Elektroautos

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Teeernte
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Re: Elektroautos

Beitragvon Teeernte » So 20. Okt 2019, 17:42

H2O hat geschrieben:(19 Oct 2019, 16:33)

Irgendwie haben Hyundai und Toyota das auf die Reihe gebracht. Bei U-Booten ist sehr wohl mit heftigen Stößen zu rechnen. Wenn die Brennstoffzellen dagegen nicht gehärtet sind, dann ist ihr Einsatz nicht von langer Dauer.


Ja alles VOLL mit Brennstoffzellenautos von Hyundai und Toyota.

Wenn es beim U-Boot rumpelt - ists eh zu spät... Das ist wie das Flugverhalten von PKW.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 21:10

Dark Angel hat geschrieben:(17 Oct 2019, 13:49)
Das sage NICHT ich vorher, sondern die Wissenschaftler, die in der unterschiedlichsten Forschungseinrichtungen, an der Forschungs und Entwicklung der Technologie von "Zappelstrom" beteiligt sind.


So? Was genau sagen die denn? Ich glaube nicht, dass die einfach sagen "Geht nicht!", sondern die werden auch ihre Annahmen treffen und Randbedingungen definieren.


Aber was interessieren einen Elektro-Ing. schon solche "Kleinigkeiten" - gelle.


Und jetzt zeigst du mir bitte noch, wo ich behauptet habe, dass die Energiewende ohne Energiespeicher möglich wäre. Ich glaube nicht, dass ich mir hier irgendwas von Laien in den Mund legen lassen muss!
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 21:17

Dark Angel hat geschrieben:(17 Oct 2019, 14:17)
Nein darüber machen sich Befürworter der E-Mobilität auch keine Gedanken!


Selbstverständlich! Sogar sehr viele. Schließlich arbeiten in diesem Lande etliche Naturwissenschaftler und Ingenieure an entsprechenden Lösungen.


Als angeblich gelernter Elektriker wüsstest Du, dass für hohe Stromstärken - und um die geht es beim Laden von Akkus - entsprechend große Leitungsquerschnitte notwendig sind.


Wäre es zu viel verlangt, wenn du - gerade als Moderator - mal mit deinen blödsinnigen ad-hominem-Gespame aufhörst? Werd konkret anstatt andauernd und wiederholt irgendwelche Grundlagen von irgendwelchen Seiten runterzuleiern!


Das zu wissen, muss man nicht einmal eine entsprechende Ausbildung haben, dazu reicht Grundlagenwissen Physik 8. Klasse (zumindest war das vor 50 Jahren Unterrichtsstoff Physik 8. Klasse)


Wow! Physik in Klasse 8? Habt ihr da auch Ohmsches Gesetz und Reihenschaltung von Widerständen gemacht? Und bestimmt habt ihr auch mit einem Schalter ne Lampe An und Aus geschaltet! Wahnsinn! Damit bist du natürlich direkt Expertin für unsere elektrische Energieversorgung!


Bei "fachlicher Betrachtung" mag ich zwar einen unpassenden Link gesetzt haben, ändert aber nix daran, dass ein angeblich gelernter Elektriker noch weniger Ahnung hat, als ein Laie.


qed


Wenn ich eine Neuinstallation der elektrischen Anlage in meinem Haus vornehmen müsste, würde ich DICH ganz bestimmt NICHT mit diesem Aufrag betrauen. Das einzugehende Risiko bei offensichtlicher Ahnungslosigkeit deinerseits, wäre mir zu groß!


Was hat dieses ad-personam-Gespame mit dem Thema zu tun?


Undifferenziert argumentieren diejenigen, die mit Durchschnittswerten operieren!


Du kannst uns also doch konkret aufzeigen, nach welchen Parametern du in diesem Fall die technischen Systeme auslegen würdest? Gerade wenn menschliches Verhalten dahintersteckt, wird eben viel mit Statistiken und Wahrscheinlichkeiten hantiert, insb. auch in der Energieversorgung. Ein gutes Beispiel sind die Standard-Lastprofile.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 21:19

Dark Angel hat geschrieben:(18 Oct 2019, 18:17)

Nein, es ging nicht um den Kabelquerschnitt, sondern um den Leitungsquerschnitt.
Den Unterschied zwischen Stromkabel und Stromleitung sollte ein Elektriker schon kennen.


