Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon jack000 » Sa 16. Feb 2019, 21:43

Ein Terraner hat geschrieben:(16 Feb 2019, 21:41)

Das übliche Lehrermangel.

Die Lehrer waren doch in der Schule. Oder waren die sogar auch noch auf der Demo??

Dann sollten sie mal was dagegen machen.

Wenn der Lehrer anwesend ist, aber der Schüler abwesend, ist es dann die Logik etwas gegen Lehrermangel zu machen?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon think twice » Sa 16. Feb 2019, 21:52

Man könnte meinen, die die Jugendlichen in Schweden waeren in einer Schule Amok mit MP's gelaufen anstatt auf der Strasse für den Klimaschutz zu demonstrieren, so wie sich einige hier wieder aufplustern.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Skeptiker » Sa 16. Feb 2019, 22:05

think twice hat geschrieben:(16 Feb 2019, 21:52)
Man könnte meinen, die die Jugendlichen in Schweden waeren in einer Schule Amok mit MP's gelaufen anstatt auf der Strasse für den Klimaschutz zu demonstrieren, so wie sich einige hier wieder aufplustern.

Es behauptet doch niemand die Kinder hätten etwas schlechtes getan, oder? Die Frage ist doch nur wie die Schulleitungen mit soetwas umgehen sollen, wenn dafür der Unterricht geschwänzt wird.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon think twice » Sa 16. Feb 2019, 22:10

Skeptiker hat geschrieben:(16 Feb 2019, 22:05)

Es behauptet doch niemand die Kinder hätten etwas schlechtes getan, oder? Die Frage ist doch nur wie die Schulleitungen mit soetwas umgehen sollen, wenn dafür der Unterricht geschwänzt wird.

Was ist schlimm daran, wenn Kinder sich für ihre Zukunft engagieren? Den Unterrichtsstoff koennen sie jederzeit nachholen. Wenn sie eine Woche auf Klassenfahrt gehen, regst du dich doch auch nicht auf.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Skeptiker » Sa 16. Feb 2019, 22:31

think twice hat geschrieben:(16 Feb 2019, 22:10)
Was ist schlimm daran, wenn Kinder sich für ihre Zukunft engagieren? Den Unterrichtsstoff koennen sie jederzeit nachholen. Wenn sie eine Woche auf Klassenfahrt gehen, regst du dich doch auch nicht auf.

Ich finde es nicht schlimm, wenn sie gegen den Klimawandel demonstrieren und dafür die Schule schwänzen. Du fändest es aber bestimmt schlimm, wenn meinem oben beschriebenen fiktiven Beispiel folgen würden.

Daher haben Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein auch beschlossen, dass die Kinder nicht von der Schulpflicht befreit werden.

Meine Meinung ist, dass die Schulen die Schüler wie für jedes andere Schule schwänzen behandeln müssten. Den Verweis können sich die Kinder ja einrahmen, aber es kann in meinen Augen nicht sein, dass Schulen bestimmen, für welche politischen Aktionen man die Schüler freistellt und für welche man sie sanktioniert. Wenn Schulpflicht gilt, dann gilt sie.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon unity in diversity » So 17. Feb 2019, 05:17

Schnitter hat geschrieben:(16 Feb 2019, 20:47)

Furchtbar dass die Kinder für ein paar Tage die Schule schwänzen und für eine lebenswerte Zukunft demonstrieren.

Ein Skandal !!! :D

Der Schulstreik ist nach Angaben seiner Initiatoren eine globale Bewegung, die aktuell eine lawinenartige Ausbreitung erfährt. Nicht nur der Klimawandel ist Gegenstand von Protesten, sondern auch der strukturelle Personalmangel (politisch von der extremen Mitte gewollt und von den sattsam bekannten Deppen als alternativlos verklärt). Dazu der allgemein marode Zustand der Schulinfrastruktur.
Vielleicht brauchen die SchülerInnen etwas Support. Zum Beispiel in Form einer Streikbewegung, die an jedem Freitag die ganze Wirtschaft lahmlegt. Die gestiegene Arbeitsproduktivität erlaubt den allgemeinen Übergang zur 4 Tage-Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Kritikaster » So 17. Feb 2019, 06:07

So, damit noch etwas mehr Stimmung in die Diskussion kommt, stelle ich mal die Forderung nach Entfernung aller Lehrkräfte aus dem Schuldienst auf, die solche Schulschwänzerei unterstützen. Hätte den Vorteil, dass noch mehr Unterricht ausfällt. Damit stünde dann mehr Zeit zur Verfügung, in der diese Schulschwänzer als solche nicht wirklich auffielen.

Kann ja wohl nicht sein, dass ich mit meinen Steuergeldern Menschen bezahle, die ihrer Obhut überlassene Unmündige während der Arbeitszeit zum Faulenzen auffordern, um selbst mehr Freizeit zu haben. :x
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Marmelada » So 17. Feb 2019, 09:11

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Feb 2019, 20:05)

Also wenn ich sehe, wie sich hier bei uns die Linkspartei an die jungen Leute ranwanzt, dann befällt mich auch der Brechreiz.
Ich habe persönlichen Kontakt zu Schülern von "Fridays for Future" Heidelberg. Erwachsene dürfen mitdemonstrieren, aber keine Parteien.

Kritikaster hat geschrieben:So, damit noch etwas mehr Stimmung in die Diskussion kommt, stelle ich mal die Forderung nach Entfernung aller Lehrkräfte aus dem Schuldienst auf, die solche Schulschwänzerei unterstützen. Hätte den Vorteil, dass noch mehr Unterricht ausfällt. Damit stünde dann mehr Zeit zur Verfügung, in der diese Schulschwänzer als solche nicht wirklich auffielen.

Kann ja wohl nicht sein, dass ich mit meinen Steuergeldern Menschen bezahle, die ihrer Obhut überlassene Unmündige während der Arbeitszeit zum Faulenzen auffordern, um selbst mehr Freizeit zu haben. :x
Durch meine persönlichen Kontakte weiß ich, dass die Schüler den freitäglich versäumten Stoff nacharbeiten. Für solche, die einfach nur schwänzen wollen, ist die Veranstaltung weniger geeignet.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Ebiker » So 17. Feb 2019, 09:40

Marmelada hat geschrieben:(17 Feb 2019, 09:11)

Ich habe persönlichen Kontakt zu Schülern von "Fridays for Future" Heidelberg. Erwachsene dürfen mitdemonstrieren, aber keine Parteien.

Durch meine persönlichen Kontakte weiß ich, dass die Schüler den freitäglich versäumten Stoff nacharbeiten. Für solche, die einfach nur schwänzen wollen, ist die Veranstaltung weniger geeignet.


Es bleibt Schulschwänzen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. In anderen durchaus begründeten Fällen werden Eltern hart sanktioniert wenn sie ihre Kinder von bestimmten Veranstaltungen fernhalten. Könnte man gegen verantwortliche Schulleiter nicht wegen Untätigkeit im Amt vorgehen ?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Tom Bombadil » So 17. Feb 2019, 09:48

Marmelada hat geschrieben:(17 Feb 2019, 09:11)

Ich habe persönlichen Kontakt zu Schülern von "Fridays for Future" Heidelberg. Erwachsene dürfen mitdemonstrieren, aber keine Parteien.

Hier sind am Freitag drei oder vier alte Knacker mit einem Plakat der Linkspartei mitgelaufen.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Kritikaster » So 17. Feb 2019, 09:56

Marmelada hat geschrieben:(17 Feb 2019, 09:11)

Durch meine persönlichen Kontakte weiß ich, dass die Schüler den freitäglich versäumten Stoff nacharbeiten. Für solche, die einfach nur schwänzen wollen, ist die Veranstaltung weniger geeignet.

Da ergibt sich sofort die Frage, WANN das Nacharbeiten stattfindet. Werden also "Überstunden" dafür angesetzt, oder geschieht das im Rahmen des normalen Unterrichtsplans?

Doch letztlich bleibt das unerheblich, weil politische Agitation zu betreiben, aus welcher Motivation heraus auch immer, nicht Teil der Unterrichtszeit sein kann. Das ist "Privatvergnügen" (ein in diesem Fall zwar sinnvolleres als viele andere, aber dennoch genau das) und gehört in die Freizeit.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Marmelada » So 17. Feb 2019, 10:08

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Feb 2019, 09:48)

Hier sind am Freitag drei oder vier alte Knacker mit einem Plakat der Linkspartei mitgelaufen.
Das ist nicht gut, in Heidelberg geht das nicht. Ich kann mal anregen, dass in den FfF-Netzwerken darauf aufmerksam gemacht wird, Leute mit Parteischildern wegzuschicken.

Kritikaster hat geschrieben:Da ergibt sich sofort die Frage, WANN das Nacharbeiten stattfindet. Werden also "Überstunden" dafür angesetzt, oder geschieht das im Rahmen des normalen Unterrichtsplans?
Waren Sie während Ihrer Schulzeit jemals krank? Falls ja, wie haben Sie das dann gemacht?

Dass sie durch die Fahrt nach Berlin Sport, Mathematik, Gemeinschaftskunde und Französisch verpassen, nehmen sie in Kauf: "Für diesen guten Zweck bin ich bereit, etwas zu opfern. Auch wenn das bedeutet, dass ich dann am Wochenende mal länger an den Hausaufgaben sitze", erklärt Helfrich.

Doch letztlich bleibt das unerheblich, weil politische Agitation zu betreiben, aus welcher Motivation heraus auch immer, nicht Teil der Unterrichtszeit sein kann. Das ist "Privatvergnügen" (ein in diesem Fall zwar sinnvolleres als viele andere, aber dennoch genau das) und gehört in die Freizeit.
Tja, die Schüler sind der Ansicht, dass Freizeitaktivitäten nicht geeignet sind, die Politik zum Handeln zu bringen.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Skeptiker » So 17. Feb 2019, 10:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Feb 2019, 09:48)
Hier sind am Freitag drei oder vier alte Knacker mit einem Plakat der Linkspartei mitgelaufen.

Das ist schade, aber wird sich wie bei jeder politischen Agitation nicht vollständig verhindern lassen. Ich denke man täte gut daran diese schnellstmöglich zu verweisen. Ist das denn passiert?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Tom Bombadil » So 17. Feb 2019, 10:18

Marmelada hat geschrieben:(17 Feb 2019, 10:08)

Ich kann mal anregen, dass in den FfF-Netzwerken darauf aufmerksam gemacht wird, Leute mit Parteischildern wegzuschicken.

Ja, mach das. Vllt. haben die Organisatoren das auch nicht mitbekommen, diese Gruppe lief ziemlich weit hinten. Ich gucke am Freitag nochmal, dann hab ich auch das Smartphone dabei um Fotos zu machen, die laufen praktischerweise an meinem Büro vorbei :) Jetzt am Freitag die Demo war jedenfalls bisher die größte, es waren kluge und lustige ("Das Klima ist heißer als mein Freund") Plakate dabei.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Kritikaster » So 17. Feb 2019, 10:24

Marmelada hat geschrieben:(17 Feb 2019, 10:08)

Waren Sie während Ihrer Schulzeit jemals krank? Falls ja, wie haben Sie das dann gemacht?

Nun wäre ich nicht so respektlos, Schüler mit einem solchen Anliegen gleich als "krank" zu bezeichnen, aber jeder das ihre. :rolleyes:

Im übrigen ist das ein Pseudoargument, denn wirklich unvermeidbare Ausfallzeiten wegen gesundheitlicher Probleme werden durch diese Schulschwänzerei ja nicht ersetzt, sondern kommen noch oben drauf.
Marmelada hat geschrieben:Tja, die Schüler sind der Ansicht, dass Freizeitaktivitäten nicht geeignet sind, die Politik zum Handeln zu bringen.

Da bin ich mal gespannt, wie nahe liegendes politisches Handeln von Dir wohl bewertet würde, wenn man die Teilnahme am Unterricht mit Zwangsmitteln durchsetzte. Mit solchen Aussagen und Forderungen sollten Schüler also sehr vorsichtig sein! Bedauerlich übrigens, dass mündige Erwachsene das offenbar nicht erkennen und den Kindern diese potentiellen Kehrseiten solcher Medaillen klar zu machen vergessen.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Skeptiker » So 17. Feb 2019, 10:30

Kritikaster hat geschrieben:(17 Feb 2019, 09:56)
Da ergibt sich sofort die Frage, WANN das Nacharbeiten stattfindet. Werden also "Überstunden" dafür angesetzt, oder geschieht das im Rahmen des normalen Unterrichtsplans?

Doch letztlich bleibt das unerheblich, weil politische Agitation zu betreiben, aus welcher Motivation heraus auch immer, nicht Teil der Unterrichtszeit sein kann. Das ist "Privatvergnügen" (ein in diesem Fall zwar sinnvolleres als viele andere, aber dennoch genau das) und gehört in die Freizeit.

Ich frage mich wie ein Stoff "nachgearbeitet" werden kann. Dann müssten ja auch die Lehrer und die Schulressourcen verfügbar sein. Es wird also auf zur Schau gestelltes Hausaufgaben machen am Sonntag hinauslaufen. Das ist aber nicht das selbe.
Wenn ich mein Kind einen Tag vor den Ferien in Urlaub mitnehme um 20% des Reisepreises zu sparen, dann soll ich denen mal erzählen, dass es die Hausaufgaben doch nachholen kann. Nö, dann ist da nichts mit Verständnis.

Und eben darum geht es mir. Wieviel "Verständnis" darf eine Schulleitung im Rahmen persönlicher politischer Präferenzen aufbringen? Geht es ums Klima allgemein, wird kaum jemand was dagegen haben. Geht es gegen die Braunkohle, ist es schon politischer. Wird gegen Ausländer zur Hatz aufgerufen sollte jeder verstanden haben dass da was falsch läuft.

Ich bin eben wie Du der Meinung, dass die Schule sich da rauszuhalten hat, was bedeutet, dass man da strikt Neutralität zu wahren hat und politische Agitation für die Freizeit erlaubt. Schüler die auf eigene Faust den Unterricht schwänzen müssen so behandelt werden wie jeder Schulschwänzer, nicht besser aber auch nicht schlechter. Wer kalkuliert zur Schulzeit demonstriert um maximalen Effekt zu erzielen, der muss eben auch die Folgen auf sich nehmen. Alles andere hieße "bin ich 'gut', dann darf ich alles".
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Misterfritz » So 17. Feb 2019, 10:32

Marmelada hat geschrieben:(17 Feb 2019, 10:08)Tja, die Schüler sind der Ansicht, dass Freizeitaktivitäten nicht geeignet sind, die Politik zum Handeln zu bringen.
Die meisten Politiker (das sind nun mal die auf den kommunalen Ebenen), machen das in ihrer Freizeit.
Ich finde es prinzipiell ja gut, wenn sich Jugendliche für Politik interessieren und sich engagieren. Hier befürchte ich aber, dass das ganze mehr Event-Charakter hat und die wenigsten Schüler sich darüber Gedanken machen, was sie selbst bei sich ändern könnten.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Tom Bombadil » So 17. Feb 2019, 10:33

Skeptiker hat geschrieben:(17 Feb 2019, 10:30)

Wieviel "Verständnis" darf eine Schulleitung im Rahmen persönlicher politischer Präferenzen aufbringen?

Prinzipiell hat sich die Schulleitung an die Regeln zu halten. Aber was ist mit der Politzei? Müssten die die Schüler nicht eigentlich zur Schule bringen, anstatt die Demo zu begleiten?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Skeptiker » So 17. Feb 2019, 10:34

Marmelada hat geschrieben:(17 Feb 2019, 10:08)

Das ist nicht gut, in Heidelberg geht das nicht. Ich kann mal anregen, dass in den FfF-Netzwerken darauf aufmerksam gemacht wird, Leute mit Parteischildern wegzuschicken.

Waren Sie während Ihrer Schulzeit jemals krank? Falls ja, wie haben Sie das dann gemacht?

Dass sie durch die Fahrt nach Berlin Sport, Mathematik, Gemeinschaftskunde und Französisch verpassen, nehmen sie in Kauf: "Für diesen guten Zweck bin ich bereit, etwas zu opfern. Auch wenn das bedeutet, dass ich dann am Wochenende mal länger an den Hausaufgaben sitze", erklärt Helfrich.

Tja, die Schüler sind der Ansicht, dass Freizeitaktivitäten nicht geeignet sind, die Politik zum Handeln zu bringen.

Du scheinst ja Kontakte zu den Organisatoren zu haben. Wie alt sind die eigentlich? Und wie alt sind die Schüler die da mitlaufen?

Ich würde gerne ein Gefühl dafür bekommen ob das eine Aktion von Kindern ist, oder ob man die Kinder nur vorschickt. Wenn da "Die Linke" schon am Ende mitläuft, dann kann man ja auch mal die Frage stellen wie sich die ganze Demo organisiert.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Skeptiker » So 17. Feb 2019, 10:38

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Feb 2019, 10:33)
Prinzipiell hat sich die Schulleitung an die Regeln zu halten. Aber was ist mit der Politzei? Müssten die die Schüler nicht eigentlich zur Schule bringen, anstatt die Demo zu begleiten?

Gute Frage! Bei Schulschwänzern an der Eisdiele wird die Polizei m.E. typischerweise einschreiten. Nun findet öffentliches Schulschwänzen statt, und die Polizei sichert die Demo ab.

Ich denke es läuft darauf hinaus, dass mit dem Recht auf Demonstrationsfreiheit entgegengehalten würde. Würde es das aber auch bei einer fiktiven "Kinderpegida"?

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