Antisemitismus

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imp
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Re: Antisemitismus

Beitragvon imp » So 19. Mai 2019, 20:06

Vongole hat geschrieben:(19 May 2019, 19:48)

Es gibt staatliche Sanktionen, keine Boykotte, mit Ausnahme Südafrikas, als das noch ein Apartheidstaat war.

Es gab immer wieder Aufrufe, Sportereignisse in bestimmten Ländern zu boykottieren. Etwa jüngst die Russen-Olympiade und den Fußball dort.

Auch der ESC war immer mal wieder Spielfeld für Symbolpolitik. Was diesmal gegen die Austragung in Israel an realem Terror stattfand, ist aber ohne jedes Beispiel.

Es gab diese unschöne Sache hier: https://www.wz.de/nrw/krefeld/afd-auffo ... d-25015185

Es gab auch dies:
https://www.nrz.de/reise/wallraff-ruft- ... 61079.html

und dies:

https://anfdeutsch.com/aktuelles/genfer ... ismus-3887

Es gab eine türkische Bewegung gegen Apple-Produkte. Wie real und nichtstaatlich die war, kann ich dir nicht sagen.

Auch im Zusammenhang mit den FPÖ-Regierungsbeteiligungen Schüssel/Haider und Kern/Stracke gab es Aufrufe, Tourismus, Investitionen oder politische Zusammenarbeiten einzuschränken.

Nichts davon hat eine derartige Intensität wie die Bemühungen gegen Israels Politik oder - wie bei manchen durchschimmert - Dasein.

Solche Boykotte kann man hilfreich finden oder nicht, niemand bezweckte aber die Abschaffung oder Gefährdung Österreichs. Wie wir wissen, ist das beim Antisemitismus so nicht.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 20. Mai 2019, 12:17

Zunder hat geschrieben:(19 May 2019, 17:10)

Was "imagine" bedeutet, weißt du aber schon?
Oder soll ich es dir übersetzen?

"You may say I'm a dreamer...."
Warum wohl?

Die Shoa war kein Traum und keine Imagination. Sie war real, wirklich.

Utopische Vorstellungen gegen die existenzielle Selbstbestimmung der Juden aufrechnen zu wollen, ist - gelinde gesagt - Dreck.

Schwache und etwas hilflose Notantwort ...
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Re: Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 20. Mai 2019, 12:58

Alter Stubentiger hat geschrieben:(19 May 2019, 18:09)

Entlarvend ist allenfalls Regierungskritik als Antisemitismus darzustellen. Da spielst du in der selben Liga wie z.B. Erdogan der Kritik gerne zur "Beleidigung des Türkentums" erklärt.
Jede Regierung auf der Welt hat sich der kritischen Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit zu stellen. Wer Kritik mit fadenscheinigen Begründungen nicht zulassen will muß sich selbst fragen wie er zur demokratischen und freiheitlichen Grundordnung steht.

Vor allem gibt es auch noch Politikfelder im Nahen Osten, die zumindest direkt nix mit den Nahostkonflikten zu tun haben. Ich selbst habe, was die Auseinandersetzungen mit den Palästinenserorganisationen anbetrifft, eine völlig proisraelische Position. Im krassen Gegensatz dazu kritisiere ich die Politik der israelischen Regierung gegenüber den Visegrád-Staaten und speziell gegenüber Ungarn. Vertreter der radikal linken und bedingungslos israelsolidarischen Antideutschen wollen mir zwar erklären, dass quasi nicht sein kann, was nicht sein darf ... aber es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass die Regierung Netanjahu/alt wie auch Netanjahu/neu einem Antidemokraten wie Orbán das an Reputation gibt, was ihm zurecht von Demokraten in Europa verweigert wird.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Zunder » Mo 20. Mai 2019, 15:14

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 May 2019, 12:17)

Schwache und etwas hilflose Notantwort ...

Und dafür hast du fast einen ganzen Tag gebraucht.

