Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26883
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon H2O » Mo 20. Aug 2018, 15:40

Na klar, Außenpolitik kann man nur mit seinen unmittelbaren Nachbarn betreiben, zumindest, wenn man keine Weltmacht ist. Durch ihre Lage am Mittelmeer und Schwarzen Meer grenzt die Türkei an viele europäische Länder und steht auch in umfangreichem Warenaustausch mit Europa und Rußland. Diesen intensiven Austausch gab es auch zwischen EU und Iran; aber darüber ist jetzt schon eine Generation vergangen. Als türkische Gestaltungsmöglichkeit sehe ich Blutbäder ringsum. Wir Europäer sollten der Türkei diese Art der Neugründung eines Osmanischen Reichs sehr, sehr schwer machen. Vielleicht kommt das Land dann doch noch zurück zur Vernunft, sprich konstruktiven Beziehungen zur EU und zu Deutschland. Gute Voraussetzungen gab es dazu schon einmal. Derzeit ist die Türkei ein ganz unzuverlässiger Bundesgenosse, den ich lieber unter "Gegner" einordnen würde, um nicht in entscheidenden Augenblicken furchtbar enttäuscht werden zu können.

Allerdings ist der Iran noch weiter entfernt von Europa, nicht nur geographisch. Und er setzt den Nahen Osten in Flammen. Keine gute Grundlage für freundliche Beziehungen zu Europa.

Dem Titel entsprechend: Die Türkei und Iran sind Wettbewerber um die Vormachtstellung im Nahen Osten. Und da sehe ich die Türkei ziemlich eingekesselt. Ein weiterer Grund für die Türkei, jetzt endlich zur Vernunft zu kommen.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 13261
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon imp » Mo 20. Aug 2018, 22:51

Eine kranke Türkei kann sich Deutschland nicht leisten. Und da denken einige hier, es sei Wunschzettelzeit.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 57847
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 12:21

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon zollagent » Mi 22. Aug 2018, 08:27

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Aug 2018, 22:51)

Eine kranke Türkei kann sich Deutschland nicht leisten. Und da denken einige hier, es sei Wunschzettelzeit.

Auch für Kranke kann nur Heilung eintreten, wenn man sich der eigenen Lage bewußt ist und nicht die Ursachen noch mehr angeheizt werden. Das "starke-Mann-Image" treibt hier Erdogan zu Dingen, die er nicht stemmen kann. Gibt er aber nach, dann zeigt er, daß er mehr versprochen hat, als er halten kann.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » So 7. Okt 2018, 20:46

Zwischen der Türkei und Saudi-Arabien bahnt sich ein Disput an. Ein saudischer Journalist, seine Lebensgefährtin ist Türkin, ist mutmaßlich gezielt im saudischen Konsulat getötet worden. Er wollte Papiere für die Hochzeit besorgen.

Die türkischen Behörden gehen laut mehreren Medienberichten inzwischen davon aus, dass Khashoggi im Konsulat ermordet und seine Leiche beiseitegeschafft wurde. Ein fünfzehnköpfiges Mordkommando soll dafür eigens aus Saudi-Arabien in die Türkei eingeflogen sein.


Die türkische Regierung betrachtet den Fall schon jetzt als Provokation. Er sei "nach wie vor zuversichtlich", was Khashoggis Schicksal betrifft, sagte Präsident Erdogan selbst. "Ich hoffe, wir werden nicht mit einer Situation konfrontiert, die wir nicht wollen." Ein türkischer Regierungspolitiker sagte gegenüber dem SPIEGEL: "Bin Salman muss verrückt sein, wenn er denkt, dass ein solches Verbrechen ohne Folgen bleibt."


Sollten sich der Mordverdacht erhärten, würde dies nicht nur ein Schlaglicht auf Saudi-Arabiens skrupellosen Umgang mit Kritikern werfen - sondern auch die Beziehungen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien erheblich belasten. Soner Cagaptay, Türkei-Direktor am Thinktank "Washington Institut für die Politik des Nahen Ostens", spricht von dem Beginn der "möglicherweise schlimmsten türkisch-saudischen Krise" der jüngsten Geschichte. Für Ankara käme ein Mord einer Kriegserklärung gleich.


"Neue Eskalationsstufe"

Mohammed bin Salman hat sich bemüht, seine Diktatur liberal und modern erscheinen zu lassen, seit er im Juni 2017 Kronprinz wurde. Doch Repressionen gegen Kritiker haben unter ihm zugenommen. Vergangenen Herbst hat das Regime Dutzende Dissidenten, darunter Autoren und Menschenrechtler, festnehmen lassen. Einigen von ihnen droht die Todesstrafe. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen steht Saudi-Arabien auf Platz 169 von 180. Sollten saudi-arabische Behörden für das Verschwinden von Khashoggi verantwortlich sein, wäre endgültig eine "neue Eskalationsstufe" erreicht, sagt Sarah Leah Whitson, Nahost-Direktorin von Human Rights Watch.


Die Türkei und Saudi-Arabien sind zwei direkte Konkurrenten beim Ringen in der Region. Vielleicht mit noch mehr Reibung als mit dem Iran. Die Rollen sind nämlich da klar verteilt. Saudi-Arabien und die Türkei haben jedoch konfessionell gesehen einen Teller um den es geht (Sunniten/Salafisten). Der Iran hat da einen anderen Teller (Schiiten und die Übrigen - Christen, Drusen, Alawiten usw.)

Das Verhältnis zwischen Saudi-Arabien und der Türkei war bereits vor dem Fall Khashoggi angespannt. Beide Staaten ringen um Einfluss in der Region. Riad verdächtigt die türkische Regierung, Muslimbrüder zu unterstützen. Präsident Erdogan wiederum schlug sich im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Katar auf die Seite des Emirats. Es ist beinahe ausgeschlossen, dass die Türkei einen Mord auf türkischem Boden durch eine fremde Macht unbeantwortet ließe. Beobachter gehen davon aus, dass Ankara zumindest den saudi-arabischen Botschafter ausweisen, möglicherweise aber auch zu drastischeren Maßnahmen, etwa zu einem Wirtschaftsboykott, greifen würde.

Der Fall Khashoggi bringt auch den Westen unter Zugzwang. Gerade US-Präsident Donald Trump pflegt ein enges Verhältnis zu Kronprinz Mohammed bin Salman. Sollte sich der Mordverdacht bestätigen, müssen Europäer und Amerikaner Schritte gegen den Golfstaat unternehmen, um in der Region nicht noch weiter an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/j ... 31990.html


Sollte Riad tatsächlich durch ein Killerkommando in der Türkei (ob Konsulat hin oder her) diese Tat durchgeführt haben, wäre das aus saudischer Sicht schon ziemlich "verwegen"...
Zuletzt geändert von King Kong 2006 am So 7. Okt 2018, 23:54, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Audi
Beiträge: 6494
Registriert: Di 22. Mär 2016, 11:57

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Audi » So 7. Okt 2018, 22:14

Was sagt die Bundesregierung dazu? Gibt es da schon etwas? Sanktionen? Embargo von Rüstungsgüter?
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » So 7. Okt 2018, 22:59

Audi hat geschrieben:(07 Oct 2018, 22:14)

Was sagt die Bundesregierung dazu? Gibt es da schon etwas? Sanktionen? Embargo von Rüstungsgüter?


Saudi-Arabien hat den Vorteil viel Geld zu haben und politisch schwach zu sein. Das macht die saudische Familie zu einem erhaltenswerten Pflänzchen. Wenn man sie irgendwann nicht mehr braucht wars das. Siehe Saddam, Schah Reza Pahlavi und Co. ;)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Kardux
Beiträge: 2979
Registriert: Fr 29. Mär 2013, 16:48
Benutzertitel: کوردستان زیندووە

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Kardux » Mo 8. Okt 2018, 10:03

Audi hat geschrieben:Was sagt die Bundesregierung dazu? Gibt es da schon etwas? Sanktionen? Embargo von Rüstungsgüter?


Heiko Maas hat sich erst kürzlich für die entstandenen "Missverständnisse" gegenüber Saudi Arabien entschuldigt. Ob Deutschland nach dieser Entschuldigung eine neue Eskalation sucht, wage ich einmal stark zu bezweifeln. Und dann für einen Journalisten der ganz offen mit Jihadisten sympathisiert hat!

King Kong 2006 hat geschrieben:Das Verhältnis zwischen Saudi-Arabien und der Türkei war bereits vor dem Fall Khashoggi angespannt. Beide Staaten ringen um Einfluss in der Region. Riad verdächtigt die türkische Regierung, Muslimbrüder zu unterstützen. Präsident Erdogan wiederum schlug sich im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Katar auf die Seite des Emirats. Es ist beinahe ausgeschlossen, dass die Türkei einen Mord auf türkischem Boden durch eine fremde Macht unbeantwortet ließe. Beobachter gehen davon aus, dass Ankara zumindest den saudi-arabischen Botschafter ausweisen, möglicherweise aber auch zu drastischeren Maßnahmen, etwa zu einem Wirtschaftsboykott, greifen würde.


Aha, und welche Auswirkungen soll ein von der Türkei auf Saudi Arabien ausgehängter Wirtschaftsboykott haben? Da scheint wohl ein Komiker für den Spiegel zu schreiben.

Verwundert mich aber kaum, anscheinend dürfen ja auch pro-jihadistische Journalisten für den Spiegel schreiben, wie aus dem von Ihnen verlinkten Artikel hervorgeht:

Jamal Khashoggi, 59 Jahre alt, ist als Journalist weltweit geachtet. Er hat für verschiedene saudi-arabische und internationale Medien geschrieben, unter anderem für den SPIEGEL. Zwei Mal übernahm er die Leitung der angesehenen Zeitung "Al-Watan", zwei Mal musste er wegen seiner kritischen Berichterstattung gehen. Zu Beginn seiner Karriere sympathisierte er mit Islamisten und führte mehrere Interviews mit dem späteren Qaida-Führer Osama Bin Laden. Später wandte er sich liberalen Ideen zu und kritisierte die strikte Lesart des Islam durch die Salafisten, was ihn in Konflikt mit dem religiösen Establishment brachte.


Khashoggi hat übrigens nicht zu Beginn seiner Karriere mit "Islamisten" (man beachte die sanfte Wortwahl - es handelt sich hierbei um Jihadisten!!), sondern durchgehend mit Jihadisten sympathisiert. Er war/ist ein offener Unterstützer von Jaysh al Islam - einer pro-türkischen Jihadistengruppe in Syrien die ebenfalls einen Gottesstaat anstreben.

King Kong 2006 hat geschrieben:Saudi-Arabien hat den Vorteil viel Geld zu haben und politisch schwach zu sein. Das macht die saudische Familie zu einem erhaltenswerten Pflänzchen. Wenn man sie irgendwann nicht mehr braucht wars das. Siehe Saddam, Schah Reza Pahlavi und Co.


Ja, der Meinung schließe ich mich an. Aber solange das Öl weiterhin in diesen Ausmaßen fließt wird man die Diktatoren in Riad noch brauchen. Und ein wirtschaftlich gebeuteltes Land wie die Türkei kann sich schon einmal doppelt und dreifach keinen großen Disput mit den Sauds erlauben.
Zuletzt geändert von Kardux am Mo 8. Okt 2018, 10:14, insgesamt 1-mal geändert.
Make Kurdistan Free Again...
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 57847
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 12:21

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon zollagent » Mo 8. Okt 2018, 10:09

Audi hat geschrieben:(07 Oct 2018, 22:14)

Was sagt die Bundesregierung dazu? Gibt es da schon etwas? Sanktionen? Embargo von Rüstungsgüter?

Es gibt offenbar eine Menge Spinnereien dazu. Eine Meinung dazu wird man wohl haben. Aber sich in eine Affäre einzumischen, die einen selbst nicht betrifft, das ist international nicht üblich.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » So 23. Dez 2018, 19:03

Erdogan und Netanjahu sind sich nicht einig, wer der größere "Schlächter" und Unterdrücker ist. Tyrann, Diktator, Antisemit, Schlächter, kaltblütiger Mörder. Zwei Profiler oder eher demagogisch?

TÜRKEI UND ISRAEL

Der Krieg der Worte eskaliert

Der türkische Präsident Erdogan und Israels Regierungschef Netanjahu sind erneut heftig aneinander geraten. Netanjahu sei ein Tyrann, hieß es in Ankara. Die Replik aus Israel: Erdogan schlachte Kurden ab.

Recep Tayyip Erdogan (Artikelbild re.) warf Benjamin Netanjahu in einer Ansprache "Staatsterror" gegen die Palästinenser vor und beschimpfte ihn als "Tyrannen". Der israelische Regierungschef sagte daraufhin vor christlichen Soldaten: "Ich war gerade der täglichen Verrücktheit des antisemitischen Diktators Erdogan ausgesetzt." Der türkische Präsident leide unter einer "Obsession Israel gegenüber", sagte Netanjahu.
Erdogan hatte zuvor behauptet, Israel töte "Zehntausende unschuldiger Männer, Frauen und Kinder aller Altersgruppen in Palästina". Er sprach von "Massakern" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Dazu sagte Netanjahu, Erdogan wisse, "was eine moralische Armee und eine echte Demokratie sind, im Gegensatz zu einer Armee, die in kurdischen Dörfern Frauen und Kinder abschlachtet". Am Samstag hatte er Erdogan auf Twitter auch als "Besatzer des nördlichen Zyperns" beschrieben, der kein Recht habe, Israel Moral zu predigen.

Türkischer Außenminister: Netanjahu ist ein "kaltblütiger Mörder"

Der erneute verbale Schlagabtausch hatte begonnen, nachdem Erdogan Jugendlichen bei einer Veranstaltung in Istanbul gesagt hatte, sie sollten niemanden treten, der am Boden liege. "Ihr seid kein Jude in Israel", sagte Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu nannte Netanjahu bei Twitter außerdem einen "kaltblütigen Mörder".

https://www.dw.com/de/der-krieg-der-wor ... a-46848945
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 13. Jul 2019, 11:40

Die Türkei, Russland und der Iran werden im August in Ankara zu trilateralen Verhandlungen und zum Austausch über den Krisenherd Syrien zusammentreffen.

TURKEY ANNOUNCES 'TRILATERAL SUMMIT' ON SYRIA WITH RUSSIA AND IRAN

In the past, these discussions have achieved important discussions of ceasefires and a kind of road map for ending the eight-year Syrian Civil War.

https://www.jpost.com/International/Tur ... ran-594688


Die Türkei hat jüngst, mit Inkaufnahme eines Konfliktes mit den USA einen wichtigen Rüstungsdeal mit Russland abgeschlossen. Mit dem Nachbarn Iran wird besprochen, wie man mit den politischen Handlungen Trumps und seinen "Beratern" umzugehen hat.

Turkey, Iran to boost relations following U.S. sanctions on Iranian oil

Turkish Foreign Minister Mevlüt Çavuşoğlu on Friday said Ankara is ready to enhance its bilateral relations with Tehran in relation to challenges arising from a U.S. withdrawal from the 2015 nuclear accord with Iran and other six world powers, state-run Anadolu Agency reported.

“We are evaluating the process after the U.S. withdrawal from the nuclear deal with both Europeans and Iran,” Mevlüt Çavuşoğlu told reporters in Isfahan, central Iran, after a meeting with his Iranian counterpart Javad Zarif.

https://ahvalnews.com/turkey-iran/turke ... ranian-oil


In Isfahan wurde ein Strategiepapier ratifiziert.

Iran, Turkey Sign Document to Enhance Strategic Cooperation

Iran and Turkey have signed a document to enhance their mutual strategic partnership as Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu visited the country.

The document was signed on Friday during a meeting between Iranian Foreign Minister Mohammad Javad Zarif and Cavusoglu in the central city of Isfahan.

The Turkish foreign minister said Ankara is ready to deepen and strengthen mutual ties with Iran in various political, economic and cultural areas.


Auch im den Persischen Golf betreffend scheint es Absprachen zu geben. Der saudische Prinz wird auch von der Türkei ähnlich gesehen, wie vom Iran.

The two sides also discussed the latest regional developments, particularly the situation in the Persian Gulf.

http://english.almanar.com.lb/764612
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Ger9374

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Ger9374 » So 14. Jul 2019, 03:03

Die Türkei nicht direkt, der eitle Erdo sucht Wege seine schleichende Abwendung von USA und E.U zu kompensieren. Das im Verbund seiner Syrien Spielchen und PKK Hysterie tun ein übriges. Die USA und die E.U werden weiter mit Kritik und Argwohn das Handeln Erdos genau beobachten.
Jetzt folgen weitere Streiteren um Zypern Gas! Never ending Story. Innenpolitisch drohen ehemalige Parteigefährten mit einer neuen Partei.Erdogan beginnt eine gefährliche Isolationspolitik mit Wirtschaftlichen folgen , das Land/ die Bevölkerung droht dabei als Verlierer übrig zu bleiben.
Iwan der Liebe
Beiträge: 1341
Registriert: Do 6. Dez 2018, 20:54

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Iwan der Liebe » So 14. Jul 2019, 03:11

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Jul 2019, 11:40)

Die Türkei, Russland und der Iran werden im August in Ankara zu trilateralen Verhandlungen und zum Austausch über den Krisenherd Syrien zusammentreffen.



