Universum oder Multiversum?

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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 18:03

watisdatdenn? hat geschrieben:(12 Jan 2019, 17:21)
Nun das Multiversum ist eine (von mehreren) konkrete Interpretation der mathematischen Funktionen in der Quantenphysik:

https://youtu.be/KNwKPfOKipk

Ebenso können im Standardmodell mathematisch ganz andere Universen entstehen.
Platt gesagt: warum haben Elektronen genau die Masse die sie haben? Es wird bei uns als Konstante angenommen aber nicht erklärt.
Eine mögliche Erklärung ist, dass es andere Universen gibt in denen zufälligerweise (oder Mechanismus dahinter?) die Konstante der Elektronenmasse eine andere ist.


Für mich sind das zwei starke Indizien dafür dass es andere Universen gibt.

Diese Darstellung aus der Quantenphysik ist in meinen Augen wenig überzeugend, und am Ende gesteht der Film ja auch ein, dass es eine reine Theorie ist, die bislang keine experimentelle Untersuchung erlaubte. Es ist schlicht Philosophie. Wir schaffen so aus einem Augenblick unserer Wahrnehmung unendlich viele Universen in denen alles ein kleines bischen variiert.

Für mich hat das Ähnlichkeit mit Theorien, die unsere Erfahrung als Grundlage für reale Existenz legen. Nö, so wichtig sind wir nicht …

Es ist außerdem interessant, dass ausgerechnet die Quantenmechanik und Schrödingers Katze dafür herhalten müssen, Theorien des Makrouniversums zu unterstützen, obwohl bekanntermaßen die Quantenmechanik ihre Stärken im Mikrokosmos hat.

Was die Naturkonstanten angeht, so muss ich immer Lachen, wenn ich die Verwunderung über die enge Bandbreite höre, in denen sie sich bewegen dürfen. Natürlich ist das so. Um es mit Lesch zu sagen, ist es auch kein Zufall, dass die Katze das Loch im Fell hat, wo das Auge ist.

Ich sehe unsere Natur als Ganzes mit allen seinen Effekten ähnlich einem Gleichungssystem. Natürlich gibt es für zehn unbekannte mit zehn Gleichungen genau eine Lösung. Ändere ich aber nur einen Koeffizienten an der millionensten Stelle hinter dem Komma, dann ist die Lösung falsch.
Die Naturkonstanten sind nicht da um unser Leben zu gestalten, sondern unser Leben ist Resultat aus der Natur, welche die Naturkonstanten beschreiben und damit formen.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon H2O » Sa 12. Jan 2019, 18:42

@ perdedor:
Die Annahme der Nicht-Existenz der anderen Universen wäre genauso unnatürlich, wie die Annahme, dass unser Universum erst vor 10min entstanden ist, inklusive uns und all unserer Erinnerungen.


Gut; da bin ich völlig entwaffnet, wie der Friseur, der auf einer Glatze Locken wickeln möchte. Der kann sein Handwerkszeug einpacken und sich ausmalen, wie das hätte sein können.

Ansonsten stimme ich mit Ihren Betrachtungen völlig überein. Da helfen eben unsere vertrauten Werkzeuge bei der Erklärung. Mit "kann sein, kann, aber auch nicht sein" kommt man einem Hirngespinst leider nicht näher. Von dieser Art ist doch auch die Existenz Gottes, obwohl behauptet wird, daß er mit Menschen gesprochen oder sie ihn sogar gesehen hätten.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 12. Jan 2019, 18:50

Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:03)
Diese Darstellung aus der Quantenphysik ist in meinen Augen wenig überzeugend, und am Ende gesteht der Film ja auch ein, dass es eine reine Theorie ist, die bislang keine experimentelle Untersuchung erlaubte. Es ist schlicht Philosophie. Wir schaffen so aus einem Augenblick unserer Wahrnehmung unendlich viele Universen in denen alles ein kleines bischen variiert.

Klar. Aber es ist eine valide Überlegung auf Basis der mathematischen Formeln in der Quantenphysik.

Die Veränderbarkei der Naturkostanten in anderen Universen im Rahmen des Standardmodells finde ich schon sehr interessant.
Da kommt dann gleich die Frage hoch: Gibt es auch andere Standardmodelle in anderen Universen?