Wer gegen die Realität einer existentiellen Bedrohung allen Ernstes ein Liedchen ins Feld führt, sollte sich mal überlegen, ob es ihm nicht vielleicht sämtliche Maßstäbe zerbröselt hat.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Mo 20. Mai 2019, 15:32

Selina hat geschrieben:(17 May 2019, 20:50)

Es gibt also keine Besatzung? Und was ist das dann? https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisc ... te_Gebiete


Unsinn, was sonst? Diese Gebiete sind Reste des Mandats. Die arabischen Bewohner haben bis heute darauf verzichtet, weil sie das gesamte Mandatsgebiet beanspruchen. Ein bisschen spärlich deine Informationen.

Die Gebiete, die Israel kontrolliert nennt man international übrigens umstritten. Liegt daran, dass zwei Parteien Anspruch darauf erheben. Wenn irgendwelche Leute behaupten, dass Israel palästinensische Gebiete besetzt hält, dann lügen sie.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 20. Mai 2019, 15:49

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 May 2019, 12:58)

Vor allem gibt es auch noch Politikfelder im Nahen Osten, die zumindest direkt nix mit den Nahostkonflikten zu tun haben. Ich selbst habe, was die Auseinandersetzungen mit den Palästinenserorganisationen anbetrifft, eine völlig proisraelische Position. Im krassen Gegensatz dazu kritisiere ich die Politik der israelischen Regierung gegenüber den Visegrád-Staaten und speziell gegenüber Ungarn. Vertreter der radikal linken und bedingungslos israelsolidarischen Antideutschen wollen mir zwar erklären, dass quasi nicht sein kann, was nicht sein darf ... aber es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass die Regierung Netanjahu/alt wie auch Netanjahu/neu einem Antidemokraten wie Orbán das an Reputation gibt, was ihm zurecht von Demokraten in Europa verweigert wird.

Richtig. Das sind eben fragwürdige Politiker. Allerdings gibt es in Israel noch eine unabhängige Justiz und die ist ja schon seit langem hinter Netanjahu her. Es besteht also Hoffnung dass zumindest in Israel der Rechtsstaat siegt. In Ungarn ist der Rechtsstaat ja defakto abgeschafft und Orban kann ungestört herrschen. Und diese Tendenz greift ja überall um sich. Dabei ist die Gewaltenteilung eine absolute für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Mo 20. Mai 2019, 15:51

Alter Stubentiger hat geschrieben:(20 May 2019, 15:49)

Richtig. Das sind eben fragwürdige Politiker. Allerdings gibt es in Israel noch eine unabhängige Justiz und die ist ja schon seit langem hinter Netanjahu her. Es besteht also Hoffnung dass zumindest in Israel der Rechtsstaat siegt. In Ungarn ist der Rechtsstaat ja defakto abgeschafft und Orban kann ungestört herrschen. Und diese Tendenz greift ja überall um sich. Dabei ist die Gewaltenteilung eine absolute für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung.


Israel-Bashing bitte im 35er, hier geht es ausschließlich um Antisemitismus, und so siehst Du Deine Beiträge ja nicht, oder?
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Selina » Mo 20. Mai 2019, 16:04

Alter Stubentiger hat geschrieben:(19 May 2019, 18:09)

Entlarvend ist allenfalls Regierungskritik als Antisemitismus darzustellen. Da spielst du in der selben Liga wie z.B. Erdogan der Kritik gerne zur "Beleidigung des Türkentums" erklärt.
Jede Regierung auf der Welt hat sich der kritischen Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit zu stellen. Wer Kritik mit fadenscheinigen Begründungen nicht zulassen will muß sich selbst fragen wie er zur demokratischen und freiheitlichen Grundordnung steht.


Genauso ist es. Netanjahu zählt Orban und Trump zu seinen politischen Freunden. Beides sind bekannte Rechtspopulisten, deren politische Ansichten und Programme bestens bekannt sind. Solcherart Sachverhalte festzustellen, hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Rein gar nichts.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 20. Mai 2019, 16:10

Vongole hat geschrieben:(20 May 2019, 15:51)

Israel-Bashing bitte im 35er, hier geht es ausschließlich um Antisemitismus, und so siehst Du Deine Beiträge ja nicht, oder?


