Quo vadis Türkei ?

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Cobra9
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Cobra9 » Mo 28. Dez 2020, 20:45

McKnee hat geschrieben:(28 Dec 2020, 20:37)

Es gibt kein Recht im Unrecht.


Zumal es Folgen hat für Spanien. Wenn auch nicht sehr ernsthafte
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon streicher » Mo 28. Dez 2020, 22:10

Cem Dean hat geschrieben:(28 Dec 2020, 15:41)

Ist eigentlich Eu-Konform,Eu-Mitglied Spanien handhabt es genauso mit ihren Separatisten,da sieht man wieder die Doppelmoral der EU
Hier geht es erstens um die Türkei und zweitens um einen Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, welcher in der Sache Demirtas versus Türkei am 22.12. eine Pressemitteilung gegeben hat (Interessanter gab es am 23.12. Cyberattacken - siehe Pressemitteilung vom 23.12.).

Zum EGMR:
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ist ein auf Grundlage der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) eingerichteter Gerichtshof mit Sitz im französischen Straßburg, der Akte der Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung in Bezug auf die Verletzung der Konvention in allen Unterzeichnerstaaten überprüft. Der EMRK sind alle 47 Mitglieder des Europarats beigetreten. Daher unterstehen mit Ausnahme von Weißrussland und dem Vatikanstaat sämtliche international anerkannten europäischen Staaten einschließlich Russlands, der Türkei, Zyperns und der drei Kaukasusrepubliken Armenien, Aserbaidschan und Georgien der Jurisdiktion des EGMR.
Wiki-Eintrag...

In das Urteil können wir ja gerne einen Blick werfen...
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Dietz
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon Dietz » So 17. Jan 2021, 01:56

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Sep 2020, 15:38)



Die Meerengen spielen schon seit Jahrzehnten nur noch für die Türkei und für Russland eine größere Rolle. Und bedeutsam ist diese Rolle nur in Friedenszeiten.


Schon die Schlachten von Gallipoli vergessen?

Sie haben Hunderttausend internationale Soldaten das Leben gekostet - und Churchill seinen politischen Kopf. Da sind die türkischen Krieger und Waffen schon mal unterschätzt worden. Ein kleiner (in Deutschland gebauter) Minenleger hat damals mit 26 deutschen Minen an Bord die Welt verändert.

Die Alliierten liefen auf Minen auf und bliesen mit vielen Verlusten panikartig zum Rückzug. Die Resttuerkei war gerettet. Der Boden fuer einen Mustafa Kemal bestellt. Niemand sollte den Offizier vergessen, der seinen Soldaten zubruellte, "Eure Mutter hat Euch nur für diesen Tag des Kampfes geboren". Das ist der türkische Stolz. Daran hat sich auch heute nichts geaendert.
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon Kohlhaas » So 17. Jan 2021, 15:20

Dietz hat geschrieben:(17 Jan 2021, 01:56)

Schon die Schlachten von Gallipoli vergessen?

Sie haben Hunderttausend internationale Soldaten das Leben gekostet - und Churchill seinen politischen Kopf. Da sind die türkischen Krieger und Waffen schon mal unterschätzt worden. Ein kleiner (in Deutschland gebauter) Minenleger hat damals mit 26 deutschen Minen an Bord die Welt verändert.

Die Alliierten liefen auf Minen auf und bliesen mit vielen Verlusten panikartig zum Rückzug. Die Resttuerkei war gerettet. Der Boden fuer einen Mustafa Kemal bestellt. Niemand sollte den Offizier vergessen, der seinen Soldaten zubruellte, "Eure Mutter hat Euch nur für diesen Tag des Kampfes geboren". Das ist der türkische Stolz. Daran hat sich auch heute nichts geaendert.



Ich muss gerade an mich halten....

In Gallipoli wurde zuletzt im Ersten Weltkrieg gekämpft. Wir leben nicht mehr im Ersten Weltkrieg. Weder das "weltumspannende Reich" Großbritanniens noch irgendeine andere Nation macht den Türken heute noch Gallipoli oder den Bosperus oder die Dardanellen streitig. Dazu gibt es rechtsverbindliche internationale Verträge, die auch eingehalten werden. Gallipoli hat auch nicht Churchill den "politischen Kopf" gekostet. Churchill hatte auch 20 Jahre später noch das Sagen in England. Und ganz nebenbei: Die Türkei hat im Ersten Weltkrieg VERLOREN! Wenn das den von Dir beschworenen "türkischen Stolz" begründet....
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon schokoschendrezki » So 17. Jan 2021, 15:25

Die Hochachtung von "Stolz" (und "Ehre" und "Respekt") ist für mich einfach ein Sympton von Zurückgebliebenheit und Ungebildetheit.
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Cobra9 » So 17. Jan 2021, 20:24

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Jan 2021, 15:25)

Die Hochachtung von "Stolz" (und "Ehre" und "Respekt") ist für mich einfach ein Sympton von Zurückgebliebenheit und Ungebildetheit.


Nicht unbedingt. Ich bin auch Stolz auf Deutschland, meine Heimat und Region. Ehre, Respekt warum nicht wenn realistisch machbar.

Trotzdem stell Ich weder Deutschland noch die USA oder sonst ein Land so arrogant, selbstverliebt blind sowie idiotisch gloriefiziert in den Fokus.

Vor allem nicht wenn man weiß wieviel Dreck und Scheisse das Land inklusive Regierung treibt. Sich aufzugeilen an sowas ist absolut idiotisch. Über was ich mich freuen würde wäre Deutschland, Xy hat ab sofort keine schädliche Energiequellen mehr, nur noch saubere.

Keine soziale Ungerechtigkeit und Probleme. Es ist das Utopia 2.0

Ist unwahrscheinlich. Bleibt mir aber trotzdem zu sagen Linsen mit Spätzle. .. . . MMhmmm
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon Kohlhaas » Mo 18. Jan 2021, 17:13

Dietz hat geschrieben:(17 Jan 2021, 23:52)Die Türken waren mit ihren deutschen Waffenbruedern spaeter zu Recht "stolz" auf die gewonnene Schlacht.

Was für ein Geschwafel. Meinst Du, sie waren auch zu Recht stolz auf den verlorenen Krieg?
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon JoeHinti » Mo 18. Jan 2021, 19:50

Es ist so schade, was in der Türkei passiert.

Ich habe während dem Studium zwischen 2001 und 2008 für 3 Sommer lang im Tourismus gearbeitet und einige türkische Freunde gewonnen. Danach war ich noch min. 10mal dort auf Urlaub.
Es hatte sich bis vor 4 Jahren soviel positives entwickelt und die letzten Jahre sind mir nur mehr ein Rätsel.

Es gibt eine Megainflation, die Wirtschaft war vor Corona schon schlecht unterwegs https://de.statista.com/statistik/daten ... r-tuerkei/ , der Tourismus liegt wegen Corona natürlich am Boden und die Menschenrechte und Demokratie liegen am Boden, so dass ich es mir und viele andere überlegen, ob sie nach Corona wieder in die Türkei auf Urlaub fliegen.

Kann mir jemand erklären, warum dieser Mann noch immer im Sessel sitzt?

Es gibt so viele weltumsichtige und international angesehene Personen in der Türkei - warum kann man nicht eine Alternative zur AKP aufstellen?
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Vongole » Mo 18. Jan 2021, 19:55

Es gibt ja Alternativen, nur überzieht man Oppositionskandidaten gerne mit Prozessen oder sperrt sie gleich ein (Terrorismus-Verdacht wird gerne genommen).
Besonders natürlich dann, wenn es sich um Kurden handelt.
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon Tom Bombadil » Di 19. Jan 2021, 11:56

Kohlhaas hat geschrieben:(19 Jan 2021, 11:40)

Auch hier im Forum hat niemand etwas gegen "die Türken" (hoffe ich jedenfalls).

Pauschal gegen "die Türken" kann man nichts haben, das wäre ziemlich dumm, die Türken, die ich bisher kennengelernt habe, waren fast alle sehr nette Menschen. Diesen Jubeltürken, die Reccep, den türkischen Militarismus und Nationalismus abfeiern, kann ich persönlich aber nichts abgewinnen.
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon Dietz » Di 19. Jan 2021, 22:52

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jan 2021, 11:56)

Diesen Jubeltürken, die Reccep, den türkischen Militarismus und Nationalismus abfeiern, kann ich persönlich aber nichts abgewinnen.


Ich habe hier in diesem Strang keinen Beitrag gesehen, der das tut. Recep, Militarismus und Nationalismus sind von niemandem "abgefeiert" worden.

Da klafft ein grosses Missverhältnis zwischen Land und Leuten und einer deutschen Mehrheitsmeinung. Aber es gibt auch rund 6000 Deutsche, die allein in Alanya am Mittelmeer entweder ersten oder zweiten Wohnsitz haben. Und ihre Zahl wächst, es wird gebaut wie verrückt.
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon schokoschendrezki » Di 19. Jan 2021, 23:41

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jan 2021, 11:56)

Pauschal gegen "die Türken" kann man nichts haben, das wäre ziemlich dumm, die Türken, die ich bisher kennengelernt habe, waren fast alle sehr nette Menschen. Diesen Jubeltürken, die Reccep, den türkischen Militarismus und Nationalismus abfeiern, kann ich persönlich aber nichts abgewinnen.


Also in meinem Verständnis, stehen sich in der Türkei traditionell Jubeltürken, Militärs, Militarismus, Laizismus auf der einen, kemalistischen ("atatürkischen") Seite und das traditionalistische Programm des politischen Islam Erdogans eigentlich direkt gegenüber. Auch wenn sich das in jüngerer Zeit vielleicht noch mal etwas verschoben hat.

Es könnte aber auch sein, dass Strippenzieher wie Erdogan oder Putin, Wertebegriffe wie "Islam", "Nation", "russisch-orthodoxe Kirche", "Türkentum", "Osmanentum", "Mütterchen Russland" usw. usf. vor allem als Figuren auf dem internationalen Schachbrett der Weltpolitik und noch mehr als Erzählungstoff für ihre Anhänger mehr oder weniger einfach nach Lage der Dinge mal hervorholen und mal wieder weglegen. Ganz sicher sind sowohl Erdogan als auch Putin Opportunisten reinsten Wassers.
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon Tom Bombadil » Di 19. Jan 2021, 23:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jan 2021, 23:41)

Auch wenn sich das in jüngerer Zeit vielleicht noch mal etwas verschoben hat.

"Etwas" :D
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon schokoschendrezki » Di 19. Jan 2021, 23:58

Dietz hat geschrieben:(19 Jan 2021, 22:52)

Ich habe hier in diesem Strang keinen Beitrag gesehen, der das tut. Recep, Militarismus und Nationalismus sind von niemandem "abgefeiert" worden.

Da klafft ein grosses Missverhältnis zwischen Land und Leuten und einer deutschen Mehrheitsmeinung. Aber es gibt auch rund 6000 Deutsche, die allein in Alanya am Mittelmeer entweder ersten oder zweiten Wohnsitz haben. Und ihre Zahl wächst, es wird gebaut wie verrückt.

Weil es solche irgendwie zusammenfassbaren "Mehrheitsmeinungen" gar nicht gibt. Eine typische Journalistenfrage wie "Wie denken die Deutschen über die Türkei" lässt sich in keinster Weise beantworten. Umgekehrt," wie denken die Türken über Deutschland" natürlich auch nicht. Es gibt diese nationalen Bühnen nicht oder ncht mehr, auf denen man so etwas wie eine repräsentative "öffentliche Meinung" ausmachen könnte.

Stand 2016 sind in den zehn Jahren davor ungefähr 10 000 Bundesdeutsche in das viel viel keinere Ungarn allein in die Region Plattensee ausgewandert. Es gibt dort nicht nur Immobolienbüros en masse sondern auch deutsche Zeitungen. Ungeachtet aller öffentlichen Kritik an den politischen Entwicklungen in Ungarn.
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 20. Jan 2021, 00:11

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jan 2021, 23:53)

"Etwas" :D


Naja, Stand 2018: CHP rund 22 gegenüber 42 Prozent AKP. Trotzdem: "Türkischer Militarismus" ist für mich noch immer fest mit "Kemalismus" und Türkei als NATO-Staat.verdrahtet. Es kommen Phänomene hinzu wie Graue Wölfe, Panturkismus, "tiefer Staat", NATO-Bekenntnis ...hat zunächst mal wenig mit dem religiös verbrämten, tradionalistischen, religiösen, antilaizistischen rechtskonservativ-"osmanentümelnden" Erdogan zu tun.

Und wie gesagt: Wladimir Putin gibt ja auch den gläubigen orthodoxen Christen. Er ist - wie Erdogan - ein opportunistischer Machtmensch, auf Einfluss und sozusagen imperialer Machtentfaltung aus. Aber in beiden Ländern, in Russland wie in der Türkei gibts Falken von noch ganz anderer Machart.
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jan 2021, 09:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Jan 2021, 00:11)

Trotzdem: "Türkischer Militarismus" ist für mich noch immer fest mit "Kemalismus" und Türkei als NATO-Staat.verdrahtet.

Das weiß ich doch, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Besonders die NATO scheinst du ganz furchtbar zu finden, obwohl die seit Jahrzehnten den Frieden in Europa garantiert.
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jan 2021, 09:23

Dietz hat geschrieben:(19 Jan 2021, 22:52)

Ich habe hier in diesem Strang keinen Beitrag gesehen, der das tut. Recep, Militarismus und Nationalismus sind von niemandem "abgefeiert" worden.

Dann hast du die Beiträge von "Cem Dean" noch nicht entdeckt? Die werden dir sicherlich gefallen!
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Re: Türkei: Feind des Westens

Beitragvon Kohlhaas » Mi 20. Jan 2021, 13:32

Dietz hat geschrieben:(19 Jan 2021, 22:52)

Ich habe hier in diesem Strang keinen Beitrag gesehen, der das tut. Recep, Militarismus und Nationalismus sind von niemandem "abgefeiert" worden.

Da klafft ein grosses Missverhältnis zwischen Land und Leuten und einer deutschen Mehrheitsmeinung. Aber es gibt auch rund 6000 Deutsche, die allein in Alanya am Mittelmeer entweder ersten oder zweiten Wohnsitz haben. Und ihre Zahl wächst, es wird gebaut wie verrückt.

Oh, es gibt hier sehr wohl Leute, die angesichts der angeblichen türkischen "Waffenmacht" in nationalistische Wallungen geraten. Wie viele Deutsche sich in Alanya ansiedeln, ist hier in dieser Diskussion aber weit weniger spannend, als die Frage, wie viele Deutsche inzwischen in türkischen Gefängnissen sitzen.
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Ammianus
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Ammianus » Mi 20. Jan 2021, 16:14

Kann dieses Zentnerweise "tu quoque" bitte aufhören ...
"Ich möchte an einem Ort sein, an dem es keine Politik gibt, keine Waffen, keine Religion."
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Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Vongole » Mi 20. Jan 2021, 16:29

Bezüglich der unzutreffenden Behauptung, "Erdogan selbst verurteile ja niemanden":

Vor allem bei der Rechtsstaatlichkeit bescheinigt die EU-Kommission der Türkei in ihrem jüngsten Fortschrittsbericht eine negative Entwicklung. Die Gewaltenteilung ist praktisch aufgehoben, die Justiz ist der Exekutive unterworfen. Und selbst das Verfassungsgericht soll ausgehebelt werden.
(..)
„Den ernsten Bedenken der EU wegen des anhaltenden Abbaus von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Grundrechten und richterlicher Unabhängigkeit wurde nicht Rechnung getragen; vielfach gab es hier weitere Rückschritte. Die Durchsetzung von Grundrechten wird durch die Zersplitterung und eingeschränkte Unabhängigkeit öffentlicher Institutionen im Bereich der Menschen- und Grundrechte behindert. Zusätzlich erschwert wird die Durchsetzung von Rechten durch das Fehlen einer unabhängigen Justiz.“
https://www.deutschlandfunk.de/tuerkei- ... _id=487077


Verbindliche Urteile des EGMR werden nicht umgesetzt:

"The European Court of Human Rights ruled on Tuesday that Turkey must immediately release prominent Kurdish politician Selahattin Demirtas, saying the justification for his four years in prison was a cover for limiting pluralism and debate."
https://www.reuters.com/article/us-turk ... SKBN28W1PJ

Wer in der Türkei Urlaub machen möchte, kann das gerne tun, (gibt wirklich sehr freundliche Menschen dort), aber er möge uns bitte verschonen mit Lobhudelei über die politisch und rechtsstaatlich unhaltbaren Verhältnisse.

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