Stillstand in der Entwicklung

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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Di 3. Sep 2019, 20:08

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Sep 2019, 15:16)

Das ABsurde und Paradoxe an diesem Phänomen "Waldsterben 1.0" in den 80ern und 90ern ist, dass gerade das Ergreifen von Maßnahmen zur Verhinderung, also die gesetzlich vorgeschriebene Rauchgasentschwefelung etwa und dann natürlich auch die Stillegung einiger Betriebe in Ostdeutschland und Tschechien dazu geführt haben, dass es dieses "Waldsterben 1.0" in den Köpfen der meisten Zeitgenossen praktisch gar nicht gegeben hat.

Sollte es tatsächlich gelingen, die Maßnahmen zu ergreifen, die von Klima-Wissenschaftlern empfohlen werden (was ich nicht mehr glaube), so wird man später auch sagen: Der sogenannte "menschengemachte Anteil am Klimawandel" war eine reine Spekulation und fand nur in den Köpfen einiger hysterischer WIssenschaflter statt.

Und was hat das "Waldsterben 1.0" mit der Anpassung des Menschen an den Klimawandel und/oder dem Thread-Thema zu tun?
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 4. Sep 2019, 08:03

Dark Angel hat geschrieben:(03 Sep 2019, 20:08)

Und was hat das "Waldsterben 1.0" mit der Anpassung des Menschen an den Klimawandel und/oder dem Thread-Thema zu tun?

Das war einfach nur eine Antwort auf deine Bemerkung:
D.A. hat geschrieben:Entweder der Mensch passt sich an den Klimawandel an, unternimmt die notwendigen Maßnahmen zur Anpassung oder er geht unter bzw es gibt zwingend eine drastische Reduktion der Spezies Mensch.

Das ist eine Sprache bzw. Denke, die in mir so unangenehme Assoziationen weckt, dass ich sie einfach nicht unbeantwortet lassen kann.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 4. Sep 2019, 08:22

Und zum eigentlichen Thema nochmal: Es gibt den Begriff der "Vergesellschaftung" (in seiner soziologischen Auslegung). Technik, Wissenschaft, Forschung usw. sind mittlerweile vergesellschaftete Phänomene. Sie sind eingebunden in ökonomische und soziale Strukturen. Ich glaube, dass vor allem dies die Ursache dafür ist, dass der Eindruck entsteht, es gäbe einen "Stillstand in der Entwicklung". Eine ganz ähnliche und übrigens oft gestellte Frage ist die, warum es seit etwa 50 Jahren keine großen philosophischen Entwürfe mehr gibt. Die letzten kamen von Heidegger, Jaspers, Adorno oder Arendt. Es liegt weißgott nicht daran, dass Studenten der Philosophie an unseren Hochschulen nicht gut genug ausgebildet werden. Die sind rein formal sogar eigentlich fitter als die Philosophen des 20. Jahrhunderts mit den großen Namen. Über dieses Problem - wenn es denn eins ist - gibts zahlreiche DIskussionen. Häufig wird auf das Problem der Ökonomisierung der Forschung hingewiesen, das sich mit dem Grundansatz "Philosophie" nicht vertrage. Das andere Problem ist die umfassende sofortige und dichte Reflexion in allen möglichen Medien. Es entstehen weder technische Apparaturen, noch theoretische Erkenntnisse noch philosophische Ansätze über Jahre hinweg im stillen Kämmerlein und werden dann einer erstaunten Weltöffentlichkeit präsentiert. Alles wird kontinuierlich reflektiert und kommunziert. Einzige Ausnahme vielleicht: Militärtechnik. Wissenschaft und Technologie ist mehr und mehr eine große zusammenhängende, kontinuierlich arbeitende Gesamt-Maschinerie. Und dennoch, hier wurde vielfach darauf hingewiesen, gibt es immer wieder bahnbrechende, spektakuläre Erkenntnisse und Entwicklungen.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Sep 2019, 11:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Sep 2019, 08:22)

