Alexander der Slawe

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Agesilaos Megas
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 23. Jun 2015, 15:58

Córdoba » Di 23. Jun 2015, 08:37 hat geschrieben:
Ist schon interessant, mit was sich Leute so beschäftigen.
Ist zwar nicht mein Hobby, aber warum nicht.....

Sicher ist, daß es einen Gentest, der Slawen und Germanen voneinander unterscheiden könnte, auch in Zukunft nicht geben wird und kann.

Das Moskauer Rus, aus dem Russland hervorgegangen ist, hat seinen Namen von den Wikingern.
Jenseits der Elbe wurden hauptsächlich Slawen sprachlich germanisiert.
Die Preussen haben ihren Namen von slawischen Prussen.
Die Goten haben auch auf der Krim gesiedelt.
Und die Germanen kamen lange der Völkerwanderung wie die Slawen im Grunde aus den Tiefen Asiens.
Alles jenseits des Rheins hat sich da muter getummelt und gemischt.
Und die Makedonier waren im Grunde keine Griechen, stimmt schon, sondern haben diese Kultur in sich aufgenommen.

Auch nach der Völkerwanderung wurde in Frankreich, Italien und Spanien überwiegend Latein gesprochen, nur die Oberschicht sprach germanische Sprachen.
Das Rumänische ist dem Lateinischen ebenso ähnlich wie das Italienisch etc.
Die normanische Oberschicht Britanniens waren eigentlich Wikinger, die Vulgär-Latein gesprochen haben.

Eurasien ist eben ein Mischmasch...................




Im Falle Makedoniens und Griechenlands müssen wir 2 Dinge beachten:

1. Zur Zeit Alexanders gab es kein einheitliches Griechisch (Koine), sondern eine Gruppe an Dialekten (attisch, äolisch, ionisch, dorisch usw.);

2. Mit der Koine drückten die Makedonen ihren Stempel auf die Sprache ab, so wird oft Theta zu Tau, Gamma fällt aus, der Genitiv ändert sich etc.


Die Bildung der Koine, der "Gemeinsprache", bedarf der griechisch Sprechenden. Ob sie in älterer Zeit zu den Griechen gehörten oder sich später assimilierten, kann ja offen bleiben. Auf jeden Fall gibt es zwei Theorien: 1. dass Griechen nach Norden gewandert sind; 2. dass die Makedonen, abseits des Geschehens, im Norden in den Bergen lebten und somit an der Peripherie des Geschehens. Das ist nicht unwahrscheinlich, da die alten Makedonen dorische und äolische Elemente aufweisen; sie lebten nördlich des Olymp, einer zentralen panhellenischen Stätte, und hatten Kontakt mit Thessalern. Es gibt Indizien, dass die Temeniden früher als Argeier bezeichnet worden sein könnten und somit griechisch im Homerschen Sinne wären. Makedonien hatte die poleis-Kultur im 5. Jhdt., also vor Alexander, und 100 Jahre davor findet man noch viele Eigenschaften der Balkan-Kultur. Mit der Assimilierung übernahmen die Makedonen das Attische als Amtssprache. Ohnehin expandierte Alexander, um zu hellenisieren; er streute auch das Attische nach Osten. Man findet auch noch illyrische und thrakische Elemente, aber das hier stammt schon aus dem 4. Jhdt.:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3d/Pellatab.jpg/520px-Pellatab.jpg



Dass man Makedonen als barbaroi bezeichnete, ist nicht selten Polemik der Feinde des Alexander, wie Demosthenes, der ihn kriminalisiert.

Für Verschwörungstheoretiker ist es verlockend, im gr. Alphabet das kyrillische zu entdecken, was sie somit noch mehr befeuert, zu verdächtigen. So sieht man hier:

http://makedonija.name/images/azbuka.gif

und man vergleiche hiermit:

https://georgiasomethingyouknowwhatever.files.wordpress.com/2013/06/greek-roman-cyrillic-alphabet-comparison.png



Die mazedonische Sprache entstand also, wie man bestens sieht, später als das Griechische, viel später, und bildete sich aus dem Kyrillischen resp. Slavonischen ("Kirchenslawisch"):

http://www.orthodoxepubsoc.org/images/alphabetprint.gif

Das Alphabet ist Kulturtradition und so für das "Mazedonische" im 9. Jhdt. n.Chr. (!) belegt. Davor gibt es keine slawischen Belege für das Gebiet Thessalien, Makedonien etc.

Auch lexikalisch besteht keine Verbindung vom Mazedonischen zum Makedonischen (смрт und δάνος sind nicht ähnlich, wohl aber δάνος und θάνος, resp. θάνατος).

Die Sache dürfte in dieser Fragestellung wohl klar sein.
gentibus solidaritas, una fit humanitas.
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Irek » Di 23. Jun 2015, 21:11

Córdoba » Di 23. Jun 2015, 07:37 hat geschrieben:
Ist schon interessant, mit was sich Leute so beschäftigen.
Ist zwar nicht mein Hobby, aber warum nicht.....

Sicher ist, daß es einen Gentest, der Slawen und Germanen voneinander unterscheiden könnte, auch in Zukunft nicht geben wird und kann.

Das Moskauer Rus, aus dem Russland hervorgegangen ist, hat seinen Namen von den Wikingern.
Jenseits der Elbe wurden hauptsächlich Slawen sprachlich germanisiert.
Die Preussen haben ihren Namen von slawischen Prussen.
Die Goten haben auch auf der Krim gesiedelt.
Und die Germanen kamen lange der Völkerwanderung wie die Slawen im Grunde aus den Tiefen Asiens.
Alles jenseits des Rheins hat sich da muter getummelt und gemischt.
Und die Makedonier waren im Grunde keine Griechen, stimmt schon, sondern haben diese Kultur in sich aufgenommen.

Auch nach der Völkerwanderung wurde in Frankreich, Italien und Spanien überwiegend Latein gesprochen, nur die Oberschicht sprach germanische Sprachen.
Das Rumänische ist dem Lateinischen ebenso ähnlich wie das Italienisch etc.
Die normanische Oberschicht Britanniens waren eigentlich Wikinger, die Vulgär-Latein gesprochen haben.

Eurasien ist eben ein Mischmasch...................


Du wiederholst nur Wikipedia Schwachsinn
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Ammianus » Di 23. Jun 2015, 22:53

Córdoba » Di 23. Jun 2015, 07:37 hat geschrieben:
...

Und die Germanen kamen lange der Völkerwanderung wie die Slawen im Grunde aus den Tiefen Asiens.

...



Nö …

In den letzten Jahren kamen die Ergebnisse erster genetischer Untersuchungen an aDNA (alt-DNA), gewonnen aus vorgeschichtlichem Knochenmaterial, an die Öffentlichkeit. Eine australisch-deutsche Studie hat dabei Bestattungen aus dem Elbe-Saale-Gebiet untersucht. Es bestätigten sich dabei die Aussagen der traditionellen Archäologie.
Die erste Schicht bilden die Jäger- und Sammlerpopulationen, die am Ende der letzten Eiszeit die freigewordenen Gebiete in Mitteleuropa erschlossen. Seit Mitte des 6. Jt. v. Chr. erfolgt ein starker Zustrom aus dem Südosten (Kleinasien und Naher Osten). Es sind die ersten Bauern der sogenannten Bandkeramik. Es kommt zu keiner Vermischung mit den Mesolithikern. Stattdessen ziehen diese sich an die Küsten der Ostsee zurück. Erst mit der Trichterbecherkultur, den Erbauern der Megalithgräber, kehren die Nordleute zurück. Sie haben in der Zwischenzeit Ackerbau und Viehzucht übernommen. Im 3. Jt. v. Chr. kommen noch einmal zwei neue genetische Gruppen dazu. Eine aus dem Westen und eine aus dem Osten. Dabei dürfte es sich um die Glockenbecherleute und die Schnurkeramiker gehandelt haben. Nach einigen Theorien waren Letztere die Träger der indoeuropäischen Sprache. Allerdings waren es wohl eher nicht die Weiten Asiens sondern eher die Steppengebiete nördlich des Schwarzen Meeres.
Diese 4 Elemente bilden den Grundstock des heutigen mitteleuropäischen Genmaterials. In der Bronzezeit scheint noch eine weitere Komponente hinzu gekommen zu sein, die aber noch nicht genau zu bestimmen war. Zu Beginn der Eisenzeit im der 1. Hälfte des 1. Jt. v. Chr. dehnte sich von Jütland die sogenannte Jastorfkultur nach Süden aus. Sie ist die Frühphase der Bevölkerungsgruppen, die später als „Germanen” fassbar werden.
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Alexyessin » Mi 24. Jun 2015, 13:17

Irek » Di 23. Jun 2015, 21:11 hat geschrieben:
Du wiederholst nur Wikipedia Schwachsinn


Und du lieferst einfach nichts wissenschaftliches.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Dark Angel » Mi 24. Jun 2015, 16:37

Alexyessin » Mi 24. Jun 2015, 12:17 hat geschrieben:
Und du lieferst einfach nichts wissenschaftliches.

Natürlich nicht, Wissenschaftler sind ja alle doof und haben keine Ahnung.

Davon aber mal abgesehen, ist das Thema Sprachentwicklung, Migrationsbewegungen und kulturelle Beeinflussung sehr interessant und könnte im Geschichtsforum durchaus diskutiert werden, jenseits des Schwachsinns, den hin-und-her wabbernde - ähem oszilierende - "Raumvakuolen" im Hirn des Threaderstellers prodzieren.
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Shlabotnik » So 12. Jul 2015, 23:48

Irek » Do 4. Jun 2015, 08:10 hat geschrieben:Alexander der Große ist ein antiker Herrscher von dem wir glauben genaue Kenntnisse zu haben.
Kaum einer hat so eine Faszination auf die Menschen ausgeübt, wie er und trotz vielen Berichten und Zeugnissen, eine Tatsache wurde bis heute nicht ausreichend beachtet, diese nämlich, dass das Volk, aus dem Alexander abstammte, eigentlich mit dem Griechen nicht viel zu tun gehabt hat.

Generationen von Historikern versuchten den Menschen einzureden, dass Alexander ein Grieche war. Zwar wurde da und dort beiläufig erwähnt, dass er ein makedonischer Herrscher war, aber die westliche Geschichtsschreibung hat ihm und sein Volk, als Teil eines griechischen Kulturkreises schon immer betrachtet.

Das ist natürlich nicht war. Zwar verbindet die antiken Makedoner und Griechen die gemeinsame Vergangenheit, aber zu Zeiten des Alexanders, waren die Unterschiede schon gravierend. In erster Linie, trotz gemeinsamer Wurzel, hat sich die Sprache der beiden Volker völlig in andere Richtungen entwickelt.
weiter hier:


http://universumskristall.blogspot.de/2015/06/alexander-der-slawe.html


Nun, dass sich das - ich sag jetzt mal - "südliche Griechisch" und das "nördliche/mazedonische Griechisch" auseinanderentwickelt haben, mag schon sein. Ist nicht sehr überraschend.
Es gab früher zahlreiche Varianten des Griechischen (z.T. heute noch, man sehe Pontos-Griechisch).

Nur gibt es keinerlei Hinweise auf eine slawische Herkunft dieser nördlichen Variante (die Alexander sprach, übrigens ein griechischer Name, Alexandros).

Man weiß, dass im 7.Jahrhundert nach Christus Slawen die Stadt Nin eroberten und neu aufbauten. Das liegt in Kroatien, noch eine weite Strecke bis Mazedonien (die Slawen kamen aus dem Norden, und setzten ihre Wanderung später bis Mazedonien fort). 100 Jahre vor diesem Zeitpunkt gab es auch in Kroatien noch keine Slawen (wohl aber Illyrer, Römer, Griechen).

Crkva svetoga Križa, eine der ältesten Kirchen Kroatiens
https://de.wikipedia.org/wiki/Nin#/media/File:Heilig_Kreuz_Kirche_Nin_(Kroatien).jpg

Alexandros wurde 356 v.Chr. geboren.

S.
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Provokateur » Mo 13. Jul 2015, 06:57

Du darfst ihm nicht mit Wissenschaft kommen. Die Wissenschaftler sind, wie in anderen Diskussionen schon festgestellt wurde, in seinen Augen alles Spinner.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
twitter.com/Provokateur_Tom
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Shlabotnik » Mi 22. Jul 2015, 20:24

Ammianus » Di 23. Jun 2015, 21:53 hat geschrieben:
Nö …

In den letzten Jahren kamen die Ergebnisse erster genetischer Untersuchungen an aDNA (alt-DNA), gewonnen aus vorgeschichtlichem Knochenmaterial, an die Öffentlichkeit. Eine australisch-deutsche Studie hat dabei Bestattungen aus dem Elbe-Saale-Gebiet untersucht. Es bestätigten sich dabei die Aussagen der traditionellen Archäologie.
Die erste Schicht bilden die Jäger- und Sammlerpopulationen, die am Ende der letzten Eiszeit die freigewordenen Gebiete in Mitteleuropa erschlossen. Seit Mitte des 6. Jt. v. Chr. erfolgt ein starker Zustrom aus dem Südosten (Kleinasien und Naher Osten). Es sind die ersten Bauern der sogenannten Bandkeramik. Es kommt zu keiner Vermischung mit den Mesolithikern. Stattdessen ziehen diese sich an die Küsten der Ostsee zurück. Erst mit der Trichterbecherkultur, den Erbauern der Megalithgräber, kehren die Nordleute zurück. Sie haben in der Zwischenzeit Ackerbau und Viehzucht übernommen. Im 3. Jt. v. Chr. kommen noch einmal zwei neue genetische Gruppen dazu. Eine aus dem Westen und eine aus dem Osten. Dabei dürfte es sich um die Glockenbecherleute und die Schnurkeramiker gehandelt haben. Nach einigen Theorien waren Letztere die Träger der indoeuropäischen Sprache. Allerdings waren es wohl eher nicht die Weiten Asiens sondern eher die Steppengebiete nördlich des Schwarzen Meeres.
Diese 4 Elemente bilden den Grundstock des heutigen mitteleuropäischen Genmaterials. In der Bronzezeit scheint noch eine weitere Komponente hinzu gekommen zu sein, die aber noch nicht genau zu bestimmen war. Zu Beginn der Eisenzeit im der 1. Hälfte des 1. Jt. v. Chr. dehnte sich von Jütland die sogenannte Jastorfkultur nach Süden aus. Sie ist die Frühphase der Bevölkerungsgruppen, die später als „Germanen” fassbar werden.


Ja, danke für diese Beschreibung.

Die Bezeichnung "Weiten Asiens" ist auch extrem ungenau. Bei den Ursprüngen der ersten indogermanischen Sprecher hat man ja zwei Basistheorien: einmal Anatolien (anatolische Hypothese; in Zs.hang mit der ersten fassbaren idg. Sprache, dem Hethitischen, was aber noch keine definitive Lokalisierung der Ursprünge erlaubt), und zum anderen eben die Gegend nördlich des Schwarzen Meeres.

S.
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Re: Alexander der Slawe

Beitragvon Alexyessin » Do 23. Jul 2015, 21:18

Shlabotnik » Mi 22. Jul 2015, 20:24 hat geschrieben:
Ja, danke für diese Beschreibung.

Die Bezeichnung "Weiten Asiens" ist auch extrem ungenau. Bei den Ursprüngen der ersten indogermanischen Sprecher hat man ja zwei Basistheorien: einmal Anatolien (anatolische Hypothese; in Zs.hang mit der ersten fassbaren idg. Sprache, dem Hethitischen, was aber noch keine definitive Lokalisierung der Ursprünge erlaubt), und zum anderen eben die Gegend nördlich des Schwarzen Meeres.

S.


Anatolien ist schon lang Geschichte.
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