Lügenpresse oder Realitätspresse

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Astrocreep2000
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Astrocreep2000 »

Andreas62 hat geschrieben:(18 Oct 2021, 23:06)

Mal abgesehen von Politik, als Chef war Herr Reichelt wohl einfach fürchterlich, erstaunlich das er das doch so lange durchziehen durfte.
Ach, da denkt man pragmatisch. Der BILD-Chef muss das Weltbild des Springer-Konzerns verkörpern und die Agenda der BILD verinnerlicht haben - und dann muss er natürlich Auflage bringen.

Reichelt versprach, die von Diekmann (den ich keinen Deut kompetenter, sympathischer oder seriöser fand) begonnene Digital-Strategie erfolgreich weiter zu führen, war jung, dynamisch, mutig, skrupellos. Das klang vielversprechend. Und dann darf man halt erstmal machen ...
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sünnerklaas
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von sünnerklaas »

Astrocreep2000 hat geschrieben:(19 Oct 2021, 12:19)

Der BILD-Chef muss das Weltbild des Springer-Konzerns verkörpern und die Agenda der BILD verinnerlicht haben - und dann muss er natürlich Auflage bringen.
Vermutlich hat man neidvoll auf Fox&Co. in den USA geschaut. Mit "alternativen Wahrheiten" Geld verdienen. Die Querdenker, aber auch Trump haben es ja gezeigt, dass es eine nicht unerhebliche Menge von Menschen gibt, denen man durch gezieltes Bedienen das Geld nicht nur aus der Tasche ziehen kann, nein: sie geben es sogar freiwillig. Der Messias sei da. Der Neue Jesus, assistiert von der Neuen Anne Frank und der Neuen Sophie Scholl. Und 2002 ist das Neue 2022!


Was für ein seltsames Weltbild man bei Springer - und nicht nur dort - inzwischen hat, wird in diesem Artikel aufgezeigt:

Mathias Döpfner, der Schwurbler: BDZV-Präsident hält Deutschland für neuen autoritären DDR-Staat

Eines der Probleme: die Medienlandschaft befindet sich in der Hand von einigen wenigen Verlegern und Unternehmern.
franzmannzini

Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von franzmannzini »

sünnerklaas hat geschrieben:(19 Oct 2021, 15:03)
...
Eines der Probleme: die Medienlandschaft befindet sich in der Hand von einigen wenigen Verlegern und Unternehmern.
Und alternative Medien haben einen schlechten Ruf.
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Astrocreep2000
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Astrocreep2000 »

sünnerklaas hat geschrieben:(19 Oct 2021, 15:03)
Vermutlich hat man neidvoll auf Fox&Co. in den USA geschaut. Mit "alternativen Wahrheiten" Geld verdienen. (...)
Die "BILD" macht ihren Job in Deutschland ja schon länger, als es den Begriff "alternative Wahrheiten gibt.

Der Auftrag der "BILD" ist ja, sich als "Anwalt des kleinen Mannes auszugeben" und diese dahingehend zu beeinflussen, dass sie bloß nicht auf die "Sozis" hereinfallen - sondern einzubimsen, dass es natürlich auch dem "kleinen Mann" zu Gute kommt, wenn die konservativen Eliten "oben" möglichst ungestört und uneingeschränkt agieren können. Deswegen sollte auch "der kleine Mann" natürlich tunlichst christ-demokratisch wählen und nicht etwa die "Sozis".

Ich denke, die jahrzehntelange Arbeit der "BILD" an diesem Thema hat auch Erfolg gehabt, denn tatsächlich wählen in Deutschland zu viele Menschen nicht die Parteien, die - gemessen an realen Einkommen und Vermögensverhältnisse der betreffenden Wähler - ihre Interessen tatsächlich vertreten.

Das ist die Mission der "BILD". Das ganze Drumherum, die gesellschaftlichen Skandälchen, nackte Haut, Fußball, Autos - das liefert lediglich Kaufanreize, ein bisschen Eskapismus im Alltag des arbeitenden "kleinen Mannes". Im Kern steckt da aber ein politischer "Bildungs"-Auftrag.
sünnerklaas hat geschrieben:(19 Oct 2021, 15:03)
Eines der Probleme: die Medienlandschaft befindet sich in der Hand von einigen wenigen Verlegern und Unternehmern.
Das Ippen seine Journalisten zurückpfeift, um Kollege (bzw. Präsi) Döpfner/Springer zu schützen, ist skandalös. Aber auch hier sieht man doch sofort: Die Wahrheit kommt ans Licht. Eigentor für Ippen. Mal sehen, ob die in dem von Dir verlinkten Artikel (Danke dafür) Prognose stimmt, dass von der "Reichelt-Affäre" nichts an Döpfner haften bleiben wird.

Ich habe da auch nach wie vor großes Vertrauen in den deutschen Journalismus und finde, dass wir immer noch eine sehr gute Zeitungs-Landschaft haben, die politische Bandbreite angemessen abdeckt (abzüglich der "BILD" natürlich).
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sünnerklaas
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von sünnerklaas »

Astrocreep2000 hat geschrieben:(19 Oct 2021, 19:42)

Das ist die Mission der "BILD". Das ganze Drumherum, die gesellschaftlichen Skandälchen, nackte Haut, Fußball, Autos - das liefert lediglich Kaufanreize, ein bisschen Eskapismus im Alltag des arbeitenden "kleinen Mannes". Im Kern steckt da aber ein politischer "Bildungs"-Auftrag.
Ich kann mich daran erinnern, dass das Nackt-Mädel einer der wichtigsten Gründe war, das Blatt zu kaufen. Dazu alles leicht verständlich: Ein Bild plus ein kurzer Text. Sowas kommt an.
Das Ippen seine Journalisten zurückpfeift, um Kollege (bzw. Präsi) Döpfner/Springer zu schützen, ist skandalös. Aber auch hier sieht man doch sofort: Die Wahrheit kommt ans Licht. Eigentor für Ippen. Mal sehen, ob die in dem von Dir verlinkten Artikel (Danke dafür) Prognose stimmt, dass von der "Reichelt-Affäre" nichts an Döpfner haften bleiben wird.

