicht mehr einladen, die etwa gegen Menschenrechtsverletzungen ihrer eigenen Regierung Stellung nehmen.“

...

https://www.cicero.de/kultur/initiative ... erklaerung

Wie ist nun also diese Initiative zu bewerten? Gibt es tatsächlich eine Störung der freien Diskussion - sogar mit breitem Parteienbündnis im Bundestag - , oder ist das ein hochkarätiger Angriff auf Juden - und damit Antisemitismus?
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon Vongole » Fr 11. Dez 2020, 17:53

Eigentlich gehört das Thema in den Antisemitismus-Strang.

Meine Meinung dazu hat Jacques Schuster in der Welt direkt auf den Punkt gebracht:
(..)Allein mit dieser Resolution hat der Bundestag als eines der ersten Parlamente der westlichen Welt deutlich gemacht: Antizionismus ist eine Form des Antisemitismus.
Genau dagegen wendet sich der Zusammenschluss der Kulturinstitutionen, der sich „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ in Anspielung auf Artikel fünf des Grundgesetzes über die Meinungsfreiheit nennt. Denn der Initiative geht es in Wahrheit nicht um die Sorge vor einer eingeschränkten Debattenfreiheit, sie will sich das eigene Weltbild nicht zerstören lassen.

Seit Ende des Sechstagekrieges sind die Juden in ihrer zionistischen Version für den eher linken deutschen Kulturbetrieb zu einem Ausbund des Kolonialismus geworden. Ihn darf man nach Kräften attackieren. So wurde der Antizionismus allmählich zu einem gerechtfertigten Antisemitismus. „Er ist“, wie der Philosoph Pascal Bruckner schreibt, „die Erlaubnis, demokratischer Antisemit zu sein“. Die Resolution des Bundestages weist letztlich darauf hin. Sie empört nun diejenigen, die sich angesprochen fühlen.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... ismus.html


Es handelt sich um eine Initiative, Judenfeindschaft zu freien Meinung zu erklären, oder wie Zwi Rex so böse wie treffend bemerkte, die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon conscience » Fr 11. Dez 2020, 17:57

BDS ist die direkte, nur modernisierte Fortsetzung der Nazi Kampagne von 1933: "Kauft nicht bei Juden."

BDS ist mir so was von unsympathisch... es wird einem Schlecht dabei.
Gegen Antisemitismus und Antizionismus!! Unterstützt Israel!!
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Dez 2020, 18:49

conscience hat geschrieben:(11 Dec 2020, 17:57)
BDS ist die direkte, nur modernisierte Fortsetzung der Nazi Kampagne von 1933: "Kauft nicht bei Juden."

BDS ist mir so was von unsympathisch... es wird einem Schlecht dabei.

Ja, der BDS fordert Sanktionen um Ziele durchzusetzen, die Palästinensern zugute kommen. Er wird als antizionistisch eingestuft und es gibt offensichtlich viele Antisemiten unter seinen Vertretern. Der Bundestag hat den BDS als antisemitisch eingestuft. Ich sehe das eher als politische Entscheidung - ob man ihn grundsätzlich als Antisemitisch einstufen kann, sollte oder müsste, das ist wohl eine Entscheidung, die einem der Bundestag nicht abnehmen kann.

Ich sehe im Staat Israel nicht "die Juden", sondern einen größtenteils jüdischen Staat. Eine "Kauft nicht bei Juden"-Kampagne sehe ich da nicht, weil es nicht explizit um Juden, sondern um die Politik des Staates Israel geht. Da mag man sagen, dass dies mehr oder weniger ein Feigenblatt ist, aber Tatsache ist auch, dass viele Unterstützer des BDS nunmal die öffentlichen Ziele des BDS unterstützen. Wären das andere, dann wäre der BDS eben auch nicht so öffentlichkeitswirksam.

Es geht hier aber nicht alleine um den BDS. Es geht um eine Initiative, welche offensichtlich Defizite im Diskurs rund um den Staat Israel sieht. Brisant daran ist, dass die Unterstützer relativ hochrangig sind. Wären das schlicht Antisemiten, dann müsste sich daraus eigentlich eine Debatte über Antisemitismus in der deutschen Kulturszene ergeben. In dem Fall hätten diese Leute sich aber wohl garnicht aus der Deckung gewagt.

Also was ist dran an der Behauptung, dass der Diskurs über Israel so problematisch sein soll?
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Dez 2020, 19:04

Hier, zur Info, das Plädoyer der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“:
https://www.humboldtforum.org/wp-conten ... enheit.pdf
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon Vongole » Fr 11. Dez 2020, 19:08

Im 35er gibt's jede Menge Stränge, die sich um Israel-Bashing drehen, auch um BDS.
Das Thema hat im 8er nicht zu suchen, außer im Antisemitismus-Thread.
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Dez 2020, 19:20

Vongole hat geschrieben:(11 Dec 2020, 19:08)
Im 35er gibt's jede Menge Stränge, die sich um Israel-Bashing drehen, auch um BDS.
Das Thema hat im 8er nicht zu suchen, außer im Antisemitismus-Thread.

Hm, da sind wir nun also im Antisemitismusstrang angekommen.

Allerdings handelt es sich bei der Initiative, um eine Initiative für Weltoffenheit und freien Diskurs. Daher hatte ich den Strang im Gesellschaftsforum angelegt. Das nun in den Antisemitismusstrang zu verschieben, ist auch irgendwie ein Statement. :|
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Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Fr 11. Dez 2020, 19:27

Skeptiker hat geschrieben:(11 Dec 2020, 19:20)

Hm, da sind wir nun also im Antisemitismusstrang angekommen.

Allerdings handelt es sich bei der Initiative, um eine Initiative für Weltoffenheit und freien Diskurs. Daher hatte ich den Strang im Gesellschaftsforum angelegt. Das nun in den Antisemitismusstrang zu verschieben, ist auch irgendwie ein Statement. :|

Es handelt sich bei der Initiative um einen Versuch, Antizionimus zu legitimieren, sprich zur freien Meinungsäußerung zu erklären, trotzdem der BT parteiübergreifend diese Ideologie als antisemitisch eingestuft hat.
Jede Menge Erläuterungen über Hintergründe, Mitglieder, Unterstützer etc. findest du im 35er.
BDS ist, wie schon conscience anführte, das "Kauft nicht beim Juden" 2.0
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Dez 2020, 19:55

Vongole hat geschrieben:(11 Dec 2020, 19:27)
Es handelt sich bei der Initiative um einen Versuch, Antizionimus zu legitimieren, sprich zur freien Meinungsäußerung zu erklären, trotzdem der BT parteiübergreifend diese Ideologie als antisemitisch eingestuft hat.

Ach so. Dann ist ja schon entschieden was man sagen darf, und was nicht. Oder entscheidet das nicht der Bundestag? :rolleyes:
Jede Menge Erläuterungen über Hintergründe, Mitglieder, Unterstützer etc. findest du im 35er.

Da habe ich aber zu Initiative GG 5.3 Weltoffenheit nichts gefunden. Könntest du mir das mal verlinken? Ich möchte die Diskussion gerne aufgreifen.
BDS ist, wie schon conscience anführte, das "Kauft nicht beim Juden" 2.0

Kann ich nicht beurteilen. Bestimmt gibt es jede Menge Initiativen die sich gegen die Siedlungspolitik Israels wenden und nicht pauschal als antizionistisch und antisemitisch bezeichnet werden.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Stoner » Fr 11. Dez 2020, 19:55

Vongole hat geschrieben:(11 Dec 2020, 19:27)

Es handelt sich bei der Initiative um einen Versuch, Antizionimus zu legitimieren, sprich zur freien Meinungsäußerung zu erklären, trotzdem der BT parteiübergreifend diese Ideologie als antisemitisch eingestuft hat.
Jede Menge Erläuterungen über Hintergründe, Mitglieder, Unterstützer etc. findest du im 35er.
BDS ist, wie schon conscience anführte, das "Kauft nicht beim Juden" 2.0


Zwei Anmerkungen dazu: Was der Bundestag wie einstuft, ist so eine Sache. Es ist ja ein Werturteil, und als solches könnte es auch gegenteilig ausfallen. Und dann?

Aber sonst hat conscience trotzdem einen guten Punkt gemacht.
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 11. Dez 2020, 20:14

Skeptiker hat geschrieben:(11 Dec 2020, 18:49)
...
Es geht hier aber nicht alleine um den BDS. Es geht um eine Initiative, welche offensichtlich Defizite im Diskurs rund um den Staat Israel sieht. Brisant daran ist, dass die Unterstützer relativ hochrangig sind. Wären das schlicht Antisemiten, dann müsste sich daraus eigentlich eine Debatte über Antisemitismus in der deutschen Kulturszene ergeben. In dem Fall hätten diese Leute sich aber wohl garnicht aus der Deckung gewagt.

Also was ist dran an der Behauptung, dass der Diskurs über Israel so problematisch sein soll?


Zum Tema BDS, der nicht nur antizionistisch, sondern klar antisemitisch ist, bzw. sich von Antisemitismus nicht abgrenzt, gibt es im Israel-Sub bereits einen Thread.

Was die hochrangige Unterstützung dieser Initiative angeht, zeigt dies keine Brisanz, die etwa ein tatsächliches Debattendefizit bezüglich der Meinungsfreiheit in Deutschland sichtbar macht.

Im Gegenteil.
Es ist vielmehr ein Beleg dafür, wie sehr Antisemitismus, besonders gerne als Antizionismus-/Israelkritik verkleidet in der Mitte der Gesellschaft Normalität (geworden) ist. Es ist überhaupt nicht mehr gewagt, sich mit sog. "Israelkritik" aus den Löchern zu trauen.

Und nicht brisant, dafür erschreckend ist, dass dieser verdeckte Antisemitismus gerade im linken bzw. linksliberealen Bildungsbürgertum/Avantgardezirkeln mittlerweile nicht mehr nur Normalität ist, sondern dieser Besorgtebürger-Antisemitismus besonders abgefeimt auch noch zu einem Ringen um Freiheits- und Grundrechte verdreht wird. Daß derlei Initiativen auch konservativen und rechtsdrehenden diesbezüglichen Gesinnungsbrüdern und -schwestern ebenso wohlgefällig zusagt, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. In gewissen Dingen gibt es durchaus lagerübergreifenden Konsens. In diesem, unserem Lande.

Es wird angeblich dringend notwendiger Beistand für unser Grundgesetz und eine gefährdete Weltoffenheit erklärt , weil dieses ausgerechnet durch den jüdischen Staat Israel (und weltweit einzigen, sicheren, Zufluchtsort aller Juden) bedroht sei oder werde.

Durch dessen Unfähigkeit, berechtigte Israelkritik ertragen zu können. Man wirft dem Staat Israel damit - raffiniert unterschwellig - eine als ungeheuerlich empfundene jüdische Anmaßung vor, eines der elementarsten Grund- und Freiheitsrechte Deutschlands!!, das der Meinungsfreiheit, beschneiden zu wollen.
Und damit verbunden auch andere Errungenschaften im Geiste des GG, wie die Weltoffenheit, zu bedrohen.

Der Antisemitismus vor der einsetzenden Hitlerzeit wurde ja auch ganz besonders in den gebildeten, bürgerlich-linken oder anderselitären Diskussionszirkeln saloonfähig und dieser intellektuellen Speerspitze folgend später breiter Konsens. Normalität. In der Mitte bester Gesellschaft.

Diese widerliche und geistig unappetitliche Initiative hat schon unübersehbare Querdenkerzüge. :dead: :dead:
Zuletzt geändert von Eulenwoelfchen am Fr 11. Dez 2020, 20:32, insgesamt 1-mal geändert.
Du kannst so lange darauf rumreiten, bis dein Arsch wund ist oder blutet. (c) by McKnee
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon PeterK » Fr 11. Dez 2020, 20:27

Skeptiker hat geschrieben:(11 Dec 2020, 18:49)
Ja, der BDS fordert Sanktionen um Ziele durchzusetzen, die Palästinensern zugute kommen.

Wärest Du bereit, willens und in der Lage zu erklären, wen Du mit "Palästinensern" meinst?
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Re: Antisemitismus

Beitragvon conscience » Fr 11. Dez 2020, 20:50

Die Nazis schwafelten 1933 von einem "Abwehrboykott" und "demonstrierten" vor jüdischen Geschäften.
Und heute? BDS macht das gleiche unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung und fordert einen Boykott Israelischer Waren.

Pfui deibel.
Gegen Antisemitismus und Antizionismus!! Unterstützt Israel!!
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Re: Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Initiative für Meinungsfreiheit oder Antisemitismus?

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Dez 2020, 21:11

PeterK hat geschrieben:(11 Dec 2020, 20:27)
Wärest Du bereit, willens und in der Lage zu erklären, wen Du mit "Palästinensern" meinst?

Ich hab da mal einen Link für dich:
https://klexikon.zum.de/wiki/Pal%C3%A4stina

Gern geschehen :)
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Re: Antisemitismus?

Beitragvon PeterK » Fr 11. Dez 2020, 21:27

Skeptiker hat geschrieben:(11 Dec 2020, 21:11)

Ich hab da mal einen Link für dich:
https://klexikon.zum.de/wiki/Pal%C3%A4stina

Gern geschehen :)

Interessant zu lesen, woher Du Deine Informationen beziehst. Was ist mit der jüdischen Bevölkerung Palästinas (z.B. in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts)? Sind oder waren das keine "Palästinenser"?
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Re: Antisemitismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 11. Dez 2020, 21:44

PeterK hat geschrieben:(11 Dec 2020, 21:27)

Was ist mit der jüdischen Bevölkerung Palästinas (z.B. in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts)? Sind oder waren das keine "Palästinenser"?

Selbstverständlich nicht. Weil es keinen Staat Palästina gegeben hat, bis heute nicht. Das palästinensische Volk ist eine Idee Arafats, vorher waren das Araber.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Dez 2020, 21:55

Hier noch ein Ausschnitt aus einem Interview mit Susan Neiman im Deutschlandfunk:
Die Diskussion wird verkürzt
Susan Neiman, die Philosophin und Direktorin des Einstein-Forums Potsdam, sagte, die Folgen des Bundestagsbeschlusses seien nach der Debatte um Achille Mbembe spürbar gewesen. Sie habe sich Sorgen gemacht, nachdem der Direktor des Jüdischen Museums, Peter Schäfer, habe zurücktreten müssen, nachdem eine Mitarbeiterin einen Tweet veröffentlicht hatte, der einen Bezug zum BDS gehabt habe. Eine Wiederholung müsse unbedingt verhindert werde. Als Jüdin werde sie wütend, wenn die Mehrheit der jüdischen Diskussionen weltweit hier gar nicht zu Wort kämen, sondern allein sehr konservative Stimmen. Kritik an der israelischen Regierung müsse möglich sein: „Nach der Logik des BDS-Beschlusses würde weder Albert Einstein noch Hannah Arendt in Deutschland einen Vortrag halten dürfen, weil sie beide, obwohl sie den Staat Israel unterstützt haben, extrem kritisch waren, was das Unrecht gegenüber den Palästinensern angeht.“

https://www.deutschlandfunk.de/initiati ... _id=489048

Demnach kommen hier verstärkt konservative jüdische Stimmen zu Wort. Ich kann das nicht beurteilen, aber das wäre ja nicht so prickelnd.

Ist es vielleicht eine in Israel viel kontroverser geführte Debatte, wie der Staat Israel mit dem Palästinathema umgehen soll?

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