Lügenpresse oder Realitätspresse

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Beitragvon schokoschendrezki » Mi 22. Jun 2016, 08:43

Fazer hat geschrieben:Das linke Mantra, dass Flüchtlinge nie böses machen, die Gesellschaft nur bereichern ...


Unité 1 hat geschrieben:(21 Jun 2016, 15:26)
habe ich merkwürdigerweise noch nie von Linken vernommen.

:p

Haha. Ja. Es ist so ähnlich wie mit diesen Kinderglaubenssätzen. Zum Beispiel "Nach 3 Hornissenstichen stirbt man". Ich wurde schon mal 3 mal von Hornissen gestochen. Und lebe immer noch. Chauvinistische Auswüchse von seiten derer, die sich als "links" ausgeben, wie La Fontaines Chemnitzer "Fremdarbeiter"-Rede sind das erheblich gravierendere Problem als eine idealisierte Sicht Linker auf Flüchtlinge.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schelm » Mi 22. Jun 2016, 09:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Jun 2016, 08:33)

Ich sehe die Globalisierung von Handel und Shopping usw. aus politökonomischer Sicht auch eher kritisch. Es geht um das schiefe und ausgesprochen überhebliche Menschenbild Broders.

Broder greift doch nur die Plattitüden auf, stellt sie der Realität gegenüber. Die Masse der fleißigen Steuerzahler schwelgt eben nicht in Wohlstand, den sie in einer " globalisierten Welt " mit ( notfalls ) vielen Millionen Kriegs - / Wirtschafts- oder Klimaflüchtlingen teilen könnten, sondern hat mit dem Phänomen zu kämpfen am Ende des Geldes noch etwas Monat übrig zu haben. Der Masse gehört eben nicht die glitzernde Fassade des Westens, sondern sie muss rechnen die Raten fürs Häuschen und die Kosten für die Kids regelmäßig aufbringen zu können.

Wer meint " Wohlstand " mit der Welt zu teilen, der muss Handelsbarrieren aufheben, Märkte öffnen, die Dominanz großer Konzerne beschränken, oder die Reichen abschröpfen; kurz gesagt, zumindest konsistent denken und handeln wollen, a la Wagenknecht. Ob dies dann die Gesellschaft sein würde die wir wollen wäre eine andere Frage.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Fazer » Mi 22. Jun 2016, 11:04

Unité 1 hat geschrieben:(21 Jun 2016, 15:26)
Bei diesen Marokkanern kann man Marokko wohl kaum als sicheres Herkunftsland deklarieren.


Bei diesen Marokkanern kann man wohl eher dann Deutschland nicht mehr als sicheres Zielland deklarieren? Eine Zumutung, dass die hier bleiben müssen ... :eek:
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schokoschendrezki » Do 23. Jun 2016, 06:34

schelm hat geschrieben:(22 Jun 2016, 09:23)

Broder greift doch nur die Plattitüden auf, stellt sie der Realität gegenüber. Die Masse der fleißigen Steuerzahler schwelgt eben nicht in Wohlstand, den sie in einer " globalisierten Welt " mit ( notfalls ) vielen Millionen Kriegs - / Wirtschafts- oder Klimaflüchtlingen teilen könnten, sondern hat mit dem Phänomen zu kämpfen am Ende des Geldes noch etwas Monat übrig zu haben. Der Masse gehört eben nicht die glitzernde Fassade des Westens, sondern sie muss rechnen die Raten fürs Häuschen und die Kosten für die Kids regelmäßig aufbringen zu können.

Wer meint " Wohlstand " mit der Welt zu teilen, der muss Handelsbarrieren aufheben, Märkte öffnen, die Dominanz großer Konzerne beschränken, oder die Reichen abschröpfen; kurz gesagt, zumindest konsistent denken und handeln wollen, a la Wagenknecht. Ob dies dann die Gesellschaft sein würde die wir wollen wäre eine andere Frage.


Das ist nicht nur eine "irgendwie schiefe" Sicht auf die Welt. Es ist eine ganz grundlegend auf dem Kopf stehende Sicht. Von kaum einem Land lässt sich so sehr behauten, es profitiere von einer globalisierten Welt, wie von Deutschland. Übertroffen wird das vielleicht nur noch von der Schweiz. Und dieses "profitieren" ist nicht nur irgendwie abstrakt sondern betrifft eben gerade "die Masse der fleißigen Steuzerzahler". Ist dir nicht klar, dass jemand, der "Raten fürs Häuschen" (oder für den Mittelklassewagen) zahlt, zahlen kann, sich - selbst in europäischem Maßstab - in einer sozial extrem komfortablen Lage befindet? Ich kenne, glaubs mir, auch Menschen in Millieus, die man nach hiesigem Maßstab als "prekär" zu bezeichen pflegt. Ich befinde mich einen ziemlichen Teil des Jahres in Ungarn mit einem mehrfach geringeren Durchschnittseinkommen als in Deutschland. Niemand von all den Leuten steht vor sozialen Problemen, die ihn so sehr beanspruchen, dass er/sie nicht mehr Nachrichten hören oder Zeitungen lesen könnte. Das ist ebenso ein Märchen Broders, wie die Behauptung, DDR-Bürger hätten sich quasi "am Meeresboden" befunden. Ich war in der DDR auch in den siebziger, achtziger Jahren politisch genauso gut informiert wie heute. Voraussetzung dafür sind eben nicht Geld oder Privilegien sondern die grundsätzliche Bereitschaft zu kritischer Distanz zur "Masse".
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Svi Back » Do 23. Jun 2016, 06:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Jun 2016, 06:34)

Ich war in der DDR auch in den siebziger, achtziger Jahren politisch genauso gut informiert wie heute. Voraussetzung dafür sind eben nicht Geld oder Privilegien sondern die grundsätzliche Bereitschaft zu kritischer Distanz zur "Masse".


diese beiden Sätze sind der Lacher des Tages.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schokoschendrezki » Do 23. Jun 2016, 07:49

Svi Back hat geschrieben:(23 Jun 2016, 06:54)

diese beiden Sätze sind der Lacher des Tages.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! :)
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schelm » Do 23. Jun 2016, 08:24

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Jun 2016, 06:34)

Das ist nicht nur eine "irgendwie schiefe" Sicht auf die Welt. Es ist eine ganz grundlegend auf dem Kopf stehende Sicht. Von kaum einem Land lässt sich so sehr behauten, es profitiere von einer globalisierten Welt, wie von Deutschland. Übertroffen wird das vielleicht nur noch von der Schweiz. Und dieses "profitieren" ist nicht nur irgendwie abstrakt sondern betrifft eben gerade "die Masse der fleißigen Steuzerzahler". Ist dir nicht klar, dass jemand, der "Raten fürs Häuschen" (oder für den Mittelklassewagen) zahlt, zahlen kann, sich - selbst in europäischem Maßstab - in einer sozial extrem komfortablen Lage befindet? Ich kenne, glaubs mir, auch Menschen in Millieus, die man nach hiesigem Maßstab als "prekär" zu bezeichen pflegt. Ich befinde mich einen ziemlichen Teil des Jahres in Ungarn mit einem mehrfach geringeren Durchschnittseinkommen als in Deutschland. Niemand von all den Leuten steht vor sozialen Problemen, die ihn so sehr beanspruchen, dass er/sie nicht mehr Nachrichten hören oder Zeitungen lesen könnte. Das ist ebenso ein Märchen Broders, wie die Behauptung, DDR-Bürger hätten sich quasi "am Meeresboden" befunden. Ich war in der DDR auch in den siebziger, achtziger Jahren politisch genauso gut informiert wie heute. Voraussetzung dafür sind eben nicht Geld oder Privilegien sondern die grundsätzliche Bereitschaft zu kritischer Distanz zur "Masse".

Man kann seine Raten zahlen nicht wegen, sondern ( noch ) trotz der " Globalisierung ". Globalisierung = weltweiter Handel gab es schon vor der Idee aus Globalisierung eine False Flag Geschichte zu machen, die internationale Kooperation instrumentalisiert um Enwicklungsunterschiede wirtschaftlicher und kultureller Art zu Lasten der Bevölkerungen und Wirtschaften der stärkeren Länder als " Globalisierung " zu verkaufen und koste es was es wolle zu nivellieren, auch zum Preis einer möglichen Währungsreform, wenn die Blase platzt.

Diese Ideologie wurde spätestens auch für viele Jahrzehnte bereits " gut informierte " Mitbürger sichtbar, als die Maastrichter Kriterien für den Euro und zentrale Absprachen des Lissaboner Vertrages auf den Müll der Geschichte geworfen wurden.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon HugoBettauer » Do 23. Jun 2016, 09:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Jun 2016, 06:34)

Das ist nicht nur eine "irgendwie schiefe" Sicht auf die Welt. Es ist eine ganz grundlegend auf dem Kopf stehende Sicht. Von kaum einem Land lässt sich so sehr behauten, es profitiere von einer globalisierten Welt, wie von Deutschland. Übertroffen wird das vielleicht nur noch von der Schweiz. Und dieses "profitieren" ist nicht nur irgendwie abstrakt sondern betrifft eben gerade "die Masse der fleißigen Steuzerzahler". Ist dir nicht klar, dass jemand, der "Raten fürs Häuschen" (oder für den Mittelklassewagen) zahlt, zahlen kann, sich - selbst in europäischem Maßstab - in einer sozial extrem komfortablen Lage befindet? Ich kenne, glaubs mir, auch Menschen in Millieus, die man nach hiesigem Maßstab als "prekär" zu bezeichen pflegt. Ich befinde mich einen ziemlichen Teil des Jahres in Ungarn mit einem mehrfach geringeren Durchschnittseinkommen als in Deutschland. Niemand von all den Leuten steht vor sozialen Problemen, die ihn so sehr beanspruchen, dass er/sie nicht mehr Nachrichten hören oder Zeitungen lesen könnte. Das ist ebenso ein Märchen Broders, wie die Behauptung, DDR-Bürger hätten sich quasi "am Meeresboden" befunden. Ich war in der DDR auch in den siebziger, achtziger Jahren politisch genauso gut informiert wie heute. Voraussetzung dafür sind eben nicht Geld oder Privilegien sondern die grundsätzliche Bereitschaft zu kritischer Distanz zur "Masse".

Das sind eben ideologische Artikel, die für genau die geschrieben sind, die sowieso schon dasselbe denken und sich dann drüber freuen. Mit Information hat Broda es nicht so.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schelm » Do 23. Jun 2016, 09:20

HugoBettauer hat geschrieben:(23 Jun 2016, 09:11)

Das sind eben ideologische Artikel, die für genau die geschrieben sind, die sowieso schon dasselbe denken und sich dann drüber freuen. Mit Information hat Broda es nicht so.

Genau, zu DDR - Zeiten hätte man ihn vorm Wegsperren mit einem Tätschelsmilie ermahnt " Einsicht in die Notwendigkeit zu üben, Genosse ... "

Heute erledigen das Foristen, sie ermahnen die Einsicht in die Notwendigkeit ihrer Version von " Globalisierung ", natürlich ist die alternativlos, Kritiker sind Nationalisten, Zweifler und / oder Rechte.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer !
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon HugoBettauer » Do 23. Jun 2016, 09:22

Immer halblang. Nationalisten sind Nationalisten. Rechte begrüßen in der Regel den Welthandel und die Offenheit. Zweifler sind Zweifler. Kritik an vielen Harmonisierungsprojekten kommt auch von anderer Seite: Zu langsam, zu wenig, zu bürokratisch. Nicht jeder Kritiker an den jetzigen Zuständen ist gegen die Zukunft. Es gibt viele Alternativen, aber nicht alle sind gut.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schelm » Do 23. Jun 2016, 09:33

HugoBettauer hat geschrieben:(23 Jun 2016, 09:22)

Immer halblang. Nationalisten sind Nationalisten. Rechte begrüßen in der Regel den Welthandel und die Offenheit. Zweifler sind Zweifler. Kritik an vielen Harmonisierungsprojekten kommt auch von anderer Seite: Zu langsam, zu wenig, zu bürokratisch. Nicht jeder Kritiker an den jetzigen Zuständen ist gegen die Zukunft. Es gibt viele Alternativen, aber nicht alle sind gut.

Für halblang besteht kein Anlass, denn es geht nicht um den mühevollen Weg der Annäherung unter nicht aufweichbaren Vertragsbedingungen, sondern deren Substitution durch eine Ideologie, die NUR noch das ehrgeizige Ziel vor Augen hat, auch zum Preis des völligen Scheiterns, ein Scheitern, welches dann natürlich zu Lasten derer geht, den man mit dem Harakirikurs doch goldene Zeiten versprach.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon HugoBettauer » Do 23. Jun 2016, 09:37

Das ist bei Ideologien immer so, aber in der Praxis regieren keine Broda sondern eher die Nahles und Westerwellen dieser Welt.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Brainiac » Do 23. Jun 2016, 20:55

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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon John Galt » Do 23. Jun 2016, 20:58

Weiß man nichts oder will man wieder nichts berichten, was nicht 100% politisch korrekt ist?

Bild-Zeitung: "Der Waffen-Mann verschanzt sich, nimmt Geiseln. Almir H. (16) war eine von ihnen: „Der Täter überraschte uns auf der Toilette, sprach gebrochen deutsch."
Rest: nichts.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schokoschendrezki » Do 23. Jun 2016, 23:29

schelm hat geschrieben:(23 Jun 2016, 09:20)

Genau, zu DDR - Zeiten hätte man ihn vorm Wegsperren mit einem Tätschelsmilie ermahnt " Einsicht in die Notwendigkeit zu üben, Genosse ... "

Heute erledigen das Foristen, sie ermahnen die Einsicht in die Notwendigkeit ihrer Version von " Globalisierung ", natürlich ist die alternativlos, Kritiker sind Nationalisten, Zweifler und / oder Rechte.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer !


Zu DDR-Zeiten hätten sich die, die zu kritischer Realitätswahrnehmung willens und fähig sind, von Populisten wie Broder ab- und oppositionellen Kreisen bzw. Samisdatpublikationen zugewandt.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon HugoBettauer » Do 23. Jun 2016, 23:35

John Galt hat geschrieben:(23 Jun 2016, 20:58)

Weiß man nichts oder will man wieder nichts berichten, was nicht 100% politisch korrekt ist?

Bild-Zeitung: "Der Waffen-Mann verschanzt sich, nimmt Geiseln. Almir H. (16) war eine von ihnen: „Der Täter überraschte uns auf der Toilette, sprach gebrochen deutsch."
Rest: nichts.

Wahrscheinlich aus den neuen Bundesländern. Das hilft den Opfern aber auch nicht
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Zunder » Do 23. Jun 2016, 23:58

John Galt hat geschrieben:(23 Jun 2016, 20:58)

Weiß man nichts oder will man wieder nichts berichten, was nicht 100% politisch korrekt ist?

Bild-Zeitung: "Der Waffen-Mann verschanzt sich, nimmt Geiseln. Almir H. (16) war eine von ihnen: „Der Täter überraschte uns auf der Toilette, sprach gebrochen deutsch."
Rest: nichts.

...."sprach gebrochen deutsch." Aha.

"Kassierer Blakai beschrieb den Mann, der ihn dann zunächst mit der Waffe bedroht und dann ins Verwaltungsbüro geschickt habe, als jung, zwischen 18 und 22 Jahren alt, recht klein und schwarzhaarig. Er soll akzentfrei Deutsch gesprochen haben."
http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... dacht.html

Ein akzentfrei gebrochenes Deutsch ergibt nur einen Befund: LÜGENPRESSE!
Bild und Welt: Springerpresse.

Daß es im Internetzeitalter nur noch auf Geschwindigkeit ankommt, zählt nicht.
Die Kundschaft will fundiertes Hintergrundwissen und zwar sofort. Schließlich bezahlt sie ja auch dafür ..... nix - glaubt sie jedenfalls.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 24. Jun 2016, 05:40

John Galt hat geschrieben:(23 Jun 2016, 20:58)

Weiß man nichts oder will man wieder nichts berichten, was nicht 100% politisch korrekt ist?


Die Realitätspresse gibt Meldungen erst dann heraus, wenn ihr Wahrheitsgehalt sicher bestätigt ist. Der liebe Gott möge uns vor Meidenerzeugnissen bewahren, die, wie etwa das Video "Syrian Hero Boy" einen Jungen zeigen, der seine kleine Schwester im islamistischen Kugelhagel rettet, der in Wirklichkeit aber ein von einem Norweger auf einem maltesischen Filmgelände produzierter Streifen war. Und er möge uns vor Konsumenten wie John Galt bewahren, die nach solchen Erzeugnissen gieren. Auch n-tv hat das Video als "real" ausgestrahlt und sich später immerhin entschuldigt.
http://www.n-tv.de/politik/Falscher-Film-echtes-Leid-article13985946.html
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon John Galt » Fr 24. Jun 2016, 06:19

HugoBettauer hat geschrieben:(23 Jun 2016, 23:35)

Wahrscheinlich aus den neuen Bundesländern. Das hilft den Opfern aber auch nicht


Ostdeutsche sprechen gebrochen deutsch? :?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon John Galt » Fr 24. Jun 2016, 06:25

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 Jun 2016, 05:40)

Die Realitätspresse gibt Meldungen erst dann heraus, wenn ihr Wahrheitsgehalt sicher bestätigt ist. Der liebe Gott möge uns vor Meidenerzeugnissen bewahren, die, wie etwa das Video "Syrian Hero Boy" einen Jungen zeigen, der seine kleine Schwester im islamistischen Kugelhagel rettet, der in Wirklichkeit aber ein von einem Norweger auf einem maltesischen Filmgelände produzierter Streifen war. Und er möge uns vor Konsumenten wie John Galt bewahren, die nach solchen Erzeugnissen gieren. Auch n-tv hat das Video als "real" ausgestrahlt und sich später immerhin entschuldigt.
http://www.n-tv.de/politik/Falscher-Film-echtes-Leid-article13985946.html


Achja, bloß keine Falschmeldungen. Aber hauptsache man berichtet ohne Identität und Motiv darüber, dass es ganz sicher kein Vertreter der Religions des Friedens war. Dafür kann man sich schon mal aus dem Fenster legen.
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