Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

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Dark Angel
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 14. Apr 2021, 13:27

PeterK hat geschrieben:(14 Apr 2021, 12:44)

Du scheinst nicht verstehen zu wollen, dass das "generische Maskulinum/Femininum" im Grunde lediglich Gequatsche der Gender-Dödels ist - wie ja auch in Deiner Quelle richtig festgestellt wird:

Ganz im Gegenteil, es ist genau das, was ich die ganze Zeit zu erklären versuche - nämlich dass Grammatik mit ihren unterschiedlichen Genera nicht das Geringste mit irgend einem natürlichen Geschlecht zu tun hat ...
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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relativ
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon relativ » Mi 14. Apr 2021, 13:40

Billie Holiday hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:51)

Die letzte Bastion. Ossis sind das letzte Freiwild. Wird auch nicht weiter kritisiert.

Warum auch die geliebte Opferrolle abgeben wollen..., wenn sie doch so gut passt. :D
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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tarkomed
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon tarkomed » Mi 14. Apr 2021, 14:27

Stoner hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:49)
Wäre das tatsächlich eine Folge dessen, Geschichte nicht ausschließlich als moralische Disziplin zur Schuldermittlung zu betreiben?

Es geht nicht um die Geschichte als moralische Disziplin, sondern ganz im Gegenteil, um die Moral von heute, die die in der Geschichte herrschende Moral hinterfragen und infrage stellen sollte.
Stoner hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:49)
Gut, ich springe mal über dieses Stöckchen. Richtig wäre: Die Geschichte wird als Magd des Moralismus missbraucht.

Wegen der Unterschiede zwischen der Moral von damals und der Moral von heute, denn unsere – damit meine ich mich und sonstige "Moralisten" – heutige Moral ist nichts anderes als ein Produkt des Hinterfragens der historischen Moral in unseren Regionen.
Stoner hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:49)
Der Klasse derjenigen, die Geschichte nicht ausschließlich moralistisch betrachtet.

Das tut auch niemand. Es stört lediglich manche, dass man daran herumrührt.
Stoner hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:49)
Das führt dazu, dass man sich bewusst ist, dass Dinge sich verändern und dass es sinnlos ist, Handlungen der Römer oder der Inquisition oder Kolonialisten, wenn man sie verstehen möchte, nicht ausschließlich durch die Brille einer historisch gewachsenen Moral der Gegenwart zu betrachten, sondern sich stattdessen auch Bedingungen, Möglichkeiten etc. der damaligen Zeit vor Augen zu führen und was geschah, auch aus dem Kontext heraus zu begreifen.

Darum geht es doch, dass sich seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten in mancher Hinsicht nichts getan hat, deshalb wurde in Bristol das Denkmal dieses Sklavenhändlers aus dem Sockel gerissen, weil sonst vielleicht jahrzehntelang nichts passiert wäre. Und das geschah nur deshalb, weil manche "Moralisten" den Fokus auf die Moral in der Kolonialzeit gesetzt haben.
Stoner hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:49)
Ja, da haben wir es wieder, das neue Motto der moralisierenden Klasse: Jeden Tag ein Streich mit der Nazikeule.

Es tut mir leid, wenn Sie es so auffassen, aber ich wollte nur darauf hinweisen, wie dünn das Eis ist.
Stoner hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:49)
Nun, dass Übles angerichtet wurde, würden wohl nur üble Charaktere bestreiten oder Nostalgiker, die The White Man's Burden noch ernst nehmen.

Hier bei uns, weil wir es ernst gemeint haben mit der Aufarbeitung unserer Geschichte, aber in Großbritannien war es offensichtlich nicht so, hinsichtlich ihrer Kolonialgeschichte, sonst hätte nicht erst jetzt auf dieses Denkmal in Bristol aufmerksam gemacht werden müssen. Bei uns stehen keine Denkmäler von Helden aus dem 2. Weltkrieg und auch keine von Sklavenhändlern aus Deutsch-Südwestafrika.
Stoner hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:49)
So, sind wir das? Sind Sie belastet? Womit, mit Ihrer Moral? Oder eben doch: mit Schuld? Herkunft als Schuld? Die natürlich innerhalb des Moralismus, wie Sie ihn vertreten, folgerichtig wäre, eine Art geistig-moralische Blutrache - jedenfalls ist das Prinzip dahinter das gleiche. White Man's Burden hat sich in White Man's Guilt verwandelt.
Ist Ihnen eigentlich klar, dass dies eine Re-Tribalisierung darstellt? Und würde es sie wundern, wenn nun ein paar Germanen dieses Landes nach den durch die Herkunft belasteten Menschen, deren Vorfahren hier die Germanen kolonialisiert haben, suchen? Oder wo wären die Grenzen zu ziehen? Wie lange muss Herkunft (die ja hier eine biologische ist) als Belastung verstanden werden?

Ich habe hier mehrfach erwähnt, dass ich nicht nur in Deutschland gelebt habe und dementsprechend habe ich vermutlich andere Erfahrungen mit meinem Deutschsein gemacht als Sie. Ich habe mich für meine Herkunft rechtfertigen müssen und darauf hinweisen müssen, dass ich nichts dafür kann, als Deutscher geboren worden zu sein. Deshalb erwähne ich explizit die Irrationalität des Rassismus. Ich kenne den Rassismus aus der Sicht der Opfer.
Stoner hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:49)
Nein, die bessere Moral hat sich noch nie jemand madig machen lassen, zumal dann nicht, wenn damit Macht-, Herrschaftsansprüche oder Privilegien verbunden sind. Ihr gutes Gewissen ist ja schließlich die Eintrittskarte fürs obere Drittel. Das Wokie-Sein ist das Adelsprädikat fürs Ressentiment.

Ich habe mit dieser Bewegung nichts zu tun. Ich sehe mich auch nicht in irgendeiner Außenseiterposition, was meine Moral angeht. Sie sollten sich lieber fragen, welcher Art Moral Sie vertreten!
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon odiug » Mi 14. Apr 2021, 15:41

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(14 Apr 2021, 11:43)

Nicht die Werte zB (wenn alles nix hilft die Nazis helfen immer) sondern die Ursachen und Folgen. Du musst einen sehr schlechten Geschichtslehrer gehabt haben oder das dich das Fach nicht sonderlich interessiert. Nicht umsonst sagt man "aus der Geschichte lernen. Du kannst dir in der Geschichte nicht herauspicken wen, was und wie du bewerten willst. Du musst ojektiv aus der Zeitgeschichte heraus verstehen und dazu gehoert auch das warum, was hat dazu gefuehrt, was waren die Konsequenzen und die langfristigen Folgen.

Weiter habe ich dein Posting nicht gelesen, brauchte ich auch nicht, immer das gleiche Geschwurbel.

PS Nazis reichten nicht, dann muss auch die boese deutsche Autobahn her.

ahhhh ... schade ... vielleicht hättest du was gelent :(
Na ja ... muss ja nicht sein.
Man kann auch weiterhin glauben, die eurozentrische Geschichtsschreibung sei schon in Ordnung, weil Aufklärung und so.
Ist aber nicht aufgeklärt.
Und die Autobahn ist nicht "böse" ... das "Argument Autobahn" aber schon.
Und das Gleiche gilt so auch für "Der europäische Kolonialismus brachte die Teilhabe an der Zivilisation mit sich"
Also erstens einmal: wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass die indigenen Völker keine Zivilisation gehabt hätten und zweitens, warum glaubt man, die europäische sei irgend wie besser ?
Noch dazu, warum ausgerechnet der Kolonialismus ein Instrument der Verbreitung der europäischen Errungenschaften gewesen sein soll ?
Wenn man den aborigines in den Schulen die eigene Sprache verwehrte, dann ist das nicht sonderlich aufgeklärt.
Es ist eigentlich das genaue Gegenteil davon.
Kolonialismus ist Rassismus ... das ist eins zu eins gleich zu setzen.
Das eine wäre ohne das andere gar nicht möglich.
Daraus irgendwelche Errungenschaften für die unter der Knute der Kolonialherren leidenden Bevölkerung herauszulesen, ist ein Autobahn Argument und nichts anderes.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Mi 14. Apr 2021, 15:50

odiug hat geschrieben:(14 Apr 2021, 15:41)

ahhhh ... schade ... vielleicht hättest du was gelent :(
Na ja ... muss ja nicht sein.
Man kann auch weiterhin glauben, die eurozentrische Geschichtsschreibung sei schon in Ordnung, weil Aufklärung und so.
Ist aber nicht aufgeklärt.
Und die Autobahn ist nicht "böse" ... das "Argument Autobahn" aber schon.
Und das Gleiche gilt so auch für "Der europäische Kolonialismus brachte die Teilhabe an der Zivilisation mit sich"
Also erstens einmal: wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass die indigenen Völker keine Zivilisation gehabt hätten und zweitens, warum glaubt man, die europäische sei irgend wie besser ?
Noch dazu, warum ausgerechnet der Kolonialismus ein Instrument der Verbreitung der europäischen Errungenschaften gewesen sein soll ?
Wenn man den aborigines in den Schulen die eigene Sprache verwehrte, dann ist das nicht sonderlich aufgeklärt.
Es ist eigentlich das genaue Gegenteil davon.
Kolonialismus ist Rassismus ... das ist eins zu eins gleich zu setzen.
Das eine wäre ohne das andere gar nicht möglich.
Daraus irgendwelche Errungenschaften für die unter der Knute der Kolonialherren leidenden Bevölkerung herauszulesen, ist ein Autobahn Argument und nichts anderes.


Wie ich schon schrieb, so liebgewonnene kulturelle Eigenheiten wie Kannibalismus, Kopfjagd und Witwenverbrennung hätte man nie verbieten dürfen.
FGM ist ja auch so eine kulturell wertvolle Gewohnheit.
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
(Martin Gerhard Reisenberg)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 14. Apr 2021, 15:55

Keoma hat geschrieben:(14 Apr 2021, 15:50)

Wie ich schon schrieb, so liebgewonnene kulturelle Eigenheiten wie Kannibalismus, Kopfjagd und Witwenverbrennung hätte man nie verbieten dürfen.
FGM ist ja auch so eine kulturell wertvolle Gewohnheit.


Naja, in diesem Land wollte ich sowas nicht haben, kulturelle Schätze hin oder her.
Wenn die Leute sich z.B. in Papua-Neuguinea gegenseitig aufessen, dann soll das nicht unser Problem sein.
Im brasilianischen Urwald werden zur Hexenabwehr Säuglinge lebendig vergraben. Sollen sie machen.
Es muß nur nicht unbedingt hier stattfinden. Damit ist Respekt und Toleranz für andere Kulturen zur Genüge getan.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Stoner » Mi 14. Apr 2021, 15:59

tarkomed hat geschrieben:(14 Apr 2021, 14:27)

Sie sollten sich lieber fragen, welcher Art Moral Sie vertreten!


Genau diese Moral, wie sie im Ausrufezeichen Ihrer Frage zum Ausdruck kommt, explizit nicht. Ich halte diese Art Moral nämlich für wiedertäuferisch, sie hat etwas von dem, was im Iran im zwangsweisen Kopftuchtragen ausgedrückt ist: sie mischt sich ins Privateste der Menschen ein.
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit. (Mark Twain)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon odiug » Mi 14. Apr 2021, 16:04

Keoma hat geschrieben:(14 Apr 2021, 15:50)

Wie ich schon schrieb, so liebgewonnene kulturelle Eigenheiten wie Kannibalismus, Kopfjagd und Witwenverbrennung hätte man nie verbieten dürfen.
FGM ist ja auch so eine kulturell wertvolle Gewohnheit.

Oh ... haben das die Kolonialherren verboten ?
Bist du dir da sicher ?
Aha.
Wie verhält sich das mit Hexenverbrennung, Skalp Geld und dem Ausstellen von Schädeln in den Museen der Völkerkunde ?
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Mi 14. Apr 2021, 16:19

odiug hat geschrieben:(14 Apr 2021, 16:04)

Oh ... haben das die Kolonialherren verboten ?
Bist du dir da sicher ?
Aha.
Wie verhält sich das mit Hexenverbrennung, Skalp Geld und dem Ausstellen von Schädeln in den Museen der Völkerkunde ?


Nein, dass solche Sachen nicht mehr gibt, da sind die Indigenen selbst darauf gekommen.
Wie z.B. bei FGM.
Dein Kuddelmuddel, nur um deine lustige Ideologie zu untermauern, wird immer gröber.
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon PeterK » Mi 14. Apr 2021, 17:49

Dark Angel hat geschrieben:(14 Apr 2021, 13:27)
Ganz im Gegenteil, es ist genau das, was ich die ganze Zeit zu erklären versuche - nämlich dass Grammatik mit ihren unterschiedlichen Genera nicht das Geringste mit irgend einem natürlichen Geschlecht zu tun hat ...

Mal abgesehen davon, dass auch das (so formuliert) nicht stimmt, frage ich mich dann doch, warum Du mit solchen Begriffen (generisches Maskulinum/Femininum) aus der Welt des Gender-Gedöns zu "argumentieren" versuchst.

Nichtsdestotrotz ist es immer wieder ein Vergnügen, sich mit einem stets höflichen und die Contenance wahrenden User wie Dir auszutauschen.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon odiug » Mi 14. Apr 2021, 18:43

Keoma hat geschrieben:(14 Apr 2021, 16:19)

Nein, dass solche Sachen nicht mehr gibt, da sind die Indigenen selbst darauf gekommen.
Wie z.B. bei FGM.
Dein Kuddelmuddel, nur um deine lustige Ideologie zu untermauern, wird immer gröber.

Ich finde es ja bezeichnend, dass du hier ein moralisches Argument vorbringst, um meine moralischen Bedenken zu negieren.
Dazu nur ein paar Dinge:
Die Schrumpfköpfe der Südamerikaner wurden ja erst ein Problem, als europäische Händler davon betroffen waren.
Ansonsten fand man die auch sehr "dekorativ" in den Völkerkundemuseen.
Kannibalismus ist in Deutschland keine Straftat : https://www.badische-zeitung.de/zum-fre ... 53640.html
Lustig ... nicht wahr ... wusste ich auch nicht.
Ist aber so :D
Female genital mutilation wurde übrigens nicht von den Kolonialherren verboten.
Da müsstest du schon einen Beleg dafür bringen, dass eine Kolonialverwaltung das irgendwo verboten hätte.
Ansonsten denke ich nicht, dass Antirassisten und die Woke Bewegung jetzt eine besondere Affinität dazu haben, Frauenverstümmlungen gut zu heißen.
Bleibt die Witwenverbrennung.
Nachdem die Briten das zuerst ignorierten, wurde das tatsächlich auf Geheiß des Gouverneurs Lord William Cavendish-Bentinck verboten.
Warum ?
Ram Mohan Roy
https://de.wikipedia.org/wiki/Ram_Mohan_Roy
Es gab in Indien also durchaus auch eine eigenständige Aufklärung.
Auch in China oder vielen anderen außereuropäischen Gesellschaften.
Sicherlich auch beeinflusst von der europäischen Aufklärung, aber sicherlich nicht vom europäischen Kolonialismus.
Der verhinderte eher die Aufklärung in den Kolonien.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 14. Apr 2021, 20:20

odiug hat geschrieben:(14 Apr 2021, 15:41)
Und das Gleiche gilt so auch für "Der europäische Kolonialismus brachte die Teilhabe an der Zivilisation mit sich"
Also erstens einmal: wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass die indigenen Völker keine Zivilisation gehabt hätten und zweitens, warum glaubt man, die europäische sei irgend wie besser ?

Weil Zivilisation anhand ganz bestimmter Merkmale definiert wird, welche sind: hierarchisch strukturierte Verwaltung und Organisation, Staatswesen, Urbanisierung, institutionalisierte Rehtssprechung, Vorhandensein einer Schriftsprache, arbeitsteilige Wirtschaft, ein gewisses technisch-mechanisches Entwicklungsniveau, Vorhandensein organisierter militärischer Strukturen u.a.
Du darfst jetzt mal nachdenken, welche der indigenen Völker diese Merkmale aufwiesen ...
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 14. Apr 2021, 20:23

PeterK hat geschrieben:(14 Apr 2021, 17:49)

Mal abgesehen davon, dass auch das (so formuliert) nicht stimmt, frage ich mich dann doch, warum Du mit solchen Begriffen (generisches Maskulinum/Femininum) aus der Welt des Gender-Gedöns zu "argumentieren" versuchst.

Nichtsdestotrotz ist es immer wieder ein Vergnügen, sich mit einem stets höflichen und die Contenance wahrenden User wie Dir auszutauschen.

Jetzt kann ich nicht mehr folgen.
Kann es sein, dass wie beide ganz gewaltig aneinander vorbei reden?
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon odiug » Mi 14. Apr 2021, 20:41

Dark Angel hat geschrieben:(14 Apr 2021, 20:20)

Weil Zivilisation anhand ganz bestimmter Merkmale definiert wird, welche sind: hierarchisch strukturierte Verwaltung und Organisation, Staatswesen, Urbanisierung, institutionalisierte Rehtssprechung, Vorhandensein einer Schriftsprache, arbeitsteilige Wirtschaft, ein gewisses technisch-mechanisches Entwicklungsniveau, Vorhandensein organisierter militärischer Strukturen u.a.
Du darfst jetzt mal nachdenken, welche der indigenen Völker diese Merkmale aufwiesen ...

Und du darfst mal nachdenken, welche kolonisierten Völker das bereits hatten, lange bevor sie einen Europäer sahen.
Azteken, Inka, Vietnamesen, Inder, Philippinen, Ägypter, Marokkaner, Äthiopier, Araber, Perser usw usw usw.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon PeterK » Mi 14. Apr 2021, 20:46

Dark Angel hat geschrieben:(14 Apr 2021, 20:23)
Jetzt kann ich nicht mehr folgen.

Du schriebst:
Dark Angel hat geschrieben:(12 Apr 2021, 13:23)
Nochmal: ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass Plural IMMER im genuinen Femininum gebildet werden ...

Das ist in mehrfacher Hinsicht falsch und - da Du ja offenbar das "generische Femininum" meintest - eher "Gender-Studies-Sprech" (was ich von Dir nicht erwartet hätte).
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Ammianus » Mi 14. Apr 2021, 22:43

odiug hat geschrieben:(14 Apr 2021, 20:41)

Und du darfst mal nachdenken, welche kolonisierten Völker das bereits hatten, lange bevor sie einen Europäer sahen.
Azteken, Inka, Vietnamesen, Inder, Philippinen, Ägypter, Marokkaner, Äthiopier, Araber, Perser usw usw usw.


Welche Gemeinsamkeit fällt einen bei Azteken, Inka, Ägyptern, Arabern, Persern eigentlich so ein ...
Das soll nichts beschönigen. Aber unterm Strich käme raus: Mensch ist Mensch ...
"Ich möchte an einem Ort sein, an dem es keine Politik gibt, keine Waffen, keine Religion."
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon odiug » Mi 14. Apr 2021, 23:41

Ammianus hat geschrieben:(14 Apr 2021, 22:43)

Welche Gemeinsamkeit fällt einen bei Azteken, Inka, Ägyptern, Arabern, Persern eigentlich so ein ...
Das soll nichts beschönigen. Aber unterm Strich käme raus: Mensch ist Mensch ...

So ... wie darf ich das nun interpretieren ?
Der Mensch ist halt Mensch ... da kann man nix machen ?
Nun gut ... würde dann aber auch bedeuten, die europäischen Errungenschaften sind dann auch nix wert.
Dann wären alle Errungenschaften der Menschheit nix wert.
Das ist mir zu fatalistisch.
Nenn mich einen naiven Romantiker ... aber ich glaube an zivilisatorischen Fortschritt.
Ich glaube tatsächlich, dass der Mensch zwar seine Natur nicht überwinden kann, sie aber doch zu bändigen im Stande ist und Stücken für Stückchen weiter kommt.
Oder sagen wir es so, er kann sich entscheiden, ob er seine Natur zum guten einsetzt, oder seinen egoistischen Urinstinkten zügellos freien Lauf lässt.
Und wir können uns nun gerne fetzen, was den "gut" eigentlich sein soll.
Aber der europäische Rassismus und der darauf fußende Kolonialismus gehören da mit Sicherheit nicht dazu.
Auch nicht mit dem Argument: es war nicht alles schlecht.
Doch ... war es.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 14. Apr 2021, 23:49

odiug hat geschrieben:(14 Apr 2021, 23:41)

So ... wie darf ich das nun interpretieren ?
Der Mensch ist halt Mensch ... da kann man nix machen ?
Nun gut ... würde dann aber auch bedeuten, die europäischen Errungenschaften sind dann auch nix wert.
Dann wären alle Errungenschaften der Menschheit nix wert.
Das ist mir zu fatalistisch.
Nenn mich einen naiven Romantiker ... aber ich glaube an zivilisatorischen Fortschritt.
Ich glaube tatsächlich, dass der Mensch zwar seine Natur nicht überwinden kann, sie aber doch zu bändigen im Stande ist und Stücken für Stückchen weiter kommt.
Oder sagen wir es so, er kann sich entscheiden, ob er seine Natur zum guten einsetzt, oder seinen egoistischen Urinstinkten zügellos freien Lauf lässt.
Und wir können uns nun gerne fetzen, was den "gut" eigentlich sein soll.
Aber der europäische Rassismus und der darauf fußende Kolonialismus gehören da mit Sicherheit nicht dazu.
Auch nicht mit dem Argument: es war nicht alles schlecht.
Doch ... war es.


Ja
Und nun?
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon PeterK » Mi 14. Apr 2021, 23:54

odiug hat geschrieben:(14 Apr 2021, 23:41)
Doch ... war es.

Ist es immer noch. Schau Dir die EPAs an.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 15. Apr 2021, 00:03

Selina hat geschrieben:(14 Apr 2021, 12:16)

Für rassistisch halte ich sie nicht. Aber wer die eindeutig von Rechts unterwanderte "Querdenken"-Bewegung verteidigt, der unterliegt einem Irrtum, der unter Umständen folgenreich sein könnte.

Sie sagt, bei den großen Demonstrationen seien viele normale Bürger gewesen.
Und gegen das Missmanagement der Regierung zu protestieren, sei legitim.

Auch interessant: Wagenknecht meint, SPD und Linke hätten nahezu unterwürfig die Grünen als politische Avantgarde akzeptiert.

Man hat also die Arbeiterklasse im Stich gelassen, um Marotten und Privilegien verwöhnter Akademiker-Kinder zu hegen und zu pflegen.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]

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