Und zum eigentlichen Thema nochmal: Es gibt den Begriff der "Vergesellschaftung" (in seiner soziologischen Auslegung). Technik, Wissenschaft, Forschung usw. sind mittlerweile vergesellschaftete Phänomene. Sie sind eingebunden in ökonomische und soziale Strukturen. Ich glaube, dass vor allem dies die Ursache dafür ist, dass der Eindruck entsteht, es gäbe einen "Stillstand in der Entwicklung". Eine ganz ähnliche und übrigens oft gestellte Frage ist die, warum es seit etwa 50 Jahren keine großen philosophischen Entwürfe mehr gibt. Die letzten kamen von Heidegger, Jaspers, Adorno oder Arendt. Es liegt weißgott nicht daran, dass Studenten der Philosophie an unseren Hochschulen nicht gut genug ausgebildet werden. Die sind rein formal sogar eigentlich fitter als die Philosophen des 20. Jahrhunderts mit den großen Namen. Über dieses Problem - wenn es denn eins ist - gibts zahlreiche DIskussionen. Häufig wird auf das Problem der Ökonomisierung der Forschung hingewiesen, das sich mit dem Grundansatz "Philosophie" nicht vertrage. Das andere Problem ist die umfassende sofortige und dichte Reflexion in allen möglichen Medien. Es entstehen weder technische Apparaturen, noch theoretische Erkenntnisse noch philosophische Ansätze über Jahre hinweg im stillen Kämmerlein und werden dann einer erstaunten Weltöffentlichkeit präsentiert. Alles wird kontinuierlich reflektiert und kommunziert. Einzige Ausnahme vielleicht: Militärtechnik. Wissenschaft und Technologie ist mehr und mehr eine große zusammenhängende, kontinuierlich arbeitende Gesamt-Maschinerie. Und dennoch, hier wurde vielfach darauf hingewiesen, gibt es immer wieder bahnbrechende, spektakuläre Erkenntnisse und Entwicklungen.

Auf welche wichtigen Fragen kann "die" Philosophie denn Antworten geben oder hinreichend genaue Erklärungen?
Tatsache ist doch, dass es die Naturwissenschaften sind, die entsprechende Erklärungen liefern (können), die die Entwicklung voran treiben und nicht "die" Philosophie.
Und genau darüber hat sich bereits Hannah Arendt geärgert und dagegen polemisiert, dass die Naturwissenschaften zunehmend in den Bereich Philosophie vordringen und Antworten und Erklärungen liefern, die Philosophie Nicht liefern kann. :D
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Selina » Mi 4. Sep 2019, 12:04

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Sep 2019, 08:22)

Und zum eigentlichen Thema nochmal: Es gibt den Begriff der "Vergesellschaftung" (in seiner soziologischen Auslegung). Technik, Wissenschaft, Forschung usw. sind mittlerweile vergesellschaftete Phänomene. Sie sind eingebunden in ökonomische und soziale Strukturen. Ich glaube, dass vor allem dies die Ursache dafür ist, dass der Eindruck entsteht, es gäbe einen "Stillstand in der Entwicklung". Eine ganz ähnliche und übrigens oft gestellte Frage ist die, warum es seit etwa 50 Jahren keine großen philosophischen Entwürfe mehr gibt. Die letzten kamen von Heidegger, Jaspers, Adorno oder Arendt. Es liegt weißgott nicht daran, dass Studenten der Philosophie an unseren Hochschulen nicht gut genug ausgebildet werden. Die sind rein formal sogar eigentlich fitter als die Philosophen des 20. Jahrhunderts mit den großen Namen. Über dieses Problem - wenn es denn eins ist - gibts zahlreiche DIskussionen. Häufig wird auf das Problem der Ökonomisierung der Forschung hingewiesen, das sich mit dem Grundansatz "Philosophie" nicht vertrage. Das andere Problem ist die umfassende sofortige und dichte Reflexion in allen möglichen Medien. Es entstehen weder technische Apparaturen, noch theoretische Erkenntnisse noch philosophische Ansätze über Jahre hinweg im stillen Kämmerlein und werden dann einer erstaunten Weltöffentlichkeit präsentiert. Alles wird kontinuierlich reflektiert und kommunziert. Einzige Ausnahme vielleicht: Militärtechnik. Wissenschaft und Technologie ist mehr und mehr eine große zusammenhängende, kontinuierlich arbeitende Gesamt-Maschinerie. Und dennoch, hier wurde vielfach darauf hingewiesen, gibt es immer wieder bahnbrechende, spektakuläre Erkenntnisse und Entwicklungen.


Was ich sehr wichtig finde, ist das interdisziplinäre Zusammenarbeiten. Philosophie-Bereiche und Naturwissenschaften könnten sich gegenseitig beleben und befruchten. Tun sie ja auch. Nur, man hört nicht mehr so viel von dieser Vernetzung, wie es früher in meiner Studienzeit noch der Fall war. Täusche ich mich da? Ist das vielleicht nur so eine verzerrte Wahrnehmung meinerseits? Oder gibts wirklich weniger interdisziplinäres wissenschaftliches Zusammenarbeiten?
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Sep 2019, 12:21

Selina hat geschrieben:(03 Sep 2019, 19:36)

Wahnsinn. Klingt sehr interessant. Hätte niemals geglaubt, dass solche Einrichtungen für Touristen geöffnet sind.

