Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon streicher » Sa 1. Mai 2021, 20:22

franzmannzini hat geschrieben:(01 May 2021, 02:23)

Was spielt es für eine Rolle, ob "er" in einer Nische wartet, oder öffentlich zu Tage tritt (...)

Es macht schon einen Unterschied, wenn Judenhass offen auf der Straße herausposaunt wird und in Öffentlichkeit auf Bühnen dementsprechende VTs verbreitet werden. Das ist eine weitere Stufe und wird auch als aggressiver empfunden.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » So 2. Mai 2021, 19:24

streicher hat geschrieben:(01 May 2021, 20:22)

Es macht schon einen Unterschied, wenn Judenhass offen auf der Straße herausposaunt wird und in Öffentlichkeit auf Bühnen dementsprechende VTs verbreitet werden. Das ist eine weitere Stufe und wird auch als aggressiver empfunden.


Und wenn man ihn nicht sehen kann, dann ist er nicht da ?

Es wäre doch jetzt ganz einfach, eine der Reden zu nehmen und per Faktencheck zu widerlegen.
Man kann aber natürlich weiterhin nebulös und pauschal von antisemitischen Verschwörungstheorien auf Bühnen von Querdenkern reden,
ohne auch nur annähernd etwas Handfestes zu benennen.
Schon die Aussage Querdenker ist mir schon zu pauschal, weil es eine riesige Schublade ist, in die nicht alle Corona-Proteste passen.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » So 2. Mai 2021, 19:27

Kritikaster hat geschrieben:(01 May 2021, 06:13)

Dann ist das vom Moderator Gesagte wahr.


Natürlich ist das vom Moderator Gesagte wahr, es setzt sich aber der Satire geschuldet, nur oberflächlich mit
dem Thema auseinander. Was Satire eben macht, Satire klagt an.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Vongole » So 2. Mai 2021, 19:32

franzmannzini hat geschrieben:(02 May 2021, 19:24)

Und wenn man ihn nicht sehen kann, dann ist er nicht da ?

Es wäre doch jetzt ganz einfach, eine der Reden zu nehmen und per Faktencheck zu widerlegen.
(..)

So weit kommt's noch, dass man widerlegen muss, dass Juden hinter der Pandemie steckten.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » So 2. Mai 2021, 19:40

Vongole hat geschrieben:(02 May 2021, 19:32)

So weit kommt's noch, dass man widerlegen muss, dass Juden hinter der Pandemie steckten.


Das meinte ich damit nicht. Aber wenn man will, das Menschen die vor diesen Bühnen stehen,
verstehen, welchen Hintergrund bestimmte Aussagen haben, die häufig nicht so offensichtlich sind,
dann ist es Zeit diesen Menschen zu erklären, was mit dem Gesagten gemeint ist und was daran nicht stimmt.
Alternativ muß man natürlich schauen, welche Möglichkeiten der Gesetzgeber bietet um dem Treiben ein Ende zu setzen.
Am Beispielt Hildmann kann man sehen, was es braucht, und vor allem wie lange, damit was passiert.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » So 2. Mai 2021, 21:46

Vongole hat geschrieben:(29 Apr 2021, 16:50)

Querdenker wollen am 1.Mai vor den Privathäusern von Merkel und Spahn demonstrieren, und selbstverständlich auch vor dem Zentralrat der Juden und dem Bildungszentrum Chabad Lubawitsch.
Natürlich geht's denen nur im ihre Grundrechte. :dead:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/zehn ... 43614.html


Und, wie sieht es aus, in der Realität ?
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Misterfritz » Di 4. Mai 2021, 10:55

Zinnamon hat geschrieben:(26 Apr 2021, 21:51)

Hier ein paar Hintergrundinfos zu einem der führenden Köpfe des Projekts und seiner Arbeitsweise..

https://netzpolitik.org/2021/allesdicht ... ie-fresse/

#allesdichtmachen-Initiator
»Babylon Berlin«-Star Volker Bruch stellte Mitgliedsantrag bei Querdenker-Partei
Mit etwa 50 Schauspielern hat Volker Bruch bei der Aktion #allesdichtmachen Kritik an der Coronapolitik geäußert. Nun will der »Babylon Berlin«-Star in die Querdenker-Partei »Die Basis« eintreten, der Prozess läuft noch.

Daraus
Die Kleinpartei »Die Basis« ist aus der Szene der Gegnerinnen und -gegner von Corona-Schutzmaßnahmen entstanden. Sie ging im Sommer 2020 aus der schnell wieder von der Bildfläche verschwundenen Partei »Widerstand 2020« hervor. Die Partei richtet sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und konnte bereits mehrere prominentere Corona-Leugner und Corona-Verharmloser, wie Anwalt Markus Haintz oder Arzt Wolfgang Wodarg als Mitglieder gewinnen. Bundesweit spielt die Protestpartei bislang keine politisch relevante Rolle.

Man fragt sich, ob von den Akteuren von #allesdichtmachen keinem aufgefallen ist, wes geistes Kind Bruch ist.
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Schnitter » Di 4. Mai 2021, 11:15

franzmannzini hat geschrieben:(02 May 2021, 19:40)

Das meinte ich damit nicht. Aber wenn man will, das Menschen die vor diesen Bühnen stehen,
verstehen, welchen Hintergrund bestimmte Aussagen haben, die häufig nicht so offensichtlich sind,
dann ist es Zeit diesen Menschen zu erklären, was mit dem Gesagten gemeint ist und was daran nicht stimmt.
Alternativ muß man natürlich schauen, welche Möglichkeiten der Gesetzgeber bietet um dem Treiben ein Ende zu setzen.
Am Beispielt Hildmann kann man sehen, was es braucht, und vor allem wie lange, damit was passiert.


Das ist zwecklos. Und genau das was Precht hier schildet kenne ich aus eigener persönlicher Erfahrung:

https://www.youtube.com/watch?v=OOKJ3Bj2D7Y
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » Di 4. Mai 2021, 12:30

Schnitter hat geschrieben:(04 May 2021, 11:15)

Das ist zwecklos. Und genau das was Precht hier schildet kenne ich aus eigener persönlicher Erfahrung:

https://www.youtube.com/watch?v=OOKJ3Bj2D7Y


Das kommt immer darauf an, wie man mit Menschen redet. Wenn die Herangegehensweise daruf beruht,
das es zwecklos ist, dann wird dies auch das Ergebnis sein.
Ich höre zu, und stelle Fragen, ganz sachlich, zeige Interesse, frage nach, um mich vollständig in mein Gegenüber hinein
zu versetzen. Damit kann man dann herrausfinden wie weit das "Wissen" in die Verschwörungstheorien jeglicher Art reicht und welche Gründe
für die Zuwendung zu diesen bestehen.
Häufig ist dieses "Wissen" nur oberflächlich (vom Schlagwort bis zum Dreizeiler), hält weiteren Nachfragen nicht stand und läßt sich leicht entkräften.

Die Einschätzung von Herrn Precht, daß:
" die psychische Grundstruktur dieser Menschen (Corona-Leugner) nicht darin besteht die Wahrheit zu finden sondern Recht zu haben "
geht davon aus, das Menschen eine "psychische Grundstruktur" hätten, was aber so nicht richtig ist.
Was soll das sein, eine psychische Grundstruktur ? Vielleicht ist es ja philosophisch gemeint. :)
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon streicher » Di 4. Mai 2021, 12:40

franzmannzini hat geschrieben:(02 May 2021, 19:24)

Und wenn man ihn nicht sehen kann, dann ist er nicht da ?

Es wäre doch jetzt ganz einfach, eine der Reden zu nehmen und per Faktencheck zu widerlegen.
Man kann aber natürlich weiterhin nebulös und pauschal von antisemitischen Verschwörungstheorien auf Bühnen von Querdenkern reden,
ohne auch nur annähernd etwas Handfestes zu benennen.
Schon die Aussage Querdenker ist mir schon zu pauschal, weil es eine riesige Schublade ist, in die nicht alle Corona-Proteste passen.
Widerlegen ist ein Weg. Offen widersprechen und zur Rede stellen ist ein weiterer. Schriften zu entlarven ein weiterer (Stichwort: in der Nische wartend).
Allerdings scheinen manche Personen gerne alten üblen Wein herzunehmen und ihn in neue Schläuche zu füllen: dahinter steckt möglicherweise eine Grundhaltung, die nicht wegdiskutiert und nicht widerlegt werden will.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Neandertaler » Di 4. Mai 2021, 12:57

Schnitter hat geschrieben:(04 May 2021, 11:15)

Das ist zwecklos. Und genau das was Precht hier schildet kenne ich aus eigener persönlicher Erfahrung:

https://www.youtube.com/watch?v=OOKJ3Bj2D7Y


Na da ist er gute Precht aber erschreckend unreflektiert.
Er geht in einer Gespräch mit der Einstellung ich habe Recht und das muss der Gegenüber einsehen. Das geschieht, Oh Wunder, aber nicht. Erklärung der Gegenüber ist nicht an der Wahrheit nur am Recht haben interessiert und hat eine merkwürdige psychologische Struktur. Äh ja ist klar....
Die Erklärung ist wohl eher das sich beide spiegelbildlich verhalten und sich Mal eher zuhören sollten, statt sich versuchen zu überzeugen mit der Premise der Gegenüber liegt falsch.
Ich bin linksliberal, ich habe mich testen lassen.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Neandertaler » Di 4. Mai 2021, 13:00

streicher hat geschrieben:(04 May 2021, 12:40)

Widerlegen ist ein Weg. Offen widersprechen und zur Rede stellen ist ein weiterer. Schriften zu entlarven ein weiterer (Stichwort: in der Nische wartend). ..

Richtig ab das setzt voraus das man auf tatsächlich relevant gesagtes eingeht statt sich an Strohmänner abarbeitet.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Schnitter » Di 4. Mai 2021, 13:20

Neandertaler hat geschrieben:(04 May 2021, 12:57)

Na da ist er gute Precht aber erschreckend unreflektiert.
Er geht in einer Gespräch mit der Einstellung ich habe Recht.....


Kurze Zwischenfrage:

Hast du schon mal das zweifelhafte Vergnügen gehabt mit einem "gefestigtem" Covidioten zu reden ? ;)
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Schnitter » Di 4. Mai 2021, 13:31

franzmannzini hat geschrieben:(04 May 2021, 12:30)

Das kommt immer darauf an, wie man mit Menschen redet.


Ich bin kein Klotz. Und auch wenn du das nicht glauben magst, ich bin sogar einigermaßen empathisch und sehr umgänglich.

Meine persönliche Erfahrung deckt sich eben 100 % mit der Meinung von Herrn Precht.

Und nicht nur der hat diese Meinung:

Doch wenn sich das Hinterfragen selbst nicht mehr hinterfragt und Annahmen über dunkle Machenschaften als Wahrheiten gesetzt werden, verwandelt sich Spekulation in Glauben. Im Englischen ist der Begriff conspiracy belief längst etabliert. Im Deutschen klingt das Wort "Verschwörungsglauben" noch etwas ungewohnt, beschreibt aber die Haltung vieler Menschen, die solche Ansichten vertreten, besser als die Zuschreibung "Verschwörungstheoretiker". Denn diese Menschen stellen in der Regel keine widerlegbaren Theorien auf, sondern kultivieren Glaubensinhalte. Anders als die Zeugen Jehovas früher klingeln sie heute oft nicht einmal vorher an der Tür und fragen, ob sie mit einem über die geheimen Strippenzieher sprechen dürfen.


https://www.zeit.de/kultur/2020-05/glau ... oronavirus

Es geht um GLAUBEN, in keiner Weise um WISSEN.

Das ist ein typisches Wesensmerkmal einer Sekte. Den Heilsbringer (Trump / Schwindelmann / Bahkdi / whoever) gibt es ebenfalls. Isolieren tun sich die Anhänger auch.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon streicher » Di 4. Mai 2021, 14:45

Neandertaler hat geschrieben:(04 May 2021, 13:00)

Richtig ab das setzt voraus das man auf tatsächlich relevant gesagtes eingeht statt sich an Strohmänner abarbeitet.
Bei der Widerlegung durchaus.

Es kann allerdings auch sein, dass dein Gegenüber nicht gekommen ist, um zu argumentieren, sondern um zu hetzen. Die Lüge ist Mittel zum Zweck. Es geht dieser Person nicht darum, Wahrheit zu verbreiten, sondern etwas als Wahrheit zu verkaufen - also zum Beispiel um zu diffamieren und um andere mitzureißen.

Ohnehin ist ein Ergebnis einer Diskussion eine Seltenheit: dein Gegenüber lenkt ein und gibt dir 100-%ig recht.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Vongole » Di 4. Mai 2021, 16:27

Misterfritz hat geschrieben:(04 May 2021, 10:55)

(..)
Man fragt sich, ob von den Akteuren von #allesdichtmachen keinem aufgefallen ist, wes geistes Kind Bruch ist.

Nicht nur Bruch, das war ein ganzes Netzwerk:
"Das antidemokratische Netzwerk hinter #allesdichtmachen"
https://www.tagesspiegel.de/kultur/film ... 49604.html

Ich fürchte, da geht es schon lange nicht mehr nur um Corona. :(
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Kohlhaas » Di 4. Mai 2021, 16:46

streicher hat geschrieben:(04 May 2021, 14:45)

Bei der Widerlegung durchaus.

Es kann allerdings auch sein, dass dein Gegenüber nicht gekommen ist, um zu argumentieren, sondern um zu hetzen. Die Lüge ist Mittel zum Zweck. Es geht dieser Person nicht darum, Wahrheit zu verbreiten, sondern etwas als Wahrheit zu verkaufen - also zum Beispiel um zu diffamieren und um andere mitzureißen.

Dann gibt es da außerdem noch die Leute, die all das was sie glauben tatsächlich für die Wahrheit halten. In einer "Diskussion" tragen die dann "Belege" vor, die nur in bestimmten Kreisen verbreitet werden. Diese Leute lügen nicht. Die stehen nur auf dem Standpunkt, dass die von Dir präsentierten Belege erlogen sind und dass nur die Dir unbekannten Belege aus ihren Blasen korrekt sind.

Ohnehin ist ein Ergebnis einer Diskussion eine Seltenheit: dein Gegenüber lenkt ein und gibt dir 100-%ig recht.

Da widerspreche ich. Eine gute Diskussion endet zumeist damit, dass beide Seiten bei ihrer Meinung bleiben, die Meinung des jeweils anderen aber zumindest respektieren können. Das ist dann ein politischer Diskurs. Mir persönlich fällt es nur schwer, es für diskussionswürdig oder gar respektabel zu halten, wenn jemand die Coronapandemie als Ergebnis einer jüdischen Weltverschwörung hält.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon BlueMonday » Di 4. Mai 2021, 17:26

streicher hat geschrieben:(04 May 2021, 14:45)


Ohnehin ist ein Ergebnis einer Diskussion eine Seltenheit: dein Gegenüber lenkt ein und gibt dir 100-%ig recht.


Wahrheiten zu verbreiten ist nun eine andere, hochreligiöse Sportart, die sich auch Mission oder Missionierung nennt. Kann es aber in einem Diskussionsforum (als Teilraum des gesellschaftlichen Diskurses) vornehmlich um "Wahrheiten" gehen?
Wohl kaum, allenfalls um Daten, die kontrovers auseinandergesetzt, interpretiert werden, aus deren Interpretationen unterschiedliche Handlungsschlüsse gezogen werden.

Wobei sich dann mancher Beitrag leider inhaltlich darin erschöpft, Andersdenkende als "Leerdenker", Idioten etc. zu diffamieren. Diese "Teilnehmer" dokumentieren mit diesem Flegeltum eigentlich nur die eigene Diskursunfähigkeit oder -unwilligkeit.
Die eigentliche Frage sollte dann eher auch sein, wieviel dieses Flegeltums ein Diskussionsforum mit ein bisschen Restanspruch verkraftet.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon Kohlhaas » Di 4. Mai 2021, 17:34

BlueMonday hat geschrieben:(04 May 2021, 17:26)

Wahrheiten zu verbreiten ist nun eine andere, hochreligiöse Sportart, die sich auch Mission oder Missionierung nennt. Kann es aber in einem Diskussionsforum (als Teilraum des gesellschaftlichen Diskurses) vornehmlich um "Wahrheiten" gehen?
Wohl kaum, allenfalls um Daten, die kontrovers auseinandergesetzt, interpretiert werden, aus deren Interpretationen unterschiedliche Handlungsschlüsse gezogen werden.

Wobei sich dann mancher Beitrag leider inhaltlich darin erschöpft, Andersdenkende als "Leerdenker", Idioten etc. zu diffamieren. Diese "Teilnehmer" dokumentieren mit diesem Flegeltum eigentlich nur die eigene Diskursunfähigkeit oder -unwilligkeit.
Die eigentliche Frage sollte dann eher auch sein, wieviel dieses Flegeltums ein Diskussionsforum mit ein bisschen Restanspruch verkraftet.

Das könnte daran liegen, dass die DATENBASIS, auf der jemand diskutieren will, keiner Überprüfung standhält. Es kann ja wohl nicht Sinn einer Diskussion sein, jeden beliebigen Schwachsinn, der unter dem Etikett "Argument" in die Runde geworfen wird, für diskussionswürdig zu halten. Wenn Du über Daten redest, dann solltest Du akzeptieren, dass es schon eine Rolle spielt, woher die angeblichen Daten stammen und wie sie belegt und bestenfalls sogar überprüft wurden. Keineswegs alle Aussagen, die jemand macht, sind "Daten". Manchmal ist das auch einfach nur Blödsinn.
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Re: Verschwörungstheorien und Meinungsfreiheit - wieviel Spinnertum verkraftet die aufgeklärte Gesellschaft?

Beitragvon franzmannzini » Di 4. Mai 2021, 18:11

Schnitter hat geschrieben:(04 May 2021, 13:31)
Ich bin kein Klotz. Und auch wenn du das nicht glauben magst, ich bin sogar einigermaßen empathisch und sehr umgänglich.


Das kannst Du aber gut verstecken. :)

Schnitter hat geschrieben:Meine persönliche Erfahrung deckt sich eben 100 % mit der Meinung von Herrn Precht.


Warum hat sich Dein Bekannter so weit in die "Blase" vertieft, was ist die Ursache ?

Schnitter hat geschrieben:Und nicht nur der hat diese Meinung:
https://www.zeit.de/kultur/2020-05/glau ... oronavirus
Es geht um GLAUBEN, in keiner Weise um WISSEN.


Meinung und Glauben lassen sich nicht so leicht voneinander trennen, wie Wissen von den beiden Begriffen.
Es hat für mich auch noch nie eine Rolle gespielt, ob eine Mehrheit um mich herum eine bestimmte Meinung vertritt,
und das deshalb ein Grund ist sich dieser anzuschließen.

Persönlicher Erfahrungsschatz zum Thema mehrheitlich vertretene Meinung:
Ein Grund dafür kann sein, das ich bis zu meinem 20. Lebensjahr von einer Mehrheit umgeben war (DDR),
die, zumindest nach Außen, die selbe Meinung vertrat. "Zum Wohle des Volkes!"
Da war es auch nicht erwünscht, den Status Quo zu hinterfragen, schon gar nicht in der großen Runde.
Nun bin ich wieder von einer Mehrheit umgeben, die häufig unhinterfragt eine identische Meinung vertritt,
auch wieder hauptsächlich nach außen. "Zum Wohle des Volkes!"

Schnitter hat geschrieben:Das ist ein typisches Wesensmerkmal einer Sekte. Den Heilsbringer (Trump / Schwindelmann / Bahkdi / whoever) gibt es ebenfalls.
Isolieren tun sich die Anhänger auch.


Wenn das so wäre, warum dann nicht Religion, warum immer eine negative Konnotation ?
Woraus ist die Sekte, wenn es denn eine ist entstanden ?
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