Ich habe da auch nach wie vor großes Vertrauen in den deutschen Journalismus und finde, dass wir immer noch eine sehr gute Zeitungs-Landschaft haben, die politische Bandbreite angemessen abdeckt (abzüglich der "BILD" natürlich).
Anscheinend hatte man nicht mit einem Aufhänger-Artikel in der NYT gerechnet. Danach ging der Hintern auf Grundeis. Zumal Springer wohl Ambitionen hat, im US-Geschäft groß einzusteigen.

Bemerkenswert sind inzwischen die Opfererzählungen: Reichelt wäre ein Opfer von Merkel. Er wäre regierungskritisch. Er kämpfe gegen den Sozialismus und die DDR. Deshalb hätte er weg gemusst. Und so mancher rechtfertig Reichelts Vorgehen: man müsse mal was bieten, wenn man weiter wolle. Außerdem wären doch die Frauen freiwillig mit ihm ins Bett gegangen, hätten das doch so gewollt. Jetzt würde der Arme Opfer eine üblen Kampagne.
Reitschuster hat dem armen Opfer bereits einen Job angeboten.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Alexyessin »

sünnerklaas hat geschrieben:(20 Oct 2021, 18:58)

Bemerkenswert sind inzwischen die Opfererzählungen: Reichelt wäre ein Opfer von Merkel. Er wäre regierungskritisch. Er kämpfe gegen den Sozialismus und die DDR. Deshalb hätte er weg gemusst.
Ja, diese Mär geht seit Tagen auf Twitter rum.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Astrocreep2000
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Astrocreep2000 »

sünnerklaas hat geschrieben:(20 Oct 2021, 18:58)
Bemerkenswert sind inzwischen die Opfererzählungen: Reichelt wäre ein Opfer von Merkel. Er wäre regierungskritisch. Er kämpfe gegen den Sozialismus und die DDR. Deshalb hätte er weg gemusst.
Ich fragte mich gerade wo zur Hölle denn so ein Schwachsinn verbreitet werden könnte, als ...

[/quote]
Was mich einmal mehr bestätigt, Twitter & Co. zu ignorieren.

Klar: Studien belegen mittlerweile, dass "Info aus den Echokammern" "nur" die eigene Klientel bestärkt und radikalisiert und wenig geeignet ist, Andersdenkende zu überzeugen. Nutzer mit solider Bildung wissen sicherlich sofort, wie sie solche Meldungen zu bewerten haben und wie man sie ggf. kurz seriös gegenprüft. Was sich bei solchen plumpen Behauptungen wie oben natürlich erübrigt.

Mir wäre meine Zeit aber zu schade, so einen Schwachsinn überhaupt wahrnehmen zu müssen. Ich gönne mir stattdessen lediglich das "Politik-Forum", das ist teilweise ja auch schon hart genug ;-)
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Zweifeler
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Zweifeler »

Interessanter Artikel zur "Corona Pathologin" das Viral ging. Qualitätsjournalismus?
https://www.spiegel.de/panorama/coronav ... 45be6f8d4d

Behauptung:
Spiegel hat geschrieben:Zwar wird in Deutschland über eine Impfpflicht diskutiert. Die von der Frau angesprochene Vorschrift existiert jedoch für Krankenhausbeschäftigte nicht: Es gebe »aktuell keine bundes- oder landesrechtliche Regelung, die eine PCR-Testpflicht für Krankenhausbeschäftigte sowie eine diesbezügliche Kostentragung durch die Beschäftigten vorsieht«, hatte ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums dem SPIEGEL mitgeteilt.
Tatasache:
Wissenschaftsministerium hat geschrieben:Zu den Hochschulen schrieb das Wissenschaftsministerium auf Anfrage: Dort gelte »eine 3G-Plus-Regelung, wonach Beschäftigte, die nicht geimpft oder genesen sind, mit Kontakt zu Studierenden, Gästen und sonstigen Besuchern zweimal wöchentlich einen negativen PCR-Test nachweisen müssen«. Eine Kostenerstattung für die Beschäftigten sei nicht vorgesehen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Vongole »

Zweifeler hat geschrieben:(08 Dec 2021, 17:46)

Interessanter Artikel zur "Corona Pathologin" das Viral ging. Qualitätsjournalismus?
https://www.spiegel.de/panorama/coronav ... 45be6f8d4d

Behauptung:
Tatasache:
Was hat das mit Lügenpresse zu tun? SPON hat im Artikel darauf hingewiesen, dass sich Gesundheits- und Wissenschaftsministerium widersprechen.
Am Yisrael Chai

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Michael_B
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Michael_B »

https://www.inside-digital.de/news/herm ... konkurrenz

Gehört wohl eher in einen Thread wie Clickbait-Mafia o.ä.

"hermes-und-dpd-stellen-dienst-ein-dhl-jetzt-ohne-konkurrenz".

Was suggeriert das? Hermes und DPD werden liquidiert, DHL liefert jetzt alleine Pakete aus.

Klickt man rein, geht es nur um die Paket-Stationen. Solche hatten DPD und Hermes wohl auch, wusste gar nix davon. ^^
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Palasta
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Palasta »

Die Threadsuche hat nix hergegeben. War eine der Top Lügennachrichten 2021. Wurde auf allen Kanälen groß aufgebauscht.


https://www.stern.de/amp/politik/auslan ... 65774.html

https://www.spiegel.de/ausland/usa-gren ... 45a8a6-amp

https://www.tagesschau.de/ausland/ameri ... e-101.html
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Michael_B
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Michael_B »

A Propos Presse, lest Ihr eigentlich noch Tageszeitungen oder eine Wochenzeitung wie die Zeit?

Ich muss gestehen, dass ich meine News vor allem per Google-News-Zusammenschnitt und Twitter konsumiere. Die Clickbait-Masche der Zeitungen online nervt mich aber massiv.

Habe gelegentlich überlegt, wieder eine Print-Zeitung zu abonnieren( digital auf Tablet ist irgendwie nicht meins, Print finde ich übersichtlicher).

Aber die hohen Preise (selbst Rheinische Pest knapp 50 EUR im Monat) schrecken mich ab. Ist ja viel teurer als ein Netflix-Abo ;-)

Außerdem habe ich früher in der Printzeitung täglich maximal 30 Minuten gelesen, am WE vielleicht mal mehr. Da lohnt es sich nicht, täglich 60 Seiten im nordischen Format der SZ oder Welt geliefert zu bekommen.
Daher fand ich das Format der "Welt kompakt" gar nicht schlecht. Aber die wurde ja wieder eingestampft.

Ergo: Ich kauf mir mal wieder eine Ausgabe der Zeit.
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Seidenraupe
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Seidenraupe »

ich informiere mich ausschließlich über die gängigen onlinemedien. Eine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge:
Berliner Zeitung, Boerse online, FAZ, focus, manager magazin, Merkur, NZZ, Süddeutsche, spon, TAZ, welt
absolut kein Twitter oder was es da noch so gibt.
Wer Ironie findet, kann sie behalten. Wer nicht, sein/ihr Problem.

„Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von H2O »

Nun ja, man muß schon etwas wählerisch mit der Auswahl seiner Nachrichtenkanäle umgehen. Man kann ja unmöglich mehr als eine Zeitung lesen, es sei denn, man träfe schon inhaltlich eine Vorauswahl. Ich habe meine Zeitungen sämtlich nur im elektronischen Format abonniert, damit ich auch im polnischen Exil auf dem platten Lande tagesaktuelle Nachrichten lesen kann.

Natürlich lese ich zuerst die "Gazeta Wyborcza", um auf dem Laufenden darüber zu bleiben, was um mich herum in Polen geschieht. Selbstverständlich wäre auch die "Rzeczpospolita" ein Qualitätsmedium, das ich gern lesen würde... aber bitte, das Tagesgeschäft muß ich ja auch abarbeiten. Meine Frau hat die elektronische Ausgabe des Bremer WESER-KURIER abonniert, und sie berichtet dann im Gespräch von Ereignissen in D und HB, die uns berühren. Und schließlich noch DIE ZEIT im elektronischen Format... für das große Ganze. ;)

Ich selbst würde gern mehr lesen, aber das Tagesgeschäft gibt es ja auch noch. Auch als Ruheständler bleibt genug zu tun!
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von firlefanz11 »

Ich lese Prawda... ;)

Im Ernst: Ich schau morgens bei der ersten Sitzung auf n-tv.de. Das reicht mir meist als Infoquelle. Wenn mich ein Thema besonders interessiert können ggf. noch andere Quellen hinzu kommen...
Am Rande des Wahnsinns stehen keine Geländer!
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H2O
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von H2O »

firlefanz11 hat geschrieben: Mo 5. Sep 2022, 10:26 Ich lese Prawda... ;)

Im Ernst: Ich schau morgens bei der ersten Sitzung auf n-tv.de. Das reicht mir meist als Infoquelle. Wenn mich ein Thema besonders interessiert können ggf. noch andere Quellen hinzu kommen...
Ja, das vergaß ich ganz... morgens und abends höre ich die DLF-Nachrichten und Morgenkommentare, wenn die Zeit nicht drängt. Das klappt in der polnischen Einöde hier mit Internet ganz wunderbar. Die Handy-App des DLF speichert auch die letzte vollständige Nachrichtensendung, so daß man Versäumtes leicht nachholen kann. Prima Sache... schon deshalb lasse ich nichts auf den ÖRR kommen. Natürlich frage ich mich, weshalb es diese nationalen Nachrichten in X-facher Ausfertigung geben muß. Aber das ist eine andere Baustelle.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Michael_B »

Ich höre zur Zeit "Die vierte Gewalt" von Precht und Welzer als Hörbuch.
Mir gefällt das Buch ganz gut.

Selbst Welzers Punkte kann ich verstehen, der kritisiert, dass die Leitmedien im Ukraine-Krieg einseitig berichten (pro schwere Waffen) und es besser wäre, etwas neutraler zu berichten.

Allerdings bin ich nach wie vor der Überzeugung, dass der Ukraine mit schweren Waffen geholfen werden muss, um Russland zurückzudrängen.
Aus verschiedenen Gründen, auch Eigeninteresse (Einfluss Russlands auf Europa zurückdrängen).

Dennoch ist es imho nicht in Ordnung, anders Denkende pauschal und persönlich zu dämonisieren, wie das u.a. bei Precht und Welzer geschieht.

Habe natürlich auch manchmal ein ungutes Gefühl beim Gedanken an die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und dass nun (anscheinend alternativlos) massiv die Aufrüstungsmaschine angeschmissen wird.

Frage mich aber auch: Wenn Dinge sehr eindeutig erscheinen (Russland Agressor, Ukraine Opfer, dem geholfen werden muss, auch in unserem eigenen Interesse): Was soll die Presse da im Sinne von Welzer noch ausgeglichener berichten? Wie soll eine neutralere Rolle konkret aussehen?
Womöglich etwas Zurückhaltung beim Drängen gegenüber der Bundesregierung auf Genehmigung schwerer Waffen, aber sonst?

Andere Frage: Wer sind eigentlich legitime Experten im Ukraine-Konflikt? Militär-Experten natürlich völlig außer Frage.
Aber müssen andere schweigen? Ökonomen, Philosophen? Imho nein, man muss mehrere Aspekte berücksichtigen. Wobei natürlich jeder seine Gebiete hat, auf denen er Ahnung hat, und welche, wo er nicht viel sagen kann.

Schwierig alles.
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Tom Bombadil
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Tom Bombadil »

Bwahaha:

Deutscher Presserat zum Fall Aiwanger: "Erhebliches öffentliches Interesse" - Medien - SZ.de
Der Presserat erklärt in einer ersten Begründung ausführlich, warum die Berichterstattung der SZ über die Flugblattaffäre nicht zu beanstanden sei.

https://www.sueddeutsche.de/medien/pres ... -1.6323000
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Bogdan »

Tom Bombadil hat geschrieben: Sa 23. Dez 2023, 10:39 Bwahaha:

Deutscher Presserat zum Fall Aiwanger: "Erhebliches öffentliches Interesse" - Medien - SZ.de
Der Presserat erklärt in einer ersten Begründung ausführlich, warum die Berichterstattung der SZ über die Flugblattaffäre nicht zu beanstanden sei.

https://www.sueddeutsche.de/medien/pres ... -1.6323000
Der Presserat ist eine freiwillige Selbstkontrolle. :rolleyes:

Genau so funktioniert bei mir auch Selbstkontrolle. :?
Wem Sachargumente fehlen, geht zu persönlichen Bemerkungen über. :?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Dieter Winter »

Tom Bombadil hat geschrieben: Sa 23. Dez 2023, 10:39 Deutscher Presserat zum Fall Aiwanger: "Erhebliches öffentliches Interesse" - Medien - SZ.de
Der Presserat erklärt in einer ersten Begründung ausführlich, warum die Berichterstattung der SZ über die Flugblattaffäre nicht zu beanstanden sei.

https://www.sueddeutsche.de/medien/pres ... -1.6323000
Die Leitmedien schaden sich damit ja nur selbst. Das Vertrauen in die Objektivität der Gesinnungsmedien nimmt zusehends ab.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Seidenraupe »

Tom Bombadil hat geschrieben: Sa 23. Dez 2023, 10:39 Bwahaha:

Deutscher Presserat zum Fall Aiwanger: "Erhebliches öffentliches Interesse" - Medien - SZ.de
Der Presserat erklärt in einer ersten Begründung ausführlich, warum die Berichterstattung der SZ über die Flugblattaffäre nicht zu beanstanden sei.

https://www.sueddeutsche.de/medien/pres ... -1.6323000
Der ""Freispruch" durch den Presserat scheint der SZ Flügel zu verleihen.

Hat die mediale Vernichtungskampagne vom Duo ehemaliger Lehrer nach Erdingdemo "Aiwanger stürzen" mittels SZ nicht funktioniert, startet die SZ mutmaßlich eine neue REchtsextremismus-Kampagne gegen Hubert Aiwanger.

zumindest macht die SZ wie folgt auf:
Rechtspopulismus:Der Wiedergänger
25. Januar 2024, 15:42 Uhr
Die brachiale Rhetorik von Hubert Aiwanger weckt Erinnerungen an einen anderen derben Populisten. Warum sich CSU und Freie Wähler die politische Vita von Franz Schönhuber mal genauer anschauen sollten.
ich bin der Aufforderung der SZ gefolgt (ohne für den Schundartikel zu zahlen)
Ergebnis, welches die SZ vermutlich ihrer linken LEserschaft nahelegen will:

Aiwanger = Schönhuber = Mitglieder der NSDAP = freiwillig bei der Waffen-SS = Rechtsextremist= Republikaner = NPD
Wer Ironie findet, kann sie behalten. Wer nicht, sein/ihr Problem.

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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Tom Bombadil »

Die SZ kann man komplett in die Tonne treten.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Corghe »

Tom Bombadil hat geschrieben: Sa 27. Jan 2024, 09:19 Die SZ kann man komplett in die Tonne treten.
Sehe ich anders.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Corghe »

Michael_B hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 12:39 Ich höre zur Zeit "Die vierte Gewalt" von Precht und Welzer als Hörbuch.
Mir gefällt das Buch ganz gut.

Selbst Welzers Punkte kann ich verstehen, der kritisiert, dass die Leitmedien im Ukraine-Krieg einseitig berichten (pro schwere Waffen) und es besser wäre, etwas neutraler zu berichten.

Allerdings bin ich nach wie vor der Überzeugung, dass der Ukraine mit schweren Waffen geholfen werden muss, um Russland zurückzudrängen.
Aus verschiedenen Gründen, auch Eigeninteresse (Einfluss Russlands auf Europa zurückdrängen).

Dennoch ist es imho nicht in Ordnung, anders Denkende pauschal und persönlich zu dämonisieren, wie das u.a. bei Precht und Welzer geschieht.

Habe natürlich auch manchmal ein ungutes Gefühl beim Gedanken an die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und dass nun (anscheinend alternativlos) massiv die Aufrüstungsmaschine angeschmissen wird.

Frage mich aber auch: Wenn Dinge sehr eindeutig erscheinen (Russland Agressor, Ukraine Opfer, dem geholfen werden muss, auch in unserem eigenen Interesse): Was soll die Presse da im Sinne von Welzer noch ausgeglichener berichten? Wie soll eine neutralere Rolle konkret aussehen?
Womöglich etwas Zurückhaltung beim Drängen gegenüber der Bundesregierung auf Genehmigung schwerer Waffen, aber sonst?

Andere Frage: Wer sind eigentlich legitime Experten im Ukraine-Konflikt? Militär-Experten natürlich völlig außer Frage.
Aber müssen andere schweigen? Ökonomen, Philosophen? Imho nein, man muss mehrere Aspekte berücksichtigen. Wobei natürlich jeder seine Gebiete hat, auf denen er Ahnung hat, und welche, wo er nicht viel sagen kann.

Schwierig alles.
Für mich kann ausgeglichene Berichterstattung nicht bedeuten, dass beiden (Russland und Ukraine) gleich viel Raum über ihre negativen Aspekte einzuräumen, d. h. die Menschenrechtsverletzungen der Russen müssen voll umfänglich angeprangert werden, doch deshalb dürfen Korruption und andere Fehlverhalten in der Ukraine nicht verschwiegen werden, wie es zu Beginn des Krieges war. Oder das auch die Ukraine eine srafbewehrte Zensur hat, wie übrigens jedes Land in Kriegszeiten, i denen auch in Demokratien Bürgerrechte eingeschränkt werdn. Dabei das unterschiedliche Ausmaß durchaus betonen, nur nicht verschweigen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Corghe »

H2O hat geschrieben: Mo 5. Sep 2022, 11:52 Ja, das vergaß ich ganz... morgens und abends höre ich die DLF-Nachrichten und Morgenkommentare, wenn die Zeit nicht drängt. Das klappt in der polnischen Einöde hier mit Internet ganz wunderbar. Die Handy-App des DLF speichert auch die letzte vollständige Nachrichtensendung, so daß man Versäumtes leicht nachholen kann. Prima Sache... schon deshalb lasse ich nichts auf den ÖRR kommen. Natürlich frage ich mich, weshalb es diese nationalen Nachrichten in X-facher Ausfertigung geben muß. Aber das ist eine andere Baustelle.
Weshalb Nachrichten in x-fache Ausfertigung? Wenn ich einen Sender höre oder sehe, möchte ich zwischendurch mit Nachrichten versehen werden. Deshalb kommen die Nachrichten auf alles Sendern und die haben unterschiedliche Reichweiten. Könnte man ändern, aber egenwärtig ist die Struktur so.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von H2O »

Corghe hat geschrieben: Sa 27. Jan 2024, 14:32 (...) Gegenwärtig ist die Struktur so.
Nun ja, das ist schon wahr; was ja auch für viele andere Bereiche unseres Daseins zutrifft. Ich träume eben gern von einer besseren Welt... und manchmal entwickeln sich die Dinge dann doch in diese Richtung. :)
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Tom Bombadil »

Bei der Alpenprawda brennt die Hütte: https://medieninsider.com/auf-der-suche ... ter/20270/

Man ist auf "Maulwurfjagd" :D
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Seidenraupe »

Tom Bombadil hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 09:48 Bei der Alpenprawda brennt die Hütte: https://medieninsider.com/auf-der-suche ... ter/20270/

Man ist auf "Maulwurfjagd" :D
ich finde dies äußerst bemerkenswert:
Ratlosigkeit herrschte hingegen bei dem Thema, dass sich Teile der Redaktion nicht trauten, sich intern zu äußern. Medieninsider kennt Details.
soviel zur ""real exisitierenden Meinungsfreiheit"" --- In den Redaktionsstuben nicht anders als im Land: Nur noch rund 40% der Bevölkerung in Deutschland stimmt überein, seine MEinung frei äußern zu können. Den höchsten Teil derer, die der Ansicht sind ihre Meinung frei äußern zu können, gibt es bei den Grünen.
75 Prozent gaben hier an, man könne frei reden. Bei den Grünenwählern sind es lediglich 19 Prozent, die angaben, man müsse mit Meinungsäußerungen vorsichtig sein – weniger als halb so viele wie die Anhänger aller anderen Parteien.
die Grüne Spaltung wirkt.
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... hland-2023
Wer Ironie findet, kann sie behalten. Wer nicht, sein/ihr Problem.

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Frank_Stein
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Frank_Stein »

Seidenraupe hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 14:59
die Grüne Spaltung wirkt.
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... hland-2023
Grüner Totalitarismus. :|
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.
It is not racism, but pattern recognition.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von PeterK »

Seidenraupe hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 14:59 die Grüne Spaltung wirkt.
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... hland-2023
Diese Werte dürften - nicht nur, aber doch zu einem großen Teil - damit zu tun haben, dass viele unserer neuen teuren Mitbürger aus dem Osten immer noch nicht kapieren, dass Meinungsfreiheit nicht Widerspruchsfreiheit bedeutet.
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Ammianus
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Ammianus »

PeterK hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 15:49 Diese Werte dürften - nicht nur, aber doch zu einem großen Teil - damit zu tun haben, dass viele unserer neuen teuren Mitbürger aus dem Osten immer noch nicht kapieren, dass Meinungsfreiheit nicht Widerspruchsfreiheit bedeutet.
Und wieder die Ostdeutschen Untermenschen ...
"Ich möchte an einem Ort sein, an dem es keine Politik gibt, keine Waffen, keine Religion."
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von H2O »

Die Lidl-Einkaufszeitung sagt 100% die Wahrheit, hat aber nur Waren im Angebot, die Lidl verkaufen möchte. Sehr einseitig! Wo bleibt die Vielfalt des Warenangebots im Lande? :rolleyes:

Ja, ich meine schon, daß wir Meinungsfreiheit haben. Aber manche Leute fürchten, daß ihnen Gegenmeinungen lästig werden könnten. Bei den DIE GRÜNEN ist diese Furcht weniger ausgeprägt, vermute ich. :cool:
PeterK
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von PeterK »

Ammianus hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 17:00 Und wieder die Ostdeutschen Untermenschen ...
Ach was. Ich bin lediglich der Ansicht, dass man den Ostdeutschen, nachdem Gorbatschow sich der DDR entledigt hatte, drei oder vier Jahrzehnte Zeit hätte geben sollen, um sich mit all ihren Errungenschaften aber ohne D-Mark und den Treuhand-Quatsch in Ruhe zu berappeln.
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Seidenraupe
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Seidenraupe »

PeterK hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 15:49 Diese Werte dürften - nicht nur, aber doch zu einem großen Teil - damit zu tun haben, dass viele unserer neuen teuren Mitbürger aus dem Osten immer noch nicht kapieren, dass Meinungsfreiheit nicht Widerspruchsfreiheit bedeutet.
was du wahrscheinlich nicht kapierst, dass zwar jeder Widerspruch hinzunehmen hat, aber KEINE Benachteiligung oder Bevorzugung wegen seiner geäußerten Meinungen.
Ausnahmen --und hier greift das staatl GEwaltmonopol--- stellen Straftatbestände dar, die im StGB geregelt sind.

Dank cancel un- culture von seiten Linker Extremisten und Radikaler entstanden, wurde in die Gesellschaft getragen, es sei legitim, Menschen wegen ihrer Meinungsäußerungen zu bestrafen, indem man zB ihre Auftritte/Lehrveranstaltungen (Künstler, Uni-Professoren nur stellvertretend genannt) be-und verhindert.
Wer Ironie findet, kann sie behalten. Wer nicht, sein/ihr Problem.

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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Schnitter »

Seidenraupe hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 18:17 was du wahrscheinlich nicht kapierst, dass zwar jeder Widerspruch hinzunehmen hat, aber KEINE Benachteiligung oder Bevorzugung wegen seiner geäußerten Meinungen.
Ausnahmen --und hier greift das staatl GEwaltmonopol--- stellen Straftatbestände dar, die im StGB geregelt sind.
Wenn deine Meinung nicht mit den Business Guidelines deines Unternehmens konform geht kannst du ebenfalls mit Benachteiligung rechnen.

Aus Gründen.
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Ammianus
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Ammianus »

PeterK hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 17:33 Ach was. Ich bin lediglich der Ansicht, dass man den Ostdeutschen, nachdem Gorbatschow sich der DDR entledigt hatte, drei oder vier Jahrzehnte Zeit hätte geben sollen, um sich mit all ihren Errungenschaften aber ohne D-Mark und den Treuhand-Quatsch in Ruhe zu berappeln.
Nur entschieden sich die Ostdeutschen eben demokratisch die neuen Länder zu gründen und dem Bund beizutreten. Es gab in der letzten Volkskammer nur eine Partei, die für eine eigenständige DDR war. Und die hatte genau einen Abgeordneten. Selbst die PDS war für die Wiedervereinigung.
"Ich möchte an einem Ort sein, an dem es keine Politik gibt, keine Waffen, keine Religion."
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Tom Bombadil
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Tom Bombadil »

Schnitter hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 20:25 Wenn deine Meinung nicht mit den Business Guidelines deines Unternehmens konform geht kannst du ebenfalls mit Benachteiligung rechnen.
Damit bestätigst du, dass die BRD eine GmbH ist :p
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Frank_Stein
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Frank_Stein »

Seidenraupe hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 18:17 was du wahrscheinlich nicht kapierst, dass zwar jeder Widerspruch hinzunehmen hat, aber KEINE Benachteiligung oder Bevorzugung wegen seiner geäußerten Meinungen.
Ausnahmen --und hier greift das staatl GEwaltmonopol--- stellen Straftatbestände dar, die im StGB geregelt sind.

Dank cancel un- culture von seiten Linker Extremisten und Radikaler entstanden, wurde in die Gesellschaft getragen, es sei legitim, Menschen wegen ihrer Meinungsäußerungen zu bestrafen, indem man zB ihre Auftritte/Lehrveranstaltungen (Künstler, Uni-Professoren nur stellvertretend genannt) be-und verhindert.
Du sagst es. Vor 30 Jahren wäre kein Bürger der ehemaligen DDR auch nur ansatzweise darauf gekommen, dass der Hinweis, dass es nur zwei Geschlechter gäbe, sanktioniert werden könnte.

Ich kann jeden Menschen sehr gut verstehen, der bei dieser Entwicklung nur noch den Kopf schütteln kann und sich in die innere Emigration zurückzieht, weil er auf dieses Affentheater keinen Bock mehr hat.

Natürlich sind viele Menschen von dieser Entwicklung enttäuscht. Dafür sind wir 1989 schließlich nicht auf die Straße gegangen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Schnitter »

Tom Bombadil hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 20:47 Damit bestätigst du, dass die BRD eine GmbH ist :p
Hab übrigens auch bereits erlebt dass Leute wegen ihrer Meinung aus der Kneipe geflogen sind.

Noch son Beispiel.
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H2O
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von H2O »

Frank_Stein hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 20:57 Du sagst es. Vor 30 Jahren wäre kein Bürger der ehemaligen DDR auch nur ansatzweise darauf gekommen, dass der Hinweis, dass es nur zwei Geschlechter gäbe, sanktioniert werden könnte.

Ich kann jeden Menschen sehr gut verstehen, der bei dieser Entwicklung nur noch den Kopf schütteln kann und sich in die innere Emigration zurückzieht, weil er auf dieses Affentheater keinen Bock mehr hat.

Natürlich sind viele Menschen von dieser Entwicklung enttäuscht. Dafür sind wir 1989 schließlich nicht auf die Straße gegangen.
Offenbar hat sich im Osten aus mir unerfindlichen Gründen ein Hang zu Vereinfachung gesellschaftspolitischer Entwicklungen stärker erhalten als im Westen. Das Ergebnis ist ja auch zu beobachten. Meine Vermutung: Die naturgemäß gleiche Verteilung von Intelligenz in den Nachfolgestaaten des Deutschen Reichs ist durch Abwanderung in die Wohlstandsregionen des Westens ausgedünnt worden, kann im Osten also nicht in gleicher Weise wirksam werden wie im Westen. Die Frage nach den Geschlechtern ist sicher nicht auf männlich/weiblich einzugrenzen. In der guten alten Zeit wurden dann eben die Fehlfarben ausgemustert.

Wofür sind die Menschen der DDR auf die Straße gegangen? Sicher, um endlich so leben zu können, wie die Brüder und Schwestern im Westen. Freiheit ja, die D-Mark aber auch. Die D-Mark mußte im Wettbewerb verdient werden. Das war/ist wohl eine böse Überraschung gewesen. Das hat den Menschen niemand erklärt. Trotz vieler Spendierhosen der Bundesregierung zur Herstellung vergleichbarer Lebensverhältnisse waren viele Betriebe im Wettbewerb nicht zu retten. Das schafft bei den Betroffenen Verbitterung, wenn sie sich mit westlichen Wohlstandregionen vergleichen. Es gibt im Westen auch Regionen, die weniger gut dastehen. Da hauen die Leute ab, entweder als Pendler oder ganz.
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Tom Bombadil
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Tom Bombadil »

Schnitter hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 21:43 Hab übrigens auch bereits erlebt dass Leute wegen ihrer Meinung aus der Kneipe geflogen sind.
Man kann einen Staat nicht wirklich mit einem Unternehmen oder einer Kneipe vergleichen. Die Menschen- und Bürgerrechte sind in erster Linie Abwehrrechte gegen den Staat, damit der nicht zu übergriffig wird. Anhängern von randständigen Ideologien ist das natürlich ein Dorn im Auge, die kommen mit der Freiheit der anderen Menschen nicht klar, da heißt es dann nur noch "bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." Auch verbal.
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Frank_Stein
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Frank_Stein »

H2O hat geschrieben: So 4. Feb 2024, 06:34 Die naturgemäß gleiche Verteilung von Intelligenz in den Nachfolgestaaten des Deutschen Reichs ist durch Abwanderung in die Wohlstandsregionen des Westens ausgedünnt worden, kann im Osten also nicht in gleicher Weise wirksam werden wie im Westen. Die Frage nach den Geschlechtern ist sicher nicht auf männlich/weiblich einzugrenzen. In der guten alten Zeit wurden dann eben die Fehlfarben ausgemustert.
Ich weiß nicht, wie DU auf diese Idee kommst. Offensichtlich hast Du die PISA-Studien nicht in Deine Überlegungen einbezogen.
Zwischen Bremen und Sachsen liegen 1-2 Schuljahre Unterschied zugunsten von Sachsen.
Das liegt aber nicht vorrangig an den Bremern, sondern vor allem an den vielen Migranten in Bremen.

Falls Du aber bei Deinen Untersuchungen neben Eizelle und Spermien einen weiteren Typ an Geschlechtszellen entdecken solltest, lass es die Welt wissen.


Was die DM betrifft, so waren es ein paar Pappschilder, die bei den Demos in die Luft gehalten worden sind. Ich weiß nicht, ob man dazu im Osten eine Umfrage gemacht hat und wie da die Mehrheiten waren. Ich selbst in meinem jugendlichen Alter konnte mir damals nur schwer vorstellen, dass die Einführung der DM funktionieren könnte. Ich war zufrieden mit den 200 DM, die man 1:1 und 1:5 im Jahr umtauschen konnte.
Ich stimme Dir zu, dass übereilt gehandelt worden ist, aber von beiden Seiten. Vor allen die Lohnangleichung wurde vom Westen aus vorangetrieben. Man hat Gewerkschaftler aus dem Westen angekarrt, um hier die Betriebe zu bestreiken, da die Ossis ihrem Unternehmen nicht schaden wollten, da sie um die wirtschaftliche Lage der Unternehmen bescheid wussten. ... aber das wäre eher Thema in einem eigenen Strang.

Nur so viel:
Der Anteil der AfD- Wähler im Westen ist wesentlich höher, als in den Umfragen dargestellt, wenn man nur jene Menschen betrachtet, die keinen Migrationshintergrund haben. Auch Im Westen gibt es Menschen, die sich um Kultur, Sprache ... Sorgen machen und zusehen, wie das verschwindet.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von H2O »

Alles erst einmal auf seine eigene Weise wahr. Das Ergebnis zeigt aber sehr deutlich, daß die unerfreuliche Entwicklung stattgefunden hat. In Vorpommern erwerben Polen Wohnhäuser und Geschäftsräume, die für einen Apfel und ein Ei zu haben waren... und bauen dort ihre Zukunft auf. Oft noch mit Arbeitsstätten in Stettin und seinem Umland als Pendler. Ich habe nichts dagegen; es ist immer gut, wenn Menschen etwas unternehmen und eine Zukunft gestalten.

Ihre Gedanken zu PISA und den Gründen für sehr mittelmäßiges Abschneiden etwa Bremens sind zwar richtig, aber sie führen dennoch in die Irre. Die schiere Anzahl guter Ergebnisse ist am Ende dann doch ganz ordentlich, und daraus gehen dann die Kräfte hervor, die unser Land weiter bringen. Seit Jahrzehnten...
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Corghe »

Tom Bombadil hat geschrieben: So 4. Feb 2024, 09:31 Man kann einen Staat nicht wirklich mit einem Unternehmen oder einer Kneipe vergleichen. Die Menschen- und Bürgerrechte sind in erster Linie Abwehrrechte gegen den Staat, damit der nicht zu übergriffig wird. Anhängern von randständigen Ideologien ist das natürlich ein Dorn im Auge, die kommen mit der Freiheit der anderen Menschen nicht klar, da heißt es dann nur noch "bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." Auch verbal.
Völlig richtig. Hatte hier einen Diskurs, wo behauptet wurde, ich müsse frei geäußerte Meinungen auf eigenem Grund (Wohnung, Haus, Kneipe, Hausherr allgemein) hinnehmen. Es wurde bestitten, dass ich als Hausherr ohne Angabe von Gründen jeden nach einem Gutdünken entfernen lassen kann bzw. am Zutritt hindern kann. Das Ganze entstand aus einem Anspruch auf Verbreitung der eigenen Meinung.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Corghe »

H2O hat geschrieben: So 4. Feb 2024, 06:34 Offenbar hat sich im Osten aus mir unerfindlichen Gründen ein Hang zu Vereinfachung gesellschaftspolitischer Entwicklungen stärker erhalten als im Westen. Das Ergebnis ist ja auch zu beobachten. Meine Vermutung: Die naturgemäß gleiche Verteilung von Intelligenz in den Nachfolgestaaten des Deutschen Reichs ist durch Abwanderung in die Wohlstandsregionen des Westens ausgedünnt worden, kann im Osten also nicht in gleicher Weise wirksam werden wie im Westen. Die Frage nach den Geschlechtern ist sicher nicht auf männlich/weiblich einzugrenzen. In der guten alten Zeit wurden dann eben die Fehlfarben ausgemustert.

Wofür sind die Menschen der DDR auf die Straße gegangen? Sicher, um endlich so leben zu können, wie die Brüder und Schwestern im Westen. Freiheit ja, die D-Mark aber auch. Die D-Mark mußte im Wettbewerb verdient werden. Das war/ist wohl eine böse Überraschung gewesen. Das hat den Menschen niemand erklärt. Trotz vieler Spendierhosen der Bundesregierung zur Herstellung vergleichbarer Lebensverhältnisse waren viele Betriebe im Wettbewerb nicht zu retten. Das schafft bei den Betroffenen Verbitterung, wenn sie sich mit westlichen Wohlstandregionen vergleichen. Es gibt im Westen auch Regionen, die weniger gut dastehen. Da hauen die Leute ab, entweder als Pendler oder ganz.
Da waren aber auch gravierende Fehler im Zusammenhang mit dem Beitritt der DDR (das war es, aber nicht das im GG enthaltene Gebot einer Wiedervereinigung -Verfassug, Abstimmkung etc). Mit dem Verfahren, Guthaben und Schulden im Verhältnis 2:1 umzustellen, war das Schicksal der DDR Unternehmen weitgehendst besiegelt. Eine Umstellung auf 5:1 in Verbindung mit einer Sonderwirtschaftszone für die DDR hätte zu einem anderen, letztendlich positiveren Verlauf für die neuen Bundsländer führen können.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Corghe »

Schnitter hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 21:43 Hab übrigens auch bereits erlebt dass Leute wegen ihrer Meinung aus der Kneipe geflogen sind.

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Als Wirt kann ich jeden, der mir nicht passt, egal aus welchen Gründen, Hausverbot erteilen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Billie Holiday »

Corghe hat geschrieben: So 4. Feb 2024, 14:47 Als Wirt kann ich jeden, der mir nicht passt, egal aus welchen Gründen, Hausverbot erteilen.
Auch dem Schwulen oder dem Araber? Wohl kaum.
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„Just because you’re offended, doesn’t mean you’re right.“ (Ricky Gervais)
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Corghe »

Schnitter hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 20:25 Wenn deine Meinung nicht mit den Business Guidelines deines Unternehmens konform geht kannst du ebenfalls mit Benachteiligung rechnen.

Aus Gründen.
In den weitaus meisten Bereichen dürfte Unternehme deine private Meinung egal sein. Allerdings, liegt ein Kündigungsgrund vor (schon immer) wenn du dich unternehmensschädigend äußerst, auch dann, wenn deine Äußerungen der Wahr heit entsprechen. Hat etwas damit zu tun, das Unternehmen privat sind und das Unteernehmen Loyalität voraussetzen kann. Man kann sich auch nicht in einem Unternehmen politisch betätigen (Kündigungsgrund), auch nicht wenn man sich dort nach seiner regulären Arbeitszeit erst einsetzt.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Seidenraupe »

Corghe hat geschrieben: So 4. Feb 2024, 14:46 Mit dem Verfahren, Guthaben und Schulden im Verhältnis 2:1 umzustellen, war das Schicksal der DDR Unternehmen weitgehendst besiegelt. Eine Umstellung auf 5:1 in Verbindung mit einer Sonderwirtschaftszone für die DDR hätte zu einem anderen, letztendlich positiveren Verlauf für die neuen Bundsländer führen können.
du meinst, die zahlreichen abbruchreifen Fabrikbuden, wären dann nicht zusammengebrochen?
Du meinst, dass Freilichtmuseum DDR hätte ohne staatliche Repressalien,, ohne Angst vor Stasibespitzelung und der anhaltenden Angst vor äußerster GEwalt durch Polizei, Russenpanzern und Betriebskampfsportgruppen existieren können??

Ohne Strauß -Milliarde (1983) wäre das DDR-Wirtschaftssystem in gefährlicher Weise ein paar Jahre früher implodiert. Es sei erinnert, dass Gorbatschow erst ab 1986 mit Glasnost und Peristroika in der Sowjetunion begann, wass gegen Ende der 1980er Jahre erst die Loslösung vom großen Bruder (ohne Panzer) ermöglichte.

ich lache über Leute, die der romantischen Erzählung folgen, die DDR Wirtschaft wäre bei offenen Grenzen auch nur ein Jahr lang konkurrenzfähig gewesen. Wobei lachen auch weinen meint -- denn soviel Dummheit und Ignoranz ist traurig und gefährlich

Die DDR war im Innersten marode, wirtschaftlich komplett am Ende. Die DDR Mangelverwaltung war komplett am Ende.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitrag von Astrocreep2000 »

Seidenraupe hat geschrieben: Sa 3. Feb 2024, 14:59 Nur noch rund 40% der Bevölkerung in Deutschland stimmt überein, seine MEinung frei äußern zu können.
Ich finde so eine Aussage wenig aussagekräftig. Aufschlussreich wäre, dann auch bitte genau zu definieren:

- WAS glaube ich, nicht offen sagen zu dürfen?
- In WELCHEM KONTEXT glaube ich, dies nicht tun zu dürfen?
- WELCHE Folgen hätte es KONKRET für mich, wenn ich es dennoch täte?

"Traut" sich jemand hier, das mal mit Inhalt zu füllen?

Anstatt sich hinter einem vielsagenden Raunen ("man darf ja nicht mal mehr ...") zu verstecken?
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