Vorschläge zur Wohnungsnot

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Teeernte
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Teeernte » Do 8. Aug 2019, 10:02

streicher hat geschrieben:(03 Aug 2019, 21:37)

In Sendling und in Trudering zum Beispiel. Gärten werden für (große) Häuser hergegeben, also wirklich noch nachverdichtet. Oder alte Häuser abgerissen. Größere werden hingebaut.


Eine Frage des Gewinns und der Ökonomie....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Teeernte » Do 8. Aug 2019, 10:05

streicher hat geschrieben:(02 Aug 2019, 21:24)

In Gegenden mit Einfamlienhäusern entstehen immer größere Einfamilienhäuser - den Eindruck habe ich von München. Mindestens zweistöckig. Vielleicht sogar vierstöckig - Kellergeschoss, Erdgeschoss, 1. Stock, Dachgeschoss. Aber keine Frage: die Wohnungsknappheit ist hier real.
Andererseits frage ich mich, warum man immer größere Wohnungen brauchen sollte. Vielleicht sollte man seinen Besitz schlanker gestalten und weniger sammeln. Weniger Kosten, weniger Arbeit. Wär doch auch was.


Schau in die Schweiz....junge Ehepaare beziehen 200 m2.......das ist normal. (wer sich das leisten kann) - danach kommt die Zweitwohnung.

Hier ähnlich.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Quatschki » Do 8. Aug 2019, 11:14

Teeernte hat geschrieben:(08 Aug 2019, 10:05)

Schau in die Schweiz....junge Ehepaare beziehen 200 m2.......das ist normal. (wer sich das leisten kann) - danach kommt die Zweitwohnung.

Hier ähnlich.

Hat den Vorteil, dass Haushaltspersonal oder zumindest Putzkräfte gebraucht werden, und somit neue reguläre Erwerbsmöglichkeiten entstehen, wie sie in einem sozialistischen Gesellschaftsmodell eher nicht vorgesehen sind.
Ger9374

Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Ger9374 » Do 8. Aug 2019, 11:20

Quatschki hat geschrieben:(08 Aug 2019, 11:14)

Hat den Vorteil, dass Haushaltspersonal oder zumindest Putzkräfte gebraucht werden, und somit neue reguläre Erwerbsmöglichkeiten entstehen, wie sie in einem sozialistischen Gesellschaftsmodell eher nicht vorgesehen sind.



200m2 geil, das ist Leben.
Aber ohne Kind zu gross, Luxus halt .
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Quatschki » Do 8. Aug 2019, 11:44

Ger9374 hat geschrieben:(08 Aug 2019, 11:20)

200m2 geil, das ist Leben.
Aber ohne Kind zu gross, Luxus halt .

Alles relativ.
Man braucht sich nur die Villen aus der Kaiserzeit anschauen.
Die haben nicht unter 400m² Wohnfläche. Das Personal wohnte oben unter dem Dach. Oder im Nebengelass.
Und solche Stadtvillen gab es zu tausenden.
Ger9374

Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Ger9374 » Do 8. Aug 2019, 12:04

Quatschki hat geschrieben:(08 Aug 2019, 11:44)

Alles relativ.
Man braucht sich nur die Villen aus der Kaiserzeit anschauen.
Die haben nicht unter 400m² Wohnfläche. Das Personal wohnte oben unter dem Dach. Oder im Nebengelass.
Und solche Stadtvillen gab es zu tausenden.




Einige davon schön restauriert gibt es noch gut verteilt in unserem land.
Voll Wärmeisoliert und teilweise entkernt.
Schick und gerne als Geldanlage genutzt.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Teeernte » Do 8. Aug 2019, 12:09

Ger9374 hat geschrieben:(08 Aug 2019, 11:20)

200m2 geil, das ist Leben.
Aber ohne Kind zu gross, Luxus halt .

Mit Kind dann75 m2 mehr....pro Kind.

...und 2 Tiefgaragenstellplätze... :D :D :D einen für den Porsche//BMW und einen fürs Elektroauto.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Quatschki » Do 8. Aug 2019, 12:33

Ger9374 hat geschrieben:(08 Aug 2019, 12:04)

Einige davon schön restauriert gibt es noch gut verteilt in unserem land.
Voll Wärmeisoliert und teilweise entkernt.
Schick und gerne als Geldanlage genutzt.

Gerade weil sie nur noch der Geldanlage dienen (und nicht wie einst der Repräsentation und Selbstverwirklichung), sind sie oft in ein halbes Dutzend Wohneinheiten zerlegt.
In die zuvor parkähnlichen Grundstücke sind meist noch weitere Typbauten hineingeklotzt, zuzüglich einer entsprechenden Anzahl PKW-Stellplätze.
Und von den einst üppigen Gehölzen und Hecken stehen nur noch zwei, drei Alibi-Bäume und ein paar Koniferen.
Das nennt sich heutzutage "gehobenes Wohnen" und ist doch nur ein Schatten dessen, was man früher darunter verstand.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon streicher » Do 8. Aug 2019, 21:40

Teeernte hat geschrieben:(08 Aug 2019, 10:02)

Eine Frage des Gewinns und der Ökonomie....
Gewinnmaximierung? Gewinn oder Verlust von Lebensqualität? Ist die Frage: wer gewinnt, wer verliert möglicherweise? Ich meine, wenn man ein Haus in sein Garten setzen lässt, gewinnt man Geld, aber verliert man seinen eigenen Garten und hat Beton vor dem Fenster.
Ich glaube, ich sollte mal einen Thread zum Thema "Wirtschaft" aufmachen...
Die Zukunft ist Geschichte.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Teeernte » Do 8. Aug 2019, 21:57

streicher hat geschrieben:(08 Aug 2019, 21:40)

Gewinnmaximierung? Gewinn oder Verlust von Lebensqualität? Ist die Frage: wer gewinnt, wer verliert möglicherweise? Ich meine, wenn man ein Haus in sein Garten setzen lässt, gewinnt man Geld, aber verliert man seinen eigenen Garten und hat Beton vor dem Fenster.
Ich glaube, ich sollte mal einen Thread zum Thema "Wirtschaft" aufmachen...


Eh....da hat man 2 grosse Grundstücke - eine im Wald mit Datsche ...und ein Haus (mit AUSREICHEND ABSTAND zum Nachbar) mit Garten - so den noch jemand bewirtschaften will...

Von einem Thread in "Wirtschaft" würd ich abraten - da wird hart durchgefegt.... :D :D :D
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Atue001 » Fr 9. Aug 2019, 23:25

JJazzGold hat geschrieben:(08 Aug 2019, 09:58)

Wie lautet Ihre Antwort auf diese Frage?


Liegt doch auf der Hand!
Wenn man dafür sorgt, dass Menschen auf auf dem Land Zugang zu üblicher Infrastruktur haben (gut ausgebaute Telefonie, schnelles Internet, Kindergärten, Schulen, ärztliche Versorgung, Einkaufsstätten...) und dann auch noch dafür sorgt, dass die Menschen nicht wegen des Arbeitsplatzes in die Stadt ziehen müssen (Förderung von Home-Office, Ausweisung von Industriegebieten in Dörfern und vor allem für Kleinstädte u.ä.), und wenn man dann noch Kultur im angemessenen Maße in diesen Gegenden fördert, dann gibt es deutlich weniger Gründe dafür, in die Stadt zu ziehen. Das lindert die Wohnungsnot in der Stadt, stärkt den ländlichen Raum, und kostet unterm Strich auch nicht mehr als die sozialen Folgekosten, die wir uns mit der einseitigen Förderung der Landflucht implizit mit einholen.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon JJazzGold » Sa 10. Aug 2019, 07:58

Atue001 hat geschrieben:(09 Aug 2019, 23:25)

Liegt doch auf der Hand!
Wenn man dafür sorgt, dass Menschen auf auf dem Land Zugang zu üblicher Infrastruktur haben (gut ausgebaute Telefonie, schnelles Internet, Kindergärten, Schulen, ärztliche Versorgung, Einkaufsstätten...) und dann auch noch dafür sorgt, dass die Menschen nicht wegen des Arbeitsplatzes in die Stadt ziehen müssen (Förderung von Home-Office, Ausweisung von Industriegebieten in Dörfern und vor allem für Kleinstädte u.ä.), und wenn man dann noch Kultur im angemessenen Maße in diesen Gegenden fördert, dann gibt es deutlich weniger Gründe dafür, in die Stadt zu ziehen. Das lindert die Wohnungsnot in der Stadt, stärkt den ländlichen Raum, und kostet unterm Strich auch nicht mehr als die sozialen Folgekosten, die wir uns mit der einseitigen Förderung der Landflucht implizit mit einholen.


Ich bezog mich auf diesen Teilsatz von Ihnen,

“kann man durchaus auch mal die Frage stellen, wieviel Wohnraum muss es denn je Einwohner sein? “.

Darauf wollte ich eine Antwort. Wie viel Wohnraum sollte Ihrer Meinung nach jedem Einwohner zugestanden werden?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Atue001 » Sa 10. Aug 2019, 22:27

JJazzGold hat geschrieben:(10 Aug 2019, 07:58)

Ich bezog mich auf diesen Teilsatz von Ihnen,

“kann man durchaus auch mal die Frage stellen, wieviel Wohnraum muss es denn je Einwohner sein? “.

Darauf wollte ich eine Antwort. Wie viel Wohnraum sollte Ihrer Meinung nach jedem Einwohner zugestanden werden?


Ich denke nicht, dass man hier eine pauschale Antwort geben kann oder geben sollte. Nur ändert das nichts daran, dass die Wohnraumansprüche permanent steigen - was auch zur Verknappung führt.
Gefragt wären intelligente Wohnraumlösungen insbesondere in Innenstädten, wo mit weniger qm trotzdem ein hoher Wohnkomfort besteht.

Ältere Menschen leben oft in viel zu großen Wohnungen - leider ist ihr Parner verstorben, und das Haus ist dann leer.....auch hier wäre es gut, wenn es passende Unterstützung gäbe, dass man beispielsweise auf intelligente WGs ausweichen kann.

Freie Zimmer könnte man an Studenten vermieten - es geht mir hierbei aber nicht um Zwang, sondern darum, vielmehr solche Angebote zu schaffen oder zu fördern - und vielleicht auch Unterstützung anzubieten, wie man so etwas machen kann.
Der Staat könnte bei notwendigem Umbau sogar helfen - also wenn beispielsweise Bäder benötigt werden, um ein Haus Mehrparteienfähig zu machen, oder auch getrennte Wohnungszugangstüren u.ä..

Es geht nicht um Zwang, es geht darum, Win-Win-Situationen herzustellen.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon JJazzGold » Sa 10. Aug 2019, 23:19

Atue001 hat geschrieben:(10 Aug 2019, 22:27)

Ich denke nicht, dass man hier eine pauschale Antwort geben kann oder geben sollte. Nur ändert das nichts daran, dass die Wohnraumansprüche permanent steigen - was auch zur Verknappung führt.
Gefragt wären intelligente Wohnraumlösungen insbesondere in Innenstädten, wo mit weniger qm trotzdem ein hoher Wohnkomfort besteht.

Ältere Menschen leben oft in viel zu großen Wohnungen - leider ist ihr Parner verstorben, und das Haus ist dann leer.....auch hier wäre es gut, wenn es passende Unterstützung gäbe, dass man beispielsweise auf intelligente WGs ausweichen kann.

Freie Zimmer könnte man an Studenten vermieten - es geht mir hierbei aber nicht um Zwang, sondern darum, vielmehr solche Angebote zu schaffen oder zu fördern - und vielleicht auch Unterstützung anzubieten, wie man so etwas machen kann.
Der Staat könnte bei notwendigem Umbau sogar helfen - also wenn beispielsweise Bäder benötigt werden, um ein Haus Mehrparteienfähig zu machen, oder auch getrennte Wohnungszugangstüren u.ä..

Es geht nicht um Zwang, es geht darum, Win-Win-Situationen herzustellen.


Ich weiß nicht, ob es ein Einzelfall ist, aber eine von der Gemeinde eingerichtete Wohnungstauschbörse gibt es im Landkreis bereits. Ältere Alleinstehende mit großen Wohnungen tauschen mit jungen Familien. Der Umzug für die Älteren wird von der Gemeinde organisiert und durchgeführt. Das Projekt ist noch neu, weshalb noch keine Aussage getroffen werden kann, ob es erfolgreich ist.
Zuletzt geändert von JJazzGold am Sa 10. Aug 2019, 23:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Atue001 » Sa 10. Aug 2019, 23:27

JJazzGold hat geschrieben:(10 Aug 2019, 23:19)

Ich weiß nicht, ob es ein Einzelfall ist, aber eine von der Gemeinde eingerichtete Wohnungstauschbörse gibt es im Landkreis bereits. Ältere Alleinstehende mit großen Wohnungen tauschen mit jungen Familien. Der Umzug für die Älteren wird von der Gemeinde organisiert und durchgeführt. Das Projekt ist noch, weshalb noch keine Aussage getroffen werden kann, ob es erfolgreich ist.


Ja, solche und ähnliche Projekte (auch Generationenhäuser würde ich als solche sehen) greifen immer mehr Gemeinden auf. Das geht schon auch in die richtige Richtung. Ich denke nur, hier geht sicher noch mehr.
Ich hab es erst mit der Schwiegermutter durchgemacht, und jetzt auch mit meinen Eltern. Da hing man viel zu lange am viel zu großen Haus - fast bis es schon zu spät war.
Als man dann jeweils in kleinere passendere altersgerechte Wohnungen umgezogen war, wurde das faktisch als Erleichterung wahrgenommen, die auch mehr Lebensqualität geboten hat.

Doch so richtig wird man hier noch nicht von der Gesellschaft unterstützt - über die Einzelinitiativen von Gemeinden und Landkreisen hinaus passiert da viel zu wenig.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon imp » So 18. Aug 2019, 17:19

JJazzGold hat geschrieben:(10 Aug 2019, 23:19)

Ich weiß nicht, ob es ein Einzelfall ist, aber eine von der Gemeinde eingerichtete Wohnungstauschbörse gibt es im Landkreis bereits. Ältere Alleinstehende mit großen Wohnungen tauschen mit jungen Familien. Der Umzug für die Älteren wird von der Gemeinde organisiert und durchgeführt. Das Projekt ist noch neu, weshalb noch keine Aussage getroffen werden kann, ob es erfolgreich ist.

Ich kenne Städte, da ist die 4-Zimmer-Wohnung mit Altmietvertrag billiger als eine kleine neue. Dort lässt sich kein Vermieter auf kostenneutrale Wechsel ein.
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