Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Moderator: Moderatoren Forum 4

Aldemarin
Beiträge: 726
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 18:17

Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon Aldemarin » Mo 17. Aug 2020, 00:35

Wer von Innsbruck nach Salzburg (und umgekehrt) fährt, wird höchstwahrscheinlich über Rosenheim fahren, also deutsche Autobahnen benutzen. Ich habe mir überlegt, wie man für diesen Durchgangsverkehr eine Maut erheben könnte: an den Grenzübergängen bei Salzburg und bei Kiefersfelden (nicht nur an der Autobahn, sondern auch an Provinzstraßen) wird das Kennzeichen JEDES Fahrzeugs bei der Einreise nach Deutschland erfaßt und wenn ein Fahrzeug, daß bei Kiefersfelden bzw, Salzburg einreist, binnen 5 Stunden Deutschland bei Salzburg bzw. Kiefersfelden verläßt, dann ist eine Maut zu errichten. Vorteile meines Vorschlages wären:
- jedes Fahrzeug, was den Transit durch Deutschland von Kiefersfelden nach Salzburg nutzt, wird zur Kasse gebeten, daß es in der Praxis überwiegend Österreicher sind, liegt in der Natur der Sache
- kleiner Grenzverkehr und Reisen von Österreich nach Deutschland wären von der Maut nicht betroffen

Wäre diese Form von Maut nach jetzigem Recht einführbar?
Benutzeravatar
jack000
Beiträge: 33834
Registriert: So 1. Jun 2008, 18:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon jack000 » Mo 17. Aug 2020, 01:21

Aldemarin hat geschrieben:(17 Aug 2020, 00:35)
Wäre diese Form von Maut nach jetzigem Recht einführbar?

Wohl kaum, entweder Maut für alle oder Maut für niemanden ...
DU30:
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
Aldemarin
Beiträge: 726
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 18:17

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon Aldemarin » Mo 17. Aug 2020, 11:46

Bei meinem Vorschlag müßte JEDER Maut zahlen, der bei Kiefersfelden (bzw. Salzburg) nach Deutschland einreist und bei Salzburg (bzw. Kiefersfelden) Deutschland innerhalb von 5 Stunden nach der Einreise verläßt. Das ist doch nicht gegen die Regeln der EU. Oder?
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 16463
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Freiheit ist unser Ideal.

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon imp » Di 18. Aug 2020, 12:37

Es wäre sinnvoller, nicht für jedes Land eine andere Plakette anbringen zu müssen. Es wäre gut, wenn ich mich bei irgendeiner Euro-Website anmelden könnte mit meinem Kennzeichnen und dann eine Rechnung oder automatische Abbuchung monatlich bekäme, ob nun pauschal oder verbrauchsabhängig. Welche Länder hinten heraus wieviel Geld bekommen und nach welchem Schlüssel, das wäre mir als Endkunde egal.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Aldemarin
Beiträge: 726
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 18:17

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon Aldemarin » Di 18. Aug 2020, 16:27

Man könnte es doch auch den Mauterfassern erlauben, bei den Kraftfahrtämtern der entsprechenden Ländern nachzufragen, welche dann den Halter feststellen. Ließe sich so etwas nicht per EU-Verordnung realisieren? Und wer von außerhalb der EU oder einem Land, das seine Daten nicht geben möchte, kommt, kriegt an der EU-Außengrenze oder an der Grenze seines Landes die Rechnung.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 11070
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 09:14
Wohnort: Make Saxony great again

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon Quatschki » Di 18. Aug 2020, 16:40

Und warum das Ganze?
Und die Mutti blickte stumm.
Auf dem ganzen Tisch herum.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 16463
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Freiheit ist unser Ideal.

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon imp » Di 18. Aug 2020, 17:14

Aldemarin hat geschrieben:(18 Aug 2020, 16:27)

Man könnte es doch auch den Mauterfassern erlauben, bei den Kraftfahrtämtern der entsprechenden Ländern nachzufragen, welche dann den Halter feststellen. Ließe sich so etwas nicht per EU-Verordnung realisieren? Und wer von außerhalb der EU oder einem Land, das seine Daten nicht geben möchte, kommt, kriegt an der EU-Außengrenze oder an der Grenze seines Landes die Rechnung.

Es ist immer besser, in erster Linie mit aktiven Angaben zu arbeiten und Rückgriffe auf externe Datenbestände nur ergänzend vorzunehmen.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Beiträge: 20967
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 16:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Schwaben

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 18. Aug 2020, 18:19

Quatschki hat geschrieben:(18 Aug 2020, 16:40)

Und warum das Ganze?


Die Frage habe ich mir auch schon gestellt :D
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
denkmal
Beiträge: 1183
Registriert: Mo 16. Jun 2008, 10:24

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon denkmal » Mi 19. Aug 2020, 10:41

Wenn überhaupt, warum nicht in der Form - mal in aller Schnelle:
- Eine jährliche EU Kraftfahrzeugsteuer erhoben ab der Zulassung in einem EU Land, dafür Wegfall der nationalen Kfz-Steuer
- jedes EU Land erhält für jeden KM Autobahn (oder eine den Verkehrsaufwand darstellende Kennzahl) aus diesem Topf einen Anteil
- Kfz aus Nicht-EU-Ländern zahlen vorab für eine dem Fahrzeug zugeordnete elektronische Plakette, die mitzuführen ist, in diesen Topf

Ist zwar genauso unscharf wie alles Pauschale, aber eine Datensammelwut über jeden einzelnen Kraftfahrer inkl. Wegeprofil fände ich nicht besser...

--- aber ich weiß ja, dass die Mautantreiber eigentlich Kontrolldaten sammeln wollen... zumindest hege ich da einen starken Verdacht...
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 16463
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Freiheit ist unser Ideal.

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon imp » Do 20. Aug 2020, 07:56

denkmal hat geschrieben:(19 Aug 2020, 10:41)

Wenn überhaupt, warum nicht in der Form - mal in aller Schnelle:
- Eine jährliche EU Kraftfahrzeugsteuer erhoben ab der Zulassung in einem EU Land, dafür Wegfall der nationalen Kfz-Steuer
- jedes EU Land erhält für jeden KM Autobahn (oder eine den Verkehrsaufwand darstellende Kennzahl) aus diesem Topf einen Anteil
- Kfz aus Nicht-EU-Ländern zahlen vorab für eine dem Fahrzeug zugeordnete elektronische Plakette, die mitzuführen ist, in diesen Topf

Ist zwar genauso unscharf wie alles Pauschale, aber eine Datensammelwut über jeden einzelnen Kraftfahrer inkl. Wegeprofil fände ich nicht besser...

--- aber ich weiß ja, dass die Mautantreiber eigentlich Kontrolldaten sammeln wollen... zumindest hege ich da einen starken Verdacht...

Klingt erstmal ganz gut. Aber die Kennzahl ist schwierig. Ist Bau und Unterhalt langer Netze proportional teurer als kurzer? Nutzen sich viel befahrene Transitstrecken schneller ab? Wie die Anzahl der Fahrstreifen und Ausstattung berücksichtigen? Seitenstreifen, elektronische Regelanlagen. Tunnel. Höchstgeschwindigkeiten. Kostet ein Kilometer am Meer oder im Gebirge ähnlich wie eine Strecke mit geringer Klimabelastung? Kann man sich je über politische Steuereffekte einigen wie Preise für großen Motor, Diesel, Elektro?
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
denkmal
Beiträge: 1183
Registriert: Mo 16. Jun 2008, 10:24

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon denkmal » Do 20. Aug 2020, 12:36

imp hat geschrieben:(20 Aug 2020, 07:56)

Klingt erstmal ganz gut. Aber die Kennzahl ist schwierig. Ist Bau und Unterhalt langer Netze proportional teurer als kurzer? Nutzen sich viel befahrene Transitstrecken schneller ab? Wie die Anzahl der Fahrstreifen und Ausstattung berücksichtigen? Seitenstreifen, elektronische Regelanlagen. Tunnel. Höchstgeschwindigkeiten. Kostet ein Kilometer am Meer oder im Gebirge ähnlich wie eine Strecke mit geringer Klimabelastung? Kann man sich je über politische Steuereffekte einigen wie Preise für großen Motor, Diesel, Elektro?


Ich sehe die Schwireigkeiten ganz genau so - deshalb sollte die Infrastruktur generell eine EU Aufgabe werden.
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 16463
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Freiheit ist unser Ideal.

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon imp » Do 20. Aug 2020, 12:51

denkmal hat geschrieben:(20 Aug 2020, 12:36)

Ich sehe die Schwireigkeiten ganz genau so - deshalb sollte die Infrastruktur generell eine EU Aufgabe werden.

Zumindest übergeordnete Neubaustraßen und Schienenwege, auch Großnetze der Elektrizität - inwieweit man den Bestand eingliedert, da sollen sich die Bürokraten streiten.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
Kamikaze
Beiträge: 996
Registriert: Mo 12. Mär 2018, 16:10
Benutzertitel: mittelalt

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon Kamikaze » Do 20. Aug 2020, 15:20

denkmal hat geschrieben:(20 Aug 2020, 12:36)
deshalb sollte die Infrastruktur generell eine EU Aufgabe werden.


Einerseits stimme ich Ihnen für Grenzüberschreitende Großprojekte zu. Andererseits halte ich es für unbedingt nötig, dass die örtlichen Gegebenheiten angemessen gewürdigt werden. Dafür wiederum ist ein möglichst kleinteiliges "Netzwerk" sinnvoller - also Infrastrukturplanung auf kommunaler Ebene. Immerhin traue ich den Sesselpupsern im fernen Brüssel nicht zu, die kleinteiligen Aufgaben hier in meiner Nähe sinnvoll managen zu können.
Evtl. wäre es am sinnvollsten zwischen "Europäischen Projekten", "Bundesprojekten", "Staatsprojekten" und "örtlichen Projekten" zu unterscheiden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Aber Moment: existiert das nicht genau so schon? :?
Wer viel kluges sagt ist klug,
wer zuhört ist weise.
Benutzeravatar
denkmal
Beiträge: 1183
Registriert: Mo 16. Jun 2008, 10:24

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon denkmal » Fr 21. Aug 2020, 10:33

Kamikaze hat geschrieben:(20 Aug 2020, 15:20)

Einerseits stimme ich Ihnen für Grenzüberschreitende Großprojekte zu. Andererseits halte ich es für unbedingt nötig, dass die örtlichen Gegebenheiten angemessen gewürdigt werden. Dafür wiederum ist ein möglichst kleinteiliges "Netzwerk" sinnvoller - also Infrastrukturplanung auf kommunaler Ebene. Immerhin traue ich den Sesselpupsern im fernen Brüssel nicht zu, die kleinteiligen Aufgaben hier in meiner Nähe sinnvoll managen zu können.
Evtl. wäre es am sinnvollsten zwischen "Europäischen Projekten", "Bundesprojekten", "Staatsprojekten" und "örtlichen Projekten" zu unterscheiden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Aber Moment: existiert das nicht genau so schon? :?

...dann haben wir ja kein Problem. :cool: Warum möchte man dann dauernd nationale Wegeabgaben?
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor
Benutzeravatar
Kamikaze
Beiträge: 996
Registriert: Mo 12. Mär 2018, 16:10
Benutzertitel: mittelalt

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon Kamikaze » Fr 21. Aug 2020, 11:10

denkmal hat geschrieben:(21 Aug 2020, 10:33)

...dann haben wir ja kein Problem. :cool: Warum möchte man dann dauernd nationale Wegeabgaben?

Weil das Straßennetz nun mal nicht gesamteuropäisch gemanagt wird, sondern "trotz" Kleinstaaterei entstanden ist und betrieben wird.
Wären Bau und Unterhalt von Autobahnen eine europäische Aufgabe, wäre auch der Unterhalt der Selben wesentlich weniger bürokratisch, da z.B. Rasenmäher nicht mehr direkt an der Landesgrenze das Mähwerk hochklappen müssten. ;)
Dabei hat natürlich jeder das Gefühl benachteiligt zu werden.
Wer viel kluges sagt ist klug,
wer zuhört ist weise.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 16463
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Freiheit ist unser Ideal.

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon imp » So 23. Aug 2020, 14:41

denkmal hat geschrieben:(21 Aug 2020, 10:33)

...dann haben wir ja kein Problem. :cool: Warum möchte man dann dauernd nationale Wegeabgaben?

Dieser "man" ist vorrangig der gewesene CSU-Chef und seine Errungenschaft, der Verkehrsministersitzblockierer Andy.

Wenn wir nicht direkt im EU-Rahmen was hinbekommen, sollten wir erst mal einen Vertrag mit Österreich und der Tschechei anstreben. Das kann der nukleus einer gemeinsamen Regelung "von unten" werden, wobei gemeinsam längst nicht identisch heißen muss.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 34248
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon H2O » So 23. Aug 2020, 16:52

imp hat geschrieben:(23 Aug 2020, 14:41)

Dieser "man" ist vorrangig der gewesene CSU-Chef und seine Errungenschaft, der Verkehrsministersitzblockierer Andy.

Wenn wir nicht direkt im EU-Rahmen was hinbekommen, sollten wir erst mal einen Vertrag mit Österreich und der Tschechei anstreben. Das kann der nukleus einer gemeinsamen Regelung "von unten" werden, wobei gemeinsam längst nicht identisch heißen muss.


Einverstanden, das ist vernünftig. Zu viele Köche verderben den Brei! Man sollte aber dennoch versuchen, ob ein gemeinsames Lösungskonzept möglich ist. Wenn ich die Sache richtig verstanden habe, dann erheben die Partner für den Kraftfahrzeugverkehr Abgaben auf Treibstoffe, auf Umweltbelastungen, auf Fahrzeugdaten, auf Streckennutzungen. Am Ende fließen diese Abgaben in den großen Topf, den ein Finanzminister mit viel Liebe verwaltet. Nur da kann doch die gemeinsame Lösung
beginnen, damit am Ende jeder Partner wieder die Verkehrseinnahmen erzielt, mit denen er sein Gemeinwesen betreibt.

Unseren Verkehrsminister ergrimmt zu Recht, daß in einem in der Mitte liegenden Staat die Randstaaten heftig unsere Verkehrswege nutzen (Österreich, Schweiz klagen deshalb doch auch!), sich aber an den Kosten für Neubau und Pflege nicht beteiligen. Die Niederlande hatten (haben?) eine der größten Lastwagenflotten Europas, die sie aber im wesentlichen in Deutschland und Frankreich betreiben.

Wenn solche Schieflagen in der EU nicht angesprochen oder aufgeräumt werden können, dann kommt ein Verkehrsminister schon einmal auf solche Gedanken.

Dennoch ist es vernünftig, wenn die Zentralstaaten sich erst einmal unter Beobachtung der EU-Kommission zusammen raufen, um eine gute Lösung vorlegen zu können.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 16463
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Freiheit ist unser Ideal.

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon imp » So 23. Aug 2020, 16:59

H2O hat geschrieben:(23 Aug 2020, 16:52)

Einverstanden, das ist vernünftig. Zu viele Köche verderben den Brei! Man sollte aber dennoch versuchen, ob ein gemeinsames Lösungskonzept möglich ist. Wenn ich die Sache richtig verstanden habe, dann erheben die Partner für den Kraftfahrzeugverkehr Abgaben auf Treibstoffe, auf Umweltbelastungen, auf Fahrzeugdaten, auf Streckennutzungen. Am Ende fließen diese Abgaben in den großen Topf, den ein Finanzminister mit viel Liebe verwaltet. Nur da kann doch die gemeinsame Lösung
beginnen, damit am Ende jeder Partner wieder die Verkehrseinnahmen erzielt, mit denen er sein Gemeinwesen betreibt.

Unseren Verkehrsminister ergrimmt zu Recht, daß in einem in der Mitte liegenden Staat die Randstaaten heftig unsere Verkehrswege nutzen (Österreich, Schweiz klagen deshalb doch auch!), sich aber an den Kosten für Neubau und Pflege nicht beteiligen. Die Niederlande hatten (haben?) eine der größten Lastwagenflotten Europas, die sie aber im wesentlichen in Deutschland und Frankreich betreiben.

Wenn solche Schieflagen in der EU nicht angesprochen oder aufgeräumt werden können, dann kommt ein Verkehrsminister schon einmal auf solche Gedanken.

Dennoch ist es vernünftig, wenn die Zentralstaaten sich erst einmal unter Beobachtung der EU-Kommission zusammen raufen, um eine gute Lösung vorlegen zu können.

Umgekehrt erlaubt unsere Mittellage unserer Wirtschaft, die Randstaaten zügig und gleichermaßen zu erreichen, sodass man dort Dependancen und Partnerschaften pflegen kann. Bei der Bezahlung die Nutzung zu berücksichtigen, ist vernünftig, solange die Nutzungserhebung mit vertretbarem Aufwand möglich ist. Die heutige Technik erlaubt da vieles. Belange des Datenschutzes müssen berücksichtigt werden. Ein einheitliches Bezahlsystem erlaubt vor allem, Friktionen abzubauen - etwa, wenn das nebeneinander von Plaketten für verschiedene Länder die Frontscheibe langsam zu bunt macht oder der ganze Aufwand, verschiedene Plaketten zu erwerben und erneuern nur noch nervt. Es wäre auch gut für die Umwelt, wenn der direkte Weg durch die Tschechei nicht mit Mehrkosten bestraft wird, was zu längeren Wegen durch weniger Länder führt. Da wäre der Mehrwert europäischer Einigung - ohne gleich die ganze EU zu meinen - gut begreifbar.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 34248
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon H2O » So 23. Aug 2020, 17:22

imp hat geschrieben:(23 Aug 2020, 16:59)

Umgekehrt erlaubt unsere Mittellage unserer Wirtschaft, die Randstaaten zügig und gleichermaßen zu erreichen, sodass man dort Dependancen und Partnerschaften pflegen kann. Bei der Bezahlung die Nutzung zu berücksichtigen, ist vernünftig, solange die Nutzungserhebung mit vertretbarem Aufwand möglich ist. Die heutige Technik erlaubt da vieles. Belange des Datenschutzes müssen berücksichtigt werden. Ein einheitliches Bezahlsystem erlaubt vor allem, Friktionen abzubauen - etwa, wenn das nebeneinander von Plaketten für verschiedene Länder die Frontscheibe langsam zu bunt macht oder der ganze Aufwand, verschiedene Plaketten zu erwerben und erneuern nur noch nervt. Es wäre auch gut für die Umwelt, wenn der direkte Weg durch die Tschechei nicht mit Mehrkosten bestraft wird, was zu längeren Wegen durch weniger Länder führt. Da wäre der Mehrwert europäischer Einigung - ohne gleich die ganze EU zu meinen - gut begreifbar.


Richtig, der Vorteil der Mittellage darf nicht verschwiegen werden. Diese Lage ist sicher einer der Gründe für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft zu einer mehr und mehr europäischen Wirtschaft. Auch von dort aus kann Druck aufgebaut werden, diesen Flickenteppich der Abgaben und Nachweise endlich zu bereinigen... etwa sich dort stärker zu beteiligen, wo diese Vorwärtsstrategie Zustimmung findet.
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 6247
Registriert: Sa 26. Mai 2018, 00:15

Re: Vorschlag für Mauterfassung für österreichischen Transitverkehr in Deutschland

Beitragvon Fliege » So 23. Aug 2020, 18:12

Wir könnten in Deutschland schon seit vielen Jahren ein Pickerl haben, hätten wir nicht seit vielen Jahren eine so fähige Regierung, wie wir sie haben.
Fake-News-Bügelmaschine: "Glauben Sie nicht den Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen". — Don Alphonso: "2021 wird ein scheußliches Jahr".

Zurück zu „41. Verkehrswesen - Fahrzeuge - Logistik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste