Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

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imp
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Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon imp » Mo 26. Nov 2018, 13:28

https://www.mdr.de/heute-im-osten/ostbl ... ne100.html

Anlass der Diskussion ist ein MDR-Beitrag, der vordergründig einen Ukraine-Besuch von Kanzlerin Angela Merkel behandelt. Im Beitrag klingt immer wieder an, die Wahl sei eine Angelegenheit, zu der Deutschland und die EU eine Position haben müssen. Die Rede ist von einer "passablen Option" (lat. optio „freier Wille“, auch: "Auswahl"). Offenbar ist es für Deutschland nicht angemessen, einfach abzuwarten, wen die Ukraine wählt und damit dann zu arbeiten.

Im politischen Berlin sowie auch insgesamt im Westen macht man kein Geheimnis daraus, dass ein Wahlsieg der aktuellen Favoritin, der zweifachen früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko nicht optimal wäre.


Das ist eine anspruchsvolle Haltung gegenüber der freien Wahl einer Bevölkerung. Wir kennen diese offen kommunizierten Ansprichshaltungen aus der Vergangenheit. Etwa wurde anlässlich der Griechenland-Kredite massiv mitgeteilt, welche Parteien die Geberländer nicht gewählt sehen wollen. Auch zur Abstimmung in der Türkei über Verfassungsfragen hatten deutsche Parteien und Regierungsvertreter offen Präferenzen ausgesprochen. Kommunizieren andere Länder wie etwa die Türkei Präferenzen über Wahlen im Ausland, wird dies in Deutschland eher frostig aufgenommen.

Was meint ihr zur Wahl in der Ukraine 2019? Welche Kandidaten gefallen euch? Wie seriös wird die Wahl? Welche Haltung sollte Deutschland zur Wahl und den Kandidaten kommunizieren oder nicht kommunizieren?
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Aristide » Mo 26. Nov 2018, 16:45

Ist doch nicht neu. Das das aktuelle kiewer regime wie auch der umsturz, der zum verlust der krim und des donbass führte, ein produkt unfähiger transatlantiker ist, weiß man seit spätestens "yats ist the guy" bzw. "fuck the eu" nuland! :p
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Darkfire » Di 27. Nov 2018, 04:52

Ja alle die nicht Putin zujubeln sind böse, sogar die Mütter der toten russischen Urlauber sind ausländische Agenten.
Die meisten Putinfans sind nicht besser als die Erdoganfans oder die Trumpanhänger.
Man schreit nach dem starken Führer mit seinen populistischen Phrasen.
Zumindest ist das ne globale Erscheinung und nicht nur regional begrenzt.
Die Populisten und ihre Hassprediger schießen wie Pilze aus dem Boden und dabei klingen ihre Phrasen immer gleich wie zb Transatlantiker etc.
Dumm das es jetzt einen Trump gibt der genau so ein Populist ist, also wo ist hier das Transatlantische ?
Solche Zeiten gab es schon öfters.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon unity in diversity » Di 27. Nov 2018, 05:18

Julia Timoschenko ist ein Beispiel dafür, daß Demagogen, Populisten und Haßprediger auch weiblich sein können.
Ihr Wahlsieg würde den russisch/ukrainischen Beziehungen schaden, bzw. dem was davon übrig ist und die Welt näher an einen Krieg heranführen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Europa2050 » Di 27. Nov 2018, 08:12

imp hat geschrieben:(26 Nov 2018, 13:28)

https://www.mdr.de/heute-im-osten/ostbl ... ne100.html

Anlass der Diskussion ist ein MDR-Beitrag, der vordergründig einen Ukraine-Besuch von Kanzlerin Angela Merkel behandelt. Im Beitrag klingt immer wieder an, die Wahl sei eine Angelegenheit, zu der Deutschland und die EU eine Position haben müssen. Die Rede ist von einer "passablen Option" (lat. optio „freier Wille“, auch: "Auswahl"). Offenbar ist es für Deutschland nicht angemessen, einfach abzuwarten, wen die Ukraine wählt und damit dann zu arbeiten.



Das ist eine anspruchsvolle Haltung gegenüber der freien Wahl einer Bevölkerung. Wir kennen diese offen kommunizierten Ansprichshaltungen aus der Vergangenheit. Etwa wurde anlässlich der Griechenland-Kredite massiv mitgeteilt, welche Parteien die Geberländer nicht gewählt sehen wollen. Auch zur Abstimmung in der Türkei über Verfassungsfragen hatten deutsche Parteien und Regierungsvertreter offen Präferenzen ausgesprochen. Kommunizieren andere Länder wie etwa die Türkei Präferenzen über Wahlen im Ausland, wird dies in Deutschland eher frostig aufgenommen.

Was meint ihr zur Wahl in der Ukraine 2019? Welche Kandidaten gefallen euch? Wie seriös wird die Wahl? Welche Haltung sollte Deutschland zur Wahl und den Kandidaten kommunizieren oder nicht kommunizieren?


Ein in dieser Gegend immenses Unterscheidungsmerkmal der modernen Ukraine ist ja schon mal, dass ein Präsident tatsächlich durch Wahlen abgelöst werden könnte. Und dann vermutlich auch geht und als Privatmann weitermacht.

Leider schließt sich die Ukraine dafür beim Thema Korruption und Vetternwirtschaft den Gepflogenheiten dieser Weltgegend nahtlos an. Gewonnen hat sie erst, wenn sie es schafft, kompetente, unbestechliche und gleichermaßen sich als Angestellte des Staates begreifende Politiker vornedran zu haben.

Allerdings ist da Deutschland nach dem WK2 auch verwöhnt. Vor allem Adenauer, Brandt, Schmidt, Kohl und Merkel haben bei aller jeweiligen Angreifbarkeit ihrer politischen Ausrichtung immer Deutschland vornan und ihr persönliches Hintan gestellt.

Da sind Poroschenko und vor allem Timoschenko (die für mich eh unten durch ist, weil sie die ukrainische Zukunft aus Egoismus schon zweimal verspielt hat) leider nicht auf dem Niveau.

So aber auch Trump, Putin, Erdogan, Orbán, da kommt eher das Ludwigsche „L etat est moi“ durch, wenn man sie nicht bremst.

In sofern - sollen die Ukrainer wählen, wen sie wollen, sie müssen damit zurecht kommen. Und vor allem bedenken, dass die realistische Möglichkeit, sich oppositionelle Meinungen anzuhören und dann ggf. einen Präsidenten per Wahl loszuwerden, nicht selbstverständlich ist.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Audi » Di 27. Nov 2018, 09:16

Europa2050 hat geschrieben:(27 Nov 2018, 08:12)

Ein in dieser Gegend immenses Unterscheidungsmerkmal der modernen Ukraine ist ja schon mal, dass ein Präsident tatsächlich durch Wahlen abgelöst werden könnte. Und dann vermutlich auch geht und als Privatmann weitermacht.

Leider schließt sich die Ukraine dafür beim Thema Korruption und Vetternwirtschaft den Gepflogenheiten dieser Weltgegend nahtlos an. Gewonnen hat sie erst, wenn sie es schafft, kompetente, unbestechliche und gleichermaßen sich als Angestellte des Staates begreifende Politiker vornedran zu haben.

Allerdings ist da Deutschland nach dem WK2 auch verwöhnt. Vor allem Adenauer, Brandt, Schmidt, Kohl und Merkel haben bei aller jeweiligen Angreifbarkeit ihrer politischen Ausrichtung immer Deutschland vornan und ihr persönliches Hintan gestellt.

Da sind Poroschenko und vor allem Timoschenko (die für mich eh unten durch ist, weil sie die ukrainische Zukunft aus Egoismus schon zweimal verspielt hat) leider nicht auf dem Niveau.

So aber auch Trump, Putin, Erdogan, Orbán, da kommt eher das Ludwigsche „L etat est moi“ durch, wenn man sie nicht bremst.

In sofern - sollen die Ukrainer wählen, wen sie wollen, sie müssen damit zurecht kommen. Und vor allem bedenken, dass die realistische Möglichkeit, sich oppositionelle Meinungen anzuhören und dann ggf. einen Präsidenten per Wahl loszuwerden, nicht selbstverständlich ist.

Es ist jetzt nicht Mal klar ob man poroshenko los wird. Vielleicht hat er Angst im Knast zu landen, wer weiß
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Europa2050 » Di 27. Nov 2018, 10:04

Audi hat geschrieben:(27 Nov 2018, 09:16)

Es ist jetzt nicht Mal klar ob man poroshenko los wird. Vielleicht hat er Angst im Knast zu landen, wer weiß


Na ja, zumindestens Die da:

https://sports.m.bwin.com/de/sports/event/7974565

gehen davon aus, dass es mehrere, mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten versehene, aber realistische Möglichkeiten für den nächsten ukrainischen Präsidenten gibt, die nicht alle Poroshenko heissen.

Und die sind sicher nicht von Poroshenko und dem SBU gekauft, um den anderen eine Demokratie vorzuspiegeln. Die wollen nur eines: Mit Wetten Geld verdienen.

Was ein evtl. abgewählter Poroshenko dann als Privatmann tut ist eine andere Sache.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon imp » Mi 28. Nov 2018, 07:07

Europa2050 hat geschrieben:(27 Nov 2018, 10:04)

Na ja, zumindestens Die da:

https://sports.m.bwin.com/de/sports/event/7974565

gehen davon aus, dass es mehrere, mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten versehene, aber realistische Möglichkeiten für den nächsten ukrainischen Präsidenten gibt, die nicht alle Poroshenko heissen.

Und die sind sicher nicht von Poroshenko und dem SBU gekauft, um den anderen eine Demokratie vorzuspiegeln. Die wollen nur eines: Mit Wetten Geld verdienen.

Was ein evtl. abgewählter Poroshenko dann als Privatmann tut ist eine andere Sache.

In der Vergangenheit sind in der Ukraine auch andere Präsidenten nicht mehr gewählt worden. Das macht insgesamt wenig.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon H2O » So 2. Dez 2018, 01:43

So ganz verstehe ich die Mahnung nicht, daß Deutschland, die EU, der "Westen" sich aus den Wahlvorbereitungen der Ukraine heraus halten sollen. Aus meiner Sicht geht es doch darum, daß die Ukraine und ihre Menschen wirtschaftliche und politisch Hilfe erhoffen, die aus dem Westen kommen soll, vor und nach politischen Wahlen. Sicher wird es auch Ukrainer geben, die solche Hilfen aus dem Osten erhoffen, aber der arbeitet ja sogar mit Gewalt an der Durchsetzung seiner Interessen an einer "Einflußzone". In der Tat sind der Ukraine viele wirtschaftliche Leistungen des Westens zugeflossen, die ein Interesse des Westens an der Ukraine und ihren Menschen bezeugen. Politisch ist die Verhandlungsleistung um den brüchigen Waffenstillstand in der Ostukraine zu nennen, mit Wirtschaftsstrafen gegen Rußland als Besatzungsmacht auf der Krim und beteiligter Kriegsmacht an gewaltsamen Loslösungsversuchen im Osten der Ukraine.

Ich finde es gut und richtig, daß der "Westen" klare Ansagen macht, mit welchen Politikern und Parteien er sich eine enge Zusammenarbeit mit der Ukraine vorstellen kann, und mit welchen wohl weniger. Nur dann können Ukrainer doch einschätzen, welche Folgen ihre Wahlentscheidungen haben werden. Würde der "Westen" zu den bevorstehenden Wahlen in der Ukraine eisern stillschweigen, so würde er damit die Botschaft aussenden, daß die Ukraine aus dem Westen gar nichts erwarten und erhoffen darf, daß also nur der große östliche Nachbar an der politischen Zukunft der Ukraine ein Interesse hat.

Der Vergleich mit der Türkei führt in die Irre: Wir Europäer erhoffen uns gar nichts von der Türkei. Die Türkei hat systematisch die mühevoll begonnene Angleichung an westliche Demokratien mit Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit wieder zurück gedreht, aus meiner Sicht mit demokratischen Entscheidungsprozessen, und die EU hat die Türkei wissen lassen, daß auf dieser Grundlage die begonnenen Beitrittsverhandlungen eingefroren wurden.

Die Türkei wollte aber über die zugewanderte türkisch gesonnene Minderheit insbesondere in Deutschland Einfluß auf politische Entscheidungen in der deutschen Innenpolitik nehmen, für die aber demokratisch gewählte Parlamente zuständig sind. Und sie wollte in Deutschland lebende türkische Mitbürger dazu gewinnen, der türkischen Abkehr von westlichen Demokratien zu zu stimmen und diese Zustimmung auch in türkisch islamischen Moscheeverbänden Deutschlands zu vertreten.

Kein Wunder. daß laufende Zuwendungen der EU für die Türkei gekürzt und gestrichen werden, wenn an EU-Beitritt in absehbarer Zeit gar nicht zu denken ist. Diese Mittel hatten den Zweck, den demokratischen Entwicklungsprozess in der Türkei zu fördern. Dieser Zweck wurde nun wirklich sehr weit verfehlt!
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Elsombrero » So 2. Dez 2018, 10:32

:thumbup: Klasse Beitrag
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Orbiter1 » So 2. Dez 2018, 10:48

imp hat geschrieben:(26 Nov 2018, 13:28)

Was meint ihr zur Wahl in der Ukraine 2019? Welche Kandidaten gefallen euch? Wie seriös wird die Wahl? Welche Haltung sollte Deutschland zur Wahl und den Kandidaten kommunizieren oder nicht kommunizieren?
Das ist die Wahl zwischen hochgradig korrupt, extrem korrupt oder exzessiv korrupt. Da fällt mir die Wahl ziemlich schwer.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Ger9374 » So 2. Dez 2018, 11:10

Deutsche Politik kann und darf nur beobachtend den scheinbar demokratischen Aufbau der Ukraine begleiten.
Die OSZE als Beobachtungsstelle ist da schon besser geeignet.Der Verdacht der Einmischung muss vermieden werden.Deutschland ist eines der wenigen Länder die von Russland und Ukraine als neutral geschätzt werden.
Vermittlerrolle die auch durch unbedachte Einmischung in die Innenpolitik der Ukraine gestört werden könnte!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Orbiter1 » So 2. Dez 2018, 11:15

Ger9374 hat geschrieben:(02 Dec 2018, 11:10)

Deutschland ist eines der wenigen Länder die von Russland und Ukraine als neutral geschätzt werden.
Ist das noch so? Nach Nordstream2 würde ich da ein Fragezeichen machen.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Ger9374 » So 2. Dez 2018, 11:28

die Energieversorgung des
Landes braucht nicht immer mit der Politik übereinstimmen.
Da gibt es auch durchaus das Interesse der gesicherten Versorgung.Russland hat immer zuverlässig geliefert.
Egal wie unstimmig die Weltlage gerade war.
Die Versuchung für Transferländer das Gas Mal als Druckmittel zu missbrauchen ist immer da.
Das wird mit NorthStream 2 sicher umgangen.
Ich gehe auch von dadurch günstigeren Konditionen für Deutschland aus.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon DarkLightbringer » So 2. Dez 2018, 13:19

In den Umfragen führt Julia Timoschenko seit Monaten weit vor Poroschenko.

Meiner Meinung nach sollen die Ukrainer wählen, wen sie wollen. Sie stecken in der Materie viel stärker drin als es jemand von außen betrachten könnte. Die Leute sind politisch interessiert, es gibt gut frequentierte Talk-Shows mit langen Sendezeiten.

Klar ist aber auch - Timoschenko würde völlig neue Akzente setzen. Sie gilt als betont kämpferisch, hat Erfahrung als Premierministerin und als Oppositionelle, die im Gefängnis saß.
Das "System" möchte sie "demontieren", verkündete sie neulich im Vorwahlkampf und gemeint ist damit der Einfluß von Wirtschaftsmagnaten und die postsowjetische Korruption.

Außenpolitisch dürfte Timoschenko kein leichter Partner sein, weder für Freunde noch für Feinde.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon DarkLightbringer » So 2. Dez 2018, 13:43

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 Dec 2018, 13:23)

Putin sollte kandidieren :cool:

Es ist anscheinend Teil des Diskurses in der Ukraine, welche Kandidaten als Strohmänner Putins antreten und aus Moskau bezahlt werden.
Es gibt ja zudem auch eine Oppositionspartei, die mehr oder weniger offen als pro-putinistisch gehandelt wird.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon DarkLightbringer » So 2. Dez 2018, 13:48

Die Popularität der Timoschenko lässt sich leicht mit ihrer Haftzeit erklären, unter anderem.
Für einen Moment der Geschichte waren fast alle Ukrainer darin geeint, die Freilassung politischer Gefangener zu fordern, über Parteigrenzen hinweg.

Am "Tag des Sieges" waren dann emotionale TV-Berichte zu sehen.

Ein exemplarisches Beispiel:



Hier ist die Tochter zu Tränen gerührt.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon Europa2050 » So 2. Dez 2018, 14:27

DarkLightbringer hat geschrieben:(02 Dec 2018, 13:43)

Es ist anscheinend Teil des Diskurses in der Ukraine, welche Kandidaten als Strohmänner Putins antreten und aus Moskau bezahlt werden.
Es gibt ja zudem auch eine Oppositionspartei, die mehr oder weniger offen als pro-putinistisch gehandelt wird.


Ist doch der Sinn einer Demokratie, wenn z.B. auch der Putinismus zur Wahl steht. Haben wir hier in Deutschland doch auch, heißt AfD. Ich gehe davon aus, dass er in der Ukraine genauso wenig an die Macht kommt, wie bei uns ...

Wenn es jetzt beim großen Nachbarn noch zugelassene prowestliche Parteien gäbe.

Von Timoshenko halte ich persönlich nicht viel, letztlich halte ich ihr vor, aus persönlichen Motiven die orangene Revolution verraten zu haben. Aber - wie da ja schon sagtest, das ist das Problem der Ukrainer und nicht unseres ...
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon DarkLightbringer » So 2. Dez 2018, 14:49

Europa2050 hat geschrieben:(02 Dec 2018, 14:27)

Ist doch der Sinn einer Demokratie, wenn z.B. auch der Putinismus zur Wahl steht. Haben wir hier in Deutschland doch auch, heißt AfD. Ich gehe davon aus, dass er in der Ukraine genauso wenig an die Macht kommt, wie bei uns ...

Wenn es jetzt beim großen Nachbarn noch zugelassene prowestliche Parteien gäbe.

Von Timoshenko halte ich persönlich nicht viel, letztlich halte ich ihr vor, aus persönlichen Motiven die orangene Revolution verraten zu haben. Aber - wie da ja schon sagtest, das ist das Problem der Ukrainer und nicht unseres ...

Wir haben zwei Putin-Parteien im Parlament und im Zusammenhang mit der Gas-Connection sicherlich auch Korruption. Nur ist es bei uns noch nicht üblich, offen darüber zu sprechen.

Glaube, die Timoschenko-Anhänger sehen das mit dem Verrat umgekehrt. Und sie wollen den Einfluß der Magnaten abschaffen - wie auch immer.

In den Umfragen führt Timoschenko jedenfalls sehr deutlich, im Verhältnis 20 zu 10 oder so.
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Re: Präsidentencasting Ukraine 2019: Die deutsche Wahl?

Beitragvon imp » So 2. Dez 2018, 14:56

Es sind verschiedene neue Gesichter im Rennen.
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