Stillstand in der Entwicklung

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Ger9374

Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Ger9374 » Di 10. Sep 2019, 13:22

Es widerspricht dem Menschlichen Forscherdrang hindernisse als entgültig
zu aktzeptieren.Die Zeit als hindernis weiteren erforschens unserer Milchstrasse und weiter hinaus wird dabei eines der grössten hindernisse darstellen.
Antriebe die nächsten hürden.
Wirtschaftliche Aspekte werden zunehmend an bedeutung gewinnen.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Di 10. Sep 2019, 14:34

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Sep 2019, 16:50)

Was die "Fernsteuerbarkeit" anbelangt, habe ich mich falsch ausgedrückt. Natürlich können ab einer bestimmten Entfernung nur noch Vorgaben gemacht werden und müssen autonom arbeitende Systeme eben autonom arbeiten. Es ist dabei noch die Frage, ob Fehlerkorrekturen von selbstkorrigierenden Maschinen oder von Menschen besser und schneller beseitigt werden. Bei Mond und Mars geht es ja nicht um unbekannte Himmelskörper, bei denen man vor Ort überhaupt erst mal sichten und planen muss. Es sind, einschließlich der Montage von Instrumenten und Gebäuden allesamt automatisierbare Abläufe.

Mond und Mars sind keine unbekannten Himmelskörper?
Wie kommst du denn auf DAS schmale Brett?
Wie genau sind denn Mond und Mars untersucht, dass von "bekannt" die Rede sein kann?
Noch nicht mal die Erde ist vollständig erforscht - es gibt immer wieder neue Erkenntnisse und Entdekungen, die NICHT mittels "autonom arbeitender Systeme" erforscht werden können.
Und da schwadronierst du in Bezug auf Mond und Mars was von "nicht unbekannt ..."

Übrigens: deine "autonom arbeitenden Systeme" sind ein "alter Hut", sie nennen sich "von Neumann-Maschinen"
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 11. Sep 2019, 07:43

Dark Angel hat geschrieben:(10 Sep 2019, 14:34)

Mond und Mars sind keine unbekannten Himmelskörper?
Wie kommst du denn auf DAS schmale Brett?
Wie genau sind denn Mond und Mars untersucht, dass von "bekannt" die Rede sein kann?
Noch nicht mal die Erde ist vollständig erforscht - es gibt immer wieder neue Erkenntnisse und Entdekungen, die NICHT mittels "autonom arbeitender Systeme" erforscht werden können.
Und da schwadronierst du in Bezug auf Mond und Mars was von "nicht unbekannt ..."

Mond und Mars sind im Detail zwar nicht bekannt aber es sind keine völlig unerwarteten Gegebenheiten zu erwarten.
Übrigens: deine "autonom arbeitenden Systeme" sind ein "alter Hut", sie nennen sich "von Neumann-Maschinen"

:p "von Neumann Maschinen" sind schlicht und einfach das, was wir heute als üblichen "Computer" ansehen.

Der Begriff "Autonomie" in der Informationstechnologie steht nochmal unabhängig von Systemarchitekturfragen (von Neumann-Maschinen zeichnen sich dadurch aus, dass sie binär arbeiten und Daten und Programmcode in einem gemeinsamen Speicher halten). Es gibt gefühlt tausende von aktuellen wissenschaftlichen Artikeln jüngerer Zeit, die sich mit dem Thema "autonome System" befassen. Im Kern geht es dabei immer um die Möglichkeit der Eliminierung notwendiger Nutzerinteraktionen.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 11. Sep 2019, 08:28

Papaloooo hat geschrieben:(10 Sep 2019, 13:12)

Natürlich ist das so, völlig richtig!
SETI ist gewissermaßen der Versuch, das eigene Gewissen zu beruhigen, dass man (im bescheidenen Maßstab der eigenen Möglichkeiten) alles tut, um extraterestisches Leben zu detektieren.

