Türkei und Zypern

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tabernakel
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon tabernakel » Mi 4. Sep 2019, 19:52

Progressiver hat geschrieben:(03 Sep 2019, 22:32)Ich war mal Anfang 1999 auf Studienfahrt auf der Insel. Wir haben sowohl den Südteil als auch den türkischen Nordteil besuchen können, um uns ein Bild von der Lage zu machen. Und auch den Streifen der UNO-Sicherheitszone durften wir betreten, da unser Professor wohl nach allen Seiten Connections hatte. Was ich aber sagen will, ist: Sowohl im Süden als auch im Norden habe ich so gut wie keine Frauen mit Kopftuch gesehen. Ganz anders war dagegen die Situation, als ich nach Mannheim kam, wo ich damals gelebt hatte. Da gab es dann wieder viele türkische Frauen mit Kopftuch. Ich nehme mal an, dass die türkischen Zyprioten da schon viel säkularer eingestellt waren. Die Türken hier in Deutschland sind in der Regel Leute, die aus eher ländlichen und unterentwickelten Gebieten kommen. Dementsprechend erhöht das die Tendenz, dass sie selbst in deutschen Großstädten herumlaufen wie im anatolischen "Hinterwald". Wie die Situation aber heute dort ist, kann ich nicht sagen.

Wenn ich eure Berichte so höre, dann begreife ich warum Erdogan bei Zypern so dermassen ins Risiko geht. Der befürchtet schlicht dass die türkischen Damen der Insel die ganzen Möchtegern-Bekehrer in Europa anstecken könnten wenn sich das rumspricht, dann laufen die alle ohne Kopftuch herum ... :D

Die Berichte machen auch klar wie es sein kann dass Nord- und Südzypern politisch aufeinander zugerückt sind ...
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imp
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon imp » Di 10. Sep 2019, 20:34

Progressiver hat geschrieben:(03 Sep 2019, 22:32)

Ich war mal Anfang 1999 auf Studienfahrt auf der Insel. Wir haben sowohl den Südteil als auch den türkischen Nordteil besuchen können, um uns ein Bild von der Lage zu machen. Und auch den Streifen der UNO-Sicherheitszone durften wir betreten, da unser Professor wohl nach allen Seiten Connections hatte. Was ich aber sagen will, ist: Sowohl im Süden als auch im Norden habe ich so gut wie keine Frauen mit Kopftuch gesehen. Ganz anders war dagegen die Situation, als ich nach Mannheim kam, wo ich damals gelebt hatte. Da gab es dann wieder viele türkische Frauen mit Kopftuch. Ich nehme mal an, dass die türkischen Zyprioten da schon viel säkularer eingestellt waren. Die Türken hier in Deutschland sind in der Regel Leute, die aus eher ländlichen und unterentwickelten Gebieten kommen. Dementsprechend erhöht das die Tendenz, dass sie selbst in deutschen Großstädten herumlaufen wie im anatolischen "Hinterwald". Wie die Situation aber heute dort ist, kann ich nicht sagen.

Das ist auch eine Generationenfrage. In Egypt, in Afghanistan und viele andere Laender, es war in den 50er und 60er Jahre normal, Frauen oft nicht tragen das Kopftuch. Spaeter, 80er Jahre und weiter, ist Kopftuch wieder sehr verbreitet. So aendern sich die Zeiten. Heute wieder, Frauen mit Kopftuch kommen in einigen Restaurant in Egypt nicht willkommen.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Cobra9 » Mi 18. Dez 2019, 10:53

Die Türkei lernt langsam das zumindest teilweise die Usa reagieren. Wenn auch nur symbolisch bislang.


https://www.welt.de/newsticker/news2/ar ... bargo.html


Realistisch was soll Zypern den großartig kaufen an Waffen wo die Türkei gefährdet. Atomwaffen ?
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Cobra9 » Mi 18. Dez 2019, 10:54

Die Türkei lernt langsam das zumindest teilweise die Usa reagieren. Wenn auch nur symbolisch bislang.


https://www.welt.de/newsticker/news2/ar ... bargo.html


Realistisch was soll Zypern den großartig kaufen an Waffen wo die Türkei gefährdet. Atomwaffen ?
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon watisdatdenn? » Do 19. Dez 2019, 03:27

imp hat geschrieben:(10 Sep 2019, 20:34)
Das ist auch eine Generationenfrage. In Egypt, in Afghanistan und viele andere Laender, es war in den 50er und 60er Jahre normal, Frauen oft nicht tragen das Kopftuch. Spaeter, 80er Jahre und weiter, ist Kopftuch wieder sehr verbreitet. So aendern sich die Zeiten. Heute wieder, Frauen mit Kopftuch kommen in einigen Restaurant in Egypt nicht willkommen.

Warum schreibst du auf einmal so merkwürdig und mit falscher Grammatik?

Inhaltlich gebe ich dir da aber recht.

Ich denke die laizistischen Jungtürken/Iraner/Afghanen waren historisch gesehen eine (oder 2) Ausnahmegeneration(en). In der Türkei induziert durch die militärischen Erfolge des laizistischen Atatürks. Bei den anderen Ländern verstehe ich es ehrlich gesagt nicht...
Davor war es Jahrhunderte deutlich religiöser und das wird es jetzt auch wieder.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Cobra9 » Fr 20. Dez 2019, 12:31

Griechenland bringt eigene Truppen in Stellung

https://www.saarbruecker-zeitung.de/nac ... d-47929819
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Kohlhaas » Fr 20. Dez 2019, 19:23

Cobra9 hat geschrieben:(20 Dec 2019, 12:31)

Griechenland bringt eigene Truppen in Stellung

https://www.saarbruecker-zeitung.de/nac ... d-47929819

Das kann die Nato auseinanderreißen. Putin hat deswegen wahrscheinlich eine schlaflose Nacht oder feuchte Träume. Umso wichtiger, dass die EU endlich wenigstens ansatzweise zu gemeinsamen Linien in der Außen- und Sicherheitspolitik findet.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon H2O » Fr 20. Dez 2019, 20:30

Cobra9 hat geschrieben:(20 Dec 2019, 12:31)

Griechenland bringt eigene Truppen in Stellung

https://www.saarbruecker-zeitung.de/nac ... d-47929819


Ich finde es nicht so lustig, ohne kurze Inhaltsangabe Quellen zu zitieren, die Dritten nur mit Erwerb eines Abonnements zugänglich sind. Zeitungen sind in wirtschaftlicher Not, jedenfalls viele davon. Da verstehe ich deren dringendes Werben um zahlende Leser.

In einer Diskussionsrunde hilft es aber nicht weiter, es beim Hinweis auf einen Artikel zu lassen. Worum geht es denn? Um Öl und Gas unter dem Meeresboden, um Ansprüche der Türkei und Libyens auf den Meeresboden des östlichen Mittelmeers, um Ansprüche der Türkei auf Bodenschätze in der Ägäis? Um konkurrierende Ansprüche Israels, Zyperns, Griechenlands und Ägyptens um Bodenschätze im östlichen Mittelmeer? Und wo bringt Griechenland eigene Truppen in Stellung?
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Cobra9 » Sa 21. Dez 2019, 09:38

H2O hat geschrieben:(20 Dec 2019, 20:30)

Ich finde es nicht so lustig, ohne kurze Inhaltsangabe Quellen zu zitieren, die Dritten nur mit Erwerb eines Abonnements zugänglich sind. Zeitungen sind in wirtschaftlicher Not, jedenfalls viele davon. Da verstehe ich deren dringendes Werben um zahlende Leser.

In einer Diskussionsrunde hilft es aber nicht weiter, es beim Hinweis auf einen Artikel zu lassen. Worum geht es denn? Um Öl und Gas unter dem Meeresboden, um Ansprüche der Türkei und Libyens auf den Meeresboden des östlichen Mittelmeers, um Ansprüche der Türkei auf Bodenschätze in der Ägäis? Um konkurrierende Ansprüche Israels, Zyperns, Griechenlands und Ägyptens um Bodenschätze im östlichen Mittelmeer? Und wo bringt Griechenland eigene Truppen in Stellung?



Entschuldige mein Account ist bei einigen Medien auch beruflich verlinkt komplett. Griechenland bringt eigene Truppen in Stellung um eigene Interessen zu wahren.

Hat vor allem damit zu tun das die Türkei die Grenzen nicht mehr respektiert. Verletzungen der Luft und Seegrenze primär.

http://www.ekathimerini.com/245427/arti ... k-airspace


Griechenland wird jetzt aggressiver dagegen vorgehen. Natürlich wird das auch eine Reaktion sein um Zypern zu stärken symbolisch. Israel hält demnächst wie Ägypten ebenfalls Seedrills ab.

Durch die Situation das Erdogan glaubt mehr Abbau machen zu können wenn Er Militär schickt wird zum Pulverfass
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Cobra9 » Sa 21. Dez 2019, 09:41

Kohlhaas hat geschrieben:(20 Dec 2019, 19:23)

Das kann die Nato auseinanderreißen. Putin hat deswegen wahrscheinlich eine schlaflose Nacht oder feuchte Träume. Umso wichtiger, dass die EU endlich wenigstens ansatzweise zu gemeinsamen Linien in der Außen- und Sicherheitspolitik findet.



Nicht nur die EU. Auch NATO. Realität ist das man langsam darüber nachdenken muss wie man die Türkei loskriegen kann. Ja das hilft Putin. Aber Erdogan so braucht man nicht.

Erdogan glaubt ala Putin mit allem durchzukommen. Jetzt ist dann Schluss und eine gefährliche Situation brodelt langsam hoch. Israel lässt seine Schiffe im.Gebiet eskortieren öfters. Dito andere Staaten.

Weil die Türkei agressiv ist. Erdogan merkt nicht mal mehr die Realität. Die Usa werden selbst unter Trump unfreundlich. Mittlerweile ist man soweit das man darüber spricht das gesamte Rüstungsindustrie Paket aufzuheben und dafür zu sorgen das beispielsweise keine Firma aus Großbritannien die Türkei unterstützt.

Ist ganz einfach. Entweder keine Unterstützung der Türkei oder es gibt keine Aufträge mehr aus den Usa.


Selbst Trump kann Erdogan nicht mehr helfen. Senat und Kongress halten zusammen

https://m.focus.de/politik/ausland/sank ... 79555.html
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon H2O » Sa 21. Dez 2019, 10:17

Cobra9 hat geschrieben:(21 Dec 2019, 09:38)

Entschuldige mein Account ist bei einigen Medien auch beruflich verlinkt komplett. Griechenland bringt eigene Truppen in Stellung um eigene Interessen zu wahren.

Hat vor allem damit zu tun das die Türkei die Grenzen nicht mehr respektiert. Verletzungen der Luft und Seegrenze primär.

http://www.ekathimerini.com/245427/arti ... k-airspace


Griechenland wird jetzt aggressiver dagegen vorgehen. Natürlich wird das auch eine Reaktion sein um Zypern zu stärken symbolisch. Israel hält demnächst wie Ägypten ebenfalls Seedrills ab.

Durch die Situation das Erdogan glaubt mehr Abbau machen zu können wenn Er Militär schickt wird zum Pulverfass



Ok, verstanden! Israel ist wohl schon weit fortgeschritten mit der Gasfelderschließung. Der DLF verbreitet die Meldung, daß im kommenden Frühjahr die Vermarktung in Israel beginnt. Das Vorhaben scheint so groß zu sein, daß selbst Lieferungen nach Europa geplant sind.

Was Drohgebärden Griechenlands betrifft, so kann ich die gut verstehen. Die sind geschichtlich bedingt, und leider tut Erdogan inzwischen alles, was dieser bösen Erinnerungen wieder Raum verschafft. Die Landgrenze im Norden ist doch gut gesichert... und zur See kann Griechenland gar nichts tun, so lange die Türkei noch irgendwie in der NATO formales Mitglied ist. Dann gelten vertragliche Überflugrechte in der Ägäis.

Aber vielleicht erbarmt sich Präsident Trump ja, und er schmeißt die Türkei aus der NATO, wenn die den USA Stützpunkte auf türkischem Boden kündigt. Viel Wert ist ein solcher Verbündeter ja wirklich nicht. Ein Fall für Rußland.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Cobra9 » Sa 21. Dez 2019, 10:28

H2O hat geschrieben:(21 Dec 2019, 10:17)

Ok, verstanden! Israel ist wohl schon weit fortgeschritten mit der Gasfelderschließung. Der DLF verbreitet die Meldung, daß im kommenden Frühjahr die Vermarktung in Israel beginnt. Das Vorhaben scheint so groß zu sein, daß selbst Lieferungen nach Europa geplant sind.

Was Drohgebärden Griechenlands betrifft, so kann ich die gut verstehen. Die sind geschichtlich bedingt, und leider tut Erdogan inzwischen alles, was dieser bösen Erinnerungen wieder Raum verschafft. Die Landgrenze im Norden ist doch gut gesichert... und zur See kann Griechenland gar nichts tun, so lange die Türkei noch irgendwie in der NATO formales Mitglied ist. Dann gelten vertragliche Überflugrechte in der Ägäis.

Aber vielleicht erbarmt sich Präsident Trump ja, und er schmeißt die Türkei aus der NATO, wenn die den USA Stützpunkte auf türkischem Boden kündigt. Viel Wert ist ein solcher Verbündeter ja wirklich nicht. Ein Fall für Rußland.



Jnein. Die Türkei verletzt die NATO Regeln wenn gewisse Regularien, Formalitäten nicht eingehalten werden. Was die Türkei mit voller Absicht unterlässt gerade um die Griechen zu ärgern. Erdogan glaubt scheinbar mit solchen Demonstrationen der Macht beeindruckt man Griechenland. Die Griechen schicken jetzt grundsätzlich aber eigene Maschinen hoch und es gab wohl schon den Fall das Griechen einen Türken ins Ziel genommen haben.


Wenn die Türkei ohne die grundsätzlich notwendigen Formalitäten in dem Gebiet von Griechenland agiert darf Griechenland seine Interessen wahren. Notfalls tatsächlich mit Gewalt. Die Marine von Griechenland ist mittlerweile oft präsent.

Aber die Türken ärgern ja nicht nur Griechenland. Ägypten, Israel ebenfalls. Es kam mehrfach zu gefährlichen Situationen mittlerweile und irgendwann eskaliert eine davon mal. Ägypten und Israel haben mittlerweile ihr Militär ebenfalls in Stellung.

Zwei ägyptische Schiffe haben schon türkische Schiffe gestellt. Das kann böse enden.

https://www.thenationalherald.com/27463 ... hts-ensue/


Ankara glaubt tatsächlich beispielsweise die geplante Pipeline von Israel bis zu europäischen Staaten verhindern zu können. Gnädig das man Gas aus Israel usw. via der Türkei transportieren würde.

Israel als auch Ägypten, Griechenland und Zypern sagen freundlich träume weiter dazu. Mittlerweile wird man gegenüber der Türkei hart bleiben und seine Interessen notfalls militärisch schützen. Leider in Fremdsprache die Quellen mit vielen Informationen. Aber wenn die Türkei den Bogen überspannt könnte es wirklich zur Gewalt kommen. Ägypten hat jetzt in eigener Sache damit gedroht. Israel sagt seine Interessen schütze es.

Grob

https://www.timesofisrael.com/cyprus-ra ... time-deal/
https://www.aa.com.tr/en/middle-east/is ... er/1674560

https://m.jpost.com/Middle-East/Egypt-a ... bya-611313

https://m.yenisafak.com/en/news/egypt-g ... ed-3507892

Ich Erdogan dringend eine Kursänderung empfehlen. Sonst knallt es wirklich mal. Ägypten und Israel haben die Faxen dicke verständlicherweise. Und militärisch gesehen ist die Türkei nicht unbedingt soviel stärker.


Ägypten setzt mal ein Zeichen


https://www.al-monitor.com/pulse/origin ... egypt.html
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon H2O » Sa 21. Dez 2019, 10:55

Im Grunde ein Zeichen schlimmster Unreife beiderseits. Wenn Griechenland so fordernd auftritt, dann haben die unverantwortlichen Leute dort eins an der Marmel.

...saying that Greece has military supremacy in the Aegean, ratcheting up worries of a possible conflict with the European Union offering Greece only lip service.


Noch hat Griechenland in der EU nicht das Kommando übernommen, und wenn ich solche Sprüche lese, dann ist das auch gut so. Die EU ist eine Macht, die wirtschaftlichen Druck ausüben kann. Wenn Griechenland das nicht genügt, dann soll das Land allein ins Gefecht ziehen. Nach einem nicht provozierten Angriff der Türkei auf griechisches Staatsgebiet oder auf zyprisches Staatsgebiet (Republik Zypern) ist die EU allerdings militärisch gefordert; das sehe ich auch so.

Und hinterher will keiner ein Wässerchen getrübt haben, aber Pleite sind sie beide!
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Kohlhaas » Sa 21. Dez 2019, 16:24

H2O hat geschrieben:(21 Dec 2019, 10:55)

Im Grunde ein Zeichen schlimmster Unreife beiderseits. Wenn Griechenland so fordernd auftritt, dann haben die unverantwortlichen Leute dort eins an der Marmel.



Noch hat Griechenland in der EU nicht das Kommando übernommen, und wenn ich solche Sprüche lese, dann ist das auch gut so. Die EU ist eine Macht, die wirtschaftlichen Druck ausüben kann. Wenn Griechenland das nicht genügt, dann soll das Land allein ins Gefecht ziehen. Nach einem nicht provozierten Angriff der Türkei auf griechisches Staatsgebiet oder auf zyprisches Staatsgebiet (Republik Zypern) ist die EU allerdings militärisch gefordert; das sehe ich auch so.

Und hinterher will keiner ein Wässerchen getrübt haben, aber Pleite sind sie beide!

Aktueller Anlass für die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei ist das türkisch-libysche Abkommen zur Ausbeutung von Bodenschätzen (vorrangig Erdgas) im gesamten Gebiet zwischen Ostlibyen und der Türkei. Der "Korridor", den die beiden da für sich beanspruchen, verläuft südlich von Kreta, dann zwischen Kreta und Zypern hindurch bis zur türkischen Küste. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Griechen unwirsch reagieren. Hier geht es um Seegebiet, das die Griechen seit eh und je beanspruchen. Mir ist auch nicht klar, wie Erdogan glauben kann, so ein Abkommen mit Libyen schließen zu können. Libyen und die Türkei haben nichtmal eine gemeinsame Grenze.

Dass Griechenland und die Türkei der Nato angehören und somit eigentlich "Verbündete" sind, wird beide nicht von irgendwelchen Aktionen abhalten. Die standen schonmal am Rande eines Kriegs. Da muss man jetzt jederzeit mit Zwischenfällen rechnen, die dazu führen, dass eine Seite schießt. Dann haben sowohl die EU als auch die Nato ein echtes Problem.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon H2O » Sa 21. Dez 2019, 16:56

Kohlhaas hat geschrieben:(21 Dec 2019, 16:24)

Aktueller Anlass für die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei ist das türkisch-libysche Abkommen zur Ausbeutung von Bodenschätzen (vorrangig Erdgas) im gesamten Gebiet zwischen Ostlibyen und der Türkei. Der "Korridor", den die beiden da für sich beanspruchen, verläuft südlich von Kreta, dann zwischen Kreta und Zypern hindurch bis zur türkischen Küste. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Griechen unwirsch reagieren. Hier geht es um Seegebiet, das die Griechen seit eh und je beanspruchen. Mir ist auch nicht klar, wie Erdogan glauben kann, so ein Abkommen mit Libyen schließen zu können. Libyen und die Türkei haben nichtmal eine gemeinsame Grenze.

Dass Griechenland und die Türkei der Nato angehören und somit eigentlich "Verbündete" sind, wird beide nicht von irgendwelchen Aktionen abhalten. Die standen schonmal am Rande eines Kriegs. Da muss man jetzt jederzeit mit Zwischenfällen rechnen, die dazu führen, dass eine Seite schießt. Dann haben sowohl die EU als auch die Nato ein echtes Problem.


Die EU hat versäumt, jeder unvernünftigen und unprovozierten Handlung der Türkei eine Wirtschaftsstrafe folgen zu lassen. Damit sollte sie jetzt beginnen. Das Kapitel EU-Mitgliedschaft sollte ausgesetzt werden für eine bessere Zukunft, in der die Türkei aufhört, mit seiner geostrategischen Lage seine NATO-Verbündeten zu erpressen. Beiden Bündnissen fehlt eine abgestimmte Strategie für den Umgang mit dem erpresserischen Verhalten der Türkei.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Kohlhaas » Sa 21. Dez 2019, 17:30

H2O hat geschrieben:(21 Dec 2019, 16:56)

Die EU hat versäumt, jeder unvernünftigen und unprovozierten Handlung der Türkei eine Wirtschaftsstrafe folgen zu lassen. Damit sollte sie jetzt beginnen. Das Kapitel EU-Mitgliedschaft sollte ausgesetzt werden für eine bessere Zukunft, in der die Türkei aufhört, mit seiner geostrategischen Lage seine NATO-Verbündeten zu erpressen. Beiden Bündnissen fehlt eine abgestimmte Strategie für den Umgang mit dem erpresserischen Verhalten der Türkei.

Man ist geneigt, jetzt so zu handeln. Dummerweise ist es nicht die "Türlei", die so einen Stunk macht, sondern Erdogan. Vielleicht wäre es besser, jetzt abzuwarten, bis der weg vom Fenster ist. Es deutet sich ja an, dass seine Machtbasis bröckelt. Ich bin mir unsicher, wie man jetzt vorgehen sollte.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon H2O » Sa 21. Dez 2019, 18:30

Kohlhaas hat geschrieben:(21 Dec 2019, 17:30)

Man ist geneigt, jetzt so zu handeln. Dummerweise ist es nicht die "Türlei", die so einen Stunk macht, sondern Erdogan. Vielleicht wäre es besser, jetzt abzuwarten, bis der weg vom Fenster ist. Es deutet sich ja an, dass seine Machtbasis bröckelt. Ich bin mir unsicher, wie man jetzt vorgehen sollte.


Meine Vermutung: Erdogan wird "Präsident" auf Lebenszeit, oder er läßt die Verfassung umbauen, daß er dann wieder Regierungschef wird, so wie das wohl von Putin vermutet wird... und dann natürlich mit den Vollmachten, die jetzt der Präsident hat.

Ansonsten volle Zustimmung: Wenn man begründete Hoffnung haben könnte, daß die Türkei wieder eine Haltung einnimmt, wie sie die Türkei am Anfang der 2000er Jahre hatte, dann wäre jede Zurücksetzung der Türkei nur noch dumm. Aber diese Hoffnung habe ich nicht mehr. Die heutige Türkei ist in ihrem Auftreten unerträglich nationalistisch, islamistisch und populistisch aufgestellt... so daß daran die so bewährte offizielle deutsch-türkische Freundschaft zerbrochen ist. Ich habe diese guten Gefühle füreinander noch kennen gelernt, und habe dort auch noch liebe Freunde. Aber auf Staatsebene ist mit dem Verein gar nicht mehr gut Kirschenessen. Sehr schade!
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Kohlhaas » Sa 21. Dez 2019, 18:35

H2O hat geschrieben:(21 Dec 2019, 18:30)

Meine Vermutung: Erdogan wird "Präsident" auf Lebenszeit, oder er läßt die Verfassung umbauen, daß er dann wieder Regierungschef wird, so wie das wohl von Putin vermutet wird... und dann natürlich mit den Vollmachten, die jetzt der Präsident hat.

Ansonsten volle Zustimmung: Wenn man begründete Hoffnung haben könnte, daß die Türkei wieder eine Haltung einnimmt wie sie die Türkei am Anfang der 2000er Jahre hatte, dann wäre jede Zurücksetzung der Türkei nur noch dumm. Aber diese Hoffnung habe ich nicht mehr. Die heutige Türkei ist in ihrem Auftreten unerträglich nationalistisch, islamistisch und populistisch aufgestellt... so daß daran die so bewährte offizielle deutsch-türkische Freundschaft zerbrochen ist. Ich habe diese guten Gefühle füreinander noch kennen gelernt, und habe dort auch noch liebe Freunde. Aber auf Staatsebene ist mit dem Verein aber gar nicht mehr gut Kirschenessen. Sehr schade!

Eine "Konkurrenz-Partei" zur AKP ist vor ein paar Tagen schon gegründet worden (von Davotoglu). Eine weitere soll noch vor Jahresende gegründet werden, von Babacan. In den setze ich große Hoffnung. Er hat angekündigt, die Türkei wieder an die EU annähern zu wollen. Und er ist wohl auch der "Architekt" des Wirtschaftsaufschwungs, den die Türkei nach dem Wahlsieg der AKP erlebt hat. Also, noch würde ich nicht zu pessimistisch sein. Die gegenwärtige Lage ist natürlich wirklich unterirdisch. Es kann sich nur was ändern, wenn Erdogan verschwindet.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon H2O » Sa 21. Dez 2019, 19:51

Kohlhaas hat geschrieben:(21 Dec 2019, 18:35)

Eine "Konkurrenz-Partei" zur AKP ist vor ein paar Tagen schon gegründet worden (von Davotoglu). Eine weitere soll noch vor Jahresende gegründet werden, von Babacan. In den setze ich große Hoffnung. Er hat angekündigt, die Türkei wieder an die EU annähern zu wollen. Und er ist wohl auch der "Architekt" des Wirtschaftsaufschwungs, den die Türkei nach dem Wahlsieg der AKP erlebt hat. Also, noch würde ich nicht zu pessimistisch sein. Die gegenwärtige Lage ist natürlich wirklich unterirdisch. Es kann sich nur was ändern, wenn Erdogan verschwindet.


Diese Hinwendung zu nüchternen Politikern wäre für mich eine glückliche Fügung; insbesondere für meine türkischen Freunde. Im Augenblick belasse ich es meinen Freunden gegenüber bei guten Wünschen zum Geburtstag und kurzem Bericht über meine Familie. Wer weiß, wer auf der anderen Seite mitliest und anschließend meinen Freunden Kummer macht!

Ich bin nicht sicher, ob man Erdogans Macht nicht durch Milde weiter befestigt... wie das ja in den 30er Jahren auch hierzulande geschehen ist. Hoffen wir also auf seine Wettbewerber um die politische Führung... und daß die sich nicht urplötzlich im Knast wiederfinden.
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Re: Türkei und Zypern

Beitragvon Kohlhaas » So 22. Dez 2019, 16:46

watisdatdenn? hat geschrieben:(14 May 2019, 20:19)

Wo die Türkei bohrt hat Zypern die ausschließlichen wirtschaftlichen Nutzungsrechte, das ist doch unumstritten?!

Für mich zur Einschätzung deiner Argumentation:
Hast du einen türkischen Migrationshintergrund?

Die Türkei argumentiert, dass der Nordteil Zyperns eine eigene Republik und von Türken bewohnt ist. Diese Republik wird freilich nur von der Türkei völkerrechtlich anerkannt. Außerdem behauptet Erdogan, dass Zypern keinen eigenen Festlandsockel hat (übrigens behauptet er das gleiche von diversen griechischen Inseln). Damit wäre die Wirtschaftszone nicht 200 Meilen sondern nur 12 Meilen tief. Ist also schon umstritten, wenn auch nur aus Sicht Erdogans.

Zypern ist aber gar nicht mehr das zentrale Problem. Erdogan ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat eine "Seegrenze" zwischen der Türkei und Libyen vereinbart. Damit erhebt er faktisch Anspruch auf Seegebiete, die bislang unumstritten zu Griechenland, Zypern und Ägypten gehören. Auch in türkischen Seekarten waren diese Gebiete bislang als griechisch, zyprisch oder ägyptisch verzeichnet. Vor ein paar Monaten gab es dann plötzlich Irritationen deswegen. Damals hat die Türkei das bisher größte Seemanpöver ihrer Geschichte abgehalten. Es trug den Namen "Türkiye Mavi Vatan". Übersetzt: Blaue Heimat der Türkei. Schau Dir im folgenden Link mal die Karte an, vor der Erdogan damals eine Pressekonferenz gab. Da reicht die "blaue Heimat" der Türkei bis zur Ostspitze Kretas und weiter nach Süden. Und die Dodekanes-Inseln (z.B. Rhodos, Kos, Kalymnos...) liegen plötzlich in türkischem Seegebiet. Mit dieser Karte erklärt Erdogan praktisch die halbe Ägäis zu türkischem Hoheitsgebiet.

https://de.euronews.com/2019/09/03/prov ... hes-gebiet

Erdogan tickt langsam völlig aus. Das werden die Griechen niemals hinnehmen. Die waren 1996 bereit, schon wegen Imia - zwei unbewohnte Dodekanes-Inseln, die nur zwei Hektar groß sind! - einen Krieg zu führen. Damals waren in dem Gebiet bereits parktisch die kompletten Flotten der Türkei und Griechenlands versammelt. Eine Intervention der USA konnte verhindern, dass geschossen wurde. Auch jetzt hat Griechenland dem Vernehmen nach wieder Kriegsschiffe losgeschickt. Die operieren wohl in den Gewässern südlich von Kreta.

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