Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

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Chlorobium
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Chlorobium » So 8. Jan 2012, 13:11

Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 05:49 hat geschrieben:Warum soll ich vor 3° mehr Angst haben?
Hast Du schon mal üppige Vegetation auf eis und Schnee gesehen?
also wobei mir die üppige Vegetation weniger für optische wohlfühleffekte denn als menschliche Ernährungsgrundlage wichtig ist.
Mal ganz abgesehen von der heizölrechnung.

Angst ist schon mal schlecht. Ob sich die Landwirte in Deutschland allerdings über die 3°C Mehr und verlängerte Wachstumsperiode freuen, wenn gleichzeitig die Niederschlagsmenge sich reduziert, stelle ich jetzt einfach mal in Abrede.

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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 13:15

ich überlege das nicht als "landwirt in Deutschland".

3° mehr weltweit. nun gut, zumindest ein paar mill ha derzeitiger permafrostboden sollten dann doch schon mal als menschliche Ernährungsgrundlage zusätzlich zur Verfügung stehen, oder?
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Brainiac » So 8. Jan 2012, 13:30

Meiner Meinung nach geht es nicht primär um die Folgen einer Erderwärmung um 3°, die wir voraussehen können.

Sondern es geht vor allem um die Folgen, die wir NICHT voraussehen können.

Das Ökosystem der Erde ist sicherlich mittlerweile recht gut erforscht, dennoch in seiner riesigen Komplexität für uns Menschen, auch unterstützt durch Supercomputer etc und immer ausgefeiltere Modelle, nur teilweise erfass- und prognostizierbar. Und eine Erwärmung der Durchschnittstemperatur um 3° bedeutet eine erhebliche Veränderung eines wesentlichen Parameters.

Fazit: Ein unkalkulierbares Risiko, ich würde es lieber nicht ausprobieren.
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Tantris » So 8. Jan 2012, 13:40

Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 14:15 hat geschrieben:ich überlege das nicht als "landwirt in Deutschland".

3° mehr weltweit. nun gut, zumindest ein paar mill ha derzeitiger permafrostboden sollten dann doch schon mal als menschliche Ernährungsgrundlage zusätzlich zur Verfügung stehen, oder?


Nicht notwendigerweise. 3° durchschnitt bedeuten halt auch, dass es nicht überall genau 3 sind. Manchmal sind es sogar weniger als vorher.

Was mit sicherheit geschähe, wäre eine anhebung des meerespiegels um mehrere meter mindestens und städte wie hamburg oder new york lägen dann unter wasser. Diverse inselstaaten würden aufhören zu existieren.

DAss man im ausgleich dazu, in alaska ananas anbauen kann, ist keinesfalls sicher.
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Chlorobium » So 8. Jan 2012, 13:49

Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 06:15 hat geschrieben:ich überlege das nicht als "landwirt in Deutschland".

3° mehr weltweit. nun gut, zumindest ein paar mill ha derzeitiger permafrostboden sollten dann doch schon mal als menschliche Ernährungsgrundlage zusätzlich zur Verfügung stehen, oder?

Nun, 3°C in Deutschland sind mit Sicherheit verkraftbar. Aber wie sieht es z.B. mit den Mittelmeeranrainern aus? Allein +3°C in Griechenland oder Süditalien sind da mit Sicherheit schon eine andere Nummer. Oder Afrika? Und wie sieht es mit den Gebieten aus, in denen der Anstieg mehr als 3 °C betragen wird? Denn die 3°C Zunahme, so sie denn eintritt, ist ja nur ein globaler Mittelwert. Es wird also Gebiet mit mehr als 3°C geben und solche mit weniger als 3°C.
Ob der Zugewinn an landwirtschaftlicher Nutzfläche in den höheren Breiten den Verlust an anderer Stelle aufwiegt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Aber wir haben doch jetzt schon weltweit einen massiven Verlust an Ackerfläche durch falsche Anbaumethoden, etc. Und haben noch gar nichts mit der Klimaerwärmung zu tun. Eine einfache Plusminusrechnung wird aus meiner Sicht der Komplexität dieser Problemstellung nicht gerecht.

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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 13:58

Brainiac » So 8. Jan 2012, 13:30 hat geschrieben:Meiner Meinung nach geht es nicht primär um die Folgen einer Erderwärmung um 3°, die wir voraussehen können.

Sondern es geht vor allem um die Folgen, die wir NICHT voraussehen können.

.. Und eine Erwärmung der Durchschnittstemperatur um 3° bedeutet eine erhebliche Veränderung eines wesentlichen Parameters.

....


Frühere Warmzeiten in der ERdgeschichte?
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Chlorobium » So 8. Jan 2012, 14:02

Man darf beim Permafrost auch eins nicht vergessen. Nur weil dieser auftaut, ist er nicht gleich für die Landwirtschaft verfügbar. Gebiet mit Permafrost, die bei einer Klimaerwärmung zeitweise auftauen, sind sehr sumpfig und neigen zur Bildung von Thermokarst und zur Vermoorung. Hier müßte also erst einmal ein Wassermanagement eingeführt werden, so wie es z.B. in der Norddeutschen Tiefebene zur Kultivierung der großen Moorflächen notwendig war. Dort hingegen, wo der Permafrost ganz verschwindet, versickert das Wasser ganz im Boden. Die Methanproblematik, die sich beim auftauen von Permafrostböden ergibt, ist hierbei nach gar nicht angesprochen.

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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 14:02

Tantris » So 8. Jan 2012, 13:40 hat geschrieben:

Was mit sicherheit geschähe, wäre eine anhebung des meerespiegels um mehrere meter mindestens und städte wie hamburg oder new york lägen dann unter wasser.


ich will mich nicht an diesen "Eiswürfel-im Glas-Debatten " beteiligen.
Aber ist das wirklich so sicher?

Wie hier im Unterforum schon mal angesprochen besteht der globale Wasserkreislauf aus mehr Komponenten als nur dem meeres(+Gewässer)wasser.
Bei steigender Temperatur steigt auch die Wasseraufnahmefähgikeit von luft.
aufgetaute Böden nehmen Wasser auf.
zusätzliche Vegetation bindet Wasser.

uswususw
ist denn in diesem Bereich auch der Komplexität des Themas genüge getan worden, bevor man solche Szenarien wie Atlantishamburg dem Durchschnittsbürger unter die Nase reibt?
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Chlorobium » So 8. Jan 2012, 14:05

Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 06:58 hat geschrieben:
Frühere Warmzeiten in der ERdgeschichte?

Warmzeit oder Interglazial?

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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Tantris » So 8. Jan 2012, 14:05

...außerdem gibt es nur vermutungen aus computer simulationen, in welcher gegend sich die temperaturen wie verändern. Es würde mit sicherheit auch irgendwo einen ort geben, an dem es kälter ist als vorher.
Durschnitt ist halt nur durchschnitt.

Wir werden wohl zunächst das problem der überfluteten küstenregionen kriegen...
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Tantris » So 8. Jan 2012, 14:07

Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 15:02 hat geschrieben:
ich will mich nicht an diesen "Eiswürfel-im Glas-Debatten " beteiligen.
Aber ist das wirklich so sicher?

Wie hier im Unterforum schon mal angesprochen besteht der globale Wasserkreislauf aus mehr Komponenten als nur dem meeres(+Gewässer)wasser.
Bei steigender Temperatur steigt auch die Wasseraufnahmefähgikeit von luft.
aufgetaute Böden nehmen Wasser auf.
zusätzliche Vegetation bindet Wasser.

uswususw
ist denn in diesem Bereich auch der Komplexität des Themas genüge getan worden, bevor man solche Szenarien wie Atlantishamburg dem Durchschnittsbürger unter die Nase reibt?


Wenn ich ehrlich bin, spekuliere ich jetzt, ich weiss nichts sicher:

Aber, weiss man denn nicht, was in den vielen erdgeschichtlichen warmzeiten mit dem meer geschah?

Steigt der meerespiegel nicht schon jetzt?

Wo geht das ganze eis der gletscher grönlands, antarktis etc hin?
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 14:09

Chlorobium » So 8. Jan 2012, 13:49 hat geschrieben: Denn die 3°C Zunahme, so sie denn eintritt, ist ja nur ein globaler Mittelwert. Es wird also Gebiet mit mehr als 3°C geben und solche mit weniger als 3°C.


Gibts da annahmen drüber , welche Regionen und warum von den änderungen wie untersch8iedlich betgroffen wrden? also laienhaft könnte ich mir jetzt z.B. vorstellen, dass über den Polargebieten nach Abschmelen eines Teils des Eises der Temperaturanstieg stärker ausfiele als über der Äquatorialzone , wo die Temperatur ja "sowieso" hoch ist, weil dort die Sonneneinstrahlung den grösseren Effekt auf die Temperatur hat als die ERdabstrahlung.



Ob der Zugewinn an landwirtschaftlicher Nutzfläche in den höheren Breiten den Verlust an anderer Stelle aufwiegt,

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Vegetation , bzw. LN wäre ja nur ein abzuwägender Aspekt.
zusätzlcihe Schiffahrts und handelsege z.B. ein anderer. Die schon erwähnte heizölrechnung auch.
lebensqualität sowieso. tantris ist ja nich in Südostasien weils da kälter ist als hier.
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 14:12

Tantris » So 8. Jan 2012, 14:07 hat geschrieben:
Wenn ich ehrlich bin, spekuliere ich jetzt, ich weiss nichts sicher:

?


ich auch. :)
Der einzige von uns , der hier ein bisschen Licht ins Dunkle dieser ominösen Komplexität bringen kann,also näher als wir an den erstellten Simulationen und Berechungen dran ist, ist wohl derzeit Chlorobium.
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 14:13

Chlorobium » So 8. Jan 2012, 14:05 hat geschrieben:Warmzeit oder Interglazial?

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mir gings darum, ob sich daraus Erkenntnisse ableiten lassen, was uns im Falle einer Erwärmung erwartet?
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Chlorobium » So 8. Jan 2012, 14:18

Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 07:09 hat geschrieben:
Gibts da annahmen drüber , welche Regionen und warum von den änderungen wie untersch8iedlich betgroffen wrden?

Ja, gibt es. Muß ich aber erst raussuchen. Ich meine mich daran zu erinnern, daß in den höheren Breiten der Temperaturanstieg stärker ausfällt. Dafür leiden viele Gebiete unter einer Änderung des Niederschlagsmuster.

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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Chlorobium » So 8. Jan 2012, 14:57

Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 07:13 hat geschrieben:
mir gings darum, ob sich daraus Erkenntnisse ableiten lassen, was uns im Falle einer Erwärmung erwartet?

Sollte eine globale Erwärmung von 3°C oder mehr tatsächlich eintreten, dann geht es in Richtung Eem-Warmzeit (ca. 126.000 - 115.000 Jahre vor heute). Zu dieser Zeit lagen die durchschnittlichen Temperaturen ca. 5°C über den heutigen. Auch der Meeresspiegel lag höher. Nun läßt sich die Eem-Warmzeit mit Sicherheit nicht 1:1 übertragen. Sie gibt aber einen Hinweis darauf, was uns in etwa bevorsteht, wenn die Reise weiterhin nur in diese Richtung geht. Und es wird in einem Tempo passieren, für das es in der Klimageschichte unseres Planeten kein Beispiel gibt. Ob dann die Anpassungsmechanismen von Flora und Fauna auch noch gelten, halte ich für zweifelhaft. Denn sobald sich Klimazonen bei ihrer Verschiebung eine gewisses Tempo überschreiten, werden viele Pflanzen und Tiere aufgrund ihrer maximalen Migrationsgeschwindigkeit wahrscheinlich nicht mehr mithalten können.
Und für die Anpassungsschwierigkeit der menschlichen Gesellschaften und die damit verbundenen Probleme gibt es genügend Vorbilder in der Geschichte. Die Völkerwanderung ist da wohl nur ein Beispiel unter vielen.

Der Weltuntergang wird aber mit Sicherheit auch diesmal ausfallen.

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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Chlorobium » So 8. Jan 2012, 15:10

Hier mal was zur Sicherheit der Nahrungsmittelproduktion und Klimawandel.

... und wer Google-Earth installiert hat, kann hier mal nachschauen.

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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Chlorobium » So 8. Jan 2012, 15:18

... und noch eine Quelle.

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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Welfenprinz » So 8. Jan 2012, 17:49

Chlorobium » So 8. Jan 2012, 14:57 hat geschrieben:Sollte eine globale Erwärmung von 3°C oder mehr tatsächlich eintreten, dann geht es in Richtung Eem-Warmzeit (ca. 126.000 - 115.000 Jahre vor heute). Zu dieser Zeit lagen die durchschnittlichen Temperaturen ca. 5°C über den heutigen.


Also ich fang mal an, laienmässig mit wiki und trivialwissenschaftlicher Literatur. Und Du machst mich fertig, ergänzt und korrigierst mich.Und ich such mir die Quellen natürlich unter meiner Maxime "3° mehr...... das find ich gut". :)

http://de.wikipedia.org/wiki/Eem-Warmzeit

"Hingegen wurden viele sehr ähnliche Arten von Schnecken und Muscheln im Atlantik südlich der Straße von Dover gefunden; ihr Verbreitungsgebiet reicht heute von den Küsten Portugals (Lusitanische Faunenprovinz) bis ins Mittelmeer (Mediterrane Faunenprovinz"

bei 5° Temperaturunterschied Flora und Fauna Südportugals in Holland und Südengland.
Kann man mit leben.


"Durch einen Vergleich mit anderen Eisbohrkernen im Nordwesten (Camp Century, 77.2°N, 61.1°W) und Südosten (Renland, 71.3°N, 26.7°W) Grönlands stellte sich heraus, dass während der gesamten Warmzeit lediglich ein Teil des südgrönländischen Eisschildes abschmolz, das zentral- und nordgrönländische Eisschild hingegen trotz erhöhter Temperaturen stabil blieb."

wenn bei +5° das Grönlandeis erhalten blieb, gehe ich mal davon aus, dass auch bei +3° noch was da ist. Knuts Brüder und Schwestern werden nicht sterben.

"Es wurde festgestellt, dass die Eem-Warmzeit durchwegs sehr stabil war,"
"konnte gezeigt werden, dass während des Überganges zwischen der Eem-Warmzeit und der Würm-Eiszeit eine Trockenheitsphase von 468 Jahren auftrat. Waldbrände und Staubstürme beeinträchtigten die Wälder in der Eifel und hinterließen ihre Spuren in den Sedimenten"

so, das sind zwei wichtige Aspekte , bei denen ich um korrigierende Bemerkungen dankbar wäre.Die gefühlte und vorausgesagte Zunahme von Stürmen, Hurricans usw fällt für mich unter Panikmache.Mir ist klar, dass Klima ein sehr komplexes geschehen ist, aber das Grundprinzip, dass Sturm und Wind der Ausgleich zwischen verschiedenen Energiepotentialen(gebildet durch Druck oder Temperatur) ist bleibt. Eine Warmzeit MUSS meiner Ansicht nach stabilere Wetterverhältnisse mit sich bringen, da das Entstehen dieser Energiegefälle verringert wird(weniger Luftabkühlung über Eisflächen). Dass beim Übergang zur Eiszeit dann Trockenheit und Stürme vermehrt auftreten ist logisch, so sind z.B. auch unsere Lössböden vor den Gletschern entstanden. Fraglich ist eben , ob diese Zunahme dann auch beim umgekehrten Übergang bei steigenden Temperaturen erfolgt.

So, sehr ergiebige Quelle:
http://www.mad.zmaw.de/fileadmin/extern ... Klimas.pdf

"Das eingesetzte Modell ECHO-G (Legutke und Voss, 1999) besteht aus dem Atmosphärenmodell
ECHAM4 (Auflösung ca. 3,75°, 19 Schichten) und dem Ozeanmodell HOPE-G (Auflösung ca. 2,8°
mit Äquatorverfeinerung, 20 Schichten). Drei Simulationen mit angepassten Bahnparametern
(Exzentrizität, Achsneigung, Position der Tag-Nacht-Gleiche) und Treibhausgaskonzentrationen
wurden durchgeführt. Diese repräsentieren die Bedingungen von 125000 und 115000 Jvh, sowie der
vorindustriellen Phase. Die Treibhausgaskonzentrationen wurden gemäß dem Vostok-Eisbohrkern
festgelegt. Da die Unterschiede dieser Konzentrationen zwischen den betrachteten Zeitpunkten gering
sind, sind die Bahnparameter für die wesentlichen Unterschiede zwischen den Simulationen
verantwortlich. Die Veränderungen der Bahnparameter ergeben sich durch den Einfluss der
Gravitationskräfte der anderen Planeten auf die Erde. Dies führt zu einer veränderten Verteilung der
solaren Einstrahlung, die für die verschiedenen Jahreszeiten und Breitengrade unterschiedlich ausfällt
(siehe Abb. 1). Vor 125000 Jahren war die Saisonalität der nordhemisphärischen Einstrahlung
verstärkt, vor 115000 Jahren war sie vermindert"

Wenn die Bahnparameter, die solare Einstrahlung etc 5° Temperaturänderung verantworten..... warum sollen wir denn dann versuchen über unsere Kohlendioxidemission eine Temperaturänderug von 3° zu verringern? Lass uns wie oben sarkastisch bemerkt unsere restlichen fossilen Brennstoffe verhämmern , aber unsere menschliche Phantasie, Energie und Ressourcen nicht auf den aberwitzigen Versuch verwenden das Klima"zu schützen" (wie skurril)
sondern die Trillionen dazu verwenden den eh nicht abzuwendenden Übergang auf eine -bessere- Warmzeit positiv zu gestalten. Von Deiche bauen über Häfen am Nordmeer und Urbarmachung von neuem Ackerland.

Hier

"In der Simulation der Warmphase führt die deutlich erhöhte Sommereinstrahlung auf der
Nordhalbkugel zu einer deutlichen Erhöhung der Sommertemperaturen gegenüber der vorindustriellen
Simulation (Abb. 2). Diese Erhöhung ist über Landflächen stärker ausgeprägt als über den Ozeanen.
Auf fast allen kontinentalen Gebieten nördlich von 30°N reagiert das Modell mit einer
Temperaturerhöhung von mindestens +2°C. Teilweise treten aber noch deutlich höhere
Temperaturerhöhungen auf, in Teilen Zentralasiens und Sibiriens liegen sie erheblich über +4°C.
Dieses Verhalten stimmt mit Temperaturrekonstruktionen überein, die für den europäischen Kontinent
auf Basis von Pollenfunden am Institut für Paläontologie der Universität Bonn durchgeführt wurden
(Projektpartner Norbert Kühl und Thomas Litt). Da die klimatischen Bedingungen für die
Vegetationszusammensetzung einer Region verantwortlich sind, können durch Bestimmung der
aufgetretenen Arten Abschätzungen der Temperaturverhältnisse vorgenommen werden.
Die erhöhten Sommertemperaturen lassen sich direkt durch die erhöhte Einstrahlung erklären.
Allerdings treten in der Simulation auch auf der Nordhalbkugel Gebiete mit reduzierten Temperaturen
auf. Dort wird der Einfluss der Einstrahlung durch andere Effekte überdeckt, beispielsweise
Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation und dem damit verbundenen Feuchtigkeitstransport"

wird auf die regional Unterschiedlichen Temperaturveränderungen, abweichend vom Durchschnitt wie wir schon angesprochen haben, und die Gründe dafür eingegangen. Wie schon gesagt, je norden desto mehr Erwärmung. Ws ja wirklich nciht schlecht ist.

"Während der 3000-jährigen
Simulation tritt eine kontinuierliche Verminderung der globalen Mitteltemperatur auf. Mit diesem
Trend geht eine kontinuierliche Zunahme des arktischen Meereises und eine Ausdehnung der
ganzjährig schneebedeckten Flächen in Nordamerika einher (Abb. 3). Während der 3000
Simulationsjahre werden 892000 km3 Wasser als Schnee auf dem nordamerikanischen Kontinent
akkumuliert. Die Akkumulationsrate nimmt während der Simulation zu und entspricht am Ende der
Simulation einer Reduktion des globalen Meeresspiegels von 18 cm pro Jahrhundert"

also ich bin jetzt nicht in der Lage die gennnte Schneemenge mit dem heutigen Gletschereis quantitativ zu vergleichen. Aber lässt sich hieraus irgendwas ableiten wieviel Anstieg des Meeresspiegels wir zu erwarten hben bei 3° Erwärmung?18 cm in hundert Jahren....... da erschreckst Du keinen Holländer mit.

"Auch für diese Simulation zeigt sich, dass wesentliche Merkmale des Übergangs von der Warm- in die
Kaltphase wiedergegeben werden und auch in diesem Fall die Veränderungen der Erdbahnparameter
ausreichend sind, um diese Verhaltensweisen auszulösen"

Tja, wieviel Einfluss hat der Mensch aufs Klima?




. Und es wird in einem Tempo passieren, für das es in der Klimageschichte unseres Planeten kein Beispiel gibt. Ob dann die Anpassungsmechanismen von Flora und Fauna auch noch gelten, halte ich für zweifelhaft.


Ja, das Tempo der Veränderung ist wohl wirklich menschgemacht.

Denn sobald sich Klimazonen bei ihrer Verschiebung eine gewisses Tempo überschreiten, werden viele Pflanzen und Tiere aufgrund ihrer maximalen Migrationsgeschwindigkeit wahrscheinlich nicht mehr mithalten können.


Der Mensch ist nicht nur schlecht, wie so viele hier gerne annehmen. Die - züchterische -Adaption z.B. der Mittelmeerpflanzen Zuckerrübe und Mais bis an die klimatischen Bedingungen Schleswig-Holsteins erfolgte in wenigen Jahrzehnten.
Also dass im unterschied zur Eem-Warmzeit der Mensch mit ins Geschehen eingreift muss für die Natur wahrlich nicht nur negative Folgen haben. Es ergeben sich daraus auch Möglichkeiten.
Wenn wir nur wollen.



Und für die Anpassungsschwierigkeit der menschlichen Gesellschaften und die damit verbundenen Probleme gibt es genügend Vorbilder in der Geschichte. Die Völkerwanderung ist da wohl nur ein Beispiel unter vielen.


Die Anpassungsfähigkeit des Menschen ist erwiesenermassen sehr gross, wohl die grösste von allen Arten.
Der Wille zur Veränderung bzw. Anpassung ist das fragliche Momentum. :D


Der Weltuntergang wird aber mit Sicherheit auch diesmal ausfallen.

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Neujahr 2013 diskutieren wir hier den Mayakalender
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Re: Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Beitragvon Tantris » So 8. Jan 2012, 18:03

Warum sind die tropenstürme dann nicht viel harmloser als unsere nördlichen gewitter?

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