BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Europa2050 » Mo 14. Jan 2019, 13:40

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 13:29)

VIELE andere...

Dann liste mal auf und anschliessend streichen wir die Liste rigoros zusammen. ;)

mfg


Dann fangen wir mal an:
- den ganzen Hartz,
- Wohngeld,
- Kindergeld,
- Herdprämie,
- Bafög,
- Arbeitslosenversicherung (über das BGE hinausgehender Bedarf kann natürlich privat versichert werden),
- Mindestlohn,
- 450€ - Jobregelungen
- Ehegattensplitting (das liegt dann aber an der meinem Modell impliziten Flattax)
...

Das war‘s mal auf die Schnelle.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 14. Jan 2019, 13:56

Europa2050 hat geschrieben:(14 Jan 2019, 13:40)

Dann fangen wir mal an:
- den ganzen Hartz,
- Wohngeld,
- Kindergeld,
- Herdprämie,
- Bafög,
- Arbeitslosenversicherung (über das BGE hinausgehender Bedarf kann natürlich privat versichert werden),
- Mindestlohn,
- 450€ - Jobregelungen
- Ehegattensplitting (das liegt dann aber an der meinem Modell impliziten Flattax)
...

Das war‘s mal auf die Schnelle.

Das wäre aus meiner Sicht nicht viel.
Im Kontext was die meisten BGE-Befürworter hier so alles andenken,
was es da nicht mehr geben soll(te).

Ehegattensplitting ist keine Massnahme, sie ist Teil eines Einkommmensteuertarifes.

Nehme ich da erstmal Wohngeld, Bafög, Mindestlohn und Arbeitslosenversicherung.

-Wohngeld
Mit BGE wäre also ALLES abgegolten ?
KEINERLEI Hilfe und Subvention mehr an dieser Stelle ?
Also gerade auch in den teuren Ballungsräumen ?
Was machst Du mit den Leuten, die KEINER Arbeit nachgehen werden ?
ZWANGSumsiedeln ? :?: Obdachlos werden lassen ?

-BaFög
Keinerlei Förderung mehr für niemanden ?
Ähnliche Problematik wie zuvor...mit dem zusätzlichen Unterschied,
das in den Ballungsräumen dann nur Unis mit zahlungskräftigen Studenten und deren Eltern überbleiben.

-Mindestlohn
Ich sehe keinen Grund (ausser irgendwelchen Spekulationen) warum dann automatisch
das Lohnniveau in ALLEN Berufen und ALLEN Bereichen massiv steigen sollte.

-Arbeitslosenversicherung
es wird also KEINERLEI Maßnahmen mehr für die Qualifizierung, Weiterbildung,
Umschulung...staatliche Hilfen für Strukturveränderungen...etc.
seitens des Staatspes (Bundesagentur für Arbeit) geben ?
Alles auf NULL gesetzt, komplett gestrichen ?
Sehe ich das richtig, das JEDER selbst verantwortlich sein wird,
diejenigen, die nicht die Mittel (auch nicht für eine entsprechende Versicherung) haben,
KEINERLEI Hilfe mehr mehr bekommen. Korrekt ?

mfg
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Europa2050 » Mo 14. Jan 2019, 14:37

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 13:56)

Das wäre aus meiner Sicht nicht viel.
Im Kontext was die meisten BGE-Befürworter hier so alles andenken,
was es da nicht mehr geben soll(te).

Ehegattensplitting ist keine Massnahme, sie ist Teil eines Einkommmensteuertarifes.

Nehme ich da erstmal Wohngeld, Bafög, Mindestlohn und Arbeitslosenversicherung.

-Wohngeld
Mit BGE wäre also ALLES abgegolten ?
KEINERLEI Hilfe und Subvention mehr an dieser Stelle ?
Also gerade auch in den teuren Ballungsräumen ?
Was machst Du mit den Leuten, die KEINER Arbeit nachgehen werden ?
ZWANGSumsiedeln ? :?: Obdachlos werden lassen ?

-BaFög
Keinerlei Förderung mehr für niemanden ?
Ähnliche Problematik wie zuvor...mit dem zusätzlichen Unterschied,
das in den Ballungsräumen dann nur Unis mit zahlungskräftigen Studenten und deren Eltern überbleiben.

-Mindestlohn
Ich sehe keinen Grund (ausser irgendwelchen Spekulationen) warum dann automatisch
das Lohnniveau in ALLEN Berufen und ALLEN Bereichen massiv steigen sollte.

-Arbeitslosenversicherung
es wird also KEINERLEI Maßnahmen mehr für die Qualifizierung, Weiterbildung,
Umschulung...staatliche Hilfen für Strukturveränderungen...etc.
seitens des Staatspes (Bundesagentur für Arbeit) geben ?
Alles auf NULL gesetzt, komplett gestrichen ?
Sehe ich das richtig, das JEDER selbst verantwortlich sein wird,
diejenigen, die nicht die Mittel (auch nicht für eine entsprechende Versicherung) haben,
KEINERLEI Hilfe mehr mehr bekommen. Korrekt ?

mfg


Ok,

- Ehegattensplitting ist keine Maßnahme, aber auch so ein Aufreger, der weg wäre.

- Wohngeld ... ich sehe da immer beide Seiten, den Empfänger und den Zahler. Wohnen ist Menschenrecht. Wohnen in München nicht.

- Bafög ... ich kenne die aktuellen Sätze nicht, aber mit 600-800€ dürfte jeder Student überall überleben.

- Mindestlohn ... wenn Arbeiten nicht mehr überlebenswichtig ist und Nichtarbeiten nicht mehr sanktioniert (wie bei Hartz4), dann hat der Staat auch keinen Bedarf mehr, für einen Mindestlohn zu sorgen. Und ob jemand für lau, 3€ oder 10€ arbeitet ist dann Vertragssache, der Arbeitnehmer muss ja nicht mehr. Wie sich die Löhne entwickeln? Ungewiss - da gibt es noch einen Haufen andere Faktoren (Produktivität).

- Arbeitslosenversicherung ... ja, da hast Du recht, die Qualifizierungsmaßnahmen muss der Staat weiterhin leisten - für die, die wollen, nicht um sich sein Hartz4 zu erhalten. Da wird noch ein Betrag für die Staatskasse fällig.
Die reinen Zahlungen aus der Kasse - Mindeststandard oder versichern. Ist ja mit BGE nicht mehr bestandsgefährdend.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 14. Jan 2019, 14:45

Europa2050 hat geschrieben:(14 Jan 2019, 14:37)

- Wohngeld ... ich sehe da immer beide Seiten, den Empfänger und den Zahler. Wohnen ist Menschenrecht. Wohnen in München nicht.

- Bafög ... ich kenne die aktuellen Sätze nicht, aber mit 600-800€ dürfte jeder Student überall überleben.

- Mindestlohn ... wenn Arbeiten nicht mehr überlebenswichtig ist und Nichtarbeiten nicht mehr sanktioniert (wie bei Hartz4), dann hat der Staat auch keinen Bedarf mehr, für einen Mindestlohn zu sorgen. Und ob jemand für lau, 3€ oder 10€ arbeitet ist dann Vertragssache, der Arbeitnehmer muss ja nicht mehr. Wie sich die Löhne entwickeln? Ungewiss - da gibt es noch einen Haufen andere Faktoren (Produktivität).

- Arbeitslosenversicherung ... ja, da hast Du recht, die Qualifizierungsmaßnahmen muss der Staat weiterhin leisten - für die, die wollen, nicht um sich sein Hartz4 zu erhalten. Da wird noch ein Betrag für die Staatskasse fällig.
Die reinen Zahlungen aus der Kasse - Mindeststandard oder versichern. Ist ja mit BGE nicht mehr bestandsgefährdend.

-Wohngeld
Ich bin da lieber immer gerne KONKRET. Nicht verschwommen und nicht so unverbindlich.
Was soll mit den Menschen (ohne weiteres Einkommen) in den teuren Ballungsräumen passieren ?

-BaföG lasse ich mal so stehen...

-Mindestlohn, Du bist also der Meinung, das ein Lohn von Brutto 3 Euro bei einem bestehnden BGE
(für wen auch immer)...kein Problem darstellt. Keinerlei Ausbeutung, keinerlei Probleme.
Weder für Deutsche, noch für in Deutschland Steuerpflichtige, noch für Ausländer...
Korrekt ? Du siehst dort keinerlei andere Entscheidungsmöglichkeiten für Gerichte, Arbeitsgerichte oder sonst wen ?

-Arbeitslosenversicherung
...gehört somit in meine Streichliste (oder Streichkiste) auch wenn der Aufwand dort geringer WÄRE.

mfg
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon franktoast » Mo 14. Jan 2019, 14:46

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 13:56)

Das wäre aus meiner Sicht nicht viel.
Im Kontext was die meisten BGE-Befürworter hier so alles andenken,
was es da nicht mehr geben soll(te).

Ehegattensplitting ist keine Massnahme, sie ist Teil eines Einkommmensteuertarifes.

Nehme ich da erstmal Wohngeld, Bafög, Mindestlohn und Arbeitslosenversicherung.

-Wohngeld
Mit BGE wäre also ALLES abgegolten ?
KEINERLEI Hilfe und Subvention mehr an dieser Stelle ?
Also gerade auch in den teuren Ballungsräumen ?
Was machst Du mit den Leuten, die KEINER Arbeit nachgehen werden ?
ZWANGSumsiedeln ? :?: Obdachlos werden lassen ?

-BaFög
Keinerlei Förderung mehr für niemanden ?
Ähnliche Problematik wie zuvor...mit dem zusätzlichen Unterschied,
das in den Ballungsräumen dann nur Unis mit zahlungskräftigen Studenten und deren Eltern überbleiben.

-Mindestlohn
Ich sehe keinen Grund (ausser irgendwelchen Spekulationen) warum dann automatisch
das Lohnniveau in ALLEN Berufen und ALLEN Bereichen massiv steigen sollte.

-Arbeitslosenversicherung
es wird also KEINERLEI Maßnahmen mehr für die Qualifizierung, Weiterbildung,
Umschulung...staatliche Hilfen für Strukturveränderungen...etc.
seitens des Staatspes (Bundesagentur für Arbeit) geben ?
Alles auf NULL gesetzt, komplett gestrichen ?
Sehe ich das richtig, das JEDER selbst verantwortlich sein wird,
diejenigen, die nicht die Mittel (auch nicht für eine entsprechende Versicherung) haben,
KEINERLEI Hilfe mehr mehr bekommen. Korrekt ?

mfg

Um hier auch noch meinen Kommentar abzulassen:
1. Ehegattensplitting. Das ist, sich in Lebensmodelle einzumischen. Warum sollte der Staat eine Ehe gegenüber Nicht-Ehe bevorzugen?
2. Wohngeld in München? Die Stadt München kann gerne ein höheres BGE bezahlen. Das ist ja deren Sache. Wenn die Stadt München so unbezahlbar wäre, dann würden Mieten nicht steigen...
3. Du meinst, wenn die heutigen Bafögempfänger ähnlich viel wie heute bekämen, aber nicht die Hälfte mehr zurückbezahlen müssten, dann wäre Studieren unbezahlbar?
4. Mindestlohn. "Angebot für 3€/h? Hm, also meines Existenz ist bereits gesichert. Nehme ich das Angebot an oder nicht? Hm..." Wo siehst du hier ein Problem?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 14. Jan 2019, 14:49

franktoast hat geschrieben:(14 Jan 2019, 14:46)

2. Wohngeld in München? Die Stadt München kann gerne ein höheres BGE bezahlen. Das ist ja deren Sache. Wenn die Stadt München so unbezahlbar wäre, dann würden Mieten nicht steigen...

Kommt damit auch in meine Streichkiste. :)

Egal wie man es nennt (höheres BGE in besonderen Ballungsräumen :D )
es wäre weiterhin ein gesonderte Aufwand für den Staat.
Der enstsprechend beobachtet, bearbeitet, kontrolliert und beaufwandet werden darf.

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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Europa2050 » Mo 14. Jan 2019, 15:01

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 14:45)

-Wohngeld
Ich bin da lieber immer gerne KONKRET. Nicht verschwommen und nicht so unverbindlich.
Was soll mit den Menschen (ohne weiteres Einkommen) in den teuren Ballungsräumen passieren ?

-BaföG lasse ich mal so stehen...

-Mindestlohn, Du bist also der Meinung, das ein Lohn von Brutto 3 Euro bei einem bestehnden BGE
(für wen auch immer)...kein Problem darstellt. Keinerlei Ausbeutung, keinerlei Probleme.
Weder für Deutsche, noch für in Deutschland Steuerpflichtige, noch für Ausländer...
Korrekt ? Du siehst dort keinerlei andere Entscheidungsmöglichkeiten für Gerichte, Arbeitsgerichte oder sonst wen ?

-Arbeitslosenversicherung
...gehört somit in meine Streichliste (oder Streichkiste) auch wenn der Aufwand dort geringer WÄRE.

mfg


Konkret: Wer sich München nicht leisten kann/will, kann nicht in München wohnen. Ich bekomme als gewöhnlicher Steuerzahler doch auch keinen „Münchenbonus“. Oberfänkische Städte freuen sich über Zuwachs, und die neuen Bundesländer auch. Ja, konkret, wer sich eine Wohnlage nicht leisten kann, zieht aus.

Mindestlohn: War ja im Vorpost schon erläutert. Der potentielle Arbeitsnehmer hat nicht mehr die schwache Position wie ohne BGE, also muss er auch nicht mehr vor Ausbeutung geschützt werden.

Arbeitslosenversicherung ist Arbeitslosenversicherung. Geld wenn Versicherungsfall eintritt. Das wird nicht mehr zwangsweise benötigt.
Der Rest, den heute die Arbeitsagentur macht, hat mit Versucherung nichts zu tun, ist Bildungsauftrag des Staates.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 14. Jan 2019, 15:03

Europa2050 hat geschrieben:(14 Jan 2019, 15:01)

Konkret: Wer sich München nicht leisten kann/will, kann nicht in München wohnen.

Ich bekomme als gewöhnlicher Steuerzahler doch auch keinen „Münchenbonus“.
Oberfänkische Städte freuen sich über Zuwachs, und die neuen Bundesländer auch.

Ja, konkret, wer sich eine Wohnlage nicht leisten kann, zieht aus.

Gute. Nehme ich somit zur Kenntnis.

Alte, arme, ALLE nicht nit dem BGE auskommenden Menschen, die die Miete sich nicht leisten können,
werden aus München ENTFERNT. Wie auch immer das praktisch aussehen soll und die Gesellschaft das findet. :?:

mfg
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Europa2050 » Mo 14. Jan 2019, 15:20

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 15:03)

Gute. Nehme ich somit zur Kenntnis.

Alte, arme, ALLE nicht nit dem BGE auskommenden Menschen, die die Miete sich nicht leisten können,
werden aus München ENTFERNT. Wie auch immer das praktisch aussehen soll und die Gesellschaft das findet. :?:

mfg


Alte bitte ich auszunehmen, das Rententhema in Zusammenhang mit BGE ist zu komplex für einfache Lösungen. Deshalb hab ich das auch nie bei evtl. Vorteilen erwähnt.

Warum sollen Leute, die nicht arbeiten und damit vom BGE leben, das in München tun und damit den Leuten/Familien, die berufsbedingt in München leben müssen, den Wohnraum wegnehmen/verteuern? Ist das nicht ungerecht dem kleinen Angestellten z.B. in der NORMA im Innenstadtbereich gegenüber? Der könnte sich die Wohnung in der Nähe seiner Arbeit von BGE+NORMA dann wieder leisten, wenn nicht ein amtsbezahlter drin wohnen würde.

Das ist aber eher eine Wohngeld- denn eine BGE-Diskussion, deswegen würde ich hier gerne einen Break machen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon franktoast » Mo 14. Jan 2019, 15:35

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 14:49)

Kommt damit auch in meine Streichkiste. :)

Egal wie man es nennt (höheres BGE in besonderen Ballungsräumen :D )
es wäre weiterhin ein gesonderte Aufwand für den Staat.
Der enstsprechend beobachtet, bearbeitet, kontrolliert und beaufwandet werden darf.

mfg

Nein, du missverstehst mich. Die Idee ist, dass München zB. die höheren Gewerbesteuern nutzt, um pro Kopf ein höheres BGE zu bezahlen. Dann gibts hier eben statt 600€ dann 700€. Ansonsten ist das auch nur meine Idealvorstellung. Natürlich sollte das gelten, wofür die Mehrheit ist. Wenn ganz Deutschland gegen den Mindestlohn wäre, aber in München die Mehrheit dafür, warum sollte München dann keinen Mindestlohn einführen? Wenn München noch zusätzlich zum BGE eine Art Hartz4-Plus bezahlen wollen, dass nach den heutigen Regeln funktioniert, dann wäre es eben auch so.

Ich werbe hier nur für eine bundesweite Basis zur Existenzsicherung.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon franktoast » Mo 14. Jan 2019, 15:41

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 15:03)

Gute. Nehme ich somit zur Kenntnis.

Alte, arme, ALLE nicht nit dem BGE auskommenden Menschen, die die Miete sich nicht leisten können,
werden aus München ENTFERNT. Wie auch immer das praktisch aussehen soll und die Gesellschaft das findet. :?:

mfg

Anders gefragt: Warum gibt es ein Lebensrecht auf Wohnraum in der Münchner Innenstadt? Und wenn jemand in der Münchner Innenstadt schon seit 80 Jahren einen Bücherwurmladen hat, hat der auch ein Anrecht darauf, übernimmt dann auch die Stadt die steigenden Mieten für den Laden?
Es ist klar, dass es bei einer Umstellung von heute auf Morgen von Hartz4 auf BGE auch viele Verlierer geben würde. Bei jeder Umstellung ist das so. Aus meiner Sicht wird es genau deswegen auch nie zu einem reinem BGE-System kommen. Da hält der Gysi nur einem ein Bild einer traurig guckenden Person bei Illner in die Kamera, die nun weniger hat als zuvor, und schon ist jeder gegen das BGE.
Bei Hartz4 war das etwas anders, denn das kam eher aus der Not. Deutschland hatte damals sehr viele Arbeitslose. Eine Umstellung heute aufs BGE würde nicht klappen. Und die ganzen Arbeitslosen, die angeblich durch Automatisierung und KI entstehen, werden auch nie kommen. Also schlechte Karten...
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 14. Jan 2019, 15:58

Europa2050 hat geschrieben:(14 Jan 2019, 15:20)

Alte bitte ich auszunehmen,

Worauf ich lediglich immer und immer wieder ... hinweisen kann.

Bei der BGE-Diskussion wird oftmals vorschnell gedacht, gemeint und manchmal auch formuliert,
MIT einem BGE würde eine Vielzahl von Problemen gelöst und man könnte Unsummen irgendwo daher dagegen einsparen.

DEM ist ebenso -> NICHT. Egal ob an der Rentenfront oder an anderen.

Auch MIT einem BGE wird es die Probleme und Problematiken
wie finanzierbare Mieten, finanzierbare Bildungsmöglichkeiten,
soziale Probleme, Chancengleichheit, Behindertenproblematiken, Obdachlosigkeit,
Menschen die nicht alleine mit dem Leben klar kommen,
Probleme am und im Arbeitsmarkt ... und und und ... geben.

Es mag vielleicht (!) nicht in dem Ausmaße wir heute notwendig sein,
der Staat und die Gesellschaft wird aber weiterhin DAFÜR Mittel bereitstellen (müssen).

Auch eben MIT oder bei einem BGE.

mfg
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 14. Jan 2019, 18:39

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 14:45)

Wohngeld
Ich bin da lieber immer gerne KONKRET. Nicht verschwommen und nicht so unverbindlich.
Was soll mit den Menschen (ohne weiteres Einkommen) in den teuren Ballungsräumen passieren ?


Die müssen halt dorthin umziehen, wo sie es leisten können. Warum sollte das ein Problem sein?

Bedingungsloses Grundeinkommen = Bedingungslose Selbstverantwortung



-Mindestlohn, Du bist also der Meinung, das ein Lohn von Brutto 3 Euro bei einem bestehnden BGE
(für wen auch immer)...kein Problem darstellt. Keinerlei Ausbeutung, keinerlei Probleme.
Weder für Deutsche, noch für in Deutschland Steuerpflichtige, noch für Ausländer...


Eine Mindestlohn macht bei einem BGE überhaupt keinen Sinn mehr. Wenn der Staat schon bedingungslos die Existenz sichert, dann muss ein Lohn alleine nicht mehr existenzsichernd sein. Das ist ja das Grundprinzip des BGE.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 14. Jan 2019, 18:45

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(14 Jan 2019, 18:39)

Die müssen halt dorthin umziehen, wo sie es leisten können. Warum sollte das ein Problem sein?

Es wird bestimmt kein Problem sein, viele Zwangsräumungen dann durchzuführen.
Alte Leute aus Ihren Wohnungen und Stadtteilen zu entfernen, wo sie seit Generationen wohnten.

Weil sie sich das nicht mehr leisten können und das BGE nicht reicht.
Und es ja weitere Hilfen seitens des Staates dann nicht vorgesehen wären...

Ich weiss, das ist jetzt plakativ...trotzdem aber von der Tendenz zutreffend.
BGE für alle, statt Sozialleistungen, bedarfs-und situationsbedingt.

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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Echt » Mo 14. Jan 2019, 18:49

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 18:45)

Es wird bestimmt kein Problem sein, viele Zwangsräumungen dann durchzuführen.
Alte Leute aus Ihren Wohnungen und Stadtteilen zu entfernen, wo sie seit Generationen wohnten.

Weil sie sich das nicht mehr leisten können und das BGE nicht reicht.
Und es ja weitere Hilfen seitens des Staates dann nicht vorgesehen wären...

Ich weiss, das ist jetzt plakativ...trotzdem aber von der Tendenz zutreffend.
BGE für alle, statt Sozialleistungen, bedarfs-und situationsbedingt.

mfg


Du meinst ich dürfte in meiner 120 m² Wohnung bleiben? Mit drei Personen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 14. Jan 2019, 18:54

Echt hat geschrieben:(14 Jan 2019, 18:49)

Du meinst ich dürfte in meiner 120 m² Wohnung bleiben? Mit drei Personen.

Wieso ? Du wohnst doch auf dem platten Land. Du hast doch kein Problem.

Deine Provokationen und Spielereien...erreichen mich nicht. ;)

mfg
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Echt » Mo 14. Jan 2019, 19:03

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 18:54)

Wieso ? Du wohnst doch auf dem platten Land. Du hast doch kein Problem.

Deine Provokationen und Spielereien...erreichen mich nicht. ;)

mfg


Ich wohne im einer ländlichen Gegend. In einer 50 000 Einwohner Stadt. Direkt auf dem Land wohne ich nicht. Bei uns gibt es sogar Wohnungsknappheit. Die Stadt erschließt keine neuen Baugrundstücke.

Aber hast Recht. Ich wollte nur provozieren bzw. ein bisschen Spaß machen. Ich habe meinen Humor nicht verlören trotz dieses ernsten Themas.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Max Wein » Mo 14. Jan 2019, 23:25

franktoast hat geschrieben:(14 Jan 2019, 09:01)

Jemanden zu etwas zwingen, hat aber auch immer seine Nachteile. Das Problem ist ja, dass ein familiäres Sozialsystem gut funktioniert, da die Mutter eben den Sohn kennt. Sie weiß, was er kann.

Wenn die familie entscheidet ist es eher zwang, dazu wird ja ein jugendlicher, nicht gezwungen, da der nie eingezahlt hat.
Sie weiß, wenn er weniger tut als er muss. Außerdem versucht der Sohn die Mutter weniger wahrscheinlich zu bescheißen bzw. Geld abzuzocken. Dem anonymen Staat 1000€ im Monat abzunehmen tut ja keinem weh. Andererseits, wenn es ein legitimer Fall ist, kann man nicht von einer ärmeren Familie verlangen, dass sie es selber alleine stemmen. Private Origanisationen könnten die Hilfe sein.
Meiner Ansicht nach sollte es so ablaufen:
1. BGE als absolute Basis. Das bedeutet, vielleicht 500-600€ im Monat + Krankenversicherung/Pflegversicherung. Ausgeprägt als negative Einkommenssteuer. Wer mehr als 600€ im Monat verdient, zahlt Steuern.
2. Familiäres Absicherungssystem. Das ist ganz natürlich. Braucht der Sohn zB. mal mehr als 600 und hat die grad nicht (zB. wegen Umzug bei Studiengebinn), hilft der Papa oder die Oma eben aus.
3. Falls das nicht klappt, gibt es private, spendenfinanzierte, vlt. staatlich untrstützte Organisationen, die in Extremfällen aushelfen.


Wofür braucht man jetzt staatliche Unterstützung, wenns das BGE gibts?

Studiengebühren gibt es nicht.

Dazu wäre eine Abhängigkeits zur familie, noch schlimmer als von staat.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Echt » Mo 14. Jan 2019, 23:31

Skull hat geschrieben:(14 Jan 2019, 15:03)

Gute. Nehme ich somit zur Kenntnis.

Alte, arme, ALLE nicht nit dem BGE auskommenden Menschen, die die Miete sich nicht leisten können,
werden aus München ENTFERNT. Wie auch immer das praktisch aussehen soll und die Gesellschaft das findet. :?:

mfg


Die werden nicht entfernt. Die entfernen sich von allein, weil sie kein Geld mehr haben, um die teuren Mieten zu zahlen. München ist nichts für Arme. Es gibt keinen Anspruch auf München. Nur weil da jemand schon lange lebt muss man ihm doch nicht die teure Bude finanzieren. Einem Pleitemillionär wird ja auch keine Villa finanziert, nur weil er das so gewohnt ist.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon unity in diversity » Di 15. Jan 2019, 03:54

Echt hat geschrieben:(14 Jan 2019, 23:31)

Die werden nicht entfernt. Die entfernen sich von allein, weil sie kein Geld mehr haben, um die teuren Mieten zu zahlen. München ist nichts für Arme. Es gibt keinen Anspruch auf München. Nur weil da jemand schon lange lebt muss man ihm doch nicht die teure Bude finanzieren. Einem Pleitemillionär wird ja auch keine Villa finanziert, nur weil er das so gewohnt ist.

Dein Beitrag und meine Antwort gehören in das Thema Wohnungspolitik.
Vielleicht klärt eine deutsche Gelbwestenbewegung abschließend, wer sich wohin zu verziehen hat.
In München müssen auch Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleute,..., wohnen können, sonst ist der Fachkräftemangel hausgemacht.
Zu steigenden Mieten kommt es auch, indem man ein wichtiges Gut künstlich verknappt. Das schafft man, indem man die Bevölkerung schneller wachsen läßt, als die Bauwirtschaft nachkommt.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.

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