Die Türkei hat jüngst, mit Inkaufnahme eines Konfliktes mit den USA einen wichtigen Rüstungsdeal mit Russland abgeschlossen. Mit dem Nachbarn Iran wird besprochen, wie man mit den politischen Handlungen Trumps und seinen "Beratern" umzugehen hat.



In Isfahan wurde ein Strategiepapier ratifiziert.



Auch im den Persischen Golf betreffend scheint es Absprachen zu geben. Der saudische Prinz wird auch von der Türkei ähnlich gesehen, wie vom Iran.



Die Zusammenarbeit der Türkei mit Russland und dem Iran halte ich persönlich für richtig und begrüßenswert. Dadurch wird Dampf aus dem Kessel, den Trump, so scheint es, unbedingt explodieren lassen will, genommen.

Prinz Knochensäge ist der "westlichen Wertegemeinschaft" hingegen sehr sympathisch. Kashoggi hat das saudische Königshaus öffentlich kritisiert, deshalb hat man wohl vollstes Verständnis dafür, dass man diesen offensichtlichen Bösachsler ins Jenseits beförderte, auch wenn er vom Imperium USA noch nicht als "Terrorist" eingestuft wurde.
Ger9374

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Ger9374 » So 14. Jul 2019, 15:11

Inzwischen verhält sich die Aussenpolitik der Türkei ähnlich anderer Staaten, zweckmäßig mit jedem nach Lage ins Bett springen. Hoffentlich vergisst man in Ankara nicht das die Verankerung in der Nato fast alternativlos ist.Man würde sich durch eine Abwendung von der Nato strategisch erheblich schwächen!
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 15. Aug 2019, 21:15

Russland, Iran und Türkei?

Die Türkei hat im Rahmen der neuen Positionierung in der Region eine zunehmend engere sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Russland und Iran.

Russian Presidential Spokesman Dmitry Peskov confirmed that an official alliance was in the works.


The trio are sponsors of the ongoing Astana peace process which aims to get both the Syrian Government and opposition to the negotiating table.


Turkey and Russia have been growing closer since Ankara’s decision to purchase Moscow’s S-400 missiles over US Patriot ones.

Turkey has also stood behind another of Russia’s allies, Venezuela, as the foundations of an alliance begin to take shape.


Middle Eastern expert Blaise Misztal highlighted the importance of Turkey in the ongoing power struggle between the China-Russia-Iran axis and the US.


Though Iran and Turkey have clashed in the past, the two began reconciling in 2016 and have seen eye-to-eye on issues such as counter-terrorism and opposing Saudi Arabia.

https://www.express.co.uk/news/world/11 ... -war-3-spt
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 13261
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon imp » Fr 16. Aug 2019, 14:03

King Kong 2006 hat geschrieben:(15 Aug 2019, 21:15)

Russland, Iran und Türkei?

Die Türkei hat im Rahmen der neuen Positionierung in der Region eine zunehmend engere sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Russland und Iran.

Da spricht einiges für. Gemeinsame Betroffenheit von US-Bemühungen um Eingriffe in den Welthandel, gemeinsame nicht ganz freiwillige Orientierung an Kina. Jedoch dürfte sich etwa mit Blick auf Israelfragen Iran, Türkei und Russland im Einzelnen verschieden aufstellen. Oder in der Interessiertheit/Desinteressiertheit an verschiedenen Mittelmeerproblemen.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 17. Aug 2019, 23:28

Die Türkei baut ihre Präsenz in der arabischen Welt weiter aus. Kampfansage an Saudi-Arabien.

Neuer türkischer Militärstützpunkt in Katar

Kampfansage an den Kronprinzen

Die Türkei baut ihre Militärpräsenz in Katar aus. Künftig könnte Ankara bis zu 5000 Soldaten in dem Emirat stationieren. Die neue Armeebasis ist eine Provokation für Saudi-Arabien.


Im Dezember 2017 eröffneten beide Armeen ein gemeinsames Kommandozentrum in Katar. Beide Staaten mischen aktiv in den Krisenländern Somalia und Libyen mit und unterstützen dort verschiedene Milizen. Erst in der vergangenen Woche absolvierten beide Streitkräfte eine gemeinsame Militärübung in der Türkei.


Die Monarchen in Marokko und Jordanien rücken von Saudi-Arabien ab


Das Herrscherhaus in Bahrain hingegen bleibt den Saudis treu. Die neue türkische Basis in Katar mache deutlich, dass Ankara und Doha das mächtige Saudi-Arabien als Feind betrachteten, twitterte Außenminister Khalid bin Ahmad Al Khalifa. Sein Fazit: "Katar gehört nicht zu uns".

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 82094.html


Wie sagte Trump?

IRAN AGREES WITH DONALD TRUMP FOR ONCE, SAYS IT'S TRUE SAUDI KING COULD NOT SURVIVE 'TWO WEEKS' WITHOUT U.S. SUPPORT

https://www.newsweek.com/iran-agrees-do ... rt-1153461


Bahrain kann dem Herrscherhaus al-Saud nicht wirklich beistehen. Die US-Präsenz ist für den Machterhalt des saudischen Herrscherhauses existentiell. Katar, die Emirate, Jemen, Oman und Kuwait kooperieren entweder mit Iran und/oder der Türkei oder sind machtpolitisch bedeutungslos für die al-Sauds. Die US-Präsenz muß natürlich mit Krisen begründet werden. Problematisch ist, daß nach dem Iran oder Irak-Abenteuer kein Land dort eine massive Bodenpräsenz der USA toleriert. Auch nicht Saudi-Arabien. Jetzt kommen noch Türken und vielleicht demnächst Russen mit Basen dazu. Der Iran bietet Riad Gespräche an.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » So 29. Sep 2019, 20:56

Ankara will Russland, Iran und China auf Linie bringen. Sprichwörtlich. Im Rahmen eines Energiekorridors.

Mehmet Ogutcu is Chairman of London Energy Club, and CEO for Global Resources Partnership. He was a former Turkish diplomat, advisor to the Prime Minister, senior executive of International Energy Agency, OECD and British Gas.

Referring to EU and the US partial policy toward energy resources in Mediterranean Sea and the Middle East, Mehmet Ogutcu says Turkey might bring in Russia, China and Iran to team up in the new energy corridors in this region.


It is no secret that Turkey wants to become a regional energy hub for the crude oil, gas and electricity flows from Russia, Iran, the Caspian, Iraq and East Mediterranean. Despite there is a long way to go for the early materialization of this Turkish ambition, still any efforts to undercut or bypass Turkey will not be welcomed in Ankara.

https://en.mehrnews.com/news/150563/Tur ... w-regional
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Okt 2019, 10:14

Es sieht weiterhin so aus, daß die Türkei ihre alte Rolle in der Region einnehmen möchte.

Frankreich und Deutschland u.a. stellen bzw. schränken die Rüstungskooperation mit der Türkei ein. Russland bietet Ersatz. Absprachen mit dem Iran und Russland vertiefen sich. Die Arabische Liga legt massiven Protest ein.

Deutschland und Frankreich stoppen Waffenexporte in die Türkei

https://www.focus.de/politik/ausland/na ... 31269.html


Trump derweil rät den Kurden(-Milizen) einfach Platz zu machen und zu verschwinden...

Trump rät Kurden zum Rückzug – Wiedererstarken des IS befürchtet

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... chtet.html


Die Arabische Liga nannte die Militäraktion eine "Invasion". Angehörigen des IS gelang die Flucht aus einem Lager

https://www.derstandard.at/story/200010 ... -in-syrien


Die Türkei verstärkt weiterhin ihr Engagement in der Region.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 41246
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Okt 2019, 10:23

Russland, Iran und Türkei, ja das sind tolle Verbündete. Nur dass die Autokraten immer irgendwann aufeinander losgehen, der Hitler-Stalin-Pakt lässt grüßen, und dann steht die Türkei ziemlich dumm da.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Okt 2019, 10:45

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2019, 10:23)

Russland, Iran und Türkei, ja das sind tolle Verbündete. Nur dass die Autokraten immer irgendwann aufeinander losgehen, der Hitler-Stalin-Pakt lässt grüßen, und dann steht die Türkei ziemlich dumm da.


Jaja, Hitler usw.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

Zurück zu „34. Türkei“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast