Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

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Tom Bombadil
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Okt 2019, 10:48

"Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."
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King Kong 2006
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Okt 2019, 10:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2019, 10:48)

"Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


Wessen Geschichte? Die des 3.Reiches, der Entwicklungen der Staaten in Europa des 20. und davor den Weichenstellungen im 19. Jahrhundert?

Wenn du darüber diskutieren willst, kann man das sicher im Geschichtsforum machen. Hier ist, wenn man die Entwicklungen beleuchten will eher Sykes-Picot, koloniale Politik im Vorderen Orient, das Osmanische Reich und arabische und kurdische Geschichte heranzuholen und nicht Adolf Hitler und der deutsche Nationalsozialismus. Das erklärt gar nichts und ist bloße Rethorik. Trump würde ich auch nie als Hitler bezeichnen. Und nicht Saddam, oder Putin oder Erdogan. Jeder ist anscheinend nach belieben Hitler...
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Okt 2019, 10:57

Es tut mir leid, dass du von meiner simplen Analogie so überfordert bist, aber ich habe niemand als Hitler (oder Stalin) bezeichnet.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Okt 2019, 11:12

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2019, 10:57)

Es tut mir leid, dass du von meiner simplen Analogie so überfordert bist, aber ich habe niemand als Hitler (oder Stalin) bezeichnet.


Natürlich nicht. Das war eine völlig sinnfreie beliebige Aussage von dir? Du hättest das auch ganz weglassen können oder andere Beispiele nennen können. Aber Adolf Hitler ist mal wieder genannt worden. Rein zufällig. Ganz "simpel", in einer simplen Analogie. In anderen Zusammenhängen gäbe diese Rethorik oder "simple Analogie" sicher ein Donnerwetter.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Okt 2019, 11:39

OMG, das war ein historisches Beispiel dafür, dass Autokraten trotz Abkommen und bester wirtschaftlicher Beziehungen aufeinander losgehen :roll:
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Kohlhaas » So 13. Okt 2019, 15:47

Ein Trump-Zitat aus dem von King Kong geposteten Link:
https://www.welt.de/politik/ausland/art ... chtet.html

„Ich habe der Türkei klargemacht, dass wir sehr schnelle, starke und harte Wirtschaftssanktionen verhängen, wenn sie ihre Verpflichtungen nicht einhalten“, sagte Präsident Donald Trump am Samstagabend (Ortszeit) vor Anhängern in Washington. Zu diesen Verpflichtungen gehöre der „Schutz religiöser Minderheiten und auch die Überwachung von IS-Häftlingen, die wir gefangen haben“.

Damit räumt der Depp ein, dass er entgegen aller Beteuerungen doch "grünes Licht" für den Einmarsch der Türkei gegeben hat. Wie sollten türkische Truppen in Syrien sonst religiöse Minderheiten schützen und IS-Gefangene bewachen, wenn sie nicht einmarschieren?

Die Kurden können weder von den USA, noch von Russland, noch von Syrien Unterstützung erwarten. Jetzt bliebe nur noch Europa übrig.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Adam Smith » So 13. Okt 2019, 18:19

Kohlhaas hat geschrieben:(13 Oct 2019, 15:47)

Ein Trump-Zitat aus dem von King Kong geposteten Link:
https://www.welt.de/politik/ausland/art ... chtet.html

„Ich habe der Türkei klargemacht, dass wir sehr schnelle, starke und harte Wirtschaftssanktionen verhängen, wenn sie ihre Verpflichtungen nicht einhalten“, sagte Präsident Donald Trump am Samstagabend (Ortszeit) vor Anhängern in Washington. Zu diesen Verpflichtungen gehöre der „Schutz religiöser Minderheiten und auch die Überwachung von IS-Häftlingen, die wir gefangen haben“.

Damit räumt der Depp ein, dass er entgegen aller Beteuerungen doch "grünes Licht" für den Einmarsch der Türkei gegeben hat.


Trump ist halt was dumm. Manche nutzen das aus.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon unity in diversity » Mo 14. Okt 2019, 03:22

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2019, 10:48)

"Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

Der IS kannte kein Pardon und er wird weiterhin erbarmungslos kämpfen und keine Gefangenen machen. Hoffentlich lernt man daraus, oder der Humanitätsdusel bricht Europa das Genick.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Aus den USA.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 14. Okt 2019, 23:06

Planen die USA ihre Kernwaffen aus der Türkei abziehen? Immerhin war die Türkei jahrzehntelang ein wichtiger Eckpfeiler der NATO gegenüber der Sowjetunion und noch heute gegenüber Russland. Es scheint sich zu bewegen.

US nuclear bombs at Turkish airbase complicate rift over Syria invasion

US officials said to be looking at moving nuclear devices as Congress plans sanctions


In recent days administration officials have been quietly reviewing plans to move the bombs, the New York Times reported on Monday. The report quoted a senior official as saying the bombs had become Erdoğan’s hostages and that flying them out of İncirlik would be the de-facto end of the Turkish-American alliance.


Die US-Atombomben werden als hostages bezeichnet. Ein These dazu ist, daß Erdogan bei einem Abzug dieser womöglich dann eigene bräuchte.

According to one former official, Turkish diplomats responded to suggestions that the bombs might be removed by saying Turkey would develop its own nuclear weapons.

“The potential problems have been discussed for over a decade. And now we’ve finally gotten to a point where this is a problem that we can’t ignore any more,” the former US official said.

Erdoğan underlined that threat last month, declaring at a party rally that it was “unacceptable” for Turkey not to have its own arsenal. He claimed falsely: “There is no developed nation in the world that doesn’t have them.”

As a signatory to the nuclear non-proliferation treaty, Turkey has committed not to acquire nuclear weapons.


As the Turkish offensive continues, Turkey’s place in the Nato alliance has come under increasing strain. At a meeting on Monday, EU foreign ministers agreed to follow France and Germany’s lead in ceasing arms sales to Turkey, while condemning Turkey for undermining “the stability and security of the whole region, resulting in more civilians suffering”.

https://www.theguardian.com/world/2019/ ... a-invasion


Wenn man ein Leitwolf sein will und die Türkei unter Erdogan und dem Wegfall des Eisernen Vorhangs des Kalten Krieges macht dies möglich, ja nötig sogar eine Neupositionierung der Türkei ab, dann geht das immer nur auf Kosten etwas anderem. Wenn die Türkei eine Führungsrolle spielen will, dann geht das nicht auf den hinteren Plätzen. Wenn man sich nach vorne drängelt, dann gibts Reibereien. Das erleben wir wohl gerade. Seit ein paar Jahren.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 15. Okt 2019, 08:50

Die Türkei entfernt sich von der ihr zugedachten Rolle. Seit den letzten Jahren zunehmend. Das war diplomatisch offenbar nicht aufzuhalten. Jetzt sollen schwerere Geschütze aufgefahren werden. Sanktionen. Damit haben die USA natürlich viel stärkere Druckmittel gegenüber der Türkei als bloßes Gerede. Immerhin will die Türkei auch mit Russland gute Kontakte pflegen. Das ist schon unangenehm. Wie begründet man die Sanktionen? Ach ja, Ankara ist in Nordsyrien einmarschiert. Nachdem Trump den Rückzug befahl und den Kurden die Empfehlung aussprach doch einfach wegzugehen.

Sanktionen und Drohungen gegen Türken

Trump fordert sofortigen Waffenstillstand in Syrien

Mit dem Abzug der US-Truppen hat Donald Trump die Eskalation in Syrien überhaupt erst ermöglicht - nun spielt der US-Präsident Feuerlöscher: Er verlangt ein abruptes Ende der türkischen Offensive.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 91560.html


Auch, wenn die USA jetzt Druckmittel aufbauen ist die Beziehung wohl nachhaltig gestört. Saddam Hussein war auch nach dem Gespräch mit der amerikanischen Botschafterin April Glaspie der Auffassung, er könne weiterhin marschieren. Seinerzeit nach Kuwait. Da hat er wohl was "mißverstanden". Und einen guten Grund geliefert.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Gluck » Di 15. Okt 2019, 19:33

Kohlhaas hat geschrieben:(13 Oct 2019, 15:47)

Ein Trump-Zitat aus dem von King Kong geposteten Link:
https://www.welt.de/politik/ausland/art ... chtet.html

„Ich habe der Türkei klargemacht, dass wir sehr schnelle, starke und harte Wirtschaftssanktionen verhängen, wenn sie ihre Verpflichtungen nicht einhalten“, sagte Präsident Donald Trump am Samstagabend (Ortszeit) vor Anhängern in Washington. Zu diesen Verpflichtungen gehöre der „Schutz religiöser Minderheiten und auch die Überwachung von IS-Häftlingen, die wir gefangen haben“.

Hat die US-Regierung von Anfang an damit gerechnet, dass der Einmarsch der Türken im Westen derartig schlecht ankommt, um dann eine Rechtfertigung für einen "Wirtschaftskrieg" gegen den kranken Mann am Bosporus in der Hand zu haben?
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Kohlhaas » Di 15. Okt 2019, 20:28

Gluck hat geschrieben:(15 Oct 2019, 19:33)

Hat die US-Regierung von Anfang an damit gerechnet, dass der Einmarsch der Türken im Westen derartig schlecht ankommt, um dann eine Rechtfertigung für einen "Wirtschaftskrieg" gegen den kranken Mann am Bosporus in der Hand zu haben?

Kann ich mir nicht vorstellen. Es wäre viel "billiger" gewesen, die Handvoll von Soldaten einfach vor Ort zu lassen, als jetzt einen Wirtschaftskrieg zu beginnen. Wenn Trump den Wirtschaftskrieg wollte, hätte er ihn auch ohne Truppenabzug haben können. Gründe gab es genug (S400, Gasbohrungen vor Zypern, inhaftierte Geistliche.... etc). Die ganze Sache ist entweder ein abgekartetes Spiel oder die idiotische Idee eines nur halbwegs denkfähigen Vollpfostens, der nicht auf kundige Berater hört.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Gluck » Di 15. Okt 2019, 22:20

Kohlhaas hat geschrieben:(15 Oct 2019, 20:28)

Kann ich mir nicht vorstellen. Es wäre viel "billiger" gewesen, die Handvoll von Soldaten einfach vor Ort zu lassen, als jetzt einen Wirtschaftskrieg zu beginnen. Wenn Trump den Wirtschaftskrieg wollte, hätte er ihn auch ohne Truppenabzug haben können. Gründe gab es genug (S400, Gasbohrungen vor Zypern, inhaftierte Geistliche.... etc).

Diese Angelegenheiten haben medial allerdings keinen so großen Wirbel gemacht wie nun "die Türken greifen jetzt jene an, die bis vor kurzem noch die Bösesten der Bösen, den Abschaum des Abschaums bekämpft haben."
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon unity in diversity » Mi 16. Okt 2019, 02:46

King Kong 2006 hat geschrieben:(15 Oct 2019, 08:50)

Die Türkei entfernt sich von der ihr zugedachten Rolle. Seit den letzten Jahren zunehmend. Das war diplomatisch offenbar nicht aufzuhalten. Jetzt sollen schwerere Geschütze aufgefahren werden. Sanktionen. Damit haben die USA natürlich viel stärkere Druckmittel gegenüber der Türkei als bloßes Gerede. Immerhin will die Türkei auch mit Russland gute Kontakte pflegen. Das ist schon unangenehm. Wie begründet man die Sanktionen? Ach ja, Ankara ist in Nordsyrien einmarschiert. Nachdem Trump den Rückzug befahl und den Kurden die Empfehlung aussprach doch einfach wegzugehen.



Auch, wenn die USA jetzt Druckmittel aufbauen ist die Beziehung wohl nachhaltig gestört. Saddam Hussein war auch nach dem Gespräch mit der amerikanischen Botschafterin April Glaspie der Auffassung, er könne weiterhin marschieren. Seinerzeit nach Kuwait. Da hat er wohl was "mißverstanden". Und einen guten Grund geliefert.

Erdogan bekommt hochrangigen Besuch aus den USA.
Was können die noch wollen, nachdem es Erdogan an die Russen vergeigt hat?
Letztes Audit, bevor der Stab gebrochen wird?
Was er sagen will, darf er nicht mehr und was Erdogan noch sagen darf, will er nicht mehr.
Wenn er das Schicksal anderer aus dem Ruder gelaufenen Autokraten teilt, ist in Kleinasien mit einem failed state zu rechnen.
Der Supergau für Europa und ein Lottogewinn für america first.
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Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Okt 2019, 10:07

unity in diversity hat geschrieben:(16 Oct 2019, 02:46)

Erdogan bekommt hochrangigen Besuch aus den USA.
Was können die noch wollen, nachdem es Erdogan an die Russen vergeigt hat?
Letztes Audit, bevor der Stab gebrochen wird?
Was er sagen will, darf er nicht mehr und was Erdogan noch sagen darf, will er nicht mehr.
Wenn er das Schicksal anderer aus dem Ruder gelaufenen Autokraten teilt, ist in Kleinasien mit einem failed state zu rechnen.
Der Supergau für Europa und ein Lottogewinn für america first.


Die USA haben mehrmals bewiesen, mit den militärischen Interventionen in der Region, das sie sich den Luxus leisten dort etwas zum Einsturz zu bringen. Neben den Betroffenen vor Ort sind es dann die Nachbarn, die damit fertig und die damit leben müssen. Russland und die EU z.B. Wenn die Flüchtlinge alle in die USA gegangen wären oder zukünftige, würde man in Vorderaisen sicher anders intervenieren. Der Terror ist auch viel näher als in den USA. Trump hat ja noch die Unverschämtheit daraufhinzuweisen, das die USA ja weit weg wären man solle doch Napoleon um Hilfe bitten...

Und wenn die Nachbarn der Region dann dort intervenieren ist das eine Einmischung mit einem negativen Touch. Obwohl es sie direkt betrifft und Abkommen dahinsichtlich existieren. Wenn die USA unter fadenscheinigen Begründungen (Irak vor der UNO, Putsch von gewählten Premier im Iran) dort randalieren ist das positiv...?
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon unity in diversity » Mi 16. Okt 2019, 14:24

Mit der zweiten Garnitur hält sich Erdogan nicht auf, er verlangt nach Trump persönlich:
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 91863.html
Mit Putin will Erdogan auch noch mal reden.
Mal sehen, wer wem sein vollstes Vertrauen ausspricht.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon imp » Sa 19. Okt 2019, 06:35

unity in diversity hat geschrieben:(16 Oct 2019, 14:24)

Mit der zweiten Garnitur hält sich Erdogan nicht auf, er verlangt nach Trump persönlich:
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 91863.html
Mit Putin will Erdogan auch noch mal reden.
Mal sehen, wer wem sein vollstes Vertrauen ausspricht.

Unter dem Strich sind USA und EU für die Türkei "derzeit noch" wichtige, aber zunehmend teure und unbequeme Kollegen geworden. Die Zukunft muss die Türkei nicht exklusiv da suchen. Sie guckt vor die Haustür, nach Osten und auch nach Norden. Und weiter weg, aber immer präsent: Kina.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 21. Okt 2019, 23:56

Die Türkei bekommt Unterstützung aus der Region. Die Hamas und Katar unterstützen die türkische Intervention in Nordsyrien gegen die kurdischen Milizen und haben Verständnis für die Sicherheitsbedenken gegenüber der YPG/PKK/PJAK.

Hamas: Turkey has right to remove threats along borders

Hamas praises Turkish positions on Palestinian issue and support for rights of Palestinian people, says statement

https://www.aa.com.tr/en/middle-east/ha ... rs/1613947


Qatar, Hamas Defend Turkish Incursion Into Syria

Turkey is trying to push 'the threat away from its borders,' Qatar's Foreign Minister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani said

https://www.haaretz.com/middle-east-new ... -1.7990322


In Qatar hat die Türkei eine militärische Basis und zählt zu den größten Unterstützern der Hamas.
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