Siedlungsstern Berlin

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Selina
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Re: Siedlungsstern Berlin

Beitragvon Selina » Mi 3. Apr 2019, 08:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Apr 2019, 08:46)

Nein.. Das ist überhaupt nicht Wurscht. Es geht um die Alternativen
a) Ein amorphes Meer von Doppelhaushälften, Einfamilienhäusern, das sich einfach gleichmäßig um enen Metropolenkern herum ausdehnt oder
b) Eine Kette von weiter verdichteten regionalen Zentren in der Peripherie einerseits und eine erhaltene Struktur aus ländlichen Räumen plus naturbelassenen Gebieten andererseits.

Das sind zwei sehr unterschiedliche Raum-Entwicklungskonzepte. Die Region Berlin/Brandenburg hat eben noch die Chance, zweiteres Konzept Wirklichkeit werden zu lassen und ersteres Konzept zu verhindern. Vorausgesetzt, die CDU stellt nicht im September den nächsten MP in Brandenburg. Die aktuellen Prognosen (Februar 19) sehen SPD und CDU in Brandenburg genau Kopf an Kopf.


Richtig. Ich hoffe ja auch, dass im Berliner Speckgürtel sich noch die Vernunft durchsetzt und man gewachsene ländliche und schöne kleinstädtische Strukturen nicht durch gleichförmige Bebauung a la amerikanische Vorstädte völlig ruiniert.
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Quatschki
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Re: Siedlungsstern Berlin

Beitragvon Quatschki » Mi 3. Apr 2019, 09:03

Misterfritz hat geschrieben:(03 Apr 2019, 06:18)

Dann müsste der Städter seine höheren Mieten auch absetzen können, kann er aber nicht.

Wenn es eine Zweitwohnung ist, die er nur der Arbeit wegen anmietet, schon.
Ansonsten ist die eigene Wohnung natürlich privater Konsum.

Sicherlich wird ein Großteil der Wohnungen in Berlin City, die zum Beispiel von Abgeordneten oder deren Mitarbeitern angemietet werden, in der einen oder anderen Form steuerlich geltend gemacht.
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Re: Siedlungsstern Berlin

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 3. Apr 2019, 09:25

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Apr 2019, 08:46)

Nein.. Das ist überhaupt nicht Wurscht.

Interessant, dass du zum restlichen, wesentlich wichtigeren Teil des postings so rein gar nichts anzumerken hast, ich gehe also davon aus, dass du damit konform gehst. Im Übrigen wird es in Deutschland sowieso kein wild vor sich hin wucherndes, "amorphes Meer von Doppelhaushälften, Einfamilienhäusern, das sich einfach gleichmäßig um enen Metropolenkern herum ausdehnt" geben, außerhalb von Ortschaften darfst du rein gar nichts bauen und in Ortschaften ohne Baugenehmigung noch nichtmal einen Hühnerstall.

Durch den "Siedlungsstern" geht Landschaft verloren, das IST Zersiedelung, mein Vorschlag kostet keine Landschaft, nur Höhe.
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Re: Siedlungsstern Berlin

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 3. Apr 2019, 10:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 Apr 2019, 12:55)

Wenn man aus den Stadtgrenzen rausgeht, damit sich dort "Städter" ansiedeln können, dann ist das laut der Definition aus dem Wiki Zersiedelung. Ob das jetzt in den bestehenden Ortschaften im "Speckgürtel" oder entlang von Bahnstrecken/Autobahnen geschieht, ist doch im Grunde völlig wurscht, man hat bei letzterer Alternative den Vorteil, dass schnelle und direkte Verkehrs-Infrastruktur vorhanden ist, alles andere wie Wasser, Abwasser, Gas, Fernwärme, Elektrizität, Internet, lokale Straßen, Kigas/Kitas, Schulen, Ärzte, Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Geschäfte, Gewerbegebiete, kulturelle Einrichtungen und was weiß ich noch alles muss neu aufgebaut werden, so etwas existiert in den vorhandenen Orten meistens schon und man muss "nur" noch ausbauen.

Also noch mal. Und ganz konkret.
Liebätz heißt das kleine Dörfchen im südlichen Brandenburg mit 75 Einwohnern. Kraniche sind hier zu hören, weiß gestrichene Häuser stehen im Halbkreis um eine Backsteinkirche. Liebätz gehört zur Gemeinde Nuthe-Urstromtal, 50 Kilometer südlich von Berlin. Dorf und Gemeinde sind gut angebunden – nicht per Bahn, aber an das Straßennetz. Seit Dezember ist die B 101 nach Berlin fertig, auf der es sich fährt wie auf einer Autobahn. In 45 Minuten ist das Berliner Zentrum zu erreichen. Bei Bürgermeister Stefan Scheddin häufen sich jetzt die Anfragen von Menschen, die hier wohnen wollen, in Liebätz oder einem anderen der 23 Ortsteile der Gemeinde. Aber Scheddin muss den Meisten absagen.

„Wir haben das Problem, dass viele junge Leute wieder zurückkommen wollen in unsere Gemeinde. Aber die wollen nicht in einen Vier-Seiten-Hof ziehen, die wir ja hier überall haben, sondern die wollen sich ihr eigenes Eigenheim schaffen: 800 Quadratmeter Bauland, ein kleines Häuschen drauf, und damit soll’s gewesen sein. Und diese Entwicklung wird uns versagt.“
https://www.deutschlandfunk.de/landesentwicklung-der-lange-weg-zur-metropolregion-berlin.724.de.html?dram:article_id=444158
Das ist die Ausgangslage.
Regionale Zentren wie die Landkreisstädte, aber auch kleinere Städte rund um Berlin haben nicht nur Verkehrs-Infrastruktur sondern auch Schulen, Kitas, Krankenhäuser etc. Und häufig auch Arbeitsplätze, mittelständische Industrie etc.

Die Frage ist: Wie wollen wir uns entscheiden? Diese schon bestehenden regionalen Zentren weiter verdichten oder gleichmäßig in der Umland-Fläche expandieren?
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Re: Siedlungsstern Berlin

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 3. Apr 2019, 16:32

Wenn du meine postings aufmerksam liest, findest du dort schon die Antwort, neben meiner Präferenz, Berlin selber zu verdichten. Es ging ja aber nicht nur um bestehende regionale Zentren, sondern auch um "Dort sollen regionale Zentren entstehen". Außerdem ist es mW. in Deutschland auch nicht möglich außerhalb von Ortschaften mal einfach so in die "Umland-Fläche" zu expandieren, da bekommst du nix genehmigt, in LSB oder NSB erst recht nicht.
Dein Beispiel liest sich ja auch eher negativ aus Sicht dieser kleinen Ortschaften, Berlin will eben etwas anderes.

Mal zum Vergleich: in Paris leben 20.781 Einwohner pro km2 in Berlin sind es gerade mal 4.052 Einwohner pro km², da ist noch viel Luft.
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Re: Siedlungsstern Berlin

Beitragvon Woppadaq » Di 16. Apr 2019, 23:21

Tom Bombadil hat geschrieben:(03 Apr 2019, 09:25)Durch den "Siedlungsstern" geht Landschaft verloren, das IST Zersiedelung, mein Vorschlag kostet keine Landschaft, nur Höhe.


Landschaft geht so oder so verloren, neue Häuser werden ja nicht auf alten gebaut, die paar Abrisse in der Stadt spielen da keine Rolle. Ohne "Siedlungsstern" gibts aber nicht mal eine Struktur, die Hochhäuser rechtfertigen würde. Alles, was den "urban sprawl" bei Berlin verhindert, kann ich nur begrüssen.

Sicher, man kann mehr und dichter in der Stadt bauen. Führt nur oft zu diesen komischen Wohnungs-Spekulations-Dingsda, was die in London oder New York zuhauf haben, Berlin netterweise aber - noch - nicht so stark. Die meisten Leute, die aus der Stadt ziehen, tun das derzeit nicht der Mieten wegen, sondern weils ausserhalb schöner ist. Die eigentliche Mietflucht-Bewegung hat Berlin also noch vor sich. Wenn man für diesen Fall schon einen Plan hat, umso besser.

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