Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

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Troh.Klaus
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Troh.Klaus » Do 10. Sep 2020, 12:28

Cobra9 hat geschrieben:(10 Sep 2020, 09:36)
Aber man wollte es durchziehen. Koste es was es wolle. Das man schon wusste, sehen konnte mit wem man das Projekt betreibt war klar. Aber Berlin wollte es. Nun muss Berlin mit den Folgen leben.

Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass man - hier im Forum, aber auch in der realen Welt - die Sache mit Navalny und die angemessene Reaktion als alleiniges Problem Deutschlands sieht.
Warum eigentlich? Wenn Sanktionen, dann sollte das der Westen doch gemeinsam machen? Bei der Skripal-Geschichte hat doch auch niemand angeregt, dass die Briten alleine Sanktionen gegen Russland verhängen. Und was hört man da so von unseren Freunden und Verbündeten?

Anscheinend ist niemand wirklich an Sanktionen interessiert. Aber einige möchten Navalny als Vehikel gegen Nordstream nutzen. Also eigentlich an Sanktionen gegen Deutschland. Sehr durchsichtig das, und gerade deshalb sollte unsere Regierung an Nordstream festhalten.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Troh.Klaus » Do 10. Sep 2020, 12:32

Fliege hat geschrieben:(10 Sep 2020, 10:19)
Allerdings ist viel interessanter, ob der Fall Navalya ausreicht, um der deutschen "Regierung" anzudeuten, dass Trump recht hat.

Und wieder deutsche "Regierung".
Anscheinend ein Reichsbürger.
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naddy
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon naddy » Do 10. Sep 2020, 12:33

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Sep 2020, 10:55)

Zumindest auf den Behandlungskosten bleibt die Charite nicht sitzen. Dafür wird ein Kreis von Unterstützer aufkommen.

"Nach Tagesspiegel-Informationen haben Unterstützer Nawalnys schriftlich versichert, die Behandlung an der Charité selbst zu zahlen. Aus Klinikkreisen heißt es, die Versorgung ausländischer Funktionäre werde ohnehin meist von deren Organisationen bezahlt - selten bleibe die Charité auf Rechnungen sitzen. An der Charité haben sich regelmäßig sowohl Dissidenten als auch Regierende behandeln lassen. Patienten kamen etwa aus Russland, der Ukraine, dem Irak, Libyen." Quelle: https://amp.tagesspiegel.de/berlin/krem ... 74934.html


Tröstlich, dass offenbar wenigstens seitens der Charité realpolitischer gedacht wird, als es die Reaktionen auf diesen meinen Beitrag vom 21.8. vermuten ließen. :|
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Pseudo_Nym » Do 10. Sep 2020, 14:47

Cobra9 hat geschrieben:(10 Sep 2020, 09:36)

Ich habe sogar Verständnis das Trump sagt stoppt North Stream 2.


Dafür, dass er das in seiner Funktion als amerikanischer Präsident so sagt, habe ich für meinen Teil ebenfalls verständnis. Worfür ich weit weniger Verständnis habe, ist, dass darüber hierzulande gerade ernsthaft debattiert wird.

Wenn wir einmal ganz ehrlich sind, der gesammte Standpunkt, dass uns das Fertigbauen der Pipeline in zu große Abhängigkeit von Russland bringen würde, etc. ist doch vollkommener Kokolores.
Das die Pipeline fertiggstellt wird, ist doch noch lange nicht gleichbedeutend damit, dass man sie auch sofort vollumfänglich nutzt.
Finanziell gesehen, ist der Abbruch, nachdem das Teil zu 90% bereits fertig gestellt ist, am Ende sicherlich nicht besonders kostensparender, als wenn es einmal fertig gebaut wird.

Wenn sie einmal fertig ist, kann man genau Russland genau so gut dadurch sanktionieren, dass man ihre Inbetriebnahme erstmal bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufschiebt. Würde das getan, wäre es im Endeffekt, was den Umgang mit Russland angeht, nicht anders, als wenn die pipeline nie gebaut worden wäre. Der einzige Unterschied besteht darin, dass diese pipeline Deutschland einen Hebel in die Hand gibt, in dieser Hinsicht politische Schwierigkeiten in Osteuropa zu umgehen und sich in diese Probleme nicht einzulassen.
Darauf zu bestehen, dass die Pipeline nicht zu Ende gebaut wird (auf den Verzischt auf Inbetriebnahme vorläufig zu bestehen, wäre da etwas anderes) ist insofern weniger ein Schlag der darauf zielt Sanktionen gegen Russland wirksam ins Werk zu setzen, als viel mehr einer, der dahin zielt, zu verhindern, dass Deutschland vom energiepolitischen Standpunkt her die Möglichkeit bekommt, sich aus Konflikten aus Osteuropa heraus zu halten und das wiederrum nehme ich persönlich als einen illegitimen Angriff wahr.

Dazu zu ermahnen, dass die Pipeline nicht genutzt werden darf, dass Deutschland sich seinen Verpflichtungen gegenüber seinen osteuropäischen Nachbarn und NATO-Verbündeten gegenüber zu entziehen, wenn von russischer Seite her unprovoziert agressive Signale in diese Richtung gesandt werden und einer Ermahnung dahingehend sich nicht eigenmächtig aus gemeinsamen Sanktionsregimes (sofern sich auch die anderen Partner daran halten), auszuklinken, hielte ich für vollkommen statthaft.

Die Pipeline an und für sich verhindern zu wollen, bedeutet im Endeffekt aber nichts anderes, als zu versuchen, uns auf Gedeih und Verderb an das Gebahren unserer Osteuropäischen Nachbarn zu binden, vollkommen egal, wie diese sich verhalten.
Das bedeutet am Ende nichts anderes, als der derzeitigen Politik in Polen und Ungarn einen Persilschein auszustellen.

Gerade im Bezug auf Polen dürfte es außerordentlich schwierig werden, das Land auf die Einhaltung der Prinzipien, zu denen es sich beim Eintritt in die EU verpflichtet hat, wieder festzulegen, wenn man es als Transitland weiterhin benötigt und deswegen Schwierigkeiten hat, hier ein Sanktionsregime aufzubauen.

Insofern berrachte ich die Pipeline eigentlich als im Interesse der EU als solcher, denn die wird man erst dann wieder in wirklich handlungsfähigen Zustand bekommen, wenn die beiden notorischen Quertreiber in Osteuropa wieder auf Kurs sind. Sie dorthin zu bringen, wird mit der Pipeline in der Hinterhand wesentlich leichter fallen, als ohne. Insofern betrachte ich das Ansinnen den Bau zu stoppen, als gegen die Interessen Deutschlands und die Interessen der EU als ganzes gerichtet.
Das geht meiner Meinung nach entschieden zu weit.

Ein Einfrieren der Kooperation mit Russland, dass die Eröffnung nach vollendeter Fertigstellung aufschiebt, wäre demgegenüber eine andere Sache, für die ich micht durchaus erwärmen könnte, wie auch für andere Arten von Sanktionen.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Audi » Do 10. Sep 2020, 15:17

Fassen wir zusammen:
1. Skripal wurde (angeblich) mit Nowitschok, dem tödlichsten Gift, das Menschen bislang herstellen konnten, vergiftet und nur mit viel Glück gerettet werden. Nawalny ist nun mit einer noch tödlicheren Variante vergiftet worden und viele Stunden nach dieser Vergiftung, einem Krankenhausaufenthalt in Russland und einem stundenlangen Flug in der Charite gerettet. Frage: arbeiten da noch Ärzte oder sind das schon Götter?

2. Jetzt erwacht Nawalny langsam wieder und wird strenger bewacht. Weil Russland ihn nun in der Charite umbringen könnte? Warum hat Putin dies dann nicht in Russland gemacht bzw. ihn ausfliegen lassen?

Und immer heißt es : Die kleinste Dosis ist schon tödlich. Irgendwie schafft es Putin eine noch kleinere Dosis als die kleinste damit die Opfer auch überleben ...

Dann fliegt die ganze Zeit eine vergiftete Flasche durch die Gegend und taucht in der Charite auf. Niemand aber auch wirklich niemand weis so recht wie diese hin gekommen ist und warum kein anderer Vergiftet worden ist von dem giftigsten Gift wo die kleinste Menge reicht :?:

Warum das Bundeswehrlabor nicht die konkrete Substanz benennt, die gefunden wurde, bleibt vorerst Geheimnis der Bundeswehr und der Bundesregierung. Das wäre nicht nur wichtig, um die mögliche Herkunft des Gifts nachverfolgen zu können - Kenntnisse über und auch Vorräte von Substanzen aus der Nowitschok-Gruppe haben seit den 1990er Jahren viele Militärlabors -, sondern auch, um die OPCW einschalten zu können.

Nach dem Skripal-Anschlag haben die 192 OPCW-Mitglieder, Russland eingeschlossen, Ende 2019 einstimmig auf Antrag von Kanada, den Niederlanden und der USA (2 Nowitschok-Familien) sowie von Russland (vier Nowitschok-Familien) (!) beschlossen, einige "Familien" der Nowitschok-Gruppe auf die Liste der verbotenen chemischen Kampfstoffe zu setzen. In Kraft getreten ist dies im Juni 2020.

Bei diesen Substanzen kann die OPCW-Inspektoren in jedes Unterzeichnerland senden, um zu überprüfen, ob hier die verbotenen Substanzen hergestellt werden. Sollte der Kreml womöglich den Anschlag auf Nawalny mit einer der selbst vorgeschlagenen Substanzen zwei Monate nach Inkrafttreten der erweiterten Liste ausgeübt haben, wäre dies schon sehr erstaunlich.

https://www.heise.de/tp/features/Nawaln ... 86082.html
Eulenwoelfchen

Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 11. Sep 2020, 01:26

Ironie-modus on:
Eigentlich braucht es hier keinen Autokorso mit VT-Hupe in dieser Diskussion. Es reicht ja schon die offizielle russ. Gegenpropaganda, die irgendwelchen Mumpitz verzapft, von Zuckerschock, schlecht gefrühstückt.

Gut, das kann ich auch:
Nawalny wurde natürlich erst in Deutschland vergiftet. Jedoch nicht mit Nowitschok aus Kreml-Beständen, sondern mit einem Spezial-Curare aus dem Amazonasbecken. Welches das doofe Bundeswehrlabor natürlich nicht kennt und es deshalb der Einfachkeit halber als Nowitschok bezeichnet, obwohl es in Wirklichkeit Curatschock heißt. Selbiges hat der Bundesentwicklungsminister höchst persönlich beim Indianerboss abgeholt (an Bolzonaro vorbei, damit der genauso wenig weiß wie Putin). Wieder zuhause übergab er das Curatschok an MAD-Major Alfred Neumeier. Der flog dann in einem geleasten Eurofighter-Typhoon der Briten als anynomer Geleitschutz für den Nawalny-Jet an die polinische Luftraumgrenze, seilte sich - unter lautem Absingen einer NATO-Polka (damit die Polnische Luftraumüberwachung keinen Verdacht schöpfen mag) - wie ein Bin Laden-Navy Seal gekonnt zur geöffneten Tür des Jets ab, übergab die Literflache "Adelholzener Heilwasser" an einen besorgten Pfleger (in Wirklichkeit ein republikanischer Ost-Ukrainetourist), der dann das Zeug auf den Sixpackwambo von Putins Angstgegner Nawalny goß. Aber nur die Hälfte, damit der Herr N. auch schön von den Charité - Halbgöttern (soviel Präzision muss sein) gerettet werden kann. Und fertig war der Anschlag, den man nun dem unschuldigen Kreml und seinem lupenrein demokratischen Häupting, dem überaus großartigen, dafür völlig ahnungslosem, Präsidenten der Russ. Föderation, dem lieben Herrn Putin, merkelgekonnt unterschieben konnte.
Ironie-modus off

Wie verblendet und unter Ausschluß jeder gesunden Realitätswahrnehmung muss man eigentlich sein, um sich so einen Scheiß auszudenken? - Naja, gutes Zeug geraucht, ist schon die halbe VT-Miete.

Da fällt mir der Chefkommentator der russ. Nachrichtenagentur ein: Das ist auch so ein Anhänger von Mariejoanna, der einen dermaßenen Scheiss in den Bildschirm labbert, das man davon in Sekunden
Ganzkörperkrätze bekommt.
Zuletzt geändert von Eulenwoelfchen am Fr 11. Sep 2020, 01:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Vongole » Fr 11. Sep 2020, 01:29

Vorsicht, @Eulenwölfchen, das werden einige glatt glauben! :D
Eulenwoelfchen

Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 11. Sep 2020, 01:31

Vongole hat geschrieben:(11 Sep 2020, 01:29)

Vorsicht, @Eulenwölfchen, das werden einige glatt glauben! :D


Wenn es denen Spaß macht, bitte gerne! :D
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon midlifecrisis » Fr 11. Sep 2020, 01:32

Gut formuliert, ist es jedenfalls.
Eulenwoelfchen

Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 11. Sep 2020, 01:35

Die Wahrheit klingt immer gut.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Europa2050 » Fr 11. Sep 2020, 07:08

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(11 Sep 2020, 01:26)

Ironie-modus on:
Eigentlich braucht es hier keinen Autokorso mit VT-Hupe in dieser Diskussion. Es reicht ja schon die offizielle russ. Gegenpropaganda, die irgendwelchen Mumpitz verzapft, von Zuckerschock, schlecht gefrühstückt.

Gut, das kann ich auch:
Nawalny wurde natürlich erst in Deutschland vergiftet. Jedoch nicht mit Nowitschok aus Kreml-Beständen, sondern mit einem Spezial-Curare aus dem Amazonasbecken. Welches das doofe Bundeswehrlabor natürlich nicht kennt und es deshalb der Einfachkeit halber als Nowitschok bezeichnet, obwohl es in Wirklichkeit Curatschock heißt. Selbiges hat der Bundesentwicklungsminister höchst persönlich beim Indianerboss abgeholt (an Bolzonaro vorbei, damit der genauso wenig weiß wie Putin). Wieder zuhause übergab er das Curatschok an MAD-Major Alfred Neumeier. Der flog dann in einem geleasten Eurofighter-Typhoon der Briten als anynomer Geleitschutz für den Nawalny-Jet an die polinische Luftraumgrenze, seilte sich - unter lautem Absingen einer NATO-Polka (damit die Polnische Luftraumüberwachung keinen Verdacht schöpfen mag) - wie ein Bin Laden-Navy Seal gekonnt zur geöffneten Tür des Jets ab, übergab die Literflache "Adelholzener Heilwasser" an einen besorgten Pfleger (in Wirklichkeit ein republikanischer Ost-Ukrainetourist), der dann das Zeug auf den Sixpackwambo von Putins Angstgegner Nawalny goß. Aber nur die Hälfte, damit der Herr N. auch schön von den Charité - Halbgöttern (soviel Präzision muss sein) gerettet werden kann. Und fertig war der Anschlag, den man nun dem unschuldigen Kreml und seinem lupenrein demokratischen Häupting, dem überaus großartigen, dafür völlig ahnungslosem, Präsidenten der Russ. Föderation, dem lieben Herrn Putin, merkelgekonnt unterschieben konnte.
Ironie-modus off

Wie verblendet und unter Ausschluß jeder gesunden Realitätswahrnehmung muss man eigentlich sein, um sich so einen Scheiß auszudenken? - Naja, gutes Zeug geraucht, ist schon die halbe VT-Miete.

Da fällt mir der Chefkommentator der russ. Nachrichtenagentur ein: Das ist auch so ein Anhänger von Mariejoanna, der einen dermaßenen Scheiss in den Bildschirm labbert, das man davon in Sekunden
Ganzkörperkrätze bekommt.


Früh mit einem herzhaften Lachen aufstehen - das hat doch was. Danke dafür :thumbup:

Hast Du dich mit der Top-recherchierten Story schon bei @Der Postillion beworben?

Nur ein kleiner Fehler: Der MAD-Agent heißt Alfred E. Neumann, den kenn ich noch aus seiner „aktiven Zeit“ :cool:
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Cobra9
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Cobra9 » Fr 11. Sep 2020, 08:32

Pseudo_Nym hat geschrieben:(10 Sep 2020, 14:47)

Dafür, dass er das in seiner Funktion als amerikanischer Präsident so sagt, habe ich für meinen Teil ebenfalls verständnis. Worfür ich weit weniger Verständnis habe, ist, dass darüber hierzulande gerade ernsthaft debattiert wird.

Wenn wir einmal ganz ehrlich sind, der gesammte Standpunkt, dass uns das Fertigbauen der Pipeline in zu große Abhängigkeit von Russland bringen würde, etc. ist doch vollkommener Kokolores.
Das die Pipeline fertiggstellt wird, ist doch noch lange nicht gleichbedeutend damit, dass man sie auch sofort vollumfänglich nutzt.
Finanziell gesehen, ist der Abbruch, nachdem das Teil zu 90% bereits fertig gestellt ist, am Ende sicherlich nicht besonders kostensparender, als wenn es einmal fertig gebaut wird.

Wenn sie einmal fertig ist, kann man genau Russland genau so gut dadurch sanktionieren, dass man ihre Inbetriebnahme erstmal bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufschiebt. Würde das getan, wäre es im Endeffekt, was den Umgang mit Russland angeht, nicht anders, als wenn die pipeline nie gebaut worden wäre. Der einzige Unterschied besteht darin, dass diese pipeline Deutschland einen Hebel in die Hand gibt, in dieser Hinsicht politische Schwierigkeiten in Osteuropa zu umgehen und sich in diese Probleme nicht einzulassen.
Darauf zu bestehen, dass die Pipeline nicht zu Ende gebaut wird (auf den Verzischt auf Inbetriebnahme vorläufig zu bestehen, wäre da etwas anderes) ist insofern weniger ein Schlag der darauf zielt Sanktionen gegen Russland wirksam ins Werk zu setzen, als viel mehr einer, der dahin zielt, zu verhindern, dass Deutschland vom energiepolitischen Standpunkt her die Möglichkeit bekommt, sich aus Konflikten aus Osteuropa heraus zu halten und das wiederrum nehme ich persönlich als einen illegitimen Angriff wahr.

Dazu zu ermahnen, dass die Pipeline nicht genutzt werden darf, dass Deutschland sich seinen Verpflichtungen gegenüber seinen osteuropäischen Nachbarn und NATO-Verbündeten gegenüber zu entziehen, wenn von russischer Seite her unprovoziert agressive Signale in diese Richtung gesandt werden und einer Ermahnung dahingehend sich nicht eigenmächtig aus gemeinsamen Sanktionsregimes (sofern sich auch die anderen Partner daran halten), auszuklinken, hielte ich für vollkommen statthaft.

Die Pipeline an und für sich verhindern zu wollen, bedeutet im Endeffekt aber nichts anderes, als zu versuchen, uns auf Gedeih und Verderb an das Gebahren unserer Osteuropäischen Nachbarn zu binden, vollkommen egal, wie diese sich verhalten.
Das bedeutet am Ende nichts anderes, als der derzeitigen Politik in Polen und Ungarn einen Persilschein auszustellen.

Gerade im Bezug auf Polen dürfte es außerordentlich schwierig werden, das Land auf die Einhaltung der Prinzipien, zu denen es sich beim Eintritt in die EU verpflichtet hat, wieder festzulegen, wenn man es als Transitland weiterhin benötigt und deswegen Schwierigkeiten hat, hier ein Sanktionsregime aufzubauen.

Insofern berrachte ich die Pipeline eigentlich als im Interesse der EU als solcher, denn die wird man erst dann wieder in wirklich handlungsfähigen Zustand bekommen, wenn die beiden notorischen Quertreiber in Osteuropa wieder auf Kurs sind. Sie dorthin zu bringen, wird mit der Pipeline in der Hinterhand wesentlich leichter fallen, als ohne. Insofern betrachte ich das Ansinnen den Bau zu stoppen, als gegen die Interessen Deutschlands und die Interessen der EU als ganzes gerichtet.
Das geht meiner Meinung nach entschieden zu weit.

Ein Einfrieren der Kooperation mit Russland, dass die Eröffnung nach vollendeter Fertigstellung aufschiebt, wäre demgegenüber eine andere Sache, für die ich micht durchaus erwärmen könnte, wie auch für andere Arten von Sanktionen.



Über den Nutzen, Wirtschaftlichkeit und ob Deutschland diese Pipeline braucht gibt's es mittlerweile 153 Studien und Gutachten mit sehr widersprüchlichen Ergebnissen.

Ich kann da also keine fundierte Aussage treffen. Nach meiner Meinung ist das Projekt ein Fehler von Beginn an gewesen und mit ein Grund für viele unnötige Probleme.


Wenn es zu Sanktionen kommen sollte, was ich nicht ablehnen würde, dann muss die Bundesregierung Sie entscheiden. Ob North Stream 2 eine sinnvolle Sanktion ist darf jeder frei entscheiden für sich wenn es soweit ist.

Im übrigen hat die Nato damit nichts zu tun. Wenn EU.

Ich denke lediglich Nawalny zeigt Russland lässt es nicht gut sein und ohne Reaktion wird sich nichts ändern.
Kommunikation ist ein hohes Gut. Nur sollte man Sie betreiben. Wer Kommunikation nicht beherrscht als Person in Verantwortung, der beherrscht auch andere Fähigkeiten nicht. Aber die Erkenntnis ist nicht neu.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Cobra9 » Fr 11. Sep 2020, 08:48

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(11 Sep 2020, 01:26)

Ironie-modus on:
Eigentlich braucht es hier keinen Autokorso mit VT-Hupe in dieser Diskussion. Es reicht ja schon die offizielle russ. Gegenpropaganda, die irgendwelchen Mumpitz verzapft, von Zuckerschock, schlecht gefrühstückt.

Gut, das kann ich auch:
Nawalny wurde natürlich erst in Deutschland vergiftet. Jedoch nicht mit Nowitschok aus Kreml-Beständen, sondern mit einem Spezial-Curare aus dem Amazonasbecken. Welches das doofe Bundeswehrlabor natürlich nicht kennt und es deshalb der Einfachkeit halber als Nowitschok bezeichnet, obwohl es in Wirklichkeit Curatschock heißt. Selbiges hat der Bundesentwicklungsminister höchst persönlich beim Indianerboss abgeholt (an Bolzonaro vorbei, damit der genauso wenig weiß wie Putin). Wieder zuhause übergab er das Curatschok an MAD-Major Alfred Neumeier. Der flog dann in einem geleasten Eurofighter-Typhoon der Briten als anynomer Geleitschutz für den Nawalny-Jet an die polinische Luftraumgrenze, seilte sich - unter lautem Absingen einer NATO-Polka (damit die Polnische Luftraumüberwachung keinen Verdacht schöpfen mag) - wie ein Bin Laden-Navy Seal gekonnt zur geöffneten Tür des Jets ab, übergab die Literflache "Adelholzener Heilwasser" an einen besorgten Pfleger (in Wirklichkeit ein republikanischer Ost-Ukrainetourist), der dann das Zeug auf den Sixpackwambo von Putins Angstgegner Nawalny goß. Aber nur die Hälfte, damit der Herr N. auch schön von den Charité - Halbgöttern (soviel Präzision muss sein) gerettet werden kann. Und fertig war der Anschlag, den man nun dem unschuldigen Kreml und seinem lupenrein demokratischen Häupting, dem überaus großartigen, dafür völlig ahnungslosem, Präsidenten der Russ. Föderation, dem lieben Herrn Putin, merkelgekonnt unterschieben konnte.
Ironie-modus off

Wie verblendet und unter Ausschluß jeder gesunden Realitätswahrnehmung muss man eigentlich sein, um sich so einen Scheiß auszudenken? - Naja, gutes Zeug geraucht, ist schon die halbe VT-Miete.

Da fällt mir der Chefkommentator der russ. Nachrichtenagentur ein: Das ist auch so ein Anhänger von Mariejoanna, der einen dermaßenen Scheiss in den Bildschirm labbert, das man davon in Sekunden
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Deinem Beitrag ist wenig hinzuzufügen. 100 Punkte, Krieg ich jetzt eine Waschmaschine?

Aber ernsthaft. Das ganze Relativieren, Rumrudern, immer neue Erklärungen bringen kennen wir doch schon lange. Skripal...... zufällig zwei mit Verbindung zum russischen Geheimdienst. Ukraine nie aktiv. Einbildung was Realität ist. Krim nie passiert. Mh17......


Was Russland uns jeweils da erzählt und geboten hat :p

Besser als jeder Comical Ali. Obwohl wer glaubt Russland ernsthaft noch was. Was die Offenlegung von Verfahren zur Analyse usw. angeht klares Nein

Nach Skripal hat man hier investiert und Russland will wissen wie es überführt wurde. Deshalb völlig richtig lediglich die Ergebnisse mitzuteilen

https://www.welt.de/regionales/berlin/a ... erden.html


Russland kann auch via OCPW ja Einblicke in das Ergebnis bekommen. Nur das wie oder gar Aufklärung, Zugang zum Bundeswehr Labor usw. Nein.
https://www.zeit.de/politik/2020-09/ale ... rkehrungen

Unterdessen geht in Russland gegen die Opposition die Gewalt weiter

https://www.t-online.de/nachrichten/aus ... lagen.html



Was Russland behauptet das keine Unterlagen übermittelt wurden ist falsch


https://www.tagesschau.de/ausland/nawal ... w-101.html


Nur gibt es hier lediglich die Informationen was der Befund ist und ärgert Putin.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon streicher » Fr 11. Sep 2020, 08:49

Die russische Polizei will Nawalny nun auch befragen und die deutschen Kollegen begleiten...
https://m.focus.de/politik/ausland/fall ... 42585.html
Die Zukunft ist Geschichte.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Cobra9 » Fr 11. Sep 2020, 09:00

Troh.Klaus hat geschrieben:(10 Sep 2020, 12:28)

Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass man - hier im Forum, aber auch in der realen Welt - die Sache mit Navalny und die angemessene Reaktion als alleiniges Problem Deutschlands sieht.
Warum eigentlich? Wenn Sanktionen, dann sollte das der Westen doch gemeinsam machen? Bei der Skripal-Geschichte hat doch auch niemand angeregt, dass die Briten alleine Sanktionen gegen Russland verhängen. Und was hört man da so von unseren Freunden und Verbündeten?

Anscheinend ist niemand wirklich an Sanktionen interessiert. Aber einige möchten Navalny als Vehikel gegen Nordstream nutzen. Also eigentlich an Sanktionen gegen Deutschland. Sehr durchsichtig das, und gerade deshalb sollte unsere Regierung an Nordstream festhalten.



Was für ein Westen jetzt wieder? Es gibt keinen. Wenn es was gibt viele verschiedene Interessen und Meinungen.

Richtig ist wenn es Sanktionen geben sollte aus Deutschland muss das in Absprache mit den EU Staaten erfolgen. Aber schon in der EU gibt es unterschiedliche Meinungen und Interessen. Von den USA wieder ganz abgesehen.


Mir ist es völlig egal wie die Bundesregierung im Fall Nawalny reagieren wird. Ich bin seit spätestens 2014 der Meinung die Russland Politik muss geändert werden.

Was für Sanktionen usw. ich wählen würde ist nachlesbar.

Was Berlin tut oder die EU ist aber nicht meine Entscheidung. Für mich ist die EU ein gescheitertes Experiment sowie halte Ich von unserer Politik, Wirtschaft sehr wenig aus verschiedenen Gründen.

Aber das ist nicht druckreif. 50-50 % das was gegen Russland passiert. Ich glaube nicht dran direkt.

Ist wie so oft. Reden, Reden und dann Kopf in Sand
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Orbiter1 » Fr 11. Sep 2020, 09:11

Cobra9 hat geschrieben:(11 Sep 2020, 09:00)

Was für ein Westen jetzt wieder? Es gibt keinen. Wenn es was gibt viele verschiedene Interessen und Meinungen.

Richtig ist wenn es Sanktionen geben sollte aus Deutschland muss das in Absprache mit den EU Staaten erfolgen. Aber schon in der EU gibt es unterschiedliche Meinungen und Interessen. Von den USA wieder ganz abgesehen.


Mir ist es völlig egal wie die Bundesregierung im Fall Nawalny reagieren wird. Ich bin seit spätestens 2014 der Meinung die Russland Politik muss geändert werden.

Was für Sanktionen usw. ich wählen würde ist nachlesbar.

Was Berlin tut oder die EU ist aber nicht meine Entscheidung. Für mich ist die EU ein gescheitertes Experiment sowie halte Ich von unserer Politik, Wirtschaft sehr wenig aus verschiedenen Gründen.

Aber das ist nicht druckreif. 50-50 % das was gegen Russland passiert. Ich glaube nicht dran direkt.

Ist wie so oft. Reden, Reden und dann Kopf in Sand
Ich teile ausnahmsweise ihre Einschätzung und bei der Art der Sanktionen sind wir uns ja auch einig. Das Problem werden absehbar EU-Staaten sein die ihre Zustimmung bei den Sanktionen vom Entgegenkommen bei ganz anderen Themen abhängig machen. Zypern und Griechenland möchten z. B. endlich harte Sanktionen gegen Erdogan wegen Probebohrungen und Verlauf Festlandsockel.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Cobra9 » Fr 11. Sep 2020, 09:18

streicher hat geschrieben:(11 Sep 2020, 08:49)

Die russische Polizei will Nawalny nun auch befragen und die deutschen Kollegen begleiten...
https://m.focus.de/politik/ausland/fall ... 42585.html



Das würde Ich als Nawalny ablehnen und die Sicherheit hochschrauben. Am besten eigenen Dienst noch zusätzlich beauftragen.

Die Bundesregierung wäre gut beraten das rundum abzulehnen. Rechtliche Rahmenbedingungen gibt es. Russland selbst hat sowas nicht erlaubt bisher.

Da fängt es wieder an. Russland testet aus wo es reinwieseln kann und so weiter.


Weil mit Putin Wandel durch Annäherung nicht möglich ist, darf Deutschland Moskaus Machtpolitik nicht länger subventionieren eigentlich und noch dessen Aktivitäten tolerieren. Das sollte man nach vielen Jahren erkennen.

Tut unsere Politik das?

Ich hab Zweifel. Für mich ist eigentlich klar, wer etwas denkt hat das Verständnis der deutschen Russlandpolitik mit ihrer widersprüchlichen Kombination aus Pipelines und Sanktionen verlore.


Schon allein die Idee North Stream 2 war idiotisch. Sich via weiterer Ostsee-Röhre an Wladimir Putin zu binden und so dem Kreml noch Geld verschaffen. So was ist idiotisch.

Wir unterstützen die Ukraine. Slogan der Kanzlerin. Echt tun wir das. Nord Stream 2 umgeht die Ukraine als Transitland für russisches Gas und würde damit ebenjenen Staat, den der Westen mit Sanktionen gegen russische Aggression schützt, von überlebenswichtigen Transitgebühren abschneiden.

Na so sieht Unterstützung aus wenn Frau Merkel denkt und lenkt wohl. Das Sie sich damit schon lange ins eigene Bein schießt ist wohl unbekannt.


Ich sage klar keine Sanktionen weil Trump das will.

Trump geht es natürlich um den Verkauf amerikanischen Flüssiggases. Und er ist wohl der denkbar schlechteste Zeuge gegen Wladimir Putin, der so viel getan hat, um ihn ins Amt zu bringen nach meiner Meinung.


Wenn Sanktionen dann weil das die Überzeugung ist das notwendig.

Diese ganze aggressive Machtpolitik von Russland subventioniert Deutschland mit den Milliarden für russisches Erdgas. Für mich der Hauptgrund zu sagen Schluss damit.

Aber ich sag offen ob der Cut von Nord Stream 2 Sinn macht ist schwer zu sagen. Rein subjektiv für mich ja.
Aber mein Problem ist tatsächlich glaube ich dem Pro oder Contra.....


Eventuell wäre ein anderer Ansatz wie geschrieben besser
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Cobra9 » Fr 11. Sep 2020, 09:24

Orbiter1 hat geschrieben:(11 Sep 2020, 09:11)

Ich teile ausnahmsweise ihre Einschätzung und bei der Art der Sanktionen sind wir uns ja auch einig. Das Problem werden absehbar EU-Staaten sein die ihre Zustimmung bei den Sanktionen vom Entgegenkommen bei ganz anderen Themen abhängig machen. Zypern und Griechenland möchten z. B. endlich harte Sanktionen gegen Erdogan wegen Probebohrungen und Verlauf Festlandsockel.


Das ist völlig richtig. Zypern hat ja beispielsweise gute Verbindungen zu Russland auch und mittlerweile USA. Griechenland bekommt soviel Rüstungsgüter aus den USA das Sie sogar mit dem gesparten Geld in Frankreich einkaufen können.

Ergo spielen da sehr sehr viele Interessen rein und wir bewegen uns vom eigentlichen Thema weg. Ich seh es auch kritisch wegen Nawalny jetzt diese Reaktion.

Okay wäre das gewesen für die Bombardierung fortlaufend der syrischen Krankenhäuser. Aber wegen Nawalny?

Ich verstehe das nur so das die Bundesregierung die Red Line übertreten sieht. Sinnvoll ist es anders schwer zu erklären. Nicht das man es falsch verstanden hat.

Was Nawalny passiert ist darf man nicht vergessen und sowas ist abzulehnen. Aber ich würde trotzdem wie gesagt insgesamt anders reagieren.

Aber ich bin nicht Berlin
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Cobra9 » Fr 11. Sep 2020, 09:45

Audi hat geschrieben:(10 Sep 2020, 15:17)

Fassen wir zusammen:
1. Skripal wurde (angeblich) mit Nowitschok, dem tödlichsten Gift, das Menschen bislang herstellen konnten, vergiftet und nur mit viel Glück gerettet werden. Nawalny ist nun mit einer noch tödlicheren Variante vergiftet worden und viele Stunden nach dieser Vergiftung, einem Krankenhausaufenthalt in Russland und einem stundenlangen Flug in der Charite gerettet. Frage: arbeiten da noch Ärzte oder sind das schon Götter?

2. Jetzt erwacht Nawalny langsam wieder und wird strenger bewacht. Weil Russland ihn nun in der Charite umbringen könnte? Warum hat Putin dies dann nicht in Russland gemacht bzw. ihn ausfliegen lassen?

Und immer heißt es : Die kleinste Dosis ist schon tödlich. Irgendwie schafft es Putin eine noch kleinere Dosis als die kleinste damit die Opfer auch überleben ...

Dann fliegt die ganze Zeit eine vergiftete Flasche durch die Gegend und taucht in der Charite auf. Niemand aber auch wirklich niemand weis so recht wie diese hin gekommen ist und warum kein anderer Vergiftet worden ist von dem giftigsten Gift wo die kleinste Menge reicht :?:

Warum das Bundeswehrlabor nicht die konkrete Substanz benennt, die gefunden wurde, bleibt vorerst Geheimnis der Bundeswehr und der Bundesregierung. Das wäre nicht nur wichtig, um die mögliche Herkunft des Gifts nachverfolgen zu können - Kenntnisse über und auch Vorräte von Substanzen aus der Nowitschok-Gruppe haben seit den 1990er Jahren viele Militärlabors -, sondern auch, um die OPCW einschalten zu können.

Nach dem Skripal-Anschlag haben die 192 OPCW-Mitglieder, Russland eingeschlossen, Ende 2019 einstimmig auf Antrag von Kanada, den Niederlanden und der USA (2 Nowitschok-Familien) sowie von Russland (vier Nowitschok-Familien) (!) beschlossen, einige "Familien" der Nowitschok-Gruppe auf die Liste der verbotenen chemischen Kampfstoffe zu setzen. In Kraft getreten ist dies im Juni 2020.

Bei diesen Substanzen kann die OPCW-Inspektoren in jedes Unterzeichnerland senden, um zu überprüfen, ob hier die verbotenen Substanzen hergestellt werden. Sollte der Kreml womöglich den Anschlag auf Nawalny mit einer der selbst vorgeschlagenen Substanzen zwei Monate nach Inkrafttreten der erweiterten Liste ausgeübt haben, wäre dies schon sehr erstaunlich.

https://www.heise.de/tp/features/Nawaln ... 86082.html


Zum Kampfstoff. Du behauptest die kleinste Dosis wäre tödlich. Wer hier noch?

Dabei lässt Du außer Acht das es auf Menge, Art der Zuführung usw. durchaus ankommt. Skripal rettete es zum Bleistift das Leben das er nur sehr wenig Gift aufnahm und schnell behandelt wurde.

Im Prinzip Hat der Flugkapitän sehr wahrscheinlich Nawalny das Leben gerettet mit der Notlandung. Unabhängig von jeder Art von Berichterstattung ist Fakt das Nawalny sonst tot wäre.

Natürlich die Ärzte in Russland behandeln jeden Patienten mit unklaren Symptomen mit den üblichen Therapie Möglichkeiten gegen unbekannte Kampf oder Giftstoffe. Das ist nicht wahr.

Was aus Russland kam an Inhalt passt nicht zur Therapie insgesamt. Ich geh soweit wenn die Ärzte in Omsk nicht die Vergiftung zumindest anfänglich richtig behandelt hätten wäre Nawalny dort gestorben.

Aber natürlich behandelt man in Russland jeden unklar Patienten so. Tut mir leid. Aber das ist Schwachsinn und widerspricht selbst den Standards in Russland. Dann der Faktor das zügig Ausländer zu Nawalny kamen. Externe Ärzte. Da kann man schwer was verheimlichen.

Die Ärzte der Charité sind keine Götter sondern gut und teilweise die Besten in Deutschland. Außerdem ist unsere Technik wesentlich besser.


Der Kampfstoff ist nachgewiesen inklusive dem Standort. Da lehn ich mich aus dem Fenster.

Ich bin mir zu 95% sicher die Analyse sagt es war eine Charge die Russland direkt und ohne Zweifel zugeordnet werden kann. Das ist sehr leicht möglich mit entsprechenden Verfahren mittlerweile.

Ich weiß was als nächstes kommt. Du willst Beweise und Russland auch. Glaubst Du ernsthaft eine Sekunde das Normalbürger in interne Erkenntnisse irgendwie Einblicke gewährt wird :?:

Russland wird via OCPW die Analyse Ergebnisse bekommen. Ergebnisse aber keine Einblicke in das Wie. Dazu besteht weder rechtliche Notwendigkeit noch anders . Ergebnisse die im übrigen mehrere Labore bestätigt haben. Die Ocpw prüft selbst noch einmal.


Wenn alle Ergebnisse zum gleichen Ergebnis kommen dürfte Russland in Erklärungsnot kommen. Sollte es anders sein ist Russland entlastet.


Der Kampfstoff aus der Gruppe kann in Russland nur mit Erlaubnis des Kreml eingesetzt werden. Das heißt entweder Putin oder nahes Umfeld.
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Re: Oppositionsführer Alexei Navalny mit Vergiftungssymptomen im Krankenhaus

Beitragvon Arcturus » Fr 11. Sep 2020, 10:16

Cobra9 hat geschrieben:(11 Sep 2020, 09:45).

Ich weiß was als nächstes kommt. Du willst Beweise und Russland auch. Glaubst Du ernsthaft eine Sekunde das Normalbürger in interne Erkenntnisse irgendwie Einblicke gewährt wird :?:

Würde halt vieles vereinfachen und (angebliche) Verschwörungstheoretiker aufklären, wenn man Erkenntnisse auch mit den Normalbürgern teilt.
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