Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

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Misterfritz
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Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Misterfritz » Sa 7. Dez 2019, 09:54

Es setzt wohl tatsächlich ein Umdenken bei der Bahn ein.
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/deu ... 00027.html
Allerdings sollte man bei der Reaktivierung auch gleich die Elektrifizierung der Strecken mit angehen, sonst blasen die Diesellocks weiterhin Abgase in die Luft.

Hier gibt es eine Liste, welche Strecken für die Reaktivierung vorgeschlagen wurden:
https://www.allianz-pro-schiene.de/wp-c ... schüre.pdf
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JJazzGold
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon JJazzGold » Sa 7. Dez 2019, 10:04

Misterfritz hat geschrieben:(07 Dec 2019, 09:54)

Es setzt wohl tatsächlich ein Umdenken bei der Bahn ein.
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/deu ... 00027.html
Allerdings sollte man bei der Reaktivierung auch gleich die Elektrifizierung der Strecken mit angehen, sonst blasen die Diesellocks weiterhin Abgase in die Luft.

Hier gibt es eine Liste, welche Strecken für die Reaktivierung vorgeschlagen wurden:
https://www.allianz-pro-schiene.de/wp-c ... schüre.pdf



Interessant, danke. :)
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Jo33 » Sa 7. Dez 2019, 11:21

So ganz glaube ich ehrlich gesagt nich dran. Zumal die Bahn dafür überhaupt kein Geld hat. Die aktuellen Investitionen selbst bei aktuellen Ausbauprojekten, wie auch Neubauprojekten liegen doch meist eher im niedrigen Prozentbereich, oder gar im Promilebereich. Dass ist wohl eher eine Zeitungsente, bzw. nichts wert, halt groß etwas grüner Anstrich, aber wenn es dann ans machen geht, lieber die anderen machen lassen.
Zumal man auch sagen muss, nicht jede Reaktivierung ist sinnvoll, sicherlich gibt es viele, aber genauso gibt es neue Verkehrströme, wo eben zuvor keine Schiene gelegen hat, welche man aber ebenfalls mit einer Schiene ausstatten könnte. Wenn bei einer Bundesstraße der Verkehr nur zähflüssig fließt, ist dort genauso Potenzial für einen Schienenverbindung vorhanden, wenn nicht sogar stärker als so manche alte Bahnstrecke, die meist eben auch durch schlechte Trassierung glänzt, sprich sehr kurvig, wenig hohe Geschwindigkeit möglich. Wenn die Strecke nicht für 80 oder 100 km/h ausgebaut werden kann, macht eine Reaktivierung meist keinen Sinn, dann ist ein Neubau in der Regel die bessere Wahl.

Dafür müsste aber wie gesagt sich der Bund auch seiner Verantwortung bewusst sein, und dafür auch wesentlich mehr Geld bereit stellen, im Schienensektor. Wenn man bedenkt dass in Deutschland gerade mal 60 % der Strecken elektrifiert sind, da haben unsere Nachbarländer wesentlich mehr unter Strom gesetzt, was damals vor Jahrzehnten wohl auch einiges billiger war als Heute. Nun will man bei uns lieber Autobahnenelektrifizieren, an statt Bahnstrecken, mal sehen ob da auch noch eine Verkehrswende kommt, insbesondere zum eigentlich Koalisationsvertrag, wo es ja so ein schönes Progamm angeblich gibt, welches genau dies tun soll, etwas dumm nur dass die jährliche bereitgestellten Mittel gerade dafür ausreichen jährlich bloß etwa 10 km zu elektrifizieren, d.h. bis wir 80 Prozent elektrisch auf der Schiene fahren, dauert es in diesem politischen Geschwindigkeit wohl so ca. 600 Jahre bis wir damit fertig sind, davor sind wohl schon alle Bundeststraßen auch Elektrifiziert, dort fließt das Geld in Strömen, während es bei den Projekten für die Bahn eher so dahin tröpfelt.
OK mit der Neuen Regelung unter Mitfinanzierung der Länder hat sich die Situation etwas verbessert, dennoch übernimmt der Bund hierbei nicht die vollen Kosten, wie man es bei Bundesstraßen und Autobahnen auch macht.
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Teeernte » Sa 7. Dez 2019, 12:10

Da es die Baukapazitäten nicht gibt - diese derzeit ausgeschöpft sind .....und Bahnplanungen von 20 Jahren NORMAL sind - kann es nur eine GENERATION Planer, Politiker, Bauarbeiter in 2050 ff. geben - die dass dann Bauen und bezahlen.

Aber ja - man könnte auch das Geld rauswerfen - (wie beim Berliner Flughafen) ....und die örtlichen Friedhofsgärtner mit der Planung und dem Bau betrauen !

Bahn ist ja KINDERLEICHT -..... auf ner Eisenbahnplatte .... :D :D :D
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Teeernte » Sa 7. Dez 2019, 12:16

Misterfritz hat geschrieben:(07 Dec 2019, 09:54)

Es setzt wohl tatsächlich ein Umdenken bei der Bahn ein.


Die BAHN ?

Das macht die Politik über das EisenbahnBUNDESAMT !

.................................................

Das läuft ähnlich wie bei der Bundeswehr ! Politik sagt was sie will ----und das wird dann untersetzt. ZU EINEM GESETZ
Bei den Strecken RÜHRT die EU noch etwas mit.
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Quatschki » Sa 7. Dez 2019, 12:30

Wenn man bedenkt, dass schon ein einzelner Bahnübergang nach heute gültigen Standards schweineteuer ist. Von neuen Über-und Unterführungsbauwerken ganz zu schweigen...

Von den aufgeführten Strecken am interessantesten finde ich Berlin-Usedom mit dem Wiederaufbau/Neubau der Karniner Brücke. Aber das geht auch schon seit Jahrzehnten hin- und her, ohne dass ein ernsthafter Wille zum Handeln erkennbar wäre...
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Teeernte » Sa 7. Dez 2019, 12:35

Quatschki hat geschrieben:(07 Dec 2019, 12:30)

Wenn man bedenkt, dass schon ein einzelner Bahnübergang nach heute gültigen Standards schweineteuer ist. Von neuen Über-und Unterführungsbauwerken ganz zu schweigen...

Von den aufgeführten Strecken am interessantesten finde ich Berlin-Usedom mit dem Wiederaufbau/Neubau der Karniner Brücke. Aber das geht auch schon seit Jahrzehnten hin- und her, ohne dass ein ernsthafter Wille zum Handeln erkennbar wäre...


Wann darf mann® denn überhaupt noch an der Strecke bauen ? - bei Vögeln in der LUFT NICHT. dass trifft meistens im Frühjahr - Herbst zu.

Da die Erderwärmung noch nicht soweit fortgeschritten ist - reichen die paar warmen Tage im Winter auch nicht aus...

Baustop - wenns ungemütlich wird....
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Quatschki » Sa 7. Dez 2019, 12:44

Die Polen bauen zum Beispiel für eine Viertelmilliarde (von der EU gefördert) einen Swinetunnel - für Autos!
In der Folge wird auch auf der deutschen Seite der Insel Usadom der Verkehr gewaltig zunehmen. Denn der Swinemünder Handelshafen mit den Fährterminals liegt auf der Woliner Seite und ist bislang recht umständlich angebunden.
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon jack000 » Sa 14. Dez 2019, 16:18

Misterfritz hat geschrieben:(07 Dec 2019, 09:54)

Es setzt wohl tatsächlich ein Umdenken bei der Bahn ein.
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/deu ... 00027.html
Allerdings sollte man bei der Reaktivierung auch gleich die Elektrifizierung der Strecken mit angehen, sonst blasen die Diesellocks weiterhin Abgase in die Luft.

Ist zwar schon länger als Erfolgsmodell reaktiviert, aber seit heute elektrifiziert:
https://www.krzbb.de/krz_50_111815415-1 ... fnung.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6nbuchbahn
Allerdings sind noch nicht alle Züge elektrisch, das wird aber in wenigen Jahren kommen.
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Aldemarin » Do 2. Jan 2020, 20:56

Reaktivierung wird wohl im Regelfall nur dann sinnvoll möglich sein, wenn die Trasse noch erhalten ist. Ist auch geplant sogenannte Bahnradwege wieder in Schienenwege umzubauen?
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Re: Bahn: Reaktivierung stillgelegter Strecken

Beitragvon Teeernte » Do 2. Jan 2020, 21:45

Aldemarin hat geschrieben:(02 Jan 2020, 20:56)

Reaktivierung wird wohl im Regelfall nur dann sinnvoll möglich sein, wenn die Trasse noch erhalten ist. Ist auch geplant sogenannte Bahnradwege wieder in Schienenwege umzubauen?


JEDE "gewidmete" Strecke kann reaktiviert werden - egal ob da die Schwellen noch liegen oder nicht. Auch Streckenstillegung ist KEINE ENTWIDMUNG.

Wenn die Strecke zB noch im Plan ist >> https://www.openrailwaymap.org (braun gestrichelt) kann man die wieder aufbauen.

Solange die WIDMUNG besteht wird auch EIGENTUMSÜBERGANG nicht die Strecke stören....selbst bei VERKAUF des Geländes hat der Eigentümer den VERKEHR zuzulassen (Widmung)

Ganz genau bekommt man das über eine Anfrage an das Eisenbahnbundesamt . Hier laufen alle Strecken zusammen.

Ansonsten ist es nicht ganz einfach "Neubau/Trassenreaktivierung" Pläne für ALLE Bauvorhaben zu bekommen.

Hier ein grosses >> http://www.vde8.de/Informationen-zu-Pla ... kecms.html

Aber genau so kann man zB die Strecke Brest-Berlin-Genua suchen - die im Europaplan zB als GÜTER-Bahn mit geplant ist..... >> nicht so einfach zu finden.

10 Jahre im Voraus (mindestens) werden jedoch die Gemeinden informiert - hier geht es um die Kreuzungsbaustellen (Eisenbahn - Wege, Strassen) wenn es NUR eine Güterbahnstrecke wird. Bei Persohnenbahn wird da vorher bereits gemeinsam mit Land und Gemeinde geplant. Das ist meist 30 Jahre VORHER....
25 Jahre Vorher gibt es die ersten Streckenvorplanungen.

Förderungseffekt >> BUND, Land , Gemeinde....


Radwege in meiner GEGEND auf Bahnstrecken gibt es hier >> http://www.achim-bartoschek.de/bahn_st.htm

Problematik :

Gerade bei den straßenbegleitenden Wegen gestaltet sich die Recherche oft schwierig. Im 2010 vorgelegten Landesradverkehrsplan Sachsen-Anhalt wurden zwar rund 35 stillgelegte Bahnstrecken auf eine Eignung als Radwege hin untersucht. Er ließ aber nur wenige Rückschlüsse darauf zu, was tatsächlich eine Chance auf Realisierung haben könnte, und klammerte außerdem die meisten der schon früh aufgegebenen Schmalspurstrecken sowie zahlreiche normalspurige Kleinbahnen aus. Den aktuellen Radwegebedarfsplänen ist in aller Regel nicht zu entnehmen, ob ein neuer landes- oder bundesstraßenbegleitender Radweg eine stillgelegte Bahnstrecke nutzen soll.
In dieser Bahntrassenwege-Übersicht sind einige Planungen verzeichnet, die mit längeren straßenfernen Abschnitten eine deutliche touristische Relevanz hätten, da neue Querverbindungen geschaffen würden oder bestehene Radrouten attraktiver gestaltet werden könnten.



Erst wenn die WIDMUNG der Strecke beim EBA raus ist (Entwidmung der Strecke) wird der Radweg ein Radweg bleiben.
...egal was da jetzt drauf gebaut wurde... bei Reaktivierung einer Bahnstrecke kann der BUND entschädigungsfrei zugreifen. (...Der BAHN Gewidmet)

Deshalb fangen auch so wenige BAHNHOF-EIGENTÜMER an den Bahnhof umzubauen - da muss man immer das EBA fragen - solange der GEWIDMET ist.
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imp
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K+S reaktiviert Strecke: Evtl sogar Personenverkehr?

Beitragvon imp » Fr 10. Jan 2020, 17:17

https://osthessen-news.de/n11629502/fah ... ancen.html

K+S will eine stillgelegte Bahn im Werratal für den Güterverkehr reaktivieren. Erste Bürgermeister werfen nun auch einen Regionalzug als Gedanken in den Raum. Es wäre der erste Personenverkehr auf der Strecke seit drei Jahrzehnten.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson

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