Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon streicher » Di 4. Mai 2021, 21:55

Kohlhaas hat geschrieben:(04 May 2021, 16:46)
Da widerspreche ich. Eine gute Diskussion endet zumeist damit, dass beide Seiten bei ihrer Meinung bleiben, die Meinung des jeweils anderen aber zumindest respektieren können. Das ist dann ein politischer Diskurs.
Ja, vielleicht vertreten sie dann aber auch zwei verschiedene Positionen - und jede dieser Positionen hat ihre schlagenden Argumente. Dann kann es davon abhängen, auf welche man zum Beispiel mehr Gewicht legt.
Nur: wenn es um Argumente geht, die als Grundlage für Diffamierung vorgetragen werden, wird so ein Diskurs natürlich schwierig, auch der Respekt vor der Position des Anderen.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Diplomatensohn5000 » Mi 5. Mai 2021, 10:55

Ich habe gerade gelernt, was "Die Basis" auf arabisch heißt.

Ob Volker Bruch das auch weiß? :D
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon streicher » Mi 5. Mai 2021, 11:14

BlueMonday hat geschrieben:(04 May 2021, 17:26)

Wahrheiten zu verbreiten ist nun eine andere, hochreligiöse Sportart, die sich auch Mission oder Missionierung nennt. Kann es aber in einem Diskussionsforum (als Teilraum des gesellschaftlichen Diskurses) vornehmlich um "Wahrheiten" gehen?
Wohl kaum, allenfalls um Daten, die kontrovers auseinandergesetzt, interpretiert werden, aus deren Interpretationen unterschiedliche Handlungsschlüsse gezogen werden.
Man könnte daraus ableiten, ob es Fragen gibt, die endgültig geklärt sind. Oder ob jeder Unsinn neu diskutiert werden muss und aufwendig widerlegt werden muss. Ist vielleicht ein eigener Strang und auch philosophisch. Oder?
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » Do 6. Mai 2021, 06:21

Da hier Herr Precht im Fürhstücksfernsehen zitiert wurde,
was hat er im weiteren Verlauf noch gesagt:
https://www.youtube.com/watch?v=v2uYoy1mzag
Precht:
Ob Kinder jetzt dauerhaft jetzt ganz große Schäden davon tragen, da bin ich jetzt nicht mehr ganz so sicher,
ich bin auch kein Kinderarzt oder kein Kinderpsychologe, da wäre ich aber vorsichtig mit so einer Prognose,
aus meiner eigenen Erfahrung, ich war ja auch mal Kind, würde ich sagen,
Kinder stecken solche Dinge leichter weg.
Nachfrage Moderator:
Auch ne Pandemie ?
Precht:
Ja das glaub ich auf jeden Fall, ich glaube das viel größere Problem sind ältere Leute.


Da wären wir wieder bei Meinung, Glauben und Wissen.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Schnitter » Do 6. Mai 2021, 11:12

franzmannzini hat geschrieben:(06 May 2021, 06:21)
Da wären wir wieder bei Meinung, Glauben und Wissen.


Er sagt doch dass er das "glaubt" und nicht "weiss". Damit ist es ganz klar als seine subjektive Meinung gekennzeichnet.

Erkenne den Unterschied zu dem Mantra der Covidioten und ähnlicher Aluhüte.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » Do 6. Mai 2021, 11:41

Schnitter hat geschrieben:(06 May 2021, 11:12)

Er sagt doch dass er das "glaubt" und nicht "weiss". Damit ist es ganz klar als seine subjektive Meinung gekennzeichnet.

Erkenne den Unterschied zu dem Mantra der Covidioten und ähnlicher Aluhüte.


Aber das andere weiß er aber ganz sicher, das glaubt er nicht nur, obwohl er auch kein Psychologe oder Psychotherapeut ist.

Ist ein Mantra eine psychologische Grundhaltung ?
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Schnitter » Do 6. Mai 2021, 13:02

franzmannzini hat geschrieben:(06 May 2021, 11:41)

Aber das andere weiß er aber ganz sicher, das glaubt er nicht nur, obwohl er auch kein Psychologe oder Psychotherapeut ist.

Ist ein Mantra eine psychologische Grundhaltung ?


Er weiß es doch aus eigener Erfahrung. Genau wie ich es aus eigener Erfahrung weiß.

Und ich rede hier von gefestigten Aluhüten.....nicht von jedem der mal auf so einer Demo rumsteht.

Jeder der mal versucht hat mit so jemandem zu diskutieren stellt doch fest dass diese Leute für Argumente völlig unzugänglich sind. Das ist doch religiös. Es geht die ganze Zeit nur um das missionieren, deswegen führt jede normale Unterhaltung auch nach spätestens 5 Minuten wieder zu dem "Thema".

Ich habe meinem Kumpel der seit 1 Jahr so drauf ist mehrmals gesagt: Pass auf lass uns das Thema bei Seite lassen...das hat mit unserer Freundschaft und unseren gemeinsamen Hobbies nix zu tun. Aber es ist UNMÖGLICH. Es funktioniert nicht, und ich habe ehrlich gesagt nicht die geringste Ahnung was der Auslöser für so ein Verhalten ist. Ich habe mir da monatelang den Kopf drüber zermartert. Daran ist die ganze Familie von dem entzweit.

Und immer wieder dieses unerträgliche "wie 1933" und "kriegen wir wohl bald nen Stern an die Jacke"......

....tut mir leid aber es widert mich nur noch an. Und vor allem.....jede Diskussion ist VÖLLIG ZWECKLOS.
Zuletzt geändert von Schnitter am Do 6. Mai 2021, 13:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Kohlhaas » Do 6. Mai 2021, 14:36

streicher hat geschrieben:(04 May 2021, 21:55)

Ja, vielleicht vertreten sie dann aber auch zwei verschiedene Positionen - und jede dieser Positionen hat ihre schlagenden Argumente. Dann kann es davon abhängen, auf welche man zum Beispiel mehr Gewicht legt.
Nur: wenn es um Argumente geht, die als Grundlage für Diffamierung vorgetragen werden, wird so ein Diskurs natürlich schwierig, auch der Respekt vor der Position des Anderen.

Genau so ist es. Es ist halt so im Leben, dass es nicht die eine und einzige Wahrheit gibt. Zu jeder Frage gibt es verschiedene mögliche und denkenswerte Antworten. Jeder Mensch entscheidet sich für eine dieser Antworten, respektiert aber, dass auch die anderen Antworten sinnvoll sein könnten. So diskutiert man, so bilden sich Mehrheiten. So funktioniert z.B. unser Bundestag. Da sitzen Leute zusammen, die auf ganz konkrete Fragen recht unterschiedliche Antworten geben (wollen). Die sitzen da aber nicht als Feinde. Die respektieren, dass die Antworten der jeweils anderen Parteien auch sinnvoll sein könnten. So funktioniert Demokratie.

Bei dem öffentlichen "Diskurs", der zurzeit z.B. wegen Corona läuft, ist das anders. Da geht es nicht mehr um die Abwägung unterschiedlicher Interessen oder den Ausgleich zwischen unterschiedlichen Meinungen. Da geht es um Glaubensfragen, die rational nicht mehr zu hinterfragen sind. Da geht es um ganz fundamentalistische Haltungen. "Argumentieren" hilft da nicht mehr. Es gibt selbst heute noch Menschen, die fest daran glauben, dass die Erde eine Scheibe ist. Im Mittelalter sind Menschen verbrannt worden, weil sie gesagt haben, die Erde sei eine Kugel. Dass sich wissenschaftlich zweifelsfrei nachweisen lässt, dass die Erde eine Kugel ist, interessiert die "Kritiker" nicht. Es gibt unbestreitbare Nachweise, dass die Erde eine Kugel ist. Wir haben tausende Satelliten in den Orbit geschickt, die unsere Erdkugel umkreisen und in jeder Sekunde beweisen, dass es eine KUGEL ist! Und trotzdem gibt es durchaus intelligente Leute, die behaupten: NEIN, die Erde ist eine Scheibe. Wie soll man mit solchen Leuten diskutieren? Diese Leute interessieren sich nicht für Fakten. Denen sind nur ihre Glaubensgrundsätze wichtig. Da geht es nicht um "Argumente". Da geht es um Glaubensgrundsätze, die nicht angekratzt werden dürfen. Wenn sie angekratzt werden, dann verbrennt man im Zweifel andersdenkende Menschen --- wenn man die Macht dazu hat! Zum Glück haben die Idioten in dieser Welt meist nicht die nötige Macht.

Genauso ist das heute bei den Corona-Debatten. Es gibt eine Gruppe von Menschen, die daran GLAUBEN, dass es die Pandemie gar nicht gibt oder dass die Pandemie vom "Weltjudentum" erzeugt wurde oder dass Bill Gates das Virus erzeugt hat oder... keine Ahnung, ich verfolge diese ganzen bescheuerten Verschwörungstheorien nicht. Für mich steht jedenfalls fest, dass man mit diesen verblendeten Bescheuerten nicht reden kann. Jedes Wort, das man zu denen sagt, ist verschwendete Atemluft. Einen gefestigten Glauben kann man mit Argumenten nicht ändern.

Jeglicher Diskurs mit den Covidioten ist sinnlos.

Zum Glück sind die "Gläubigen", die all die schönen Verschwöhrungstheorien verbreiten, in der Minderheit. Es sind nicht die "Querdenker", die gerade die Meinungsfreiheit verteidigen würden. Wenn die "Querdenker" die Macht hätten, würden sie Meinungen, die von ihren Glaubensgrundsätzen abweichen, nicht zulassen. Es zeichnet diese Gesellschaft aus, dass sie selbst verblödeten "Querdenkern" gestattet, öffentlich "querzudenken" obwohl das rational durch NICHTS begründet werden kann. Dass diese Leute zwanghaft "querdenken" wollen, setzt mich aber noch lange nicht in die Pficht, mit diesen Idioten diskutieren zu müssen. Um mit denen diskutieren zu können, müsste ich erstmal ihre vollbescheuerten Vorstellungen, dass z.B. Juden schuld an dem ganzen Elend sind, als diskussionswürdig betrachten. Das mache ich aber nicht!
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Der Kutscher » Do 6. Mai 2021, 15:55

In dem Moment wo ich mein Gegenüber einen „Idioten“ nenne ist sowieso keine Diskussion mehr möglich. Auch wenn der keine „vollbescheuerten Vorstellungen“ vertritt. Die Diskussionskultur beider Seiten läßt arg zu wünschen übrig, es werden gegenseitig Beleidigungen ausgetauscht, auch Drohungen oder es wird gar mit „handfesten“ Argumenten agiert. So ist auf gar keinen Fall ein Diskurs oder gar irgendwann mal ein Konsens möglich. Die Fronten sind so dermaßen verhärtet, das habe ich so noch nie erlebt, eher konnte man früher mit einem überzeugten Stalinisten diskutieren als heute mit einer der beiden Extremseiten. Die „Mitte“ scheint sich völlig aufgelöst zu haben, jedenfalls ist sie weitgehend unsichtbar. Ich laufe fassungslos durch die Welt und verstehe sie nicht mehr, denke immer: ich bin im falschen Film, lasst mich raus hier ....
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Liegestuhl » Do 6. Mai 2021, 16:02

Der Kutscher hat geschrieben:(06 May 2021, 15:55)
Die Fronten sind so dermaßen verhärtet, das habe ich so noch nie erlebt, eher konnte man früher mit einem überzeugten Stalinisten diskutieren als heute mit einer der beiden Extremseiten. Die „Mitte“ scheint sich völlig aufgelöst zu haben, jedenfalls ist sie weitgehend unsichtbar.


Wo verlaufen denn deiner Meinung nach die Fronten? Die einen Extremisten sind sicherlich die Querdenker. Aber wo verläuft die andere Front? Bei der Antifa? Bei Karl Lauterbach? Oder bei den Wissenschaftlern?

Wer ist der Gegenpol zu den Querdenkern?
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Schnitter » Do 6. Mai 2021, 16:11

Der Kutscher hat geschrieben:(06 May 2021, 15:55)

In dem Moment wo ich mein Gegenüber einen „Idioten“ nenne ist sowieso keine Diskussion mehr möglich....


Falls du mich meinst: Ich habe meinen Kumpel der dieser Sekte verfallen ist noch nie als "Idioten" bezeichnet. Ich bin mit dem seit 30 Jahren dick befreundet.

Und NEIN, ich bin kein Extremist. Alle seine Freunde sind maximal genervt und WEG. Der steht jetzt alleine da, eventuell hat er noch "virtuelle neue Freunde.

So weit kommt es noch dass jemand der diesen Unsinn als Unsinn bezeichnet ein "Extremist" ist, ich hoffe es geht noch.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » Do 6. Mai 2021, 17:09

Schnitter hat geschrieben:(06 May 2021, 13:02)
Er weiß es doch aus eigener Erfahrung. Genau wie ich es aus eigener Erfahrung weiß.


Erfahrung muß kein objektiver Grund für eine Meinung sein, denn die Erfahrung beschränkt sich auf bestimmte Erlebnisse, man kann nicht alles erlebt haben.
Bei dem Thema Kinder ist er ja auch der Meinung, über Kinder bescheid zu wissen, weil er selbst ein Kind war.
Und wie Du sicherlich schon erlebt hast, nehmen Eltern Erziehungstips von Kinderlosen eher ungern an, abwohl wie alle mal Kinder waren.

Schnitter hat geschrieben:Und ich rede hier von gefestigten Aluhüten.....nicht von jedem der mal auf so einer Demo rumsteht.


Das habe ich schon verstanden, meine Grenze liegt da nur etwas anders.
Aber wie Du weißt wird jeder, auch wenn "nur dort rumsteht", als Covidiot oder Schlimmeres (geht das noch) bezeichnet,
und das hat leider nicht die Wirkung die vielleicht (?) beabsichtigt ist.
Diese Art der "Diskussion" treibt die, welche "nur dort rumstehen", den Häschern weiter in die Arme, was natürlich nur meine Meinung ist,
die auf meinen Beobachtungen (Erfahrungen) beruht.

Schnitter hat geschrieben:Jeder der mal versucht hat mit so jemandem zu diskutieren stellt doch fest dass diese Leute für Argumente völlig unzugänglich sind.
Das ist doch religiös. Es geht die ganze Zeit nur um das missionieren, deswegen führt jede normale Unterhaltung auch nach spätestens 5 Minuten wieder zu dem "Thema".


Diese Diskussionen führe ich auch recht oft, weil in meinem Arbeitsumfeld (Handwerk) hier eine Häufung zu beobachten ist.
Um meine Methode blumig zu umschreiben:
Wenn sich jemand verirrt, dann gehe ich ein Stück weit mit.
Und natürlich führt, je nach Person, je nach Verhärtung, der Diskurs immer wieder zum "Thema" zurück, da es sich universell anwenden läßt.
Vielleicht bin ich auch wesentlich geduldiger, als andere.

Schnitter hat geschrieben:Ich habe meinem Kumpel der seit 1 Jahr so drauf ist mehrmals gesagt: Pass auf lass uns das Thema bei Seite lassen...das hat mit unserer Freundschaft und unseren gemeinsamen Hobbies nix zu tun. Aber es ist UNMÖGLICH. Es funktioniert nicht, und ich habe ehrlich gesagt nicht die geringste Ahnung was der Auslöser für so ein Verhalten ist. Ich habe mir da monatelang den Kopf drüber zermartert. Daran ist die ganze Familie von dem entzweit.


Den Auslöser, oder den Grund für dieses Verhalten heraus zu finden, ist aber entscheidend um der jeweiligen Person zu helfen.
Wenn Dir Dein Kumpel irgendwie am Herzen liegt, dann solltest Du es weiter versuchen. Aber eben in kleinen Schritten (Babyschritte), ohne Erwartungen.
Es könnte doch sein, das Dein Kumpel z.B. Angst vor dem Virus hat, und diese auf seine Weise verarbeitet.

Schnitter hat geschrieben:Und immer wieder dieses unerträgliche "wie 1933" und "kriegen wir wohl bald nen Stern an die Jacke"......


Natürlich sagen die das, und noch viel mehr, alles schon tausendmal gehört, auch weit weit vor Corona.
Für mich spricht da aber kein Mensch der daran wirklich glaubt, sondern jemand der keine andere Möglichkeit findet,
seine Emotionen auszudrücken.

Schnitter hat geschrieben:....tut mir leid aber es widert mich nur noch an. Und vor allem.....jede Diskussion ist VÖLLIG ZWECKLOS.


Ratschlag:
Das ist das, was Du ihn niemals merken lassen solltest, falls Du, trotz der Wut über Deinen Kumpel, einen neuen Versuch starten solltest.
Wenn er Dir wichtig ist, dann solltest Du nicht aufgeben.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » Do 6. Mai 2021, 19:05

Schnitter hat geschrieben:(30 Apr 2021, 22:37)

Ja, Ballweg, Schwindelmann und Jebsen zum Beispiel....


Nun ist es soweit:
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... 65098.html
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) hat ein Verfahren gegen das Online-Angebot eingeleitet, hat der Evangelische Pressedienst (epd) herausgefunden.
Nach Ansicht der MABB erfüllt die Webseite nicht die Ansprüche an die journalistische Sorgfaltspflicht.


Weg ist Jebsens Webangebot dann natürlich nicht, aus .de wird dann .irgendwas.
Die treuen Fans sind bestimmt begeistert und bestätigt.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Vongole » Do 6. Mai 2021, 19:10

franzmannzini hat geschrieben:(06 May 2021, 19:05)

(..)

Weg ist Jebsens Webangebot dann natürlich nicht, aus .de wird dann .irgendwas.
Die treuen Fans sind bestimmt begeistert und bestätigt.

Finde ich auch nicht gut, jetzt wird es nämlich erheblich schwerer, den Typen strafrechtlich zu verfolgen.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » Do 6. Mai 2021, 20:16

Vongole hat geschrieben:(06 May 2021, 19:10)

Finde ich auch nicht gut, jetzt wird es nämlich erheblich schwerer, den Typen strafrechtlich zu verfolgen.


Beim strafrechtlich Verfolgen hapert es so oder so.
Wie man an Sven Liebich sehen kann.
https://pbs.twimg.com/media/EzfpY-oWQAA ... name=large
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Der Kutscher » Do 6. Mai 2021, 22:30

Liegestuhl hat geschrieben:Wer ist der Gegenpol zu den Querdenkern?


Für mich bei den No-Covid oder Zero-Covid Anhängern von denen Sätze kommen wie: jede Woche in der die Fallzahlen nicht halbiert werden müssen schärfere Maßnahmen verhängt werden. Mit solchen Menschen kannst du kein vernünftiges Gespräch führen, die sind dermaßen von ihrem Rezept als Allheilmittel überzeugt, befinden sich irgendwo auf Heiliger Mission, für die zählt als alleiniger Maßstab die Inzidenz und diese hat um absolut jeden Preis bei Null zu sein.

Die Grenzen sind nicht immer deutlich, weder Querdenker noch Zero-Covid sind fest gefügte Gruppen, eine sachliche Diskussion ist kaum noch möglich. Ich kenne beide Extreme in meinem Bekanntenkreis, in der Familie, bei Freunden. Ich merke das ich mich zurückziehe, irgendwo nicht mehr kann, mit alldem nichts mehr zu tun haben will.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon PeterK » Do 6. Mai 2021, 23:09

Der Kutscher hat geschrieben:(06 May 2021, 22:30)
Für mich bei den No-Covid oder Zero-Covid Anhängern von denen Sätze kommen wie: jede Woche in der die Fallzahlen nicht halbiert werden müssen schärfere Maßnahmen verhängt werden.

Die lassen sich wohl kaum mit den sogenannten "Querdenkern" gleichsetzen.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Vongole » Do 6. Mai 2021, 23:52

franzmannzini hat geschrieben:(06 May 2021, 20:16)

Beim strafrechtlich Verfolgen hapert es so oder so.
Wie man an Sven Liebich sehen kann.
https://pbs.twimg.com/media/EzfpY-oWQAA ... name=large

Der wurde genau auf dieser Demo erneut festgenommen, und dürfte damit seine Bewährung vergeigt haben.
Verurteilt wurde er im September 2020 u.a. wegen Volksverhetzung.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Schnitter » Do 6. Mai 2021, 23:57

Der Kutscher hat geschrieben:(06 May 2021, 22:30)

Für mich bei den No-Covid oder Zero-Covid Anhängern ....


Pappen die sich auch Juden Sterne an die Jacke und argumentieren fernab jeder wissenschaftlicher Erkenntnis ?

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