Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

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adal
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Re: Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

Beitragvon adal » Di 15. Jul 2008, 14:00

Amun Ra hat geschrieben:Also findet Diskriminierung nur statt, wenn man mit dem Gleichbehandlungsgesetz dagegen vorgehen kann?
So ist es. Im zivilrechtlichen Bereich kommt das Gesetz bei sog. Massenverträgen (z.B. auch Gaststätten-, Diskobesuch etc.) und Versicherungsverträgen zur Anwendung.
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Amun Ra
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Re: Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

Beitragvon Amun Ra » Di 15. Jul 2008, 14:18

adal hat geschrieben:So ist es. Im zivilrechtlichen Bereich kommt das Gesetz bei sog. Massenverträgen (z.B. auch Gaststätten-, Diskobesuch etc.) und Versicherungsverträgen zur Anwendung.

Hypothese: Wenn ich zu einer Gaststätte keinen Zutritt bekomme, weil ich Moslem bin, kann ich mich dagegen unter Berufung auf das Gleichbehandlungsgesetz wehren? Ich kann also den Zugang einklagen sofern er mir aufgrund einer diskriminierenden Begründung verweigert wird? :blink:
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Re: Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

Beitragvon adal » Di 15. Jul 2008, 15:56

Amun Ra hat geschrieben:Hypothese: Wenn ich zu einer Gaststätte keinen Zutritt bekomme, weil ich Moslem bin, kann ich mich dagegen unter Berufung auf das Gleichbehandlungsgesetz wehren? Ich kann also den Zugang einklagen sofern er mir aufgrund einer diskriminierenden Begründung verweigert wird? :blink:
Wenn das die Begründung ist, sicher. Schwierig wird es, wenn die Zutrittsverweigerung nicht begründet wird, wobei es einem dunkelhäutigen oder körperlich schwerbehinderten Menschen noch am ehesten gelingen dürfte, glaubhaft zu machen, dass er wegen seines Äußeren diskriminiert wurde. Ansonsten unmöglich. Der Job eines Disko-Türstehers ist die Diskriminierung nach geschäftsfördernden Kriterien oder was er dafür hält.
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Re: Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

Beitragvon Liegestuhl » Di 15. Jul 2008, 16:05

Amun Ra hat geschrieben:Hypothese: Wenn ich zu einer Gaststätte keinen Zutritt bekomme, weil ich Moslem bin, kann ich mich dagegen unter Berufung auf das Gleichbehandlungsgesetz wehren? Ich kann also den Zugang einklagen sofern er mir aufgrund einer diskriminierenden Begründung verweigert wird? :blink:


Ja, so ist es. Ein ähnlicher Fall (ein dunkelhäutiger Student) und eine Berufung auf das Gleichbehandlungsgesetz ging vor kurzem hier durch die Presse.
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Amun Ra
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Re: Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

Beitragvon Amun Ra » Di 15. Jul 2008, 16:32

adal hat geschrieben:Wenn das die Begründung ist, sicher. Schwierig wird es, wenn die Zutrittsverweigerung nicht begründet wird, wobei es einem dunkelhäutigen oder körperlich schwerbehinderten Menschen noch am ehesten gelingen dürfte, glaubhaft zu machen, dass er wegen seines Äußeren diskriminiert wurde. Ansonsten unmöglich. Der Job eines Disko-Türstehers ist die Diskriminierung nach geschäftsfördernden Kriterien oder was er dafür hält.

Kannst du mir bitte erklären, warum ich mir in diesem Fall den Zugang zur gastronomischen Einrichtung einklagen können soll, in vorig besprochenen Fall die Teilnahme am Verein aber nicht. Die Grundvorraussetzungen sind doch diesselben. Ich habe in beiden Fällen eine Ablehnung aufgrund meiner Weltanschauung. Wobei ich im ersteren Fall noch nichteinmal eine Ablehnung wegen der eigenen Weltanschauung habe, sondern wegen der Weltanschauung eines anderen.

Ganz ehrlich, ich verstehe absolut nicht, worin da ein Unterschied liegen soll.
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Re: Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

Beitragvon Watchful_Eye » Sa 19. Jul 2008, 01:16

Amun Ra hat geschrieben:Trotz allem finde ich es bedenklich, dass eine politisch korrekte Gesinnung Grundvorraussetzung für einen Vereinsbeitritt darstellen soll. [...] Entweder wir sind ein Rechtsstaat, oder wir sind keiner. Nur dann Rechtsstaat sein wollen, wenn es gerade opportun erscheint ist nicht.


Richtig! Seh ich genauso. Irgendwie ein allgemeiner Trend, mit unseren Grundwerten so fahrlässig beim kleinsten Widerstand sofort Wischiwaschi umzugehen - da braucht man sich nicht wundern, wenn sie mit der Zeit wirklich ausgehöhlt werden. Das ist viel gefährlicher als die paar NPD-Anhänger..

Zumal, weshalb es mich wirklich erstaunt, dass es hier bei irgendjemanden Zustimmung findet:
Es ist doch nur vom Vater die Rede, sehe ich das richtig? Was kann denn der Sohn für den Vater?
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Re: Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

Beitragvon Erstgeborener » Sa 19. Jul 2008, 23:18

adal hat geschrieben:Nein. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen, so wie die Apologetik der Pädophilie, der Ehrencodex der Mafia oder die Ideologie des militanten Dschihadismus. Dafür gibt es keinen "Arten"- und Minderheitenschutz.




In welchem Gesetz ist dieser Straftatbestand noch einmal zu finden?
Ist mein StGB etwa nicht auf dem neuesten Stand?

Seltsam, plötzlich kommen mir ein paar totalitäre Systeme des letzten Jahrhunderts in den Sinn, die haben auch andere Weltanschauungen unter Strafe gestellt.
"Geh zurück in dein eigenes Land!"

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Re: Deutsches OK im (Anti)faschistenwahn

Beitragvon Zeta » Sa 26. Jul 2008, 21:30

Heue in den Nachrichten ein OK-Sprecher:
Sport soll verbinden und nicht ausgrenzen, er soll die Menschen zusammenführen. Wie wahr!

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