Mal eine (eigene) Überlegung:
Wenn wir davon ausgehen dass Information die Grundeinheit des "seitens" ist und aus einer Informationseinheit nicht zwei werden können.

Dann passt das Bild schon mal nicht, in dem aus einer Informationseinheit ein komplettes Universum an Informationen entstehen kann. (Also dürfte nach dieser Logik die Mehrwelten-idee in der Quantenphysik schon mal nicht passen, wenn sich Information nicht vermehren darf. Wie du schon vermutet hast)

Anderer Gedanke:
Natürlich muss dann auch die selbe Anzahl an Informationen wie in unserem Universum vorhanden bereits vor unserem Universum vorhanden gewesen sein. Also eine andere Form von Universum. Sind es zumindest schon mal zwei.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Senexx » Sa 12. Jan 2019, 18:52

Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:03)

Diese Darstellung aus der Quantenphysik ist in meinen Augen wenig überzeugend, und am Ende gesteht der Film ja auch ein, dass es eine reine Theorie ist, die bislang keine experimentelle Untersuchung erlaubte. Es ist schlicht Philosophie.


Eine wissenschaftliche Theorie ist keine Philosophie, sondern eine Theorie. Es ist der Versuch, Widersprüche in anderen Erklärungen anders aufzuklären. Ob die Mulitiversumsvorstellung jemals bewiesen werden kann, ist fraglich.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Humelix33 » Sa 12. Jan 2019, 18:57

Im Abspann von Men in Black I hat man zwar fiktional, aber meiner Meinung nach, gut einen Ansatz erahnen können, vor allem für die Leute, die sich sonst mit dem Thema gar nicht beschäftigen, wie die "Verschachtelung" in etwa aussehen könnte, natürlich nicht eins zu eins, da werden natürlich nicht am Ende der Kette Aliens mit Murmeln rumspielen, die die Universen abbildeten, aber bis zu der Szene war es ein guter Ansatz.

Es kann ja nicht etwas aus Nichts entstehen, und wenn unsere Planeten aus irgendwelchen Implodierungen entstanden sein sollen, braucht das auch eine Ursache, und diese Ursache braucht auch eine Ursache, usw. usf. . Ich bin mir sicher, dass wir Menschen höchstens 2-3 Prozent erforschen werden können, was da "Oben" wirklich vor sich geht, selbst wenn jetzt alle Forscher der Welt sich nur noch auf Weltraumforschung besinnen würden, würden es maximal 4-5 Prozent sein, bis uns schlicht etwas Außerhalb auslöschen wird, z.B. das Ende der Sonne.

Die Geschichte begann ja mal mit, es war alles dunkel, alles war in unserem Sonnensystem, was damals noch keines war, ein großes ganzes Nichts, nur warum sollte daraus etwas entstehen, wenn "nichts" da ist, was es verursacht, wo ich wieder zum Anfang meines zweiten Absatzes komme.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 19:24

Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:52)
Eine wissenschaftliche Theorie ist keine Philosophie, sondern eine Theorie.

Nein, eine wissenschaftliche Theorie ist eine Theorie, die wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird. Dazu gehört z.B. die Falsifizierbarkeit. Ist diese GRUNDSÄTZLICH nicht gegeben, kann man nicht von einer wissenschaftlichen Theorie sprechen. Dann wäre es eben einfach eine Theorie oder eine Fiktion.
Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:52)
Es ist der Versuch, Widersprüche in anderen Erklärungen anders aufzuklären.

Nein, das wiederum müsste nach Widersprüchen in der Lehrmeinung suchen und diese aufzeigen. Das aber tut sie nicht, sondern es wird einfach um die Lehrmeinung herum eine Theorie von multiplen Universen erdacht, für die es keine mir bekannten Hinweise gibt, und die sich mE jeder Falsifizierbarkeit entzieht.
Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:52)
Ob die Mulitiversumsvorstellung jemals bewiesen werden kann, ist fraglich.

Korrekt, das wäre Verifizierbarkeit - ein viel höherer Anspruch. Aber nicht nur das, sondern es ist fraglich ob es grundsätzlich überhaupt möglich ist die Fehlerhaftigkeit nachzuweisen - Falsifizierbarkeit. Letztere ist Vorbedingung für Wissenschaftlichkeit.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 19:33

Humelix33 hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:57)
Im Abspann von Men in Black I hat man zwar fiktional, aber meiner Meinung nach, gut einen Ansatz erahnen können, vor allem für die Leute, die sich sonst mit dem Thema gar nicht beschäftigen, wie die "Verschachtelung" in etwa aussehen könnte, natürlich nicht eins zu eins, da werden natürlich nicht am Ende der Kette Aliens mit Murmeln rumspielen, die die Universen abbildeten, aber bis zu der Szene war es ein guter Ansatz.

Es kann ja nicht etwas aus Nichts entstehen, und wenn unsere Planeten aus irgendwelchen Implodierungen entstanden sein sollen, braucht das auch eine Ursache, und diese Ursache braucht auch eine Ursache, usw. usf. . Ich bin mir sicher, dass wir Menschen höchstens 2-3 Prozent erforschen werden können, was da "Oben" wirklich vor sich geht, selbst wenn jetzt alle Forscher der Welt sich nur noch auf Weltraumforschung besinnen würden, würden es maximal 4-5 Prozent sein, bis uns schlicht etwas Außerhalb auslöschen wird, z.B. das Ende der Sonne.

Die Geschichte begann ja mal mit, es war alles dunkel, alles war in unserem Sonnensystem, was damals noch keines war, ein großes ganzes Nichts, nur warum sollte daraus etwas entstehen, wenn "nichts" da ist, was es verursacht, wo ich wieder zum Anfang meines zweiten Absatzes komme.

Ich erkenne da ein Missverständnis. Mit dem Urknall begann nicht nur der Raum, sondern auch die Zeit. Es gab also, lt. wissenschaftlicher Lehrmeinung, keinen Zeitpunkt VOR dem Urknall, weil es keinen Zeitpunkt vor der Zeit gab.

Das verdeutlicht eben auch sehr schön, dass die Kategorien über die wir hier diskutieren, sich der menschlichen Vorstellung vollkommen entziehen. Da kann ich mir dann also viele Dinge vorstellen zu einer Thematik, die sich meiner Vorstellung von Grundsatz her schon entziehen.
Wir sind da eben ganz schnell auf der philosophischen oder religiösen Ebene. Ich will es mal so sagen: Hat man die Religion in Regionen vertrieben die wahrscheinlich auch vom Grundsatz her niemals erreichbar sein werden - weder als Reisender noch wissenschaftlich - dann ist sie ausreichend weit weg. Da kann sie bleiben.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 19:49

watisdatdenn? hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:50)
Klar. Aber es ist eine valide Überlegung auf Basis der mathematischen Formeln in der Quantenphysik.

Mathematische Formeln beschreiben exakt die Theorie, die dann selber modellhaft die Wirklichkeit beschreiben sollen. Mathematik ist dabei nur ein Werkzeug - die Theorie ist der Schlüssel.

Nochmal, die Quantenmechanik hat ihre Stärke im Mikrokosmos. Die Relativitätstheorie im Makrokosmos. Meines Wissens widersprechen sie sich in Teilbereichen, daher eben die bevorzugte Anwendung in bestimmten Teilbereichen.
Es wäre für mich jedenfalls widersinnig die Quantenmechanik nun ausgerechnet für den "Supermakrokosmos" zu verwenden. Eher macht es dann auf mich den Eindruck jemand möchte ein Ergebnis erzielen, für das er ansonsten keine ausreichenden Hinweise finden könnte. Für mich wirkt das zusammengebogen.
watisdatdenn? hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:50)
Die Veränderbarkei der Naturkostanten in anderen Universen im Rahmen des Standardmodells finde ich schon sehr interessant.
Da kommt dann gleich die Frage hoch: Gibt es auch andere Standardmodelle in anderen Universen?

Die Naturkonstanten sind nichts weiter als Koeffizienten unserer wissenschaftlichen Modelle zur Erklärung der Welt. Man müsste also eigentlich sagen ob in anderen Universen die selben Naturgesetze gelten, sprich, ist die Natur dort in ihrer Gesetzmäßigkeit gleich aufgebaut.
Soweit ich das erkennen kann, können wir das nur für unsere eigene Welt untersuchen, nicht für Welten die wir nicht kennen.
watisdatdenn? hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:50)
Mal eine (eigene) Überlegung:
Wenn wir davon ausgehen dass Information die Grundeinheit des "seitens" ist und aus einer Informationseinheit nicht zwei werden können.

Dann passt das Bild schon mal nicht, in dem aus einer Informationseinheit ein komplettes Universum an Informationen entstehen kann. (Also dürfte nach dieser Logik die Mehrwelten-idee in der Quantenphysik schon mal nicht passen, wenn sich Information nicht vermehren darf. Wie du schon vermutet hast)

Anderer Gedanke:
Natürlich muss dann auch die selbe Anzahl an Informationen wie in unserem Universum vorhanden bereits vor unserem Universum vorhanden gewesen sein. Also eine andere Form von Universum. Sind es zumindest schon mal zwei.

Wie schon Hummelix geschrieben, es gab keinen Zeitpunkt vor unserem Universum - die Zeit fing mit diesem an. Das jedenfalls ist Stand der Wissenschaft. Aus philosophischer Hinsicht mag das nicht zufriedenstellend sein - ist halt nicht mit menschlichen Sinnen zu greifen.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Senexx » Sa 12. Jan 2019, 20:11

Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2019, 19:24)

Nein, eine wissenschaftliche Theorie ist eine Theorie, die wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird. Dazu gehört z.B. die Falsifizierbarkeit.


Was derzeit nicht falsifizierbar ist, kann es künftig sein. Sie unterliegen einem grundsätzlichen Missverständnis.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 20:16

Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 20:11)
Was derzeit nicht falsifizierbar ist, kann es künftig sein. Sie unterliegen einem grundsätzlichen Missverständnis.

Aus genau dem Grunde habe ich hier immer wieder gesagt, dass ich es für unwissenschaftlich halte, nicht dass sie es ist. Da gehen die Meinungen auseinander.

Ich habe sehr große Zweifel daran, dass uns Dinge außerhalb unseres Universums irgendwann einmal für wissenschaftliche Bewertungen zur Verfügung stehen mag - ausgeschlossen ist es aber natürlich nicht. Daher halte ich es für Philosophie, aber man möge mir gerne zeigen, dass ich nicht phantasievoll genug war.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Senexx » Sa 12. Jan 2019, 20:23

Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2019, 20:16)

Aus genau dem Grunde habe ich hier immer wieder gesagt, dass ich es für unwissenschaftlich halte, nicht dass sie es ist. Da gehen die Meinungen auseinander.

Ich habe sehr große Zweifel daran, dass uns Dinge außerhalb unseres Universums irgendwann einmal für wissenschaftliche Bewertungen zur Verfügung stehen mag - ausgeschlossen ist es aber natürlich nicht. Daher halte ich es für Philosophie, aber man möge mir gerne zeigen, dass ich nicht phantasievoll genug war.

Nein, danke. Es ist Ihnen erlaubt, zu irren und Wissenschaft misszuverstehen.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 20:30

Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 20:23)
Nein, danke. Es ist Ihnen erlaubt, zu irren und Wissenschaft misszuverstehen.

Und Ihnen sei Ihr Optimismus gegönnt, den ich leider nicht teile.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Senexx » Sa 12. Jan 2019, 20:31

Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2019, 20:30)

Und Ihnen sei Ihr Optimismus gegönnt, den ich leider nicht teile.


Ich habe nichts von Optimismus gesagt. Schon wieder haben Sie meine Äußerungen falsch verstanden.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 20:33

Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 20:31)
Ich habe nichts von Optimismus gesagt. Schon wieder haben Sie meine Äußerungen falsch verstanden.

Dann erklären Sie es mir nochmal auf meinem bescheidenen Niveau.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 12. Jan 2019, 20:38

watisdatdenn? hat geschrieben:(12 Jan 2019, 17:21)
Nun das Multiversum ist eine (von mehreren) konkrete Interpretation der mathematischen Funktionen in der Quantenphysik:
https://youtu.be/KNwKPfOKipk
Ebenso können im Standardmodell mathematisch ganz andere Universen entstehen.
Platt gesagt: warum haben Elektronen genau die Masse die sie haben? Es wird bei uns als Konstante angenommen aber nicht erklärt.
Eine mögliche Erklärung ist, dass es andere Universen gibt in denen zufälligerweise (oder Mechanismus dahinter?) die Konstante der Elektronenmasse eine andere ist.


Für mich sind das zwei starke Indizien dafür dass es andere Universen gibt.

Für mich sind das starke Indizien dafür, dass wir noch immer ziemlich wenig Ahnung haben.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Papaloooo » So 13. Jan 2019, 09:49

Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 20:23)

Nein, danke. Es ist Ihnen erlaubt, zu irren und Wissenschaft misszuverstehen.

Nein, von Wissenschaft kann man hier wirklich nicht sprechen.
Das sind lediglich Erklärungsmodelle, also Vorstellungen von einer Wirklichkeit, jenseits unserer Raumzeit.
Wir sind aber mit unserer Physik auf diese Raumzeit beschränkt. Denn unsere Physik kann ja nur unsere physikalischen Gesetze beschreiben.
Unsere Raumzeit kann nicht verlassen werden, wir können nicht mal theoretisch einen Blick in ein Jenseits unserer Raum-Zeit erhaschen.
Und wer behauptet, dass wir das könnten, dass es also Wissenschaft ist, der möge einen Nachweis dazu erbringen!
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon streicher » So 13. Jan 2019, 11:05

Wenn, dann müssen die Hinweise auf ein Multiversum wohl in unserem Universum gemessen werden. Von einer "dunklen Strömung" habe ich bislang noch nie gehört. Habt ihr?
Greenbelt (USA) - Astronomen um Alexander Kashlinsky vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland (USA) haben neue Daten gesammelt, die die Theorie eines „Multiversums“ stärker stützen als bisherige Messungen das konnten. Demnach könnten Paralleluniversen für die mysteriösen Dunkle Strömung verantwortlich sein, die das Forscherteam gefunden hat.
Diese Strömung äußert sich in Form von spektralen Verschiebungen in der kosmischen Hintergrundstrahlung (siehe Nachricht "Die Dunkle Strömung der Galaxienhaufen" in der Linkliste). Diese Verschiebungen deuten darauf hin, dass sich alle Galaxien mit einer unerwartet hohen Geschwindigkeit von bis zu 800 Kilometern pro Sekunde in ein und die selbe Richtung bewegen, zusätzlich zu der ohnehin vorhandenen Expansion des Universums.
Neue Ergebnisse zur Dunklen Strömung - „Multiversum“ eine mögliche Erklärung
Die Zukunft ist Geschichte.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Senexx » So 13. Jan 2019, 11:53

Papaloooo hat geschrieben:(13 Jan 2019, 09:49)

Nein, von Wissenschaft kann man hier wirklich nicht sprechen.
Das sind lediglich Erklärungsmodelle, also Vorstellungen von einer Wirklichkeit, jenseits unserer Raumzeit.
Wir sind aber mit unserer Physik auf diese Raumzeit beschränkt. Denn unsere Physik kann ja nur unsere physikalischen Gesetze beschreiben.
Unsere Raumzeit kann nicht verlassen werden, wir können nicht mal theoretisch einen Blick in ein Jenseits unserer Raum-Zeit erhaschen.
Und wer behauptet, dass wir das könnten, dass es also Wissenschaft ist, der möge einen Nachweis dazu erbringen!

Wissenschaft arbeit mit Modellen. Wenn unsere Modelle zum Beispiel Schwarze Löcher und Und Wurmlöcher annehmen (müssen), folgt daraus, dass man sich Gedanken machen muss, was dahinter sein könnte. Es ist die logische Weiterentwicklung von Hypothesen und Theorien. Dass sie sich des physikalischen Experiments (noch) entziehen, ist irrelevant.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Fliege » So 13. Jan 2019, 13:57

Papaloooo hat geschrieben:(13 Jan 2019, 09:49)
Nein, von Wissenschaft kann man hier wirklich nicht sprechen.
Das sind lediglich Erklärungsmodelle, also Vorstellungen von einer Wirklichkeit, jenseits unserer Raumzeit.
Wir sind aber mit unserer Physik auf diese Raumzeit beschränkt. Denn unsere Physik kann ja nur unsere physikalischen Gesetze beschreiben.
Unsere Raumzeit kann nicht verlassen werden, wir können nicht mal theoretisch einen Blick in ein Jenseits unserer Raum-Zeit erhaschen.
Und wer behauptet, dass wir das könnten, dass es also Wissenschaft ist, der möge einen Nachweis dazu erbringen!

Bei einer Erklärung oder Theorie, die nicht oder noch nicht prüfbar ist, handelt es sich um Metaphysik (siehe Karl Popper und andere). So war Demokrits Atomtheorie in der Antike noch Metaphysik, ist jedoch in der Neuzeit zu einer Wissenschaft geworden.

Darauf ist bereits hingewiesen worden.
Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2019, 19:24)
[E]ine wissenschaftliche Theorie ist eine Theorie, die wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird. Dazu gehört z.B. die Falsifizierbarkeit. Ist diese GRUNDSÄTZLICH nicht gegeben, kann man nicht von einer wissenschaftlichen Theorie sprechen. Dann wäre es eben einfach eine Theorie oder eine Fiktion.
Medienversagen: "für den gehobenen Moralbedarf"; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Perdedor » So 13. Jan 2019, 18:32

Skeptiker hat geschrieben:Es ist halt leider nur nicht wissenschaftlich das zu behaupten, weil es dafür eben der Falsifizierbarkeit bedarf, der sich eine solche Theorie grundsätzlich entzieht.


Ja, nur ist die Aussage, dass die Vergangenheit existierst auch nicht falsifizierbar, da wir nicht zurück in die Vergangenheit reisen können um ihre Existenz zu widerlegen. Unsere Hinweise auf die Vergangenheit sind alle indirekt über Theorien, die wir heute überprüfen können und welche eine Vergangenheit implizieren.
Genauso können heute und hier überprüfbare Theorien andere Universen implizieren.

Skeptiker hat geschrieben:Das hat vielleicht damit zu tun, dass zeitliche Abläufe sehr gut reproduzierbar und damit hervorragenden Modellcharakter haben - Zeit ist einfach eine extrem gut empirisch belegte Theorie.


Genau. Und sie ist gut empirsch belegt OHNE dass die Existenz der Vergangenheit explizit nachgewiesen werden kann.
Die ewige Inflation kann prinzipiell auch extrem gut empirisch belegt werden ohne dass die anderen Universen explizit nachgewiesen werden.

Skeptiker hat geschrieben:Und DAS ist eben der immense Unterschied zwischen der Vergangenheit (sehr gut belegt!) und Multiuniversen (allenfalls hochtheoretisch noch im Rahmen der Falsifizierbarkeit).


Man kann sicherleich feststellen, dass Theorien mit einem Multiversum zur Zeit noch spekulativer sind, als unsere Theorie der Zeit, aber das ist nur ein quantitativer Unterschied und kein qualitativer. Im Prinzip ist beides das gleiche und insofern ist beides nur Philosophie oder eben nicht.

Skeptiker hat geschrieben:Donald Davidson formuliert es knapp: Eine vernünftige Forderung, die man an eine wissenschaftliche Theorie stellen kann, ist die, daß es möglich sein sollte, eine Struktur dermaßen zu definieren, daß es möglich ist, Exemplifizierungen dieser Struktur empirisch zu ermitteln.


Das ist für die gängigste Multiversumtheorie (Linde) gegeben. In der Tat haben die jüngsten BICEP2 Resultate ergeben, dass diese Theorie unwahrscheinlich ist.

Skeptiker hat geschrieben:Zeit ist im Rahmen unserer Welt ein untersuchbarer Effekt.
Multiuniversen sind das mE nicht, genausowenig wie rosa Elefanten die ums Universum herumschwirren.


Die Theorie des Multiversums ist genauso untersuchbar, wie die Theorie der Zeit. Beides impliziert aber Dinge, die nicht explizit nachweisbar sind.
Arbeit. Leben. Zukunft.

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