Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 50528
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Tom Bombadil » Do 22. Apr 2021, 09:01

Gruwe hat geschrieben:(22 Apr 2021, 00:12)

Diese sollen also plötzlich aufs teure autonome Fahren wechseln?

Ja, die rufen sich dann ein autonomes "Uber" für Zweifuffzich. Außerdem ging es im Kontext um die Geschwindigeit, mit der autonome Fahrzeuge fahren, den solltest du beachten.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Diffamierer der Linken.
Praia61
Beiträge: 11221
Registriert: Fr 13. Jan 2012, 15:45

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Praia61 » Do 22. Apr 2021, 11:09

Es fährt sich im 8 Zylinder 6er mit genügend PS angenehmer und sicherer wie im Bus, SBahn mit zwielichtigen Typen.
Maulkorb : Schnitter
Benutzeravatar
Kamikaze
Beiträge: 1135
Registriert: Mo 12. Mär 2018, 16:10
Benutzertitel: mittelalt

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Kamikaze » Do 22. Apr 2021, 11:32

Praia61 hat geschrieben:(22 Apr 2021, 11:09)

Es fährt sich im 8 Zylinder 6er mit genügend PS angenehmer und sicherer wie im Bus, SBahn mit zwielichtigen Typen.


Wenn man es sich leisten kann und will ist das ja auch in Ordnung.
Nur das ewige Geheule von Wegen "das kann sich dann nicht mehr jeder leisten, weil Benzin zu teuer/Autopreise zu hoch/Radwege zu breit/alle böse sind" geht mir auf die Nerven.
Jeder Mensch braucht Zugang zu zuverlässiger und preiswerter Mobilität. (Bus, Bahn, Fahrrad und kleine, effiziente Verkehrsmittel sehe ich da als Möglichkeiten)
Luxus muss dagegen nicht subventioniert werden. (Dazu gehören in meinen Augen übermotorisierte Fahrzeuge mit >1t Gesamtmasse.)
Wer viel kluges sagt ist klug,
wer zuhört ist weise.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 50528
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Tom Bombadil » Do 22. Apr 2021, 11:39

Kamikaze hat geschrieben:(22 Apr 2021, 11:32)

...geht mir auf die Nerven.

Tja, blöde Realität.

Jeder Mensch braucht Zugang zu zuverlässiger und preiswerter Mobilität.

Richtig und dazu gehört auch ein für ärmere Menschen, die auf ein eigenes Auto angewiesen sind, bezahlbarer Spritpreis.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Diffamierer der Linken.
Praia61
Beiträge: 11221
Registriert: Fr 13. Jan 2012, 15:45

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Praia61 » Do 22. Apr 2021, 11:42

Nein, ärmere Menschen sollen Radfahren oder Laufen.
Ich mag keine Staus weil Hinz und Kunz die Straßen verstopfen.
Maulkorb : Schnitter
Benutzeravatar
Gruwe
Beiträge: 2541
Registriert: Mo 9. Nov 2015, 15:58
Benutzertitel: Obertransistorialrat
Wohnort: Saarland

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Gruwe » Do 22. Apr 2021, 12:00

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Apr 2021, 11:39)
Richtig und dazu gehört auch ein für ärmere Menschen, die auf ein eigenes Auto angewiesen sind, bezahlbarer Spritpreis.


Das wird in einem marktwirtschaftlichen System wohl eher nie der Fall sein!
Unternehmen setzen ihre Preise in der Regel gewinnmaximierend und nicht so, dass sich jeder die Produkte leisten kann.
Insbesondere nicht in einem Automarkt mit qualitativem Wachstum.
Benutzeravatar
Gruwe
Beiträge: 2541
Registriert: Mo 9. Nov 2015, 15:58
Benutzertitel: Obertransistorialrat
Wohnort: Saarland

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Gruwe » Do 22. Apr 2021, 12:01

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Apr 2021, 09:01)

Ja, die rufen sich dann ein autonomes "Uber" für Zweifuffzich. Außerdem ging es im Kontext um die Geschwindigeit, mit der autonome Fahrzeuge fahren, den solltest du beachten.


Warum sollte Uber für Zweifuffzich arme Leute durch die Gegend transportieren?
Auch Uber handelt gewinnmaximierend, nicht aus Gründen der sozialen Wohlfahrt!
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 50528
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Tom Bombadil » Do 22. Apr 2021, 12:08

Gruwe hat geschrieben:(22 Apr 2021, 12:00)

Das wird in einem marktwirtschaftlichen System wohl eher nie der Fall sein!

