Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

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Trifels
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Trifels » Mi 11. Sep 2019, 13:56

Nur so als Anmerkung.

Jeder Sender > sucht seinen Empfänger, jeder Empfänger -> seinen Sender.

https://www.welt.de/kultur/medien/plus2 ... ieren.html
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.
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Ger9374
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Ger9374 » Mi 11. Sep 2019, 16:29

Das Fernsehen mit Abgaben finanziert sowie das Radio sind überfällig für eine runterstutzung. Diese Krake der Staatlichen Berichterstattung ist sinnentleert.
Neutralität ein fremdwort..
Soll der Staat diesen Zahlen, er nutzt es ja auch am meisten für die Regierungspropaganda!
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Skeptiker
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Skeptiker » Do 12. Sep 2019, 22:32

Der Focus berichtet über eine Studie des Reuters Institute, welches zu dem Ergebnis kommt, dass die deutschen ÖR drei Probleme haben:
Die Studie macht im Wesentlichen drei Probleme von ARD, ZDF und Deutschlandradio aus:

1. Die Sender haben bei jungen Menschen nur eine niedrige Reichweite
...

2. Die Sender erreichen nur schwer schlechter gebildetes Publikum
...

3. Die Sender genießen bei Zuschauern rechts der Mitte kaum Vertrauen
Schlecht steht es aus Sicht von ARD, ZDF und Deutschlandradio auch um das Vertrauen der Zuschauer, die sich politisch rechts der Mitte einordnen. Dieses ist signifikant weniger ausgeprägt als bei den Zuschauern, die sich selbst links von der Mitte oder in der Mitte verordnen. Bei den ebenfalls untersuchten privaten Sendern RTL und n-tv ordnen sich die Zuschauer dagegen vor allem rechts der Mitte ein.

Bei der BBC, aber auch France Télévisions und den öffentlich-rechtlichen Sendern etwa in Finnland und Tschechien ergibt sich ein anderes, deutlich ausgewogeneres Bild. Diesen Anstalten gelingt es offenbar besser, sowohl Bürger links als auch rechts der politischen Mitte zu erreichen.
...

Was bedeutet das für die deutschen Sender?
ARD und ZDF betonen immer wieder, dass sie dem öffentlichen Interesse dienen. „Im Programm-Angebot findet jeder etwas für seinen Geschmack“, betont etwa der „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ online. Die Daten der europaweiten Studie zeigen jedoch, dass die Sender hinter dem Anspruch, dem Gemeinwohlinteresse zu dienen, zurückbleiben. Zwar erreichen die Sender nach wie vor viele Menschen, sie laufen jedoch Gefahr, bestimmte Bevölkerungsgruppen – darunter etwa die jungen Menschen – gänzlich auszuschließen. Das Beispiel der BBC zeigt indes, dass dies sehr wohl gelingen kann.

https://www.focus.de/kultur/medien/erre ... 36174.html

Was machen die BBC und die France Televisions besser als die deutschen ÖR? Oder ist das Ergebnis vielleicht sogar positiv zu sehen? Wenn der "Kampf gegen Rechts" vom Staat gefördert wird, dann muss man sich ja fragen, ob dieses Ergebnis etwas damit zu tun hat.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Schnitter » Do 12. Sep 2019, 23:42

Skeptiker hat geschrieben:(12 Sep 2019, 22:32)
Was machen die BBC und die France Televisions besser als die deutschen ÖR? Oder ist das Ergebnis vielleicht sogar positiv zu sehen? Wenn der "Kampf gegen Rechts" vom Staat gefördert wird, dann muss man sich ja fragen, ob dieses Ergebnis etwas damit zu tun hat.


Menschen die sich "rechts der Mitte" verorten sind häufig nicht die hellsten Kerzen auf der Torte.

Von daher ist es eine Binse dass sie mit seriösem TV wenig anfangen können.
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Ger9374
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Ger9374 » Do 12. Sep 2019, 23:49

Die sich mitte/rechts politisch sehenden Bürger sehen sich medial einem links orientierten ÖR gegenüber. Den sie mitfinanzieren der aber Politisch/Gesellschaftlich kaum ihre Positionen vertritt oder neutral darstellt .
Das Ungleichgewicht vergrößert sich gefühlt von Jahr zu Jahr mehr .
Dieses wird von den Intendanten natürlich anders gesehen , aber der Begriff Staatsmedien ist Ausdruck massiver Unzufriedenheit einer immer größer werdenden Anzahl von Bürgern die die Unausgewogenheit des ÖR sehr wohl bemerken.Daraus resultieren auch immer verstärktere Forderungen nach Abschaffung dieses zwangsfinanzierten Mediengenusses!
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Alster
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Sa 14. Sep 2019, 09:42

Schnitter hat geschrieben:(12 Sep 2019, 23:42)

Menschen die sich "rechts der Mitte" verorten sind häufig nicht die hellsten Kerzen auf der Torte.