Das Gelände des NASA-Space-Centers ist frei zugänglich, da gibt es keine Zäune und Absperrungen. Das ist eine Stadt in der Stadt - mitten in Houston.
Die Eingangshalle beherbergt ein Museum mit Original-Raumanzügen, Nachbauten vom Spaceshuttle (Cockpit) und des Aegle-Mondlanders und dort zahlt man seinen Eintritt. Von dort aus geht es mit einem Shuttleservice kreuz und quer durch das Center. Die gesamte Rundfahrt mit Infos und Erklärungen dauert 4 Stunden.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Selina » Mi 4. Sep 2019, 12:23

Dark Angel hat geschrieben:(04 Sep 2019, 12:21)

Das Gelände des NASA-Space-Centers ist frei zugänglich, da gibt es keine Zäune und Absperrungen. Das ist eine Stadt in der Stadt - mitten in Houston.
Die Eingangshalle beherbergt ein Museum mit Original-Raumanzügen, Nachbauten vom Spaceshuttle (Cockpit) und des Aegle-Mondlanders und dort zahlt man seinen Eintritt. Von dort aus geht es mit einem Shuttleservice kreuz und quer durch das Center. Die gesamte Rundfahrt mit Infos und Erklärungen dauert 4 Stunden.


Würde mich auch interessieren. Gibt es sowas eigentlich auch im Sternenstädtchen bei den Russen?

PS: Wie ich gerade sehe, kommt ins Sternenstädtchen offenbar kein Tourist rein. Dafür haben sie dort sowas hier vor:

https://www.focus.de/wissen/weltraum/we ... 07427.html
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Sep 2019, 13:07

Selina hat geschrieben:(04 Sep 2019, 12:23)

Würde mich auch interessieren. Gibt es sowas eigentlich auch im Sternenstädtchen bei den Russen?

PS: Wie ich gerade sehe, kommt ins Sternenstädtchen offenbar kein Tourist rein. Dafür haben sie dort sowas hier vor:

https://www.focus.de/wissen/weltraum/we ... 07427.html

Lt. Wikipedia ist das Sternenstädtchen eine geschlossene Militärstadt, heißt für Publikumsverkehr gesperrt.
Im Gegensatz dazu ist die NASA zivil.
Allerdings stellte es 1995 auch kein Problem dar (nach 9/11 dürfte das anders sein), eine Airforce-Base zu besichtigen.
Haben wir gemacht - mit Führung eines Offiziers, der uns alles erklärt hat.
Wir haben die Welt nicht mehr verstanden, wie offen und unverkrampft mit Besuchern auch militärischer Einrichtungen umgegangen wurde.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Sep 2019, 13:11

Selina hat geschrieben:(04 Sep 2019, 12:04)

Was ich sehr wichtig finde, ist das interdisziplinäre Zusammenarbeiten. Philosophie-Bereiche und Naturwissenschaften könnten sich gegenseitig beleben und befruchten. Tun sie ja auch. Nur, man hört nicht mehr so viel von dieser Vernetzung, wie es früher in meiner Studienzeit noch der Fall war. Täusche ich mich da? Ist das vielleicht nur so eine verzerrte Wahrnehmung meinerseits? Oder gibts wirklich weniger interdisziplinäres wissenschaftliches Zusammenarbeiten?

Kommt ganz darauf an, was du unter interdisziplinär verstehst.
Im Bereich Alterumswissenschaften/Archäologie ist es völlig an der Tagesordnung, mit Forensikern (Gerichtsmedizinern) Physikern, Chemikern, Biologen etc zusammen zuarbeiten.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon H2O » Do 5. Sep 2019, 02:17

Dark Angel hat geschrieben:(04 Sep 2019, 13:11)

Kommt ganz darauf an, was du unter interdisziplinär verstehst.
Im Bereich Alterumswissenschaften/Archäologie ist es völlig an der Tagesordnung, mit Forensikern (Gerichtsmedizinern) Physikern, Chemikern, Biologen etc zusammen zuarbeiten.