Ich hab mich mit dieser ganzen Problematik vielleicht noch zu wenig beschäftigt. Aber was mich bei diesem ganzen SETI-Problem und den Auflösungsversuchen des Fermi-Paradoxons immer verwundert bzw. was ich nicht verstehe ... dass diese enorme Diskrepanz in den kosmischen Verläufen und der Entwicklung von Zivilisationen hinsichtlich Zeiträumen und vor allem auch "Anstiegsverhalten" scheinbar nicht berücksichtigt wird. Das Entstehen unserer menschlichen Zivilisation mit Kultur, Wissenschaft, Raumfahrt. Signalaussendungen ist von der Sesshaftwerdung bis jetzt gemessen an kosmischen Zeitverläufen zunächst einmal nur ein kurzes Aufblitzen. Entweder wirds das schon in Kürze gewesen sein oder es entwickelt sich - wiederum in kosmischen Zeitmaßstäben - etwas, das sich völlig unserem heutigen Verständnis entzieht. Die Wahrscheinlichkeit, das sich Menschen mit Außerirdischen treffen, dann ein bissel Übersetzungslogik schaffen und dann "miteinander kommunizieren" ist, selbst wenn es in der Milchstraße von Zivilisationen so wimmelt wie in einem Ameisenhaufen, eigentlich gleich null. Aber nicht wegen dieser ganzen Argumente "Unerreichbarkeit", "Ignorieren", "Zoo" usw. sondern wegen totaler, völliger Inkompatibilität. Bis dahin, dass Individuen nicht mehr zwangsläufig mit einem biologischen Körper gleichgesetzt sein müssen.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 11. Sep 2019, 08:51

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Sep 2019, 12:17)

Es handelt sich um eine Einzelmeinung, der du zustimmst. "Die Raumfahrt ist lebensgefährlich", mit dem Argument wäre Amerika wohl nie entdeckt worden oder, um es noch weiter auf die Spitze zu treiben: mit der Einstellung wäre der Mensch nie aus dem Wald gekrochen. Die Besiedelung des Weltraums wird früher oder später sowieso erfolgen, allen Unkenrufen von Bedenkenträgern zum Trotz. Und das ist auch gut so.

Zunächst einmal geht es um real geplante Missionen. Sollte tatsächlich - wie im März von der US-Regierung angekündigt - eine bemannte Mondlandung 2024 stattfinden, so wird das voraussichtlich ein ziemliches Medienereignis werden. Fast wie ein Fußball-WM-Endspiel. Und nach allem, was offiziell bis jetzt dazu verlautbart wird, wird es zweitrangig sein,dass Amerikaner auf dem Mond gelandet und erstrangig, dass Amerikaner auf dem Mond gelandet sind. Ich halte es für sehr wichtig, dass politisch interessierte Menschen sich nicht in diesen leicht nationalistisch gefärbten Hype hineinziehen lassen und die Entwicklungen der bemannten Raumfahrt kritisch, skeptisch und distanziert mitverfolgen.

"Die Besiedelung des Weltraums wird früher oder später sowieso erfolgen". :p :p
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 11. Sep 2019, 09:10

Dark Angel hat geschrieben:(10 Sep 2019, 12:22)

1. sind unter den entdeckten Exoplaneten keine erdähnlichen Planeten.


Und ob. Es kommt halt darauf an, was man unter "erdähnlich" versteht. Wenns ungefähre Erdmasse und eine Umlaufbahn in einer habitablen Zone um das Zentralgestirn ist, wurden sehr wohl potenziell erdähnliche Exoplaneten detektiert. Der Begriff "Erdähnlichkeit" ist allerdings tatsächlich ein wenig aufbauschend. Der Spiegel schreibt in einem Artikel " In unserer unmittelbaren Umgebung scheint es vor Erdzwillingen geradezu zu wimmeln. " Das ist natürlich arg sensationsheischend.

Einer der bekanntesten Kandidaten ist der FIxstern Tau Ceti, knapp 12 Lichtjahre entfernt. Das Fermi-Paradoxon ("Wo sind sie?") hat aber damit gar nicht so viel zu tun. Das trifft auch auf einen Radius von hunderten Lichtjahren zu.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Mi 11. Sep 2019, 12:43

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Sep 2019, 07:43)

Mond und Mars sind im Detail zwar nicht bekannt aber es sind keine völlig unerwarteten Gegebenheiten zu erwarten.

Nochmal: Wie kommst du auf dieses schmale Brett?
Kannst du diese Behauptung in irgend einer Art und Weise belegen?
Welches Areal des Mars haben denn "Pathfinder"-, "Viking"- oder sonstige Sonden denn erkundet und wie intensiv, dass du dich zu einer derartigen Behauptung aufschwingen kannst es wären keine "völlig unerwarteten Gegebenheiten zu erwarten".

Ziemlich überheblich und falsch dazu! Meinst du nicht?
Über den Mars ist so gut wie gar nichts bekannt!

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Sep 2019, 07:43)
:p "von Neumann Maschinen" sind schlicht und einfach das, was wir heute als üblichen "Computer" ansehen.

Seit wann das denn?
Ich wusste gar nicht, dass sich unsere "heute üblichen "Computer"" selbst replizieren können, sich selbst reparieren und organisieren können.

Irgendwie bist du da auf dem völlig falschen Dampfer!
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Mi 11. Sep 2019, 12:59

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Sep 2019, 09:10)

Und ob. Es kommt halt darauf an, was man unter "erdähnlich" versteht. Wenns ungefähre Erdmasse und eine Umlaufbahn in einer habitablen Zone um das Zentralgestirn ist, wurden sehr wohl potenziell erdähnliche Exoplaneten detektiert. Der Begriff "Erdähnlichkeit" ist allerdings tatsächlich ein wenig aufbauschend. Der Spiegel schreibt in einem Artikel " In unserer unmittelbaren Umgebung scheint es vor Erdzwillingen geradezu zu wimmeln. " Das ist natürlich arg sensationsheischend.

Einer der bekanntesten Kandidaten ist der FIxstern Tau Ceti, knapp 12 Lichtjahre entfernt. Das Fermi-Paradoxon ("Wo sind sie?") hat aber damit gar nicht so viel zu tun. Das trifft auch auf einen Radius von hunderten Lichtjahren zu.

Erdähnlich/potentiell erdähnlich beschränkt sich nicht nur auf die Masse des Planeten, auch auf dessen Umlaufzeit um das Zentralgestirn, die Eigenrotation etc. Erdähnlich bedeutet eben auch potentliell "lebentragend" und das ist bei Planeten, die ihr Zentralgestirn in 20, 40 oder 60 Tagen umrunden, NICHT gegeben. Ebenso problematisch ist es, wenn die Planeten immer die eine zu schnelle oder zu langsame Eigenrotation aufweisen.
Planeten die da infrage kämen, sind a) 560 bzw 1200 Lichtjahre entfernt, haben b) eine deutlich höhere Masse als die Erde und c) ist nichts über das Vorhandensein einer Atmosphäre, deren Zusammensetzung und das Vorhandensein von Wasser bekannt.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Mi 11. Sep 2019, 13:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Sep 2019, 09:10)
Einer der bekanntesten Kandidaten ist der FIxstern Tau Ceti, knapp 12 Lichtjahre entfernt. Das Fermi-Paradoxon ("Wo sind sie?") hat aber damit gar nicht so viel zu tun. Das trifft auch auf einen Radius von hunderten Lichtjahren zu.

Was das Fermi-Paradoxon angeht: Woher willst du (wir) wissen, dass sie nicht längst sind bzw da waren, woher willst du wissen, dass sie uns nicht beobachten, wir allerdings nicht in der Lage sind sie als fortgeschrittene Zivilisation zu erkennen bzw ihre Signale zu entschlüsseln - wie Stephen Hawking vermutete.
In einem Gespräch mit einem Physiker sagte mir dieser (sinngemäß):
"Es ist unwissenschaftlich, anzunehmen dass wir allein im Universum sind, es ist unwissenschaftlich anzunehmen, dass wir nicht beobachtet würden und es ist unwissenschaftlich anzunehmen, dass die Erde in der Vergangenheit nicht bereits von einer fremden Zivilisation besucht worden ist. Aber es ist auch genauso unwissenschaftlich, eine solche Anwesenheit auf der Erde zu konstruieren, so lange eindeutige Belege dafür fehlen ..."
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 11. Sep 2019, 20:25

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Sep 2019, 08:51)

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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Ger9374 » Mi 11. Sep 2019, 20:39

Dark Angel hat geschrieben:(11 Sep 2019, 13:11)

Was das Fermi-Paradoxon angeht: Woher willst du (wir) wissen, dass sie nicht längst sind bzw da waren, woher willst du wissen, dass sie uns nicht beobachten, wir allerdings nicht in der Lage sind sie als fortgeschrittene Zivilisation zu erkennen bzw ihre Signale zu entschlüsseln - wie Stephen Hawking vermutete.
In einem Gespräch mit einem Physiker sagte mir dieser (sinngemäß):
"Es ist unwissenschaftlich, anzunehmen dass wir allein im Universum sind, es ist unwissenschaftlich anzunehmen, dass wir nicht beobachtet würden und es ist unwissenschaftlich anzunehmen, dass die Erde in der Vergangenheit nicht bereits von einer fremden Zivilisation besucht worden ist. Aber es ist auch genauso unwissenschaftlich, eine solche Anwesenheit auf der Erde zu konstruieren, so lange eindeutige Belege dafür fehlen ..."




Ich denke Hawking trifft voll ins Schwarze.
Vor allem wer hat denn immer Lust Utopische Ideen eines Daeniken usw. aufzusitzen. Vielleicht braucht es gar keine Verrenkungen der Menschheit um bemerkt zu werden . Man wird uns schon in Kenntnis setzen wenn der Galaktische Gerichtsvollzieher was von uns will;-))
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Papaloooo » Do 12. Sep 2019, 07:10

Dark Angel hat geschrieben:(11 Sep 2019, 13:11)

Was das Fermi-Paradoxon angeht: Woher willst du (wir) wissen, dass sie nicht längst sind bzw da waren, woher willst du wissen, dass sie uns nicht beobachten, wir allerdings nicht in der Lage sind sie als fortgeschrittene Zivilisation zu erkennen bzw ihre Signale zu entschlüsseln - wie Stephen Hawking vermutete.
In einem Gespräch mit einem Physiker sagte mir dieser (sinngemäß):
"Es ist unwissenschaftlich, anzunehmen dass wir allein im Universum sind, es ist unwissenschaftlich anzunehmen, dass wir nicht beobachtet würden und es ist unwissenschaftlich anzunehmen, dass die Erde in der Vergangenheit nicht bereits von einer fremden Zivilisation besucht worden ist. Aber es ist auch genauso unwissenschaftlich, eine solche Anwesenheit auf der Erde zu konstruieren, so lange eindeutige Belege dafür fehlen ..."

Man muss nur die Reihe "Per Anhalter durch die Galaxis" lesen.
Vor Urzeiten landete auf der kargen und felsigen Erde ein Raumschiff.
Bevor die weiterflogen lerten sie hier die verdorbenen Reste ihres Kühlschrank aus.
Nicht nur das, sie rührten darin auch noch gegen den Uhrzeigersinn.
So ward dann das irdische Leben mit seiner linksdrehenden DNA entstanden.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Do 12. Sep 2019, 07:32

Dark Angel hat geschrieben:(11 Sep 2019, 12:59)

Erdähnlich/potentiell erdähnlich beschränkt sich nicht nur auf die Masse des Planeten, auch auf dessen Umlaufzeit um das Zentralgestirn, die Eigenrotation etc. Erdähnlich bedeutet eben auch potentliell "lebentragend" und das ist bei Planeten, die ihr Zentralgestirn in 20, 40 oder 60 Tagen umrunden, NICHT gegeben. Ebenso problematisch ist es, wenn die Planeten immer die eine zu schnelle oder zu langsame Eigenrotation aufweisen.
Planeten die da infrage kämen, sind a) 560 bzw 1200 Lichtjahre entfernt, haben b) eine deutlich höhere Masse als die Erde und c) ist nichts über das Vorhandensein einer Atmosphäre, deren Zusammensetzung und das Vorhandensein von Wasser bekannt.

