Lügenpresse oder Realitätspresse

Moderator: Moderatoren Forum 5

Benutzeravatar
schelm
Beiträge: 19764
Registriert: Sa 22. Aug 2009, 00:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schelm » Mi 17. Aug 2016, 17:57

Alexyessin hat geschrieben:(17 Aug 2016, 16:52)

Darf ich dich fragen, wer denn intersubjektiv prüft ob es überhaupt zu selektiven Wiedergaben kommt oder ob da nicht oft auch Wunsch der Vater des Gedanken einer unseriösen Medienkritik ist.

Darfst du gerne. Es kam dazu, wir wissen es alle. Schwerpunkt im Herbst lag auf dem Augenmerk hauptsächlich Kinder und Frauen bzw. Familien zu präsentieren, sowie einige Vorzeigebeispiele guter Qualifikation. Die jetzt offiziellen Statistiken, was Qualifikation und Demografie der Flüchtlinge betrifft, sprechen eine andere Sprache. Die Selektivität diente also der Schönfärberei der Realität, um womöglich die Motivation bei der Bewältigung der Aufgabe zu stärken.

Außerdem kann man an Hand von Umfragen die Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung ablesen, das MoMa hingegen bleibt sich treu. Angeblich ganz normale Bürger werden zum Sommerinterview geladen, komischerweise alle auf Merkellinie.

Um Objektivität bemühter Journalismus sieht anders aus als diese Hofberichterstattung.
Denk ich an D in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht, Heinrich Heine.
Benutzeravatar
Dampflok94
Moderator
Beiträge: 12843
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 17:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Dampflok94 » Mi 17. Aug 2016, 20:00

schelm hat geschrieben:(17 Aug 2016, 16:34)

Gerne. Deine Antwort drückte für mich die Wiedergabe der alten Weisheit aus, nach der der Überbringer schlechter Nachrichten dafür verantwortlich gemacht wird.

Es ging aber nicht darum, ob eine Nachricht gut oder schlecht ist, sondern darum, ob die selektive Wiedergabe von guten und schlechten Nachrichten, die in Folge die Realität verzerrt, von den Journalisten bewusst oder fahrlässig erfolgt.

Zweifelsfrei war dieser Aussagegehalt stets eindeutig transparent. Also, warum stellst du dich so Ahnungslos ?

Ich dachte es wäre klar gewesen. Der einzige der hier Nachrichten selektiert bist Du. Nachricht gefällt Dir nicht: Da hat der Journalist doch glatt die Realität verzerrt.Nachricht gefällt Dir: Journalist hat solide gearbeitet.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Benutzeravatar
schelm
Beiträge: 19764
Registriert: Sa 22. Aug 2009, 00:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schelm » Mi 17. Aug 2016, 20:17

Dampflok94 hat geschrieben:(17 Aug 2016, 20:00)

Ich dachte es wäre klar gewesen. Der einzige der hier Nachrichten selektiert bist Du. Nachricht gefällt Dir nicht: Da hat der Journalist doch glatt die Realität verzerrt.Nachricht gefällt Dir: Journalist hat solide gearbeitet.

Man kann also ganz klar darstellen worum es geht. Sogar wiederholt und unmissverständlich. Und sowohl die Statistik zur Flüchtlingsstruktur als auch Umfrageergebnisse zu Zustimmungswerten zu dieser Politik belegen die Diskrepanz in der Ausgewogenheit der Darstellung im Herbst des MoMa, als auch jetzt bei der Auswahl der " normalen Bürger " bei den Sommerinterviews, allein, es juckt dich nicht. Vor so viel Ignoranz gebe ich mich geschlagen. :rolleyes:
Denk ich an D in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht, Heinrich Heine.
Atheist

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Atheist » Mi 17. Aug 2016, 20:51

schelm hat geschrieben:(17 Aug 2016, 16:34)
Es ging aber nicht darum, ob eine Nachricht gut oder schlecht ist, sondern darum, ob die selektive Wiedergabe von guten und schlechten Nachrichten, die in Folge die Realität verzerrt, von den Journalisten bewusst oder fahrlässig erfolgt.


Man darf nicht der irrigen Annahme erliegen, Journalisten müssten, geschweige denn könnten die Realität ungefiltert wiedergeben, denn bereits schon ihre Sinne (sowie auch "blinde Flecke") filtern die Informationen über die objektive Realität. Weiterhin nehmen sie bewusst eine Selektion der Informationen vor, um einen Sachverhalt im angemessenen Umfang darzustellen. Wem das nicht genügt, der sollte sich aktiv den Wissenschaften widmen, um Teile der Realität wunschgemäß erforschen zu können (und auch zu dürfen). Für alle anderen empfiehlt sich vergleichendes Lesen unterschiedlicher, mitunter auch stark von einander abweichender Medien, um zu erkennen, welch seltener Luxus die Gewissheit ist.
Fazer
Beiträge: 3993
Registriert: Mi 21. Okt 2015, 10:40

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Fazer » Do 18. Aug 2016, 10:36

Dampflok94 hat geschrieben:(17 Aug 2016, 20:00)

Ich dachte es wäre klar gewesen. Der einzige der hier Nachrichten selektiert bist Du. Nachricht gefällt Dir nicht: Da hat der Journalist doch glatt die Realität verzerrt.Nachricht gefällt Dir: Journalist hat solide gearbeitet.


Gut auf den Punkt gebracht, wie die Denkweise der "Lügenpresse" Vertreter funktioniert.
Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 15413
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Keoma » Do 18. Aug 2016, 10:39

Fazer hat geschrieben:(18 Aug 2016, 10:36)

Gut auf den Punkt gebracht, wie die Denkweise der "Lügenpresse" Vertreter funktioniert.


Und die anderen schlucken alles?
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
Daniel Patrick Moynihan
Benutzeravatar
Dampflok94
Moderator
Beiträge: 12843
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 17:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Dampflok94 » Do 18. Aug 2016, 10:56

Keoma hat geschrieben:(18 Aug 2016, 10:39)

Und die anderen schlucken alles?

Was soll denn diese Frage? Niemand muß alles schlucken. Eine gesunde Distanz ist immer richtig. Journalisten sind schließlich Menschen und die machen bekanntlich Fehler. (Wo ist das Phrasenschwein?) Und manchmal sogar schwere Fehler. Aber das hat mit Lügenpresse nichts zu tun. Lüge ist bekanntlich eine bewußte Falschdarstellung.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 15413
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Keoma » Do 18. Aug 2016, 10:56

Dampflok94 hat geschrieben:(18 Aug 2016, 10:56)

Was soll denn diese Frage? Niemand muß alles schlucken. Eine gesunde Distanz ist immer richtig. Journalisten sind schließlich Menschen und die machen bekanntlich Fehler. (Wo ist das Phrasenschwein?) Und manchmal sogar schwere Fehler. Aber das hat mit Lügenpresse nichts zu tun. Lüge ist bekanntlich eine bewußte Falschdarstellung.


Dann nennen wir es eben Lückenpresse?
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
Daniel Patrick Moynihan
Fazer
Beiträge: 3993
Registriert: Mi 21. Okt 2015, 10:40

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Fazer » Do 18. Aug 2016, 10:57

Keoma hat geschrieben:(18 Aug 2016, 10:39)

Und die anderen schlucken alles?


Atheist hat es schon ganz gut auf den Punkt gebracht: es wird immer eine Bandbreite an Positionen und Bewertungen geben. Journalisten haben auch eine politische Meinung. Wer sich informieren will kann von TAZ bis FAZ eine grosse Bandbreite an Fakten, Meinungen, Positionen lesen. Die Verunglimpfung von Positionen, die man nicht teilt, als "Lügenpresse" ist demgegenüber dümmlich.
Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 15413
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Keoma » Do 18. Aug 2016, 11:16

Fazer hat geschrieben:(18 Aug 2016, 10:57)

Atheist hat es schon ganz gut auf den Punkt gebracht: es wird immer eine Bandbreite an Positionen und Bewertungen geben. Journalisten haben auch eine politische Meinung. Wer sich informieren will kann von TAZ bis FAZ eine grosse Bandbreite an Fakten, Meinungen, Positionen lesen. Die Verunglimpfung von Positionen, die man nicht teilt, als "Lügenpresse" ist demgegenüber dümmlich.


Nun, mir ist schon klar, dass das Wort "Lügenpresse" in Deutschland einen eigenen Klang hat.
Aber andererseits, wie soll man es ausdrücken, wenn so ziemlich alle Mainstreammedien bewusst ein Bild herbeiführen, das einer genaueren Prüfung nicht standhält oder - darum habe ich zuerst "Lückenpresse" geschrieben - um des lieben Friedens Willen Informationen einfach weglassen?
Noch dazu, weil sich Informationen heute sehr schnell über soziale Netze verbreiten, und oft auch die Realität noch mehr verzerren.
Wenn jetzt die gängigen Medien den Verdacht erwecken, dass ihre Berichterstattung, sagen wir, tendenziös ist, werden sich immer mehr auf die anderen Informationsquellen stürzen und noch einseitiger informiert werden.
Will man das?

"Erleben qualifizierteste Einwanderung, die es je gab"
(August Gächter – Der Standard, 15. August 2015)

"Wir brauchen eine Willkommenskultur"
(Alexandra Föderl-Schmid - Der Standard, 1.9.2015)

"Flüchtlinge und Steuerreform schieben Wachstum an"
(Der Standard, 27.11.2015)

"Konsum und Flüchtlinge pushen Konjunktur"
(Der Standard, 17.12.2015)

"Syrische Flüchtlinge besser gebildet als Österreicher"
(András Szigetvari – Der Standard, 12. Januar 2016)

"Jobchancen für Österreicher steigen durch Flüchtlinge"
(Andreas Sator – Der Standard, 12. Februar 2016)

"Forscher prognostiziert Traumprofit mit Flüchtlingen"
(Regina Bruckner – Der Standard, 15.5.2016)


Und so sieht es jetzt aus:

"Studie: Kein EU-Land hat bisher Erfolg bei Integration am Arbeitsmarkt - derstandard.at/2000042982568/Studie-Kein-Land-hat-bisher-Erfolg-bei-Integration-am-Arbeitsmarkt"

http://derstandard.at/2000042982568/Stu ... beitsmarkt
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
Daniel Patrick Moynihan
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27544
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon relativ » Do 18. Aug 2016, 11:30

Dampflok94 hat geschrieben:(17 Aug 2016, 20:00)

Ich dachte es wäre klar gewesen. Der einzige der hier Nachrichten selektiert bist Du. Nachricht gefällt Dir nicht: Da hat der Journalist doch glatt die Realität verzerrt.Nachricht gefällt Dir: Journalist hat solide gearbeitet.

Was heisst hier auch verzerrt, der Journalisten berichten natürlich auch über Sachen die ihnen wichtig sind und die es neben Negativen eben auch gibt, über Negatives wird ja auch berichtet, eben wohl nur nicht so häufig und ausführlich, wie es dem herrn schelm evtl. und anderen wohl gefallen würde.
Es gibt ja Gott sei Dank in Deutschland noch Menschen die mehr Teil einer Lösung seien wollen, anstatt immer nur Teil eines Problems.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Benutzeravatar
Dampflok94
Moderator
Beiträge: 12843
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 17:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Dampflok94 » Do 18. Aug 2016, 11:33

Keoma hat geschrieben:(18 Aug 2016, 11:16)

Nun, mir ist schon klar, dass das Wort "Lügenpresse" in Deutschland einen eigenen Klang hat.
Aber andererseits, wie soll man es ausdrücken, wenn so ziemlich alle Mainstreammedien bewusst ein Bild herbeiführen, das einer genaueren Prüfung nicht standhält oder - darum habe ich zuerst "Lückenpresse" geschrieben - um des lieben Friedens Willen Informationen einfach weglassen?

Du siehst da also Lücken. Es gibt da offensichtlich Meldungen, die in den Mainstreammedien (wer auch immer das ist) nicht gebracht wurden, die Du aber für unbedingt berichtenswert gehalten hättest. Das soll öfters vorkommen. Wo der eine Breaking News fordert, fühlt sich der andere an den berühmten Sack Reis in China erinnert. Über die Wichtigkeit von Meldungen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Und dann können Fehler gemacht werden. Wie sie z. B. bei den Ereignissen von Köln ja auch eingeräumt wurden.

Glauben hier einige wirklich, es gäbe irgendwo eine zentrale Zensurbehörde, welche den Medien vorschreibt was sie berichten dürfen und was nicht?
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Fazer
Beiträge: 3993
Registriert: Mi 21. Okt 2015, 10:40

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Fazer » Do 18. Aug 2016, 11:49

Dampflok94 hat geschrieben:(18 Aug 2016, 11:33)

Du siehst da also Lücken. Es gibt da offensichtlich Meldungen, die in den Mainstreammedien (wer auch immer das ist) nicht gebracht wurden, die Du aber für unbedingt berichtenswert gehalten hättest. Das soll öfters vorkommen. Wo der eine Breaking News fordert, fühlt sich der andere an den berühmten Sack Reis in China erinnert. Über die Wichtigkeit von Meldungen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Und dann können Fehler gemacht werden. Wie sie z. B. bei den Ereignissen von Köln ja auch eingeräumt wurden.

Glauben hier einige wirklich, es gäbe irgendwo eine zentrale Zensurbehörde, welche den Medien vorschreibt was sie berichten dürfen und was nicht?


Das ist nicht das, was Keoma schreibt. Man kann sich allerdings schon die Frage stellen, ob nicht im Herbst letzten Jahres sich die Medien etwas zu sehr der positiven Darstellung der Folgen der Flüchtlingszuwanderung gewidmet haben. Die Überschriften des Standards, die Keoma zitiert hat sind insoweit schon auffällig. Es gibt ja regelmässig vor BT Wahlen eine Untersuchung, was denn Journalisten wählen würden - da kommt es zu einer Quote von 40% für die Grünen, die CDU ist demgegenüber weit unterrepräsentiert. Das führt in der Tendenz dazu, dass grün/linke Themen aus meiner Sicht überrepräsentiert sind, ein Sarrazin wurde beispielsweise wegen seiner angeblichen Verletzung von Political Correctness durchweg angegriffen.

Jan Fleischhauer hat das in einem Beitrag im Spiegel vor einer Weile sehr gut dargestellt, er spricht vom "Rückschlag"/Backlash:

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 91540.html

Meine Hoffnung ist, dass die Diskussion insgesamt dazu führen wird, dass wieder offener diskutiert wird und aufgrund von political correctness nicht gleich Positionen geächtet werden, die dem links-grünen Weltbild widersprechen.
Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27544
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon relativ » Do 18. Aug 2016, 11:55

Fazer hat geschrieben:(18 Aug 2016, 11:49)

Das ist nicht das, was Keoma schreibt. Man kann sich allerdings schon die Frage stellen, ob nicht im Herbst letzten Jahres sich die Medien etwas zu sehr der positiven Darstellung der Folgen der Flüchtlingszuwanderung gewidmet haben. Die Überschriften des Standards, die Keoma zitiert hat sind insoweit schon auffällig. Es gibt ja regelmässig vor BT Wahlen eine Untersuchung, was denn Journalisten wählen würden - da kommt es zu einer Quote von 40% für die Grünen, die CDU ist demgegenüber weit unterrepräsentiert. Das führt in der Tendenz dazu, dass grün/linke Themen aus meiner Sicht überrepräsentiert sind, ein Sarrazin wurde beispielsweise wegen seiner angeblichen Verletzung von Political Correctness durchweg angegriffen.

Jan Fleischhauer hat das in einem Beitrag im Spiegel vor einer Weile sehr gut dargestellt, er spricht vom "Rückschlag"/Backlash:

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 91540.html

Meine Hoffnung ist, dass die Diskussion insgesamt dazu führen wird, dass wieder offener diskutiert wird und aufgrund von political correctness nicht gleich Positionen geächtet werden, die dem links-grünen Weltbild widersprechen.


Du meinst das herranziehen nur einer Medien Quelle (Standart) sei ein Beweis dafür, daß zu unkritisch berichtet wurde? Auf jedenfall kamen genug kritische Stimmen zu gehör auch in der Presse/Medien.
Klar was am Anfang der Flüchtlingswelle und dem positiven Feedback eine, auch meiner Meinung, zu euphorische Stimmungslage, aber die hat sich doch schnell wieder abgekühlt, als klar wurde, daß Europa nicht hilft und die Arbeit eine Mammutaufgabe wird.

Edit: Ich weiss auch nicht wie man immer darauf kommen muss, daß sofort wenn Menschen anderer Meinung sind und dies auch äußern, der andere sich geächtet vor kommt muss. Klar wenn eine gefühlte Mehrheit anderer Meinung ist, und es viele Dispute gibt, kann jemand schon mal persönlich das Gefühl haben alleine dazustehen, aber damit muss man eben leben, wenn andere einen anderen Standpunkt vertreten und dies eben auch offensiv.
Zuletzt geändert von relativ am Do 18. Aug 2016, 15:40, insgesamt 1-mal geändert.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Benutzeravatar
Dampflok94
Moderator
Beiträge: 12843
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 17:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Dampflok94 » Do 18. Aug 2016, 12:09

Fazer hat geschrieben:(18 Aug 2016, 11:49)

Das ist nicht das, was Keoma schreibt. Man kann sich allerdings schon die Frage stellen, ob nicht im Herbst letzten Jahres sich die Medien etwas zu sehr der positiven Darstellung der Folgen der Flüchtlingszuwanderung gewidmet haben.

Ja diese Frage kann man sich stellen. Aber ich würde sagen, da kann man zu unterschiedlichen Antworten kommen. Das ist ja schließlich ein subjektiver Eindruck. Wer zu den "Teddybärwerfern" gehörte, wird das nicht so sehen. Und wer schon damals das alles sehr kritisch sah, kommt zu einem anderen Schluß.

In diesem Strang geht es ja um die Lügenpresse. Also der Vorwurf der bewußten Falschmeldung. Nun kann man sicherlich auch mit einigem Recht der Meinung sein, daß vor ca. einem Jahr viele Medien die positiven Seiten zu positiv gesehen haben und die negativen zu stark ausgeblendet haben. Aber das ist halt eine Einschätzungsfrage. Und hat mit Lüge aber auch gar nichts zu tun.

So etwas passiert ab und zu mal. Ich kann mich noch an 1989/90 erinnern. Da waren einige Medien teilweise einigungs-besoffen. Klein Problem, was sich nicht lösen läßt. Blühende Landschaften und so. Und Oskar Lafontaine war der böse Bube, welcher Wasser in den Wein göß. Später kam dann der Kater. Shit happens.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Benutzeravatar
jack000
Beiträge: 30940
Registriert: So 1. Jun 2008, 18:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon jack000 » Do 18. Aug 2016, 17:09

Dampflok94 hat geschrieben:(18 Aug 2016, 12:09)Nun kann man sicherlich auch mit einigem Recht der Meinung sein, daß vor ca. einem Jahr viele Medien die positiven Seiten zu positiv gesehen haben und die negativen zu stark ausgeblendet haben. Aber das ist halt eine Einschätzungsfrage. Und hat mit Lüge aber auch gar nichts zu tun.

Dann haben die sich aber ziemlich "verschätzt":
viewtopic.php?f=15&t=61681&p=3624421#p3624421

Vor allem weil es zu diesen "Jubelmeldungen" überhaupt keine Grundlage gegeben haben kann da sich ja die Fakten (Nahezu eine jede Negativprognose ist eingetreten) überhaupt nicht das Material geliefert haben können.
=> Folglich wurde irgend ein Blödsinn geschrieben ("Die bezahlen unsere Renten", "sind hoch qualifiziert", etc...) was völlig aus der Luft gegriffen war.
=> Das ist kein Qualitätsjournalismus sondern Propaganda a´la PI-News und Kopp-Verlag. Das sich die hiesigen Medien auf so ein Niveau begeben haben ist schon erschreckend und es stellt sich die Frage was das Motiv war/ist ...
DU30
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
Fazer
Beiträge: 3993
Registriert: Mi 21. Okt 2015, 10:40

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Fazer » Do 18. Aug 2016, 17:32

jack000 hat geschrieben:(18 Aug 2016, 17:09)

Dann haben die sich aber ziemlich "verschätzt":
viewtopic.php?f=15&t=61681&p=3624421#p3624421

Vor allem weil es zu diesen "Jubelmeldungen" überhaupt keine Grundlage gegeben haben kann da sich ja die Fakten (Nahezu eine jede Negativprognose ist eingetreten) überhaupt nicht das Material geliefert haben können.
=> Folglich wurde irgend ein Blödsinn geschrieben ("Die bezahlen unsere Renten", "sind hoch qualifiziert", etc...) was völlig aus der Luft gegriffen war.
=> Das ist kein Qualitätsjournalismus sondern Propaganda a´la PI-News und Kopp-Verlag. Das sich die hiesigen Medien auf so ein Niveau begeben haben ist schon erschreckend und es stellt sich die Frage was das Motiv war/ist ...


So in der Plattheit ist das von den Medien schlicht nicht geschrieben worden. Zuwanderung wurde insgesamt als eher positiv dargestellt, auch im Hinblick auf demographische Entwicklung und Mangel an Facharbeitern, aber es wurde auch zu dem Zeitpunkt schon in denselben Zeitungen auch vor den Folgen gewarnt. Insoweit sind die Propaganda Vorwürfe schlicht unsinnig.
Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
Benutzeravatar
jack000
Beiträge: 30940
Registriert: So 1. Jun 2008, 18:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon jack000 » Do 18. Aug 2016, 17:57

Fazer hat geschrieben:(18 Aug 2016, 17:32)

So in der Plattheit ist das von den Medien schlicht nicht geschrieben worden.

Natürlich hat das in dieser Plattheit stattgefunden!

Zuwanderung wurde insgesamt als eher positiv dargestellt, auch im Hinblick auf demographische Entwicklung und Mangel an Facharbeitern,

Gegen Zuwanderung spricht ja auch nichts, nur macht diese keinen Sinn, bzw. hat keinerlei positive Effekte wenn diese in die sozialen Sicherungssysteme stattfindet.
Es gab keinen Hinweis darauf, dass mit den Flüchtlingen Menschen kommen die von dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Ebenso gibt es statistische Erfahren mit den Menschen aus diesen Ländern was die langfristige Arbeitslosenstatistik betrifft.
=> Aus welchem Grund wurde dann über die Beseitigung des Fachkräftemangels durch die Flüchtlinge geschrieben?
=> Was war die Datenbasis auf die sich die Journalisten bezogen haben ???
aber es wurde auch zu dem Zeitpunkt schon in denselben Zeitungen auch vor den Folgen gewarnt.

Wenn es dieselben Zeitungen waren, warum schreiben die erst das eine und dann das andere? Welche Zeitungen waren dass denn?
DU30
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 20729
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 15:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon think twice » Do 18. Aug 2016, 20:42

Fazer hat geschrieben:(18 Aug 2016, 11:49)

Meine Hoffnung ist, dass die Diskussion insgesamt dazu führen wird, dass wieder offener diskutiert wird und aufgrund von political correctness nicht gleich Positionen geächtet werden, die dem links-grünen Weltbild widersprechen.

Ich glaube nicht, dass rechte Positionen mehrheitlich wegen politischer Inkorrektheit geächtet werden, sondern aufgrund der Inhalte. Das Weltbild der Rechten widerspricht nunmal dem der meisten Menschen, nicht nur den links-grünen.
Duldsamkeit heißt nicht, dass ich auch billige, was ich dulde.
(Mahatma Gandhi)
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 78325
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Alexyessin » Fr 19. Aug 2016, 11:51

jack000 hat geschrieben:(18 Aug 2016, 17:57)

Natürlich hat das in dieser Plattheit stattgefunden!


Wo denn?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat

Zurück zu „5. Bildung - Kultur - Medien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste