Blick nach Russland Sammelstrang

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11451
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Nomen Nescio » Do 17. Mai 2018, 15:18

Selina hat geschrieben:(17 May 2018, 14:32)

Zumindest bin ich nicht alleine mit meinen Gedanken zu einer neuen friedlichen Koexistenz und einer Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen. So denken in Deutschland sehr viele Menschen. Nur ein Beispiel:
...
Wir, die VertreterInnen von zivilgesellschaftlichen Vereinen und Verbänden in Deutschland mit aktiven Partnerschaften handeln danach und fordern dieses auch von den politisch Verantwortlichen in Russland und Deutschland ein!

Die UnterzeichnerInnen
:
Herr Dr. Martin Kummer, Deutsch - Russische Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V.; Frau Prof. h.c. Barbara Lachhein, Gesellschaft für Deutsch-Russische Begegnung Essen e.V.; gezeichnet: Herr Helmut Hinrichs, Gesellschaft Deutschland - Dagestan e.V; Herr Gerhard Laier, Deutsch-Russische Gesellschaft Ettlingen e.V; gezeichnet: Herr Friedhelm Biederbeck, Verein der Elterncafes im Dialog Emden - Archangelsk e.V.; Herr Cyrill Pech, Berliner Freunde Russlands e.V.; gezeichnet: Herr Friedhelm Schulz, Freundeskreis Tula Villingen-Schwenningen e.V.; gezeichnet: Herr Dr. Heinz Wehmeier, Deutsch-Russländische Gesellschaft Wittenberg e.V.; gezeichnet: Herr Prof. Dr. Christian Holtz, Gesellschaft Denkendorf - Krasnaja Presnja Moskau e.V.[/i]

http://www.drfg-th.de/

mir zuviel freunde von rußland. genau wie vor WK II.
es gab auch viel amerikanisch-deutsche freundschaften. aber ja, die japaner verdarben sie und hitler war noch so dumm die USA den krieg zu erklären.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 6721
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Selina » Do 17. Mai 2018, 15:32

Nomen Nescio hat geschrieben:(17 May 2018, 16:18)

mir zuviel freunde von rußland. genau wie vor WK II.
es gab auch viel amerikanisch-deutsche freundschaften. aber ja, die japaner verdarben sie und hitler war noch so dumm die USA den krieg zu erklären.


Die Leute, die sich heute für die Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen einsetzen, wissen alle sehr genau, wovon sie sprechen. Sie haben alle langjährige gute Kontakte zu Leuten aus Russland und machen sich halt Sorgen. Für sie ist das heutige Geschehen (Eiszeit) sehr konkret und sehr persönlich. Daher hätte mich eher interessiert, was du zu dieser Passage aus der von mir verlinkten Erklärung sagst:

Soll das alles umsonst gewesen sein? Warum lassen wir zu, dass bei den Menschen aller Generationen in Russland ein Gefühl
entsteht, dass der Westen und die NATO wieder ihr Land bedrohen? Welche Lehren haben wir Deutschen aus dem 22. Juni 1941 wirklich gezogen? Noch heute wirkt der heimtückische Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion, mehr denn je, wie ein Trauma in allen Bereichen der Russischen Zivilgesellschaft fort. Ist das nicht bekannt? Richard von Weizsäckers eindringliche Bitte an die junge Generation, vorgetragen am 8. Mai 1985 zum "Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“, war, ist und bleibt die alternativlose Grundlage deutscher und europäischer Politik: „Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß.“
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 1340
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Vongole » Do 17. Mai 2018, 15:52

Selina hat geschrieben:(17 May 2018, 14:32)

Zumindest bin ich nicht alleine mit meinen Gedanken zu einer neuen friedlichen Koexistenz und einer Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen. So denken in Deutschland sehr viele Menschen. Nur ein Beispiel:

Zitat:

[i]Erklärung von neun deutschen Partnerorganisationen zu den Beziehungen zu Russland vom 29. März 2018
(..)


Soll das alles umsonst gewesen sein? Warum lassen wir zu, dass bei den Menschen aller Generationen in Russland ein Gefühl
entsteht, dass der Westen und die NATO wieder ihr Land bedrohen?
Welche Lehren haben wir Deutschen aus dem 22. Juni 1941 wirklich gezogen? Noch heute wirkt der heimtückische Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion, mehr denn je, wie ein Trauma in allen Bereichen der Russischen Zivilgesellschaft fort. Ist das nicht bekannt? Richard von Weizsäckers eindringliche Bitte an die junge Generation, vorgetragen am 8. Mai 1985 zum "Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“, war, ist und bleibt die alternativlose Grundlage deutscher und europäischer Politik: „Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß.“


Wir, die VertreterInnen von zivilgesellschaftlichen Vereinen und Verbänden in Deutschland mit aktiven Partnerschaften handeln danach und fordern dieses auch von den politisch Verantwortlichen in Russland und Deutschland ein!

(..)

http://www.drfg-th.de/


Du kannst sicher sein, Selina, eine friedliche Koexistenz zwischen Russen und Deutschen wünschen sich viele, auch ich.
Deshalb habe in deinem Zitat einen Satz unterstrichen, der so nicht stehen bleiben kann:
Das Gefühl, dass der Westen Russland bedroht, entsteht dort durch Putins zynische Propaganda. Wie soll sich dieser Despot an der Macht halten, außer seinen "Untertanen" das Gefühl einer Bedrohung einzureden,
der nur durch Geschlossenheit begegnet werden kann?
Viele Russen, viel mehr als im Westen bekannt ist, haben dieses Spiel längst durchschaut, fühlen sich aber machtlos und/oder haben schlicht Angst, ihre Ansichten öffentlich zu äußern.
Warum sollten wir "die Russen" hassen? Wenn man überhaupt von Hass sprechen kann, dann gilt der Putin und seiner ganzen machtversessenen Clique, denn sie sind es, die einem friedlichen Miteinander im Wege stehen.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11451
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Nomen Nescio » Do 17. Mai 2018, 16:01

Vongole hat geschrieben:(17 May 2018, 16:52)

Viele Russen, viel mehr als im Westen bekannt ist, haben dieses Spiel längst durchschaut, fühlen sich aber machtlos und/oder haben schlicht Angst, ihre Ansichten öffentlich zu äußern.

besonders jugendlichen haben durch ihre aktion gezeigt6 die machenschaften von putin zu durchschauen. sie sind ja gewöhnt ins internet zu schauen.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 31714
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Do 17. Mai 2018, 16:04

Selina hat geschrieben:(17 May 2018, 14:32)

Zumindest bin ich nicht alleine mit meinen Gedanken zu einer neuen friedlichen Koexistenz und einer Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen. So denken in Deutschland sehr viele Menschen.
Zu einer friedlichen Koexistenz gehört zum Beispiel, nicht mit Artillerie und Raketen zu schießen.
Derlei Dinge werden insbesondere in der Ukraine als sehr unfreundliche Akte wahrgenommen.

Nur ein Beispiel:
Zitat:
[i]Erklärung von neun deutschen Partnerorganisationen zu den Beziehungen zu Russland vom 29. März 2018
Die jüngsten politischen Entscheidungen der deutschen Bundesregierung und der EU zu Russland zwingen uns, als VertreterInnen von zivilgesellschaftlichen Vereinen Deutschlands, die sich seit vielen Jahren der Versöhnung und Verständigung zwischen unseren Völkern verpflichtet fühlen, das Vorgehen kritisch zu hinterfragen und auf eine Veränderung zu drängen! Dabei wissen wir uns eins mit vielen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes, die diese politischen Aktivitäten für gefährlich, unangemessen und leichtfertig halten. Statt mit Russland auf allen Ebenen friedliche und gut nachbarschaftliche Beziehungen zu gestalten - wir befinden uns z.B.im besonderen Jahr der Regionalen und Kommunalen Partnerschaften 2017/2018 - wird offensichtlich eine Verschlechterung der Deutsch-Russischen Beziehungen billigend in Kauf genommen.


Ein Beispiel dafür, wie sich die Entspannungspolitik von Willy Brandt in heutiger Zeit interpretieren lässt, liefert Marieluise Beck, die zwar nicht in der SPD ist, aber sich schon sehr lange friedenspolitisch engagiert:

Zu Zeiten von Willy Brandt ging es darum, Wege von der Unfreiheit in die Freiheit zu ebnen. Die westlichen Verfechter der Entspannungspolitik bestanden gegen den Widerstand der UdSSR darauf, dass die Verpflichtung der Menschenrechte in die Schlussakte von Helsinki aufgenommen wurde, und tatsächlich öffnete diese Bereitschaft zum Wandel im Westen Spielräume für friedensstiftende Aktivitäten im Osten.
(...)
Dieser Prozess führte letztlich zu den Vereinbarungen, die wir heute als europäische Friedensordnung bezeichnen.

Dies allerdings ist mit der Annexion der Krim und dem Krieg im Donbass von der Führung der Russischen Föderation infrage gestellt worden.
https://marieluisebeck.de/artikel/17-02 ... utschlands
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 6721
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Selina » Do 17. Mai 2018, 16:17

Vongole hat geschrieben:(17 May 2018, 16:52)

Du kannst sicher sein, Selina, eine friedliche Koexistenz zwischen Russen und Deutschen wünschen sich viele, auch ich.
Deshalb habe in deinem Zitat einen Satz unterstrichen, der so nicht stehen bleiben kann:
Das Gefühl, dass der Westen Russland bedroht, entsteht dort durch Putins zynische Propaganda. Wie soll sich dieser Despot an der Macht halten, außer seinen "Untertanen" das Gefühl einer Bedrohung einzureden,
der nur durch Geschlossenheit begegnet werden kann?
Viele Russen, viel mehr als im Westen bekannt ist, haben dieses Spiel längst durchschaut, fühlen sich aber machtlos und/oder haben schlicht Angst, ihre Ansichten öffentlich zu äußern.
Warum sollten wir "die Russen" hassen? Wenn man überhaupt von Hass sprechen kann, dann gilt der Putin und seiner ganzen machtversessenen Clique, denn sie sind es, die einem friedlichen Miteinander im Wege stehen.


Nein, sorry, aber es ist die Sprache des Kalten Krieges, die vor allem in den hiesigen Medien und in einigen politischen Kreisen wieder Einzug gehalten hat, die diese Angst auslöst. Falls du die Satire von Uthoff (Die Anstalt) gesehen hast, die ich weiter oben verlinkte, siehst du deutlich, was ich meine. Das ist ein Krieg mit Worten, wo Deutschland kräftig mitmischt. Daher ist nicht nur militärische Abrüstung nötig, sondern auch verbale. Verheugen bringt es auf den Punkt:

https://www.tagesschau.de/inland/verheu ... w-101.html
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 31714
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Do 17. Mai 2018, 16:23

Selina hat geschrieben:(17 May 2018, 16:32)

Die Leute, die sich heute für die Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen einsetzen, wissen alle sehr genau, wovon sie sprechen. Sie haben alle langjährige gute Kontakte zu Leuten aus Russland und machen sich halt Sorgen. Für sie ist das heutige Geschehen (Eiszeit) sehr konkret und sehr persönlich. Daher hätte mich eher interessiert, was du zu dieser Passage aus der von mir verlinkten Erklärung sagst:
Soll das alles umsonst gewesen sein? Warum lassen wir zu, dass bei den Menschen aller Generationen in Russland ein Gefühl
entsteht, dass der Westen und die NATO wieder ihr Land bedrohen? Welche Lehren haben wir Deutschen aus dem 22. Juni 1941 wirklich gezogen? Noch heute wirkt der heimtückische Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion, mehr denn je, wie ein Trauma in allen Bereichen der Russischen Zivilgesellschaft fort. Ist das nicht bekannt? Richard von Weizsäckers eindringliche Bitte an die junge Generation, vorgetragen am 8. Mai 1985 zum "Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“, war, ist und bleibt die alternativlose Grundlage deutscher und europäischer Politik: „Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß.“

Dazu wäre zu sagen, dass man nicht ganz geschichtsvergessen sein sollte und die heutigen Verbindungen von Querfront und Rechtsextremen kritisch hinterfragen könnte.

Der schändliche Hitler-Stalin-Pakt ist bei uns fast in Vergessenheit geraten, aber bei unseren östlichen Nachbarn ist die Erinnerung an ihn noch sehr lebendig.
Es steht uns in Deutschland nie und nimmer zu, zwischen Berlin und Moskau wieder einmal eine Einigung auf Kosten der Zwischenländer zu treffen. Ich empfehle der Linkspartei, die für Deutschland beschämenden historischen Schriften von Timothy Snyder zu lesen, zum Beispiel Bloodlands. Während die Revolutionen von 1989 Freiheit brachten, drängt die russische Führung die errungenen Freiheiten etwa seit der Jahrtausendwende im Innern immer stärker zurück. Außenpolitisch verbündet sich Russland inzwischen mit den Nationalisten von UKIP, Le Pen, der AfD, Jobbik und anderen rechtspopulistischen und rechtsextremen Kräften innerhalb der Europäischen Union. Der unberechenbare Trump – in meinem Manuskript steht „gilt“; vielleicht muss man jetzt, nach dem Schicksal von Herrn Flynn, so sagen – galt in Moskau als Hoffnungsträger.
https://marieluisebeck.de/artikel/17-02 ... utschlands
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 6721
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Selina » Do 17. Mai 2018, 16:49

Die Leute, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, das sind alles keine verbissenen Linken-Wähler - da sind Christen, Sozis, Grüne, Liberale darunter - die alle haben aber genau wie ich viel mehr Sorgen, wenn sie die Nato-Entwicklungen und die Verschärfung der Kriegsrhetorik des Westens erleben, und nicht wegen Putin und Russland. Und dieser Eindruck entspricht auch den Forsa-Umfrage-Ergebnissen.

Zitat:

Demnach sind 91 Prozent der Befragten der Meinung, von Russland gehe keine Gefahr aus. Vor allem die 18- bis 29-Jährigen betrachten Russland vollkommen angstfrei (98 Prozent). Dabei ist die Mehrheit der Bundesbürger (74 Prozent) der Überzeugung, die augenblicklichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland seien schlecht. Bei Umfragen 2007 und 2010 hatten noch jeweils zwei Drittel die Beziehungen als gut bewertet.

Am negativsten bewerten die über 60-Jährigen (82 Prozent) sowie die Anhänger der FDP (80 Prozent) und der AfD (87 Prozent) den gegenwärtigen Stand der Beziehungen.

Das Verhältnis zu den USA wird im Moment allerdings genauso schlecht bewertet. Nur ein Viertel der Befragten (24 Prozent) finden die aktuellen Beziehung gut (2010: 81 Prozent). 76 Prozent halten die Verbindung zu den USA für „weniger gut oder schlecht“. Dieser Auffassung sind vor allem über 60-Jährige (87 Prozent) sowie Anhänger der Linken (84 Prozent) und der AfD (89 Prozent).

„Anders als zu Zeiten des Kalten Krieges fürchten sich heute nur noch ganz wenige Deutsche vor Russland. Daran hat sich auch durch den Ukraine-Konflikt nichts geändert“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Mediengruppe RTL.

US-Präsident Donald Trump wird von den Deutschen derzeit als größte Gefahr für den Frieden angesehen. In der Umfrage äußerten 82 Prozent der Befragten die Meinung, Trump sei „zu einem Krieg bereit, um seine Interessen durchzusetzen“.


https://www.pfalz-express.de/umfrage-de ... -russland/
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 52258
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Do 17. Mai 2018, 17:06

Selina hat geschrieben:(17 May 2018, 16:32)

Die Leute, die sich heute für die Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen einsetzen, wissen alle sehr genau, wovon sie sprechen. Sie haben alle langjährige gute Kontakte zu Leuten aus Russland und machen sich halt Sorgen. Für sie ist das heutige Geschehen (Eiszeit) sehr konkret und sehr persönlich. Daher hätte mich eher interessiert, was du zu dieser Passage aus der von mir verlinkten Erklärung sagst:

Soll das alles umsonst gewesen sein? Warum lassen wir zu, dass bei den Menschen aller Generationen in Russland ein Gefühl
entsteht, dass der Westen und die NATO wieder ihr Land bedrohen? Welche Lehren haben wir Deutschen aus dem 22. Juni 1941 wirklich gezogen? Noch heute wirkt der heimtückische Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion, mehr denn je, wie ein Trauma in allen Bereichen der Russischen Zivilgesellschaft fort. Ist das nicht bekannt? Richard von Weizsäckers eindringliche Bitte an die junge Generation, vorgetragen am 8. Mai 1985 zum "Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“, war, ist und bleibt die alternativlose Grundlage deutscher und europäischer Politik: „Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß.“

Für Gefühle kann niemand was. Und die Bedrohung fühlen derzeit andere als Russland, die Ukraine, Georgien, Mazdonien, die baltischen Staaten, Finnland. Du brauchst nicht das tote Pferd eines westlichen Angriffs auf Russland zu reiten, denn die Aggression geht derzeit von Russland aus und es ist an Russland, diese Aggression zu beenden. Dann kann sie blühen, die deutsch-russische Freundschaft. Ein kleines Liedchen für dich dazu:

Als dieses Lied veröffentlicht wurde, hat Europa noch den Traum vom Frieden mit Russland geträumt. Inzwischen ist es aufgewacht.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 31714
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Do 17. Mai 2018, 18:48

Als einen Beitrag zur Verständigung von Deutschen, Ukrainern und Russen kann eine Handreichung des Goethe-Institutes
verstanden werden, in dem es um die "Enkelgeneration" geht - anhand des Beispieles von Alina, 16 Jahre:

>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 22856
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Fr 18. Mai 2018, 05:53

Das Russland eigentlich andere Prioritäten hat als die Krim zu besetzen und in der Ukraine aktiv zu sein ist ja bekannt.

Aber nur ein Problem das nicht in den öffentlichen Nachrichten in Russland kommen darf.

http://www.deutschlandfunk.de/medizinis ... _id=412468
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
bennyh
Beiträge: 4351
Registriert: Sa 23. Feb 2013, 10:58
Benutzertitel: Auf ganz dünnem Eis
Wohnort: Fast gesperrt

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon bennyh » Mo 21. Mai 2018, 09:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 May 2018, 19:48)

Als einen Beitrag zur Verständigung von Deutschen, Ukrainern und Russen kann eine Handreichung des Goethe-Institutes
verstanden werden, in dem es um die "Enkelgeneration" geht - anhand des Beispieles von Alina, 16 Jahre:


Interessant, wie eine Institution desjenigen Landes, das vor einigen Jahrzehnten noch mittels Angriffskrieg beide Völker ausrotten oder versklaven wollte, sich nun berufen fühlt, eine vermeintliche Brücke der Verständigung zwischen den beiden Völkern zu schlagen.
"Dafür bekommst Du ne saftige Sperre, Junge!"
"Bei uns herrschen Regeln. Nimm dich gefälligst zurück, sonst bist du hier raus, aber für immer!"
"Ich kann dir auch eine reinhauen."
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 31714
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 21. Mai 2018, 09:56

bennyh hat geschrieben:(21 May 2018, 10:45)

Interessant, wie eine Institution desjenigen Landes, das vor einigen Jahrzehnten noch mittels Angriffskrieg beide Völker ausrotten oder versklaven wollte, sich nun berufen fühlt, eine vermeintliche Brücke der Verständigung zwischen den beiden Völkern zu schlagen.

Wofür sollte Goethe, Sprachvermittlung oder das Institut denn sonst stehen, wenn nicht für eine Brücke der Verständigung ?

Ukrainische und polnische Historiker sind übrigens vor einiger Zeit auch mal in den Dialog getreten, um die Annäherung der beiden Länder zu begünstigen.

Die russisch-ukrainische Entzweiung ist aufgrund des bewaffneten Konfliktes noch nicht abgeschlossen, aber in irgendeiner Zukunft wird wohl auch das im Dialog aufzuarbeiten sein.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 22856
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Fr 25. Mai 2018, 07:26

Russland wird für immer weniger Firmen ein Langzeit Markt
http://m.dw.com/de/die-gesch%C3%A4fte-l ... a-43919146
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 22856
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Sa 26. Mai 2018, 07:52

Russland hat eine neue Wunderwaffe weniger.
https://www.businessinsider.de/russland ... 018-3?IR=T

Indien ist nicht interessiert anymore
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 22856
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Sa 26. Mai 2018, 14:01

Russland gibt Doping zu. Na welch Überraschung

https://www.sportschau.de/doping/russla ... g-100.html
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 31714
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 26. Mai 2018, 17:03

Cobra9 hat geschrieben:(26 May 2018, 08:52)

Russland hat eine neue Wunderwaffe weniger.
https://www.businessinsider.de/russland ... 018-3?IR=T

Indien ist nicht interessiert anymore

In dem Artikel wird die "Wunderwaffe" als "Lachnummer" bezeichnet. Sowas ist sicherlich nicht verkaufsförderlich.

Zudem will Indien ernst genommen werden, das ist eindeutig.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 22856
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Sa 26. Mai 2018, 19:10

Klar will Indien sein Geld nicht in die Tonne treten
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 22856
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Mo 28. Mai 2018, 07:15

Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 11124
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon schokoschendrezki » Di 29. Mai 2018, 12:48

Ich hatte mir übrigens kürzlich bei einer Wartezeit auf einem Bahnhof, da mein Digitalzeugs grad keinen Strom hatte, einfach mal eine Ausgabe des COMPACT-Magazins von Chefredakteur Jürgen Elsässer gekauft, um mir einen schnappschussartigen Eindruck zu machen. Mal abgesehen davon, dass es anstelle einer als "Ethnopluralismus" getarnten neurechten Ideologie völlig offenen unverhüllten Rassismus gab ("Wer abends in Deutschland ins Bett geht, wacht mit dem Morgenmagazin auf einem anderen Kontinent wieder auf. Nur noch Moderatoren aus Afrika, Nahost und Asien. Schwarze Haare, braune Haut. Blondinen mit blauen Augen, das war früher. Als wir noch nicht fremd im eigenen Land waren.") ... hat mich eines denn doch überrascht: Dass anstelle einer "gewissen Russlandaffinität" schlicht und einfach massiv und gefühlt in fast jedem Beitrag reine Kremlpropaganda und Putinhuldigung zu lesen war.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

Zurück zu „33. Osteuropa - GUS - Kaukasus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast