Altarabische Religionen und Gottheiten - und ihr Einfluss auf den Islam

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Altarabische Religionen und Gottheiten - und ihr Einfluss auf den Islam

Beitragvon streicher » Fr 19. Okt 2018, 18:09

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel über die Aleviten gelesen, in dem erwähnt wurde, dass das Alevitentum in seine Theologie Elemente aus vorislamischen Religionen Mesopotamiens sowie aus dem Sufismus übernommen hat. "Allah" wurde vom Islam wohl auch von altarabischen Kulten übernommen, wo er ein Hauptgott darstellte.

Kennt ihr einschlägige Literatur, aufschlussreiche Internetquellen? Welche archäologischen Funde gibt es? Es interessiert mich auch, inwiefern sie den Islam und seine Richtungen beeinflusst haben, welche Kulthandlungen zum Beispiel übernommen worden sind. Was spricht die Altarabistik? Welche Erkenntnisse gibt es?
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Re: Altarabische Religionen und Gottheiten - und ihr Einfluss auf den Islam

Beitragvon streicher » Mo 5. Nov 2018, 19:07

Wikipedia hat zu Altarabischen Gottheiten einen ziemlich ausführlichen Eintrag: Altarabische Gottheiten.
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immernoch_ratlos
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Re: Altarabische Religionen und Gottheiten - und ihr Einfluss auf den Islam

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 6. Nov 2018, 13:30

Ein interessantes Thema - jeder hat vom Anderen irgendwie "abgeschrieben" - besteht allerdings immer darauf selbst an "Gottes Lippe" gehangen zu haben - als Einziger, versteht sich ! - immer ist man dabei auch der Einzige, der "Gottes Ohr hat".

Wer gegenteiliges zu behaupten wagt wird günstigstenfalls einen - um seinen Kopf - "kürzer gemacht". Wenn die "gefühlte Verfehlung" dramatischer ist, wird auch die "gerechte Strafe" (im Namen des jeweiligen Gottes) sehr viel unangenehmer - Verbrennen bei lebendigem Leib (war) da sehr gebräuchlich. Wenn gerade kein Holz zur Hand ist, tut es auch das "Steinigen".

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Vorgängerreligionen keinen Einfluss auf die Folgereligionen haben. Beim Islam liegt die Frage des Einflusses der jüdisch / christlichen Religion(en) um einiges näher. Da wäre das "Grab der Eva" (bei Dschidda (Jeddah Saudi Arabien) ein "gutes" Beispiel - wie die "Urmutter" - Nomen est Omen - „Dschadda“ was arab. „Großmutter“ bedeutet, mal sehr wichtig, dann wieder verpönt (der Wahhabismus verbietet jegliche "Heiligenverehrung") in den Zeitläufen verändert wird. Das legendäre Grab der "Urmutter Eva" wurde 1975 zerstört - eingeebnet - zubetoniert.

Nun geht "Eva" durchaus in die religiösen Überzeugungen weit vor dem Jahr Null (Hidschra) Flucht des Mohammed im Juli 622 (christlicher Zeitrechnung) hinaus. Nicht nur als "Eva" - "Stammmutter" (1. Buch Mose Genesis) sondern auch als "Erdgöttin, Erdmutter oder Erdherrin" existiert dieser Archetypus als Ursprung gleich für mehrere Religionen dieser Welt.

Zwangsläufig enthält eine so junge Religion wie der Islam zahlreiche "Anleihen" aus anderen und alle älteren Religionen. Kein Wunder also, das fanatische Anhänger des Islam, dies nicht nur bestreiten das dies so sei, sondern bemüht sind, alle Hinweise - also besonders archäologische "Beweise" zu tilgen. Übrigens wäre es sehr einseitig, solches Verhalten nur beim Islam zu beklagen. Keine Religion - eine Machtfrage - kann "Vorgängerreligionen" dulden, schließlich ist die eigenen Religion immer auf direkte göttlichen Einfluss hin entstanden.

Gleichgültig wann und woher - mit den Monotheistischen Religionen ist größere Unfreiheit verbunden, als mit polytheistischen Religionen. Wer sowieso für jedwede Angelegenheit die dazu passende Gottheit zur Verfügung hat, ist weniger an "harte" religiöse Vorstellungen gebunden. Da kann man / frau sich auch mal das "Passende" von anderen - aber auch von Vorgängerreligionen heraussuchen. Für Herrscher ist das allerdings problematisch. Soviel Freiheit kann man einfach nicht dulden. Selbst "Nichttheistische Religionen" mögen unterschiedliche "Götter" aka Parteien bis hin zur Einparteiendiktatur nicht sehr. Die Parallelen sind unübersehbar. In jedem Fall haben da immer "Vorgängerreligionen" Einfluss.
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Altarabische Religionen und Gottheiten - und ihr Einfluss auf den Islam

Beitragvon streicher » Mi 7. Nov 2018, 08:21

Vom "Grab der Eva" habe ich noch nicht gewusst. Sehr interessant. Viele historische Stätten wurden erst in den letzten Jahrzehnten zerstört. Diese fundamentalistische und wüste Strenge im Islam scheint insbesondere ein Phänomen der letzten Jahrzehnte zu sein.
Was allerdings die Geschichte von Adam und Eva angeht: nicht nur wurde die jüdische Darstellung der Tora abgeschrieben und verändert (es gibt übrigens in der jüdischen Mythologie noch viele Darstellungen der Schöpfungsgeschichte), die Darstellung, wie wir sie aus der Bibel kennen, ist keineswegs die älteste. Eine 800 Jahre ältere Version, mit El als Gott und Horon als Widersacher, aber eben auch mit Adam und Eva in Hauptrollen, existiert im Ugarit in Keilschrift.

Judentum, Christentum und Islam werden gerne als Religionsfamilie bezeichnet. Mich hat lange verwundert, dass Muslime aus aller Welt zur Kaaba in Mekka reisen, um dieses Heiligtum zu umkreisen, in welchem ein Stein aufbewahrt. Der Ursprung dieses Brauchs liegt allerdings in den vor dem Islam existierenden Steinkulten. Ein übernommener Brauch.
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