Jerusalem

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Wie soll mit Jerusalem verfahren werden?

Die Stadt muß zwischen Israelis und Palästinenser geteilt werden!
47
23%
Jerusalem gehört den Israelis!
74
36%
Jerusalem gehört den Palästinensern!
18
9%
Jerusalem sollte eine Stadt unter UN-Verwaltung werden!
45
22%
Keine Ahnung!
19
9%
 
Abstimmungen insgesamt: 203
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Cobra9
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Re: Jerusalem

Beitragvon Cobra9 » Sa 19. Mai 2018, 06:40

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Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
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Moses
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Re: Jerusalem

Beitragvon Moses » So 20. Mai 2018, 17:20

Cobra9 hat geschrieben:(19 May 2018, 07:40)

Closed

danke für den Versuch, Befürchtungen bestätigt

Moses
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Auf mehrfachen Wunsch wieder offen - unter strenger Beobachtung!

Moses
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28.05.2018 16:50 Uhr
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Antonius
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Re: Jerusalem

Beitragvon Antonius » So 3. Jun 2018, 13:30

Am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis hieß es im Offertorium des Lateinischen Hochamts in der Theatiner-Kirche in München:

    Psallite Domino qui habitat in Sion: quoniam non est oblitus orationem pauperum.
    (Singet dem Herrn, der auf dem Berg Zion (in Jerusalem) thront, denn er vergißt das Gebet der Armen nicht.)
    (Ps, 9,12)
http://www.theatinerkirche.de/index.php?cID=9
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Re: Jerusalem

Beitragvon Paperbackwriter » Mi 15. Aug 2018, 21:45

Die amerikanische Botschaft ist jetzt schon in Jerusalem und andere werden folgen. Meinem Rechtsverständnis nach entscheidet der Staat über seine Hauptstadt als Zeichen seiner Souveränität. "Palästina" als arabischer Staat wird niemals über den Status einer Chimäre hinauskommen und die zementierten Ablehnungen durch "Behörden", die tatsächlich nicht mehr sind als die Aufenthaltsräume verschiedener Gangstergruppen machen noch lang keinen Staat. Wer tatsächlich immer noch glaubt, dass eine 2-Staaten-Lösung das Problem zwischen Juden und Muslimen löst, der ist wahrscheinlich einmal zu oft mit dem Klammerbeutel gepudert worden. Nach mehr als 70 Jahren stehen immer noch die Forderungen nach der totalen "Befreiung" Palästinas im Raum und davon werden weder die Fatah noch die Hamas noch die PLO abgehen. Einen weiteren nicht überlebensfähigen, arabischen Staat neben Israel wird es nicht geben.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Paperbackwriter » Mi 15. Aug 2018, 22:19

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Aug 2018, 23:08)

Auf dein Rechtsverständnis haben die Muslime und Juden sich lang den Atem anhaltend gewartet.

Mein Rechtsverständnis bezeichnet man auch als allgemein gültig und verpflichtend. Ich weiß nicht, in welchem Universum du lebst............
Die Bestimmung der Hauptstadt ist nun mal ein staatlicher Akt, der die Souveränität verdeutlicht und hat eigentlich nicht das Geringste mit Religion zu tun. Hat dir das niemand erklärt?
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Re: Jerusalem

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 15. Aug 2018, 22:30

Paperbackwriter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 23:19)

Mein Rechtsverständnis bezeichnet man auch als allgemein gültig und verpflichtend. Ich weiß nicht, in welchem Universum du lebst............
Die Bestimmung der Hauptstadt ist nun mal ein staatlicher Akt, der die Souveränität verdeutlicht und hat eigentlich nicht das Geringste mit Religion zu tun. Hat dir das niemand erklärt?

Du schreibst hier in souveräner und erfreulich klarer Weise, wie du zu Israel stehst.
Mir rennst du "offene Türen" ein.
Weiter so !!
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Re: Jerusalem

Beitragvon Troh.Klaus » Mi 15. Aug 2018, 23:34

Paperbackwriter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:45)
"Palästina" als arabischer Staat wird niemals über den Status einer Chimäre hinauskommen und die zementierten Ablehnungen durch "Behörden", die tatsächlich nicht mehr sind als die Aufenthaltsräume verschiedener Gangstergruppen machen noch lang keinen Staat. Wer tatsächlich immer noch glaubt, dass eine 2-Staaten-Lösung das Problem zwischen Juden und Muslimen löst, der ist wahrscheinlich einmal zu oft mit dem Klammerbeutel gepudert worden. Nach mehr als 70 Jahren stehen immer noch die Forderungen nach der totalen "Befreiung" Palästinas im Raum und davon werden weder die Fatah noch die Hamas noch die PLO abgehen. Einen weiteren nicht überlebensfähigen, arabischen Staat neben Israel wird es nicht geben.

Ich habe auch meine Zweifel, dass das noch was wird.
Aber wie sieht denn dann die "Lösung" aus?
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Re: Jerusalem

Beitragvon Bobo » Do 16. Aug 2018, 09:14

Troh.Klaus hat geschrieben:(16 Aug 2018, 00:34)

Ich habe auch meine Zweifel, dass das noch was wird.
Aber wie sieht denn dann die "Lösung" aus?



Ob man da von einer Lösung sprechen kann? Ergebnis passt womöglich besser. Eine zugegeben sehr vage, aber ob der bisherigen Entwicklung nicht vollkommen von der Hand zu weisendes Ergebnis ließe sich vielleicht mithilfe der richtigen Fragen erarbeiten.

Es stehen sich zwei Parteien gegenüber. Arabische Palästinenser und israelische Palästinenser.

Die erste Fragen könnte als Hinweisgeber zur Findung wahrscheinlicher Antworten dienen.

Wird Israel je wieder aufhören zu existieren?

Wie lange wird es dauern, bis der Gazastreifen unbewohnbar wird?

Welche Alternativen blieben den dort lebenden Menschen? Wohin könnten sie?

Welche Alternativen blieben der Hamas als dort herrschende Macht?

Wohin könnten die führenden Köpfe der Hamas, sollte der Gazastreifen wirklich gänzlich zur lebensfeindlichen Wüste werden?

Hat die Hamas je Nachgiebigkeit, Einsicht oder Vernunft gezeigt?

Welchen Einfluss hätte die Umsiedlung führender Köpfe der Hamas auf das Zielgebiet?

Werden israelische Staatslenker die Hamas je als Verhandlungspartner akzeptieren?

Welche der Parteien verfügt über Mittel und Know-how und Erfahrung darin totes Land zum blühenden Leben zu erwecken?

Welche der beiden Parteien verfügt über den größeren zeitlichen Spielraum?

Welche Tendenzen folgt der Verlauf des arabisch – israelische Konflikt seit seiner Entstehung?

Die Antworten muss jeder für sich selbst finden.
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Gutmensch1
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Re: Jerusalem

Beitragvon Gutmensch1 » Do 16. Aug 2018, 10:25

Paperbackwriter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:45)

Die amerikanische Botschaft ist jetzt schon in Jerusalem und andere werden folgen. Meinem Rechtsverständnis nach entscheidet der Staat über seine Hauptstadt als Zeichen seiner Souveränität. "Palästina" als arabischer Staat wird niemals über den Status einer Chimäre hinauskommen und die zementierten Ablehnungen durch "Behörden", die tatsächlich nicht mehr sind als die Aufenthaltsräume verschiedener Gangstergruppen machen noch lang keinen Staat. Wer tatsächlich immer noch glaubt, dass eine 2-Staaten-Lösung das Problem zwischen Juden und Muslimen löst, der ist wahrscheinlich einmal zu oft mit dem Klammerbeutel gepudert worden. Nach mehr als 70 Jahren stehen immer noch die Forderungen nach der totalen "Befreiung" Palästinas im Raum und davon werden weder die Fatah noch die Hamas noch die PLO abgehen. Einen weiteren nicht überlebensfähigen, arabischen Staat neben Israel wird es nicht geben.


Eine 2-Staaten Lösung ist aus der Sicht von Dritten die beste Lösung. Das Volk der arabischen Palästinenser und das Volk der Juden hätten wie im UN-Teilungsplan von 1947 einen eigenen, souveränen Staat. Israel gibt es schon seit 70 Jahren, man braucht "nur" noch Palästina zu gründen und schon ist Frieden in der Region :)
Dummerweise funktioniert das aber nur, wenn die Völker das auch wollen. Bis heute ist es aber leider so, dass die Palästinenser die Existenz Israels nicht akzeptieren und nicht gewillt sind friedliche Nachbarn Israels zu werden. Die Palästinenser haben bislang alle Angebote einen eigenen Staat zu gründen abgelehnt. Bisher ist nicht ein einziges Friedensangebot von palästinensischer Seite je formuliert worden.
Deswegen hast Du Recht, Palästina als souveräner Staat ist eine Illusion. Jordanien sollte die Westbank und Ägypten den Gazastreifen annektieren. Die Kinder der Palästinenser sollten von UN-Schulen kontrolliert und ohne Hassindoktrination ausgebildet werden, dann ist vielleicht irgendwann mal Frieden.
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Re: Jerusalem

Beitragvon imp » Do 16. Aug 2018, 10:57

Gutmensch1 hat geschrieben:(16 Aug 2018, 11:25)

Eine 2-Staaten Lösung ist aus der Sicht von Dritten die beste Lösung.

Die Leute vor Ort spielen in unserer Diskussion keine Rolle, weil sie ganz überwiegend gar kein deutsch können und sich für Onlineforen aus Deutschland kaum interessieren.

Ich denke, wir haben heute in der Welt an vielen Stellen die Situation, dass eine Staatwerdung einfach passiert, graduell. Da ist eine irgendwie selbstverwaltete Region, die einfach behauptet, ein Staat zu sein. Man interagiert mit ihr, weil es einfach nötig ist - in erster Linie das Land, das dieses Gebiet vorher kontrollierte oder für sich beansprucht oder wie auch immer. Auswärtige Länder nehmen irgendwann Beziehungen auf, manche erkennen das Gebiet als Staat an. Irgendwann erfolgt Aufnahme in internationale Organisationen, der Status der Nichtstaatlichkeit wird irgendwann unhaltbar. In gewissem Sinne passiert das auch mit den Autonomiegebieten. Es gibt die Behauptung eines Staates seit irgendwann in den 80ern, es gibt den UN-Beobachterstatus, es gibt irgendwie 100 Anerkennungen als Staat.
Wesentliche Faktoren sind hier, dass die Nachbarländer diese Gebiete nicht haben wollen. Es gibt auch eine innere Selbstverwaltung und eine halbwegs stabile Abgrenzung nach außen. Im Falle Israels ist das ambivalent, es gibt dieses sogenannte "organische Wachstum" und Siedlungen, aber unter dem Strich ist die Aufnahme von Land & Leuten als regulärer Staatsteil nicht die Intention Israels. Es gab mehrere Pläne und Vorschläge Israels, welche Gebiete abzutrennen, zu tauschen, zu räumen sind. Wichtige Streitfrage ist dabei u.a. Jerusalem. Viele gehen davon aus, dass jenseits von irgendwelchen Schutzrechten in Sachen Jerusalem nichts zu holen ist. Das ist eber eine Frage, die sich erst stellt, wenn überhaupt irgendeine Einigung absehbar ist. Auch wichtige Länder, die das Gebiet nicht gegenwärtig als Staat anerkennen, sehen irgendeine Art von Staatwerdung vor. Mit Bedingungen, mit irgendwelchen Vorereignissen, wie auch immer. Insgesamt ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es irgendwann einen weiteren Staat dort geben wird.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Paperbackwriter » Do 16. Aug 2018, 13:56

Gutmensch1 hat geschrieben:(16 Aug 2018, 11:25)

Eine 2-Staaten Lösung ist aus der Sicht von Dritten die beste Lösung. Das Volk der arabischen Palästinenser und das Volk der Juden hätten wie im UN-Teilungsplan von 1947 einen eigenen, souveränen Staat. Israel gibt es schon seit 70 Jahren, man braucht "nur" noch Palästina zu gründen und schon ist Frieden in der Region :)
Dummerweise funktioniert das aber nur, wenn die Völker das auch wollen. Bis heute ist es aber leider so, dass die Palästinenser die Existenz Israels nicht akzeptieren und nicht gewillt sind friedliche Nachbarn Israels zu werden. Die Palästinenser haben bislang alle Angebote einen eigenen Staat zu gründen abgelehnt. Bisher ist nicht ein einziges Friedensangebot von palästinensischer Seite je formuliert worden.
Deswegen hast Du Recht, Palästina als souveräner Staat ist eine Illusion. Jordanien sollte die Westbank und Ägypten den Gazastreifen annektieren. Die Kinder der Palästinenser sollten von UN-Schulen kontrolliert und ohne Hassindoktrination ausgebildet werden, dann ist vielleicht irgendwann mal Frieden.


Dieser sehr guten Argumentation habe ich nichts hinzuzufügen. :)
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Re: Jerusalem

Beitragvon Paperbackwriter » Do 16. Aug 2018, 14:00

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(16 Aug 2018, 11:57)

Die Leute vor Ort spielen in unserer Diskussion keine Rolle, weil sie ganz überwiegend gar kein deutsch können und sich für Onlineforen aus Deutschland kaum interessieren.

Ich denke, wir haben heute in der Welt an vielen Stellen die Situation, dass eine Staatwerdung einfach passiert, graduell. Da ist eine irgendwie selbstverwaltete Region, die einfach behauptet, ein Staat zu sein. Man interagiert mit ihr, weil es einfach nötig ist - in erster Linie das Land, das dieses Gebiet vorher kontrollierte oder für sich beansprucht oder wie auch immer. Auswärtige Länder nehmen irgendwann Beziehungen auf, manche erkennen das Gebiet als Staat an. Irgendwann erfolgt Aufnahme in internationale Organisationen, der Status der Nichtstaatlichkeit wird irgendwann unhaltbar. In gewissem Sinne passiert das auch mit den Autonomiegebieten. Es gibt die Behauptung eines Staates seit irgendwann in den 80ern, es gibt den UN-Beobachterstatus, es gibt irgendwie 100 Anerkennungen als Staat.
Wesentliche Faktoren sind hier, dass die Nachbarländer diese Gebiete nicht haben wollen. Es gibt auch eine innere Selbstverwaltung und eine halbwegs stabile Abgrenzung nach außen. Im Falle Israels ist das ambivalent, es gibt dieses sogenannte "organische Wachstum" und Siedlungen, aber unter dem Strich ist die Aufnahme von Land & Leuten als regulärer Staatsteil nicht die Intention Israels. Es gab mehrere Pläne und Vorschläge Israels, welche Gebiete abzutrennen, zu tauschen, zu räumen sind. Wichtige Streitfrage ist dabei u.a. Jerusalem. Viele gehen davon aus, dass jenseits von irgendwelchen Schutzrechten in Sachen Jerusalem nichts zu holen ist. Das ist eber eine Frage, die sich erst stellt, wenn überhaupt irgendeine Einigung absehbar ist. Auch wichtige Länder, die das Gebiet nicht gegenwärtig als Staat anerkennen, sehen irgendeine Art von Staatwerdung vor. Mit Bedingungen, mit irgendwelchen Vorereignissen, wie auch immer. Insgesamt ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es irgendwann einen weiteren Staat dort geben wird.

Auch diesem Beitrag kann ich größtenteils zustimmen. In Bezug auf Jerusalem bin ich jedoch auf der Seite Israels. Das deutlichste Zeichen der Souveränität ist die eigene Bestimmung der Hauptstadt. Da haben sich alle rauszuhalten. Als Jerusalem von Jordanien völkerrechtswidrig besetzt war, gab es keine palästinensischen Bestrebungen, Jerusalem als palästinensische Hauptstadt zu deklarieren.
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Re: Jerusalem

Beitragvon imp » Do 16. Aug 2018, 14:14

Paperbackwriter hat geschrieben:(16 Aug 2018, 15:00)

Auch diesem Beitrag kann ich größtenteils zustimmen. In Bezug auf Jerusalem bin ich jedoch auf der Seite Israels.

Ich bin da auf gar keiner Seite. Weder in die eine noch in die andere Stadt werde ich absehbar reisen, gleich wo die Hauptstadt ist.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Paperbackwriter » Do 16. Aug 2018, 14:14

Troh.Klaus hat geschrieben:(16 Aug 2018, 00:34)

Ich habe auch meine Zweifel, dass das noch was wird.
Aber wie sieht denn dann die "Lösung" aus?


EIne Lösung wäre, dass Israel Teile des WJL an Jordanien abtritt und Ägypten den Gaza-Streifen übernimmt, aber Jordanien hat mit den Palästinensern sehr schlechte Erfahrungen gemacht und ob sich Ägypten die Hamas antun will? Fakt ist, wenn Ägypten die Hamas ausrotten würde, gäbe es weltweit schweigende Zustimmung, wenn Israel es macht, brennt die Luft.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Paperbackwriter » Do 16. Aug 2018, 14:16

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(16 Aug 2018, 15:14)

Ich bin da auf gar keiner Seite. Weder in die eine noch in die andere Stadt werde ich absehbar reisen, gleich wo die Hauptstadt ist.


Das ist deine persönliche Meinung und Einstellung und die soll dir unbenommen sein. :)
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Re: Jerusalem

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 16. Aug 2018, 22:35

Paperbackwriter hat geschrieben:(16 Aug 2018, 15:14)
... Fakt ist, wenn Ägypten die Hamas ausrotten würde, gäbe es weltweit schweigende Zustimmung, wenn Israel es macht, brennt die Luft.


Ich halte es für eine sehr steile Behauptung, dass es für "AUSROTTUNG" von wem auch immer und durch wen auch immer eine schweigende Zustimmung welweit gäbe.
Von mir ganz sicher nicht. Schon gar nicht schweigenderweise. Genug ist genug...

Ich bin mir sicher, dass angesichts der shoa niemand in Israel, der noch alle politischen (und ethisch-moralischen) Tassen im Schrank
hat, egal wie schräg er sonst drauf sein mag, bereit ist, überhaupt nur einen Gedanken an Ausrottung zu verschwenden, geschweige denn, dies als fiktive Option auch nur ansatzweise diskutieren zu wollen.
Ihr unverkennbar proisraelisches Engagement in allen Ehren, aber manchmal sollte man auch innehalten und überlegen, was man da schreibt und auch in manchen Köpfen auslöst...

Ihre Wortwahl "ausrotten", mit Verlaub, finde ich sehr bedenklich und ...furchtbar. Unabhängig vom diskutierten Inhalt in diesem Strang.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 17. Aug 2018, 08:19

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(16 Aug 2018, 23:35)

Ich halte es für eine sehr steile Behauptung, dass es für "AUSROTTUNG" von wem auch immer und durch wen auch immer eine schweigende Zustimmung welweit gäbe.
Von mir ganz sicher nicht. Schon gar nicht schweigenderweise. Genug ist genug...

Naja, der IS wurde auch "ausgerottet", so gut es eben ging. So sollte man das auch mit der Hamas machen, wobei so ein Häuserkampf im dicht besiedeltem Gebiet natürlich ein Alptraum ist.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Bleibtreu » Fr 17. Aug 2018, 10:19

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Aug 2018, 09:19)

Naja, der IS wurde auch "ausgerottet", so gut es eben ging. So sollte man das auch mit der Hamas machen, wobei so ein Häuserkampf im dicht besiedeltem Gebiet natürlich ein Alptraum ist.

So habe ich die Formulierung von Paperbackwriter auch interpretiert. Eine TerrorOrganisation zu vernichten ist nichts Anruechiges
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. // Moderatorin im Forum 2
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
Concordia - Integritas - Industria
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Re: Jerusalem

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 17. Aug 2018, 10:35

Paperbackwriter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:45)

Die amerikanische Botschaft ist jetzt schon in Jerusalem und andere werden folgen. Meinem Rechtsverständnis nach entscheidet der Staat über seine Hauptstadt als Zeichen seiner Souveränität.

Zunächst einmal steht - in meinem Verständnis - hinter dem Begriff "Hauptstadt" ein ganzes Bündel von Funktionen, die eine solche Stadt in einem modernen Nationalstaat erfüllt. Und letzterer wiederum ist ein historisch verhältnismäßig neues Phänomen. Mein Eindruck in Diskussionen wie die um die Rolle Jerusalems ist der, dass da scheinbare Letztendlichkeiten ins Feld geführt werden, wo man eigentlich Offenheiten sehen müsste. Aber vielleicht muss man, wenn man für einen laxeren, offeneren und vor allem pragmatischeren Umgang plädiert, auch in einer Stadt wie Berlin aufgewachsen sein. Egal in welchem Teil.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Jerusalem

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 17. Aug 2018, 11:02

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Aug 2018, 09:19)

Naja, der IS wurde auch "ausgerottet", so gut es eben ging. So sollte man das auch mit der Hamas machen, wobei so ein Häuserkampf im dicht besiedeltem Gebiet natürlich ein Alptraum ist.


Das Wort "ausgerottet" ist mir in Anführungszeichen oder wie auch immer gebraucht, höchst zu wider. Es ist widerwärtig. Gerade auch hinsichtlich der Zielsetzung, die dieser Ausdruck
politisch - was militärische Optionen ausdrücklich zur Erreichung mit einschließt - verrät oder in den Raum stellt. Es reicht, wenn dieser Gedanke einer Ausrottung, den die Nazis leider
nicht nur sagten oder dachten, einmal monströse Folgen hatte. Muss man bei militärischer Bekämpfung, egal wen man bekämpfen möchte, tatsächlich von "Ausrottung" sprechen?

War das die offzielle, durch die gegnerische Allianz so definierte Aufgabe und Zielsetzung bei der Bekämpfung des IS? - Tatsächlich Militärsprech? - Den Gegner nicht nur militärisch zu besiegen und zurückzudrängen, sondern "auszurotten"?

Ist es tatsächlich so, dass auch die IDF und die israel. Regierung die Hamas gerne "ausrotten" würde? Statt sie im Falle einer umfassenden. militärischen Lösung schlicht zu entmachten. Sofern man eine
solche Option der politischen und militärischen Niederwerfung überhaupt als machbar, sprich verhältnismäßig oder auch erfolgversprechend im Sinne positiver Veränderungen der
Konfliktsituation und der bestehenden Machtverhältnisse überhaupt erwägt?

Und nur der Vollständigkeit halber:

Daesh ist oder wurde weder ausgerottet oder so "halb", so gut es eben ging. Man hat diese ideologischen Fundamentalisten des religiösen Wahnsinns militärisch
besiegt, zurückgedrängt und ihre Machtausübung und Herrschaftsräume weitgehend geschleift. Aber da ist Daesh immer noch. Klar kann man Menschengruppen, ganze Völker vielleicht "ausrotten" oder es versuchen,
(wie das schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte, die shoa, zeigte), aber nicht die Ideen in den Köpfen. Seien diese auch noch so krank. Auch das zeigt sich immer wieder auf's Neue.
Denn Antisemitismus, Nazitum und deren kranke Welt überlegener Rassen und Kulturen usw. bis hin zu anderen, irrlichternden fundamentalistischen Ideen von Gewaltherrschaft und totalitärer Unterwerfung
unter eine (angeblich alleinseligmachende und gültige Wahrheit, besonders unter Gottesführung) wie jener Fundamentalismus des IS oder der Taliban, sind immer noch da oder stehen wieder neu auf...

"Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies Unheil kroch..." - Dies gilt für alle diese kranken und machtbesessenen Fundamentalismen mit Alleinseligmachungsanspruch.
Man kann diese Geiselungen und Heimsuchungen, die zuerst im Kopf entstehen, dann ausgeprochen und geschrieben werden, und leider dann auch
(zu oft) in die Tat umgesetzt werden, wie z.B. der Hamas-Terror, nicht physisch "ausrotten" oder "endlösen" (wollen). Sondern nur dagegen aufstehen, kämpfen und versuchen, sie einzudämmen und soweit wie möglich wirkungslos zu machen.
Hinsichtlich physischer Maßnahmen sollte man das im Falle der Hamas besser Veränderung der Machtverhältnisse, militärisch erzwungene Neuordnung der Existenzgrundlagen nennen, inclusive Enthamaisierung.

Wobei der Kampf um den (möglichst am Leben bleibenden Kopf) an erster Stelle stehen sollte, und nicht jener, der als Lösung vorsieht, jeden Hamas-Körper, der diesen Kopf trägt, abzuservieren und das war's dann. Sofern man
überhaupt in der Lage wäre, jeden Hamas-Anhänger oder -täter auch zweifelsfrei zu identifizieren...

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