Schonmal nachgesehen, wie sich der Spritpreis zusammensetzt?

Gruwe hat geschrieben:(22 Apr 2021, 12:01)

Warum sollte Uber für Zweifuffzich arme Leute durch die Gegend transportieren?

Warum nicht, wenn sie damit Gewinn machen?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Diffamierer der Linken.
Benutzeravatar
Gruwe
Beiträge: 2541
Registriert: Mo 9. Nov 2015, 15:58
Benutzertitel: Obertransistorialrat
Wohnort: Saarland

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Gruwe » Do 22. Apr 2021, 12:13

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Apr 2021, 12:08)

Schonmal nachgesehen, wie sich der Spritpreis zusammensetzt?


Schonmal was von Steuerinzidenz gehört?

Warum nicht, wenn sie damit Gewinn machen?


Deine Behauptung, dass sie damit Gewinn machen, musst du ja erstmal belegen!
Deine implizite Behauptung ist ja, dass autonomes Fahren günstig sein wird. Diese Behauptung kann ich nicht teilen,
da die Grenzkosten eines autonomen Fahrzeugs höher sind als die eines nicht-autonomen Fahrzeugs sind und der
Markt für autonome Fahrzeuge eine höhere Zahlungsbereitschaft aufweist. Die Einsparungen durch den wegfallenden Fahrer
dürften kaum zu 100% zu Gunsten des Kunden gehen...da werden sich viele andere Marktteilnehmer erstmal die Säcke vollmachen.
Benutzeravatar
Kamikaze
Beiträge: 1135
Registriert: Mo 12. Mär 2018, 16:10
Benutzertitel: mittelalt

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Kamikaze » Do 22. Apr 2021, 12:18

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Apr 2021, 11:39)
ärmere Menschen, die auf ein eigenes Auto angewiesen sind


Faktisch aufs Auto angewiesen sind nur jene, die keinen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln haben. Für alle Anderen ist es schlicht Luxus.
Also geht es nur um eine winzig kleine Personengruppe.
siehe: https://www.öpnvkarte.de/
Insbesondere Buslinien verbinden nahezu jedes Kaff mit anderen ÖPNV-Systemen.
Passt doch. :thumbup:

Die paar Leutchen dürfen dann von mir aus auch einen subventionierten PKW bekommen. Mit Nachweis, dass keine ÖPNV-Haltestelle innerhalb von 2km vom Wohnort erreichbar ist (so weit kann man laufen oder Fahrrad fahren jedem zumuten imho) und ein deutlich unterdurchschnittlicher Verdienst erwirtschaftet wird (Bedürftigkeit) natürlich .

Tja, blöde Realität.
Zuletzt geändert von Kamikaze am Do 22. Apr 2021, 12:26, insgesamt 3-mal geändert.
Wer viel kluges sagt ist klug,
wer zuhört ist weise.
Benutzeravatar
Gruwe
Beiträge: 2541
Registriert: Mo 9. Nov 2015, 15:58
Benutzertitel: Obertransistorialrat
Wohnort: Saarland

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Gruwe » Do 22. Apr 2021, 12:23

Kamikaze hat geschrieben:(22 Apr 2021, 12:18)

Faktisch aufs Auto angewiesen sind nur jene, die keinen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln haben. Für alle Anderen ist es schlicht Luxus.
Also geht es nur um eine winzig kleine Personengruppe.
siehe: https://www.öpnvkarte.de/
Insbesondere Buslinien verbinden nahezu jedes Kaff mit anderen ÖPNV-Systemen.
Passt doch. :thumbup:


Boah, wasn das für ne coole Karte? Die kannte ich ja noch garnicht! :thumbup:
Praia61
Beiträge: 11221
Registriert: Fr 13. Jan 2012, 15:45

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Praia61 » Do 22. Apr 2021, 13:17

Du nicht darauf angewiesen, du darfst nicht.
Faschistische Denkweise.
Ich bestimme aus was du angewiesen bist.
Maulkorb : Schnitter
Benutzeravatar
jack000
Beiträge: 34348
Registriert: So 1. Jun 2008, 18:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon jack000 » Do 22. Apr 2021, 13:18

Kamikaze hat geschrieben:(22 Apr 2021, 12:18)

Faktisch aufs Auto angewiesen sind nur jene, die keinen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln haben. Für alle Anderen ist es schlicht Luxus.
Also geht es nur um eine winzig kleine Personengruppe.
siehe: https://www.öpnvkarte.de/
Insbesondere Buslinien verbinden nahezu jedes Kaff mit anderen ÖPNV-Systemen.
Passt doch. :thumbup:

Die paar Leutchen dürfen dann von mir aus auch einen subventionierten PKW bekommen. Mit Nachweis, dass keine ÖPNV-Haltestelle innerhalb von 2km vom Wohnort erreichbar ist (so weit kann man laufen oder Fahrrad fahren jedem zumuten imho) und ein deutlich unterdurchschnittlicher Verdienst erwirtschaftet wird (Bedürftigkeit) natürlich .

Da gibt es noch einen Faktor. Bei meiner ehemaligen Arbeitsort hätte sich die Pendelzeit von 1/2 Stunden (Eine Strecke) auf 1 Std. und 50 Min, erhöht.
=> Der ÖPNV hat in den Städten einen Anteil von ca. 20% und ist zur Rush-hour brechend voll. Wenn 1/3 der Autofahrer auf den ÖPNV umsteigen müsste dessen Kapazität verdoppelt werden.
DU30:
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
Benutzeravatar
Gruwe
Beiträge: 2541
Registriert: Mo 9. Nov 2015, 15:58
Benutzertitel: Obertransistorialrat
Wohnort: Saarland

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Gruwe » Do 22. Apr 2021, 13:26

jack000 hat geschrieben:(22 Apr 2021, 13:18)

Da gibt es noch einen Faktor. Bei meiner ehemaligen Arbeitsort hätte sich die Pendelzeit von 1/2 Stunden (Eine Strecke) auf 1 Std. und 50 Min, erhöht.


Sicher, nur inwiefern sind solche Beispiele repräsentativ im Sinne einer grundsätzlichen Bewertung das ÖPNV?
Ich verstehe nie, dass wenn eine politische Forderung etwa bzgl. Ausbau des ÖPNV erhoben wird irgendjemand daher kommt und da dagegen argumentiert mit irgendwelchen
Strecken, die in keinster Weise relevant für das System ÖPNV sind? Da wird ja gegen etwas argumentiert, was nie Jemand gefordert hat. Und das gibt es mittlerweile an viele
Stellen, etwa dass irgendwelche Leute, die aufm Land wohnen, jetzt gegen die Entwicklung von eAutos argumentieren, weil auf dem Land sei das aktuell ja noch keine Alternative.
Erstens ist das dann ja lediglich ein Strohmannargument in Reinkultur, zweitens kann man daraus implizieren, dass aus der Sicht derer, die sowas anführen, nur eine Maßnahme
durchzuführen ist, wenn diese für alle vorteilhaft ist, was ja auch Quatsch ist.

=> Der ÖPNV hat in den Städten einen Anteil von ca. 20% und ist zur Rush-hour brechend voll. Wenn 1/3 der Autofahrer auf den ÖPNV umsteigen müsste dessen Kapazität verdoppelt werden.


Wie wahrscheinlich ist es, dass so etwas passiert? Das Szenario, dass von heute auf morgen 1/3 der Autofahrer auf den ÖPNV umsteigen ist sowas von an den Haaren herbeigezogen...zudem eine Überfüllung des ÖPNV ja auch einem Umstieg auf den ÖPNV entgegenwirkt und daher sich dieses Szenario garnicht einstellen würde.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 16642
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon schokoschendrezki » Do 22. Apr 2021, 14:10

Es gibt bei mir hier vor Ort grad einen Riesenbohei wegen des Baus eine Umfahrungsstrecke. Der ganze Ort ist voller Plakate. Auf den meisten steht genau sowas: "Immer mehr PKWs". "Schluss mit dem Autowahnsinn". Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass mindestens die Hälfte der Plakatierer selbst auch in den Supermarkt um die Ecke mit dem Auto fährt, obwohl er laufen oder radeln könnte und den meisten dieser Menschen dies auch sehr gut tun würde. Sie wollen die Autokarawanen nur eben grad nicht vor ihrem EFH mit schönem Garten haben.

Dieses Argument ... das "arme Leute billigen Sprit brauchen, weil sie aufs Auto angewiesen sind" ... das zählt doch gar nicht mehr! Das ist doch völlig aus der Zeit gefallen. Wo sollen die denn hinfahren müssen? Zum Sozialamt? Zur Sparkasse? Zur Post? Es wird schon in Kürze "Amtsfilialen" irgendwelcher Art nicht mehr geben. Mit viel Mühe haben wir unseren Ende-80-Schwiegereltern beigebracht, dass man nichts, wirklich nichts irgendwie vor Ort erledigen muss und alles im Internet machen kann. Außer vielleicht einen Besuch beim Arzt. Da kann man dann auch mit dem Taxi oder Öffentlichen hin. Dass man stattdessen schön im Garten sitzen oder einen Spaziergang machen kann.

Die großen Städte Europas laufen sämtlich auf eine Reduzierung, teilweise eine radikale Reduzierung des passiven Verkehrs hinaus. Der schöne Traum wird sogar vielleicht für mich noch Wirklichkeit: Dass zumindest die Innenstädte weitgehehend frei von Individualverkehr sind. Einfach schon deshalb, weil es keine Parkplätze gibt. Weil der knappe Raum für Fahrrad- und Fußgängerwege freigehalten wird. Ich frage mich, wo in dieser zukünftigen Welt eigentlich der große Bedarf für "autonomes Fahren" sein soll. Außer im Güterverkehr. Es wird das Hobby von Einzhelgängern und dementsprechend teuer sein. Sicher. Dieter Nuhr wird zum Tennisplatz mit dem Selbstfahrauto fahren. Weil er irgendwie die Gerüche fremder Leute nicht aushalten kann. Meinetwegen. Dann soll er halt dafür bezahlen.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
Benutzeravatar
Kamikaze
Beiträge: 1135
Registriert: Mo 12. Mär 2018, 16:10
Benutzertitel: mittelalt

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Kamikaze » Do 22. Apr 2021, 14:15

jack000 hat geschrieben:(22 Apr 2021, 13:18)
hätte sich die Pendelzeit von 1/2 Stunden (Eine Strecke) auf 1 Std. und 50 Min, erhöht.


Aber Sie wären auch ohne Auto angekommen. Der Zeitgewinn ist in dem Fall eben ein Luxus der dementsprechend auch bezahlt werden sollte/muss. Ein gesetzliches/gottgegebenes Anrecht auf diesen Luxus kann ich beim besten Willen nirgends erkennen.
Ganz nebenbei gibt es effiziente und günstige MiV-Lösungen auch für kleines Geld, aber das ist dann vermutlich kein "8 Zylinder 6er mit überbordend vielen PS".
Mit weniger Genitalkompensation und mehr echter Effizienz wäre alleine schon sehr viel zu gewinnen.

Wenn 1/3 der Autofahrer auf den ÖPNV umsteigen müsste dessen Kapazität verdoppelt werden.

Das ist vermutlich von Region zu Region leicht verschieden und das Szenario ist etwas an den Haaren herbei gezogen (wie @Gruwe schon sehr richtig bemerkt hat), aber dass der ÖPNV dringend ausgebaut und teilw. technisch aufgerüstet werden sollte um mehr Menschen den Umstieg dorthin zu ermöglichen bzw, diesen Umstieg attraktiver zu machen ist unbestritten.
Wer viel kluges sagt ist klug,
wer zuhört ist weise.
Benutzeravatar
Kamikaze
Beiträge: 1135
Registriert: Mo 12. Mär 2018, 16:10
Benutzertitel: mittelalt

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Kamikaze » Do 22. Apr 2021, 14:19

Praia61 hat geschrieben:(22 Apr 2021, 13:17)

Du nicht darauf angewiesen, du [musst dafür bezahlen].

So wäre es richtiger (und wesentlich weniger faschistisch). ;)
Wer viel kluges sagt ist klug,
wer zuhört ist weise.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 16642
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon schokoschendrezki » Do 22. Apr 2021, 14:29

Kamikaze hat geschrieben:(22 Apr 2021, 14:15)

Aber Sie wären auch ohne Auto angekommen. Der Zeitgewinn ist in dem Fall eben ein Luxus der dementsprechend auch bezahlt werden sollte/muss. Ein gesetzliches/gottgegebenes Anrecht auf diesen Luxus kann ich beim besten Willen nirgends erkennen.
Ganz nebenbei gibt es effiziente und günstige MiV-Lösungen auch für kleines Geld, aber das ist dann vermutlich kein "8 Zylinder 6er mit überbordend vielen PS".
Mit weniger Genitalkompensation und mehr echter Effizienz wäre alleine schon sehr viel zu gewinnen.


Das ist vermutlich von Region zu Region leicht verschieden und das Szenario ist etwas an den Haaren herbei gezogen (wie @Gruwe schon sehr richtig bemerkt hat), aber dass der ÖPNV dringend ausgebaut und teilw. technisch aufgerüstet werden sollte um mehr Menschen den Umstieg dorthin zu ermöglichen bzw, diesen Umstieg attraktiver zu machen ist unbestritten.



Es muss vor allem auch die Qualität der Netzinfrastruktur ausgebaut werden.

Die Familie meiner Tochter wohnt in Vorpommern, im östlichen Teil von MVP. Nicht gerade das, was man "dichtbesiedelt" nennt. Und sie haben auch ein kleines Kind. Aber sie haben kein Auto und brauchen auch keins. Mein Schwiegersohn hat - wie so viele seiner Generation - noch nicht einmal einen Führerschein.

Aber alles was Netz anbelangt ist ein Problem. Jeder, der schon mal irgendwie in Vorpommern oder der Uckermark unterwegs war, weiß das. Selbst in Albanien oder in den rumänischen Karpaten ist die Netzinfrastruktur besser ausgebaut. Und natürlich auch direkt vor der Haustür in der polnischen Metropolenregion Stettin.

Die verhältnismäßig neue Autobahn A20 dagegen (der längste Autobahnneubau seit 1939) von der Uckermark nach Schleswig-Holstein ... ja die, die ist in einem Superzustand. Und - so wie ich die entsprechenden Abschnitte so um Greifswald und Stralsund kenne - mehr oder weniger immer mehr oder weniger komplett leer. Na Super!

Während die Eisenbahnstrecke von Berlin zu einer der beiden nächsten Großstädte, Stettin, eingleisig, unelektrifiziert und mit zahlreichen Langsamstrecken versehen ist, wo man (fast schon) aussteigen und Blumenpflücken könnte. Mir ist die Verkehrspolitik ein Rätsel!
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
Benutzeravatar
jack000
Beiträge: 34348
Registriert: So 1. Jun 2008, 18:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon jack000 » Do 22. Apr 2021, 14:55

Kamikaze hat geschrieben:(22 Apr 2021, 14:15)
Aber Sie wären auch ohne Auto angekommen. Der Zeitgewinn ist in dem Fall eben ein Luxus der dementsprechend auch bezahlt werden sollte/muss. Ein gesetzliches/gottgegebenes Anrecht auf diesen Luxus kann ich beim besten Willen nirgends erkennen.

Ich mache mir da erstmal keine Sorgen, bis die mir mein Auto wegnehmen, haben die es bereits bei Millionen anderen gemacht ... und die werden sich das nicht so einfach gefallen lassen.

Ganz nebenbei gibt es effiziente und günstige MiV-Lösungen auch für kleines Geld, aber das ist dann vermutlich kein "8 Zylinder 6er mit überbordend vielen PS".
Mit weniger Genitalkompensation und mehr echter Effizienz wäre alleine schon sehr viel zu gewinnen.

Ich habe einen Polo EURO6 und 4,7l Verbrauch / 100km. Egal wie viel die mir an Geld wegnehmen, der Verbrauch ändert sich dadurch nicht.

Das ist vermutlich von Region zu Region leicht verschieden und das Szenario ist etwas an den Haaren herbei gezogen (wie @Gruwe schon sehr richtig bemerkt hat), aber dass der ÖPNV dringend ausgebaut und teilw. technisch aufgerüstet werden sollte um mehr Menschen den Umstieg dorthin zu ermöglichen bzw, diesen Umstieg attraktiver zu machen ist unbestritten.

Dann müsste aber die Reihenfolge sein, dass zuerst der ÖPNV ausgebaut wird bevor man die Leute in ihrer Mobilität einschränkt? Meine Vermutung ist aber, dass es in umgekehrter Reihenfolge sein wird.
DU30:
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 11204
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 09:14
Wohnort: Make Saxony great again

Re: Immer mehr PKWs statt "Verkehrswende"

Beitragvon Quatschki » Do 22. Apr 2021, 14:57

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Apr 2021, 14:29)

Die verhältnismäßig neue Autobahn A20 dagegen (der längste Autobahnneubau seit 1939) von der Uckermark nach Schleswig-Holstein ... ja die, die ist in einem Superzustand. Und - so wie ich die entsprechenden Abschnitte so um Greifswald und Stralsund kenne - mehr oder weniger immer mehr oder weniger komplett leer. Na Super!

Man baut solche Autobahnen nicht, damit sie voll sind, sondern damit Gebiete angebunden werden, die zuvor nur in mehrstündiger Fahrt durch die Botanik erreichbar waren.
Anderswo auf der Welt gibt es Highways, wo auch mal stunden- oder tagelang kein Auto kommt und man sicherheitshalber nicht nur einen Kanister Benzin sondern auch noch einen mit Trinkwasser mitnimmt.
(Ganz so krass ist es in der Uckermark natürlich nicht)

Zurück zu „41. Verkehrswesen - Fahrzeuge - Logistik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste