Raumfahrt

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Skeptiker
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Skeptiker » Mo 22. Feb 2021, 23:49

Michael_B hat geschrieben:(22 Feb 2021, 23:45)
Das war am Tag der Landung selbst aber nicht live oder?
Warum eigentlich? Musste man noch Photoshop drüberlaufen lassen? ^^

Es ist wohl davon auszugehen, dass man zum Mars nicht die Bandbreite hat, um mehrere hochauflösende Videos live zu streamen. Zunächst wird man wohl eher glücklich gewesen sein, live die Telemetriedaten zu erhalten. Alles andere kann man dann übertragen, wenn die Bandbreite nicht für etwas anderes gebraucht wird.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon X3Q » Di 23. Feb 2021, 00:16

Vor allem wurden zuerst nur Thumbnails runter geladen. Anhand dieser wurde dann entschieden welche Fotos und Videos in höherer Auflösung runtergeladen wurden.

—X
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Papaloooo » Di 23. Feb 2021, 06:47

Michael_B hat geschrieben:(22 Feb 2021, 23:45)

Das war am Tag der Landung selbst aber nicht live oder?
Warum eigentlich? Musste man noch Photoshop drüberlaufen lassen? ^^

Wie die andern beiden User auch schon sagten, wegen der Datenrate.

Als Übertragungssatellit wird der 16 Jahre alte Mars Reconnaissance Orbiter genutzt.
Seine Antenne ist nur 3 Meter groß und er sendet mit rund 8 GHz und 100 Watt Sendeleistung.
Klar könnte man die Übertragungsrate vom Mars noch immens steigern (das 1.000-fache wäre technisch möglich),
aber dazu fehlt derzeit noch die Infrastruktur.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Kamikaze » Di 23. Feb 2021, 07:05

Michael_B hat geschrieben:(22 Feb 2021, 23:45)

Das war am Tag der Landung selbst aber nicht live oder?
Warum eigentlich? Musste man noch Photoshop drüberlaufen lassen? ^^


Die Übertragungsbandbreiten:
UHF: 2Mbps
X-Band (high Gain): 160-500bit/s
X-Band (low Gain): 10bit/s
Bild-Link
Quelle: https://everydayastronaut.com/persevera ... curiosity/

Dazu kommt, dass das Funksignal alleine rund 6min unterwegs ist, bis es vom Mars aus bei uns auf der Erde angekommen ist.
Kurz: Die Übertragung dauert einfach.

Es ist umso beeindruckender, dass trotz dieser gewaltigen Distanzen (und der damit verbundenen Verzögerungen) der Rover und auch die Drohne überhaupt sinnvoll ferngesteuert werden können.
(Wie unmöglich wäre es für mich wohl ein R/C-Auto mit 6min Zeitversatz steuern zu wollen... Respekt an die Leute, die das trotzdem können!)
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Papaloooo » Di 23. Feb 2021, 08:35

Kamikaze hat geschrieben:(23 Feb 2021, 07:05)

Die Übertragungsbandbreiten:
UHF: 2Mbps
X-Band (high Gain): 160-500bit/s
X-Band (low Gain): 10bit/s
Bild-Link
Quelle: https://everydayastronaut.com/persevera ... curiosity/

Dazu kommt, dass das Funksignal alleine rund 6min unterwegs ist, bis es vom Mars aus bei uns auf der Erde angekommen ist.
Kurz: Die Übertragung dauert einfach.

Es ist umso beeindruckender, dass trotz dieser gewaltigen Distanzen (und der damit verbundenen Verzögerungen) der Rover und auch die Drohne überhaupt sinnvoll ferngesteuert werden können.
(Wie unmöglich wäre es für mich wohl ein R/C-Auto mit 6min Zeitversatz steuern zu wollen... Respekt an die Leute, die das trotzdem können!)

Das liegt daran, dass der Rover weitgehend eigenständig agiert.
Man gibt ihm zwar immer wieder ein anderes aktuelles Missionsziel vor, wie er da dieses jedoch erreicht, das entscheidet er selbst.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Cobra9 » Di 23. Feb 2021, 11:07

X3Q hat geschrieben:(22 Feb 2021, 14:28)

Wohin gekommen? Die bemannten Mondflüge wurden durch unbemannte Missionen erst vorbereitet und möglich.

Die einzige bemannte Weltraummission mit einem realen Mehrwert, die mir auf die Schnelle einfällt, ist die Reparaturmission des Hubble-Teleskop. Die war nun wirklich nur durch den Einsatz von Astronauten möglich. Aber sonst?

--X


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Re: Raumfahrt

Beitragvon Adam Smith » Di 23. Feb 2021, 11:10

Cobra9 hat geschrieben:(23 Feb 2021, 11:07)

Wer hat die Iss zusammen gebaut, wer repariert. Technik ist ein Du mit dem Menschen. Natürlich ist es ein Baustein. Aber wenn Du Kolonien willst, Bergbau ect brauchst Du auch Menschen


Menschen sind laut dieser Quelle für den Bergbau nicht erforderlich. Für Kolonien schon.

https://www.scinexx.de/dossierartikel/r ... garbeiter/
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Re: Raumfahrt

Beitragvon schokoschendrezki » Di 23. Feb 2021, 11:22

Cobra9 hat geschrieben:(23 Feb 2021, 11:07)

Wer hat die Iss zusammen gebaut, wer repariert. Technik ist ein Duo mit dem Menschen. Natürlich ist es ein Baustein. Aber wenn Du Kolonien willst, Bergbau ect brauchst Du auch Menschen.

Natürlich ist das nicht aktuell alles. Aber Technik ohne Menschen gibt's auch nicht

Nur brauchen die Menschen weder Kolonien noch Bergbau im All. Zumindest nicht in irgendwie erkennbarer Zukunft. Im Gegenteil. Allein der Gedanke ist in Hinsicht auf die Lösung der tatsächlichen Probleme der Menschheit in zweifacher Hinsicht kontraproduktiv. Zwei Dinge sind wichtiger: Die Erde selbst und das Verständnis des Universums im Großen.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Cobra9 » Di 23. Feb 2021, 15:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Feb 2021, 11:22)

Nur brauchen die Menschen weder Kolonien noch Bergbau im All. Zumindest nicht in irgendwie erkennbarer Zukunft. Im Gegenteil. Allein der Gedanke ist in Hinsicht auf die Lösung der tatsächlichen Probleme der Menschheit in zweifacher Hinsicht kontraproduktiv. Zwei Dinge sind wichtiger: Die Erde selbst und das Verständnis des Universums im Großen.



Ich fürchte das kann man anders sehen. Aber gut tatsächlich ne Streitfrage. Und langfristig trotzdem werden wir expandieren
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Re: Raumfahrt

Beitragvon schokoschendrezki » Di 23. Feb 2021, 17:31

Cobra9 hat geschrieben:(23 Feb 2021, 15:23)

Ich fürchte das kann man anders sehen. Aber gut tatsächlich ne Streitfrage. Und langfristig trotzdem werden wir expandieren

Wenn, dann ganz sicher nicht in einer irgendwie konventionellen Form. Denn, ganz einfach, wir sehen, wir bemerken keine "Expansionen" anderer Zivilisationen. Das müssten wir aber ganz sicher, wenn Expansionen logisch, systemisch irgendeinen Sinn für Zivilisationen haben würden. Bedenke dabei, auf welcher Skala die Varianz des Alters der kosmischen Objekte selbst in galaktisch unmittelbarer Nähe zu uns im Vergleich zur eigentlichen historischen Geschichte der Menschen liegt. Dann die grundsätzlich exponentielle Form des technologischen Fortschritts sowie die vermutlich viel höher als bisher angenommene Wahrscheinlichkeit für Lebensentstehung.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Papaloooo » Di 23. Feb 2021, 19:39

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Feb 2021, 17:31)

Wenn, dann ganz sicher nicht in einer irgendwie konventionellen Form. Denn, ganz einfach, wir sehen, wir bemerken keine "Expansionen" anderer Zivilisationen. Das müssten wir aber ganz sicher, wenn Expansionen logisch, systemisch irgendeinen Sinn für Zivilisationen haben würden. Bedenke dabei, auf welcher Skala die Varianz des Alters der kosmischen Objekte selbst in galaktisch unmittelbarer Nähe zu uns im Vergleich zur eigentlichen historischen Geschichte der Menschen liegt. Dann die grundsätzlich exponentielle Form des technologischen Fortschritts sowie die vermutlich viel höher als bisher angenommene Wahrscheinlichkeit für Lebensentstehung.

Das ist genau der Anlass zur Sorge:
Wo sind die Zivilisationen auf den Planeten hin,
deren Sonne sich zum Roten Riesen entwickelt hat?

Sind sie aufgebrochen und haben nach und nach die Galaxie durch siedelt,
dann sollte man das auch mit heutigen Mitteln erkennen können.

Oder sind sie - allesamt - mit ihrem Stern zugrunde gegangen?

Ist der Flaschenhals bis hin zur Raumnation generell so eng,
dass Zivilisationen diesen grundsätzlich nicht erreichen,
weil sie zuvor ihren eigenen Planeten kaputt gemacht haben?

Oder sind wir zufälligerweise eine der ersten Zivilisationen,
die in dieses Stadium kommen.

Oder tun die anderen Weltraum-Nationen alles darum,
nicht aufzufallen, um ihre eigene Existenz nicht aufs Spiel zu setzen?

Aber: Eine Dyson-Sphäre ließe sich schlecht verbergen.
Man bräuchte dann andere Konstrukte.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Kamikaze » Di 23. Feb 2021, 20:12

Papaloooo hat geschrieben:(23 Feb 2021, 19:39)
Aber: Eine Dyson-Sphäre ließe sich schlecht verbergen.


Im Gegenteil halte ich eine Dyson-Sphäre für ein sehr schlecht sichtbares Objekt. Immerhin: Ein "dunkler Fleck" am Nachthimmel fällt vermutlich nur sehr wenig auf angesichts der Abermilliarden von leutenden Punkten, die man stattdessen in den Fokus nehmen kann.
Ich denke FALLS man jemals so ein Megakonstrukt finden sollte wird das purer Zufall sein. Ein einzlener fehlender (oder auch nur großflächig abgedunkelter) Stern kann mit heutiger Technik kaum entdeckt werden. Wie das in Zukunft aussieht wird sich zeigen müssen.
Aktuell kommen wir ja kaum über die Anziehungskraft unseres eigenen Planeten hinaus. Da sind also noch diverse Faktoren an Entwicklung in der Sensortechnik zu erwarten, bis wir in der lage sind die ersten zaghaften Schritte aus unserer zivilisatorischen "Kinderstube" hinaus zu wagen.
Das nächste Ziel ist erst mal der Mond, und wann es aus dem Gravitationsfeld der Erde hinaus geht (mit menschlicher Besatzung) ist trotz der Fortschritte durch SpaceX und Co noch nicht wirklich absehbar - von dauerhaften Kolonien auf anderen Planeten gar nicht zu reden...
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Papaloooo » Di 23. Feb 2021, 20:22

Kamikaze hat geschrieben:(23 Feb 2021, 20:12)

Im Gegenteil halte ich eine Dyson-Sphäre für ein sehr schlecht sichtbares Objekt. Immerhin: Ein "dunkler Fleck" am Nachthimmel fällt vermutlich nur sehr wenig auf angesichts der Abermilliarden von leutenden Punkten, die man stattdessen in den Fokus nehmen kann.
Ich denke FALLS man jemals so ein Megakonstrukt finden sollte wird das purer Zufall sein. Ein einzlener fehlender (oder auch nur großflächig abgedunkelter) Stern kann mit heutiger Technik kaum entdeckt werden. Wie das in Zukunft aussieht wird sich zeigen müssen.
Aktuell kommen wir ja kaum über die Anziehungskraft unseres eigenen Planeten hinaus. Da sind also noch diverse Faktoren an Entwicklung in der Sensortechnik zu erwarten, bis wir in der lage sind die ersten zaghaften Schritte aus unserer zivilisatorischen "Kinderstube" hinaus zu wagen.
Das nächste Ziel ist erst mal der Mond, und wann es aus dem Gravitationsfeld der Erde hinaus geht (mit menschlicher Besatzung) ist trotz der Fortschritte durch SpaceX und Co noch nicht wirklich absehbar - von dauerhaften Kolonien auf anderen Planeten gar nicht zu reden...

Das stimmt meines Erachtens nicht.
Bei einem Stern mit Dyson-Sphäre würde sich das durch ein Infrarot-Spektrum mit fehlendem sichtbaren Licht durchaus bemerkbar machen:

Es wäre in etwa so, wie wenn du ein Feuer mit einer Metallfolie abdeckst,
diese heizt sich auf, aber das Feuer bleibt dunkel.

Das ist es im Grunde ja auch, nur eben im kosmischen Maßstab.

Da der Himmel aber in allen möglichen Spektren ständig durchforstet wird,
wäre da dann im Himmel an einem Fleck eine auffällige Anomalie,
in der das Infrarot-Spektrum nicht zum Spektrum des Sichtbaren und des UV-Lichtes passt.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon schokoschendrezki » Di 23. Feb 2021, 20:37

Papaloooo hat geschrieben:(23 Feb 2021, 19:39)

Das ist genau der Anlass zur Sorge:
Wo sind die Zivilisationen auf den Planeten hin,
deren Sonne sich zum Roten Riesen entwickelt hat?

Sind sie aufgebrochen und haben nach und nach die Galaxie durch siedelt,
dann sollte man das auch mit heutigen Mitteln erkennen können.


"Aufbruch" und "Siedeln" .. das sind Begriffe aus der Menschenzivilisation vor allem des 19. Jahrhunderts. Dieses Denken ist noch immer geprägt von einer in kosmischen Maßstäben sehr kurzen Phase vor allem der Besiedlung des amerikanischen Kontinents durch Europäer. Die Entwicklung eines Sterns zum Roten Riesen findet einfach auf einer völlig anderen Zeitskala statt. Das ist das eine. Die technologische und speziell auch biotechnologische Entwicklung auf der anderen Seite verläuft exponentiell (mit welchem Parameter auch immer). Diese Vorstellungen gehen einfach nicht zusammen. Die Vorstellung, dass die Menschheit irgendwann aufbricht und andere Himmelskörper "besiedelt" ist einfach völlig infantil (und darüber hinaus sicherlich von ebenso infantilen fiktionalen Büchern und Filmen geprägt. Selbst heute schon steht die Gebundenheit von Intelligenz an einen natürlichen biologischen Körper in Frage.

Aber selbst realisitisch und kruzfristig und unter der Annahme natürlicher biologischer Daseinsformen der Menschen: Spätestens ab etwa Mitte dieses Jahrhunderts wird die Zahl der Menschen beginnen sich zu verringern. Die Erde und das Leben auf der Erde muss akut mit einem Energieüberschuss fertig werden. Es gibt einfach keinen Grund! Man kann nicht 20 Kilo am Tag essen. Die üblichen Science Fiction Fantasien von Riesenkraftwerken oder von 1000 kmh schnellen Luxuszügen oder von Riesenflugzeugen ... oder was auch immer: Es braucht sie nicht! Diese Vorstellungen sind entstanden in Zeiten, in denen ein großer Teil der Menschen sich seine Existenz mit Mühsal und Not erhalten musste. Und als er begann, sich Bedienroboter vorzustellen. Die Menschen werden einen Radweg haben wollen, an einem FLuss entlangradeln wollen, Gedichte schreiben und verstehen wollen, was es mit dem Universum, dem Leben usw. auf sich hat. Davon bin ich absolut überzeugt. Es sind die Mächtigen, vor allem die mächtigen Politiker, die solche Phantasien von "Erstlandungen" und "Besiedlungen" am Leben halten. Die Entwicklung von Dingen wie Fernerkundungsraumfahrzeugen oder Teilchenbeschleunigern wird noch genug Ressourcen binden.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Papaloooo » Di 23. Feb 2021, 20:48

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Feb 2021, 20:37)

"Aufbruch" und "Siedeln" .. das sind Begriffe aus der Menschenzivilisation vor allem des 19. Jahrhunderts. Dieses Denken ist noch immer geprägt von einer in kosmischen Maßstäben sehr kurzen Phase vor allem der Besiedlung des amerikanischen Kontinents durch Europäer. Die Entwicklung eines Sterns zum Roten Riesen findet einfach auf einer völlig anderen Zeitskala statt. Das ist das eine. Die technologische und speziell auch biotechnologische Entwicklung auf der anderen Seite verläuft exponentiell (mit welchem Parameter auch immer). Diese Vorstellungen gehen einfach nicht zusammen. Die Vorstellung, dass die Menschheit irgendwann aufbricht und andere Himmelskörper "besiedelt" ist einfach völlig infantil (und darüber hinaus sicherlich von ebenso infantilen fiktionalen Büchern und Filmen geprägt. Selbst heute schon steht die Gebundenheit von Intelligenz an einen natürlichen biologischen Körper in Frage.

Sprach ich denn dabei von einer "Menschen"-Zivilisation???
Bitte lese diesen Text nochmals durch.

In rund einer Milliarde Jahre wird diese Sonne bereits durch Erschöpfung ihres Wasserstoffvorates so heiß sein,
dass die Ozeane zum Kochen kommen.

Ob es bis dahin noch Menschen gibt - mehr als fraglich.

Aber wie sieht es mit den anderen Zivilisationen in dieser Galaxie aus?
Wie mit jenen, die ein ähnliches Entwicklungsstadium wie die Menschheit nun vor Milliarden Jahren schon erreicht haben?

Würden sie wie mit den Worten >>>this is not happening<<< in den roten Riesen stürzen?

Ja aber an eine postbiologische Zukunft glaube ich auch,
sehr wahrscheinlich und ein Ausweg von kosmischen Entfernungen überbrücken müssen.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Michael_B » Di 23. Feb 2021, 21:47

Was ist denn eine postbiologische Zivilisation? Wesen aus reiner Energie, die aber dennoch intelligent sind?
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Adam Smith » Di 23. Feb 2021, 21:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Feb 2021, 17:31)

Wenn, dann ganz sicher nicht in einer irgendwie konventionellen Form. Denn, ganz einfach, wir sehen, wir bemerken keine "Expansionen" anderer Zivilisationen. Das müssten wir aber ganz sicher, wenn Expansionen logisch, systemisch irgendeinen Sinn für Zivilisationen haben würden. Bedenke dabei, auf welcher Skala die Varianz des Alters der kosmischen Objekte selbst in galaktisch unmittelbarer Nähe zu uns im Vergleich zur eigentlichen historischen Geschichte der Menschen liegt. Dann die grundsätzlich exponentielle Form des technologischen Fortschritts sowie die vermutlich viel höher als bisher angenommene Wahrscheinlichkeit für Lebensentstehung.


Dieses Problem verschwindet, wenn sich intelligentes Leben nur etwa alle 200 Milliarden Sonnensysteme entwickelt. Die Entfernung zwischen den Galaxien dürften viel zu groß sein, um diese zu überwinden.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Papaloooo » Mi 24. Feb 2021, 06:23

Michael_B hat geschrieben:(23 Feb 2021, 21:47)

Was ist denn eine postbiologische Zivilisation? Wesen aus reiner Energie, die aber dennoch intelligent sind?

Nein, Energie alleine kann keine Strukturen bilden.
Es sind eben Kombinationen aus Roboter mit leistungsfähigen Computern.
Denke mal an die vielen Science-Fiction-Filme.
Humanoide Roboter müssten sie aber keineswegs aussehen.
Vor allen Dingen müssen sie eine völlig autonome Gesellschaft bilden,
damit sie eine Zivilisation werden.
Es ist also die Zeit nach der Biologie,
wenn biologische Wesen ihre Körper zunächst mit Technik zu Cyborgs upgraden,
und dann irgendwann auf die biologischen Rest-Komponenten verzichten.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Papaloooo » Mi 24. Feb 2021, 07:37

Adam Smith hat geschrieben:(23 Feb 2021, 21:56)

Dieses Problem verschwindet, wenn sich intelligentes Leben nur etwa alle 200 Milliarden Sonnensysteme entwickelt. Die Entfernung zwischen den Galaxien dürften viel zu groß sein, um diese zu überwinden.

Wie kommst du auf diese Zahl von 1: 200.000.000.000?
Und dann fehlt ja auch noch die zeitliche Komponente,
also in welcher Zeit sich eine intelligente Spezies entwickeln kann.
Ich nehme an, du meist damit innerhalb der Lebensspanne der Sonne des Systems.

Unsere Erde gehört ja nicht mal zu den >>>superhabitablen Planeten<<<.
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Re: Raumfahrt

Beitragvon Adam Smith » Mi 24. Feb 2021, 07:42

Papaloooo hat geschrieben:(24 Feb 2021, 07:37)

Wie kommst du auf diese Zahl von 1: 200.000.000.000?
Und dann fehlt ja auch noch die zeitliche Komponente,
also in welcher Zeit sich eine intelligente Spezies entwickeln kann.
Ich nehme an, du meist damit innerhalb der Lebensspanne der Sonne des Systems.

Unsere Erde gehört ja nicht mal zu den >>>superhabitablen Planeten<<<.


Es könnte in unserer Milchstraße etwa 200 Milliarden Galaxien geben.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Milchstra%C3%9Fe

Die zeitliche Komponente wäre halt die Lebensdauer eines Sterns. Und schon verschwindet das Problem weshalb uns bisher keine Ausseridischen besucht haben, obwohl es Millionen Planeten im Universum mit intelligenten Lebewesen gibt.
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