In gleicher Weise muß man auch die technischen Wissenschaften sehen: Auch die "bedienen sich" unablässig der Erkenntnisse der Naturwissenschaften, um uns neue Möglichkeiten zu eröffnen, neue Materialien und überhaupt Fortschritt zu ermöglichen. Im Gebiet "Forschung und Entwicklung" sind interdisziplinäre Projekte der Normalfall. Stichwort: Medizintechnik. Da käme nichts zu Stande, wenn nicht etliche kluge Köpfe ihr Wissen und Können vereinigten.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Adam Smith » Do 5. Sep 2019, 07:13

Selina hat geschrieben:(04 Sep 2019, 12:23)

Würde mich auch interessieren. Gibt es sowas eigentlich auch im Sternenstädtchen bei den Russen?


Bei den Amerikanern gibt es drei private Unternehmen in Bezug auf die Raumfahrt. Das vom Phantasten Musk, von Bezos und dieses hier.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Spaceport_America


600 Tickets ins Weltall sind schon verkauft: Bei „Virgin Galactic“ steht die Ampel für die kommerzielle Raumfahrt auf Grün
2020 soll es auf dem „Spaceport America“ losgehen. Dann kann man mit einem Raketenflugzeug bis an die Grenze des Weltraums in 100 Kilometer Höhe fliegen. Der Raumflughafen steht in der Wüste von New Mexico. Unser USA-Korrespondent Friedemann Diederichs ist dort gewesen


https://www.suedkurier.de/ueberregional ... 9,10215306
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Adam Smith » Do 5. Sep 2019, 07:27

Das Militär der USA nutzt hauptsächlich diesen Raketenstartplatz.


Seit dem 18. Mai 2005 beherbergt die Vandenberg AFB zudem das Joint Space Operations Center (also das Gemeinsame Weltraumoperationszentrum) der US-Luftwaffe.[4] Vandenberg ist zudem auch der Sitz des Joint Forces Component Command (JFCC SPACE), das für die Weltraumaktivitäten des United States Strategic Command ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt (vgl. Weltraumwaffe, National Missile Defense, National Space Policy).



https://de.m.wikipedia.org/wiki/Vandenb ... Force_Base

Musk startet von hier seine Raketen.

https://www.spacex.com/about/capabilities

Hier befinden sich militärische Einrichtungen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Vandenberg_Air_Force_Base

Dürfte demnach nur stark eingeschränkt zu besichtigen sein.

Dieser Raketenstartplatz dürfte auch der Grund sein weshalb die NASA über so wenig Geldmittel verfügt.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Sep 2019, 08:36

Adam Smith hat geschrieben:(05 Sep 2019, 07:13)

Bei den Amerikanern gibt es drei private Unternehmen in Bezug auf die Raumfahrt. Das vom Phantasten Musk, von Bezos und dieses hier.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Spaceport_America

https://www.suedkurier.de/ueberregional ... 9,10215306

All diese Unternehmungen, private wie staatlich geförderte dienen aber primär entweder Umsatzträumen oder sind als exzeptionelle Kulturleistungen gedacht. Und nicht primär in Hinsicht auf Erkenntnisgewinn konzipiert. Und das galt auch schon für die Apollo-Mission. Deren technologische Exzeptionalität und auch deren wissenschaftliche Erkenntnisausbeute soll gar nicht in Frage gestellt werden. Aber in Hinsicht auf die Frage - einfach gesprochen - was es mit der Welt auf sich hat, haben die Amerikaner mit Edwin Hubble weit weit Bedeutenderes zustande gebracht als mit der Mondlandung. Dank Hubble wissen wir zumindest ungefähr, wo der Platz der Erde, des Menschen, des SOnnensystems usw. im Universum ist. Was es mit Galaxien auf sich hat. Was es mit der Expansion des Universums auf sich hat. Das ist nur vergleichbar mit der kopernikanischen Wende.

Die Präsidenten Bush senior und junior waren auch solche Kulturalisten. 2004 wurde das "Constellation"-Programm verabschiedet. Die Rückkehr der Amerikaner zum Mond bis 2020. Ex-Präsident Obama hat dieses Programm (u.a.) mit dem wunderbar lapidaren Begründungs-Satz gecancelt: Auf dem Mond? Da waren wir doch schon ... Es begeistert sich eben nicht einfach jeder an tollkühnen Männern oder Frauen in fliegenden Kisten. Und glaubt jemand wirklich, Obama sei einfach nur eine Krämerseele, dem das ganze nur zu teuer ist?

Nicht wenige Menschen sind eben weniger an exzeptionellen Kulturleistungen und dem entsprechenden Ruhm für Nation und Vaterland interessiert und viel mehr daran, zu verstehen, was es mit der Welt auf sich hat. Dazu muss man den zeitlichen und räumlichen Horizont über Mond und Mars hinaus viel weiter stecken. Und man muss den Anschluss der Naturwissenschaft an die abstrakte Ebene der Philosophie suchen. Viele Bereiche der theoretischen Physik lassen sich auch aus einer philosophischen Perspektive betrachten.

Typisch für die westliche Welt der Nachkriegszeit: Der Fall Thor Heyerdahl: Seine wissenschaftlich gesehen eigentlich vollkommen irrelevante Expedition mit dem Kon-Tiki-Floß von Südamerika nach Polynesien entsprach den Sehnsüchten von Milliarden. Seine Bücher darüber wurden in fast alle Sprachen der Welt übersetzt. Heute ist er so gut wie vergessen. Ich und nicht nur ich wollen nicht, dass dieser Geist von neuem geweckt wird. Bitte. Geht doch nach Russland. Da könnt ihr Wladimir Putin bewundern, wie er mit Kranichen fliegt, mit Eisbären spazieren geht oder die sibirischen Tiger rettet.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Adam Smith » Do 5. Sep 2019, 08:54

Zustimmung. Erkenntnisgewinne gibt es bei der bemannten Raumfahrt deutlich weniger. Trotzdem gibt es drei private Raumfahrtunternehmen.

Bezos startet von hier aus.


Am 16. September 2015 gab die NASA bekannt, dass Blue Origin den Launch Complex 36 gemietet hat und ihn als Startgelände für ihre Trägerraketen der nächsten Generation modifizieren wird. [24]

Im Falle einer geringen Neigung (geostationär) wird der Standort des Gebiets bei 28 ° 27'N gegenüber anderen Starteinrichtungen, die sich näher am Äquator befinden, leicht benachteiligt. Der Schub von der Erdrotation nach Osten beträgt bei Cape Canaveral etwa 406 m / s, beim European Guiana Space Center in Französisch-Guayana jedoch



https://en.wikipedia.org/wiki/Cape_Cana ... ce_Station

Wieder mal ein militärischer Stützpunkt.

Das Militär dominiert die Raumfahrt in den USA.

https://spaceflightnow.com/2018/10/16/u ... t-funding/
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Sep 2019, 09:23

Selina hat geschrieben:(04 Sep 2019, 12:04)

Was ich sehr wichtig finde, ist das interdisziplinäre Zusammenarbeiten. Philosophie-Bereiche und Naturwissenschaften könnten sich gegenseitig beleben und befruchten. Tun sie ja auch. Nur, man hört nicht mehr so viel von dieser Vernetzung, wie es früher in meiner Studienzeit noch der Fall war. Täusche ich mich da? Ist das vielleicht nur so eine verzerrte Wahrnehmung meinerseits? Oder gibts wirklich weniger interdisziplinäres wissenschaftliches Zusammenarbeiten?

Das kann man wahrscheinlich in der Gesamtheit und Allgemeinheit nicht beantworten.

Was Philosophie und Naturwissenschaften anbetrifft: Dass das berühmte Libet-Experiment 1979 zu neuronalen Bereitschaftspotenzialen und bewussten oder unbewussten Handlungen keineswegs bedeutet, es gäbe eigentlich keine "Willensfreiheit", ist nur unter Einbeziehung philosophischer Aspekte verstehbar. Szientisten ignorieren dies geflissentlich.

Gerade wenn unsere Handlungen nur und ausschließlich von bewussten Entscheidungen geprägt und völlig unabhängig vom Unbewussten wären, wären wir in deterministischen Abläufen gefangen und es könnte von "Willensfreiheit" überhaupt nicht die Rede sein. Willensfreiheit kann überhaupt erst an einer Art Überwindungsgrenze vom unbewusst Geprägten hin zum bewusst Entschiedenen entstehen.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Selina » Do 5. Sep 2019, 09:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Sep 2019, 09:23)

Das kann man wahrscheinlich in der Gesamtheit und Allgemeinheit nicht beantworten.

Was Philosophie und Naturwissenschaften anbetrifft: Dass das berühmte Libet-Experiment 1979 zu neuronalen Bereitschaftspotenzialen und bewussten oder unbewussten Handlungen keineswegs bedeutet, es gäbe eigentlich keine "Willensfreiheit", ist nur unter Einbeziehung philosophischer Aspekte verstehbar. Szientisten ignorieren dies geflissentlich.

Gerade wenn unsere Handlungen nur und ausschließlich von bewussten Entscheidungen geprägt und völlig unabhängig vom Unbewussten wären, wären wir in deterministischen Abläufen gefangen und es könnte von "Willensfreiheit" überhaupt nicht die Rede sein. Willensfreiheit kann überhaupt erst an einer Art Überwindungsgrenze vom unbewusst Geprägten hin zum bewusst Entschiedenen entstehen.


Genau. Ich hatte da vor langer Zeit diese Buchrezension gesehen, die mich schon fasziniert hat. Das Buch habe ich jedoch nicht gelesen. Hab die Buchbesprechung sogar noch gefunden im Netz. Deine Meinung dazu würde mich schon interessieren (siehe unten der Link). Denn auch, wenn ich daran glaube und es für nachvollziehbar halte, dass diese Geschichte mit dem Handheben schon Bruchteile von Sekunden in uns als Entscheidung angelegt ist, so würde ich niemals so weit gehen zu sagen, dass es wegen solcher Experimente nun keine freie Willensentscheidung mehr gibt. Denn auch, wenn etwas einen Augenblick vor der sichtbaren Entscheidung bereits im Hirn entschieden wird, so kann das ja nur passieren aufgrund vieler zuvor angelegter Verknüpfungen und Erfahrungen und Erkenntnisse. All das hat schon mit uns selbst zu tun. Und ja, das ist ein gutes Beispiel für eine mögliche oder gar nötige Vernetzung von Philosophie und Naturwissenschaft. Alleine der Begriff "freier Wille" schreit ja danach, auch philosophisch betrachtet zu werden und nicht alleine nur neurowissenschaftlich.

Zitat

Ist Freiheit nur eine Illusion?
Wie die moderne Hirnforschung ein altes philosophisches Problem neu beantwortet


https://www.neues-deutschland.de/artike ... usion.html
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Do 5. Sep 2019, 12:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Sep 2019, 08:36)
Typisch für die westliche Welt der Nachkriegszeit: Der Fall Thor Heyerdahl: Seine wissenschaftlich gesehen eigentlich vollkommen irrelevante Expedition mit dem Kon-Tiki-Floß von Südamerika nach Polynesien entsprach den Sehnsüchten von Milliarden.

Da irrst Du aber gewaltig!
Mit seiner Kon-Tiki-Expedition begründete Thor Heyerdahl de facto die Experimentelle Archäologie, die sehr große Erkenntnisgewinne bringt u.a. WIE - mit welchen Mitteln - die (dauerhafte) Besiedung der Kontinente und Inseln möglich war.
Nix mit "Sehnsüchten von Milliarden"!
Die Expeditionen von Thor Heyerdahl zeigten a) dass die (dauerhafte) Besiedlung von Inseln NICHT "rein zufällig von einzelnen Individuen" erfolgt sein konnte, sondern mittels sorgfältig geplanter Aktionen größerer bzw großer Gruppen. Er zeigte u.a. WIE sich Kulturen ausbreiten bzw gegenseitig beeinflussen.
Nicht zuletzt gaben die Expeditionen Heyerdahls den Anstoß für die Entwicklung/Entstehung ganzer Wissenschaftsbereiche u.a. Paläobotanik, Palöometallurgie u.a.
Während Heyerdahl sich bei seinen Expeditionen noch auf Wasserfahrzeuge beschränkte, die nicht steuerbar waren, mehr oder weniger auf Meeresströmungen angewiesen, zeigte sein "Nachfolger" Dominique Görlitz mit seinen Abora-Expeditionen, dass es bereits vor Jahrtausenden möglich war, Schilfschiffe mittels "Seitenschwertern" gezielt zu steuern und zu lenken und damit (auch) Handelsverbindungen aufzubauen.

Edit: Bitte Verletzendes zu unterlassen! H2O
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Beitragvon schokoschendrezki » Fr 6. Sep 2019, 08:16

Dark Angel hat geschrieben:(05 Sep 2019, 12:56)

Da irrst Du aber gewaltig!
Mit seiner Kon-Tiki-Expedition begründete Thor Heyerdahl de facto die Experimentelle Archäologie, die sehr große Erkenntnisgewinne bringt u.a. WIE - mit welchen Mitteln - die (dauerhafte) Besiedung der Kontinente und Inseln möglich war.
Nix mit "Sehnsüchten von Milliarden"!
Die Expeditionen von Thor Heyerdahl zeigten a) dass die (dauerhafte) Besiedlung von Inseln NICHT "rein zufällig von einzelnen Individuen" erfolgt sein konnte, sondern mittels sorgfältig geplanter Aktionen größerer bzw großer Gruppen. Er zeigte u.a. WIE sich Kulturen ausbreiten bzw gegenseitig beeinflussen.
Nicht zuletzt gaben die Expeditionen Heyerdahls den Anstoß für die Entwicklung/Entstehung ganzer Wissenschaftsbereiche u.a. Paläobotanik, Palöometallurgie u.a.
Während Heyerdahl sich bei seinen Expeditionen noch auf Wasserfahrzeuge beschränkte, die nicht steuerbar waren, mehr oder weniger auf Meeresströmungen angewiesen, zeigte sein "Nachfolger" Dominique Görlitz mit seinen Abora-Expeditionen, dass es bereits vor Jahrtausenden möglich war, Schilfschiffe mittels "Seitenschwertern" gezielt zu steuern und zu lenken und damit (auch) Handelsverbindungen aufzubauen.

Edit: Bitte Verletzendes zu unterlassen! H2O

Ich will mich da nicht groß in eine Diskussion um Methodik in der Archäologie einlassen. Aber das, was er mit der Kon-Tiki-Expedition eigentlich beweisen wollte - die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus - war ein Irrtum:

Für Thor Heyerdahl steht fest, dass seine These damit bewiesen ist. Doch ein namhafter, US-amerikanischer Archäologe kommentiert trocken: „Das einzige, was Heyerdahl bewiesen hat, ist, dass Norweger gute Seefahrer sind!“ Und der Brite Sir Peter Buck, damals der führende Polynesien-Experte, meint nur: "Ein nettes Abenteuer. Aber sie können niemanden davon überzeugen, dass es sich hier um eine wissenschaftliche Expedition handelte." Tatsächlich gilt Heyerdahls These in der Völkerkunde heute, 60 Jahre nach der Fahrt der Kon-Tiki, als längst überholter Irrtum, erzählt Nikolai Grube, Professor für Altamerikanistik und Ethnologie.
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=2ahUKEwjejoGVwrvkAhVEKlAKHT-7DDEQFjAAegQIABAC&url=https%3A%2F%2Fwww.swr.de%2Fswr2%2Fwissen%2Fswr2-manuskript-wissen-2019-08-26-thor-heyerdahl-100.pdf&usg=AOvVaw0wYFRNCWkF0BN9rVtqCm6d

Die DIskussion um Nutzen und Zweck der bemannten Raumfahrt über den Erdorbit hinaus und in der näheren Zukunft wird weitergehen und sich vermutlich noch zuspitzen.
Die Begeisterung um den deutschen "Astro-Alex" Alexander Gerst ist verständlich. Aber die Wahrheit ist: Die Kosten für bemannte Missionen sind irrwitzig. Astronauten fliegen ins All, weil es begeistert, weil es stolz macht. Das Geld wäre besser anzulegen.
... Mit technologischem oder wissenschaftlichem (Erkenntnis-)Gewinn sind diese Ausgaben niemals zu rechtfertigen. Weniger als ein Zehntel der laufenden Kosten für die ISS fließen in die Forschungsexperimente an Bord. Und nüchtern betrachtet: Fast alles davon könnte genauso gut oder besser mit Satelliten, Automaten und Robotern erledigt werden.
https://www.sueddeutsche.de/wissen/raumfahrt-ueberirdisches-unterfangen-1.4002699
heißt es in nur einem von zig aktuellen kritischen Beiträgen dazu.

Objektiv spricht die weitaus schnellere Entwicklung von IT, Robotik, KI als die in Antriebstechnik dafür, dass bemannte Raumfahrtmissionen grundsätzlich immer fragwürdiger werden. Man muss einfach nüchtern das Surplus an Erkenntnisgewinn, das dadurch entsteht, dass eine Mission bemannt und nicht unbemannt ist, ins Verhältnis zu den Kosten setzen, die für eine "Bemannung" zusätzlich anfallen. Das Ergebnis wollen die Enthusiasten wahrscheinlich lieber nicht wissen. Letzteres ist gigantisch. Ersteres ist schon in Kürze möglicherweise gleich Null.

Ganz persönlich und subjektiv steht diese Begeisterung für "Weltraumabenteuer" für mich einfach für einen neuen infantilen Maskulinismus, der politisch durch Figuren wie Trump, Putin oder Erdogan repräsentiert wird.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Sep 2019, 10:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Sep 2019, 08:16)

Ich will mich da nicht groß in eine Diskussion um Methodik in der Archäologie einlassen. Aber das, was er mit der Kon-Tiki-Expedition eigentlich beweisen wollte - die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus - war ein Irrtum:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=2ahUKEwjejoGVwrvkAhVEKlAKHT-7DDEQFjAAegQIABAC&url=https%3A%2F%2Fwww.swr.de%2Fswr2%2Fwissen%2Fswr2-manuskript-wissen-2019-08-26-thor-heyerdahl-100.pdf&usg=AOvVaw0wYFRNCWkF0BN9rVtqCm6d

Ich habe nicht - niemand, nicht einmal Heyerdahl hat - behauptet, dass Polynesien von Südamerika aus besiedelt wurde.
Es besteht a) keinerlei Ähnlichkeit der Maori mit den Ureinwohnern Südamerika, weder "rein äußerlich" noch genetisch und b) wurden Südamerika und die Inseln im Indischen und Pazifischen Ozean zu völlig unterschiedlichen Zeiten besiedelt.
Heyerdahl hat sehr wohl bewiesen, dass und auf welche Weise sich Menschen und Kuturen über den Ozean ausgebreitet haben, dass die grunsätzliche Möglichkeit unter Ausnutzung von Meeresströmungen bestanden hat.
Nachzuweisen, dass die grundsätzliche Möglichkeit besteht, ist etwas völlig anderes als zu behaupten DASS es so gewesen ist.
Hättest du das Buch "Kon-Tiki" gelesen und/oder die anderen Bücher von Heyerdahl, dann wüsstest Du, dass er nirgends im Imperativ scheibt, sondern nur von einer "grundsätzlichen Machbarkeit", davon WIE eine Besiedlung hätte erfolgen KÖNNEN.
Fazit: Du hast gar nichts bewiesen - wieder einmal!

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Sep 2019, 08:16)
Die DIskussion um Nutzen und Zweck der bemannten Raumfahrt über den Erdorbit hinaus und in der näheren Zukunft wird weitergehen und sich vermutlich noch zuspitzen.
https://www.sueddeutsche.de/wissen/raumfahrt-ueberirdisches-unterfangen-1.4002699
heißt es in nur einem von zig aktuellen kritischen Beiträgen dazu.

Du solltest dich mehr mit Fachpublikationen zum Stand der Forschung und Entwicklung der bzw in der Raumfahrt beschäftigen, statt mit irgendwelchen Artikelchen in zweitrangigen Blättchen!

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Sep 2019, 08:16)
Objektiv spricht die weitaus schnellere Entwicklung von IT, Robotik, KI als die in Antriebstechnik dafür, dass bemannte Raumfahrtmissionen grundsätzlich immer fragwürdiger werden. Man muss einfach nüchtern das Surplus an Erkenntnisgewinn, das dadurch entsteht, dass eine Mission bemannt und nicht unbemannt ist, ins Verhältnis zu den Kosten setzen, die für eine "Bemannung" zusätzlich anfallen. Das Ergebnis wollen die Enthusiasten wahrscheinlich lieber nicht wissen. Letzteres ist gigantisch. Ersteres ist schon in Kürze möglicherweise gleich Null.

Mit "Objektiv" hat Deine Aussage nicht das Geringste zu tun, sondern lediglich mit Deiner ganz persönlichen Meinung!
Erkenntnisgewinn lässt sich in der Grundlangeforschung keine Kosten-Nutzenrechnung erstellen, weil a) Forschung immer ergebnisoffen ist bzw zu sein hat und b) sich der Erkenntnisgewinn nicht monetär beziffern lässt.

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Sep 2019, 08:16)Ganz persönlich und subjektiv steht diese Begeisterung für "Weltraumabenteuer" für mich einfach für einen neuen infantilen Maskulinismus, der politisch durch Figuren wie Trump, Putin oder Erdogan repräsentiert wird.

Was für ein Nonsens!
Was bemannte Raumfahrt und die "Begeisterung" = Fortführung von Forschung mit Maskulinismus und Thrump zu tun haben soll, wird wohl für immer DEIN Geheimnis bleiben.
Dummerweise ist diese "Begeisterung" bei Männern und Frauen inetwa gleich verteilt bzw arbeiten in den USA und China viele Frauen in der Raumfahrtforschung (auch bemannte).
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Papaloooo » Sa 7. Sep 2019, 09:12

Natürlich kommt immer das Argument der hohen Kosten der Weltraumfahrt auf.
Aber Menschen sind nun mal Pioniere.
Das Bestreben, andere Himmelskörper zu besiedeln, ist unbezwingbar.
Die Euphorie der 60er, dass bis in den 2000ern eine ständig bewohnte Marsstation entstehe, wurde merklich ausgebremst.
Es geht doch langsamer, zum einen, weil die ehemaligen Gegenspieler nicht mehr wetteifern, sondern kooperieren, zum anderen, weil Sicherheitsaspekte relevanter werden.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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