Diktatursozialisierung?

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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon JJazzGold » Do 10. Jun 2021, 17:39

discipula hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:34)

Das sind doch die linksgrünen Parteien , die das tun, nicht die AfD :?:



Frauen lieben Mikromanagement.

Frauen sind jene, die kleine Kinder beaufsichtigen, dort geht es nicht anders. aber jetzt machen sie es in der Politik mit Erwachsenen.



Ich bitte mich aus Ihrem kruden Frauenbild auszuschließen.
Mag sein, dass Sie sich nur fähig fürs Mikromanagement halten.
Ich kann mehr.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon Chajm » Do 10. Jun 2021, 17:40

JJazzGold hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:29)

Der Spitzenkandidat ist Parteiwanderer, SPD, ggfls elterliches Erbe, FDP, Republikaner und jetzt AfD und steht dort “dem Flügel“ nahe.

Und so richtig "ost-deutsch" scheint er auch nicht zu sein - oder gehoerte Goslar (seine Geburtsstadt) mal zum Arbeiter- und Bauernparadies? :?:
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon JJazzGold » Do 10. Jun 2021, 17:40

Billie Holiday hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:19)

Aber nur, wenn das Mutterverdienstkreuz am Band wieder eingeführt wird.


Auch dafür nicht. ;)
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 17:41

discipula hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:36)

sehr radikal klingt das nun nicht, dass in Schulen in der Landessprache kommuniziert wird und dass man Denkmäler aus der eigenen Region kennen lernt.

sind das nicht Selbstverständlichkeiten?

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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon JJazzGold » Do 10. Jun 2021, 17:44

Chajm hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:40)

Und so richtig "ost-deutsch" scheint er auch nicht zu sein - oder gehoerte Goslar (seine Geburtsstadt) mal zum Arbeiter- und Bauernparadies? :?:


Das war wahrscheinlich einer Derjenigen, die Die Linke mit ihrem dubiosen Wahlplakatentwurf “Nehmt den Wessis das Kommando“ treffen wollte und sich selbst dabei getroffen hätte. ;) :D

Wobei sie dem DDR Nachtrauerklientel, welches ich weiter oben beschrieb wohl aus dem Herzen gesprochen hätte.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon Chajm » Do 10. Jun 2021, 17:46

JJazzGold hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:36)

Sozialstaat und völkisch-nationalistisch-biologietisch schließen sich nicht aus, das Muttergeld für “indigene“ Frauen als Anreiz Kinder zu bekommen, belegt das.

Was das "Muttergeld" betrifft, da haben die Kameraden aber gewaltig beim Adolf und auch beim Erich abgekupfert, denn beide Fuehrer suchten mit solchen Massnahmen ihr Volk zu begluecken.
Beim Postkartenmaler nannte es sich "Ehestandsdarlehen"
https://de.wikipedia.org/wiki/Ehestandsdarlehen
und beim Dachdecker "Ehekredit"
https://de.wikipedia.org/wiki/Ehekredit
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon JJazzGold » Do 10. Jun 2021, 17:50

Chajm hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:46)

Was das "Muttergeld" betrifft, da haben die Kameraden aber gewaltig beim Adolf und auch beim Erich abgekupfert, denn beide Fuehrer suchten mit solchen Massnahmen ihr Volk zu begluecken.
Beim Postkartenmaler nannte es sich "Ehestandsdarlehen"
https://de.wikipedia.org/wiki/Ehestandsdarlehen
und beim Dachdecker "Ehekredit"
https://de.wikipedia.org/wiki/Ehekredit


Hiess das bei Adolf nicht, “Schenkt dem Führer ein Kind“?
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 17:50

Chajm hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:40)

Und so richtig "ost-deutsch" scheint er auch nicht zu sein - oder gehoerte Goslar (seine Geburtsstadt) mal zum Arbeiter- und Bauernparadies? :?:


Diese ganze Debatte um die Aussagen von Wanderwitz hat natürlich das Potenzial, in einen im Grunde genommen provinziellen deutsch-deutschen Schlagabtausch abzugleiten.