Aha! Dann klär uns auf! Es ist denke ich ganz klar, was gemeint ist. Also unterlasse doch bitte diese Wortklauberei! Danke
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Re: Elektroautos

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 21:29

Corella hat geschrieben:(19 Oct 2019, 09:28)

Diese Radikalisierung überall und allenthalben macht Sorgen. Und hat leider immer auch einen Anlass/wahren Kern. Im hier diskutierten: wo immer ich Gelegenheit habe, mal Ingenieure, die sich wirklich azskennen, zu fragen, heißt es: Brennstoffzelle. Auch Claudia Kwmpfert lässt das durchblicken. Unsere Politik schwätzt nur von Stromern, wohl lobbybeeinflusst.


Ist dem denn so?

Ich bin auch in der Forschung tätig, wir arbeiten mit Batteriefahrzeugen und mit Brennstoffzellenfahrzeugen. Wir forschen mit Steuergeldern, insofern kann ich die Ansicht, dass unsere Politik nur von Stromern "redet", NICHT bestätigen, auch wenn das so in der öffentlichen Debatte vorwiegend so rüberkommt. Tatsache ist, dass die "Batteriemobilität" näher ist, als die Brennstoffzellenmobilität...zeitlich gesehen. Alleine schon der Energieaspekt ist sehr wesentlich. Wir müssen, wie öfters erwähnt, eben nicht nur die Technologie zur Verfügung haben, sondern eben auch die Energieversorgung sicherstellen. Wenn wir die Effizienz betrachten, so ist eben die Brennstoffzelle deutlich ineffizienter, insb. wenn man eben noch diese Sekundärenergie mittels Elektrizität herstellen muss. Das Thema ist allerdings zu komplex, weswegen ich immer gerne die Worte des CEO des H2-Technikunternehmens, mit dem wir zusammenarbeite nutze: "Hydrogen is not the solution, but its part of it!".

Ich verstehe nicht, wie man der Politik vorwerfen kann, dass diese zu wenig technikneutral sei, selbst aber nur eine Technologie bevorzugt. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass beide Technologien sehr wohl ihre idealen Anwendungszwecke haben werden. Und es ist ja auch nicht gesagt, dass es bei diesen beiden Technologien bleiben muss.
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Re: Elektroautos

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 21:31

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Oct 2019, 11:27)

Wo genau? Welche großtechnischen Anlagen gibt es oder sind wenigstens schon welche in Bau? Warum verschenkt man den überschüssigen Strom ans Ausland anstatt nicht schon längst damit Mehtanol zu erzeugen, das man dann unter das Benzin mischt?


Genauso könnte ich fragen, wieso man seit Jahrzehnten negative Regelenergie zukauft, anstatt mit den Überschüssen Methanol zu erzeugen!
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Re: Elektroautos

Beitragvon Tom Bombadil » So 20. Okt 2019, 21:35

Gruwe hat geschrieben:(20 Oct 2019, 21:31)

Genauso könnte ich fragen, wieso man seit Jahrzehnten negative Regelenergie zukauft, anstatt mit den Überschüssen Methanol zu erzeugen!

Kannst du.
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Re: Elektroautos

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 21:41

Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2019, 14:08)
Leitungsquerschnitt und Kabelquerschnitt sind zwei verschiedene Paar Schuhe - sollte ein gelernter Elektriker eigentlich wissen.


Wen ein bestimmter Laie hier in der Diskussion jemals in dieser Branche gearbeitet hätte, dann wüsste dieser, dass die Begriffe im Alltagsgebrauch synonym verwendet wird. Insofern stellt sich die Frage, wer hier tatsächlich auf Spitzfindigkeiten rumreitet!

Und ein gelernter Elektriker sollte wissen, dass die 1,5 mm² Leitung mit einer geringeren Stromstärke "belastet" werden kann als die 2,5mm² Leitung.


Das Gegenteil hat nun nochmal wer behauptet?
Im Übrigen ist auch diese Aussage nicht zu 100% korrekt, wenn man etwa mal in die VDE reinschaut: https://www.vde-verlag.de/buecher/leseprobe/9783800746910_PROBE_01.pdf (Seite 3 des PDF bzw. Seite 145).


Es geht nicht darum, ob heute oder in zehn Jahren eine "akute Notlage" besteht, sondern ob das verfügbare Leitungsnetz überhaupt für derartige Belastungen ausgelegt ist, ob die benötigte Energiemenge überhaupt verfügbar ist.
Die Antwort lautet NEIN!


Für welche Energiemenge? Spezifizier die doch bitte erstmal!
Wir reden bei der Belastung von Stromnetzen von LEISTUNGEN, nicht von Energie.
Hast du den Unterschied vergessen oder habt ihr den im Physikunterricht übersprungen?


a) weil das gesamte Leitungsnetz über einen Zeitraum von X Jahren "gewachsen" ist und bereits heute vielerorts an seine Grenzen stößt
und
b) Elektromobilität in großem Umfang (ab 2030 KEINE Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren) einen vollkommenen Neubau des gesamten deutschen Leitungsnetzes erfordern würde.


Eine andere Zielnetzplanung, keinen Neubau!
Der Engpaß ist derzeit im Mittelspannungsnetz, da ist noch ordentlich Potential nach oben an der Ortsnetzstation.


Solche Sachen sind es, über die Grüne und Befürworter der Elektromobilität NICHT nachdenken, stattdessen nur schwafeln ==> siehe "Netzanpassungsmaßnahmen und Lastenmanagement".
Das ist Geschwätz OHNE jeglichen Lösungsvorschlag!


Du redest hier offenbar von Dir? Hauptsächlich ad-hominem-Geschwätz ohne jeglichen Lösungsvorschlag.
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Re: Elektroautos

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 21:43

Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2019, 14:13)

Richtig! Und warum wird in diese Richtung nicht massiv geforscht?


Es wird ja geforscht! Was erzählst du also? Es finden etliche deutsche/EU-weite Forschungsarbeiten statt.


Brennstoffzellen sind sicher nicht nur als Alternative zum Verbrennungsmotor sinnvoll, sondern auch "anderweitig" für die Energieerzeugnung einsetzbar.


Für die Energieerzeugung sind Brennstoffzellen schonmal garnicht tauglich, da sie einen Sekundärenergieträger als "Brennstoff" benötigen.
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Re: Elektroautos

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 21:56

Dark Angel hat geschrieben:(20 Oct 2019, 12:30)

Es geht in diesem Thread um Elektroautos/Elektromobilität und beides funktioniert ohne ein, entsprechend ausgelegtes, Stromnetz nicht.


Was soll das sein? Eine neue Erkenntnis? Ein Stromnetz, dass nicht für seinen angedachten Verwendungszweck ausgelegt ist, funktionier unter diesem Verwendungszweck wohl nicht bzw. ist ineffizient. Nur was hat das jetzt damit zu tun?

Die Energieversorgung wird ohnehin in den nächsten Jahrzehnten eine Novelle durchmachen. Allein in potentiellen Effizienzerhöhungen, etwa durch die Sektorenkopplung, steckt eine Menge Potential.


"In Momenten hoher Gleichzeitigkeit wird das Ortsnetz zum Engpass, da es derzeit auf diese zusätz- liche Belastung nicht ausgelegt ist. Die Gefahr: Es kommt zu einer erheblichen Überschreitung der maximalen Ortsnetz-kapazität und dadurch zu einem Ausfall der Stromversorgung."


Dass Netze gerade bei hoher Gleichzeitigkeit Probleme haben, ist nun auch nix Neues! Was hat das mit dem Thema zu tun? Diese hohe Gleichzeitigkeit hätte ich aber heute bereits auch, wenn alle zur gleichen Zeit ihren Backofen mit 10kW feuern. Auch dazu wäre das Netz NICHT ausgelegt. Dennoch kommt es offenbar nicht permanent zu Stromausfällen, obwohl ich mal behauptet, dass annähernd 100% der Haushalte einen entsprechenden Backofen in ihrer Küche verbaut haben. Entsprechend werden Netze auch nach einer gewissen Wahrscheinlichkeit (siehe Lastprofile des BDEW ausgelegt.


"Unter den Voraussetzungen der aktuell bestehenden Netzstrukturen und der regu- latorischen Gegebenheiten wird mit einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit das Niederspannungsnetz ab einer Elektro-mobilitätsquote von 30 Prozent flächen-deckend überlastet sein. Je nachdem, welche Prognose man zugrunde legt, wird diese Quote in einem Zeitfenster zwischen 2025 und 2040 erreicht werden."


Und was hat das heutige Stromnetz mit einer Szenario zu tun, was zwischen 2025 und 2040 eintreten wird? Der Anteil der E-Mobilität darf sich entwickeln, die Netze aber nicht?
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Re: Elektroautos

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 22:00

Dark Angel hat geschrieben:(20 Oct 2019, 12:44)
Was Dir da vorschwebt nennt sich Zentralverwaltungswirtschaft.


Unsinn! Sowas nennt man Demokratie.
Von einer Zentralverwaltungswirtschaft sind wir weit entfernt.

Hast du zwischenzeitlich eigentlich mal deine Kostenvergleichsrechnung deiner PV-Anlage richtig hinbekommen? :cool: :D


Was da am Ende herauskommt, müsste das Beispiel des "real existierenden Sozialismus" in den Staaten des Ostblocks doch (eigentlich) auch dem Allerletzten eindrucksvoll vor Augen geführt haben.

Um so unverständlicher ist es, dass es immer noch Träumer gibt, die dieses Modell favorisieren und als Lösung aller Probleme betrachtet.


Selbstverständlich hat auch ein Staat, der nicht im "Sozialismus" existiert seine Aufgaben, die er zu erfüllen hat. Wer jeden Staatseingriff als "Sozialismus" abtut, der hat so einiges nicht verstanden. Im Übrigen würden wir dann seit jeher im Sozialismus leben.
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Re: Elektroautos

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 22:02

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Oct 2019, 13:13)
Ihr subventioniert die EE-Betreiber mit zig Milliarden Euro.


Das ist nur die direkte Subvention. Durch übermarktlichen Zubau profitieren eben auch diejenigen, für die direkt der Börsenstrompreis gilt, ohne EEG-Zulage, usw.
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Re: Elektroautos

Beitragvon Gruwe » So 20. Okt 2019, 22:04

Dark Angel hat geschrieben:(20 Oct 2019, 14:38)
Tatsache IST, dass Netzbetreiber immer häufiger regulierend eingreifen müssen (zeitweiliges Abschalten von Großverbrauchern), um Spannungsspitzen und Spannungsabfälle zu vermeiden und damit (auch) eine Blackout zu verhindern.
BEIDES - Spannungsspitzen und Spannungabfälle führen zur Notabschaltung von Generatorblöcken in Kraftwerken.


Aha? Und das liegt jetzt also an dem absolut zu vernachlässigenden Elektroauto-Anteil in Deutschland? :rolleyes:
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Re: Elektroautos

Beitragvon Corella » So 20. Okt 2019, 22:45

Gruwe hat geschrieben:(20 Oct 2019, 21:29)

Ist dem denn so?

Ich bin auch in der Forschung tätig, wir arbeiten mit Batteriefahrzeugen und mit Brennstoffzellenfahrzeugen. Wir forschen mit Steuergeldern, insofern kann ich die Ansicht, dass unsere Politik nur von Stromern "redet", NICHT bestätigen, auch wenn das so in der öffentlichen Debatte vorwiegend so rüberkommt. Tatsache ist, dass die "Batteriemobilität" näher ist, als die Brennstoffzellenmobilität...zeitlich gesehen. Alleine schon der Energieaspekt ist sehr wesentlich. Wir müssen, wie öfters erwähnt, eben nicht nur die Technologie zur Verfügung haben, sondern eben auch die Energieversorgung sicherstellen. Wenn wir die Effizienz betrachten, so ist eben die Brennstoffzelle deutlich ineffizienter, insb. wenn man eben noch diese Sekundärenergie mittels Elektrizität herstellen muss. Das Thema ist allerdings zu komplex, weswegen ich immer gerne die Worte des CEO des H2-Technikunternehmens, mit dem wir zusammenarbeite nutze: "Hydrogen is not the solution, but its part of it!".

Ich verstehe nicht, wie man der Politik vorwerfen kann, dass diese zu wenig technikneutral sei, selbst aber nur eine Technologie bevorzugt. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass beide Technologien sehr wohl ihre idealen Anwendungszwecke haben werden. Und es ist ja auch nicht gesagt, dass es bei diesen beiden Technologien bleiben muss.


