Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Feb 2019, 15:55

Audi hat geschrieben:(11 Feb 2019, 15:43)

Der IWF forderte doch höhere Preise sonst kein Geld. Was will tymoshenko daran ändern?
Sie wird sicherlich kein leichter Verhandlungspartner sein.
Der Politologe Andreas Umland, der sich lange mit der Ukraine beschäftigte, bestätigt ihre besondere Entschlossenheit. Das habe ihre Zeit im Gefängnis demonstriert.
Und ja, der Kreml ist jetzt böse weil die Ukraine bis ins Mark korrupt ist :D :thumbup:

So korrupt wie der Kreml kann man kaum sein. Aber sie meint es ja anders - die Korruption schwäche das Land und eine schwache Ukraine käme dem äußeren Feind entgegen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Mo 11. Feb 2019, 16:04

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Feb 2019, 15:55)

Sie wird sicherlich kein leichter Verhandlungspartner sein.
Der Politologe Andreas Umland, der sich lange mit der Ukraine beschäftigte, bestätigt ihre besondere Entschlossenheit. Das habe ihre Zeit im Gefängnis demonstriert.

So korrupt wie der Kreml kann man kaum sein. Aber sie meint es ja anders - die Korruption schwäche das Land und eine schwache Ukraine käme dem äußeren Feind entgegen.

Kiew hängt am Topf des IWF. Wie und womit will sie 50% der Gaspreise den Bürgern erlassen? :?:

In Sachen Korruption hat die Ukriane mit Russland was gemeinsam :thumbup:
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Feb 2019, 16:10

Audi hat geschrieben:(11 Feb 2019, 16:04)

Kiew hängt am Topf des IWF. Wie und womit will sie 50% der Gaspreise den Bürgern erlassen? :?:
Keine Ahnung, durch harte Nachverhandlungen oder Subvention ? Detailfragen hierzu sind an die Allukrainische Vaterlandspartei zu richten.

In Sachen Korruption hat die Ukriane mit Russland was gemeinsam :thumbup:
Den gemeinsamen Freund Janukowitsch ?
Ach ja, und der Statthalter auf der Krim, Aksjonow, soll vor seiner "politischen" Karriere etwas mit der russischen Mafia zu tun gehabt haben. Dieser Kollaborateur ist ja auch ein Ukrainer.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Mo 11. Feb 2019, 16:29

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Feb 2019, 16:10)

Keine Ahnung, durch harte Nachverhandlungen oder Subvention ? Detailfragen hierzu sind an die Allukrainische Vaterlandspartei zu richten.

Den gemeinsamen Freund Janukowitsch ?
Ach ja, und der Statthalter auf der Krim, Aksjonow, soll vor seiner "politischen" Karriere etwas mit der russischen Mafia zu tun gehabt haben. Dieser Kollaborateur ist ja auch ein Ukrainer.

Die Korruption. Stell dich doch nciht so blöd. Die ganze ukrainnische Führung hat mit der Mafia zu tun oder gar mit Hardcore Nazis :thumbup:


Gekaufte Macht
In wenigen Monaten wählt die Ukraine. Eines der Top-Themen im Wahlkampf: Korruptionsbekämpfung. Doch trotz vieler Reformen, bestimmen alte Mechanismen Macht und Einfluss. Wählerstimmen und Parlamentsplätze sind käuflich, die Aufklärung bei der Korruptionsbekämpfung stockt. Eine Bilanz.

Gekaufte Stimmen und gekaufte Parlamentsplätze
Wie sich Oligarchen politischen Einfluss sichern, das erklärt der 33-jährige Anti-Korruptions-Aktivist HEUTE IM OSTEN bei einem Besuch an zwei Beispielen der letzten Wahl: Die erste Möglichkeit sei es, sich einfach Wählerstimmen zu kaufen, indem man einen Wähler als Kampagnenführer anstelle und ihm Geld dafür gebe, für einen bestimmten Kandidaten zu werben und zu wählen. "Und bei einem Sieg bekommt man sogar noch 20 Prozent mehr Geld oben drauf. Das ist schon eine sehr gute Motivation. Und von solchen Vereinbarungen gab es Tausende beim letzten Wahlkampf", so der Aktivist.
Die zweite Option sei es, sich über einen Listenplatz einzukaufen. So werden in der Ukraine die Hälfte der mehr als 400 Sitze über eine Listenwahl vergeben. "Und wer ganz oben auf der Liste steht, bekommt garantiert einen Platz im Parlament", sagt Shabunin.


Es gibt viele, die ihre Plätze im Parlament einfach gekauft haben. Sie haben noch nicht einmal einen Kampagne gemacht. Das zieht sich über fast alle Parteien hinweg.
Vitali Shabunin Anti-Korruptionsaktivist



Korruption im Alltag
Doch Korruption ist kein reines Phänomen staatlicher Eliten. Sie ist auch im ukrainischen Alltag zu beobachten.


https://www.mdr.de/heute-im-osten/korru ... e-102.html

Komm sag es: Aber Russland mimi :D
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Feb 2019, 18:03

Audi hat geschrieben:(11 Feb 2019, 16:29)

Die Korruption. Stell dich doch nciht so blöd. Die ganze ukrainnische Führung hat mit der Mafia zu tun oder gar mit Hardcore Nazis :thumbup:

...behauptet die russ.-föd. Propaganda, die auch behauptet, auf der Krim sei alles bestens und unbeaufsichtigte Wahlen unter Besatzungsbedingungen seien der Wille des Volkes. Korruption und Diktatur ist da gar kein Thema - weil das Volk wolle es ja so.
In der Ukraine ist Nationalsozialismus gesetzlich verboten. Das weiß Schirinowsky und dieser stellv. Premier Russlands, Rogosin (ehemals Partei "Heimat") vielleicht gar nicht.

Gekaufte Macht
In wenigen Monaten wählt die Ukraine. Eines der Top-Themen im Wahlkampf: Korruptionsbekämpfung. Doch trotz vieler Reformen, bestimmen alte Mechanismen Macht und Einfluss. Wählerstimmen und Parlamentsplätze sind käuflich, die Aufklärung bei der Korruptionsbekämpfung stockt. Eine Bilanz.

Der genannte Aktivist Shabunin und dessen Organisation ist mir nicht bekannt.
Belegen mag er seine Behauptungen nicht, wie sich aus dem MDR-Artikel ergibt. Nun ja.

Die letzte Wahl ist international beobachtet worden und kaum jemand zweifelt daran, dass es zu einem Machtwechsel kommen könnte.

"Putins Plan ist offensichtlich, den unabhängigen ukrainischen Staat und die Demokratie zu zerstören", sagte Poroschenko bei seinem Wahlkampfauftakt.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/pr ... n-100.html

Das mag Wahlkampf sein, aber eines ist doch klar - die Ukrainer, die Russen sehen und die ganze Welt sieht den Unterschied zu Russland und dem Putin-Regime.
Das muss dem "Großen Bruder" ja peinlich sein.

Komm sag es: Aber Russland mimi :D

Amnesty berichtet aus den besetzten Gebieten u. a.:
Die De-facto-Behörden in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk gingen weiterhin mit Festnahmen und Inhaftierungen gegen Kritiker und andere Personen vor, denen sie vorwarfen, die Ukraine zu unterstützen.
https://www.amnesty.de/jahresbericht/20 ... on-3698678

Sogar einen Wissenschaftler haben die "De-facto-Behörden" verhaftet. Ob die wirklich alle glücklich sind ?
Jedenfalls die nach Russland Deportierten könnten wohl froh sein, wenn sie in ihrer Heimat an der bevorstehenden Wahl teilnehmen dürften.

Wie es heißt, will diese Kampfpilotin Nadia Sawchenko, die ehemals in russischen Kerkern schmachtete, sogar kandidieren.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Mo 11. Feb 2019, 19:41

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Feb 2019, 18:03)

...behauptet die russ.-föd. Propaganda, die auch behauptet, auf der Krim sei alles bestens und unbeaufsichtigte Wahlen unter Besatzungsbedingungen seien der Wille des Volkes. Korruption und Diktatur ist da gar kein Thema - weil das Volk wolle es ja so.
In der Ukraine ist Nationalsozialismus gesetzlich verboten. Das weiß Schirinowsky und dieser stellv. Premier Russlands, Rogosin (ehemals Partei "Heimat") vielleicht gar nicht.


Der genannte Aktivist Shabunin und dessen Organisation ist mir nicht bekannt.
Belegen mag er seine Behauptungen nicht, wie sich aus dem MDR-Artikel ergibt. Nun ja.

Die letzte Wahl ist international beobachtet worden und kaum jemand zweifelt daran, dass es zu einem Machtwechsel kommen könnte.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/pr ... n-100.html

Das mag Wahlkampf sein, aber eines ist doch klar - die Ukrainer, die Russen sehen und die ganze Welt sieht den Unterschied zu Russland und dem Putin-Regime.
Das muss dem "Großen Bruder" ja peinlich sein.


Amnesty berichtet aus den besetzten Gebieten u. a.: https://www.amnesty.de/jahresbericht/20 ... on-3698678

Sogar einen Wissenschaftler haben die "De-facto-Behörden" verhaftet. Ob die wirklich alle glücklich sind ?
Jedenfalls die nach Russland Deportierten könnten wohl froh sein, wenn sie in ihrer Heimat an der bevorstehenden Wahl teilnehmen dürften.

Wie es heißt, will diese Kampfpilotin Nadia Sawchenko, die ehemals in russischen Kerkern schmachtete, sogar kandidieren.

Markenzeichen Korruption
Korruption vom Parlament bis zum Präsidenten: Petro Poroschenko missbraucht seine Macht, gängelt die Medien und sabotiert die Reformen in der Ukraine.

https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... geordneter

alles russische Propaganda...
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Darkfire » Mo 11. Feb 2019, 21:27

Sagt eine Hase zum anderen er hat lange Ohren.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Feb 2019, 21:39

Audi hat geschrieben:(11 Feb 2019, 19:41)

Markenzeichen Korruption
Korruption vom Parlament bis zum Präsidenten: Petro Poroschenko missbraucht seine Macht, gängelt die Medien und sabotiert die Reformen in der Ukraine.

https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... geordneter

alles russische Propaganda...

Da muss er aber noch ordentlich zulegen mit dem "Gängeln", er liegt in Umfragen hinter der Timoschenko.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 11. Feb 2019, 23:05

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Feb 2019, 21:39)

Da muss er aber noch ordentlich zulegen mit dem "Gängeln", er liegt in Umfragen hinter der Timoschenko.

vllt gibt es probleme zwischen U und R, weil U REagierte auf handlungen in R. es versuchte nachzuahmen. sowas wird natürlich übersehen...
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Di 12. Feb 2019, 10:00

Darkfire hat geschrieben:(11 Feb 2019, 21:27)

Sagt eine Hase zum anderen er hat lange Ohren.

Hier ist doch der Ukraine Bereich oder,?
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Di 12. Feb 2019, 10:01

Nomen Nescio hat geschrieben:(11 Feb 2019, 23:05)

vllt gibt es probleme zwischen U und R, weil U REagierte auf handlungen in R. es versuchte nachzuahmen. sowas wird natürlich übersehen...

Ja Russland Istvan allem schuld. Wir haben es schon verstanden :rolleyes:
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 12. Feb 2019, 11:19

Audi hat geschrieben:(12 Feb 2019, 10:01)

Ja Russland Istvan allem schuld. Wir haben es schon verstanden :rolleyes:

Eine gewisse Problematik der Intervention lässt sich ja kaum verleugnen. Oder womit beschäftigt sich das Normandie-Format eigentlich ? Doch wohl nicht mit Fragen des Wahlkampfes.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 12. Feb 2019, 11:40

Wahlkampf: Laut "Euronews" will Präsidentschaftskandidatin Timoschenko ein "Militärkabinett" aufstellen und einen internationalen Gipfel einberufen, um eine "Friedensstrategie" zu beschließen.

https://www.youtube.com/watch?v=6eSVJF647xY

Wahrscheinlich soll dieser Gipfel aus den Ländern bestehen, die etwas mit dem Budapester Memorandum zu tun haben, also vorrangig USA, RF und GB, erweitert um China und Frankreich, da diese eigene Erklärungen dazu abgegeben hatten.

Zentraler Punkt der Budapester Garantie war die Achtung der Souveränität und bestehender Grenzen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Di 12. Feb 2019, 11:51

Ich sehe einfach keine wirklichen politischen Konzepte. Poroschenko stellt sich neuerdings vor allem als Schutzherr der ukrainisch-orthodoxen Kirche dar. Und versucht damit zu punkten, dass er den Patriarchen von Istanbul hinter sich hat. Mein Gott! Bei Tymoschenko ist allein der Parteiname "Vaterland" die Garantie dafür, dass nix wesentliches passieren wird. Kein Wunder, dass das Volk dann doch lieber auf einen Komiker setzt.

Auch wenn die Großmacht-Agressionen Russlands ganz eindeutig zu verurteilen sind ... wo bleibt ein pragmatischer, außenpolitisch kluger Ansatz in der ukrainischen Politik? Der müsste zuallererst mit Kompromissen in Richtung Russland anfangen und gleichzeitig offen sein gegenüber der EU und dem Westen. Das kommt aber einfach nicht. Ich habe mich auch schon öfter bei Interviews mit jungen ukrainischen Politik-Aktivisten oder Kulturleuten gefragt: Worüber reden die eigentlich? Die Ukraine ist ein sehr großes bedeutsames Land zwischen Russland, Europa und dem Nahen und Mittleren Osten. Das eine ebenso bedeutsame Rolle spielen könnte. Aber ständig geht es um die "Nation" und nicht um die anstehenden eigentlichen Probleme oder um zukunftsweisende Ideen oder Perspektiven.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Di 12. Feb 2019, 13:05

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Feb 2019, 11:51)

Ich sehe einfach keine wirklichen politischen Konzepte. Poroschenko stellt sich neuerdings vor allem als Schutzherr der ukrainisch-orthodoxen Kirche dar. Und versucht damit zu punkten, dass er den Patriarchen von Istanbul hinter sich hat. Mein Gott! Bei Tymoschenko ist allein der Parteiname "Vaterland" die Garantie dafür, dass nix wesentliches passieren wird. Kein Wunder, dass das Volk dann doch lieber auf einen Komiker setzt.

Auch wenn die Großmacht-Agressionen Russlands ganz eindeutig zu verurteilen sind ... wo bleibt ein pragmatischer, außenpolitisch kluger Ansatz in der ukrainischen Politik? Der müsste zuallererst mit Kompromissen in Richtung Russland anfangen und gleichzeitig offen sein gegenüber der EU und dem Westen. Das kommt aber einfach nicht. Ich habe mich auch schon öfter bei Interviews mit jungen ukrainischen Politik-Aktivisten oder Kulturleuten gefragt: Worüber reden die eigentlich? Die Ukraine ist ein sehr großes bedeutsames Land zwischen Russland, Europa und dem Nahen und Mittleren Osten. Das eine ebenso bedeutsame Rolle spielen könnte. Aber ständig geht es um die "Nation" und nicht um die anstehenden eigentlichen Probleme oder um zukunftsweisende Ideen oder Perspektiven.

Die Oligarchen kontrollieren die Medien. Und dort wird halt Propaganda betrieben und so Gehirnwäsche betrieben. Man lenkt von den eigentlichen Problemen ab die man hat. Sei es die Korruption vom kleinen Dorfpolizisten bis hin zum Präsidenten der korruptt bis ins Mark ist. Poroshenko will auch keinen Frieden im donbass, wozu auch? So hat er immer ein Thema wo er sich Mal als Feldherr gibt oder als Retter der heiligen Nation. Pragmatismus Fehlanzeige... Was hat poroshenko von Minsk umgesetzt? Nichts! Wozu dann das Theater?

Und Frau tymoschenko ist selber Oligarch mit besten Beziehungen nach Russland.
Und die war schon in der Regierung.
Ich bin da bei dir und sehe keine Änderungen in der Zukunft
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 12. Feb 2019, 13:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Feb 2019, 11:51)

Ich sehe einfach keine wirklichen politischen Konzepte. Poroschenko stellt sich neuerdings vor allem als Schutzherr der ukrainisch-orthodoxen Kirche dar. Und versucht damit zu punkten, dass er den Patriarchen von Istanbul hinter sich hat. Mein Gott! Bei Tymoschenko ist allein der Parteiname "Vaterland" die Garantie dafür, dass nix wesentliches passieren wird. Kein Wunder, dass das Volk dann doch lieber auf einen Komiker setzt.

Auch wenn die Großmacht-Agressionen Russlands ganz eindeutig zu verurteilen sind ... wo bleibt ein pragmatischer, außenpolitisch kluger Ansatz in der ukrainischen Politik? Der müsste zuallererst mit Kompromissen in Richtung Russland anfangen und gleichzeitig offen sein gegenüber der EU und dem Westen. Das kommt aber einfach nicht. Ich habe mich auch schon öfter bei Interviews mit jungen ukrainischen Politik-Aktivisten oder Kulturleuten gefragt: Worüber reden die eigentlich? Die Ukraine ist ein sehr großes bedeutsames Land zwischen Russland, Europa und dem Nahen und Mittleren Osten. Das eine ebenso bedeutsame Rolle spielen könnte. Aber ständig geht es um die "Nation" und nicht um die anstehenden eigentlichen Probleme oder um zukunftsweisende Ideen oder Perspektiven.

Der Parteiname ist wesentlichster Kritikpunkt ? Und heißt sie nicht "Allukrainische Vaterlandspartei", was ja einen integrativen Ansatz andeutet.

Eine Friedensstrategie ist nunmal sehr bedeutend, wenn sich ein kleineres Land mit einem größeren Land in einem bewaffneten Konflikt befindet. Die Sozial- und Reformpolitik ist sicherlich auch wichtig, aber wenn Leute getötet oder schwer verletzt werden, darunter auch Zivilisten, dann lässt sich das nicht einfach ignorieren.

Timoschenko will sich offenbar an die Budapester Mächte wenden, was sicherlich nicht ganz unlogisch ist, da auch diese sich teils auf die Schlußakte von Hesinki bezogen - ein Koexistenz-Produkt aus Zeiten des Kalten Krieges.
Oder anders gefragt, warum sollten Trump und Putin nicht ähnliches hinbekommen wie meinetwegen Breschnew und Carter ?
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Di 12. Feb 2019, 14:03

Audi hat geschrieben:(12 Feb 2019, 13:05)

Die Oligarchen kontrollieren die Medien. Und dort wird halt Propaganda betrieben und so Gehirnwäsche betrieben. Man lenkt von den eigentlichen Problemen ab die man hat. Sei es die Korruption vom kleinen Dorfpolizisten bis hin zum Präsidenten der korruptt bis ins Mark ist. Poroshenko will auch keinen Frieden im donbass, wozu auch? So hat er immer ein Thema wo er sich Mal als Feldherr gibt oder als Retter der heiligen Nation. Pragmatismus Fehlanzeige... Was hat poroshenko von Minsk umgesetzt? Nichts! Wozu dann das Theater?

Und Frau tymoschenko ist selber Oligarch mit besten Beziehungen nach Russland.
Und die war schon in der Regierung.
Ich bin da bei dir und sehe keine Änderungen in der Zukunft


Ich sehe da schon Änderungsmöglichkeiten. Diese politische Blockierung liegt ja nicht etwa in irgendeiner "Natur der Ukrainer" oder so. Sondern in den objektiv gegebenen politischen, sozialen, wirtschaftlichen Verhältnissen. Die zu einem nicht geringen Anteil der imperialen und völkerrechtswidrigen russischen Politik zu verdanken sind. Aber es nützt ja nix, das immer wieder nur zu konstatieren. Es spricht eigentlich überhaupt nix dagegen, dass eine politische Bewegung entsteht, die relevante Themen wie Staatsschulden, Korruptionsbekämpfung, Bündnispolitik, BIP, Bildungspolitik, realistische Perspektiven im Verhältnis zu Russland anstelle von "Ehre der Nation" oder "Unabhängigkeit der ukrainisch-orthodoxen Kirche von der russisch-orthodoxen" auf den Tisch legt. Und damit die Blockierungen auflöst.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 12. Feb 2019, 14:09

Die "Schlußakte von Helsinki" ist also keine "realistische Perspektive", nun gut, das kann sogar sein.
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* derzeit wg. handverletzung im schreiben eingeschränkt. die texte fallen daher kürzer aus.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Di 12. Feb 2019, 15:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Feb 2019, 14:03)

Ich sehe da schon Änderungsmöglichkeiten. Diese politische Blockierung liegt ja nicht etwa in irgendeiner "Natur der Ukrainer" oder so. Sondern in den objektiv gegebenen politischen, sozialen, wirtschaftlichen Verhältnissen. Die zu einem nicht geringen Anteil der imperialen und völkerrechtswidrigen russischen Politik zu verdanken sind. Aber es nützt ja nix, das immer wieder nur zu konstatieren. Es spricht eigentlich überhaupt nix dagegen, dass eine politische Bewegung entsteht, die relevante Themen wie Staatsschulden, Korruptionsbekämpfung, Bündnispolitik, BIP, Bildungspolitik, realistische Perspektiven im Verhältnis zu Russland anstelle von "Ehre der Nation" oder "Unabhängigkeit der ukrainisch-orthodoxen Kirche von der russisch-orthodoxen" auf den Tisch legt. Und damit die Blockierungen auflöst.

Änderungen sind eben ausgeschlossen wenn man weiß wie die Regierung in Kiew regiert. Ehemaliger Buddy von Poroshenko hat ausgepackt und die Details sind fürchterlich. Es gab eine Umfrage in der Ukraine welche Faktoren zur Wirtschaftsflaute zählen. 2/3 haben die Regierung und die Korruption gewählt und nicht den Donbass Konflikt. Diese "Ehre der Nation" wird doch den ganzen Tag von Behörden/ Medien usw. propagiert. Was soll sich denn dabei entwickeln? Man kann nur hoffen, dass Tymoschenko einen Kursschwenk macht und pragmatisch an die Sache geht.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 12. Feb 2019, 15:29

Timoschenko sagt ja lauthals, was sie will - eine Friedensstrategie mit geeigneten, internationalen Partnern.

Und der patriotische Singsang mag im saturierten Westeuropa nicht mehr ganz üblich sein, man erinnere sich aber mal historisch an General de Gaulle, der noch die "Flamme des Widerstandes" beschwor. Die Resistance soll rhetorisch auch nicht ganz schüchtern gewesen sein.
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