Ich seh sie auch nicht als Bashing. Ich glaube an die israelischen Institutionen.
Du allerdings verwendest den Begriff Israel-bashing ja nicht zufällig. So kann man Antisemitismus implizieren wenn ein direkter Angriff nicht möglich ist.

Du fasst den Begriff Antisemitismus einfach zu weit. Ein Fehler den jetzt auch der deutsche Bundestag mit seinem Beschluss zum BDS gemacht hat. Da gab es denn auch prompt Kritik aus Israel. Auch dort gibt es nämlich viele Leute die die Dinge differenzierter betrachten. Es ist nicht immer so einfach. Die Welt ist kompliziert.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Zunder » Mo 20. Mai 2019, 16:11

Wer ernsthaft behauptet, die BDS-Bewegung, die letztendlich auf die Zerstörung Israels hinarbeitet, hätte irgendwas mit legitimer Kritik zu tun, kann sich seine Beteuerungen, kein Antisemit zu sein, in Zukunft sparen.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Mo 20. Mai 2019, 16:29

Zunder hat geschrieben:(20 May 2019, 16:11)

Wer ernsthaft behauptet, die BDS-Bewegung, die letztendlich auf die Zerstörung Israels hinarbeitet, hätte irgendwas mit legitimer Kritik zu tun, kann sich seine Beteuerungen, kein Antisemit zu sein, in Zukunft sparen.


Diesem Beitrag schließe ich mich vollumfänglich an. Das kann ja jeder selbst herauslesen für was BDS steht. Offensichtlich unterstützen sie Terroristen. Da gibt es für mich keine Ausrede. Die sogenannten Palästinenser haben bis jetzt immer alles abgelehnt was nachhaltig zum Frieden geführt hätte. Das ist nicht die Schuld Israels. Und ja, Israel hat das Recht zu existieren.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Dark Angel » Mo 20. Mai 2019, 16:34

Selina hat geschrieben:(20 May 2019, 16:04)

Genauso ist es. Netanjahu zählt Orban und Trump zu seinen politischen Freunden. Beides sind bekannte Rechtspopulisten, deren politische Ansichten und Programme bestens bekannt sind. Solcherart Sachverhalte festzustellen, hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Rein gar nichts.

Doch hat es, ist sogar Anrisemitismus bzw antizionistischer Antisemitismus in Reinkultur!
Tatsache ist, dass die USA der einzige Staat waren und sind, die tatsächlich zu Israel stehen - egal unter welchem Präsidenten - die Israel tatsächlich unterstützt haben und unterstützen, wenn dessen Existenz bedroht ist, die sich eindeutig positionieren, wenn es um Finanzierung von Terrororganisationen geht.
Ob die Regierung eines Staates, die von der Mehrheit dieses Staates gewählt wurde, "rechtspolulistisch" ist oder nicht, ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant.
Zu den politischen Zielen eines Trump gehört es jedenfalls NICHT, sich bei Regimen einzuschleimen, die sich die Vernichtung Israels zum Ziel gesetzt haben!

Wenn Du der Meinung sein solltest, Deine Äußerungen zur Politik Israels hätte irgend etwas mit "berechtigter Kritik" zu tun, bist Du vollkommen schief gewickelt!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Mo 20. Mai 2019, 16:39

Dark Angel hat geschrieben:(20 May 2019, 16:34)

Doch hat es, ist sogar Anrisemitismus bzw antizionistischer Antisemitismus in Reinkultur!
Tatsache ist, dass die USA der einzige Staat waren und sind, die tatsächlich zu Israel stehen - egal unter welchem Präsidenten - die Israel tatsächlich unterstützt haben und unterstützen, wenn dessen Existenz bedroht ist, die sich eindeutig positionieren, wenn es um Finanzierung von Terrororganisationen geht.
Ob die Regierung eines Staates, die von der Mehrheit dieses Staates gewählt wurde, "rechtspolulistisch" ist oder nicht, ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant.
Zu den politischen Zielen eines Trump gehört es jedenfalls NICHT, sich bei Regimen einzuschleimen, die sich die Vernichtung Israels zum Ziel gesetzt haben!

Wenn Du der Meinung sein solltest, Deine Äußerungen zur Politik Israels hätte irgend etwas mit "berechtigter Kritik" zu tun, bist Du vollkommen schief gewickelt!


Vollkommen richtig. Übrigens mit wem Israel Verhandlungen führt oder nicht bleibt in der Souveränität des Staates selbst. Ungarn behauptet ja nicht wie der Iran bei jeder Gelegenheit, dass sie Israel vernichten wollen.

Diese "Hysterie " gegenüber angeblich rechtsextremen Regimen in Europa ist vollkommen überzogen.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Mo 20. Mai 2019, 16:40

Dark Angel hat geschrieben:(20 May 2019, 16:34)

Doch hat es, ist sogar Anrisemitismus bzw antizionistischer Antisemitismus in Reinkultur!
Tatsache ist, dass die USA der einzige Staat waren und sind, die tatsächlich zu Israel stehen - egal unter welchem Präsidenten - die Israel tatsächlich unterstützt haben und unterstützen, wenn dessen Existenz bedroht ist, die sich eindeutig positionieren, wenn es um Finanzierung von Terrororganisationen geht.
Ob die Regierung eines Staates, die von der Mehrheit dieses Staates gewählt wurde, "rechtspolulistisch" ist oder nicht, ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant.
Zu den politischen Zielen eines Trump gehört es jedenfalls NICHT, sich bei Regimen einzuschleimen, die sich die Vernichtung Israels zum Ziel gesetzt haben!

Wenn Du der Meinung sein solltest, Deine Äußerungen zur Politik Israels hätte irgend etwas mit "berechtigter Kritik" zu tun, bist Du vollkommen schief gewickelt!


Und vor allem ist sie hier damit am falschen Platz!
Es ist dermaßen durchsichtig, wie hier immer wieder versucht wird, vom eigentlichen Thema abzulenken, und gleichzeitig sehr erhellend. :cool:
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Chajm » Mo 20. Mai 2019, 16:48

Dark Angel hat geschrieben:(20 May 2019, 16:34)

Doch hat es, ist sogar Anrisemitismus bzw antizionistischer Antisemitismus in Reinkultur!
Tatsache ist, dass die USA der einzige Staat waren und sind, die tatsächlich zu Israel stehen - egal unter welchem Präsidenten - die Israel tatsächlich unterstützt haben und unterstützen, wenn dessen Existenz bedroht ist, die sich eindeutig positionieren, wenn es um Finanzierung von Terrororganisationen geht.
Ob die Regierung eines Staates, die von der Mehrheit dieses Staates gewählt wurde, "rechtspolulistisch" ist oder nicht, ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant.
Zu den politischen Zielen eines Trump gehört es jedenfalls NICHT, sich bei Regimen einzuschleimen, die sich die Vernichtung Israels zum Ziel gesetzt haben!

Wenn Du der Meinung sein solltest, Deine Äußerungen zur Politik Israels hätte irgend etwas mit "berechtigter Kritik" zu tun, bist Du vollkommen schief gewickelt!


Da ja gern die Bundeszentrale fuer politische Bildung zitiert wird, nehme ich mir auch mal die Freiheit:

"Kampf um Wörter: Antisemitismusleugnung und semantische Umdeutung
Auch wenn alle Kriterien des Verbal-Antisemitismus in ihren Äußerungen nachzuweisen sind, leugnen insbesondere die Sprachproduzenten aus dem links-liberalen Spektrum vehement, antisemitisch zu sein, und deklarieren ihre judeophoben Aussagen als "Meinungsfreiheit" und "politische Kritik". Diese Reklassifikation (also die Umbenennung antisemitischer Äußerungen als legitime Sprachhandlungen) ist fester Bestandteil des modernen antisemitischen Diskurses und sie lässt einen Kampf um Bedeutungshoheiten erkennen, der die Relevanz der Sprache als realitätskonstituierendes und -konstruierendes Instrument zeigt. Intensiv ist die konzeptuelle Auseinandersetzung v.a. bei dem Ausdruck Antisemitismus und dessen Bedeutungsauslegung. Dabei deuten Antisemiten das Lexem semantisch und faktisch unangemessen, indem sie ihm entweder eine zu enge, restriktive Lesart zuordnen, die Antisemitismus auf die NS-Zeit begrenzt und rassistisch-völkisch festlegt ("Ich bin kein Antisemit, denn ich bin kein Nazi oder Rassist") oder seine Etymologie heranziehen ("Ich bin kein Antisemit, ich bin selbst Semit") und dabei die tatsächliche kommunikative Bedeutung des Wortes negieren. Dies geschieht zumeist mittels re-klassifizierender Sprechakt-Umbenennungen: Der verbale Antisemitismus wird euphemistisch als "Kritik" bezeichnet. Aus sprachlicher Diskriminierung wird somit durch oberflächliche Camouflage eine akzeptable soziale Handlung. Im Zusammenhang mit dem ebenfalls stets reproduzierten Klischee, es gebe ein Kritiktabu an Juden und Israel und somit auch eine "Antisemitismuskeule", die gegen Kritiker geschwungen würde, finden sich auch konzeptuell tief greifende Umdeutungen[13] wie in "Antisemit wird eines Tages ein Kompliment sein!"[14]

Diese Re-Interpretationen, welche Faktenresistenz und das Unvermögen zur kritischen Selbstreflexion offenlegen, haben im Diskurs zwei Funktionen: Zum einen sollen sie die Schreiber gegen den Vorwurf des Antisemitismus immunisieren, zum anderen aber auch das radikale Gedankengut ihrer Äußerungen formal entradikalisieren und damit kommunikativ akzeptabel machen. Die kommunikative Leugnung und semantische Umdeutung des eigenen Verbal-Antisemitismus gehört heute standardmäßig zu den Strategien moderner Antisemiten."

https://www.bpb.de/politik/extremismus/ ... semitismus

Trifft man hierzuforum haeufig an!
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Selina » Mo 20. Mai 2019, 17:13

Interessante Fragen stellt der Cicero, dem ich das gar nicht zugetraut hätte. Zum Beispiel:

Rechtspopulismus ohne Antisemitismus?

Im Gegensatz zu klassischen Neonazis demonstrieren die neuen rechtspopulistischen Gruppierungen gerne ihre Nähe zu Israel. Gibt es in Deutschland eine neue Rechte ohne Antisemitismus oder ist das nur Taktik?...

...Auf der anderen Seite sind für den Antisemitismusexperten Samuel Salzborn die postulierte Nähe zu Israel, die Reisen von Rechtspopulisten dorthin oder gemeinsame Kongresse von rechten deutschen und israelischen Politikern in Deutschland eher taktischer Natur. „Ein positiver Bezug auf Israel reicht nicht aus, um sich vom Antisemitismus zu distanzieren“, sagt der Sozialwissenschaftler. Dazu gehöre mehr, sagt er, etwa „ein positives Verhältnis zur Aufklärung und vor allem kein homogenisierendes und ethnisierendes Menschenbild.”

Für Salzborn ist klar, dass Israel funktionalisiert wird: Als Projektionsfläche für eine ethnische und kulturelle Reinheit, die es in Israel, wo Muslime schon Botschafter, Minister oder Parlamentspräsidenten waren, überhaupt nicht gibt: „Ich kann kein ernsthaftes Interesse an Israel erkennen. Es geht meiner Einschätzung nach bei dem Gerede von der Solidarität mit Israel vor allem um eine Schaffung eines innenpolitischen Propagandainstruments.“


https://www.cicero.de/innenpolitik/rech ... smus/43004
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Mo 20. Mai 2019, 17:19

Chajm hat geschrieben:(20 May 2019, 16:48)

Da ja gern die Bundeszentrale fuer politische Bildung zitiert wird, nehme ich mir auch mal die Freiheit:

"Kampf um Wörter: Antisemitismusleugnung und semantische Umdeutung
Auch wenn alle Kriterien des Verbal-Antisemitismus in ihren Äußerungen nachzuweisen sind, leugnen insbesondere die Sprachproduzenten aus dem links-liberalen Spektrum vehement, antisemitisch zu sein, und deklarieren ihre judeophoben Aussagen als "Meinungsfreiheit" und "politische Kritik". Diese Reklassifikation (also die Umbenennung antisemitischer Äußerungen als legitime Sprachhandlungen) ist fester Bestandteil des modernen antisemitischen Diskurses und sie lässt einen Kampf um Bedeutungshoheiten erkennen, der die Relevanz der Sprache als realitätskonstituierendes und -konstruierendes Instrument zeigt. Intensiv ist die konzeptuelle Auseinandersetzung v.a. bei dem Ausdruck Antisemitismus und dessen Bedeutungsauslegung. Dabei deuten Antisemiten das Lexem semantisch und faktisch unangemessen, indem sie ihm entweder eine zu enge, restriktive Lesart zuordnen, die Antisemitismus auf die NS-Zeit begrenzt und rassistisch-völkisch festlegt ("Ich bin kein Antisemit, denn ich bin kein Nazi oder Rassist") oder seine Etymologie heranziehen ("Ich bin kein Antisemit, ich bin selbst Semit") und dabei die tatsächliche kommunikative Bedeutung des Wortes negieren. Dies geschieht zumeist mittels re-klassifizierender Sprechakt-Umbenennungen: Der verbale Antisemitismus wird euphemistisch als "Kritik" bezeichnet. Aus sprachlicher Diskriminierung wird somit durch oberflächliche Camouflage eine akzeptable soziale Handlung. Im Zusammenhang mit dem ebenfalls stets reproduzierten Klischee, es gebe ein Kritiktabu an Juden und Israel und somit auch eine "Antisemitismuskeule", die gegen Kritiker geschwungen würde, finden sich auch konzeptuell tief greifende Umdeutungen[13] wie in "Antisemit wird eines Tages ein Kompliment sein!"[14]

Diese Re-Interpretationen, welche Faktenresistenz und das Unvermögen zur kritischen Selbstreflexion offenlegen, haben im Diskurs zwei Funktionen: Zum einen sollen sie die Schreiber gegen den Vorwurf des Antisemitismus immunisieren, zum anderen aber auch das radikale Gedankengut ihrer Äußerungen formal entradikalisieren und damit kommunikativ akzeptabel machen. Die kommunikative Leugnung und semantische Umdeutung des eigenen Verbal-Antisemitismus gehört heute standardmäßig zu den Strategien moderner Antisemiten."

https://www.bpb.de/politik/extremismus/ ... semitismus

Trifft man hierzuforum haeufig an!


Dem schließe ich mich an. Es ist immer wichtig so etwas einzustellen, damit die tatsächlichen Antisemiten schnell und sauber entlarvt werden können. Den ausgeprägten Antisemitismus von der Partei die Linke und der SPD muss nicht extra belegt werden. Das gehört zum Allgemeinwissen.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Dark Angel » Mo 20. Mai 2019, 17:36

Chajm hat geschrieben:(20 May 2019, 16:48)

Da ja gern die Bundeszentrale fuer politische Bildung zitiert wird, nehme ich mir auch mal die Freiheit:

"Kampf um Wörter: Antisemitismusleugnung und semantische Umdeutung
Auch wenn alle Kriterien des Verbal-Antisemitismus in ihren Äußerungen nachzuweisen sind, leugnen insbesondere die Sprachproduzenten aus dem links-liberalen Spektrum vehement, antisemitisch zu sein, und deklarieren ihre judeophoben Aussagen als "Meinungsfreiheit" und "politische Kritik". Diese Reklassifikation (also die Umbenennung antisemitischer Äußerungen als legitime Sprachhandlungen) ist fester Bestandteil des modernen antisemitischen Diskurses und sie lässt einen Kampf um Bedeutungshoheiten erkennen, der die Relevanz der Sprache als realitätskonstituierendes und -konstruierendes Instrument zeigt. Intensiv ist die konzeptuelle Auseinandersetzung v.a. bei dem Ausdruck Antisemitismus und dessen Bedeutungsauslegung. Dabei deuten Antisemiten das Lexem semantisch und faktisch unangemessen, indem sie ihm entweder eine zu enge, restriktive Lesart zuordnen, die Antisemitismus auf die NS-Zeit begrenzt und rassistisch-völkisch festlegt ("Ich bin kein Antisemit, denn ich bin kein Nazi oder Rassist") oder seine Etymologie heranziehen ("Ich bin kein Antisemit, ich bin selbst Semit") und dabei die tatsächliche kommunikative Bedeutung des Wortes negieren. Dies geschieht zumeist mittels re-klassifizierender Sprechakt-Umbenennungen: Der verbale Antisemitismus wird euphemistisch als "Kritik" bezeichnet. Aus sprachlicher Diskriminierung wird somit durch oberflächliche Camouflage eine akzeptable soziale Handlung. Im Zusammenhang mit dem ebenfalls stets reproduzierten Klischee, es gebe ein Kritiktabu an Juden und Israel und somit auch eine "Antisemitismuskeule", die gegen Kritiker geschwungen würde, finden sich auch konzeptuell tief greifende Umdeutungen[13] wie in "Antisemit wird eines Tages ein Kompliment sein!"[14]

Diese Re-Interpretationen, welche Faktenresistenz und das Unvermögen zur kritischen Selbstreflexion offenlegen, haben im Diskurs zwei Funktionen: Zum einen sollen sie die Schreiber gegen den Vorwurf des Antisemitismus immunisieren, zum anderen aber auch das radikale Gedankengut ihrer Äußerungen formal entradikalisieren und damit kommunikativ akzeptabel machen. Die kommunikative Leugnung und semantische Umdeutung des eigenen Verbal-Antisemitismus gehört heute standardmäßig zu den Strategien moderner Antisemiten."

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Zu dem Zitierten passt diese Aussage der Userin Selina wie die umgangssprachliche Faust auf's Auge:

"Netanjahu zählt Orban und Trump zu seinen politischen Freunden. Beides sind bekannte Rechtspopulisten, deren politische Ansichten und Programme bestens bekannt sind"

Weil die "politische Ausrichtung" bestimmter Regierungen nicht ins eigene politisch-ideologische Konzept passt, meint man bei der israelischen Regierung/Israels andere Standards anlegen zu dürfen, als bei anderen Staaten.
Plötzlich firmiert es unter "berechtigter Kritik" die israelische Regierung für ihre diplomatischen Beziehungen zu Staaten zu kritisieren, während andere Staaten, die ebenfalls die entsprechenden diplomatischen Beziehungen pflegen, nicht kritisiert.

Der oben zitierte Satz sagt nichts anderes aus als: "Wie kann es Israel/die israelische Regierung wagen, eigene Entscheidungen zu treffen, vor allem, wenn diese Entscheidungen nicht mit meinem Weltbild/meiner politisch-ideologischen Einstellung übereinstimmen."
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Antisemitismus

Beitragvon Selina » Mo 20. Mai 2019, 18:12

Kühne Behauptung. Mit dem Rechtspopulismus und der Ideologie der Neuen Rechten stimmen etwa 80 bis 85 Prozent des europäischen Wahlvolkes nicht überein. Nicht nur Userin Selina nicht :D
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Re: Antisemitismus

Beitragvon PeterK » Mo 20. Mai 2019, 18:17

Dark Angel hat geschrieben:(20 May 2019, 17:36)
"Netanjahu zählt Orban und Trump zu seinen politischen Freunden. Beides sind bekannte Rechtspopulisten, deren politische Ansichten und Programme bestens bekannt sind"
...
Der oben zitierte Satz sagt nichts anderes aus als: "Wie kann es Israel/die israelische Regierung wagen, eigene Entscheidungen zu treffen, vor allem, wenn diese Entscheidungen nicht mit meinem Weltbild/meiner politisch-ideologischen Einstellung übereinstimmen."

Ich glaube, Du verrennst Dich da "argumentativ" ein wenig.

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