Die israelische Wirtschaft

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Liegestuhl
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Liegestuhl » Mi 25. Feb 2015, 17:16

Hooligan » Mi 25. Feb 2015, 17:13 hat geschrieben:Das sagtest du bereits. Aber wieso?


Weil sie sich schnell einem Waffenembargo gegenüber sahen und die benötigten Waffen zur eigenen Verteidigung selber entwickeln mussten. Teilweise natürlich auch aus Kostengründen.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Hooligan » Mi 25. Feb 2015, 17:25

Liegestuhl » Mi 25. Feb 2015, 17:16 hat geschrieben:Weil sie sich schnell einem Waffenembargo gegenüber sahen und die benötigten Waffen zur eigenen Verteidigung selber entwickeln mussten.

Ich dachte immer, Israel bezieht die meisten Waffen aus den USA.

Liegestuhl » Mi 25. Feb 2015, 17:16 hat geschrieben:Teilweise natürlich auch aus Kostengründen.

Etwa neu zu entwickeln, ist unglaublich teuer. Gerade in der Hochtechnologiebranche. Das rechnet sich nur, wenn man das Zeug auch hinterher gut verkaufen kann.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Wölfelspitz » Mi 25. Feb 2015, 17:30

Liegestuhl » Mi 25. Feb 2015, 17:16 hat geschrieben:
Woran liegt es denn deiner Meinung nach, dass so wenig technische Innovationen aus den übrigen arabischen Staaten kommen?


Da kann ich keine erschöpfende Antwort geben. Aber der Umkehrschluss heißt nicht, dass du automatisch mit deiner These recht hast.

Also Dubai hat's mit seinem Öl wohl erst mal schlichtweg nicht nötig. Nur so als erste Idee. Außerdem weiß ich nicht genau, was diese Staaten bzw. ihre Bewohner genau eigentlich so alles treiben. Vielleicht entwickeln sie ja mehr, als wir wahrnehmen.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Liegestuhl » Mi 25. Feb 2015, 17:48

Hooligan » Mi 25. Feb 2015, 17:25 hat geschrieben:Ich dachte immer, Israel bezieht die meisten Waffen aus den USA.

Erst seit dem Sechtagekrieg 1967. Zuvor wurden Waffen aus dem Ostblock insb. aus der CSSR bezogen. Israel galt ja als eher sozialistisch geprägtes Land und hat sich erst später "umorientiert". 1967 wollte es sich auch Frankreich nicht mit den Arabern versauen und hat ein Embargo gegen Israel verhängt. Daraufhin sprangen erst die USA als Waffenimporteur ein.

Etwa neu zu entwickeln, ist unglaublich teuer. Gerade in der Hochtechnologiebranche. Das rechnet sich nur, wenn man das Zeug auch hinterher gut verkaufen kann.


Die Utzi ist ja nicht schlecht weggegangen.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Hooligan » Mi 25. Feb 2015, 18:16

Zur Wirtschaft Israels habe ich das hier gefunden: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Ausse ... _node.html

Was mir auffällt:
Eine kleine Gruppe sehr gut ausgebildeter, global orientierter Israelis bildet mit religiösen Bevölkerungsteilen und Minderheiten, die zum Teil nur marginal am Wirtschaftsleben teilnehmen, eine heterogene Gesellschaft, die spezifische Herausforderungen auch an die Wirtschaftspolitik stellt.

Offenbar sind damit orthodoxe Juden gemeint. Die glauben wohl, dass man nichts tun muß, nur fromm sein und viel beten, so dass einem Gottes Gaben automatisch in den Mund fallen. Unter streng gläubigen Christen und Moslems, gibt es ja ähnliche Ansichten.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 16. Mär 2015, 22:34

Hooligan » Mi 25. Feb 2015, 18:16 hat geschrieben:Zur Wirtschaft Israels habe ich das hier gefunden: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Ausse ... _node.html

Was mir auffällt:

Offenbar sind damit orthodoxe Juden gemeint. Die glauben wohl, dass man nichts tun muß, nur fromm sein und viel beten, so dass einem Gottes Gaben automatisch in den Mund fallen. Unter streng gläubigen Christen und Moslems, gibt es ja ähnliche Ansichten.

Fromm und beten...naja, schon, aber es gibt da auch Hetzer, die den HAMAS-IRREN um nichts nachstehen. Ihre Beliebtheit ist in Israel gegen NULL tendierend...
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Provokateur » Mo 16. Mär 2015, 22:47

Liegestuhl » Mi 25. Feb 2015, 17:48 hat geschrieben:
Die Utzi ist ja nicht schlecht weggegangen.


Das TAR-21 verkauft sich auch.

Aserbaidschan – hat gemäß Presseberichten einige TAR-21 gekauft[2]
Brasilien – Die Front Brigade der Brasilianischen Armee erhielt TAR-21, hergestellt von Taurus[3]
Indien – Indische Spezialeinheiten (Fallschirmjäger und Marine Commandos)[4][5]
Israel – Seit 2010 Ordonnanzwaffe, nachdem es schon bei Spezialeinheiten im Einsatz ist
Georgien – Georgien erhielt im Jahr 2006 Waffen, die bei Spezialeinheiten eingesetzt werden
Philippinen – Die Philippine Drug Enforcement Agency hat 120 CTAR 21 gekauft[6]
Thailand – Soll neue Ordonnanzwaffe werden[7]


Und die Desert Eagle ist ja eine Waffe, die schon ikonographischen Wert hat.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Gretel » Mo 16. Mär 2015, 23:13

Der Film "The Lab" zeigt, dass jede israelische Militäroperation im Gazastreifen und im Westjordanland auch ein Werbefeldzug ist für Israels Waffenindustrie.
Beim Gaza-Krieg von 2008 etwa kamen elf Israelis ums Leben - und mehr als 1200 Palästinenser. Es ist dieses Missverhältnis, das anderswo aufmerksam registriert wird. Seit den Anschlägen auf das World Trade Center, den Kriegen im Irak und in Afghanistan pilgern Armee-Vertreter aus aller Welt nach Israel. "Die Leute mögen es, Waffen zu kaufen, die schon getestet wurden und seit zehn, 15 Jahren erfolgreich im Einsatz sind", gibt der frühere Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser im Film zu.
Naveh organisiert auch Touren für internationale Waffenkäufer durch Israel. Vor Anfragen könne er sich kaum retten: "Seit dem 11. September kauft alle Welt bei uns, weil unsere Waffen und Systems alle schon getestet sind." Getestet an Palästinensern."

Muck watt jü wüllt - de Lüüd snackt doch.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon palulu » Sa 21. Mär 2015, 17:37

Hooligan » Mi 25. Feb 2015, 19:16 hat geschrieben:Zur Wirtschaft Israels habe ich das hier gefunden: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Ausse ... _node.html

Was mir auffällt:

Offenbar sind damit orthodoxe Juden gemeint. Die glauben wohl, dass man nichts tun muß, nur fromm sein und viel beten, so dass einem Gottes Gaben automatisch in den Mund fallen. Unter streng gläubigen Christen und Moslems, gibt es ja ähnliche Ansichten.


Wenn Israel irgendwann einmal untergeht, dann wird das definitiv das ungewollte Ergebnis dieser Spinner sein. Irgendwann stellen sie eh die Majorität in der Bevölkerung.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon PublicEye » So 22. Mär 2015, 22:36

palulu » Sa 21. Mär 2015, 17:37 hat geschrieben:
Wenn Israel irgendwann einmal untergeht, dann wird das definitiv das ungewollte Ergebnis dieser Spinner sein. Irgendwann stellen sie eh die Majorität in der Bevölkerung.

Israel wird nicht untergehen, das versuchen Spinner schon seit x Jahrhunderten.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon fred76 » Mi 25. Mär 2015, 10:25

PublicEye » So 22. Mär 2015, 22:36 hat geschrieben:Israel wird nicht untergehen, das versuchen Spinner schon seit x Jahrhunderten.


Was angesichts der Tatsache, dass der Staat Israel erst 1948 proklamiert wurde, durchaus verblüfft.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon tabernakel » Sa 28. Mär 2015, 10:39

Gretel » Mo 16. Mär 2015, 23:13 hat geschrieben:Der Film "The Lab" zeigt, dass jede israelische Militäroperation im Gazastreifen und im Westjordanland auch ein Werbefeldzug ist für Israels Waffenindustrie.
Beim Gaza-Krieg von 2008 etwa kamen elf Israelis ums Leben - und mehr als 1200 Palästinenser. Es ist dieses Missverhältnis, das anderswo aufmerksam registriert wird. Seit den Anschlägen auf das World Trade Center, den Kriegen im Irak und in Afghanistan pilgern Armee-Vertreter aus aller Welt nach Israel. "Die Leute mögen es, Waffen zu kaufen, die schon getestet wurden und seit zehn, 15 Jahren erfolgreich im Einsatz sind", gibt der frühere Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser im Film zu.
Naveh organisiert auch Touren für internationale Waffenkäufer durch Israel. Vor Anfragen könne er sich kaum retten: "Seit dem 11. September kauft alle Welt bei uns, weil unsere Waffen und Systems alle schon getestet sind." Getestet an Palästinensern."

Der Film zeigt maximal dass Waffenverkäufer jedes Landes ihre Produkte gerne als "feldgetestet" verkaufen, und dass sie dabei wie alle Verkäufer auch gerne mal verallgemeinern oder übertreiben was den Einfluss ihres Produktes auf den Ausgang eines Konflikts angeht. Und vielleicht noch dass viele Waffenverkäufer nicht unbedingt die nettesten Menschen auf der Welt sind.

Dass beim 2. Gaza-Krieg nur 11 Israelis und 1200 Palästinenser ums Leben kamen zeigt dagegen maximal wie selbstmörderisch die Militärdroktin der Hamas ist. Selbst wenn in einem Konflikt auf Israelischer Seite 0 Opfer, und auf palästinensischer Seite zehntausend Opfer zu beklagen wären, dann sagt das in sich nur etwas über das relative Stärkeverhältnis und die jeweiligen Schutzmaßnamen für Zivilisten aus, und nichts über Recht oder Unrecht. Genauso wenig wie es nichts über die moralische Bewertung der Konfliktparteien im 2. Weltkrieg aussagt dass in den USA durch Kriegseinflüsse praktisch keine Zivilisten, in England "nur" 62.000, und in Deutschland dagegen ca 1.170.000 getötet wurden (ohne KZ-Opfer).

Und erst recht sagt diese Statistik nichts über Recht und Unrecht aus wenn eine Seite in diesem Konflikt alles dafür tut um ihre eigene Zivilisten zu schützen (und zudem viel Rücksicht auf die gegnerischen Zivilisten nimmt), während die andere Seite genau das Gegenteil tut:
- der Aufruf der Hamas an Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu dienen ist hinreichend belegt
- genauso dass die Hamas zwar Geld hatte massiv Tunnel zu bauen, aber nichts für unterirdische Zivilschutzräume
- genauso dass die Hamas gerne Waffen und Personal in UN-Einrichtungen bunkert
- genauso dass die Hamas ihre Raketen gerne in unmittelbarer Nähe von Zivilisten abfeuert, statt Freiflächen dafür zu nutzen, oder wenigstens die Zivilisten vorher zu evakuieren

Zudem bleiben die UN Opferzahlen massiv umstritten, und das aus gutem Grund:
- warum während der Konflikte in Gaza kaum jemand eines natürlichen Todes zu sterben scheint weiss nur die Hamas
- warum die Hamas Personen die sie selbst hinrichtet zu den Opferzahlen addiert weiss nur die Hamas
- warum in den Opferzahlen männliche Zivilisten im wehrtauglichen Alter dramatisch überproportional vertreten sind weiss nur die Hamas
- warum die Opfer von Hamas-Raketen und Mörsergranaten die in Gaza selbst einschlagen (ca. 5% aller Projektile) nicht separat ausgewiesen werden weiss auch nur die Hamas

Fazit: Wenn eine Konfliktpartei es so sehr darauf anlegt dass die eigene Zivilbevölkerung zu schaden kommt, und dann noch bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Statistiken frisiert, dann hat sie dafür keinerlei Sympathie verdient. Denn letztlich sagt das Ganze nur eines aus: Dass der Raketenbeschuss aus Gaza in dieser Form militärisch gesehen Suizid ist, und am Ende maximal ein extrem widerliches Propagandamittel um zu versuchen dem Ansehen des Gegners zu schaden.
Zuletzt geändert von tabernakel am Sa 28. Mär 2015, 10:57, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon fred76 » Sa 28. Mär 2015, 14:56

tabernakel » Sa 28. Mär 2015, 10:39 hat geschrieben:Dass beim 2. Gaza-Krieg nur 11 Israelis und 1200 Palästinenser ums Leben kamen zeigt dagegen maximal wie selbstmörderisch die Militärdroktin der Hamas ist. Selbst wenn in einem Konflikt auf Israelischer Seite 0 Opfer, und auf palästinensischer Seite zehntausend Opfer zu beklagen wären, dann sagt das in sich nur etwas über das relative Stärkeverhältnis und die jeweiligen Schutzmaßnamen für Zivilisten aus, und nichts über Recht oder Unrecht.


Das ist falsch.
Alle Aktionen, alle Handlungen werden sowohl im Völkerrecht als auch moralisch nur durch einen einzigen Punkt legitimiert: Verhältnismäßigkeit.
Die Logik "Lieber tausend Tote Araber als einen toten Juden" mag entsprechende Rassisten begeistern, moralisch oder rechtlich hat diese jedoch keinen Bestand.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon tabernakel » Sa 28. Mär 2015, 19:48

fred76 » Sa 28. Mär 2015, 14:56 hat geschrieben:Alle Aktionen, alle Handlungen werden sowohl im Völkerrecht als auch moralisch nur durch einen einzigen Punkt legitimiert: Verhältnismäßigkeit.

Was in diesem Konflikt verhältnismäßig ist und was nicht, das wird die Juristen beschäftigen. Aktuell jedoch sieht's das Völkerrecht betreffend für die Hamas alles andere als gut aus. Das diese das nicht wirklich interessiert, ist mir aber natürlich auch klar.

fred76 » Sa 28. Mär 2015, 14:56 hat geschrieben:Die Logik "Lieber tausend Tote Araber als einen toten Juden" mag entsprechende Rassisten begeistern, moralisch oder rechtlich hat diese jedoch keinen Bestand.

DAS ist aus meiner Sicht sogar korrekt, Anhänger der Jüdischen Religion genießen im Völkerrecht soweit ich weiss keinen Sonderstatus. Allerdings fundiert es nicht den Umkehrschluss dass Israel pro X toter Gegner mindestens einen eigenen Toten vorzuweisen habe um rechtlich noch im Rahmen zu sein, auch nicht das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Schon gar nicht wenn Israel ständig Waffenstillstand anbietet, die Hamas diesen immer wieder bricht, und daneben noch die Opferzahlen permanent im eigenen Sinne frisiert.

Moralisch gesehen genießen die Anhänger der Jüdischen Religion durch den Völkermord im Holocaust und den Massakern weltweit in den Jahrhunderten zuvor wenn dann einen Bonus, nicht mehr, nicht weniger. Daher ja auch die ständigen Versuche so vieler Holocaustleugner diesen zu relativieren. Daraus leitet sich aber sowieso nicht ab ob das was Israel tut zwingend moralisch oder unmoralisch ist. Und schon gar nicht zwingt es Israel dazu moralischer als der Rest der Welt zu sein.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon InDubioProReo » So 29. Mär 2015, 15:03

Was in diesem Konflikt verhältnismäßig ist und was nicht, das wird die Juristen beschäftigen. Aktuell jedoch sieht's das Völkerrecht betreffend für die Hamas alles andere als gut aus. Das diese das nicht wirklich interessiert, ist mir aber natürlich auch klar.


Die Hamas steht im Punkto Völkerrechtsverletzungen sicher nicht schlechter da als der demokratische Rechtsstaat Israel. Und die Hamas ist immerhin eine terroristische Organisation. Da wären wir aber beim nächsten wichtigen Punkt: Man sollte lieber erst einmal vor der eigenen Türe kehren. Die Völkerrechtsbrüche des jeweils anderen schließen die eigenen nicht aus. Rechtsbrüche können nicht gegeneinander aufgerechnet werden, Rechtsbrüche des anderen legitimieren nicht Vertrags- oder Rechtsverletzungen die der eigenen Sphäre entstammen.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon tabernakel » So 29. Mär 2015, 19:46

InDubioProReo » So 29. Mär 2015, 14:03 hat geschrieben:Die Hamas steht im Punkto Völkerrechtsverletzungen sicher nicht schlechter da als der demokratische Rechtsstaat Israel.

Aktuell ist noch keiner verurteilt, da steht's natürlich noch gleich. Warte ab, alleine schon die Tatsache dass so ziemlich alle Vergehen der Hamas absichtlich begangen werden, während das bei Israel alles andere als gesagt ist, macht einen dicken Unterschied in der Bewertung. Zumal bei den Palästinensern diese Dinge nicht innerstaatlich aufgeklärt und verfolgt werden, genau für solche Fälle ist der ICC da.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Liegestuhl » Di 8. Mär 2016, 23:16

Programm hilft Arabern bei Gründung von Start-ups

NAZARETH (inn) – Israel will mit einem neuen Programm israelische Araber bei der Gründung von Start-up-Unternehmen unterstützen.


http://www.israelnetz.com/wirtschaft/de ... d356fcef60

In Israel hat man längst verstanden, dass man auch das arabische Knowhow nutzen kann.
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Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon Wolverine » So 13. Mär 2016, 23:44

InDubioProReo hat geschrieben:(29 Mar 2015, 15:03)

Die Hamas steht im Punkto Völkerrechtsverletzungen sicher nicht schlechter da als der demokratische Rechtsstaat Israel. Und die Hamas ist immerhin eine terroristische Organisation. Da wären wir aber beim nächsten wichtigen Punkt: Man sollte lieber erst einmal vor der eigenen Türe kehren. Die Völkerrechtsbrüche des jeweils anderen schließen die eigenen nicht aus. Rechtsbrüche können nicht gegeneinander aufgerechnet werden, Rechtsbrüche des anderen legitimieren nicht Vertrags- oder Rechtsverletzungen die der eigenen Sphäre entstammen.

Es wundert mich immer noch, dass diese Hetze unwidersprochen stehenbleibt. Der demokratische Rechtsstaat Israel begeht nämlich keine einzige Völkerrechtsverletzung. Aber dass du es nicht so genau nimmst mit der Wahrheit, ist ja bekannt. Fakt ist, dass der Angriff auf israelische Zivilisten definitiv ein Völkerrechtsbruch ist und auch ein Kriegsverbrechen. Die Selbstverteidigung hingegen nicht, um nur ein Beispiel zu nennen.
HugoBettauer

Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon HugoBettauer » So 13. Mär 2016, 23:49

InDubioProReo hat geschrieben:(29 Mar 2015, 15:03)

Die Hamas steht im Punkto Völkerrechtsverletzungen sicher nicht schlechter da als der demokratische Rechtsstaat Israel. Und die Hamas ist immerhin eine terroristische Organisation. Da wären wir aber beim nächsten wichtigen Punkt: Man sollte lieber erst einmal vor der eigenen Türe kehren. Die Völkerrechtsbrüche des jeweils anderen schließen die eigenen nicht aus. Rechtsbrüche können nicht gegeneinander aufgerechnet werden, Rechtsbrüche des anderen legitimieren nicht Vertrags- oder Rechtsverletzungen die der eigenen Sphäre entstammen.

Insbesondere Deutschland hätte beim Thema Terror und Menschenrechte vor der eigenen Haustür noch ordentlich zu kehren. Stattdessen werden Richter wie Renesse verklagt, weil sie sich für die Entschädigung der Zwangsarbeiter einsetzen. Man soll nicht aufrechnen und rechtfertigen. Wie du richtig sagst, rechtfertigen Rechtsbrüche aus Israel keine Rechtsbrüche aus Deutschland. Also kehren wir besser hier.
bennyh

Re: Die israelische Wirtschaft

Beitragvon bennyh » Mo 14. Mär 2016, 00:45

HugoBettauer hat geschrieben:(13 Mar 2016, 23:49)

Insbesondere Deutschland hätte beim Thema Terror und Menschenrechte vor der eigenen Haustür noch ordentlich zu kehren. Stattdessen werden Richter wie Renesse verklagt, weil sie sich für die Entschädigung der Zwangsarbeiter einsetzen. Man soll nicht aufrechnen und rechtfertigen. Wie du richtig sagst, rechtfertigen Rechtsbrüche aus Israel keine Rechtsbrüche aus Deutschland. Also kehren wir besser hier.

Ich denke, die Aussage "man sollte lieber erst einmal vor der eigenen Türe kehren" war so zu verstehen, dass man nicht auf die Fehler eines anderen Landes zeigen sollte, um die eigenen kleinzureden. Genauso wenig, wie man die Rechtsbrüche Israels benutzen kann, um von die in Deutschland vorliegenden zu rationalisieren, kann man auch die in Deutschland vorliegenden Rechtsbrüche nicht benutzen, um die Rechtsbrüche Israels zu rationalisieren. Es ist ein Plädoyer dagegen, die Konversation über Rechtsbrüche, woimmer sie auftauchen mögen, einzustellen. Niemand soll sich vor Kritik drücken können, indem er auf jemand anderen zeigt.

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