Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

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Chlorobium
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Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Chlorobium » Do 5. Jun 2008, 04:07

Johann Friedrich Blumenbach (1752-1840) war ein deutscher Anatom und Naturforscher und schuf daß wohl einflußreichste Klassifikationswerk zu den menschlichen Rassen. Der Erste war er jedoch nicht. Diese wurde von dem Schweden Carolus Linnaeus (oder auch Carl v. Linné) bereits in seiner 1758 veröffentlichten Klassifikation Systema Naturae vorgelegt. Linnaeus unterteilte in seinem Werk die Menschen in vier Varietäten, wobei sich die Einteilungskriterien primär durch die Geographie definierten. Er verzichtete hierbei auf eine Rangfolge und unterschied sich damit von der damaligen rassistischen traditionellen Einteilung - Americanus, Europaeus, Asiaticus und Afer (Afrikaner). Zu jeder einzelnen Rasse vermerkte Linnaeus Eigenschaften wie Hautfarbe, Humor und Körperhaltung.

So beschrieb Linnaeus den
Americanus mit rufus, cholericus, rectus (rot, cholerisch, aufrecht)
Europaeus mit albus, sanguineus, torosus (weiß, heiter, erhaben (?))
Asiaticus mit luridus, melancholicus, rigidus (leicht gelblich, melancholisch, steif)
Afer mit niger, phlegmaticus, laxus (schwarz, phlegmatisch, entspannt).

Bei der "Humorbeschreibung", welche aus moderner Sicht den Anschein von Vorurteilen oder rassistisch motivierten Kategorien erweckt, handet es sich um die Anwendung eines klassischen Taxonomieschemas wie etwa die Vier-Elemente-Lehre Feuer, Erde, Wasser und Luft aus der Antike. Linnaeus verwendet für seine Humorbeschreibung die vier Körpersäfte (humor ist Latein für "Säfte") Blut, Phlegma, gelbe Galle und schwarze Galle. Deren Mischungsverhältnisse bestimmte nach mittelalterlichem und antiken Verständnis die Ausprägung der Persönlichkeit. Es war also ein für die damalige Zeit durchaus gängiges Vorgehen.

Linnaeus Klassifikationssystem beherbergt jedoch keine hierachiesche Struktur oder eine lineare Anordnung, es war ausschließlich geographischer Natur und in seinem Werk startet er mit Americanus. Hätte ihm die Überlegenheit der europäischen Rasse am Herzen gelegen, den diese stand damals auch für Linnaeus außer Frage, so hätte er mit Sicherheit den Europaeus als erstes beschrieben und sich dann an eine absteigende Wertigkeit abgearbeitet; so sahen es viele seiner Zeitgenossen.

Bei Linnaeus paßt alles auf die Zahl vier zusammen. Vier geographische Regionen, vier menschliche Rassen, vier verschiedene Humorarten. Blumenbach, der ein glühender Verehrer Linnaeus war, übernahm in seiner ersten Arbeit von 1775 diese Vierteilung von Linnaeus, wenn gleich Blumenbach dann doch ein etwas andere Grenzziehungen in der Geographie unternahm. Später, in seinem Werk von 1795, veröffentliche Blumenbach seine endgültige Klassifizierung der menschlichen Rassen. Er vollzog hierbei nicht nur einen Bruch mit Linnaeus, seinem geistigen Mentor, hier greift Blumenbach zum erstenmal zu einer hierachischen Staffelung und Wertigkeit, welche es vorher nicht gab und auf alles weitere in der wissenschaftlichen und/oder öffenlichlichen Diskussion der Frage nach der Existenz von menschlichen Rassen einen bis heute einen prägenden Eindruck hinterließ.

Blumenbach widersprach seiner Zeit in der Auffassung von mehreren Menschenarten. Für ihn gehörten alle Menschen zur selben Art. Bei seinen Arbeiten stützte er sich stark auf Schädeluntersuchungen, welche er selbst durchführte. So kam er zu der Einsicht, daß Umwelteinflüsse oder kulturelle Eingenarten einen Einfluß auf Körperbau und Schädelform haben. Der Idee einer Unterteilung aufgrund von kognitiven Fähigkeiten trat er entschieden entgegen. Für ihn lag der Grund in den Unterschieden einzig in der "Existenz ihrer Möglichkeit". In seinem Denken war er der Modernen näher als seine Zeitgenossen. Und dennoch beging er aus wissenschaftlicher Sicht einen Kardinalfehler. Bei der Erstellung seines Klassifikationssystems stellte Blumenbach den Schädel einer Frau aus dem Kaukasus ins Zentrum; einzig aufgrund subjektiv-ästethischer Empfindungen. Die "perfekte" Schädelform, aus rein subjektiver Sicht, war für ihn die Urform, aus der alle anderen Menschenformen durch Degeneration hervorgingen. Da aber bisher nur 4 Menschenrassen beschrieben wurden, lag die Beschreibung einer fünften Rasse durch Blumenbach selbst wohl darin begründet, die Symetrie, welche noch bei Linnaeus bedeutend war, aufrecht zu erhalten. Wohl deshalb fügte er mit den Malayen eine weitere, die fünfte Menschenrasse ein. Blumenbach hat sich hier selber widersprochen, da er zuvor noch selber behauptet, Wuchs und Knochenbau sind maßgäblich von Umweltfaktoren beeinflußt.

Sein System basierte also von Beginn an auf einem systematischen Fehler, welcher bis in unsere Zeit hinein Denkstrukturen geprägt hat.



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Frank_Stein
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Frank_Stein » Do 5. Jun 2008, 19:11

Ich vermisse bei der Aufzählung der Rassen - die Australischen Ureinwohner.
Es ist doch bekannt, dass diese den Kontinent vor ca. 40000 Jahren besiedelten - genug Zeit also - um rassische - oder wie man wohl heute zu sagen pflegt - ethnische Besonderheiten zu entwickel.
Ich kann nicht so recht nachvollziehen, wieso es inzwischen eine Mehrheit zu geben scheint, die die Existenz unterschiedlicher Rassen - angezweifelt wird.

Nun egal – es gibt regionale Besonderheiten – es gibt Mechanismen (der Umwelt), die einen Einfluss auf unsere Physische und Psychische sowie kulturelle Entwicklung haben.
Um nur ein kleines Beispiel zu nennen, wie sich in einer Region innerhalb weniger Jahre z.B. der durchschnittliche IQ- Wert ändern kann – sei der Osten Deutschland erwähnt.
Nach der Wende wurden hier viele Menschen arbeitslos. Viele von ihnen bewarben sich bundesweit – aber die Besten von ihnen bekamen in Ländern wie BW oder Bayern einen Job.
Die Folge – der durchschnittliche Wert des IQ sank in der Region – von der die Leistungsträger fortgingen. Da die Intelligenz zu einem großen Teil durch das Erbgut der Eltern festgelegt ist – hat das auch für die künftigen Generationen Folgen.
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon El Cattivo » Fr 6. Jun 2008, 08:49

theoderich hat geschrieben:Es ist doch bekannt, dass diese den Kontinent vor ca. 40000 Jahren besiedelten - genug Zeit also - um rassische - oder wie man wohl heute zu sagen pflegt - ethnische Besonderheiten zu entwickel.

Hat es aber nicht, das ist der Punkt. Biologische Arten und 'Rassen' werden durch die Gene festgelegt und die sprechen eine deutliche Sprache. Eine Rassenunterscheidung ist einfach völliger Unfug, wenn z.B. eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, das ich mit einem Afrikaner biologisch/genetisch näher stehe, als einem Deutschen. Das liegt einfach daran, das die individuellen genetischen Unterschieden um ein vielfaches Größer sind.

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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon garfield335 » Fr 6. Jun 2008, 08:54

El Cattivo hat geschrieben:Hat es aber nicht, das ist der Punkt. Biologische Arten und 'Rassen' werden durch die Gene festgelegt und die sprechen eine deutliche Sprache. Eine Rassenunterscheidung ist einfach völliger Unfug, wenn z.B. eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, das ich mit einem Afrikaner biologisch/genetisch näher stehe, als einem Deutschen. Das liegt einfach daran, das die individuellen genetischen Unterschieden um ein vielfaches Größer sind.

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Genau so ist es,
Bei den Menschen gibt es keine Rassen, die Unterschiede zwischen den Gruppen sind minimal.

Man sollte nicht nach Unterschieden suchen, wo eigentlich gar keine sind.

Die Unterschiede die da sind, sind hauptsächlich kulturelle Unterschiede.
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon garfield335 » Fr 6. Jun 2008, 08:59

theoderich hat geschrieben:Ich vermisse bei der Aufzählung der Rassen - die Australischen Ureinwohner.
Es ist doch bekannt, dass diese den Kontinent vor ca. 40000 Jahren besiedelten - genug Zeit also - um rassische - oder wie man wohl heute zu sagen pflegt - ethnische Besonderheiten zu entwickel.


Blumenbach wusste im Jahre 1800 vermutlich noch nicht einmal von der Existenz der Aborigines.

Australien wurd erst ab dem Jahre 1788 kolonisiert.
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Marcin » Fr 6. Jun 2008, 10:31

Garfield335 hat geschrieben:Genau so ist es,
Bei den Menschen gibt es keine Rassen, die Unterschiede zwischen den Gruppen sind minimal.


Ist der Unterschied zwischen vielen "Tier-Rassen" nicht ebenfalls minimal? :?:
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Perdedor » Fr 6. Jun 2008, 19:24

MarcinMaximus hat geschrieben:Ist der Unterschied zwischen vielen "Tier-Rassen" nicht ebenfalls minimal?


Allgemein weiß ich es nicht. Aber ich habe gelesen, dass die genetischen Unterschiede zwischen Schimpansen in einer Gruppe (d.h. stark verwand) größer sind, als die zwischen allen Menschen auf der Erde.

Bei den genetischen Unterschieden zwischen Menschen stellt sich zudem das Problem, dass diese kaum an Äußerlichkeiten festzumachen sind. Meines Wissens unterscheiden sich zwei "Weiße" mit unterschiedlicher Blutgruppe durchschnittlich mehr, als ein Weißer und ein Schwarzer mit gleicher Blutgruppe. Wenn man Rassen anhand genetischer Diversität definieren wollte, müsste man sich also eher an den Blutgruppen orientieren als an der Hautfarbe.
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 7. Jun 2008, 10:49

Bei dieser eigentümlichen Aufstellung ist auffällig, daß der Typ Europaeus als einziger kein Attribut besitzt, das einen negativen Beigeschmack hat. Die anderen haben cholerisch, melancholisch, steif, phlegmatisch. Der Europaeus hat heiter und erhaben. Gerade das Erhabene o.ä. fehlt bei den anderen komplett.
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Chlorobium » Mo 9. Jun 2008, 05:12

theoderich hat geschrieben:Ich kann nicht so recht nachvollziehen, wieso es inzwischen eine Mehrheit zu geben scheint, die die Existenz unterschiedlicher Rassen - angezweifelt wird.


Ich kann da nur für mich sprechen. Ich lehne das Konzept von "menschlichen Rassen" nicht deswegen ab, weil ich vorhandene Unterschiede negiere oder alles gleichmachen will. Ich lehne es ab, weil die dahinterstehenden Definitionen unzureichend sind und weil es aus historischen Gründen negativ belastet ist.

Schon der Artbegriff in der Biologie ist alles andere als eine klare Sache. Auch wenn die heutige Artdefinition in 99% der Fälle einen guten Dienst leistet, so gibt es doch immer wieder Grenzfälle oder Ausnahmesituationen, in welchen er versagt. Bei dem Rassenkonzept wird es dann noch schwieriger; nicht nur bezogen auf den Menschen. Will man also ein Klassifikationssystem bei der Spezies Menschen mit dem Begriff Rasse einfügen, dann sollte, speziell wegen der historischen Belastung, eine wasserdichte Definition vorliegen. Diese kann für mich nur in der Genetik liegen, nicht aber in der phänotypischen Unterscheidung, da sie wie im Fall Blumenbach sehr anfällig für subjektive Betrachtungen ist.

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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Useldinger » Di 10. Jun 2008, 11:18

Zu der Frage, wie jung die phänotypischen Unterschiede beim Menschen noch sind, dieser Artikel aus der ZEIT:

Unsere Vorfahren waren dunkelhäutig – noch bis vor 6000 Jahren, sagen amerikanische Forscher. Höhlenmaler, Steinzeitjäger und womöglich auch die Pfahlbauer vom Bodensee müssen wir uns als Farbige vorstellen.
http://www.zeit.de/2007/18/N-Hautfarbe
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon garfield335 » Di 10. Jun 2008, 13:47

Useldinger hat geschrieben:Zu der Frage, wie jung die phänotypischen Unterschiede beim Menschen noch sind, dieser Artikel aus der ZEIT:

Unsere Vorfahren waren dunkelhäutig – noch bis vor 6000 Jahren, sagen amerikanische Forscher. Höhlenmaler, Steinzeitjäger und womöglich auch die Pfahlbauer vom Bodensee müssen wir uns als Farbige vorstellen.
http://www.zeit.de/2007/18/N-Hautfarbe



Der Artikel wiederspricht sich selbst

Einerseits heisst es:
Wenn noch irgendwer hohe Kultur mit einer hellen Hautfarbe verbindet, muss er sich schleunigst von diesem Vorurteil verabschieden.


Zum Schluss schreibt der Author aber:
Ein enormer Überlebensvorteil muss daher für Menschen in Europa mit dem mutierten Gen verbunden gewesen sein. Vielleicht dauerte es nicht einmal hundert Generationen, bis der Kontinent erbleicht war.


Also haben Weisse nach Ansicht dieses Authors, einen überlebensvorteil gegenüber Schwarzen :o
Jedenfalls die weissen Bewohner Europas hatten einen Vorteil gegenüber schwarzen Bewohner Europas.

Dies ist ein sehr heikles Thema, man sollte sehr vorsichtig sein was man sagt, um nicht gleich als Rassistisch oder Fremdenfeindlich zu gelten.
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Chlorobium » Di 10. Jun 2008, 14:58

Nein, da gibt es keinen Widerspruch. Die Höhlenmalerei in Europa sind zum Teil weit über 10.000 Jahre alt. Sie wurden also, wenn denn die Aussage zur Hautfarbe stimmt, von "Farbigen" Europäern entworfen.

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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon garfield335 » Di 10. Jun 2008, 15:37

Chlorobium hat geschrieben:Nein, da gibt es keinen Widerspruch. Die Höhlenmalerei in Europa sind zum Teil weit über 10.000 Jahre alt. Sie wurden also, wenn denn die Aussage zur Hautfarbe stimmt, von "Farbigen" Europäern entworfen.

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Das ist korrekt, aber ich meinte den letzten Satz des Textes. Die weissen Europäer hätten einen genetischen Vorteil.

Woraus dieser Vorteil besteht, sagt der Author aber nicht.
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon adal » Di 10. Jun 2008, 16:34

Useldinger hat geschrieben:Zu der Frage, wie jung die phänotypischen Unterschiede beim Menschen noch sind...http://www.zeit.de/2007/18/N-Hautfarbe
Ja.

Rasse ist heute nur noch Züchtersprache, da die Einteilung willkürlich phänotypisch, also nach optischen und nach Nützlichkeitsaspekten (z.B. Milchleistung), vorgenommen wird.

Die Zoologie unterscheidet nach anatomischen und genetischen Gesichtspunkten Spezies, Subspezies und Varietäten. Beim Menschen gibt es aus biologischer Sicht keine Varietäten. Die gab es mal, sie sind aber alle ausgestorben, bis auf den Homo sapiens. Zuletzt der Neanderthaler (aufgrund seiner Anatomie vermutlich eine Varietät) vor 33.000 Jahren.

Der evolutionäre Zeitraum, in dem sich neue Varietäten hätten bilden können, ist viel zu kurz. Erst vor ca. 100.000 -200.000 Jahren schickte sich eine - mutmaßlich im kenianischen Hochland ansässige - winzige Population an, sich über die Welt auszubreiten. Dies ist heute unbestritten, weil aus der frappierenden genetischen Verwandschaft abzuleiten. Die genetische Variationsbreite innerhalb der ("genuinen") europäischen und innerhalb der asiatischen Bevölkerung etwa ist jeweils größer, als die zwischen einem "prototypischen" Europäer und Asiaten.

Alle Versuche, den "Phänotypen" - ungeachtet der soziokulturellen und ökonomischen Bedingungen - bestimmte Charaktereigenschaften oder unterschiedliche Intelligenz zuzuschreiben, haben sich bislang als interessegeleiteter pseudowissenschaftlicher Quatsch erwiesen.
adal
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon adal » Di 10. Jun 2008, 16:52

Garfield335 hat geschrieben:Die weissen Europäer hätten einen genetischen Vorteil.
Vielleicht war der geringere UV-Schutz in den nördlicheren Gefilden kein Überlebensnachteil, aber ein Vorteil insofern, als die Haut mehr Vitamin D bilden kann, um Folgen der Mangelernährung (Calcium- und Vitamin-D-Mangel) zu kompensieren.
Sahnebär

Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Sahnebär » Do 12. Jun 2008, 23:17

El Cattivo hat geschrieben:Biologische Arten und 'Rassen' werden durch die Gene festgelegt und die sprechen eine deutliche Sprache.

Warum sind die Schwarzen schwarz, wenn´s nicht die Gene sind?
garfield335

Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon garfield335 » Fr 13. Jun 2008, 08:34

Sahnebär hat geschrieben:Warum sind die Schwarzen schwarz, wenn´s nicht die Gene sind?


Du hast mal wieder gar nichts verstanden. Bitte den Thread nochmal durchlesen.
und vorallem diesen Artikel, da hat jemand vermutlich eine Erklärung dafür gefunden:

http://www.zeit.de/2007/18/N-Hautfarbe
El Cattivo
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Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon El Cattivo » Sa 14. Jun 2008, 03:34

Sahnebär hat geschrieben:Warum sind die Schwarzen schwarz, wenn´s nicht die Gene sind?

Bist du des Lesens mächtig?

mfg
Alpha Centauri Informationen aus wissenschaftlicher Sicht über Pseudowissenschaften
und ähnliche Überzeugungssysteme, vorrangig kritische Betrachtungen zu Widerlegungen der Relativitätstheorie und Einsteins.
Andromache

Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Andromache » Sa 14. Jun 2008, 10:41

Garfield335 hat geschrieben:

Also haben Weisse nach Ansicht dieses Authors, einen überlebensvorteil gegenüber Schwarzen :o
Jedenfalls die weissen Bewohner Europas hatten einen Vorteil gegenüber schwarzen Bewohner Europas.

Dies ist ein sehr heikles Thema, man sollte sehr vorsichtig sein was man sagt, um nicht gleich als Rassistisch oder Fremdenfeindlich zu gelten.


Weiße Haut bietet tatsächlich einen Überlebensvorteil, allerdings bezogen auf geographische Region und klimatische Bedingungen. Hoher Anteil an UVA- und UVB-Strahlung fürdern die Bildung von Melanin in der Haut, welches für die Pigmentierung verantwortlich ist. Hoher Melaninanteil wiederum senkt die Produktion von VitaminD und Folsäure. Folsäure ist für die Zellteilung und damit für die Fruchtbarkeit wichtig. In nördlichen Breiten nehmen sowohl Sonnenscheindauer als auch Intensität ab. Bei gleichbleibend dunkler Haut ist damit sowohl die VitaminD-Produnktion als auch die Produktion von Folsäure im Körper eingeschränkt, was zu starken Mangelerscheinungen, verbunden mit Missbildungen führt, weiterhin ist die Zellteilung eingeschränkt, was u.a. zur Unfruchtbarkeit führt.
Um zu überleben muss sich der Mensch also zwingend an seine Umweltbedingungen anpassen, was eben duch Mutationen bestimmter Gene passiert.

Der moderne Mensch entstand vor ca. 200.000 Jahren in Afrika, Migrationswellen fanden vor 120.000 bis 80.000 Jahrten (die letzte) statt und war bis vor ca.40.000 bis 30.000 Jahren abgeschlossen. Zeit genug, um sich an die jeweiligen neuen Umweltbedingungen anzupassen.
Vor ca. 35.000 bis 30.000 Jahren, also zur Zeit der Besiedlung Europas, befand sich das Würm-/Weichsel-Glazial vor seinem zweiten Maximum. Die Menschen müssen bei ihrem Eintreffen bereits eine hellere Haut gehabt haben, sonst hätten sie die die voran gegangenen 40.000 Jahre nicht überleben und sich erst recht nicht an die ungünstigen klimatischen Bedingungen nicht anpassen können.

Also entweder hat hier der Autor etwas vollkommen falsch verstanden/interpretiert oder die Wissenschaftler haben eine kapitalen Bock geschossen, indem sie die "Aufhellung" der Haut auf einen so späten Zeitraum datieren.
Die Migrationswellen des Menschen fanden weder geradlinig nach Norden, noch "nonstop" statt. Weitere Migrationsbewegungen fanden nach einer gewissen Anpassung statt.

(vgl. http://www.indianistik.de/HautpigmentierungNeu1.PDF)

Was die Höhlenmalereine in Europa betrifft, so steht bei diesen nicht der mensch im Mittelpunkt, sondern bildet eine Rand-/Nebenfigur und wurde aus diesem Grund nicht naturgetreu dargestellt. Solche Malereien dienten religiösen und kultischen Zwecken.
Archäologische befunde legen den Schluss nahe, dass die ersten religiösen Vorstellungen der Menschen totemistische Züge trugen. (Abstammung von einem Tier)

Gruß Andromache
Sahnebär

Re: Historie zur Klassifikation von menschlichen Rassen

Beitragvon Sahnebär » Sa 14. Jun 2008, 21:27

El Cattivo hat geschrieben:Bist du des Lesens mächtig?

mfg

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