Der Reichstagsbrand auf türkisch?

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HugoBettauer

Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon HugoBettauer » Fr 22. Jul 2016, 20:18

NMA hat geschrieben:(22 Jul 2016, 19:17)

Und wenn dieser Putsch tatsächlich echt war, ändert das auch nichts an der Richtigkeit des Vergleichs mit dem Reichstagsbrand. Die Demokratie wird abgeschafft und die Menge jubelt. Was nun wirklich war, interessiert da doch schon niemand mehr. Mit viel Hurra in die Vergangenheit. Selbst in Nürnberg schwingen die Türken ihre Flaggen, obwohl die EM längst vorbei ist. Gratulation.

Ja, leider. Ich sehe hier auch Parallelen zu dem dilettantischen Putsch gegen Gorbatschow.
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paradoxx
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon paradoxx » Sa 23. Jul 2016, 13:57

Es sieht so aus
Willensbildung ist demokratisch-repräsentativ oder totalitär, eins schließt das andere aus (s. Art. 137 GG)
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Teeernte
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Teeernte » So 24. Jul 2016, 00:22

spät - aber nich zu spät...

Terror-Gefahr: Frankreich schließt Botschaft in Türkei
Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 14.07.16 01:49 Uhr
Frankreich hat seine Botschaft und sein Generalkonsulat in der Türkei „bis auf Weiteres“ geschlossen. Auslöser dieser Entscheidung sollen „ernste Bedrohungen“ sein.


recht früh..

Türkei: USA evakuieren zivile Angehörige
in Contra-Spezial, Naher Osten 30. März 2016
Aufgrund von Sicherheitsbedenken ordnete das US-Verteidigungsministerium die Evakuierung aller ziviler Familienangehörigen des US-Militärpersonals aus Teilen der Türkei an.


D ??? hätte es DIESEN Text gegeben ????? >>„Die Armee als einzig noch funktionierende Institution des Landes hatte kaum eine andere Wahl als einzugreifen.“

Besuche deutscher Parlamentarier auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik ... haben WIR nur nichts "gewusst" - oder unterstützt ? ?

....In der ARD hat man gesagt dass Deutschland das Asyl für Erdogan bereits abgelehnt hat ....

Nun ja - Schlamm drüber Blues.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Jekyll » So 24. Jul 2016, 06:23

NMA hat geschrieben:(22 Jul 2016, 19:17)

Und wenn dieser Putsch tatsächlich echt war, ändert das auch nichts an der Richtigkeit des Vergleichs mit dem Reichstagsbrand. Die Demokratie wird abgeschafft und die Menge jubelt. Was nun wirklich war, interessiert da doch schon niemand mehr. Mit viel Hurra in die Vergangenheit. Selbst in Nürnberg schwingen die Türken ihre Flaggen, obwohl die EM längst vorbei ist. Gratulation.
Danke, aber der Vergleich hat es wirklich in sich, auf subtiler Ebene; Dieser Vergleich wird ja nur deshalb angeführt, weil es sich bei dem Reichtstagsbrand um Adolf und Nazis handelt. Adolf & Nazis stehen aber für Rassengesetze, Holocaust und Angriffs- und Vernichtungskriege. Ansonsten wären es ja nur eine von vielen üblichen Diktaturen, von denen es viele in der Weltgeschichte gegeben hat. Dieser Vergleich soll dämonisieren, oder auch banalisieren - je nachdem, aus welchem Blickwinkel man das betrachtet.

Aber auch auf der weniger subtilen Ebene ist dieser Vergleich völlig unpassend; dieser Putschversuch war nicht die Tat eines verwirrten Einzeltäters, sondern die Tat von einer Gruppe Militärs, die wohlkalkuliert und geplant einen direkten Angriff auf den Staat ausgeübt haben. Eines Militärs, das bekanntermaßen schon in der Vergangenheit Putsche ausgeführt und für Jahrzehnte demokratische Prozesse lahmgelegt hat und eine Dauergefahr in der Türkei darstellt. Etwas "zum Vorwand" nehmen heißt etwas erfinden, was vorher nicht da war, um eine Vorgehensweise legitimieren zu können. Die türkische Regierung musste hier nichts erfinden. Diese Gefahr ist real und sie ist permanent (wahrscheinlich auch was die Gülen-Bewegung angeht). Das ist der grundlegende Unterschied zum Reichstagsbrand. Über die Art und den Umfang der "Säuberungsaktionen" kann man streiten bzw. diese kritisieren, nicht aber den Umstand, dass diese überhaupt stattfinden. Der Reichtstagsbrand-Vergleich ist aber ein irrationaler, unsachlicher Versuch, das Letztere zu tun.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Kardux » So 24. Jul 2016, 11:40

Jekyll hat geschrieben:Eines Militärs, das bekanntermaßen schon in der Vergangenheit Putsche ausgeführt und für Jahrzehnte demokratische Prozesse lahmgelegt hat


Natürlich legt ein Militärputsch bzw. ein intervenieren des Militärs innerhalb der Politik den Demokratieprozess lahm, aber man dürfte auch bitte so differenziert sein und erläutern wie der Demokratieproezess abseits der türkischen Militär sich entwickelt hat.

Zur Erinnerung:
Der erste Militärputsch in der Geschichte der türkischen Republik erfolgte als Antwort auf die Regierung Menderes. Stand diese Menderes Regierung für den demokratischen Prozess der Türkei?

1. Während der Amtszeit von Menderes wurden türkischen Soldaten nach Korea entsandt, dies war verfassungswidrig und entsprach nicht der vorgegebenen neutralen Außenpolitik Atatürks.
2. Während der Amtszeit von Menderes kamen es zu dem großen Pogrom gegen die Griechen in den 50er Jahren. Die Regierung war in diesem Pogrom verwickelt.
3. Die Minderheitenpolitik unterschied sich in keinster weise von den Vorgängern, die kurdische Assimilationspolitik wurde sogar noch voran getrieben. Als Gipfel des "demokratischen Prozess" Menderes wurden 49 kurdische Intellektuelle angeklagt (die später noch sehr wichtig werden sollten) ohne Beweislage. Sie wurden dann einige Jahre nach dem Putsch freigelassen. Der Putsch hat diese Menschen quasi vor dem "demokratischen Prozess" der Zivilregierung gerettet. Diese 49 Intellektuelle sollten sich später mehrheitlich gegen die PKK stellen - bis heute noch, darunter u.a. Kemal Burkay.
4. Die Pressefreiheit wurde zunehmend eingeschränkt gegen Ende seiner Regierungszeit.

Der zweite Militärputsch geschah während einem politischen Wirrwar in der Türkei wo die Richtung in welche die Türkei gehen würde überhaupt nicht absehbar war. Im Anschluss an diesen Putsch wurden 10 000 Menschen inhaftiert. Zum Vergleich, Erdogan liess nach diesem Putsch schon über 10 000 Menschen inhaftieren. :thumbup:

Lange Rede, kurzer Sinn. Eine Zivilregierung steht in der Türkei nicht automatisch für Demokratie, die hat es sowieso niemals gegeben in der Türkei. Und wenn man von einem Demokratieprozess der Türkei sprechen will, sollte man beachten wohin die Türkei, über 90 Jahre nach Atatürk, hinsteuert, nämlich in eine Ein-Mann-Diktatur. Von Kemalismus zu Erdoganismus, nach über 90 Jahren. Das ist kein Prozess, sondern ein Kreis der sich schliesst.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Teeernte » So 24. Jul 2016, 12:40

Kardux hat geschrieben:(24 Jul 2016, 11:40)

Natürlich legt ein Militärputsch bzw. ein intervenieren des Militärs innerhalb der Politik den Demokratieprozess lahm, aber man dürfte auch bitte so differenziert sein und erläutern wie der Demokratieproezess abseits der türkischen Militär sich entwickelt hat..


Gaaaaaaanz schlechte Ausrede.

# 1 - das Militär hat nicht zu Putschen - in der Demokratie..

# 2 - ....Auch wenn einem die "Demokratie" nicht passt....

Entweder man IST Demokrat - oder man ist für Diktatur.. - etwas "schwanger" - Putsch ist wie die Pille danach...?? :D :D :D

Ansonsten - sollte man das Militär in D rausholen - was DIE Demokratie wieder "gebracht" hat.... Rauchverbote... STERBENDE MILCHBAUERN, ....abschalten von Atomkraftwerken...., Enteignung des Volkes bei Post und Bahn - es herrschen Lobbyisten - es werden sogar Glühbirnen verboten ....

Es werden jährlich 30.000 Bürger mit Krankenhauskeimen ausgerottet... - dafür ist eine Zwangsumlage die nur die Werktätigen trifft - von der Lobbyistenverinigung organisiert worden. Die Herrschaftspropaganda ist von Firmen und Bürgern zu zahlen - andere - grössere Politikströmungen im Rundfunk zu bringen ist GESETZLICH VERBOTEN. Das VOLK verblödet durch eine schlechte Bildungspolitik - ....der Mittelstand verarmt durch eine schlechte Steuerpolitik - man versucht durch GESCHENKE und Überversorgung das nicht arbeitende Klientel an die Politik zu binden....

9 Mrd eu wurden allein bei BMW vererbt - ohne einen Cent Steuern zu zahlen -

Nieder mit den Kunstofftüten - lasst die Gummibären frei !.... :D :D :D

ohmannnnnn

Das Militär ist keine Garantieeinrichtung - wo man SCH ...Eis - s den man gewählt hat - wieder los wird ! ....in einer Demokratie.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Kardux » So 24. Jul 2016, 14:45

Teeernte hat geschrieben:(24 Jul 2016, 12:40)

Gaaaaaaanz schlechte Ausrede.

# 1 - das Militär hat nicht zu Putschen - in der Demokratie..

# 2 - ....Auch wenn einem die "Demokratie" nicht passt....

Entweder man IST Demokrat - oder man ist für Diktatur.. - etwas "schwanger" - Putsch ist wie die Pille danach...?? :D :D :D

Ansonsten - sollte man das Militär in D rausholen - was DIE Demokratie wieder "gebracht" hat.... Rauchverbote... STERBENDE MILCHBAUERN, ....abschalten von Atomkraftwerken...., Enteignung des Volkes bei Post und Bahn - es herrschen Lobbyisten - es werden sogar Glühbirnen verboten ....

Es werden jährlich 30.000 Bürger mit Krankenhauskeimen ausgerottet... - dafür ist eine Zwangsumlage die nur die Werktätigen trifft - von der Lobbyistenverinigung organisiert worden. Die Herrschaftspropaganda ist von Firmen und Bürgern zu zahlen - andere - grössere Politikströmungen im Rundfunk zu bringen ist GESETZLICH VERBOTEN. Das VOLK verblödet durch eine schlechte Bildungspolitik - ....der Mittelstand verarmt durch eine schlechte Steuerpolitik - man versucht durch GESCHENKE und Überversorgung das nicht arbeitende Klientel an die Politik zu binden....

9 Mrd eu wurden allein bei BMW vererbt - ohne einen Cent Steuern zu zahlen -

Nieder mit den Kunstofftüten - lasst die Gummibären frei !.... :D :D :D

ohmannnnnn

Das Militär ist keine Garantieeinrichtung - wo man SCH ...Eis - s den man gewählt hat - wieder los wird ! ....in einer Demokratie.


Sie sollten den Text vielleicht nochmal lesen, bevor Sie so voreilig Schlüße ziehen. Ich habe Militärputsche in der Türkei nicht legitimiert oder als Heilsbringer der Demokratie bezeichnet, ganz im Gegenteil, ich sprach nur davon das man so differenziert sein soll und beachten soll was "zivile Regierungen" in der Türkei vollbracht haben, bezüglich der Demokratie. Unterm Strich kann man die Türkei auch nicht nach westeuropäischen Standards messen, das entspricht nicht der Realität bzw. Geschichte des Landes. Atatürk zum Beispiel hat eine totale Diktatur samt Einparteiensystem installiert weil er das Land als nicht demokratiefähig empfand. Er sah im Islam eine reaktionäre Religion welche der Türkei keinen Fortschritt ermöglicht. Aus dem zeitgeschichtlichen Kontext sollte er auch Recht behalten, aber demokratisch war sein Vorgehen nicht. Und das Vorgehen seiner Nachfolger noch viel weniger, egal ob Generäle oder Ministerpräsidenten.

Ihr Schwarz-Weiß-Denken existiert in der Politik nicht, das ist Unsinn. Zwischen Demokratie und Diktatur gibt es sehr wohl noch ein Zwischending. Wenn Sie keine Ahnung von Politik haben ist das wohl kaum meine Aufgabe Sie zu belehren.

Die Türkei war immer schon ein Zwischending zwischen einer Diktatur und einer Demokratie, mal ganz nah zur Diktatur, dann wiederum näher an einer Demokratie (die Anfangszeit der AKP z.B.). Heute driftet die Türkei wieder in eine Diktatur ab, ähnlich den atatürk'schen Zeiten. Und wenn der Militärputsch erfolgreich gewesen wäre, dann hätten wir wieder eine Militärjunta gehabt. Beides ist nicht demokratisch und wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Und das ist meine Kernaussage.

PS: Die Absurdität der Geschichte des türkischen "Demokratieprozess" zeigt sich klar wenn man bedenkt wann die Gewaltenteilung in der Türkei eingesetzt wurde. Na, raten Sie mal? :D
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Teeernte » So 24. Jul 2016, 14:59

Kardux hat geschrieben:(24 Jul 2016, 14:45)

Sie sollten den Text vielleicht nochmal lesen,



„Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ....aber es gibt keine bessere."


Es - (Ihre Propaganda) wird nicht "besser" - auch wenn Deutschland auf Seiten der Putschisten stand...

(Belehren ?? ....ich steh kurz vor Altersstarrsinn... :D :D :D )
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Nomen Nescio » So 24. Jul 2016, 16:43

Jekyll hat geschrieben:(24 Jul 2016, 06:23)

Eines Militärs, das bekanntermaßen schon in der Vergangenheit Putsche ausgeführt und für Jahrzehnte demokratische Prozesse lahmgelegt hat und eine Dauergefahr in der Türkei darstellt.

ich will den putsch nicht gutreden. kann aber die argumente von türkischen putschisten nachfolgen.
ataturk hat eine sekuläre türkei gewollt. das behaupten alle nachfolgende regierungen auch zu wollen. diese trennung wurde öfter immer weicher. und seitens mullahs wurde oft gerufen daß man die geboten des propheten ehren soll.
da wird z.b. nicht gesagt »ein richter soll urteilen«, sondern »was steht in der koran«. solche schleichwerbung ebnet den weg für ein abbauen der segregation.

DAS nun ist deutlich; war auch dem militär deutlich. jedenfalls ist es so - was erdogan betrifft - daß er gezeigt hat daß er gebote und verbote der gerichtsbarkeit negiert und in verfahren eingreift. was sollten die putschisten denn tun ?? ich denke wieder am III. reich, denn da passierte genau dasselbe.

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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Nomen Nescio » So 24. Jul 2016, 16:46

Teeernte hat geschrieben:(24 Jul 2016, 12:40)

Das Militär ist keine Garantieeinrichtung - wo man SCH ...Eis - s den man gewählt hat - wieder los wird ! ....in einer Demokratie.

es kann aber als notbremse fungieren. das scheint es jedenfalls bereits zweimal getan zu haben.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Nomen Nescio » So 24. Jul 2016, 16:49

Teeernte hat geschrieben:(24 Jul 2016, 14:59)

Es - (Ihre Propaganda) wird nicht "besser" - auch wenn Deutschland auf Seiten der Putschisten stand...

(Belehren ?? ....ich steh kurz vor Altersstarrsinn... :D :D :D )

ist es so schwer zu unterscheiden zwischen propaganda und fundierten erklärungen ?
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Fadamo » So 24. Jul 2016, 16:53

Teeernte hat geschrieben:(24 Jul 2016, 12:40)

Gaaaaaaanz schlechte Ausrede.

# 1 - das Militär hat nicht zu Putschen - in der Demokratie..

# 2 - ....Auch wenn einem die "Demokratie" nicht passt....

Entweder man IST Demokrat - oder man ist für Diktatur.. - etwas "schwanger" - Putsch ist wie die Pille danach...?? :D :D :D

Ansonsten - sollte man das Militär in D rausholen - was DIE Demokratie wieder "gebracht" hat.... Rauchverbote... STERBENDE MILCHBAUERN, ....abschalten von Atomkraftwerken...., Enteignung des Volkes bei Post und Bahn - es herrschen Lobbyisten - es werden sogar Glühbirnen verboten ....

Es werden jährlich 30.000 Bürger mit Krankenhauskeimen ausgerottet... - dafür ist eine Zwangsumlage die nur die Werktätigen trifft - von der Lobbyistenverinigung organisiert worden. Die Herrschaftspropaganda ist von Firmen und Bürgern zu zahlen - andere - grössere Politikströmungen im Rundfunk zu bringen ist GESETZLICH VERBOTEN. Das VOLK verblödet durch eine schlechte Bildungspolitik - ....der Mittelstand verarmt durch eine schlechte Steuerpolitik - man versucht durch GESCHENKE und Überversorgung das nicht arbeitende Klientel an die Politik zu binden....

9 Mrd eu wurden allein bei BMW vererbt - ohne einen Cent Steuern zu zahlen -

Nieder mit den Kunstofftüten - lasst die Gummibären frei !.... :D :D :D

ohmannnnnn

Das Militär ist keine Garantieeinrichtung - wo man SCH ...Eis - s den man gewählt hat - wieder los wird ! ....in einer Demokratie.



Wenn das Militär unzufrieden ist,haben sie genauso das Recht zum Putschen wie jeder Bürger.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Kardux » So 24. Jul 2016, 20:08

Teeernte hat geschrieben:(Belehren ?? ....ich steh kurz vor Altersstarrsinn...


So what? Man lernt nie aus. Nie.

Teeernte hat geschrieben:Es - (Ihre Propaganda) wird nicht "besser" - auch wenn Deutschland auf Seiten der Putschisten stand...


Das ist eine Behauptung das Deutschland auf Seiten der Putschisten stand. Aber wieder hapert es bei Ihnen an der differenzierten Sichtweise. Man kann gegen die Putschisten sein, aber auch gegen Erdogans diktatorische Massnahmen. Das zumindest ist der offizielle Standpunkt der Bundesregierung.

Bevor Sie mich der Propaganda bezichtigen wäre es doch sinnvoll was Sie unter "Demokratie" verstehen. Und wie verhält es sich dabei mit der Gewaltenteilung? Und seit wann gibt es die in der Türkei? Fragen über Fragen...
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Jekyll » So 24. Jul 2016, 21:39

Nomen Nescio hat geschrieben:(24 Jul 2016, 16:43)

ich will den putsch nicht gutreden. kann aber die argumente von türkischen putschisten nachfolgen.
ataturk hat eine sekuläre türkei gewollt. das behaupten alle nachfolgende regierungen auch zu wollen. diese trennung wurde öfter immer weicher. und seitens mullahs wurde oft gerufen daß man die geboten des propheten ehren soll.
da wird z.b. nicht gesagt »ein richter soll urteilen«, sondern »was steht in der koran«. solche schleichwerbung ebnet den weg für ein abbauen der segregation.

DAS nun ist deutlich; war auch dem militär deutlich. jedenfalls ist es so - was erdogan betrifft - daß er gezeigt hat daß er gebote und verbote der gerichtsbarkeit negiert und in verfahren eingreift. was sollten die putschisten denn tun ?? ich denke wieder am III. reich, denn da passierte genau dasselbe.

à toi l'honneur...
Den Dritten Reich erkenne ich vielmehr in den Ansichten von Leuten, die meinen, der Türkei müsse eine bestimmte Ideologie (Kemalismus) aufgestülpt werden - und zwar völlig unabhängig davon, was die Bevölkerungsmehrheit will. Das ist das typische Merkmal von totalitären Systemen, egal ob weltliche wie das der Nazis oder Kommunisten, oder religiöse wie das der Mullahs im Iran. Wenn in der Türkei demokratisch gewählt wird und die türkische Bevölkerungsmehrheit überwiegend religiös-konservativ ist (oder einfach nur pragmatisch ist und die AKP trotz einer weltlichen Orientierung wählt), kann das Resultat nun mal nur eine religiös-konservative Regierung sein. Wer mit diesem Resultat ein Problem hat, hat ein Problem mit der Demokratie. Aber hier ging es ja um den Vergleich mit dem Reichstagsbrand, und der ist, wie ich weiter oben ausgeführt habe, aus verschiedenen Gründen völlig unpassend.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Jekyll » So 24. Jul 2016, 21:47

Fadamo hat geschrieben:(24 Jul 2016, 16:53)

Wenn das Militär unzufrieden ist,haben sie genauso das Recht zum Putschen wie jeder Bürger.
Wie kommst du zu solch einem Rechtsverständnis? Damit stellst du Faschismus und Demokratie auf die gleiche Stufe.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Kardux » So 24. Jul 2016, 22:35

Jekyll hat geschrieben:(24 Jul 2016, 21:47)

Wie kommst du zu solch einem Rechtsverständnis? Damit stellst du Faschismus und Demokratie auf die gleiche Stufe.


65 000 Beamte wurden von heute auf morgen entlassen bzw. festgenommen. Schöne Demokratie ist das, von der Sie hier schwafeln. Die NSDAP wurde auch demokratisch vom Volk gewählt also sparen Sie sich das Demokratiegeschwafel.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon HugoBettauer » So 24. Jul 2016, 22:46

Jekyll hat geschrieben:(24 Jul 2016, 21:47)

Wie kommst du zu solch einem Rechtsverständnis? Damit stellst du Faschismus und Demokratie auf die gleiche Stufe.

Naja, keine Verfassung der Welt wird wohl ein "Recht auf Putsch" beinhalten. Allenfalls ein Vorgehen gegen Personen, um die vorliegende Ordnung zu erhalten.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Jekyll » Mo 25. Jul 2016, 01:35

HugoBettauer hat geschrieben:(24 Jul 2016, 22:46)

Naja, keine Verfassung der Welt wird wohl ein "Recht auf Putsch" beinhalten. Allenfalls ein Vorgehen gegen Personen, um die vorliegende Ordnung zu erhalten.
Ich stelle mir vor, dass beispielsweise in einem totalitären Unrechtsstaat jeder einzelne Bürger das ungeschriebene Recht hat, sich gegen den Staat aufzulehnen und diesen auch zu bekämpfen, sofern ein Umsturz nicht mit friedlichen Mitteln möglich ist (Paradebeispiel: die Französische Revolution). Da dies dem Volkswillen entspräche, wäre dieser Vorgang trotz des gewaltsamen Umsturzes immer noch ein demokratischer Akt. Deshalb kann man einen Bürgerputsch (Revolution) nicht mit einem Militärputsch gleichsetzen, so wie es der User Fadamo eben getan hat.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon Jekyll » Mo 25. Jul 2016, 01:39

Kardux hat geschrieben:(24 Jul 2016, 22:35)

65 000 Beamte wurden von heute auf morgen entlassen bzw. festgenommen. Schöne Demokratie ist das, von der Sie hier schwafeln. Die NSDAP wurde auch demokratisch vom Volk gewählt also sparen Sie sich das Demokratiegeschwafel.
Versuchen Sie die tiefere Bedeutung von "Ausnahmezustand" zu erfassen. Meditieren Sie darüber.
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Re: Der Reichstagsbrand auf türkisch?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 25. Jul 2016, 08:19

Ehemaliger Pentagon-Mitarbeiter stellt die These auf, daß Erdogan den Putsch inszeniert hat, um wieder Stärke zeigen zu können. Beim Niederschlagen.

Erdogan hat in letzter Zeit außenpolitisch schwere "Niederlagen" hinnehmen müssen. Gegenüber Russland ist er eingeknickt. Die Haltung gegenüber Assad ändert sich. Gegenüber Israel und gegenüber Kairo. Diese Wendungen sind schwer zu verdauen. Für jemanden wie er, der sich gerne als starken Mann präsentiert passt das einfach nicht zum großen Staatsführer zusammen. So agiert niemand, der sich als Staatsführer einer Regionalmacht sieht. Die oppositionellen Kräfte könnten dadurch Futter bekommen. Am besten wäre, man stelle sich wieder als starker Macher ins Bild und schaut zu, wie man die alle los wird.

'Possible that Erdogan engineered coup,' former Pentagon official tells ‘Post’

President Recep Tayyip Erdogan is a “megalomaniac” and could have manufactured the July 15 coup d’état attempt to rehabilitate his domestic image, Harold Rhode, a former longtime Pentagon official and Turkey specialist, told The Jerusalem Post.

“Giving into the Russians and Israelis in order to repair relations with them was humiliating” for him in the eyes of many Turks and people in the Middle East, said Rhode in an interview on Sunday.

Thus, Erdogan’s contrived victory over the supposed coup attempt shows the world that he is still powerful, said Rhode.

“It is quite possible that Erdogan engineered and then defeated the supposed coup so that he could redeem his honor,” he argued. According to this scenario, Turks and other Middle Easterners would understand this as a great victory.

“Turks have a tendency to see themselves as either the most important force in the world or the weakest, and this can fluctuate,” he explained, regarding the Turkish mentality.

“Turkey is a land of conspiracies, even among the most highly educated people,” he added.

“Conspiracy is part of the mentality of fatalism common in Turkey and in the wider Middle East. Sunni fatalism is a belief that Allah determines everything, and that there is nothing man can do to change things.”


Furthermore, Ottoman history and other Islamic entities are full of examples of ruthless actions taken by rulers to stay in power.

Asked if this scenario of staging the coup occurred, how it could be kept secret, Rhode responded that even Turkish friends from outside the country are petrified to even discuss this question.

For example, the Turkish government called on academics abroad to return to the country.


Islamist Erdogan seeks to reestablish the Ottoman caliphate as a step on the road to Islamic world dominion, said Rhode. The oft-repeated Erdogan quote bears repeating – “democracy is a train that you get off once you reach your destination.”

http://www.jpost.com/Middle-East/Possib ... ost-462243
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Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

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