Von daher ist es eine Binse dass sie mit seriösem TV wenig anfangen können.

Auch links von der Mitte soll es Leute geben, die Andersdenkende als "nicht die hellsten Kerzen" berzeichnen und das dann für einen Diskussionsbeitrag halten.
Fazit: links/rechts spielen in derselben Liga.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Sa 14. Sep 2019, 09:46

Skeptiker hat geschrieben:(12 Sep 2019, 22:32)
Was machen die BBC und die France Televisions besser als die deutschen ÖR?

Beispiele:
- BBC verbrennt wesentlich weniger Geld als der D-ÖR erfüllt dabei aber gewisse Mindestanforderungen an einen Staatssender wie Sprachkurse für Ausländer
- France Television kostet nicht mal die Hälfte des D-ÖR


Skeptiker hat geschrieben:(12 Sep 2019, 22:32)
Oder ist das Ergebnis vielleicht sogar positiv zu sehen? Wenn der "Kampf gegen Rechts" vom Staat gefördert wird, dann muss man sich ja fragen, ob dieses Ergebnis etwas damit zu tun hat.

Die Erhebung von Zwangsgeldern für de ÖR stellt per se bereits eine wirksame Propaganda pro AfD dar.
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Alster
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Sa 14. Sep 2019, 09:51

Skeptiker hat geschrieben:(12 Sep 2019, 22:32)
2. Die Sender erreichen nur schwer schlechter gebildetes Publikum.

Das ist ja nun der Bereich in dem die D-ÖR tatsächlich erhebliche Anstrengungen unternehmen (Traumschiff, Familie Pooth zieht um etc.), führen dabei aber gleichzeitig ihren Bildungsauftrag ad absurdum.
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pLenarum
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon pLenarum » Di 17. Sep 2019, 16:19

Für mich sind die ÖR auf jeden Fall erhaltenswert. Es gibt natürlich einige Kritikpunkte, oft werden die positiven Aspekte total weggelassen.

Wer fernab von ideologisch politischen Grundsatzdebatten, Bundes- und Außenpolitik unterwegs ist, erkennt vermutlich schon ein Mehrheit in den lokalen Medien der öffentlichen Rechtlichen. Wer durchleuchtet denn für die Allgemeinheit mal spezifische Landes- oder Kommunalthemen? Da sind neben den ansässigen Tageszeitungen nur noch die öffentlichen Rechtlichen. Vorallem hat nur zweitere überhaupt die Möglichkeit virales Output zu produzieren. Die Tageszeitungen können das finanziell gar nicht stemmen. Wer meint diese Berichterstattung sei nur"propaganda von links", der ist vermutlich nicht weit weg vom Aluhut tragen und dem Reichsbürgertum. Solch ein Erkenntnisgewinn wird nur bei demjenigen erzielt, der sich dann auch mal politisch fachlich engagiert, zusammenschließt und inhaltlich mal am Ball bleibt. Die Privaten werden diesen Aufwand für "regionale Nische" kaum betreiben. Außer es handle sich um ein Skandal der Bundesweit "zu verkaufen" ist.
Im Radio existiert doch das gleiche Drama. Mit Pivatensendern würden fast ausschließlich "Main/Charts"-Sender existieren. So, existieren aktuell Radiosender für Klassik, für Hiphop, für Schlager, für Nachrichten usw. - alles was nicht genug reichweite generiert - wird von den privaten ignoriert. Natürlich wag ich zu bezweifeln, dass die Radiosender bspw. "Bremen 1" bis "Bremen 21", die sich inhaltlich teilweise stark überschneiden, betrieben werden müssen. Das geht sicherlich effizienter. Aber es handelt sich schließlich um die Grundsatzfrage "ÖR".
Die deutsche Dokumentationslandschaft würde sich auch ausdünnen. Da bleibt nachher nicht mehr viel übrig. Gefühlt bleiben da schlussendlich an deutschem Material sowas hier übrig: Taff, Galilio und Welt (n24) - na, danke. Das gleiche gilt für Film- und Serienlandschaft. Was bleibt denn genau ohne Beteiligung des ÖR noch übrig? Berlin 08/15, Köln 1337, GZSZ und Constantin-Film?
Im Internet, natürlich ausbaufähig, hat Funk hat schon ein paar hochwertige YouTuber an Board. bspw. MaiLab (unbedingt schauen!) oder MrWissen2Go. Die generieren leider nicht soviel Reichweite die Bibi, Dagibee, Inscope, APored usw. - würden mittelfristig daher wahrscheinlich finanziell hinter ihren Möglichkeiten beleiben.

Wer sich tatsächlich möglichst objektiv und umfassend über Sachverhalte aus Medien informieren möchte, kommt da um ein gesunden Medienmix (verschiede Quellen) nicht herum, ansonsten bleibt man doch in seiner Filterblase stecken. Wer wirklich frei von Subjektivität sein möchte, der muss "den Medien" insgesamt fern bleiben. Dieser jemand darf nur noch experten Sachberichte und wissenschafentliche Studien zu Gemüte führen. Selbst da sind subjektive Einflussfaktoren nicht ausschließlichbar.

Alles im allem: Besser und effizienter beim ÖR geht es bestimmt. Obwohl das von Außen zu sagen immer einfach ist. Ich sehe überhaupt Sinn dahinter, nur weil ein gewisser Gesellschaftsabschnitt egoistisch und ungebildetet bleibt, den ÖR ersatzlos zu streichen. Es werden auch wertvolle und/oder qualitive hochwertige Nischen mit dem ÖR erschlossen. Paradoxerweise möchte öfters gerade die AFD, die die Fahnen der deutschen Kultur besonders hochhält, gerade die GEZ abschaffen. Für mich ist das reine Bauernfängerei.
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Alster
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Di 17. Sep 2019, 22:39

pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 16:19)Wer sich tatsächlich möglichst objektiv und umfassend über Sachverhalte aus Medien informieren möchte, kommt da um ein gesunden Medienmix (verschiede Quellen) nicht herum, ansonsten bleibt man doch in seiner Filterblase stecken.

Dieser Gefahr unterliegen insbesondere ausschließliche Kunden des Staatsfunkes, wie z.B. der Desinformationsversuch zum Kölner Domplatz Skandal Silvester 15/16 gezeigt hat. Das bringt uns direkt zu:
pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 16:19)Wer durchleuchtet denn für die Allgemeinheit mal spezifische Landes- oder Kommunalthemen? Da sind neben den ansässigen Tageszeitungen nur noch die öffentlichen Rechtlichen.

denn den lokalen Printmedien kam eine besondere Bedeutung im Aufdecken des vom ÖR totgeschwiegenen Skandals zu. Hier hat sich also schön gezeigt, dass die echte Vielfalt der Tageszeitungen (nicht die fiktive "Vielfalt" des ÖR) Filterblasen aufbricht. Das bringt uns zu:
pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 16:19) Die Tageszeitungen können das finanziell gar nicht stemmen.

Den Tageszeitungen wird durch die überhöhten Rundfunk-Wohnungssteuern das Wasser abgegraben. Das gilt besonders mit Hinblick auf die unsoziale Ausgestaltung des sog. Rundfunk"beitrages", da hierdurch die für Abonnements der Printmedien so wichtige Masse der Haushalte mit geringen Einkommen gezielt geschädigt wird

pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 16:19) Besser und effizienter beim ÖR geht es bestimmt.

nur zu wahr, dass man für den halben Beitrag richtig Qualität bringen kann, machen BBC, NHK & Co. ja tagtäglich vor.

pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 16:19) nur weil ein gewisser Gesellschaftsabschnitt egoistisch und ungebildetet bleibt, den ÖR ersatzlos zu streichen.

jedoch sich diesem Niveau anzunähern (was derzeit die Haupt Stoßrichtung besonders des D-ÖR mit Florian Silbereisen & Co zu sein scheint) schafft für einen staatlichen Rundfunk auch keine Existenzberechtigung.


pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 16:19)Paradoxerweise möchte öfters gerade die AFD, die die Fahnen der deutschen Kultur besonders hochhält, gerade die GEZ abschaffen. Für mich ist das reine Bauernfängerei.

Ein mittelmäßiger, überteuerter Staatsfunk basierend auf Gesetzen der Finanzierung die Rechts- und Sozialstaatliche Prinzipien mit Füßen treten ist eine Steilvorlage für jede Protestpartei. Dass derartige Steilvorlagen gelegentlich angenommen werden, magst Du als "Bauernfängerei" bejammern, aber passiert hier und anderswo.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon pLenarum » Di 17. Sep 2019, 23:40

Ich erkenne keine logische konsistenz darin, womit der Nutzer des privaten Mediums ausschließlichen kann, Desinformation nicht aufzulaufen und Filterblasen eigenständig entrennen kann.

Auch ich möchte gerne fundierte Wirtschaftanalyse zu dem NBC/DT. ÖR Vergleich haben. So dass zumindest ein Vergleich von Äpfel und Birnen ausgeschlossen werden kann. Bitte um Quelle.

Das "Niveau" machst du anscheinend an deinem Geschmack fest? Unter Betrachtung der Demografie könnte Silbereisen nicht all zu fern liegen. (Kultur)
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Mi 18. Sep 2019, 11:54

pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 23:40)Ich erkenne keine logische konsistenz darin, womit der Nutzer des privaten Mediums ausschließlichen kann, Desinformation nicht aufzulaufen und Filterblasen eigenständig entrennen kann.

Zunächst muss ich dem geneigten Leser Deine Wortschöpfung übersetzen: "ausschließlichen" = "durch ausschließliche Nutzung ausschließen".
Zum Inhaltlichen: zwar hast Du recht, dass der Nutzer des privaten Mediums systematische Informationdefizite nicht "ausschließlichen" kann, jedoch kann der Nutzer des staatlichen Mediums systematische Informationdefizite noch viel weniger "ausschließlichen". Denn bei privaten Medien besteht zumindest eine gewisse Vielfalt, staatliche Medien besitzen dagegen i.d.R. Monopolstellung.

pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 23:40)Auch ich möchte gerne fundierte Wirtschaftanalyse zu dem NBC/DT. ÖR Vergleich haben.

Vom NBC war meinerseits nie die Rede.

pLenarum hat geschrieben:(17 Sep 2019, 23:40) Unter Betrachtung der Demografie könnte Silbereisen nicht all zu fern liegen.

Du erkennst richtig, dass von Quotengeilheit getriebene Demographie-Überlegungen bei Gestaltung des D-ÖR Programmes eine wachsende Rolle spielen. Insoweit trägt der ÖR der Tatsache Rechnung (Dein Beitrag vom Di 17. Sep 2019, 16:19), dass, wie du schreibst "ein gewisser Gesellschaftsabschnitt egoistisch und ungebildetet bleibt". An diesem Niveau orientiert sich der D-ÖR offenbar in zunehmendem Maße.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon pLenarum » Mi 18. Sep 2019, 19:29

Unsere Regionalzeitung, einfaches Online-Abo 30€
Handelsblatt 34€
Spiegel 20€
Welt 30€
Sz 35€
Amazonprime 8€ Monat
TAZ 36€
Sky quasi ab 35€
FAZ 39,90€

Über welches Einkommen muss ich denn verfügen um in hinreichenden Genuss der Vielalt der prviaten Medien zu kommen?

Zumal die Vielfalt der privaten Medien in Deutschland auch seine Grenze hat. Das Oligopol ist wohl bekannt bekannt. Und im Endeffekt bin ich mit einem Medienmix am besten Informiert. Dazu gehört auch das ÖR, die privaten und soziale Medien.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon John Galt » Do 19. Sep 2019, 10:22

pLenarum hat geschrieben:(18 Sep 2019, 19:29)
Über welches Einkommen muss ich denn verfügen um in hinreichenden Genuss der Vielalt der prviaten Medien zu kommen?



Im Gegensatz zur zwanghaften staatlichen Propaganda kosten die privaten Medien 0 Euro.

Stell dir vor es gibt Zeitschriftengeschäfte, wo man sich den Spaß für komplett umsonst durchlesen kann, wow!
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon pLenarum » Do 19. Sep 2019, 10:54

Das Leistungsangebot der ÖR ist zu groß als dass alles automatisch zwanghaft Staatspropaganda auch nur im Ansatz sein kann. Bitte ein Schritt raus aus dem Bias. Ein vollumfänglich privates Medienangebot ist eben nicht unentgeltlich erhältlich. Geh doch mal zum Kiosk deiner Wahl, die auch am Sterben sind, und blätter mal dort für 2h in den Zeitschriften herum ohne etwas zu kaufen. Aktuell sind die privaten Medien verstärkt beim Kommerzialisieren ihrer digitalen Angebote, was ja durchaus legitim ist. "Kaufen Sie diesen Artikel oder erwerben Sie ein Abo" sag ich dazu. Freizugänglich bleibt dann nur noch ein gewisser mainstream Content.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Do 19. Sep 2019, 14:14

pLenarum hat geschrieben:(18 Sep 2019, 19:29)Unsere Regionalzeitung, einfaches Online-Abo 30€
Handelsblatt 34€
Spiegel 20€
Welt 30€
Sz 35€
Amazonprime 8€ Monat
TAZ 36€
Sky quasi ab 35€
FAZ 39,90€

Über welches Einkommen muss ich denn verfügen um in hinreichenden Genuss der Vielalt der prviaten Medien zu kommen?

Ich folge Dir da nur in Sachen "Unsere Regionalzeitung 30€" Auch kann der Durchschnittsverdiener im Schnitt monatlich zusäzlich ERU 5,- für Einzelexemplare Spiegel, Focus, Newsweek, FAZ, WELT etc. ausgeben. Alles , was darüber hinausgeht ist eher Phantasie des users. Die Realität der seriösen Informationsakquise sieht eher so aus:
Spiegel online 0,00€
focus online 0,00€
google 0,00€
Sueddeutsche online 0,00€
FAZ online 0,00€
BBC World service 0,00€
Newsweek online
mein werbefinanziertes lokales Schmierblatt 0,00€
Time online 0,00€
youtube 0,00€
moskauer deutsche Zeitung online 0,00€
Webseiten aller Unis/Hochschulen in D 0,00€
el Comercio online 0,00€
verschiedene soziale Medien 0,00€


pLenarum hat geschrieben:(18 Sep 2019, 19:29)Sky quasi ab 35€

der eine schreibt wenn man den ÖR nicht hätte, müsste man Sky abonnieren, der andere wenn es das Traumschiff nicht gäbe müsste der Ärmste "Bauer sucht Frau" schauen. Also irgendwie gehen da einige Argumente doch immer in eine bestimmte Richtung, die ich überhaupt nicht für überzeugend halte.


pLenarum hat geschrieben:(18 Sep 2019, 19:29)Zumal die Vielfalt der privaten Medien in Deutschland auch seine Grenze hat. Das Oligopol ist wohl bekannt bekannt.

Oligopol ist immer noch besser als das Monopol des ÖR. Natürlich ist es grob fahrlässig sich nur aus deutschen Medien zu informieren.

Natürlich wäre auch der deutsche ÖR als Bestandteil eines halbwegs umfassenden Informationsmix vorstellbar. Aber bei einem Preis über EUR 10/monat und das noch nicht mal sozial ausgestaltet wird er zur Gefahr für die Informationsfreiheit.
Mein Vorschlag: Schrott wie Silbereisen und Böhmermann rausschmeissen, das Gute behalten, die Kosten auf EUR 3Mrd./a eindampfen und das Ganze sozialverträglich über einen Aufschlag auf die ESt finanzieren.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon pLenarum » Do 19. Sep 2019, 17:41

Privatisierung bedeutet nicht kostenlos. Fallen bestimmte durch den ÖR gedeckte Contente weg, deren Zielgruppe nicht groß genug sind, wird es schnell kostenpflichtig, da das Angebot nicht vorhanden ist. Du willst regionale Nachrichten viral hochwertig aufgebereit? Na, gut das Abo kostet 9€. Du möchtest deutsche Dokumentationen? Ok, das kostet 6€. Du möchtest das Schlagerpaket? Na, zahl mal 6€. Vielleicht in HD? Nochmal 4€. Radio auch? Gerne nochmal 3€.

Der ÖR ist mehr eben als reine Aufbereitung von (politischen) Nachrichten. Ich interesse mich nicht für Volksmusik, Wintersport, Umzüge, Angebote für Hörgeschädigte, Sandmann, Peter lustig, Bundestagsreden, Ratgeber ... (Die Liste ist unendlich erweiterbar). Aber ich weiß es zu schätzen, dass es in Deutschland sehr wohl Gruppen existieren , die sich für das jeweilige Angebot interesseren, und der ÖR diese Nischen erschließt, die die Privaten aufgrund fehlender Größe nicht bedient (Kosten-Nutzen). Selbst bediene mich gerne aus den öffentlichen rechtlichen: Nano, Lesch, Quarks, Terra, MaiLaib, MrWissen2go und einer Anzahl von Dokumentationen seitens NDR, RBB, Arte, WDR usw.

Da sind wir noch nicht bei Themen was der ÖR volkswirtschaftlich beudetet. ÖR als Dienstleister. ÖR als Kunde. ÖR als Kooperationspartner. ÖR als Veranstalter. ÖR als Arbeitgeber. Welche Dienste werden für die privaten teurer, wenn der hiesige ÖR nicht mitzahlt? Welche Infrastrukturen werden geteilt? Wo gibt es weitere Synergien?

Pure Privatisierung hat mindestens genau so viele Nachteile wie nackte Verstaatlichung. Kostendruck, Marktkonzentrationen, Intransparenz, Ausdünnung flächendeckender Versorgung, Käuflichkeit etc. - so haben wir doch einen relativ gesundes duales System.

Ich verstehe sachliche Kritik. Beitragserhebung. Verwaltung. Objektivität. Fokus. Ziele. Aufgaben. Reformierung. Aber nicht die Frage der Existenzberechtigung.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Fr 20. Sep 2019, 18:31

pLenarum hat geschrieben:(19 Sep 2019, 17:41)Fallen bestimmte durch den ÖR gedeckte Contente weg, deren Zielgruppe nicht groß genug sind, wird es schnell kostenpflichtig, da das Angebot nicht vorhanden ist.

nun geht es beim D-ÖR ja auch zunehmend um Quote, wie Du anhand Florian Silbereisen (Dein Stichwort Demographie) selbst festgestellt hast.

pLenarum hat geschrieben:(19 Sep 2019, 17:41)Selbst bediene mich gerne aus den öffentlichen rechtlichen: Nano, Lesch, Quarks, Terra, MaiLaib, MrWissen2go und einer Anzahl von Dokumentationen seitens NDR, RBB, Arte, WDR usw.

Zugegeben Arte und ZDF Neo bieten brauchbare Sendungen (wenn auch in 1001 Wiederholungen), dementsprechend reichen denen vom 8 Mrd Euro Kuchen auch nur einstellige Prozentbeträge

pLenarum hat geschrieben:(19 Sep 2019, 17:41)Da sind wir noch nicht bei Themen was der ÖR volkswirtschaftlich beudetet. ÖR als Dienstleister. ÖR als Kunde. ÖR als Kooperationspartner. ÖR als Veranstalter. ÖR als Arbeitgeber.

Ja, Geld das der Wirtschaft zwangsentzogen wird kommt irgendwie wieder zurück. Mit dem Argument könnte man theoretisch auch die Aktivitäten der Mafia rechtfertigen. Du müsstest schon darlegen, warum die Umverteilung irgendwie Sinn macht. Dürfte mit Hinblick auf die unsoziale Ausgestaltung der Finanzierung aber gerade schwierig werden.

pLenarum hat geschrieben:(19 Sep 2019, 17:41)Welche Dienste werden für die privaten teurer, wenn der hiesige ÖR nicht mitzahlt? Welche Infrastrukturen werden geteilt? Wo gibt es weitere Synergien?

Wenn sich private und ÖR beim Kampf um Sportrechte gegenseitig hochprügeln führt das z.B. zu den exorbitanten Profigehältern. Wohlgemerkt, das Geld wird größtenteils den niedrigen Einkommensgruppen zwangsentzogen. Die ärmsten Sportler wissen dann nicht mehr wie sie das Geld anlegen sollen.

pLenarum hat geschrieben:(19 Sep 2019, 17:41)Aber nicht die Frage der Existenzberechtigung.

Hierzu am Ende des Beitrages von Alster » Do 19. Sep 2019, 14:14 längst Stellung genommen: sozialverträglich finanzieren über Aufschlag auf ESt. Gesamtvolumen bei EUR 3Mrd deckeln. Wo ist das Problem?
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