IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

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Subutai
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Subutai » Do 16. Okt 2014, 16:07

Kardux » Do 16. Okt 2014, 13:38 hat geschrieben:
Sie schrieben aber das man den Teufel nicht mit dem Belzebub austreiben kann. Das mit Belzebub wahrscheinlich die PKK gemeint war liegt auf der Hand. Das die PKK offiziell eine Terrororganisation ist, das stimmt auch. Aber ich kann Ihnen 100 Gründe nennen wieso man die PKK nicht im selbem Atemzug mit dem IS erwähnen kann.

Mit wem soll man eigentlich sonst den Teufel austreiben ? Wer ist denn bereit gegen den IS entschieden anzukämpfen ? Seien wir doch ehrlich, die YPG sind eigentlich die einzige Kraft in Syrien und im Irak die trotz sehr weniger Waffenbestände dem IS schwer zugesetzt hat. Die westlichen Staaten schicken keine Soldaten, und die FSA als auch die irakische Armee haben sich bisher nicht mit Ruhm bekleckert. Bleiben eigentlich nur die Kurden im Irak (die zu Beginn überrumpelt wurden aber sich mittlerweile auch gut halten) und die Kurden in Syrien.


...


Würde die PKK den IS in Syrien auch außerhalb der Kurdengebiete bekämpfen, oder nur zuschauen wie sie es auch bei Assads Massakern machen? :?
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon palulu » Do 16. Okt 2014, 16:29

In Afghanistan hat man Islamisten gegen die Kommunisten unterstützt; in Syrien will man Marxisten gegen Islamisten supporten. Kurz: ISIS = PKK, das Gleiche in Grün.

Ob es die Europäer nun akzeptieren oder nicht.
Marie-Luise

Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Marie-Luise » Do 16. Okt 2014, 16:54

palulu » Do 16. Okt 2014, 16:29

In Afghanistan hat man Islamisten gegen die Kommunisten unterstützt; in Syrien will man Marxisten gegen Islamisten supporten. Kurz: ISIS = PKK, das Gleiche in Grün.

Ob es die Europäer nun akzeptieren oder nicht.


Du meinst die Mujahedin in Afghanistan. Hinterher ist es kein Kunststück und bedarf keiner außergewöhnlichen Intelligenz, um die Unterstützung für sie zu verurteilen.

Zur Zeit der Mujahedin - also vor den Taliban - wussten die meisten Menschen nicht, was Islamisten sind - dazu zähle ich mich.

Dann kam 9/11 ...
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon palulu » Do 16. Okt 2014, 16:57

Marie-Luise » Do 16. Okt 2014, 16:54 hat geschrieben:
Du meinst die Mujahedin in Afghanistan. Hinterher ist es kein Kunststück und bedarf keiner außergewöhnlichen Intelligenz, um die Unterstützung für sie zu verurteilen.

Zur Zeit der Mujahedin - also vor den Taliban - wussten die meisten Menschen nicht, was Islamisten sind - dazu zähle ich mich.

Dann kam 9/11 ...



Bullshit. Jeder halbwegs intelligente Islamist wusste schon damals, für was die Vorgänger der Taliban standen. Das ist 'ne billige Ausrede.
Marie-Luise

Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Marie-Luise » Do 16. Okt 2014, 16:59

palulu » Do 16. Okt 2014, 16:57

Bullshit. Jeder halbwegs intelligente Islamist wusste schon damals, für was die Vorgänger der Taliban standen. Das ist 'ne billige Ausrede.



Ja, entschuldige bitte mal: Ich bin keine Islamistin und andere westliche Menschen größtenteils auch nicht.
Zuletzt geändert von Marie-Luise am Do 16. Okt 2014, 16:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon palulu » Do 16. Okt 2014, 17:09

Marie-Luise » Do 16. Okt 2014, 16:59 hat geschrieben:

Ja, entschuldige bitte mal: Ich bin keine Islamistin und andere westliche Menschen größtenteils auch nicht.



Ja, klar, die CIA wusste ganz und gar nicht, wen sie da gerade unterstützt. Komm, zieh weiter.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Gretel » Do 16. Okt 2014, 17:21

palulu » Do 16. Okt 2014, 16:09 hat geschrieben:

Ja, klar, die CIA wusste ganz und gar nicht, wen sie da gerade unterstützt. Komm, zieh weiter.


Mensch, der Sowjetische Einmarsch war 1979! da war die Welt noch eine andere.

und es war nicht nur die USA, sondern u.a. auch Deutschland.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2010 ... islamisten
Zuletzt geändert von Gretel am Do 16. Okt 2014, 17:22, insgesamt 1-mal geändert.
Muck watt jü wüllt - de Lüüd snackt doch.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Wahrsagerinxy » Do 16. Okt 2014, 21:41

Kardux » Do 16. Okt 2014, 13:38 hat geschrieben:
Sie schrieben aber das man den Teufel nicht mit dem Belzebub austreiben kann. Das mit Belzebub wahrscheinlich die PKK gemeint war liegt auf der Hand. Das die PKK offiziell eine Terrororganisation ist, das stimmt auch. Aber ich kann Ihnen 100 Gründe nennen wieso man die PKK nicht im selbem Atemzug mit dem IS erwähnen kann.

Mit wem soll man eigentlich sonst den Teufel austreiben ? Wer ist denn bereit gegen den IS entschieden anzukämpfen ? Seien wir doch ehrlich, die YPG sind eigentlich die einzige Kraft in Syrien und im Irak die trotz sehr weniger Waffenbestände dem IS schwer zugesetzt hat. Die westlichen Staaten schicken keine Soldaten, und die FSA als auch die irakische Armee haben sich bisher nicht mit Ruhm bekleckert. Bleiben eigentlich nur die Kurden im Irak (die zu Beginn überrumpelt wurden aber sich mittlerweile auch gut halten) und die Kurden in Syrien.

Die Gleichung, dass man eine Terrororganisation nicht mittels einer anderen Terrororganisation bekämpfen darf zählt in diesem Fall einfach nicht. Man muss eigentlich mit jeder Kraft zusammen arbeiten die wirklich bereit ist den IS zu zerschlagen. Was der IS bisher geschafft hat ist unvorstellbar - auch wenn er von einigen Ländern heimlich gestützt wurde bzw. wird - das alles ist unwichtig. Solche Bewegungen wie der IS halten sich nicht an die chinesische Binsenweisheit, die besagt das man nicht die Hand abhacken soll die einen füttert. Sie sind zu allem bereit.

Wie kann man den IS nur mit der PKK vergleichen, ich verstehe es nicht.

Alexyessins Antwort war nein. Du tust so, als hätte er ja gesagt. Das ist komisch.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Wasteland » Do 16. Okt 2014, 21:48

Kardux » Do 16. Okt 2014, 14:38 hat geschrieben:
Sie schrieben aber das man den Teufel nicht mit dem Belzebub austreiben kann. Das mit Belzebub wahrscheinlich die PKK gemeint war liegt auf der Hand. Das die PKK offiziell eine Terrororganisation ist, das stimmt auch. Aber ich kann Ihnen 100 Gründe nennen wieso man die PKK nicht im selbem Atemzug mit dem IS erwähnen kann.

Mit wem soll man eigentlich sonst den Teufel austreiben ? Wer ist denn bereit gegen den IS entschieden anzukämpfen ? Seien wir doch ehrlich, die YPG sind eigentlich die einzige Kraft in Syrien und im Irak die trotz sehr weniger Waffenbestände dem IS schwer zugesetzt hat. Die westlichen Staaten schicken keine Soldaten, und die FSA als auch die irakische Armee haben sich bisher nicht mit Ruhm bekleckert. Bleiben eigentlich nur die Kurden im Irak (die zu Beginn überrumpelt wurden aber sich mittlerweile auch gut halten) und die Kurden in Syrien.

Die Gleichung, dass man eine Terrororganisation nicht mittels einer anderen Terrororganisation bekämpfen darf zählt in diesem Fall einfach nicht. Man muss eigentlich mit jeder Kraft zusammen arbeiten die wirklich bereit ist den IS zu zerschlagen. Was der IS bisher geschafft hat ist unvorstellbar - auch wenn er von einigen Ländern heimlich gestützt wurde bzw. wird - das alles ist unwichtig. Solche Bewegungen wie der IS halten sich nicht an die chinesische Binsenweisheit, die besagt das man nicht die Hand abhacken soll die einen füttert. Sie sind zu allem bereit.

Wie kann man den IS nur mit der PKK vergleichen, ich verstehe es nicht.


Die PKK hat sehr viele Unschuldige ¨weiche¨ Ziele angegriffen und sehr viele Menschen getötet die nichts damit zu tun hatten.
Daher werden sie zurecht als Terrororganisation geführt. Wenn die PKK darauf verzichten sollte, dann kann sich das auch ändern, vorher nicht.
Mit Bomben Frauen, Touristen und Kinder in die Luft zu jagen geht auf gar keinen Fall, nichtmal im Krieg.
Und du weisst auch, kurdische Nationalisten sind auch nicht besser als Graue Wölfe.
Ich war mal Gast eines Veranstalters eines Heimatfestes von Kurden aus Mardin in Berlin (mit riesigem Halay-Tanz, und allem drum und dran, PKK-nah natürlich), habe mit ihm ein paar Bier getrunken und ziemlich blödes und rassistisches Zeug über Türken gehört.
Ich will nicht sage das es nicht auch solche Türken gibt. Aber viele PKK Kurden haben ein Rad ab und die PKK hat eben sehr schlimme Verbrechen begangen.
Den IS finde ich auch schlimmer, aber das ändert nichts an vorher gesagtem.
Zuletzt geändert von Wasteland am Do 16. Okt 2014, 21:55, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Wahrsagerinxy » Do 16. Okt 2014, 21:53

Wasteland » Do 16. Okt 2014, 20:48 hat geschrieben: türkische Nationalisten sind auch nicht besser als Graue Wölfe.

:rolleyes:
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Wasteland » Do 16. Okt 2014, 21:56



Oops, kurdische. :D

War ein langer Tag heute.
Wahrsagerinxy

Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Wahrsagerinxy » Do 16. Okt 2014, 22:18

Wasteland » Do 16. Okt 2014, 20:48 hat geschrieben:
Die PKK hat sehr viele Unschuldige ¨weiche¨ Ziele angegriffen und sehr viele Menschen getötet die nichts damit zu tun hatten.
Daher werden sie zurecht als Terrororganisation geführt. Wenn die PKK darauf verzichten sollte, dann kann sich das auch ändern, vorher nicht.
Mit Bomben Frauen, Touristen und Kinder in die Luft zu jagen geht auf gar keinen Fall, nichtmal im Krieg.
Und du weisst auch, kurdische Nationalisten sind auch nicht besser als Graue Wölfe.
Ich war mal Gast eines Veranstalters eines Heimatfestes von Kurden aus Mardin in Berlin (mit riesigem Halay-Tanz, und allem drum und dran, PKK-nah natürlich), habe mit ihm ein paar Bier getrunken und ziemlich blödes und rassistisches Zeug über Türken gehört.
Ich will nicht sage das es nicht auch solche Türken gibt. Aber viele PKK Kurden haben ein Rad ab und die PKK hat eben sehr schlimme Verbrechen begangen.
Den IS finde ich auch schlimmer, aber das ändert nichts an vorher gesagtem.
Wozu ist die Uno da? Keiner fühlt sich für die Kurden zuständig.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Jekyll » Fr 17. Okt 2014, 04:08

Dass es bezogen auf die Türkei (siehe Threadtitel) einen relevanten Unterschied zwischen der PKK und IS gibt. Die daraus resultierenden Schlussfolgerungen kannst du dir selber ziehen, sofern du dazu willens und fähig bist.
Sie schufen eine Wüste und nannten es...Frieden.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Demolit » Fr 17. Okt 2014, 12:23

palulu » Do 16. Okt 2014, 15:57 hat geschrieben:

Bullshit. Jeder halbwegs intelligente Islamist wusste schon damals, für was die Vorgänger der Taliban standen. Das ist 'ne billige Ausrede.



Ja..mmhmmm hat was. Daraus ergibt sich die Frage, warum hat keiner dieser Intelligenten da mal an entscheidender Stelle was dagegen getan.....?

Hier in unseren Kulturkreisen haben viele Kämpfe, Tausende Tote dafür eingestanden, seitdem ein gut aufgestellter Christ und Franziskaner sein Rasiemesser schärfte, dass solche Entwicklungen - also den religiösen Kontext zum ekelhaften Handeln - durchgeschnitten wurden das Religiöse sein Medusenhaupt nicht wieder erheben konnte, um Menschen zu verführen.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon relativ » Fr 17. Okt 2014, 12:31

palulu » Do 16. Okt 2014, 16:09 hat geschrieben:

Ja, klar, die CIA wusste ganz und gar nicht, wen sie da gerade unterstützt. Komm, zieh weiter.

Ja klar wussten die das, sie haben sie doch selber aus allen herren Ländern nach Afghanistan gebracht. Der einfache afghanische Mudschaheddin hatte da nur wenig mit Islamisten am Hut, die kamen meist von ausserhalb, wurden also von Pakistan, USA Saudi-Arabien nach Afghanistan importiert. Als die Russen besiegt waren, hat man sich nicht weiter gekümmert und diese Kämpfer suchten sich ein neues "Betätigungsfeld".
Zuletzt geändert von relativ am Fr 17. Okt 2014, 12:31, insgesamt 1-mal geändert.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Kardux » Fr 17. Okt 2014, 13:31

Wasteland hat geschrieben:Die PKK hat sehr viele Unschuldige ¨weiche¨ Ziele angegriffen und sehr viele Menschen getötet die nichts damit zu tun hatten.


Korrekt, deshalb werden sie auch international als Terrororganisation eingestuft. Das habe ich niemals bestritten.

Wasteland hat geschrieben:Wenn die PKK darauf verzichten sollte, dann kann sich das auch ändern, vorher nicht.
Mit Bomben Frauen, Touristen und Kinder in die Luft zu jagen geht auf gar keinen Fall, nichtmal im Krieg.


Diese "Kriegsführung" oder eher Terroraktionen sind schon eine Weile her. Was das Image der PKK jedoch nicht viel besser macht.

Wasteland hat geschrieben:Und du weisst auch, kurdische Nationalisten sind auch nicht besser als Graue Wölfe.


Zunächst einmal hat die PKK mit kurdischem Nationalismus nicht viel zu tun. Sie strebten schon nach einem unabhängigen Kurdistan (Sozialistisches Kurdistan), aber die PKK hat keine Probleme mit der türkischen Kultur, Sprache, oder Volk an sich. Innerhalb der PKK wird viel auf Türkisch gesprochen und es gibt sogar türkische Gründungsmitglieder der PKK die ihre türkische Identität niemals verbergen.

Den kurdischen Nationalismus wie Sie ihn hier an die Grauen Wölfen anlehnen gibt es nicht wirklich. Es gibt keine kurdische Partei die von einer kurdischen Herrenrasse redet. Es gibt sehr wohl kurdische Faschisten die sich als was besseres sehen als andere Nationen und stolz darauf sind Kurden zu sein (was völlig absurd ist, da dies keine Leistung ist) aber diese Menschen sind nicht so repräsentativ das sie eine Partei aufstellen könnten.

Ich z.B. bin ein kurdischer Nationalist, aber meine Ansichten sind nicht dieselben wie die der Grauen Wölfe. Ich bin nicht stolz darauf Kurde zu sein, es ist einfach eine Tatsache, das kann und will ich einfach nicht ändern. Ich sehe das kurdiche Volk auch nicht als höher gestellt als sonst irgendein Volk - ich sehe nur kulturelle Unterschiede speziell zu unseren Nachbarn. Auch wenn das Wort Nationalismus speziell im deutschen Raum mit etwas Schlechtem verbunden wird, habe ich da eine gegensätzliche Meinung. Ein Volk das unterdrückt wird und von seinen Nachbarn assimiliert wird, ergo einer Existenzbedrohung unterliegt, ist meiner Ansicht nach verpflichtet zusammen zurücken und sich auf seine Sprache und Kultur zu besinnen, damit dies nicht verloren geht.

Schon die Anti-nationalisten Karl Marx und Friedrich Hegel legitimierten den polnischen Nationalismus, und forderten die polnischen Sozialisten dazu auf sich vorübergehend mit der polnischen Bourgeoisie zusammen zu schliessen um erst einmal die äusseren Feinde zu besiegen.

Was ich damit sagen möchte ist, das der Nationalismus eines unterdrückten Volkes in einem anderen Kontext zu betrachten ist als der Nationalismus eines Volkes das nicht um seine Existenz kämpfen muss und einen anerkannten Nationalstaat hat.
Abgesehen davon ist der Faschismus der Grauen Wölfe schon sehr extrem im Vergleich zu anderen rechten Gruppen. Es gibt so viele Feindbilder (Kurden, Juden, Armenier, Griechen, Bulgaren, Amis, etc.) für die Grauen Wölfe das sucht schon seinesgleichen unter den rechten Parteien.

Was ich auch immer interessant finde, ist die große Anzahl der nationalistischen Partei innerhalb der Türkei. Ich kenne kaum ein Land das so viele offiziell gemeldete nationalistische Parteien hat wie die Türkei. Die Türken haben einfach anhand ihrer Geschichte einen Hang zum Nationalismus. Jedoch einem Nationalismus der sich über andere Völker stellt...

Wasteland hat geschrieben:Den IS finde ich auch schlimmer, aber das ändert nichts an vorher gesagtem.


Was mich einfach an der Debatte stört ist das man weder die PKK noch sonst eine Bewegung mit dem IS vergleichen kann. Was der IS in den letzten drei Jahren angerichtet hat erinnert irgendwie an die Mongolenstürme. Mit der Neuzeit hat das nichts zu tun.

Wahrsagerinxy hat geschrieben:Alexyessins Antwort war nein. Du tust so, als hätte er ja gesagt. Das ist komisch.


Lesen Sie bitte den ganzen Verlauf zwischen dem User "alexyessin" und mir.

palulu hat geschrieben:In Afghanistan hat man Islamisten gegen die Kommunisten unterstützt; in Syrien will man Marxisten gegen Islamisten supporten. Kurz: ISIS = PKK, das Gleiche in Grün.

Ob es die Europäer nun akzeptieren oder nicht.


Schuster bleib bei deinen Leisten !

Sie haben bis jetzt die Verhältnisse im Irak und Syrien nicht verstanden, ja mit Abstrichen nicht mal die Zustände in ihrer Heimat, der Türkei; wollen aber jetzt über Afghanistan schreiben :?
Die Mujahedin waren ein neues Projekt ein unbekanntes Feld für den CIA. Vielleicht halten Sie den CIA ja für göttlich, ich persönlich nicht. Ich erkenne deren Professionalität und Kompetenz ebenfalls an, aber Irren ist menschlich - das gilt auch für den CIA.

Die Mujahedin in Afghanistan mit dem IS vergleichen zu wollen ist ebenfalls ein Schwachsinn. Der Kontext könnte nicht unterschiedlicher sein, dafür muss man aber auch afghanische Geschichte gelesen haben. Die sowjetische Marionettenregierung in Kabul hat keinerlei Unterstützung vom Volk und die SU wollte Afghanistan dann okkupieren. Der Kampf der Mujahedin hatte eine Agenda - den Jihad. Also im islamischen Kontext war der Widerstand legitim. Was der IS jedoch im Irak und Syrien tut hat mit Jihad in keinster Weise etwas zu tun. Sogar die radikale Gruppe Al- Qaida wandte sich vom IS ab. Das willkürliche Töten von Menschen - sogar von Sunniten hat mit Jihad doch nichts zu tun.

Sie tun auch so als ob sich der Kampf gegen den IS nur auf die PKK bezieht. Die PKK und seine Ableger sind nur eine von vielen Parteien die gegen den IS kämpfen. Primär werden die moderaten Kurden im Irak, Schiiten im Irak, und die sunnitische FSA unterstützt. Dazu muss man auch sagen, das es unter der FSA auch Islamisten gibt, aber nicht so radikale - und gewiss keine die jetzt willkürlich einheimische Sunniten köpfen wie es der IS getan hat (siehe die Massenexekutionen von vielen Männern des sunnitischen Stammes al- Shei'tat seitens des IS).
Make Kurdistan Free Again...
Chruschtschow

Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Chruschtschow » Fr 17. Okt 2014, 13:51

Die Türken träumen doch vom osmanischen Großreich. Sollen sie jetzt mal zeigen was sie können.
Eine Minderheit im Innern zu konfrontieren ist etwas anderes als in der internationalen Politik eine vernünftige Rolle zu spielen.
Mit Deutschland und der Türkei hat man zwei Mittelmächte, die sich nicht trauen.
Bahram Kermani

Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Bahram Kermani » Fr 17. Okt 2014, 16:56

Subutai » Do 16. Okt 2014, 15:07 hat geschrieben:
Würde die PKK den IS in Syrien auch außerhalb der Kurdengebiete bekämpfen, oder nur zuschauen wie sie es auch bei Assads Massakern machen? :?


PKK sicher nicht, auch ihre Ableger im Iran, die Pjak nicht. Barzani hatte im Sommer schon gesagt, er werde die Jihadisten erst angreifen, wenn sie sein Kurdistan angreifen würden. Vorher wollte er nichts machen. Barzani hat die gesamte Situation total falsch eingeschätzt, nicht nur beim ISIS, was man auch an seinem übereilten Versuch gemerkt hat, im Windschatten der Jihadisten ganz schnell die Unabhängigkeit seines Kurdistans auszurufen. Mittlerweile redet er aber nicht mehr davon. Der Druck aus der Türkei und meiner Heimat Iran war einfach zu gross. Wir Iraner möchten Kurdistan und den Kurden helfen, werden aber keinen Separatismus in unserem Vorhof dulden.
Zuletzt geändert von Bahram Kermani am Fr 17. Okt 2014, 16:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Kardux » Fr 17. Okt 2014, 17:35

PKK sicher nicht, auch ihre Ableger im Iran, die Pjak nicht.


Weder die PKK noch seine Ableger haben die Kraft gegen das Assad- Regime zu kämpfen, es sei denn sie werden militärisch massiv unterstützt. Und von einem Iraner braucht man sich sowas überhaupt erst nicht anhören. Ohne den Iran wäre Assad wohl schon längst gefallen, und die FSA hätte die Oberhand gewonnen. So wäre erst gar keine ISIS entstanden...

Bahram Kermani hat geschrieben:Barzani hatte im Sommer schon gesagt, er werde die Jihadisten erst angreifen, wenn sie sein Kurdistan angreifen würden. Vorher wollte er nichts machen. Barzani hat die gesamte Situation total falsch eingeschätzt, nicht nur beim ISIS


Ich glaube der Kriegsverlauf hatte gezeigt das die Kurden nicht ausreichend ausgerüstet waren um die Jihadisten anzugreifen. Die Jihadisten hingegen erbeuteten große Mengen an hochmodernen Waffen von der irakischen Armee. Die Art und Weise wie die irakische Armee seine Depots den Jihadisten überlassen hatte war aber schon komisch. Viele geben dafür Maliki die Schuld - eine Marionette des Irans...

Bahram Kermani hat geschrieben:im Windschatten der Jihadisten ganz schnell die Unabhängigkeit seines Kurdistans auszurufen. Mittlerweile redet er aber nicht mehr davon. Der Druck aus der Türkei und meiner Heimat Iran war einfach zu gross.


Achso, mittlerweile redet er nicht mehr davon ? Vor einigen Tagen hielt er ein Interview für den Sender SkyNews- Arabic, da hieß es noch:

Barzani said a referendum on Kurdish independence was still a goal but the priority now was the fight against ISIS. “The idea of a referendum is still there and will never be cancelled. At the moment the priority is fighting IS but our right to self-determination is something that nothing can take away,” he said. “Kirkuk will be included in the referendum and the people of Kirkuk themselves will decide.”

http://rudaw.net/english/kurdistan/131020141

Bahram Kermani hat geschrieben:Wir Iraner möchten Kurdistan und den Kurden helfen, werden aber keinen Separatismus in unserem Vorhof dulden.


Ihr Iraner solltet euch erst selbst helfen ! Der Drogenkonsum im Iran gehört zu den heftigsten in der ganzen Welt, Frauen müssen wegen Armut in die Prostitution, usw. Viele iranische Mädchen sind gezwungen in den arabischen Golfstaaten zu "arbeiten". Also irgendwo hackt es doch im Iran.

Ob Kurdistan seine Unabhängigkeit ausruft oder nicht liegt nicht am Iran. Wenn die USA grünes Licht geben wird es vollzogen. Wenn die Iraner wirklich den Kurden helfen wollen, wären nicht 40 % aller hingerichteten Gefangenen im Iran Kurden. Abgesehen davon unterstützt die IRI die Türkisierung der kurdischen Stadt Urmîyê und anderer kurdischer Städte, zu Gunsten der schiitischen Azeris.

Keine Sorge, auch der Iran wird sich bald heftigst mit seinen Minderheiten herum schlagen. Glauben Sie die Belutschen oder Kurden wären froh im Iran ?
Make Kurdistan Free Again...
Bahram Kermani

Re: IS, Türkei und der NATO-Bündnisfall

Beitragvon Bahram Kermani » Fr 17. Okt 2014, 17:56

Ihr Iraner solltet euch erst selbst helfen !

Klingt ganz schön grosskotzig wie sonst alles, was ich von dir gelesen habe. Kurdistan ist nicht in einer Situation, so etwas zu sagen (Ihr Iraner solltet euch erst selbst helfen !) und kein Kurde bei Verstand sagt so etwas Dummes wie Du. Barzani hat unserem Aussenminister vor enigen Wochen vor laufenden Kameras dafür gedankt, dass Iran als erster Staat überhaupt und sehr schnell Waffen an die Kurden geliefert hat. Dass Erbil noch nicht gefallen ist, ist auf unsere Hilfe zurückzuführen.

Du bist falsch gewickelt, wenn Du denkst, ich würde wegen Dir die Kurden beschimpfen, das mag deine Absicht sein, funktioniert aber bei mir nicht, da mein Vater ein Kurde ist und damit ein iranischer Patriot. Iraner sind auch Kurden und Kurden sind alle Iraner. Da passt kein Blatt Papier dazwischen.
Zuletzt geändert von Bahram Kermani am Fr 17. Okt 2014, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.

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