Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

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Paddyroller
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Paddyroller » Di 20. Jul 2021, 12:23

PersonalFreedom hat geschrieben:(11 Apr 2021, 00:13)

Schon zu Zeiten des Kaffeehauses und der Salons ging es bei politischen Debatten oft hitzig zu. Aus den Streitgesprächen der alten Philosophen ist überliefert, dass das "Streit" im Wort wörtlich gemeint war. Nicht selten wurde es handgreiflich.

In die digitalen Netze kam ich schon recht früh, Anfang der 90er-Jahre. WWW war eine neue Technologie und vieles lief noch über proprietäre Dienste wie das BTX der Post. Aber es gab eine Sammlung freier, unzensierter Foren und Usenet-Channel, an denen ich immer Freude hatte.

Nimm Telegram, da wird nichts zensiert. Die übelste Hetze bleibt stehen. Demzufolge sind auch viele Nazis, Querdenker und ähnliches Gesindel dort vertreten.
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Teeernte
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Teeernte » Di 20. Jul 2021, 12:23

firlefanz11 hat geschrieben:(20 Jul 2021, 11:50)

Na ja, die Große Keule mit dem zylinderförmigen Kopf an dem sich zusätzlich pyramidenförmige Zacken befanden, nennt sich nicht umsonst "Streitkolben" ... ;)


>>> Zaun - Abriss......Einen Streit vom Zaun brechen...
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Progressiver
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Progressiver » Di 20. Jul 2021, 17:09

Ich verstehe den Sinn dieses Threads nicht. Ich poste hier schon seit zig Jahren, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Ich habe aber noch nie eine Sanktion erhalten. Allerhöchstens einmal die höfliche Aufforderung, zum Threadthema zurückzukommen, wenn die Diskussion mal abgeschweift ist. Da Deutsch meine Muttersprache ist, habe ich auch verstanden, was damit gemeint ist.

Davor war ich phasenweise in anderen Foren unterwegs. So zum Beispiel bei dem Anbieter "myspace". Ich habe keine Ahnung, ob es diesen heute noch gibt. Ist ja auch egal. Dort gab es auch ein Diskussionsforum, in der jeder völlig frei -quasi schon in "Wildwest-Manier"- seine Meinung posten konnte. Da es keine Mods gab, war das Diskussionsniveau aber bald unter aller Kanone. Gegenseitige Beleidigungen und anderes sachfremde Einlassungen waren da an der Tagesordnung. Und ein Anhänger von Pierre Vogel durfte ungestraft Werbung für die Vorläufergruppen des IS machen. Aus heutiger Sicht weiß ich nicht, ob das damals nicht auch schon strafrechtlich relevant war. Aufgrund der hundsmiserablen Diskussionskultur brach dieses Forum dann ja auch zusammen. Auch ich habe irgendwann angewidert dieses Forum verlassen.

Ich halte also nichts davon, von der alten Wildwest-Romantik zu träumen. Früher war es eben nicht besser. Außerdem tummeln sich heutzutage auch viel mehr Menschen im Internet. Da wird es so chaotisch, dass es eben Mods braucht. Wer sich gegenseitig anschreien will, der kann sich mal bei Twitter oder Facebook umgucken, wie unterirdisch die Diskussionskultur dort ist. Und im Ernst: Wer dort unter seinem Klarnamen strafrechtlich relevante Dinge postet oder gar Volksverhetzung betreibt, soll sich nicht wundern, wenn er dafür auch belangt wird. Dummheit schützt bekanntlich vor Strafe nicht! Und auch solche Sachen, dass man unter YouTube-Videos solche widerlichen und verstörenden Aufforderungen liest, Ausschwitz wieder zu eröffnen oder aber Morddrohungen gegen Politiker, dürfen so nicht stehen gelassen werden.

Ich verstehe also nicht, wieso da gleich etwas zusammengebastelt wird in dem Sinne, dass heutzutage überall nur noch Zensur herrsche. Wer sich an die Netiquette und die Regeln des deutschen Strafgesetzbuchs hält, wird wohl nirgends Probleme bekommen. Wer aber mal richtig andere Menschen beleidigen will oder aber menschenverachtende und volksverhetzende Sprüche klopfen, der wird es überall schwer haben. Dies gilt für das Internet. Aber auch außerhalb des Internets werden solche Hetzer in der Regel zurecht in sozialer Hinsicht sanktioniert.
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon franzmannzini » Di 20. Jul 2021, 17:21

Progressiver hat geschrieben:(20 Jul 2021, 17:09)

Ich verstehe den Sinn dieses Threads nicht. Ich poste hier schon seit zig Jahren, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Ich habe aber noch nie eine Sanktion erhalten. Allerhöchstens einmal die höfliche Aufforderung, zum Threadthema zurückzukommen, wenn die Diskussion mal abgeschweift ist. Da Deutsch meine Muttersprache ist, habe ich auch verstanden, was damit gemeint ist.

...


Vielleicht liegt es an Deiner Audrucksweise ?
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Teeernte » Di 20. Jul 2021, 17:48

franzmannzini hat geschrieben:(20 Jul 2021, 17:21)

Vielleicht liegt es an Deiner Audrucksweise ?


Er war noch nicht (viel) im 2er ....und hat nichts gegen "erder" Bremen geschrieben.

...da scheint (hier) die Meinungsfreiheit aufzuhören. :D :D :D
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Bielefeld09 » Di 20. Jul 2021, 17:52

Na ja, so einfach ist das auch nicht.
Natürlich haben die Mods hier Hausrecht
und Sie sind wirklich gut.
Aber nachts, wenn sie schlafen, sind oftmals wenig demokratiefreundliche Menschen am Start.
Als User reagiert man dann, möglicherweise nicht immer nett.
Das sind die aber auch nicht.
Aber eigentlich passt das hier schon mit dem Hausrecht.
Das war ein Kompliment!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Progressiver » Di 20. Jul 2021, 18:11

franzmannzini hat geschrieben:(20 Jul 2021, 17:21)

Vielleicht liegt es an Deiner Audrucksweise ?


Danke! Das verstehe ich jetzt mal ausdrücklich als Kompliment! :thumbup: :thumbup: :thumbup:

Aber mir ist in der Tat jeglicher Fanatismus fremd.

Leute aber, die gerne hetzen oder Kraftausdrücke verwenden, haben es überall schwer.

Vielleicht ist es ja auch die Herangehensweise. Ich lese mich hier so durch. Und ab und zu schreibe ich mal etwas. Aber mit aller Gewalt zu versuchen, einen "Gegner" oder mehrere argumentativ zu überzeugen, ihn in Grund und Boden zu schreiben oder, unter Einsatz aller möglichen Fouls, niederzumachen, nützt mir nichts. Was hätte ich denn davon, wenn ich versuchen würde, solch einen "Gegner" auch nur zu missionieren? Nichts. Es bleibt bei einem Gedankenaustausch. Die Namen und die Anzahl der Leute, die alleine hier schon gesperrt wurden, sind dagegen Legion.
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon franzmannzini » Di 20. Jul 2021, 19:19

Progressiver hat geschrieben:(20 Jul 2021, 18:11)
... mit aller Gewalt zu versuchen, einen "Gegner" oder mehrere argumentativ zu überzeugen, ...


Wer das will, wird schnell erkennen wie schwierig das sein kann. Und es nur ein Forum, ein Spielplatz...

Progressiver hat geschrieben:Was hätte ich denn davon, wenn ich versuchen würde, solch einen "Gegner" auch nur zu missionieren?


Diesen Vorwurf mußte ich mir hier schon gefallen lassen, genau so wie "den Strang kapern", aber wie Du schon sagst, davon hätte ich nichts.
Für mich ist es nur eine weitere Variante von Freizeitgestaltung alá Unterhaltung, natürlich gepaart mit Informationsgewinn,
durch viele andere Meinungen/Ansichten.
Es macht Spaß und ist interessant und abwechslungsreich.

Progressiver hat geschrieben:Es bleibt bei einem Gedankenaustausch. ...


Was dann auch die Essenz des in einem Forum Lesens, Schreibens und auch Streitens ist. :)
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon H2O » Mi 21. Jul 2021, 00:12

Unser Vorstand kann schon einmal einen besonders heftigen Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen mit einem dauerhaften Ausschluß von weiterer Teilnahme an unseren Diskussionen ahnden. Besonders empfindlich sind wir bei antisemitischen Hetzen.

Im Normalfall aber führen Verstöße gegen unsere Nutzungsbedingungen zu Ermahnungen, solche Verstöße zu unterlassen, bei wiederholter Auffälligkeit zu Verwarnungen und Zeitsperren, über deren Dauer aber im Kreis der Moderatoren und des Vorstands abgestimmt wird. Willkür eines Moderators scheint mir da schon ausgeschlossen zu sein. Fällt der Teilnehmer weiterhin durch hartnäckige Verstöße gegen unsere Nutzungsbedingungen trotz verhängter Zeitsperren auf, dann folgt die Sperre auf Dauer; natürlich ebenfalls nach demokratischer Abstimmung von Moderatoren und Vorstand.

Ein neuer Teilnehmer hat also Gelegenheit heraus zu finden, wie er sein Gesprächsverhalten besser an unsere Nutzungsbedingungen angleichen kann. So schnell schießen die Preußen hier wirklich nicht... etwa in dem Sinne, daß der Vorstand sein Hausrecht übertrieben stark ausübt.
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon jorikke » Mi 21. Jul 2021, 06:48

Paddyroller hat geschrieben:(20 Jul 2021, 12:23)

Nimm Telegram, da wird nichts zensiert. Die übelste Hetze bleibt stehen. Demzufolge sind auch viele Nazis, Querdenker und ähnliches Gesindel dort vertreten.


Ich kenne dieses Forum (?) nicht. Will es auch gar nicht kennen lernen.
Interessieren würde mich aber warum dort wegen der Beiträge keine rechtlichen Konsequenzen befürchtet werden.
Hier finde ich die Moderation völlig in Ordnung, habe mitunter das Gefühl, rechtliche Begründungen werden allzu leicht vorgeschoben.
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Paddyroller » Mi 21. Jul 2021, 09:00

jorikke hat geschrieben:(21 Jul 2021, 06:48)

Ich kenne dieses Forum (?) nicht. Will es auch gar nicht kennen lernen.
Interessieren würde mich aber warum dort wegen der Beiträge keine rechtlichen Konsequenzen befürchtet werden.
Hier finde ich die Moderation völlig in Ordnung, habe mitunter das Gefühl, rechtliche Begründungen werden allzu leicht vorgeschoben.


Telegram ist mehr sowas wie ein Clone aus Facebook und Twitter. Der Betreiber sitzt irgendwo im Ausland. Da gibt es anscheinend keine Gesetze gegen Hate Speech.

Google und Apple konnten ihn aber dazu bringen, den Channel von Attila Hildmann schwerer erreichbar machen. Sie drohten damit, die Telegram-App sonst aus ihren Stores zu werfen.
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Kritikaster » Mi 21. Jul 2021, 09:09

jorikke hat geschrieben:(21 Jul 2021, 06:48)

Hier finde ich die Moderation völlig in Ordnung, habe mitunter das Gefühl, rechtliche Begründungen werden allzu leicht vorgeschoben.

Vorab: Wie auch in diversen Feedbacks immer wieder nachzulesen ist, wird dieses Forum durch einen Verein betrieben, dessen rechtliche VertreterINNen (Vorstand) persönlich haftbar sind.

Dieser Umstand führt fast selbsterklärend dazu, dass die Grenze dessen, was als forumsschädigend, potentiell justiziabel und damit sanktionswürdig betrachtet wird, in letzter Konsequenz von der Zusammensetzung und mehrheitlichen Einschätzung dieses Gremiums abhängt. Das ist Teil allgemein geltenden Vereinsrechts, nennt sich konkret Exekutivrecht, und das kann und darf auch nicht anders sein. Manche Menschen sehen hier halt Handlungsbedarf, wo andere risikobereiter sind und Dinge laufen lassen - letzteres oft mit den weiter oben bereits beschriebenen negativen Folgen für das "Diskussions"klima.

In aller Regel ist es aber nach wie vor so, dass bei uns über Sanktionen im Kreis aller ModeratorINNen beraten und abgestimmt wird.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon conscience » Mi 21. Jul 2021, 09:37

Wir sollte uns glücklich schätzen, dass es überhaupt so eine Plattform gibt, die sich eine "Verfassung" gegeben hat, diese ernst nimmt und umsetzt.
Gegen Antisemitismus und Antizionismus!! Unterstützt Israel!!

Free Palästina from HAMAS :thumbup:
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Re: Hausrecht vs. Meinungsfreiheit

Beitragvon Cobra9 » Mi 21. Jul 2021, 09:57

Das Forum ist so relativ einzigartig und es steckt viel Arbeit, Energie darin sowie Zeit. Auch wenn Ich nicht alles 100 % toll finde würde Ich sagen es ist ein gutes Forum.

Natürlich gibt's Punkte wo man meckern kann drüber, je nachdem wie die eigene Meinung ist oder politisch man tickt auch. Antisemitismus ist sehr ungern gesehen - zurecht.

Aber unterm Strich ist es ein gutes Forum und einzigartig so. Zumindest kenn ich nichts so.

Was die Regeln angeht. Seh ich wie den Besuch im Stadion. Da gibt's Regeln und entweder Ich halte die ein oder........ Fliege eventuell raus je nachdem.

Aber ich weiß doch vorab das man Grenzen einhalten sollte. Wenn ich das nicht akzeptieren kann bleib ich fern.

Aber ist eben so der Verein wo ich aktiv bin will Sport anbieten und zeigen wegen Einnahmen. Jeder herzlich willkommen der ein normales Verhalten zeigt. Gern auch lebhaft. Aber besoffen prügeln geht nicht. Nur als Beispiel.

Der Verein hier will das Forum erhalten. Betreiber haften eben. Aber wer etwas normales formuliert kann seine eigene Meinung äußern.
Life is great

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