Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Moderator: Moderatoren Forum 5

Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 42684
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 20. Nov 2020, 16:03

PeterK hat geschrieben:(18 Nov 2020, 16:39)

Weicheier.

Ebend. Die Mitte muss lauter werden. Das wäre der dänische Weg.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Zweifeler
Beiträge: 52
Registriert: Mi 18. Nov 2020, 17:51
Benutzertitel: qed

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Zweifeler » Fr 20. Nov 2020, 16:13

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Nov 2020, 15:25)

Nur mal als Beispiel: Eine Studie, die sich auf die Goethe-Uni Frankfurt bezieht, kommt zu dem Schluß, dass Beleidigungen eine "häufige Erfahrung" sind, ein Konformitätsdruck gegeben ist und jeder dritte Student ist teils oder gar nicht bereit, seine Meinung offen zu äußern.

https://link.springer.com/article/10.10 ... 20-00713-z


Aus meiner APO Zeit habe ich mich mit einem Dozenten der hiesigen Universität unterhalten, kann jetzt nicht alles wiedergeben aber für konservative, "rechte" Meinungen gibt es dort keinen Platz. Jeder der die Asta kennt kann das bestätigen. Vielleicht schwankt es noch von Uni zu Uni etwas, aber im groben ist dem so.
Das Problem hierbei ist das es keine Ausgewogenheit mehr gibt sondern nurnoch einen linken Meinungskorridor der immer kleiner wird für abweichende Meinungen, Amerikanische zustände dauern hier nicht mehr lange, wenn nicht sogar in deutscher Art schon vorhanden.

Die einzige Zeitung wo noch ausgewogen Berichtet wird ist für mich die Welt, wo man aber Geld mit konservativen,rechten Artikeln verdient, weil man wohl die Marktlücke endeckt hat.
Ansonsten muss man sich wohl den "alternativen" Quellen bedienen ;) :D
„Auf! – sey es zum Siege ! zum Tode! Hurrah!
Germania allzeit, Germania!“
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 46577
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 20. Nov 2020, 16:19

Zweifeler hat geschrieben:(20 Nov 2020, 16:13)

Jeder der die Asta kennt kann das bestätigen.

Was ist dann der RCDS?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Diffamierer der Linken.
Benutzeravatar
naddy
Beiträge: 2480
Registriert: Mo 18. Mär 2019, 11:50

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon naddy » Fr 20. Nov 2020, 17:52

Erstaunlich wie lange man sich über ein Thema unterhalten kann, dessen scheinbare Frage eigentlich schon im Threadtitel beantwortet ist. :cool:
"Das gefährliche an der Dummheit ist, daß sie die dumm macht, die ihr begegnen." (Sokrates).
Benutzeravatar
Stoner
Beiträge: 2655
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 11:21
Benutzertitel: Transzendental-Satiriker

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Stoner » Fr 20. Nov 2020, 17:55

naddy hat geschrieben:(20 Nov 2020, 17:52)

Erstaunlich wie lange man sich über ein Thema unterhalten kann, dessen scheinbare Frage eigentlich schon im Threadtitel beantwortet ist. :cool:


Vielschichtig uniform halt, oder?
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit. (Mark Twain)
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7086
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Fr 20. Nov 2020, 19:26

naddy hat geschrieben:(20 Nov 2020, 17:52)
Erstaunlich wie lange man sich über ein Thema unterhalten kann, dessen scheinbare Frage eigentlich schon im Threadtitel beantwortet ist. :cool:

Naja, so eindeutig ist es ja für mache eben nicht.

Wenn die Welt aus Gut und Böse besteht, dann kann man eben denken, dass 100% Gut eine tolle Lösung ist.

Selina hat geschrieben:(19 Nov 2020, 14:42)
Erstens: Wieso sollte so etwas nur mich ängstigen? Jeder Demokrat und jeder liberal denkende Mensch würde eine erneute faschistische Diktatur fürchten.

Zweitens: Linksliberale Redaktionsmitarbeiter planen keinen Umsturz der herrschenden Verhältnisse, sie sind Demokraten und in ihrem Beruf achten sie selbstverständlich auf Ausgewogenheit. Falls sie davon mal abweichen sollten, werden sie sofort von den jeweiligen Redaktionschefs (Abteilungsleiter, Chefredakteure) zurückgepfiffen. Solche Zustände in den Redaktionen, vor denen du dich offenbar fürchtest (siehe Thread-Anriss und vor allem Thread-Titel), gibt es nicht in der Realität.

Selina, es geht hier nicht darum, dass "Faschisten" aus den Medien vertrieben werden, damit Demokraten wieder die Chance erhalten Bericht zu erstatten. Es geht darum, dass es Belege dafür gibt, dass die Berichterstattung verstärkt in die Hände einer Klientel fällt, die auffällig einheitlich denkt.

Dabei ist ersteinmal garnicht wichtig WAS sie denken. Das Problem ist, dass sie schlicht ein sehr enges Meinungsspektrum abdecken. Wenn ich aber stur in eine Richtung blicke, dann wird daraus kein Panorama. DAS ist das Problem.

Ich find es erstaunlich, wie jemand, der immer wieder für Diversität eintritt, ausgerechnet bei der vierten Säule der Demokratie, mangelhafte Diversität nicht als Risiko erkennen kann. Es geht ja nicht um "Nazis", sondern um ganz banale liberale und konservative Einstellungen, die kaum noch vertreten sind.

Aber vielleicht ist das einfach auch eine Frage der Grundeinstellungen. Für dich scheint halt wichtig zu sein, dass die Menschen "richtig" denken - je mehr, umso besser. Für mich ist wichtig, dass die Menschen SELBER denken, je mehr umso besser.
Benutzeravatar
naddy
Beiträge: 2480
Registriert: Mo 18. Mär 2019, 11:50

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon naddy » Fr 20. Nov 2020, 20:01

Stoner hat geschrieben:(20 Nov 2020, 17:55)

Vielschichtig uniform halt, oder?

Und "uniform" steht dann für was? Daß die alle in "Uniformen" in den Redaktionsstuben herumsitzen? Oder doch eher für den Verdacht, daß man aufgrund "uniformer" politischer Ausrichtung zu den gleichen Schlüssen und damit identischer Berichterstattung gelangt?

Einfacher gefragt: Wie verträgt sich die Klassifizierung "uniform" mit "Vielschichtigkeit"?
"Das gefährliche an der Dummheit ist, daß sie die dumm macht, die ihr begegnen." (Sokrates).
Benutzeravatar
Stoner
Beiträge: 2655
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 11:21
Benutzertitel: Transzendental-Satiriker

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Stoner » Fr 20. Nov 2020, 20:08

naddy hat geschrieben:(20 Nov 2020, 20:01)

Und "uniform" steht dann für was? Daß die alle in "Uniformen" in den Redaktionsstuben herumsitzen? Oder doch eher für den Verdacht, daß man aufgrund "uniformer" politischer Ausrichtung zu den gleichen Schlüssen und damit identischer Berichterstattung gelangt?

Einfacher gefragt: Wie verträgt sich die Klassifizierung "uniform" mit "Vielschichtigkeit"?


"Vielschichtig" ist hier nur das Adverb zu uniform: Es gibt also viele uniforme Ebenen, die einzeln zu betrachten und auf der jeweiligen Ebene uniform sind. Erste Ebene so, zweite Ebene so, usw.In der Gesamtbetrachtung viele Schichten = Ebenen mit jeweils vorherrschender Uniformität. Ist das nachvollziehbar?
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit. (Mark Twain)
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 15506
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Selina » Fr 20. Nov 2020, 20:14

Skeptiker hat geschrieben:(20 Nov 2020, 19:26)

Naja, so eindeutig ist es ja für mache eben nicht.

Wenn die Welt aus Gut und Böse besteht, dann kann man eben denken, dass 100% Gut eine tolle Lösung ist.


Selina, es geht hier nicht darum, dass "Faschisten" aus den Medien vertrieben werden, damit Demokraten wieder die Chance erhalten Bericht zu erstatten. Es geht darum, dass es Belege dafür gibt, dass die Berichterstattung verstärkt in die Hände einer Klientel fällt, die auffällig einheitlich denkt.

Dabei ist ersteinmal garnicht wichtig WAS sie denken. Das Problem ist, dass sie schlicht ein sehr enges Meinungsspektrum abdecken. Wenn ich aber stur in eine Richtung blicke, dann wird daraus kein Panorama. DAS ist das Problem.

Ich find es erstaunlich, wie jemand, der immer wieder für Diversität eintritt, ausgerechnet bei der vierten Säule der Demokratie, mangelhafte Diversität nicht als Risiko erkennen kann. Es geht ja nicht um "Nazis", sondern um ganz banale liberale und konservative Einstellungen, die kaum noch vertreten sind.

Aber vielleicht ist das einfach auch eine Frage der Grundeinstellungen. Für dich scheint halt wichtig zu sein, dass die Menschen "richtig" denken - je mehr, umso besser. Für mich ist wichtig, dass die Menschen SELBER denken, je mehr umso besser.


Das hat doch hier jeder verstanden, worum es dir geht. Das wird aber durch ständige Wiederholung nicht wahrer. Es gibt in der Gesamtheit der Medien diese Verengung und Eingleisigkeit nicht. Es ist für jede politische Farbe, für jedes Interesse, für jede Orientierung genug Vielfalt vorhanden. Solange du deine These für den gesamten Zeitungsmarkt und alle Sendeanstalten nicht konkret belegen kannst, bleibt es einzig und alleine dein Bauchgefühl.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Zweifeler
Beiträge: 52
Registriert: Mi 18. Nov 2020, 17:51
Benutzertitel: qed

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Zweifeler » Fr 20. Nov 2020, 20:31

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Nov 2020, 16:19)

Was ist dann der RCDS?


Das ist korrekt. Mit meiner Aussage beziehe ich mich auf sowas hier:

Nach fünf Jahren kehrte Bernd Lucke als Professor an die Hamburger Universität zurück. Dagegen hatte der AStA zu Protesten aufgerufen. Es kam zu Tumulten und der AfD-Mitgründer verließ das Gelände mit Polizeigeleit.


Quelle: https://www.welt.de/regionales/hamburg/ ... Lucke.html

Für mich sind das schon Amerikanische verhältnisse. Der RCDS ist sicherlich nicht so unterwegs und diffamiert andere Meinungen dermaßen und hat enge kontakte zur Antifa und mobilisiert gegen unerwünschte Meinungen. Ab und an gibt es Demos in meiner Stadt und meistens ist die halbe Uni dabei mit den typischen APO Kandidaten, gerne auch MLPD dazwischen.
Ja aber Sie haben recht, den RCDS gibt es auch, doch ist er nicht zu vergleichen was die Ausmaße angeht.
„Auf! – sey es zum Siege ! zum Tode! Hurrah!
Germania allzeit, Germania!“
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 13735
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Sören74 » So 22. Nov 2020, 14:09

Skeptiker hat geschrieben:(14 Nov 2020, 18:40)

Das Thema ist schon angeschnitten worden. Dennoch möchte ich einen Artikel von Jan Fleischhauer zum Anlass nehmen die Frage nochmal tiefer zu erörtern.

Zitat aus dem Artikel im Focus:

(fvm)
https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 58785.html

Ich halte das für eine bedenkliche Entwicklung. Dabei geht es weniger darum, dass ich glauben würde, dass massenhaft Journalisten lügen oder Geschichten erfinden würden. Es ist eher meine Sorge, dass eine der Säulen der demokratischen Gesellschaft, in die Macht einer geschlossen und uniform denkenden Gesellschaft von Menschen fällt, die sich oft dazu noch eher als Aktivisten, denn als Journalisten fühlen.

Jeder Mensch hat eine Sichtweise auf die Gesellschaft und die Vorgänge in einer Gesellschaft. Dabei werden unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Dinge auffallen, die sie thematisieren würden. SIND aber die Menschen immer ähnlicher, dann nehmen sie auch immer ähnlicher wahr. Was aber nicht auf dem Radar ist, das kann nicht mehr Gegenstand von Berichterstattung sein. Das halte ich für hochgefährlich.

Dabei ist sicherlich jedem klar, wie dramatisch es wäre, wenn "ein Großkonzern alle Medienhäuser aufkauft und nur noch seine Sichtweise verkauft". Das leuchtet jedem SOFORT ein - ist auch sehr kompatibel mit "linksgrünen" Denkschemata. Wird aber ein Berufsstand von Journalisten durch eine hochgradige politische Selektion mental monopolisiert, dann scheint das schleichend und ohne großes Aufsehen zu passieren.

Was folgt aus dieser Entwicklung? Sind wir auf dem Weg in eine berichterstatterische Spaltung? Einer professionellen aber ideologisch unterwanderten, und einer unprofessionellen, und dadurch wahrscheinlich von der gegenseitigen Ideologie unterwanderten? Wo bleibt da der Wunsch nach vielschichtiger Berichterstattung abgedeckt?
Ist das vielleicht sogar eine gute Entwicklung, weil Journalismus sich sozusagen an die "Erfordernisse anpasst", wie man es linksseitig vielleicht sehen mag? Sind Journalisten also vielleicht "weiter", oder "auf dem falschen Weg"? Bekanntlich ändert sich das Urteil darüber mit der Zielvorstellung.


Als Zu-Spät-Kommer gehe ich zuerst auf den Startpost ein. Ich tue mich schwer mit dem Ausdruck "uniform besetzt". Für mich ist das mehr ein gefühlter Zustand, aber nur wirklich schwer zu greifen. Wie wird das definiert? Ab wann gelten beispielsweise zwei Personen politisch gesehen als "uniform", also im Sinne von einheitlich, gleichförmig?

Solche Art Wahlumfragen, was würden Journalisten für eine Partei wählen, habe ich in Diskussionen vor ca. 10 Jahren das erste Mal gesehen. Ich schreibe hier das, was ich auch schon damals sagte, wie kommt es eigentlich, dass es kaum CDU oder AfD nahe Menschen gibt, die Journalisten werden wollen? Hat es vielleicht auch etwas mit den geringen Verdienstmöglichkeiten zu tun? Es ist ein ziemlich harter Beruf. Ich kenne in meinen Bekanntenkreis zwei Leute, die in der Branche gearbeitet haben und irgendwann entnervt aufgaben. Das hatte überhaupt nichts mit politischer Ausrichtung zu tun, sondern mit den Arbeitsbedingungen.

Ansonsten denke ich, auch im Medienbereich herrscht keine Plan- sondern Marktwirtschaft. Das was nachgefragt wird, findet auch Absatz. Es wird von nicht wenigen Menschen bemängelt, dass es kaum noch konservative Zeitungen gibt. Nicht wenige sehen sogar die WELT als mitte-links an. Ich denke aber, wenn es einen wirklich großen Markt, sprich Bedarf, für rein konservative oder auch rechte Sichtweisen gebe, dann würden solche Tageszeitungen/Journale auch verstärkt Absatz finden.
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 13735
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Sören74 » So 22. Nov 2020, 14:11

Skeptiker hat geschrieben:(17 Nov 2020, 20:47)

Wer sagt denn, dass irgendwer sich Jungjournalisten nach politischer Meinung auswählt?
Es ist bekannt, dass Journalisten weit überproportional links/grün sind, im Vergleich zur Bevölkerung. Dazu gibt es bereits Studien - das ist bekannter Fakt. In diesem Fall war allerdings die Einseitigkeit besonders groß. Dennoch behauptet niemand, dass man sich extra die linken und grünen "herausgepickt" hat. Gerade das ist ja das Problematische dabei. Man muss also davon ausgehen, dass im Journalismus flächendeckende politische Uniformität droht.


Aber genau da wäre doch mal eine Ursachenforschung interessant.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 25362
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon ThorsHamar » So 22. Nov 2020, 14:13

Sören74 hat geschrieben:(22 Nov 2020, 14:11)

Aber genau da wäre doch mal eine Ursachenforschung interessant.


Nachkommenschaft der 68er
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 13735
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Sören74 » So 22. Nov 2020, 14:19

ThorsHamar hat geschrieben:(22 Nov 2020, 14:13)

Nachkommenschaft der 68er


Und die Nicht-68er hatten keine Nachkommenschaft? ;)
Benutzeravatar
Zweifeler
Beiträge: 52
Registriert: Mi 18. Nov 2020, 17:51
Benutzertitel: qed

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Zweifeler » So 22. Nov 2020, 14:44

Sören74 hat geschrieben:(22 Nov 2020, 14:09)

Als Zu-Spät-Kommer gehe ich zuerst auf den Startpost ein. Ich tue mich schwer mit dem Ausdruck "uniform besetzt". Für mich ist das mehr ein gefühlter Zustand, aber nur wirklich schwer zu greifen. Wie wird das definiert? Ab wann gelten beispielsweise zwei Personen politisch gesehen als "uniform", also im Sinne von einheitlich, gleichförmig?

Solche Art Wahlumfragen, was würden Journalisten für eine Partei wählen, habe ich in Diskussionen vor ca. 10 Jahren das erste Mal gesehen. Ich schreibe hier das, was ich auch schon damals sagte, wie kommt es eigentlich, dass es kaum CDU oder AfD nahe Menschen gibt, die Journalisten werden wollen? Hat es vielleicht auch etwas mit den geringen Verdienstmöglichkeiten zu tun? Es ist ein ziemlich harter Beruf. Ich kenne in meinen Bekanntenkreis zwei Leute, die in der Branche gearbeitet haben und irgendwann entnervt aufgaben. Das hatte überhaupt nichts mit politischer Ausrichtung zu tun, sondern mit den Arbeitsbedingungen.

Ansonsten denke ich, auch im Medienbereich herrscht keine Plan- sondern Marktwirtschaft. Das was nachgefragt wird, findet auch Absatz. Es wird von nicht wenigen Menschen bemängelt, dass es kaum noch konservative Zeitungen gibt. Nicht wenige sehen sogar die WELT als mitte-links an. Ich denke aber, wenn es einen wirklich großen Markt, sprich Bedarf, für rein konservative oder auch rechte Sichtweisen gebe, dann würden solche Tageszeitungen/Journale auch verstärkt Absatz finden.


Das ist wohl ricthtig, die Nachfrage bestimmt den Markt. Das kann man dann aber auch kritisieren, deswegen das Thema. Ich denke das ist ziemlich plausibel.
Das die Printmedien immer mehr an Bedeutung verlieren ist ja bekannt, vielleicht geht es einfach vielen konservativen,rechten wie mir selbst. Es gibt schon viele Netz angebote dafür und man bedient sich dort. Ich meine ich lese auch den Spiegel, Zeit, Taz, FAZ etc und ich merke schon das man versucht die Masse abzudecken und den Zeitgeist, das kann man ihnen nicht verübeln. Doch müssen sich diese auch den Vorwurf gefallen lassen das Sie eben nicht ausgewogen Berichten wenn nicht sogar tendenziös. Persönlich kann ich mir schon konservatives aus den bekannten Medien rausziehen, doch es ist Gefühlt wenig.
„Auf! – sey es zum Siege ! zum Tode! Hurrah!
Germania allzeit, Germania!“
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 25362
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon ThorsHamar » So 22. Nov 2020, 15:02

Sören74 hat geschrieben:(22 Nov 2020, 14:19)

Und die Nicht-68er hatten keine Nachkommenschaft? ;)


Offensichtlich kaum ....
Ich meine übrigens nicht die genetische Nachkommenschaft.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 13735
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Sören74 » So 22. Nov 2020, 15:31

Zweifeler hat geschrieben:(22 Nov 2020, 14:44)

Das die Printmedien immer mehr an Bedeutung verlieren ist ja bekannt, vielleicht geht es einfach vielen konservativen,rechten wie mir selbst. Es gibt schon viele Netz angebote dafür und man bedient sich dort. Ich meine ich lese auch den Spiegel, Zeit, Taz, FAZ etc und ich merke schon das man versucht die Masse abzudecken und den Zeitgeist, das kann man ihnen nicht verübeln. Doch müssen sich diese auch den Vorwurf gefallen lassen das Sie eben nicht ausgewogen Berichten wenn nicht sogar tendenziös. Persönlich kann ich mir schon konservatives aus den bekannten Medien rausziehen, doch es ist Gefühlt wenig.


Das zeigt auch das eigentliche Problem, allein mit kostenlosen Produkten (auch wenn sie werbefinanziert sind) kann gut gemachter Journalismus nicht leben. Wenn jetzt viele rechts-konservative Menschen lieber kostenlose Angebote nutzen, statt Zeitungen zu kaufen, muss man sich doch nicht wundern, wie sich der Zeitungsmarkt entwickelt.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 42684
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon DarkLightbringer » So 22. Nov 2020, 16:56

Jan Fleischhauer sagt, er vertrete in der medialen Welt eine Minderheit, auf der Straße aber befände er sich in der Mehrheit.

Und er sei "wahrscheinlich" der letzte Mainstream-Journalist (diese Äußerung fiel allerdings in einer Comedy-Sendung des RBB).

Möglich ist auch, sage ich in aller Bescheidenheit, dass sich eine Art Subkultur in den neuen Medien entwickelt, die immer wichtiger wird.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]

Zurück zu „5. Bildung - Kultur - Medien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste