"Russlandversteher"

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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Cobra9 » Mo 14. Dez 2015, 15:06

NMA » Mo 14. Dez 2015, 14:29 hat geschrieben:
Weshalb haben dann die USA und die NATO dieses Recht?


Haben Sie nicht und das hatte ich deutlich mit Kritik belegt. Aber entweder die UN funktioniert oder es läuft wie aktuell. Jeder macht was Er will. Und das die NATO da enger zusammenhält als ein bischen Frieden mit Russland zu singen....nachvollziehbar. Die Türkei wäre für mich kein Staat wo ich leben möchte. Erdogan sei Dank. Russland unter Putin auch nicht und was in Ungarn passiert weiss ich live von der Verwandschaft. Autokraten sind ein Problem.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon zollagent » Mo 14. Dez 2015, 15:43

NMA » Mo 14. Dez 2015, 13:22 hat geschrieben:
Wenn Russland nicht, weshalb irgendjemandem anderen? Es wäre vielleicht praktisch, wenn du prazisieren würdest, worauf du raus willst.

Das weißt du doch genau. Du versuchst jetzt nur eine Brücke zu bauen zu "...aber die Anderen (USA oder wer auch immer) dürfen". Such dir was Besseres als dieses Gejammer.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon zollagent » Mo 14. Dez 2015, 15:45

NMA » Mo 14. Dez 2015, 13:29 hat geschrieben:
Weshalb haben dann die USA und die NATO dieses Recht?

Haben sie das? Mich deucht, du wolltest dich nur zu diesem Pseudoargument hinarbeiten. Weder die USA noch die NATO führen Krieg, um die Ukraine "zu behalten". Wer das tut, das weißt du auch.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon NMA » Mo 14. Dez 2015, 20:17

BingoBurner » Mo 14. Dez 2015, 14:03 hat geschrieben:
Da ist schon was dran.
Aber es ist mal wieder typisch den schwarzen Peter dem "Westen" zu zuschieben (...)


Das legst du mir in den Mund. Ich sage nur, dass der schwarze Peter nicht allein bei Russland liegt, dass die Welt nicht (mehr) so einfach in Gut und Böse einzuteilen ist. So wie das hier ein ums andere Mal zugunsten des Westens getan wird.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon NMA » Mo 14. Dez 2015, 20:20

zollagent » Mo 14. Dez 2015, 15:43 hat geschrieben:(...)Such dir was Besseres als dieses Gejammer.


Die Aussage im Beitrag drüber ist kein Gejammer. Es ist kein Gejammer, wenn ich daran erinnere, dass der Westen in der Ukraine nicht die Unschuld gepachtet hat.
Zuletzt geändert von NMA am Mo 14. Dez 2015, 20:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon zollagent » Mo 14. Dez 2015, 20:37

NMA » Mo 14. Dez 2015, 20:20 hat geschrieben:
Die Aussage im Beitrag drüber ist kein Gejammer. Es ist kein Gejammer, wenn ich daran erinnere, dass der Westen in der Ukraine nicht die Unschuld gepachtet hat.

"Russland wird nicht auf Augenhöhe mit dem Westen gesehen", sprich, es fühlt sich nicht so akzeptiert, wie es möchte. Wenn das kein selbstmitleidiges Gejammer ist, gibt es Keines. Denn es fehlt jede Reflexion darüber, warum es ist, wie es ist. Die einzige Simpelerklärung ist "Ihr haßt uns". Das ist zu billig und kann irgendwelchen ungebildeteten Dorfbauern verkauft werden, die ihren Zaren ab und zu im Fernsehen sehen, aber nicht politisch aufgeklärten Menschen, die wissen, was vor sich geht und denen nicht Informationen vorenthalten werden von Medien, die Information und Meinung nicht voneinander trennen. Und das ist mit wenigen Ausnahmen mit den russischen Medien leider so.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 20:38

NMA » Mo 14. Dez 2015, 21:17 hat geschrieben:
Das legst du mir in den Mund. Ich sage nur, dass der schwarze Peter nicht allein bei Russland liegt, dass die Welt nicht (mehr) so einfach in Gut und Böse einzuteilen ist. So wie das hier ein ums andere Mal zugunsten des Westens getan wird.


Da stimme ich dir zu, mir war das auch irgendwann alles zu einseitig, dass Russland an allem Schuld ist. Man muss nur mal die Dinge umdrehen, was würde denn die USA machen, wenn Russland Mexiko in die Eurasische Union aufnehmen lassen wollte oder wenn Russland einfach mal Saudi-Arabien bombardieren würde, mit dem Hinweis, dies geschehe nur aus humanitären Gründen und für die Menschenrechte.

Am besten ist das Video von George Friedman (Stratfor) auf dem Council on Global Affairs.



Zitat:
"Das Hauptinteresse der Außenpolitik der Vereinigten Staaten während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland.

Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt."

Ansonsten macht er klar, dass die USA nicht mit konventionellen Bodentruppen Eurasien erobern können (siehe Irak), deswegen machen die USA es wie im Irak und Iran Krieg, indem sie beide unterstützt und beide gegeneinander aufgehetzt haben.

Weiteres Zitat:

"Für Russland stellt der Status der Ukraine eine existentielle Frage dar."

"Für die Vereinigten Staaten ist das Hauptziel, ..., dass dt. Kapital und dt. Technologie und die russischen Rohstoff-Ressourcen und die russische Arbeitskraft sich zu einer einzigartigen Kombination verbinden, die die USA seit einem Jahrhundert zu verhindern versuchen."

Mal schauen, ob die USA weiterhin mit dieser Strategie durchkommen. Momentan sieht es ganz danach aus.
Zuletzt geändert von Blickwinkel am Mo 14. Dez 2015, 20:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon zollagent » Mo 14. Dez 2015, 20:43

Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 20:38 hat geschrieben:
Da stimme ich dir zu, mir war das auch irgendwann alles zu einseitig, dass Russland an allem Schuld ist. Man muss nur mal die Dinge umdrehen, was würde denn die USA machen, wenn Russland Mexiko in die Eurasische Union aufnehmen lassen wollte ....


Irgendwelche substanzlosen Spekulationen, die eher die Wunschvorstellung der Spekulanten als die Realität abbilden, führen zu nichts. Es gibt doch in der Region ein entsprechendes Beispiel: Venezuela. Da gibt es keine "Separatisten", die von einer anderen Macht "humanitär unterstützt" und militärisch garantiert werden. So what?
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 20:49

zollagent » Mo 14. Dez 2015, 21:43 hat geschrieben:
Irgendwelche substanzlosen Spekulationen, die eher die Wunschvorstellung der Spekulanten als die Realität abbilden, führen zu nichts. Es gibt doch in der Region ein entsprechendes Beispiel: Venezuela. Da gibt es keine "Separatisten", die von einer anderen Macht "humanitär unterstützt" und militärisch garantiert werden. So what?


In Venezuela hatten bei der letzten Wahl wohl auch die USA und leider auch Deutschland die jetzige Regierung massiv unterstützt. Aber weitere Ausführungen mit dir spare ich mir, in meinen Augen kommst du momentan sehr verbittert und aggressiv rüber und bist in deiner Meinung absolut kompromisslos, weswegen ich keine Lust auf deine Art von "Diskussion" habe.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon zollagent » Mo 14. Dez 2015, 20:54

Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 20:49 hat geschrieben:
In Venezuela hatten bei der letzten Wahl wohl auch die USA und leider auch Deutschland die jetzige Regierung massiv unterstützt. Aber weitere Ausführungen mit dir spare ich mir, in meinen Augen kommst du momentan sehr verbittert und aggressiv rüber und bist in deiner Meinung absolut kompromisslos, weswegen ich keine Lust auf deine Art von "Diskussion" habe.

Und du kommst mir ein bißchen durcheinander vor. Ich sehe Unterschiede zwischen verdeckten oder nicht verdecktem militärischen Eingreifen oder "Unterstützung bestimmter Gruppen". Zumal dieser Begriff ein bißchen weit gespreizt ist. Wenn du nicht diskutieren willst, klink dich aus.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 14. Dez 2015, 21:47

putin ähnelt ein riese auf tönernen füßen. wie lange kann er dieses gleichgewicht zwischen die verschiedenen kräfte halten?
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Cobra9 » Di 15. Dez 2015, 06:36

Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 21:38 hat geschrieben:
Da stimme ich dir zu, mir war das auch irgendwann alles zu einseitig, dass Russland an allem Schuld ist. Man muss nur mal die Dinge umdrehen, was würde denn die USA machen, wenn Russland Mexiko in die Eurasische Union aufnehmen lassen wollte oder wenn Russland einfach mal Saudi-Arabien bombardieren würde, mit dem Hinweis, dies geschehe nur aus humanitären Gründen und für die Menschenrechte.

Am besten ist das Video von George Friedman (Stratfor) auf dem Council on Global Affairs.



Zitat:
"Das Hauptinteresse der Außenpolitik der Vereinigten Staaten während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland.

Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt."

Ansonsten macht er klar, dass die USA nicht mit konventionellen Bodentruppen Eurasien erobern können (siehe Irak), deswegen machen die USA es wie im Irak und Iran Krieg, indem sie beide unterstützt und beide gegeneinander aufgehetzt haben.

Weiteres Zitat:

"Für Russland stellt der Status der Ukraine eine existentielle Frage dar."

"Für die Vereinigten Staaten ist das Hauptziel, ..., dass dt. Kapital und dt. Technologie und die russischen Rohstoff-Ressourcen und die russische Arbeitskraft sich zu einer einzigartigen Kombination verbinden, die die USA seit einem Jahrhundert zu verhindern versuchen."

Mal schauen, ob die USA weiterhin mit dieser Strategie durchkommen. Momentan sieht es ganz danach aus.


Aua sind das Beispiele. Die USA haben nach ihrem Fehlschlag mit Kuba lange mit einer Sowjet Puppe leben müssen und das ging ganz gut. Heute ist man wieder ganz freundlich jeweils. Mexiko ist mit den USA auf gute Wellenlänge bedacht sonst ginge es ganz unter.
Wer ist den für die Erfolge der Federales hauptsächlich federführend...DEA, FBI. So was blödes auch. Wollen die schon mal ganz nicht zu Russland. Und logisch Russland greift die Saudis an :p Einen guten Kunden und dazu ein religöses Zentrum sowie OPEC Macht. Viel Spass Russland bei dem Versuch das zu wagen. Dann hat man soviele Terroristen im Haus das die bisherige Hard Kill Art nicht mehr viel hilft. Russland muss nur eines -- seine agressive Außenpolitik beenden, Abkommen einhalten und wieder ein Global Player werden. Oder es landet in der Ecke als Tankstelle von China.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Cobra9 » Di 15. Dez 2015, 06:42

Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 21:49 hat geschrieben:
In Venezuela hatten bei der letzten Wahl wohl auch die USA und leider auch Deutschland die jetzige Regierung massiv unterstützt. Aber weitere Ausführungen mit dir spare ich mir, in meinen Augen kommst du momentan sehr verbittert und aggressiv rüber und bist in deiner Meinung absolut kompromisslos, weswegen ich keine Lust auf deine Art von "Diskussion" habe.


Ach Gottchen wie furchtbar. Russland unterstützte eine Seite, die Gegenseite eine andere Seite. Vergiss mal wieder eines nicht bitte. Moskau war vor allem an dem Waffenbruder und einem ideologischen Bündnispartner im Kampf gegen die USA interessant. Chavez war ein Fels in der Brandung für Putin. Ging es gegen die internationale Vormachtstellung Washingtons war Chavez dabei.Damit lag man auf einer Linie mit Moskaus Argumentation. Bei aller Liebe war Venezuele ein gutes Geschäft für Russland.

Venezuela war ein großer Kunde der Rüstungsindustrie von Russland. Kalaschnikows, Panzer und Flugzeuge, selbst U-Boote und Flugabwehrsysteme orderte Chavez für seine Armee. Die Milliardenkredite, die Russland dafür gewährte, öffneten zudem russischen Ölgesellschaften die Tür nach Venezuela. Während die US-Ölmultis ihre Koffer packen mussten, konnten russische Konzerne auf dicke Geschäfte hoffen.

Speziell Wladimir Putins Vertrauter, damals Rosneft-Chef Igor Setschin, konnte einen riesigen Offshore-Deal an Land ziehen. Das Projekt vor der Küste Venezuelas soll 50 Millionen Tonnen Öl pro Jahr an Ertrag bringen. Da schienen die zehn Milliarden US-Dollar Entwicklungskosten gut angelegt.Ne aber hauptsache böse USA :D :D


Zu Russland allgmein mal einige Sätze. Klar wird mir gesagt das Ich nur Russland bashen will. Das ist aber falsch. Ich finde Russen und Russland im allgemeinen toll. Aber weil ich einiges über das Land erfahren habe sehe ich das System Putin so kritisch. Aber egal wie ich mich bemühe um Neutralität kann ich gar nich mehr anders als einiges zu sehen. Egal aus welchen Gründen der gute Putin nun realpolitisch handelt im Sinn von Interessen oder Einflusssphären. Es bleibt er schale Geschmack von Autokratie und Diktatur. Ich hab mich lange mit der Sowjetuinon befasst und die heutige Propaganda aus Russland ist schlimmer als alles was die Sowjets auf den Tisch brachten. Lügen und Hetze vom feinsten. Dem IS macht man was vor damit.
Viele Menschen in Russland stimmen natürlich nicht in die Kritik ein ,welche aus dem Westen komm, an Putins Politik. Es ist aber nicht weil jeder Russe nun Putin mag oder gar solidarisch ist. In Russland gibt es eine Art sagen wir Mal Gefühl zum Leben. Angst, Traurigkeit teilweise , Resignation , Unzufriedenheit und dem Überleben im Alltag. Das Wegschauen von der Politischen Entwicklung im Land gehört da auch dazu. War auch früher so. Wohl nicht ohne Grund. Wenn ich mit Bekannten im Club drüber rede sagt man mir meist....warum soll ich in der Zeitung was lesen oder im TV woran ich nichts ändern kann. Und wer macht was falsch....

Die Mischung aus Ohnmacht, Verlangen und doch auch wieder Resignation in der Kombi mit der Unzufriedenheit. Putin erscheint da als starker Mann und man hat im Hinterkopf "Achtung halt bloss die Klappe". Die Haltung hilft dem System Putin enorm. Ja die Russen haben Putin gewählt, Putin agiert in deren Namen. Aber nicht wirklich. Sage ich zu meinen Bekannten " In der Ukraine töten eure Soldaten auch Unschuldige" ist die Antwort....tja da kann Ich nichts tun. Russen sehen ihre Obrigkeit massiv anders wie wir Deutschen. Man akzeptiert irgendwie ergeben diese Obrigkeit wenn es nur erträglich ist. Also wie ein Übel das keiner vermeiden konnte. In den Jahrzehnten sind die Russen abgestumpft, entäuscht und auch verarscht worden. Das ist die Auswirkung heute. Das nutzt einer wie Putin aus. Keine Ahnung was für Dich und andere der Maidan war....für mich haben Aktivisten für eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft gekämpft. Man wollte was erreichen. Von den russischen Medien hört man nur noch Faschos, Nazis oder Puppen des Westens. Das ist eine miese Nummer zum PR Zwecke und was Russland sonst noch bewirkt hat in der Ukraine....ich kann den Hass der Menschen dort auf Russland verstehen. Man wurde verraten, ausgenutzt und jetzt mit Krieg belohnt dafür das man einen eigenen Willen hat.

Hier lese ich immer wieder das Argument der Einkreisungsängst von Russland. Erst mit Putin kam das aber auf. Dann sollch ein Argument, der Westen habe "den kalten Krieg gewonnen". Man habe ein schwaches Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion gehabt als Folge. Ja und daran war der Westen bitte Schuld ? Wieso das den. Ist Unfug. Putin hat Recht das der böse böse Westen es wagte den kalten Krieg zu gewinnen. Aber warum war das so und wie kam es den zum Scheitern der Sowjets ß

Schon das Modell einer multinationalen Union der sozialistischen Sowjetrepubliken durch Zwang hat nie wirklich funktioniert. Als treibende Kraft der Sowjetunion wurde Russland zu Recht angesehen und somit haben viele Teile des Reiches es als Fremdherrschaft empfunden. Russland war die Macht hinter der Sowjetunion. Das Herz quasi. Diese Macht hat Schwäche gezeigt, das nutzen die Staaten/ Völker als die Gelegenheit und verlassen die Sowjetunion. Nachvollziehbar. Das machte aber Russland schon unter Jelzin sauern und es gab massive Probleme oft sowie Drohungen.

Das Problem ist nun für die neuen Staaten – wie schütze ich mich vor dem Zugriff der wiedererstarkenden alten Macht. Ich muss mir also starke Verbündete suchen um meine Unabhhängigkeit zu wahren. Viele Ex Staaten der Sowjetunion oder des WP fanden die Nato. Wer aber niemanden fand oder wollte dürfte sich am Beispiel der Ukraine sehr verwundbar vokommen, Und die Ukraine hat Russland verraten und verkauft. Hybrid Warfare, Frozen Conflikt ........kann es ein stärkeres Argument für die Anbindung an die Nato geben als die aktuelle Botschaft von Russland wie in der Ukraine ?

Die Darstellung der NATO durch Russland als Zwangsgemeinschaft unter der Fuchtel der USA ist falsch. Warum hat dann nie jemand versucht, aus ihr auszutreten ? De Gaulle? Erdogan ? Weil man für seine Leistungen etwas bekommt. Sicherheit als Land seinen Weg eigenständig gehen zu können ohne die Befürchtung haben zu müssen...was macht Russland wenn ich XY nicht will.

Es war die Politik der Sowjets und nacher Russlands wo die Staaten zur NATO brachte. Das mal bedenken !

Der Westen hat den kalten Krieg aber noch aus einem anderen und vor allem banalen Grund gewonnen. Russland hat einfach kein attraktives Gesellschaftsmodell entwickelt bis heute 2015. Die ethnische Russen in Estland und Lettland sind mit dem Gesellschaftsmodell der EU durchaus zufrieden und haben keine Lust auf die Rückkehr ins Reich. Auch wenn wenn es ihren jetzt wirtschaftlich schlechter geht. Die Russen in den Ländern haben sogar Aufwiegler verjagt. Putins Russland steht für Nationalismus und gekränkte Großmachtattitüde. Ich kenn aus meinem Umkreis ein anders Bild das mir Russen zeigen. Stolz ja, aber auch Herzlichkeit, Freude und eine fast schon verbissene Begeisterung wenn einem Russen was gefällt.Mit Putin hat das aber allex nix zu tun.
Zuletzt geändert von Cobra9 am Di 15. Dez 2015, 08:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Alexyessin » Di 15. Dez 2015, 08:24

Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 20:38 hat geschrieben:
Da stimme ich dir zu, mir war das auch irgendwann alles zu einseitig, dass Russland an allem Schuld ist. Man muss nur mal die Dinge umdrehen, was würde denn die USA machen, wenn Russland Mexiko in die Eurasische Union aufnehmen lassen wollte oder wenn Russland einfach mal Saudi-Arabien bombardieren würde, mit dem Hinweis, dies geschehe nur aus humanitären Gründen und für die Menschenrechte.

Am besten ist das Video von George Friedman (Stratfor) auf dem Council on Global Affairs.



Zitat:
"Das Hauptinteresse der Außenpolitik der Vereinigten Staaten während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland.

Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt."

Ansonsten macht er klar, dass die USA nicht mit konventionellen Bodentruppen Eurasien erobern können (siehe Irak), deswegen machen die USA es wie im Irak und Iran Krieg, indem sie beide unterstützt und beide gegeneinander aufgehetzt haben.

Weiteres Zitat:

"Für Russland stellt der Status der Ukraine eine existentielle Frage dar."

"Für die Vereinigten Staaten ist das Hauptziel, ..., dass dt. Kapital und dt. Technologie und die russischen Rohstoff-Ressourcen und die russische Arbeitskraft sich zu einer einzigartigen Kombination verbinden, die die USA seit einem Jahrhundert zu verhindern versuchen."

Mal schauen, ob die USA weiterhin mit dieser Strategie durchkommen. Momentan sieht es ganz danach aus.


Naja, Friedman ist ja mal nicht umunstritten :)
Es geht Russland nunmal nichts an, was die ehemaligen Sowjetrepubliken wählen oder wollen. Ende.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Cooper » Di 15. Dez 2015, 08:37

Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 20:38 hat geschrieben:
Man muss nur mal die Dinge umdrehen, was würde denn die USA machen, wenn Russland Mexiko in die Eurasische Union aufnehmen lassen wollte

Dass Mexiko jemals so etwas wollte, ist so realistisch, wie dass Baden-Württemberg die Bundesrepublik verlassen und Bulgarien beitreten würde.

Hier werden Vergleiche angestrengt, hilfe hilfe...
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Cobra9 » Di 15. Dez 2015, 08:42

Cooper » Di 15. Dez 2015, 09:37 hat geschrieben:Dass Mexiko jemals so etwas wollte, ist so realistisch, wie dass Baden-Württemberg die Bundesrepublik verlassen und Bulgarien beitreten würde.

Hier werden Vergleiche angestrengt, hilfe hilfe...


Mexiko kann gar nicht ohne die USA überleben. Fakt. Daher ist der Vergleich einfach absurd. Es sei Putin will 400 Millarden in Mexiko investieren :p
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon NMA » Di 15. Dez 2015, 09:18

Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 20:49 hat geschrieben:
In Venezuela hatten bei der letzten Wahl wohl auch die USA und leider auch Deutschland die jetzige Regierung massiv unterstützt. Aber weitere Ausführungen mit dir spare ich mir, in meinen Augen kommst du momentan sehr verbittert und aggressiv rüber und bist in deiner Meinung absolut kompromisslos, weswegen ich keine Lust auf deine Art von "Diskussion" habe.



Sein Panzerchen wendet den Blick weiter nach links und rechts als er selbst.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon schokoschendrezki » Di 15. Dez 2015, 09:37

Cobra9 » Di 15. Dez 2015, 07:42 hat geschrieben:Schon das Modell einer multinationalen Union der sozialistischen Sowjetrepubliken durch Zwang hat nie wirklich funktioniert. Als treibende Kraft der Sowjetunion wurde Russland zu Recht angesehen und somit haben viele Teile des Reiches es als Fremdherrschaft empfunden. Russland war die Macht hinter der Sowjetunion. Das Herz quasi. Diese Macht hat Schwäche gezeigt, das nutzen die Staaten/ Völker als die Gelegenheit und verlassen die Sowjetunion. Nachvollziehbar. Das machte aber Russland schon unter Jelzin sauern und es gab massive Probleme oft sowie Drohungen.

Dazu ist allerdings folgendes anzumerken: Die Empfindung der Fremdherrschaft durch Russland beschränkte sich lange Zeit im Wesentlichen auf die regionalen Eliten und äußerte sich nicht - wie in vielen anderen Teilen der Welt - als populäre und verbreitete ethnische Abneigung.
Es wird von der Hypothese ausgegangen, daß die diversen Nationalbewegungen insbesondere das Ergebnis sozialer Mobilisierungen durch regionale Eliten gewesen sind, die hierin eine Möglichkeit des Machtgewinns oder -erhalts sahen und dabei von den strukturellen Bedingungen, die durch die sowjetische Nationalitätenpolitik geschaffen worden waren, profitieren konnten.

(Lesenswerter Artikel des Osteuropa-Instituts der FU Berlin dazu: http://www.oei.fu-berlin.de/politik/publikationen/AP08.pdf)
Sowohl die Sowjetunion als auch Jugoslawien waren weder "Völkergefängnisse" noch "Ethnische Pulverfässer". In der "normalen Bevölkerung" in Kiew lebten Ukrainer und Russen ebenso friedlich nebeneinander wie in Sarajewo in den 70er Jahren Kroaten und Bosnier. Eine echte Konkurrenzsituation bestand dagegen vor allem bei den Eliten in Wirtschaft und Politik. Und selbstverständlich war die Nationalitätenpolitik der KPDSU auf dieser Ebene ein Werkzeug der Machtausübung der Zentrale. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass die ab etwa Gorbatschow auflodernden ethnischen Konflikte nicht latent vorhanden waren sondern im Prinzip von diesen regionalen Eliten ausgelöst wurden, die die Zeit gekommen sahen, ihre Zurücksetzung durch die Zentralregierung zu beenden. Leute wie Poroschenko und vor allem Tymoschenko sind die prototypischen Beispiele dafür: Hineingeboren in privilegierte Familien, Studium in den Zentren nichtrussischer Republiken, alle Vorteile, aber dennoch immer zweite Reihe hinter Moskau. Der beförderte antirussische Reflex in der Bevölkerung ist das Werkzeug zur Entfaltung ihrer Macht. Selbstverständlich ebensosehr wie der prorussische Reflex bzw. die militärischen Aktionen in den Separatistengebieten ein Werkzeug der Moskauer Regierung ist. Hier kommen eben zwei ziemlich ungute Entwicklungen zusammen.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon schokoschendrezki » Di 15. Dez 2015, 09:48

Man kann jedweden Post-SU-Staat hernehmen. Ob im Baltikum, im Kaukasus, im fernen Osten, egal. Nirgendwo sind ehemalige Dissidenten oder studentische Rebellen an der Macht. Ausnahmslos überall sind Leute an der Macht, die in der SU zu den regionalen Eliten zählten bzw. direkt zum KP-Kader gehörten. Und im Wirtschaftsoligarchentum setzt sich das fort. Patriotismus und die wiedererweckte oder überhaupt erst neu entdeckte Liebe zur Religion sind vor allem Werkzeuge der Machtentfaltung dieser Eliten der ehemals zweiten Reihe.

Gerade mit Blick auf die schrecklichen Jugoslawien-Kriege kann einem der Neo-Patriotismus im Dienste dieser Eliten ziemlich verzweifelt machen.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon H2O » Di 15. Dez 2015, 09:58

@schoko..:

Über die Verhältnisse in der Ukraine und anderswo
in der ehemaligen SU kann ich mir kein Urteil erlauben.

Aber die Spannungen in Jugoslawien waren 1987 sehr
deutlich zu erkennen. Da lästerten bis schimpften die
Völkerschaften ungebeten über ihre Nachbarn, also
Kroaten über Albaner/Kosovaren, Serben über Kroaten
und umgekehrt, Bosniaken über Serben und umgekehrt,
Albaner und Montenegriner, oooch, die Mazedonier habe ich
vergessen und die Slowenen auch noch... einzig der längst
verstorbene Tito und "seine Kommunisten" hielten das
Land noch zusammen.

Als Ausländer konnte ich dieses Gegeneinander nicht ver-
stehen, schon weil die Leute durchweg sehr freundlich und
offen mit mir umgingen... selbst die Jugoslawische Volksamee.
Und dann diese Blutbäder, KZs, Massenmorde und Heimtücke...
unfaßbar! Heute weiß man natürlich mehr über geschichtliche
Verwundungen... aber das kommt mir als Europäer ohnehin
reichlich aufgesetzt vor... nach so vielen Jahren.

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