Danke! Aus Naturschutzsicht habe ich gegen "beides" keine Einwände.
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)
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Re: Elektroautos

Beitragvon Eulenwoelfchen » So 20. Okt 2019, 23:16

Gruwe hat geschrieben:(20 Oct 2019, 21:56)...obwohl ich mal behauptet, dass annähernd 100% der Haushalte einen entsprechenden Backofen in ihrer Küche verbaut haben...


Soviel realitätsverlustigen Unsinn (=dass annähernd 100% der deutschen Haushalte Backöfen mit 10 KW Leistugsaufnahme in Betrieb hätten) muss man sich erstmal gönnen. *weia...
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Re: Elektroautos

Beitragvon H2O » Mo 21. Okt 2019, 00:22

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(20 Oct 2019, 23:16)

Soviel realitätsverlustigen Unsinn (=dass annähernd 100% der deutschen Haushalte Backöfen mit 10 KW Leistugsaufnahme in Betrieb hätten) muss man sich erstmal gönnen. *weia...



https://www.hausjournal.net/herd-leistung
Anschlussleistungen von Kochfeldern und Backöfen

Ein durchschnittliches Kochfeld mit vier Platten hat in der Regel eine Anschlussleistung von etwa 7,5 kW, also 7.500 Watt. Ein Backofen in üblicher Ausführung bringt es dagegen lediglich auf 3 – 4 kW, also rund 3.000 – 4.000 Watt.
Anschluss und Anschlussleistungen

Für Geräte mit einer Leistungsaufnahme von mehr als 3.8 kW ist in den üblichen mit 16 A abgesicherten Wechselstromsystemen ein mehrphasiger Anschluss (Dreiphasen-Drehstrom, oft fälschlicherweise auch „Starkstrom“) notwendig.
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Re: Elektroautos

Beitragvon frems » Mo 21. Okt 2019, 03:52

Der (Mit-)Erfinder der Li-Ionen-Technik erwartet jedenfalls, dass für viele Anwendungsfälle die Feststoffbatterie das Rennen macht. Am Ende wird man stets schauen müssen, welche Technik für welchen Einsatz am sinnvollsten ist. Da ist es durchaus vorstellbar, dass für diverse Nutzungen weiterhin Li-Ionen-Akkus eingesetzt werden, für andere welche aus Feststoffen und in anderen Bereichen mit dem Energieträger Wasserstoff Elektromotoren betrieben werden.

Der japanische Forscher ist heute 70 Jahre alt und berät das Unternehmen Asahi Kasei, für das er einst den Akku entwickelte. Asahi Kasei ist ein Chemie-Mischkonzern, der vom Innenfutter für Anzüge bis zur Frischhaltefolie vieles herstellt – auch Teile für die Akku-Produktion.

Das in Deutschland weitgehend unbekannte Unternehmen machte 2017 einen Umsatz von rund 14,2 Milliarden Euro und knapp 870 Millionen Euro Gewinn. „Ich bin weiterhin in der Forschung von Asahi Kasei beschäftigt, auch wenn ich kein eigenes Labor mehr habe“, sagt er. „Ich beschäftige mich natürlich auch mit der Entwicklung der Festkörperbatterie.“

Doch die Hoffnungen sind groß, dass die neue Technologie einige der Schwächen von Yoshinos Erfindung eliminieren kann, das weiß auch der Forscher selbst: „Der Vorteil der Feststoffbatterie ist vor allem, dass sie deutlich schneller geladen werden kann“, sagt er. „Rechnerisch könnte die Ladezeit auf fünf Minuten sinken, aber da gibt es noch einige technische Hürden.“ [...]

Die Lebensdauer der heute in Elektrofahrzeugen eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien liegt bei 1500 bis 2000 Ladezyklen. „In unserem Labor experimentieren wir bereits mit Lithium-Ionen-Batterien, die problemlos 20.000 Ladezyklen überstehen“, berichtet Winter. Doch das ist nicht immer gewünscht. „Wenn man mehr Ladezyklen als eigentlich notwendig will, so bedeutet dies oft einen zusätzlichen Aufwand bei der Herstellung. Für eine solche Batterie muss man dann mehr bezahlen“, sagt Winter. [...]

Schnettler kann sich gut vorstellen, dass in der Praxis verschiedene Technologien im Wettbewerb stehen werden. „Warum sollte es im Übergang nicht parallel Tankstellen für Gas, Diesel, Benzin, Wasserstoff und elektrische Energie geben, bis fossile Kraftstoffe keine Rolle mehr spielen?“, fragt Schnettler rhetorisch.

Ähnlich sieht dies auch Thess, der davon überzeugt ist, dass es für jede dieser Technologien Nischen gibt. „Für das Fahren von Kurzstrecken, etwa innerhalb von Städten, wird das Elektroauto mit Batterie möglicherweise am preiswertesten sein“, prognostiziert Thess, „für etwas längere Strecken ins Umland wird wahrscheinlich die etwas teurere Brennstoffzellentechnik und das Tanken von Wasserstoff ideal sein. Und für Langstrecken wird man vermutlich die nochmals teureren synthetischen Kraftstoffe benötigen.“

„Die Batterie der Zukunft gibt es jedenfalls nicht“, sagt Winter, „es gibt viele Batterien der Zukunft, und eine davon wird die Lithium-Ionen-Batterie sein.“ Auf politischer Seite gibt es ganz ähnliche Einschätzungen.

https://www.welt.de/wirtschaft/plus1817 ... inken.html

Hab den Artikel gekürzt. Gemeint sind neben Asahi Kasei u.a. Prof. Martin Winter (Electrochemical Energy Technology an der Uni Münster), Prof. André Thess (DLR-Institut für Technische Thermodynamik) und Prof. Armin Schnettler (Leitung Forschungsbereich Energie und Elektronik bei Siemens). Aber was wissen die schon? :|
Labskaus!

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Re: Elektroautos

Beitragvon H2O » Mo 21. Okt 2019, 09:08

Aber was wissen die schon?

„Für das Fahren von Kurzstrecken, etwa innerhalb von Städten, wird das Elektroauto mit Batterie möglicherweise am preiswertesten sein“, prognostiziert Thess, „für etwas längere Strecken ins Umland wird wahrscheinlich die etwas teurere Brennstoffzellentechnik und das Tanken von Wasserstoff ideal sein. Und für Langstrecken wird man vermutlich die nochmals teureren synthetischen Kraftstoffe benötigen.“


Naheliegend und deshalb hier schon vor einigen Jahren so vermutet.
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Re: Elektroautos

Beitragvon Teeernte » Mo 21. Okt 2019, 09:39

H2O hat geschrieben:(21 Oct 2019, 09:08)

Aber was wissen die schon?



Naheliegend und deshalb hier schon vor einigen Jahren so vermutet.


Diese elektrische Energie kann in der Folge dazu genutzt werden, um den Kompressor auch beim Bremsen anzutreiben, was dazu führt, dass es kein Turboloch gibt, wenn der Fahrer wieder auf das Gaspedal steigt.

Beide Elektromotoren werden durch ein Dreiphasenkabel mit Wechselrichtern verbunden, die die elektrische Energie für die Batterie in Gleichspannung umwandeln. Die Batterie wird in diesem Zusammenhang auch als Energiespeicher (ES) bezeichnet. Darin wird die zurückgewonnene Energie chemisch in Lithiumionenzellen gespeichert. Die Elektromotoren verwandeln in diesem Zuge Rotationsenergie in elektrische Energie, die dann wiederum als chemische Energie gespeichert wird.

Das gesamte Hybridsystem, genau genommen sogar die gesamte Power-Unit, wird von der Kontrollelektronik (CE für Control Electronics) gesteuert. Diese ist gemeinsam mit dem Energiespeicher in einem Gehäuse untergebracht.

Im Verlauf eines Rennens stellt die Kontrollelektronik durchschnittlich mehr als 43 Trillionen Berechnungen an. Dazu zählt unter anderem, mit welcher Geschwindigkeit die Elektromotoren laufen müssen und wie viel Leistung abgegeben werden sollte. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass der Energiespeicher auf Spitzenleistung optimiert ist.

Die Anfänge der Formel-1-Hybrid-Ära gehen bis ins Jahr 2007 zurück. Damals wurde ein Energierückgewinnungssystem für Entwicklungstests genutzt. Die Batterie wog 107 Kilogramm und hatte eine Effizienz von 39 Prozent. Die Leistungselektronik war wassergekühlt und steckte in einer klobigen Box, die einen erheblichen Platzbedarf im Fahrzeug hatte..

Zwei Jahre später wurde KERS zum ersten Mal in einem Rennen eingesetzt. Bis dahin wog das System deutlich weniger. Der Energiespeicher des 2009er Systems wog 25,3 Kilogramm - mehr als 75 Prozent weniger als zwei Jahre zuvor. Gleichzeitig wurde die Effizienz auf 70 Prozent gesteigert. Die Leistungselektronik nutzte nun eine Luft- statt einer Wasserkühlung und steckte in einem viel kleineren Kohlefasergehäuse.


Der nächste große Entwicklungsschritt ging mit dem Power-Unit-Reglement für die Saison 2014 einher. Damit wurden 1,6-Liter-V6-Turbomotoren eingeführt, die ein Hochleistungshybridsystem besitzen. Neben der Rückgewinnung von kinetischer Energie durch die MGU-K beim Bremsen durften die Teams nun auch Energie mit der MGU-H sammeln.

Seit den ersten Hybrid-Schritten im Jahr 2007 wurde das Gewicht der Batterien um 81 Prozent verringert. Derzeit ist es vom Reglement auf mindestens 20 Kilogramm festgeschrieben. Die Leistungsdichte der Batteriezellen wurde verzwölffacht und der Energiespeicher erreicht nun einen Effizienzgrad von 96 Prozent.

Warum ist die Effizienz in der Formel 1 so wichtig?
Die Effizienz der Power-Unit hat einen Einfluss auf die Performance des Fahrzeugs auf der Rennstrecke, sowohl mit Blick auf die Leistungsabgabe als auch bei der Gewichtsersparnis. Die Leistungsabgabe eines Motors wird durch zwei Faktoren bestimmt: den Kraftstoffdurchfluss und die Effizienz des Motors.

In der Formel 1 ist der Benzindurchfluss auf maximal 100 Kilogramm pro Stunde beschränkt. Entsprechend können die Teams einzig und allein Einfluss auf die Effizienz des Motors nehmen. Ein effizienterer Motor bedeutet somit eine höhere Leistungsabgabe und dadurch eine bessere Performance auf der Strecke.

Die Technologie hinter der MGU-H ist besser bekannt als elektrischer Booster-Kompressor oder e-Booster. Auch auf dem Gebiet der Hochspannungssysteme gibt es ähnliche Entwicklungen in der Serienproduktion wie in der Formel 1. Warum? In einem elektrischen System manifestiert sich der Energieverlust als Hitze, was in einem Auto nicht gerne gesehen wird.

Der Verlust lässt sich durch eine Senkung der Stromstärke verringern. Um die Stromstärke bei gleicher Leistung verringern zu können, muss die Spannung erhöht werden. In der Formel 1 sind die ERS-Batterien nun schon bei fast 1.000 Volt angekommen. Moderne Straßenfahrzeuge laufen normalerweise mit bis zu 400 Volt. In Zukunft wird die Voltzahl jedoch auch hier ansteigen und sich jener in der heutigen Formel 1 annähern.

Während die Weiterentwicklung in der Formel 1 und der Automobilindustrie sehr ähnlich verläuft, gibt es einen Unterschied: In der Formel 1 werden diese Technologien eingesetzt, um die Autos schneller zu machen. Auf der Straße sorgen sie dafür, um mit der gleichen Menge an Energie eine höhere Reichweite zu erzielen.
https://www.motorsport-total.com/formel ... e-19081103

Stadt....das ist der Teil der Strecke - wo die Rennleitung voll auf e-Booster setzt.
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Re: Elektroautos

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 21. Okt 2019, 16:18

H2O hat geschrieben:(21 Oct 2019, 09:08)

Naheliegend und deshalb hier schon vor einigen Jahren so vermutet.

Aber warum kaufen die Menschen die eAutos trotz hoher Förderung dann nicht? Das Zweitauto für Mutti wird meist ein SUV, weil der ja so praktisch ist und die Kids bekommen was Gebrauchtes, auf dem Markt ist das eAuto erst recht noch nicht angekommen.
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