Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

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Wird es in einigen Jahrzehnten Frieden in Israel, Palästina und den Nachbarn geben ?

ja, sie werden irgendwie eine Lösung finden
46
28%
nein, das geht noch ewig so weiter
118
72%
 
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Ammianus
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Ammianus » Mo 13. Aug 2018, 09:45

Michonne hat geschrieben:(13 Aug 2018, 09:28)

Ja, was denn wohl ? Nichts. Komische Frage. Ich gibt jede Menge jüdisch-muslimische Paare. Sie können nur in Israel nicht heiraten, dass geht nur innerhalb der Religionsgruppe.

Allerdings können sie nach Zypern fahren und dort standesamtlich heiraten, das machen viele, und wird dann auch in Israel anerkannt. Die Standesämter in Zypern leben ausschließlich von dieser Klientel (Zyprioten heiraten i.d.R. kirchlich). Man muß also keineswegs konvertieren, wie behauptet wurde.

Ähnliche Regelungen gibt es im Libanon, auch Libanesen heiraten in Zypern, wenn sie verschiedenen Religionen angehören.

Das es in Israel selbst keine Zivilehe gibt, ist natürlich bedauerlich, und arg antiquiert.


Sehr gut, du hast diese Frage beantwortet. Wobei es in der Frage erst mal gar nicht ums Heiraten ging.

Dann die nächste:

Was geschah mit einem Juden in Deutschland von 1935 bis 1939, der einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit einer sogenannten Arierin hatte?
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imp
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » Mo 13. Aug 2018, 09:59

Michonne hat geschrieben:(13 Aug 2018, 09:57)

Nicht nur bei einigen, sondern bei sehr vielen. Im Privatleben vermeide ich Israeldiskussionen, weil sie schlichtweg nicht möglich sind.

Leute mit Israelfimmel, egal ob dafür oder dagegen, habe ich privat weitestgehend aussortiert. Wie auch sonst fast alles, das irgendwie politisch riecht. Ich verkehre gern mit einigen ausgewählten Menschen. Wir reden über Dinge, die uns gefallen oder interessieren. Zweistaatenlösung hat fünf Silben, Bier hat nur eine.

Jeder ist ein "Experte", auch, wenn er sein Wissen nur aus der Tageschau bezieht, und nullkommanull HIntergrund zur Historie etc pp hat.

Das ist nicht spezifisch. "Experte" gibts auch beim Fußball, bei Russland, Türkei oder Kina, bei Japan, bei den ganzen Fluchtländern sowieso. Einige dieser Menschen kann man zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Ansprache durchaus für echte Fakten interessieren, andere nicht. Wir haben hier im Forum Menschen, die etwa den Iran intensiv bereist haben und andere, die sich auskennen. So auch zu Israel.

Nein, es wird reflexartig und lautstark gegen gehalten, mit dümmlichen Nachgeplappere antiisraelischer Behauptungen pro-palästinensischer Gruppierungen.

Besonders gehaltvolle "Kritikerkritik" schwappt über die Medien und die Onlinesprechblasen auch nicht immer daher. Das ist kein israelspezifisches Problem, wir erleben ja etwa die moderne Meinungsmache pro und contra Trump, Türkei, Russland, CSU... da wird oft Masse für Wahrheit genommen. Es gibt einerseits die differenzierte Argumentation, die Not tut. Andererseits haben wir es mit Israelkonflikt als positive oder negative Projektionsfläche für irgendwelche persönlichen Kränkungen und Probleme hier in Europa zu tun. Ich frage mich, woher dieses Zuständigkeitsgefühl kommt. Irgendwelche Huthu oder Biafraner sind den Leuten relativ egal. Wenn in Israel der eine dem anderen einen Feuerdrachen aufs Feld schickt oder der andere dem einen seine Raketenstellung kaputtschießt, dann schäumt die halbe Welt.

Daneben gibt es ganz unterschiedliche Grade des Wunsches, sich für oder gegen Israel mit deutscher Politik einzumischen oder andere Staaten vorrangig daran zu messen, wie sie sich zu Israel verhalten. Das erleben wir bei Kina oder etwa Kuba nicht so. Eine Diskussion ohne konkreten Anlass, Taiwans Existenz müsse notfalls auch mit deutscher Marine verteidigt werden (als ob die irgendwie relevant sein könnte) gibt es gar nicht. Da wird auch Deutschlands Einflussmöglichkeit und Bedeutung in der Weltregion überschätzt. Was hat das alles mit der realen Situation in Israel zu tun, wo einerseits Menschen in Cafes sterben wegen Anschlägen, andererseits nach außen das Land in der Nachbarschaft immer wieder beweist, dass es erhebliche militärische Durchgriffsmöglichkeiten hat? Wie soll ein Boykott auf Weinflaschen oder Musiker da helfen? Wie soll das wen vom Terror abbringen oder von einer hoffnungsvolleren Zusammenarbeit überzeugen?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Zunder » Mo 13. Aug 2018, 10:02

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Aug 2018, 08:08)

Das stimmt, Hetze verfängt bei einigen. Das ist schlecht, wenn man eine seriöse Diskussion führen und überzeugen möchte. Verhetzte Teilnehmer passen da nicht hin, entziehen sich einer Diskussion ihrer Standpunkte vielleicht sogar - da merkt man dann nur etwaige Aktionen der gehetzten Personen, etwa Sachbeschädigungen oder Hafenblockaden zulasten israelischer Lieferungen.

Verhetzte Personen begehen gerne auch mal jihadistische Anschläge. Hast du bei deinem windelweichen Gewäsch leider "vergessen". Kann ja vorkommen, nicht?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » Mo 13. Aug 2018, 10:04

Zunder hat geschrieben:(13 Aug 2018, 11:02)

Verhetzte Personen begehen gerne auch mal jihadistische Anschläge.

Das ist hier in Deutschland eher selten. Die Menschen vor Ort erleben das viel öfter und es ist ganz schrecklich.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Zunder » Mo 13. Aug 2018, 10:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Aug 2018, 11:04)

Das ist hier in Deutschland eher selten. Die Menschen vor Ort erleben das viel öfter und es ist ganz schrecklich.

Um Deutschland geht es aber gar nicht in erster Linie. In zweiter Linie auch nicht.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon bennyh » Mo 13. Aug 2018, 11:01

Michonne hat geschrieben:(13 Aug 2018, 09:28)
(...) Allerdings können sie nach Zypern fahren und dort standesamtlich heiraten, das machen viele, und wird dann auch in Israel anerkannt.

Ich glaube, die Fahrt nach Zypern könnte arg nass werden. Die meisten nehmen wahrscheinlich eher Flugzeug oder Schiff.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 13. Aug 2018, 14:21

Ammianus hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:42)
Trotzdem ist dies allerdings ein Zustand, der mich, gäbe es ihn hier, in Rage bringen würde.
Eben auch eins der Probleme, wenn Staat und Religion nicht wirklich getrennt sind.


Ja, wäre sicherlich kritikwürdig. Aber eher innenpolitisch kritikwürdig. Kann mich auch nicht erinnern, das besonders jüdische Menschen in Israel sich über
das Gezerre hierzulande bei der Ehe für alle aufgeregt oder sich gar despektierlich im Sinne von archaisch und etwas aus der Zeit gefallen, also besonders rückständig, über Deutschland geäussert hätten.
Nebenbei ist diese Ehe für alle ein Fakt, der weiter die Menschen gesellschaftspolitisch bzw. religiös spaltet oder trennt, auch wenn es - vorläufig - gesetzlich eingenordet ist.

Komisch ist immer, dass man bei Israel sofort immer äusserst negativ konnotierte Termini und Bewertungen zu hören oder zu lesen bekommt.
Es ist halt beliebt, mit dem nackten deutschen Zeigefinger auf das wohlangezogene Israel zu zeigen. Weshalb und bei welcher billigen Gelegenheit auch immer.
Mit Vorstehendem sind Sie selbstverständlich nicht gemeint.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » Mo 13. Aug 2018, 18:29

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Aug 2018, 15:21)

Ja, wäre sicherlich kritikwürdig. Aber eher innenpolitisch kritikwürdig. Kann mich auch nicht erinnern, das besonders jüdische Menschen in Israel sich über
das Gezerre hierzulande bei der Ehe für alle aufgeregt oder sich gar despektierlich im Sinne von archaisch und etwas aus der Zeit gefallen, also besonders rückständig, über Deutschland geäussert hätten.

Natürlich dürfen auch Zeitungen aus Israel oder sonstwo kritisch über Deutsche Land berichten, wenn die Leser das mögen. http://www.timesofisrael.com/german-gay ... uggle/amp/

Die Ehereform bietet dazu Gelegenheit, etwa die Probleme in der Software oder der Weg zum Gesetz.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Eulenwoelfchen » Di 14. Aug 2018, 01:45

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Aug 2018, 19:29)

Natürlich dürfen auch Zeitungen aus Israel oder sonstwo kritisch über Deutsche Land berichten, wenn die Leser das mögen. http://www.timesofisrael.com/german-gay ... uggle/amp/


Dass Zeitungen aus Israel oder sonstwo auch dürfen, auch über Deutsche Land zu berichten, versteht sich. Ob deren Leser das mögen? - Keine Ahnung, aber wenn Sie es sagen!
Nur:
Das war nicht der Gegenstand meiner Aussage...sondern die Art, etwas in einem anderen Land ohne mit der Wimper zu zucken, als archaisch und rückständig in der Berichterstattung herunterzuschreiben,
obwohl man genug Shit vor der eigenen Haustür liegen hätte. Und genau das tat im übrigen der von Ihnen verlinkte toi-Artikel nicht. Er berichtete recht nüchtern und faktenbezogen im reinen Nachrichtenstil
über den german struggle for the "Ehe für alle". Auch stellte er die meist christlich-religiös geprägten durchaus heftigen Widerstände in D gegen dieses Ehegesetz nicht als archaisch oder rückständig an den Pranger.

Genau um diese Unterschiede geht es. Die Art, wie über einen anderen Staat geschrieben wird und dabei zwischen den Zeilen etwas Negatives durchschimmern soll oder eben nicht.
Und natürlich auch, wie dauerpräsent und obsessiv dauerbegleitet ein Land ist. Medial und vom Fußvolk auf der Straße.

Aber tut das die israelische Presse mit dem kleinen Deutschland?

Wirklich?

Oder ist es genau umgekehrt?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » Di 14. Aug 2018, 06:28

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(14 Aug 2018, 02:45)

Dass Zeitungen aus Israel oder sonstwo auch dürfen, auch über Deutsche Land zu berichten, versteht sich. Ob deren Leser das mögen? - Keine Ahnung, aber wenn Sie es sagen!
Nur:
Das war nicht der Gegenstand meiner Aussage...sondern die Art, etwas in einem anderen Land ohne mit der Wimper zu zucken, als archaisch und rückständig in der Berichterstattung herunterzuschreiben,
obwohl man genug Shit vor der eigenen Haustür liegen hätte. Und genau das tat im übrigen der von Ihnen verlinkte toi-Artikel nicht.

Das tun auch deutsche Medien nicht pauschal über Israel. Es gibt solche Medien, die das sehr gern tun - deren Leser bevorzugen Haudraufstil, auch in Sachen Griechenland, Türkei, usw. Die Preßfreiheit bringt das hervor, weil die Leser eben verschieden sind. Ich bevorzuge Nachrichten ohne Schaum.

Und natürlich auch, wie dauerpräsent und obsessiv dauerbegleitet ein Land ist. Medial und vom Fußvolk auf der Straße.

Das nehme ich doch anders wahr. Israel kommt in meinem Medienkonsum nicht öfter dran als beispielsweise Polen oder Japan.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Eulenwoelfchen » Di 14. Aug 2018, 09:12

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Aug 2018, 07:28)

Das nehme ich doch anders wahr.

Das scheint so zu sein. Ja.

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Aug 2018, 07:28)
Israel kommt in meinem Medienkonsum nicht öfter dran als beispielsweise Polen oder Japan.

Dazu kann ich nichts sagen. Ich weiss nicht, was sie da alles "konsumieren". Und was nicht.
Ich weiss nur, was ich so lese oder medial/digital zu Gesicht bekomme. Das reicht auch dicke, was Israel und den teils nur noch beschämenden, publizierten Umgang
mit diesem Land und seinen Menschen angeht.

Schönen Tag noch. Muss leider wieder ran. Von nix kommt nix!
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » Di 14. Aug 2018, 10:19

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(14 Aug 2018, 10:12)

Das scheint so zu sein. Ja.


Dazu kann ich nichts sagen. Ich weiss nicht, was sie da alles "konsumieren". Und was nicht.
Ich weiss nur, was ich so lese oder medial/digital zu Gesicht bekomme. Das reicht auch dicke, was Israel und den teils nur noch beschämenden, publizierten Umgang
mit diesem Land und seinen Menschen angeht.

Da bin ich überzeugt. Man sieht nun mal nicht aus der Vogelperspektive. Menschen, die entweder Hass auf Israel gern lesen oder umgekehrt sehr sensibel darauf reagieren, nehmen solche Artikel mehr wahr, klicken Überschriften, die mich nicht zum Lesen anregen, erinnern sich länger. Sie teilen und diskutieren aus ihrer jeweiligen Motivation solche Artikel, während ich vor allem sehe, dass xy sich wieder über einen Artikel ärgert oder yz wieder mal aus einem der üblichen verdächtigen Medien irgendeinen Mist auskippt. Das ordnet sich bei mir in ähnliche Muster ein bezüglich anderer Themen und Staaten, Spanien/Abtrünnige, Griechenland/Faul, Türkei/Putsch/Erdogan, Russland/Freche Politik, USA/Trump ist doof, ... Entsprechend sehe ich es vielleicht wirklich weniger als andere, obwohl die Medien dieselben sind.

Willkürlich zwei Beispiele aus der Nachrichtenlage:
https://www.sueddeutsche.de/politik/gaz ... -1.4087361

Der Artikel stellt dar, wie gewöhnlich die Bedrohung für die Bewohner geworden ist und dass Israels Angriffe einen aktuellen Anlass haben. Die Zerstörungen und Opfer beider Vorgehensweisen werden benannt, auch der Einschlag von Raketen nach Verkündung der Waffenruhe. Auch wird Israel nicht einheitlich dargestellt sondern der Widerstreit verschiedener Standpunkte, wie in einer Demokratie üblich, benannt.

Man kann dem Artikel vielleicht vorwerfen, er habe sich um vorzeigbare Gesprächspartner für die O-Töne bemüht. Besonders hetzerisch wirkt dieser eine Artikel auf mich nicht, wie siehst du das?

Anderes Beispiel:
https://www.stern.de/politik/ausland/dr ... 04762.html

Hier fällt auf, dass den Opfern und Schäden in Gaza mehr Raum zugestanden wird. Auch hier wird die Abfolge der Ereignisse - erst Aufruf zur Waffenruhe, dann Rakete, dann Luftangriff - benannt. Eine Verurteilung wird hier auch im Wortlaut nur für den Raketenangriff ausgesprochen. Die Forderung nach Rückkehr und Zerstörung Israels wird benannt. Insgesamt sehe ich auch in diesem Artikel keine Parteinahme gegen Israel.

Zwei Artikel können nicht repräsentativ sein, sie zeigen aber, dass die von dir geschilderte allgemeine Wahrnehmung, es werde so viel einseitig auf Israel draufgehauen, auch Gegenbeispiele kennt.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon bennyh » Di 14. Aug 2018, 11:25

Mal exemplarisch zwei zufällig ausgesuchte (erste zwei Suchergebnisse bei googeln nach "Feuerdrachen Bild") Artikel der auflagenstärksten Zeitung Deutschlands:

1.
Eine neue, heimtückische Waffe der radikalislamischen Hamas bedroht Israel.

► Nach Informationen der israelischen Armee und Polizei plant die Terrororganisation, die den Gazastreifen unter Kontrolle hat, die Angriffe mit sogenannten Feuerdrachen zu verstärken.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (68) warnte, es würden verstärkt Ballons mit Brandsätzen über die Grenze getrieben, die auf israelischen Feldern die Ernte entzündeten.

Zudem plant die Hamas nach Angaben aus Armeekreisen, mit Sprengstoff versehene Drohnen tiefer in israelisches Staatsgebiet zu steuern, um auch grenzferne Gemeinden anzugreifen.

...

https://www.bild.de/politik/ausland/gaza-streifen/israelische-armee-warnt-bevoelkerung-vor-feuer-drachen-56323192.bild.html

2.
Missbraucht die Hamas nun auch Tiere für ihre Terror-Attacken?!

Seit Monaten feuert die radikale Palästinenser-Gruppe nicht nur Raketen auf Israel, sondern schickt auch Drachen und Ballons mit Brandsätzen über die Grenze. Die Folge: hunderte Brände, verkohlte Felder und schwere Rauchschwaden über israelischen Dörfern.

Am Montag fanden Israelis einen toten Falken auf einem verbrannten Baum, nachdem die Feuerwehr 15 Brände gelöscht hatte. An ihm befestigt: ein Faden – wie die Hamas es auch bei ihren Feuer-Drachen und Ballons verwendet.

„Aus Gaza eingeflogene Brandsätze haben Brände in Israel verursacht“, teilte ein Sprecher des israelischen Militärs auf Twitter mit. Und weiter: „Offenbar ist es nicht genug, die Natur mit Drachen zu zerstören. Jetzt werden auch Falken für den Terror benutzt.“
Obwohl die Hamas am Wochenende eine Waffenruhe verkündet hatte, ging der Feuer-Terror weiter. Am Dienstagabend landete ein Brandsatz sogar in einem Kindergarten im israelischen Ort Sderot, während die Kinder im Hof spielten. Zum Glück kam dabei niemand zu Schaden, Sicherheitskräfte entfernten den Terror-Ballon.

...

https://www.bild.de/politik/ausland/headlines/feuer-falke-terror-gegen-israel-56350526.bild.html

Ich finde beide Artikel jetzt nicht sonderlich tendenziös einseitig pro-palästinensisch berichtend.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 15. Aug 2018, 09:11

Israel erwägt Sturz der Hamas in Gaza
https://www.n-tv.de/politik/Israel-erwa ... 69234.html

Das wäre ein drastischer Schritt, dessen bloße Erwägung womöglich die Hamas-Führung erschreckt hat.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 15. Aug 2018, 13:32

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Aug 2018, 10:11)

https://www.n-tv.de/politik/Israel-erwa ... 69234.html

Das wäre ein drastischer Schritt, dessen bloße Erwägung womöglich die Hamas-Führung erschreckt hat.

mmmh…gredt is schnell wos! …Bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee wäre?
Besser wäre eine Entmachtung von innen heraus. Eine, die aus dem eigenen Volk kommt.

Andererseits, wie gerade die Entmachtung der Nazis von aussen zeigte, ist es manchmal offenbar
die einzige Möglichkeit, um nachhaltige Veränderungen zum Positiven zu bewirken.

Sofern das halbwegs realistisch tatsächlich diskutiert und erwogen würde, kann man nur hoffen,
das Israel eine wirklich guten Plan nicht nur militärisch, sondern vor allem für "danach" hat.
Und nicht so chaotisch und planlos agiert, wie damals die USA bei der Entmachtung Saddam Husseins.

Ich will auf etwaige Aspekte eines solchen Szenarios nach einer Hamas-Entmachtung gar nicht näher eingehen...
Mein Bauchgefühl sagt, macht es nicht, liebe Israelis. Bloß nicht…Aber ich kann ja auch leicht daherschwafeln…Bei mir
fallen ja nicht ständig rund um's Haus herum Raketen und Zeuch auf die Wiesen und Äcker.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Paperbackwriter » Mi 15. Aug 2018, 14:01

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Aug 2018, 10:11)

https://www.n-tv.de/politik/Israel-erwa ... 69234.html

Das wäre ein drastischer Schritt, dessen bloße Erwägung womöglich die Hamas-Führung erschreckt hat.


Dann rücken Verbrecher nach, die wahrscheinlich noch schlimmer sind. Es dürfte ja allseits bekannt sein, dass die Hamas selbst als zu milde angesehen wird, von den richtig Wahnsinnigen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Vongole » Mi 15. Aug 2018, 14:03

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Aug 2018, 10:11)

https://www.n-tv.de/politik/Israel-erwa ... 69234.html

Das wäre ein drastischer Schritt, dessen bloße Erwägung womöglich die Hamas-Führung erschreckt hat.


Kaum. ;)
Mittlerweile gibt es einen Waffenstillstand, und der Grenzübergang zum Gaza, Kerem Shalom, ist wieder offen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Paperbackwriter » Mi 15. Aug 2018, 21:20

Milady de Winter hat geschrieben:(11 Aug 2018, 09:08)

Ich bin mir sehr sicher, dass niemand gelyncht würde, der diesen Beitrag heute schreiben würde. Problem in meinen Augen ist dabei nur, dass es den wenigsten Usern - egal, wo sie stehen - gegeben ist, so differenziert zu argumentieren, wie Waste es konnte.


Definitiv war die Ablehnung des Teilungsvorschlages der größte Fehler der im Mandat lebenden Araber. Da hätten sie noch selber über ihr Schicksal bestimmen können........... Nee, eigentlich nicht. Die Araber im Mandat waren keine Autonomie im Sinne des Begriffes sondern ihr Dasein wurde in der Hauptsache von außen bestimmt. Die Ablehnung des Teilungsvorschlages kam ja nicht von den Bewohnern selbst. Die umliegenden arabischen Staaten lehnten den Teilungsvorschlag ab, da es für Muslime unmöglich ist mit Juden zusammen zu leben.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Vongole » Mi 15. Aug 2018, 23:14

Paperbackwriter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:20)

Definitiv war die Ablehnung des Teilungsvorschlages der größte Fehler der im Mandat lebenden Araber. Da hätten sie noch selber über ihr Schicksal bestimmen können........... Nee, eigentlich nicht. Die Araber im Mandat waren keine Autonomie im Sinne des Begriffes sondern ihr Dasein wurde in der Hauptsache von außen bestimmt. Die Ablehnung des Teilungsvorschlages kam ja nicht von den Bewohnern selbst. Die umliegenden arabischen Staaten lehnten den Teilungsvorschlag ab, da es für Muslime unmöglich ist mit Juden zusammen zu leben.


Bezüglich des Teilungsvorschlags hast du zwar recht, aber es ist durchaus möglich, dass Muslime mit Juden zusammen leben können,
wie man anhand der Bevölkerung Israels sehen kann.
Man muss sie nur lassen, aber PLO, Hamas & Co. wollen sie eben daran hindern, auch mit Gewalt.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » Mi 15. Aug 2018, 23:22

Vongole hat geschrieben:(16 Aug 2018, 00:14)

Bezüglich des Teilungsvorschlags hast du zwar recht, aber es ist durchaus möglich, dass Muslime mit Juden zusammen leben können,
wie man anhand der Bevölkerung Israels sehen kann.
Man muss sie nur lassen, aber PLO, Hamas & Co. wollen sie eben daran hindern, auch mit Gewalt.

Zum Glück hat die Hamas im eigentlichen Israel keinen Durchgriff. 20 Prozent sind - bei allen Konflikten - ein ziemlich klares Gegenbeispiel. In Deutschland geht es ja auch.
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