Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Kritikaster » So 24. Jan 2021, 09:44

jack000 hat geschrieben:(23 Jan 2021, 16:22)

Haha, wie geil :thumbup: (Wo ist der Tränenlach-Smily?)

Mir fehlt angesichts solcher Kommentare auf derartige Beiträge eher ein Fremdschäm-Smiley. :(

Aber jedem das Seine, Jack.
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Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alexyessin » So 24. Jan 2021, 12:15

Liberty hat geschrieben:(23 Jan 2021, 15:46)

https://mobile.twitter.com/nasanasal/st ... 9109902336

Ohne rot zu werden. Respekt Marionetta. :D


Wo ist denn dein Problem? Bitte mal eine anständige und konkrete Stellungnahme.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Cobra9 » So 24. Jan 2021, 12:24

Kritikaster hat geschrieben:(24 Jan 2021, 09:44)

Mir fehlt angesichts solcher Kommentare auf derartige Beiträge eher ein Fremdschäm-Smiley. :(

Aber jedem das Seine, Jack.


Da schließe ich mich an
Immer wieder grüßt das Murmeltier

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Keinen_Faschismus! » So 24. Jan 2021, 17:32

Sören74 hat geschrieben:(23 Jan 2021, 14:00)
Zum Beispiel zuletzt von schokoschendrezki.

Was sagt der User schokoschendrezki zu diesem schwerwiegenden Vorwurf?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Atue001 » So 24. Jan 2021, 18:01

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Jan 2021, 12:55)

Man kann die Probleme auch einfach nüchtern und betriebswirtschaftlich betrachten. Laut Tagesspiegel hat allein die ARD im Zeitraum 2017 bis 2020 allein für Sportübertragungsrechte allein die schier unfassbare Summe von 1,163 Milliarden Euro ausgegben. (https://www.deutschlandfunk.de/uebertra ... _id=393414) Bürger-Akzeptanz hin oder her. Wenn man den Kern und das Wesen der Probleme des öffentlichen Rundunks auf einen Punkt bringen will: Er ist zur Melkkuh des Profisports geworden!


Ist diese Summe wirklich so unglaublich, wie du es beschreibst? Im gleichen Zeitraum betrugen die Einnahmen des ÖR insgesamt mehr als 30 Mrd. EUR - es wurde also in etwa 1/30 für Sportübertragungsrechte ausgegeben. Ist das nun viel oder gar zu viel? Wer legt fest, wie viel zu viel ist?

Im Profisport gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage, die den Preis bestimmt. Die ÖR haben ja gar nicht jeden Zuschlag mitgenommen, sondern sich schon auch beschränkt. Es gibt wichtige Sportereignisse, über die auch andere Sender berichtet haben. Gleichzeitig aber kann man mit Sportveranstaltungen hohe Einschaltquoten erzielen - was doch darauf hindeutet, dass Sportveranstaltungen zur Grundversorgung gehören. Um seinem Auftrag gerecht zu werden, kann also der ÖR gar nicht so ganz einfach auf jeglichen Sport verzichten...da muss schon genauer hingeschaut werden, wie für diesen Fall die Grundversorgung noch sichergestellt wäre. Wer das anders haben will, der muss den Rundfunkstaatsvertrag ändern. Das könnte man machen....nur, würde dann nicht einfach nur der Sport in private Kanäle abwandern?

Jeder Einzelne könnte sich dann über etwas billigere Rundfunkgebühren freuen, oder über Werbeunterbrechungen bei den Privaten ärgern, oder dafür, dass er seinen Sport nur noch im Bezahlfernsehen sieht. Unterm Strich wäre das für die, die Sport schauen wollen, wohl eher nicht wirklich billiger. Und: Da das Sportangebot zur Grundversorgung gehört, könnte es sein, dass Hartz IV-Empfänger erfolgreich auf eine Erhöhung der Sätze klagen können, wenn sie sich Sport anschauen wollen, der dann ja vielleicht nur im kostenpflichtigen Privatangebot verfügbar wäre....das zahlt dann der gemeine Steuerzahler....also so richtig finanziell entlastet würden nur die wenigsten, wenn man den Sport nicht mehr im ÖR überträgt.


Menschen, die keinen Sport mögen, oder die kein Fernsehen mögen, kritisieren die Sportverträge - und wünschen sich dafür andere Investitionen vielleicht in mehr Theater, mehr Nachrichten, mehr Bildung.....
Und umgekehrt gilt das halt auch genauso.

Menschen, die kein Auto fahren, zahlen trotzdem für Autobahnen mit. Usw.......es ist natürlich, dass man immer das kritisiert, was man selbst glaubt nicht zu brauchen.

Schauen wir mal nach GB - dort hat die BBC ein Budget von knapp 5,2 Mrd. EUR bei 66 Millionen Einwohner. Je Kopf ist damit GB nicht einmal 10% günstiger.

So richtig hilfreich ist eine rein betriebswirtschaftliche Sicht auf das Thema meiner Ansicht nach nicht - denn letzten Endes geht es nicht um Betriebswirtschaft, sondern vor allem um emotionale Befindlichkeiten. Wer die Angebote nutzt, und mit diesen zufrieden ist, der findet den ÖR ok - alle anderen werden tausende Argumente finden, warum das so nicht in Ordnung ist. Letzten Endes ist es also eine politische Entscheidung - und da sind derzeit noch die Mehrheiten klar so, dass der ÖR bleibt.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Ebiker » So 24. Jan 2021, 18:11

Atue001 hat geschrieben:(24 Jan 2021, 18:01)



Schauen wir mal nach GB - dort hat die BBC ein Budget von knapp 5,2 Mrd. EUR bei 66 Millionen Einwohner. Je Kopf ist damit GB nicht einmal 10% günstiger.



Rechnen ist nicht grad deine Kernkompetenz ? BBC 5,2Mrd. , ÖR Deutschland 9,2 Mrd.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Atue001 » So 24. Jan 2021, 18:35

Ebiker hat geschrieben:(24 Jan 2021, 18:11)

Rechnen ist nicht grad deine Kernkompetenz ? BBC 5,2Mrd. , ÖR Deutschland 9,2 Mrd.


8,08 MRd. EUR waren es 2019 aus den Rundfunkgebühren. Wie kommst du auf 9,2 Mrd. EUR?

https://www.stern.de/kultur/einnahmen-durch-rundfunkgebuehren-2019-konstant-gegenueber-vorjahr-9312154.html um nur eine von vielen Quellen zu benennen....
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Ebiker » So 24. Jan 2021, 18:59

Atue001 hat geschrieben:(24 Jan 2021, 18:35)

8,08 MRd. EUR waren es 2019 aus den Rundfunkgebühren. Wie kommst du auf 9,2 Mrd. EUR?

https://www.stern.de/kultur/einnahmen-durch-rundfunkgebuehren-2019-konstant-gegenueber-vorjahr-9312154.html um nur eine von vielen Quellen zu benennen....


wären immer noch mehr als 10%, aber lt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Öffentlich-rechtlicher_Rundfunk#Finanzierung

9,1 Mrd
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon tarkomed » So 24. Jan 2021, 19:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Jan 2021, 12:40)

Ja. Meine hier vertretenen Ansichten sind, das will ich gern eingestehen, persönlich und subjektiv. In der Reihe "Politisches Feuilleton" von DLF Kultur, gab es am 14. Januar einen Beitrag des Verhaltenscoachs und Unternehmensberaters Peter Modler zum Thema "Körpersprache der drei Kandidaten" (auf dem virtuellen CDU-Parteitag). Das war absolut genial! Ganz präzise und sachlich durchanalysiert. Sehr sehr empfehlenswert (https://www.deutschlandfunkkultur.de/cd ... _id=490765) Und auch da hab' ich mir so gedacht: Sehen muss ich das gar nicht. Es muss nur sprachlich gut, polemisch, in gutem Stil vorgetragen werden. Mein Ideal ist die Publizistik der Ära Karl Kraus, Tucholsky, Ossietzky.

Ich kann auf die vielen vielen Stimmen mit der Richtung "Schafft endlich den 'zwangsfinanzierten' Öffentlichen Rundfunk ab" ganz persönlich und subjektiv nur antworten: Von mir aus bitte gern. Aber lasst mir für einen Bruchteil der Gebühren bitte den Hörfunk.

Das kann ich jetzt aber nicht ganz nachvollziehen. Deine Argumentation hebt im ersten Absatz die Macht der Bilder hervor und dein Abschlusssatz stellt sie dann als überflüssig dar.
Wenn du zu der Beschreibung der Körpersprache durch diesen Verhaltenscoach zusätzlich die Bilder der Personen hättest, die er beschreibt – bewegte Bilder wohlgemerkt – dann könntest du doch jedes Detail nachvollziehen und genau wissen, was er meint. Im Endeffekt hast du nichts anderes getan, als diese Bilder in deinem Kopf nachzuzeichnen anhand seiner Beschreibung. Waren sie dann wahrheitsgetreuer? Ich warte lieber, bis ich blind bin und lasse mir erst dann die Bilder beschreiben. :)

Als ich noch die Privatsender ertragen konnte, habe ich bei jedem Werbeblock den Fernseher stummgeschaltet, – so oft kann man schließlich nicht die Toilette aufsuchen – aber die Bilder konnte ich nicht ausblenden und die Werbebotschaft kam am Ende doch bei mir an, denn die Marketer kannten offensichtlich schon längst meinen Trick. Jetzt weiß ich, dass ab 20:00 h keine Werbung mehr kommt und seitdem gibt es bei mir keine allergischen Reaktionen mehr. Das ist mir mindestens 17,50 € mtl. wert. ;)
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon franzmannzini » So 24. Jan 2021, 19:54

tarkomed hat geschrieben:(24 Jan 2021, 19:51)

...

Als ich noch die Privatsender ertragen konnte, habe ich bei jedem Werbeblock den Fernseher stummgeschaltet, – so oft kann man schließlich nicht die Toilette aufsuchen – aber die Bilder konnte ich nicht ausblenden und die Werbebotschaft kam am Ende doch bei mir an, denn die Marketer kannten offensichtlich schon längst meinen Trick. Jetzt weiß ich, dass ab 20:00 h keine Werbung mehr kommt und seitdem gibt es bei mir keine allergischen Reaktionen mehr. Das ist mir mindestens 17,50 € mtl. wert. ;)


Schaust Du Dir jetzt Content an, den Du sehen willst, oder Content der keine Werbung enthält ?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Aldemarin » So 24. Jan 2021, 20:32

Wie war bzw. ist das mit der über den eigentlichen Zweck der Programmverbreitung hinausgehenden Aufgaben des Sendebetriebs? Rundfunksender können zur Untersuchung der Hochatmosphäre dienen, als Frequenznormal eingesetzt werden, zum Zweck der Funknavigation genutzt werden und sind auch durchaus von militärischen Interesse (britische Atom-U-Boote mussten immer nach dem Auftauchen prüfen, ob sie BBC-Sender empfangen konnten. War dies nicht mehr möglich war dies ein Alarmzustand).
Außerdem können auch mit spezieller Modulationstechnik auch unhörbar für normale Teilnehmer diverse Zusatzinformationen übertragen werden, wobei diese auch durchaus für einen exklusiven Nutzerkreis bestimmt sein kann.
War und ist in den Rundfunk-Staatsverträgen hiervon auch die Rede? Hatte die Bundeswehr auch Einfluss auf die Gestaltung dieser Verträge?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Atue001 » So 24. Jan 2021, 23:00

Ebiker hat geschrieben:(24 Jan 2021, 18:59)

wären immer noch mehr als 10%, aber lt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Öffentlich-rechtlicher_Rundfunk#Finanzierung

9,1 Mrd


Das ist das Problem mit den Quellen.....wikipedia hat aus gutem Grund den üblichen Brauch, dass man dort die Quellen solcher Zahlen nachlesen kann. Wenn du da mal nachschaust, dann findest du, dass dies Zahlen sind, die 2010 abgerufen wurden:

Code: Alles auswählen

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die GEZ. Computerbildung.de. Archiviert vom Original am 20. Mai 2010. Abgerufen am 12. Juni 2010.
und

Code: Alles auswählen

Deutsche Welle: ARD: 60 Jahre erfolgreich in Deutschland, abgerufen 12. Juni 2010.


Was du daraus aber ableiten kannst ist, dass seit 2010 bezüglich dem ÖR schon eine ganze Menge gespart wurde.
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Fliege
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Fliege » So 24. Jan 2021, 23:15

Atue001 hat geschrieben:(24 Jan 2021, 18:01)

Je Kopf ist damit GB nicht einmal 10% günstiger.
Atue001 hat geschrieben:(24 Jan 2021, 23:00)

[...] dass seit 2010 bezüglich dem ÖR schon eine ganze Menge gespart wurde.

Der ÖR-Antrag, auf zehn GEZ-Prozente verzichten zu dürfen, sollte für die Länderparlamente dankbar abnickbar sein.

Allerdings steht auch die BBC noch vor der fälligen Preis-Leistungsreform.
Fake-News-Bügelmaschine: "Glauben Sie nicht den Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen". — Don Alphonso: "2021 wird ein scheußliches Jahr".
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Atue001 » So 24. Jan 2021, 23:37

Fliege hat geschrieben:(24 Jan 2021, 23:15)

Der ÖR-Antrag, auf zehn GEZ-Prozente verzichten zu dürfen, sollte für die Länderparlamente dankbar abnickbar sein.

Allerdings steht auch die BBC noch vor der fälligen Preis-Leistungsreform.


Jeder ist immer dankbar, wenn er weniger für eine Leistung bezahlen soll. Besonders dann, wenn er diese Leistung nicht braucht oder nicht in Anspruch nimmt.
Schmerzhaft ist es für die, die eigentlich diese Leistung haben wollen oder auf sie angewiesen sind, wenn sie auf etwas ersatzlos verzichten müssen, was sie eigentlich haben wollen.

Einsparrunden beim ÖR kann man sicherlich machen - allerdings muss man auch klar sagen, auf welche Leistungen man verzichten will.

Wenn man auf die Übertragung von Sportsendungen verzichten will, wird es spannend, ob diejenigen, die sich dann erhoffen, dass man das auf den Privaten zukünftig sehen kann, nicht enttäuscht feststellen, dass das nur mit einem Pay-TV-Angebot geht, was mehr kostet, als man eingespart hat.
Dazu kommt, dass man dann das Problem lösen muss, wie man beispielsweise Hartz IV Empfängern Zugang zu den Sportübertragungen verschafft - denn Sportübertragungen dürften sicherlich zur Grundversorgung gehören. Die kann man also so einfach nicht wegstreichen. Es wäre aber mal spannend zu hören, ob es Mehrheiten dafür gibt, dass man Hartz IV Empfängern ein Sky-Abo finanziert.....

Tatsächlich gehören Sportübertragungen zu den Sendungen im ÖR, die regelmässig die höchsten Einschaltquoten haben. Wollte man danach gehen, müssten die ÖR eher am Bildungsfernsehen sparen, an Dokus, politischen Hintergrundberichten, Kunst und Kultur u.ä.....was dann dazu führen würde, dass im ÖR eigentlich das gleiche zu sehen ist, wie bei den Privaten.

Man kann das so machen - es begeistert mich aber wenig. Ich halte das Konstrukt des ÖR im grossen und ganzen für recht gelungen - im Detail kann man natürlich immer streiten. Allerdings sollte man immer auch klar benennen, was genau gekürzt werden soll, und das dann auch zur Diskussion stellen. Nur die GEZ zu streichen reicht dabei nicht - und für eine Abschaltung von allen Fernseh- und Radioprogrammen des ÖR sehe ich keine Mehrheit.
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Fliege
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Fliege » So 24. Jan 2021, 23:43

Atue001 hat geschrieben:(24 Jan 2021, 23:37)

Ich halte das Konstrukt des ÖR im grossen und ganzen für recht gelungen - im Detail kann man natürlich immer streiten.

Ja, die BBC ist Vorbild des deutschen ÖRs, von daher bleibt dem deutschen ÖR reichlich Luft für Reform.
Fake-News-Bügelmaschine: "Glauben Sie nicht den Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen". — Don Alphonso: "2021 wird ein scheußliches Jahr".
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syna
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon syna » Mo 25. Jan 2021, 02:22

Atue001 hat geschrieben:(24 Jan 2021, 23:37)

Wenn man auf die Übertragung von Sportsendungen verzichten will, wird es spannend, ob diejenigen, die sich dann erhoffen, dass man das auf den Privaten zukünftig sehen kann, nicht enttäuscht feststellen, dass das nur mit einem Pay-TV-Angebot geht, was mehr kostet, als man eingespart hat.
Dazu kommt, dass man dann das Problem lösen muss, wie man beispielsweise Hartz IV Empfängern Zugang zu den Sportübertragungen verschafft - denn Sportübertragungen dürften sicherlich zur Grundversorgung gehören. Die kann man also so einfach nicht wegstreichen. Es wäre aber mal spannend zu hören, ob es Mehrheiten dafür gibt, dass man Hartz IV Empfängern ein Sky-Abo finanziert ....


Also, ich denke, es wäre doch authentischer, direkter und auch sozialer,
wenn der fussballinteressierte direkt zu den Spielen seines Vorort-Vereins
"Kleinkleckersdorfer SC01" geht - und dort direkt im Stadion "seine"
Spieler anfeuert. Das würde den Hype und Kommerzialisierung
herausnehmen und den echten Fussball befeuern, den Fussball, der
im Ort von Dir und mir, Deinen und meinen Kindern gespielt wird.

Da braucht man kein ABO für irgendeine Übertragung.

Atue001 hat geschrieben:(24 Jan 2021, 23:37)

Tatsächlich gehören Sportübertragungen zu den Sendungen im ÖR, die regelmässig die höchsten Einschaltquoten haben. Wollte man danach gehen, müssten die ÖR eher am Bildungsfernsehen sparen, an Dokus, politischen Hintergrundberichten, Kunst und Kultur u.ä.....was dann dazu führen würde, dass im ÖR eigentlich das gleiche zu sehen ist, wie bei den Privaten.


Ne, ne, es ist ja genau umgekehrt: Der ÖRR ist seinem Auftrag nach
für die Inhalte zuständig, die gerade KEINE Einschaltquoten erzielen!

Nach 5 GG Satz 1 steht jedem Bürger eine "informatielle Grund-
versorgung" zu, und diese wird - nach einem Bundesverfassungs-
gerichts-Urteil von 1986 - im Wesentlichen durch die ÖRR gewährleistet.

Das heißt, dass gerade solche Inhalte, die im kommerziellen
Sendegeschacher untergehen, durch die ÖRR ausgefüllt werden.
Umgekehrt bedeutet dies dann aber, dass Inhalte, die kommerziell
im Übermaß ausgebreitet werden, und mit denen alle berieselt
werden, nicht Aufgabe der ÖRR sein dürfen.

Zu diesen kommerziell ausgeschlachteten und im Übermaß angebotenen
Themen gehören Profi-Sport, Fußball und die gesamte Unterhaltung.

Aufgrund des Einsammelns von Geld von ALLEN Bürgern ist es geboten,
dass mit diesem Geld eben nicht quotenträchtige Massenthemen
befördert werden. Ein gemeinfinanziertes Medium darf sich gerade
nicht am Massenkommerz beteiligen.

Denn:

Wie soll man der Krankenschwester erklären, dass sie die Gehälter
der Profifussballer und deren Ferraries mitfinanzieren soll?

Wie soll ich der alleinerziehenden Verkäuferin erklären, dass sie
die Promigehälter von Veronica Ferres, Mario Adorf, Maria Furtwängler,
oder Götz George (leider verstorben) mitbezahlen sollen? Deren
Tagesgagen übersteigen bei Weitem das Monatsgehalt der
Verkäuferin!

----------------------------------------------------------------------------------------

Ein schielen auf die Einschaltquote bedeutet oftmals, dass der
Inhalt ganz extrem auf die Masse der Kunden ausgerichtet ist - und
das sind dann Reality-Shows, Spielfilme, Kochshows, seichte
Unterhaltung, Action-Thriller, Krimis, Fußballübertragungen,
Olympia usw.

Diesen Content aber bedient der Markt - d.h. die privaten Sender -
von ganz alleine, denn hier können sie dank Einschaltquote und
Reichweite gute Werbeeinnahmen erzielen.

Der teure, und gemein-finanzierte ÖRR, sollte im Kontrast dazu
und ganz ohne auf die Einschaltquoten zu gucken, für die
Information und die Demokratie wichtigen Content bereitstellen.
Das sind Nachrichten, investigativer Journalismus, Dokus,
Schulfunk und kulturelle Nischenprogramme.

Um solche Inhalte anbieten zu können, darf man NICHT auf die
Einschaltquote sehen!

:)
--~~/§&%"$!\~~--
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Sören74 » Mo 25. Jan 2021, 08:55

syna hat geschrieben:(25 Jan 2021, 02:22)
Das heißt, dass gerade solche Inhalte, die im kommerziellen
Sendegeschacher untergehen, durch die ÖRR ausgefüllt werden.
Umgekehrt bedeutet dies dann aber, dass Inhalte, die kommerziell
im Übermaß ausgebreitet werden, und mit denen alle berieselt
werden, nicht Aufgabe der ÖRR sein dürfen.


Es geht nicht nur um Quantität.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon tarkomed » Mo 25. Jan 2021, 09:00

franzmannzini hat geschrieben:(24 Jan 2021, 19:54)

Schaust Du Dir jetzt Content an, den Du sehen willst, oder Content der keine Werbung enthält ?

Beides. Und beim ÖRR ist ab 20:00 h beides möglich.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon tarkomed » Mo 25. Jan 2021, 09:05

Aldemarin hat geschrieben:(24 Jan 2021, 20:32)

Wie war bzw. ist das mit der über den eigentlichen Zweck der Programmverbreitung hinausgehenden Aufgaben des Sendebetriebs? Rundfunksender können zur Untersuchung der Hochatmosphäre dienen, als Frequenznormal eingesetzt werden, zum Zweck der Funknavigation genutzt werden und sind auch durchaus von militärischen Interesse (britische Atom-U-Boote mussten immer nach dem Auftauchen prüfen, ob sie BBC-Sender empfangen konnten. War dies nicht mehr möglich war dies ein Alarmzustand).
Außerdem können auch mit spezieller Modulationstechnik auch unhörbar für normale Teilnehmer diverse Zusatzinformationen übertragen werden, wobei diese auch durchaus für einen exklusiven Nutzerkreis bestimmt sein kann.
War und ist in den Rundfunk-Staatsverträgen hiervon auch die Rede? Hatte die Bundeswehr auch Einfluss auf die Gestaltung dieser Verträge?

In den Rundfunk-Staatsverträgen geht es um die Programmgestaltung der öffentlich rechtlichen Sender und nicht um die Funktechnik und die Nutzungsmöglichkeiten der verschiedenen Frequenzen.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Di 26. Jan 2021, 10:12

Atue001 hat geschrieben:(24 Jan 2021, 18:01)

Ist diese Summe wirklich so unglaublich, wie du es beschreibst? Im gleichen Zeitraum betrugen die Einnahmen des ÖR insgesamt mehr als 30 Mrd. EUR - es wurde also in etwa 1/30 für Sportübertragungsrechte ausgegeben. Ist das nun viel oder gar zu viel? Wer legt fest, wie viel zu viel ist?

Im Profisport gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage, die den Preis bestimmt. Die ÖR haben ja gar nicht jeden Zuschlag mitgenommen, sondern sich schon auch beschränkt. Es gibt wichtige Sportereignisse, über die auch andere Sender berichtet haben. Gleichzeitig aber kann man mit Sportveranstaltungen hohe Einschaltquoten erzielen - was doch darauf hindeutet, dass Sportveranstaltungen zur Grundversorgung gehören. Um seinem Auftrag gerecht zu werden, kann also der ÖR gar nicht so ganz einfach auf jeglichen Sport verzichten...da muss schon genauer hingeschaut werden, wie für diesen Fall die Grundversorgung noch sichergestellt wäre. Wer das anders haben will, der muss den Rundfunkstaatsvertrag ändern. Das könnte man machen....nur, würde dann nicht einfach nur der Sport in private Kanäle abwandern?

Jeder Einzelne könnte sich dann über etwas billigere Rundfunkgebühren freuen, oder über Werbeunterbrechungen bei den Privaten ärgern, oder dafür, dass er seinen Sport nur noch im Bezahlfernsehen sieht. Unterm Strich wäre das für die, die Sport schauen wollen, wohl eher nicht wirklich billiger. Und: Da das Sportangebot zur Grundversorgung gehört, könnte es sein, dass Hartz IV-Empfänger erfolgreich auf eine Erhöhung der Sätze klagen können, wenn sie sich Sport anschauen wollen, der dann ja vielleicht nur im kostenpflichtigen Privatangebot verfügbar wäre....das zahlt dann der gemeine Steuerzahler....also so richtig finanziell entlastet würden nur die wenigsten, wenn man den Sport nicht mehr im ÖR überträgt.


Menschen, die keinen Sport mögen, oder die kein Fernsehen mögen, kritisieren die Sportverträge - und wünschen sich dafür andere Investitionen vielleicht in mehr Theater, mehr Nachrichten, mehr Bildung.....
Und umgekehrt gilt das halt auch genauso.

Menschen, die kein Auto fahren, zahlen trotzdem für Autobahnen mit. Usw.......es ist natürlich, dass man immer das kritisiert, was man selbst glaubt nicht zu brauchen.

Schauen wir mal nach GB - dort hat die BBC ein Budget von knapp 5,2 Mrd. EUR bei 66 Millionen Einwohner. Je Kopf ist damit GB nicht einmal 10% günstiger.

So richtig hilfreich ist eine rein betriebswirtschaftliche Sicht auf das Thema meiner Ansicht nach nicht - denn letzten Endes geht es nicht um Betriebswirtschaft, sondern vor allem um emotionale Befindlichkeiten. Wer die Angebote nutzt, und mit diesen zufrieden ist, der findet den ÖR ok - alle anderen werden tausende Argumente finden, warum das so nicht in Ordnung ist. Letzten Endes ist es also eine politische Entscheidung - und da sind derzeit noch die Mehrheiten klar so, dass der ÖR bleibt.

Wieder rein konsumorientiert argumentiert. Das Subsidiaritätsprinzip wird seitens der GEZ Lover nicht verstanden.

Beispiel 2020:
Dschungelcamp 6,97 Mio Zuschauer ohne Finanzierung über Zwangsabgaben
Traumschiff 6,57 Mio Zuschauer MIT Finanzierung über Zwangsabgaben

So what?

Der Beitrag von Atue001 zeigt aber auch: Die TATSÄCHLINCE Rechtfertigung des D_ÖR läuft nur noch über die Quote. Dass er auch weiter immer schlechter wird, ist damit zwingend vorprogrammiert.


Edith: bei der zwangsfinanzierten Sendung war natürlich Traumschiff gemeint
Zuletzt geändert von Alster am Mi 27. Jan 2021, 12:07, insgesamt 1-mal geändert.
dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Meinung

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