Der Zufall wollte es, dass just heute früh über dieses eigentlich sehr sehr selten in den Kurznachrichten im "Morgenmagazin" auftauchende und eigentlich auch nicht häufig in Politikforen behandelte Thema eine Meldung kam: Forscher finden Wasserdampf in der Atmosphäre von K2-18b. 110 Lichtjahre entfernt. Und auch hier war das Hubble-Teleskop das entscheidende Instrument. Solange das Budget begrenzt ist (und das wird es auch auf längere Sicht sein): Fernerkundung vor medienwirksamen Mondlandungen!
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Do 12. Sep 2019, 07:57

Dark Angel hat geschrieben:(11 Sep 2019, 13:11)

Was das Fermi-Paradoxon angeht: Woher willst du (wir) wissen, dass sie nicht längst sind bzw da waren, woher willst du wissen, dass sie uns nicht beobachten, wir allerdings nicht in der Lage sind sie als fortgeschrittene Zivilisation zu erkennen bzw ihre Signale zu entschlüsseln - wie Stephen Hawking vermutete.

Das ist eigentlich genau meine Ansicht. Die Diskussion dazu gleitet ein wenig ab. Um meinen Standpunkt nochmal ein wenig zu fokussieren: Bemannte Raumfahrt heute gewissermaßen als Beginn einer Besiedelungsstrategie bzw. auch als strategische Vorkehr für eine eventuelle Aussiedlungsstrategie (z.B. im Falle eines Riesenmeteorits) geht davon aus, dass auch über lange Zeiträume hinweg, auch lange nach dem (in kosmischen Zeiträumen gerechnet) "Aufblitzen" der menschlichen Zivilisation, Zivilsationen nur als zusammengehörige Gruppen von biologisch verkörperlichten Individuen denkbar ist, die dann eben in "Weltraumflößen" interstellar irgendwo hinzubefördern sind. Das ist naiv. Es sind - in diesen Zeiträumen - ganz andere, virtualisierte oder sonst irgendwie anders transformierte Formen von Zivilsationsexistenzen denkbar.

Das Problem bei all diesen Diskussionen sehe ich allgemein darin, dass die Raum-, Zeit-, Masse- und Energiedimensionen durcheinandergewürfelt werden. Der Zeitraum der menschlichen Kulturentfaltung ist in kosmischen Maßstäben eben nur ein winziger Augenblick. Und "Besiedelung" ist eine Vorstellung, die lediglich in diesem winzigen Augenblick irgendeine Konkretisierung erlaubt. Interstellare Flüge mit eingefroreren Spermien, Eizellen oder ganzer Menschen und dann die Besiedelung eines Exoplaneten ... das alles wurzelt in Erzählungen und Vorstellungen dieser paar tausend Jahre menschlicher Zivilisationsgeschichte, ist historisch bedingt. Und es liegen grade mal wenige Jahrhunderte zwischen dem Bild einer mechanisch und uhrwerkmäßig funktionierenden newtonschen Welt und dem verwirrenden Bild von der Welt, die uns die heutige moderne Physik vermittelt. Was wird da noch kommen auf der eigentlichen kosmischen Zeitskala?

Es ist völlig o.k. wenn die Raumfahrt Fernerkundungsgeräte im All installiert. Und wenn dazu praktisch Menschen nötig sind, dann soll es halt so sein. Aber man soll mir nicht weismachen, dass das der Anfang irgendeiner "Weltraumbesiedlung" sei.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Adam Smith » Do 12. Sep 2019, 08:19

In Bezug auch die Besiedlung geht es zuerst um das hier:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mondkolonisation

Jahrzehnte später kommt der Mars an die Reihe.
Das ist Kapitalismus:

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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Do 12. Sep 2019, 08:33

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:25)

Weltfremdheit, ick hör dir trapsen. Nationalstaaten werden dich lange überdauern, deal with it.


Ich kann mich noch an den Besuch Juri Gagarins und Valentina Terschkowas in Ostberlin erinnern. Als kleiner Dreikäsehoch winkte ich den beiden "Weltraumgeschwistern", dem ersten Menschen überhaupt und der ersten Frau im All zusammen mit vielen anderen begeistert zu. Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen. Der Weltraum. Und der Mensch als großer Naturumgestalter. Stalins Weißmeerkanal. Der Assuan-Staudamm. Die Amis hatten tief unter dem grönländischen Eis eine Station ("Camp Century") mit Kernkraftanlage errichtet. Die Chinesen hatten die Dreischluchten-Talsperre gebaut. Sowohl Frankreich als auch Russland, also Westen und Osten glaubten an die Schnelle-Brüter-Technologie. Und beide waren fasziniert von Überschall-Passagierflugzeugen. "Lobotomie" und ELekroschocks sollten psychische Abweichungen oder Homosexualität "heilen". Das ganze zwanzigste Jahrhundert ist ein Jahrhundert der Gewaltfaszination und der Gigantomanie. Alles wollte man herausnehmen, zerschneiden, umordnen, vernichten. Und all das sollte eigentlich auch überwunden sein und es schien auch überwunden. Der Mensch sollte nicht mehr gegen die Natur ankämpfen sondern in ihr leben. Und die String-Theorie ist ein Ansatz zur Welterkenntnis, die auf rein mathematischer Abstraktion beruht und für die kein Gramm Pulver verschossen werden muss.

Und nun kehrt sogar das 19. Jahrhundert zurück. Mit der orthodoxen Kirche in Russland, der Faszination am Islam in der muslimischen Welt und der Faszination an der Veranstaltung, dass ein paar Menschen mit 84 Millionen PS ins All geschleudert werden. Soviel anders als in Jule Vernes Roman von 1865 ist die moderne Raumfahrttechnologie gar nicht. Und auch "Nation" lief am Ende immer auf eine Gewaltveranstaltung hinaus.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Do 12. Sep 2019, 08:52, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon schokoschendrezki » Do 12. Sep 2019, 08:46

Adam Smith hat geschrieben:(12 Sep 2019, 08:19)

In Bezug auch die Besiedlung geht es zuerst um das hier:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mondkolonisation

Jahrzehnte später kommt der Mars an die Reihe.

Es gibt, abgesehen von einigen reinen Forschungsstationen nicht einmal eine Antarktis-Kolonisation. Wozu auch? Und die Antarktis ist eine Art Südsee-Paradies im Vergleich zu Mond oder Mars.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Adam Smith » Do 12. Sep 2019, 10:12

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Sep 2019, 08:46)

Es gibt, abgesehen von einigen reinen Forschungsstationen nicht einmal eine Antarktis-Kolonisation. Wozu auch? Und die Antarktis ist eine Art Südsee-Paradies im Vergleich zu Mond oder Mars.


Besiedelung ist in der Tat das verkehrte Wort.
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Dark Angel » Do 12. Sep 2019, 11:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Sep 2019, 07:32)

Der Zufall wollte es, dass just heute früh über dieses eigentlich sehr sehr selten in den Kurznachrichten im "Morgenmagazin" auftauchende und eigentlich auch nicht häufig in Politikforen behandelte Thema eine Meldung kam: Forscher finden Wasserdampf in der Atmosphäre von K2-18b. 110 Lichtjahre entfernt. Und auch hier war das Hubble-Teleskop das entscheidende Instrument. Solange das Budget begrenzt ist (und das wird es auch auf längere Sicht sein): Fernerkundung vor medienwirksamen Mondlandungen!

Ich habe u.a. geschrieben, dass die Umlaufzeit des Planeten um sein Zentralgestirn entscheidenden Einfluss darauf hat, ob sich auf einem Planeten Leben (allgemein), eine hochentwickelte Zivilisation (im Besonderen) entwickeln kann.
K2-18B umrundet sein Zentralgestirn - einen Roten Zwerg - in nur 33(!) Tagen!
Zudem besitzt dieser Planet die Achtfache Erdmasse - heißt es herrscht dort eine sehr hohe Schwerkraft. Ziemlich schwierige Bedingungen für Leben.
Darüber hinaus - ein erster Nachweis von Wasserdampf in der Atmosphäre sagt a) gar nichts darüber aus, ob es Wasser in flüssiger Form auf dem Planeten gibt ==> Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben, b) in welcher Menge Wasser vorhanden ist und c) die Zusammensetzung der Atmosphäre.
Und ganz nebenbei - K2-18b ist 124 Lichtjahre von der Erde entfernt, nicht 110!
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Re: Stillstand in der Entwicklung

Beitragvon Tom Bombadil » Do 12. Sep 2019, 11:09

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Sep 2019, 08:33)

Und nun kehrt sogar das 19. Jahrhundert zurück.

Das liegt an der überbordenden Toleranz für die genannten Ideologien, daran ist nicht die bemannte Raumfahrt Schuld.
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