Ich könnte ja noch mal auf die Vertriebenenverbände zurückkommen ... 70er Jahre, Heino, "Schlesierland, wir sehn uns wieder ..." Das wird man ja wohl noch singen dürfen! Oder wollen die Linksgrünen uns wirklich jeden Spaß verbieten? Tu ich aber nicht. (Na gut, hab' ich eben doch ... :p )

Der Punkt ist, dass die Tendenz nach rechts, völkisch, autoritär und identitär eine Tendenz in der Weltpolitik ist. Und zwar seit mehreren Dekaden. Wir geraten mit der Diskussion um die Sozialisierung der Ex-Ostdeutschen auf ein völlig provinzielles Nebengleis und sehen überhaupt nicht mehr, was tatsächlich vor sich geht in der Welt.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon Astrocreep2000 » Do 10. Jun 2021, 17:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Jun 2021, 16:20)
Es gibt aber keine solche "Besonderheiten". Die Gelbwestenbewegung in Frankreich, 22,9 Prozent 2009 für die Fremskrittpartiet in Norwegen, der Brexit, der Aufstieg der FPÖ in Österreich, und weiter in der Welt, der Aufstieg des Hindu-Nationalismus in Indien unter Modi, der Aufstieg Bolsonaros in Brasilien, die Trump-Wahl in den USA, der Nationalismus in Japan, die Migrationspolitik in Australien, der Aufstieg Berlusconis oder Salvinis in Italien, Putin, Erdogan und weiter und immer so weiter. Es gibt in der weltpolitischen Entwicklung weder eine Sonderstellung der Ex-DDR noch eine Sonderstellung Osteuropas sondern nur eine weltweite Rückkehr von Nationalismus, Autokratie, "IDentität", "Kulturalismus" und Rechtspopulismus. Seit langem schon.


Also besteht die Auffälligkeit gar nicht darin, dass die AfD in den neuen Bundesländern (12,5 Mio. Einwohner) durchgängig auf 20% kommt, sondern in den alten Bundesländern (70,5 Mio. Einwohner) lediglich auf 7-8% ...?
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon sünnerklaas » Do 10. Jun 2021, 18:01

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:37)

Was die Einschätzung der AfD-Politik betrifft, ist das schon richtig. In Hinsicht auf die Wahrnehmung bei den Wählern nicht!

Ich sag dir nochmal: Typischerweise bei kleinen und mittleren Handwerksbetrieben, bei Autohändlern, Maurern und Zimmerleuten ... auch in den ostdeutschen Ländern ... da kannst Du hingehen und für die Abschaffung des Sozialstaats werben ... und ich versichere dir: Du wirst nur Beifall ernten! Und du kannst auch ruhig deftige Worte wählen. Die "Schmarotzer beseitigen" zum Beispiel.


Das finde ich immer wieder bemerkenswert - ausgerechnet Leute, die im Zweifelsfall vom Sozialstaat profitieren: Krankenkassenleistungen, Rehaleistungen der Rentenversicherung, Fort- oder Umschulung durch die Arbeitsagentur. Ich kenne so einige verunfallte Dachdecker und Zimmerleute. Wobei ich da dann eines interessant finde: diejenigen, die den Sozialstaat mit seinen Errungenschaften nie infrage gestellt haben, waren immer diejenigen, die auch nach Unfällen mit Spätfolgen immer wieder auf die Beine gekommen sind. Zum Beispiel, indem man dann den Ing. gemacht hat. Einem Bau-Ing oder Architektem als Bauleiter, der selber langjähriger Altgeselle war oder vielleicht sogar den Techniker- oder Meisterbrief hat, macht kein Firmenchef und kein Firmenbauleiter etwas vor. Das sind gesuchte Leute - selbst wenn sie gesundheitlich eingeschränkt sind. Aber Rico, Kevin, Igor, Zvonimir&Co., die gerne mal so nach Herzenslust herumhitlern, das sind die, die dann hinten runterfallen.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon sünnerklaas » Do 10. Jun 2021, 18:15

Astrocreep2000 hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:53)

Also besteht die Auffälligkeit gar nicht darin, dass die AfD in den neuen Bundesländern (12,5 Mio. Einwohner) durchgängig auf 20% kommt, sondern in den alten Bundesländern (70,5 Mio. Einwohner) lediglich auf 7-8% ...?


Das Heikle an der Sache ist, dass die Grenze dieses Phänomens entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze verläuft und viele Ostdeutsche die Kritik als Tiefschlag empfinden.
Man sollte mal ehrlich sein: das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschen ist in Teilen zerrüttet und von tiefem Misstrauen, teilweise sogar von Generalverdacht geprägt. Deshalb ist für Ostdeutsche auch ganz schnell EDEKA (Ende Der KArriere): als Führungskräfte ungeeignet. Und Rico und Ronny sowie der aus dem Westen zugewanderte Rechtskader sowie die ostdeutschen AfD-Wähler, die so schön dem Wessi Höcke zujubeln, sorgen ja ungewollt dafür, dass die Vorbehalte und der Generalverdacht immer weiter bestehen bleibt. Im Zweifelsfall bekommt der türkischstämmige Kollege den Vorzug - der Ossi kann sich bewerben, ist aber außer Konkurrenz. Manchmal steht auf der zurückgeschickten Bewerbungsmappe am Ende noch ein handschriftlicher Vermerk drauf: Ossi? Nein Danke!. Ist übrigens legal, einen Ostdeutschen Bewerber so abzufertigen. Ostdeutsch ist keine Ethnie und auch keine Rasse. Aber eben auch kein richtiger Deutscher, sondern nur ein Dahergelaufener.
Die Diskriminierung Ostdeutscher ist übrigens ein großes Problem. Nur eben auch ein Tabu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Diskrimin ... tdeutscher
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 18:18

JJazzGold hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:36)

Sozialstaat und völkisch-nationalistisch-biologietisch schließen sich nicht aus, das Muttergeld für “indigene“ Frauen als Anreiz Kinder zu bekommen, belegt das.


Das ist richtig. Den skandinavisch geprägten Sozialdemokratismus nicht zu vergessen. Mit dem u.a. von Anna und Gunnar Myrdal befürworteten Euthanasieprogramm in Schweden haben wir eine klassische Verbindung von völkisch-biologistischer und sozialdemokratischer Politik. Den Sozialstaat retten, indem die angeblich Lebensunwerten zwangssterilisiert werden.

Daran denken die AfD-Anhänger in Sachsen-Anhalt allerdings gewiss nicht. Man muss dabei beachten: In keinem anderen Bundesland herrscht ein derart gravierender Lehrermangel. Ganz objektiv gesehen ist der Lehrermangel in Sachsen-Anhalt das vielleicht überhaupt gravierendste Problem. Weil: Das muss man irgendwie lösen. Da hilft nix. Man kann eine ganze Weile Straßen, Eisenbahnen usw. vernachlässigen. Vielleicht auch das Gesundheitswesen. Aber es gibt Schulpflicht.

Ich habe alles mögliche im AfD-Programm zum Thema Schulbildung gelesen. Sport soll die Übergewichtigkeit von Kindern senken. Aber vom Hauptproblem Lehrermangel nix!
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 19:01

JJazzGold hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:44)

Das war wahrscheinlich einer Derjenigen, die Die Linke mit ihrem dubiosen Wahlplakatentwurf “Nehmt den Wessis das Kommando“ treffen wollte und sich selbst dabei getroffen hätte. ;) :D

Wobei sie dem DDR Nachtrauerklientel, welches ich weiter oben beschrieb wohl aus dem Herzen gesprochen hätte.

Ich weiß nicht, ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich ein nennenswertes "DDR-Nachtrauerklientel" (außer vielleicht beim MDR) wirklich gibt.

Der Künstler Joseph Beuys wäre vor kurzem 100 geworden. In Teilen ziemlich klar ein völkisch-esoterischer, steineristischer bis in gewisser Hinsicht hitleristischer Künstler. Und doch stellvertretend für die Nachkriegsbundesrepublik. Auf DDR-Seite könnte man zum Vergleich eine Persönlichkeit wie Volker Braun nennen. ("Hamlet-Maschine"). So widersprüchlich komplex und in ihrer Kriegstraumaaufarbeitung verworren waren beide Nachkriegsgesellschaften.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 19:25

sünnerklaas hat geschrieben:(10 Jun 2021, 18:15)

Das Heikle an der Sache ist, dass die Grenze dieses Phänomens entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze verläuft und viele Ostdeutsche die Kritik als Tiefschlag empfinden.
Man sollte mal ehrlich sein: das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschen ist in Teilen zerrüttet und von tiefem Misstrauen, teilweise sogar von Generalverdacht geprägt. Deshalb ist für Ostdeutsche auch ganz schnell EDEKA (Ende Der KArriere): als Führungskräfte ungeeignet. Und Rico und Ronny sowie der aus dem Westen zugewanderte Rechtskader sowie die ostdeutschen AfD-Wähler, die so schön dem Wessi Höcke zujubeln, sorgen ja ungewollt dafür, dass die Vorbehalte und der Generalverdacht immer weiter bestehen bleibt. Im Zweifelsfall bekommt der türkischstämmige Kollege den Vorzug - der Ossi kann sich bewerben, ist aber außer Konkurrenz. Manchmal steht auf der zurückgeschickten Bewerbungsmappe am Ende noch ein handschriftlicher Vermerk drauf: Ossi? Nein Danke!. Ist übrigens legal, einen Ostdeutschen Bewerber so abzufertigen. Ostdeutsch ist keine Ethnie und auch keine Rasse. Aber eben auch kein richtiger Deutscher, sondern nur ein Dahergelaufener.
Die Diskriminierung Ostdeutscher ist übrigens ein großes Problem. Nur eben auch ein Tabu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Diskrimin ... tdeutscher

Ja. Nur, du hast mindestens diesen einen ungemein wichtigen Sonderfall nicht erwähnt. Den hat noch nichteinmal eine kurze Episode als FDJ-Funktionärin verhindert. Wie immer man zur Politik Merkels steht. Was war eigentlich passiert? Selbstverliebte Ego-Menschen wie Schröder, Merz und ganz besonders auch der Ex-Hessen-MP Roland Koch ... die haben gewisse Entwicklungen einfach nicht mitbekommen. Ein bissel vereinfacht gesagt: Die waren mit der Frage beschäftigt, ob ihr Ego, ihre Eitelkeit, ihre Person irgendwie beschädigt sein könnte und natürlich mit Selbstrechtfertigungen dafür, dass das auf keinen Fall so ist und ja gar nicht sein kann. Die standen mit ihren Freunden und Kumpels im Lift und tranken einen Kaffee und diskutierten über diese Fragen während Angela Merkel ungerührt im Treppenhaus hochkletterte, weil ihr das halt nix ausmachte, nicht mit den Chefs, die immer die Chefs sind, im Lift zu stehen.

Man kann diesen Einzelfall allerdings nicht verallgemeinern. Ein Politiker wie Gregor Gysi ist alles andere als uneitel. Darüber hinaus und davon unabhängig - ohne dass ich inhaltlich irgendwie für seine Politik stehen würde - halte ich ihn -als Person - für den begabtesten und klügsten Politiker beider Nachkriegsdeutschländer.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon discipula » Do 10. Jun 2021, 21:51

JJazzGold hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:39)

Ich bitte mich aus Ihrem kruden Frauenbild auszuschließen.
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Ich kann mehr.


ich bin auch eine Frau, die nicht zu Mikromanagement neigt. als Kinderlose ist das wohl einfacher.

Trotzdem gibt es die Tendenz, dass Frauen in den von ihnen beherrschten Räumen zu Mikromanagement neigen. Geschlechter sind nicht gleich.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon discipula » Do 10. Jun 2021, 21:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:41)

Wenn sie verordnet werden sollen nicht!

äh doch, sowas ist doch zum Beispiel ein völlig normaler Inhalt von Lehrplänen. :?:
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 22:43

sünnerklaas hat geschrieben:(10 Jun 2021, 18:01)

Das finde ich immer wieder bemerkenswert - ausgerechnet Leute, die im Zweifelsfall vom Sozialstaat profitieren: Krankenkassenleistungen, Rehaleistungen der Rentenversicherung, Fort- oder Umschulung durch die Arbeitsagentur. Ich kenne so einige verunfallte Dachdecker und Zimmerleute. Wobei ich da dann eines interessant finde: diejenigen, die den Sozialstaat mit seinen Errungenschaften nie infrage gestellt haben, waren immer diejenigen, die auch nach Unfällen mit Spätfolgen immer wieder auf die Beine gekommen sind. Zum Beispiel, indem man dann den Ing. gemacht hat. Einem Bau-Ing oder Architektem als Bauleiter, der selber langjähriger Altgeselle war oder vielleicht sogar den Techniker- oder Meisterbrief hat, macht kein Firmenchef und kein Firmenbauleiter etwas vor. Das sind gesuchte Leute - selbst wenn sie gesundheitlich eingeschränkt sind. Aber Rico, Kevin, Igor, Zvonimir&Co., die gerne mal so nach Herzenslust herumhitlern, das sind die, die dann hinten runterfallen.

Ich verstehe, was Du meinst. Und trotzdem: Die AfD-affinen Leute im Osten, und ich kenne persönlich so einige. .... Ihre Lieblingssätze fangen mit "Die sollen erstmal" an. Die sollen erstmal was leisten ... und nicht von unseren Sozialstaat profitieren. Und damit meinen sie keineswegs nur MIgranten, Fremde und "Linksversiffte". Es ist ein kompletter Irrtum, davon auszugehen, dass AfD-Affine Leute im Osten irgendwie Sozialstaatsfreunde sind. Es sind in der Regel Leute, die zumindest meinen, dass man irgendwie was leisten muss. Auch wenn sie selbst effektiv vielleicht gar nicht so viel leisten.

Eine andere Generalerzählung geht gegen die "Lügenpresse" und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Diese sogenannte 86-Cent-Debatte in Sachsen-Anhalt (Gebührenanhebung) war ein Schlüsselding in jüngerer Zeit. Mit den 86 Cent gehts in der Fokussierung auch nicht, überhaupt nicht um irgendein Ausruhen auf irgendwas. Sondern im Gegenteil: Um die Verschleuderung von sozusagen durch die Leistungsträger der Gesellschaft erarbeiteten Reichtum durch irgendwie lügnerische, träge, aussaugende Journalistenkarnaille. Bei "Panorama" eben gabs in der Richtung grad einen regelrechten Wutausbruch. Ja ... der eigentliche Punkt dabei ist das Thema UK und BBC. Die BBC war im Grunde genommen für das Nachkriegsdeutschland eine Art Lehrmeister in Sachen unabhängiger Berichterstattung. Heute gehts in UK gegen die BBC. In Magdeburg oder Stassfurt gehts im Grunde um dieselben Dinge wie heute in London. Das ist der Punkt! Leute wie Wanderwitz lenken mit ihren Sozialisierungszeug im Grunde genommen von den eigentlichen und wesentlichen politischen Wandlungsprozessen in der Weltpolitik ab.

Auf jeden Fall und nochmal: AfD-affine Menschen im Osten sind alles andere als irgendwie Sozialstaatsbefürworter. Sondern ganz im Gegenteil: Gnadenlose Leistungseinforderer! Mit der einen Einschränkung, dass das kerndeutsche Volk und traditonelle deutsche Werte wie Familie einen Sonderschutz genießen sollen.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Do 10. Jun 2021, 22:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 22:54

discipula hat geschrieben:(10 Jun 2021, 21:53)

äh doch, sowas ist doch zum Beispiel ein völlig normaler Inhalt von Lehrplänen. :?:


Es gibt in Deutschland keine "Lehrpläne", die soweit vorschreibend konkretisiert sind, dass sie zwingend die Besichtigung der Mittelalter-Burgen in Sachsen-Anhalt vorschreiben. Du kannst genausogut die Geschichte der Namibia-Kinder in Stassfurt als Schülerprojekt durchziehen.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon discipula » Do 10. Jun 2021, 23:02

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Jun 2021, 22:54)

Es gibt in Deutschland keine "Lehrpläne", die soweit vorschreibend konkretisiert sind, dass sie zwingend die Besichtigung der Mittelalter-Burgen in Sachsen-Anhalt vorschreiben. Du kannst genausogut die Geschichte der Namibia-Kinder in Stassfurt als Schülerprojekt durchziehen.

Früher hieß das "Heimatkunde", und doch doch, das ist schon sinnvoll, wenn man erst mal die Geschichte der eigenen Region kennt. und das nicht nur, weil so die Exkursionen günstiger sind.
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Re: Diktatursozialisierung?

Beitragvon Astrocreep2000 » Do 10. Jun 2021, 23:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Jun 2021, 22:43)
(...)Bei "Panorama" eben gabs in der Richtung grad einen regelrechten Wutausbruch. Ja ... der eigentliche Punkt dabei ist das Thema UK und BBC. Die BBC war im Grunde genommen für das Nachkriegsdeutschland eine Art Lehrmeister in Sachen unabhängiger Berichterstattung. Heute gehts in UK gegen die BBC. In Magdeburg oder Stassfurt gehts im Grunde um dieselben Dinge wie heute in London. Das ist der Punkt! Leute wie Wanderwitz lenken mit ihren Sozialisierungszeug im Grunde genommen von den eigentlichen und wesentlichen politischen Wandlungsprozessen in der Weltpolitik ab.

Wenn ich mich dazu einmal selbst zitieren darf (Du hattest dazu - noch - nicht Stellung bezogen):

Astrocreep2000 hat geschrieben:(10 Jun 2021, 17:53)
Also besteht die Auffälligkeit gar nicht darin, dass die AfD in den neuen Bundesländern (12,5 Mio. Einwohner) durchgängig auf 20% kommt, sondern in den alten Bundesländern (70,5 Mio. Einwohner) lediglich auf 7-8% ...?

Ich versuche es mal ohne Ironie/vielleicht deutlicher:

Der "internationale Trend" den Du beschreibst, macht offensichtlich einen Bogen um die westdeutschen Bundesländer, in denen immerhin 85% der Bevölkerung leben.

In Sachsen-Anhalt - das uns in den letzten Tagen so beschäftigte, leben 2,3 Mio. Menschen, dass entspricht 2,7% der Bevölkerung.
Von denjenigen, die dort gewählt haben, haben Dreiviertel NICHT die AfD gewählt.

Wenn ich mir diese Zahlen vergegenwärtige, frage ich mich, ob die AfD nicht viel mehr Aufmerksamkeit bekommt, als ihr eigentlich zusteht ...

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