Angst vor Ausländern "normal"

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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 08:34

PeterK hat geschrieben:(05 Apr 2018, 19:53)

Ich meine - und dem widersprechen vermutlich viele -, dass das Gegenteil der Fall sei. Ich wünsche mir Politiker, die ihre eigenen Ideen und Vorschläge zur Wahl stellen (und im Falle ihrer Wahl auch durchsetzen), ohne dem Volk täglich "aufs Maul zu schauen" bzw. sich an Umfragen zu orientieren.

Ich denke da liegt ein Missverständnis vor. Es geht nicht darum,"dem Volk täglich aufs Maul zu schauen", sondern darum die "Stimmung im Volk" zu berücksichtigen, die Belange des Volkes in die Politik (Wahlprogramme) einfließen zu lassen, Lösungen anzubieten und diese dann auch durchzusetzen. Konkret ansprechen, was im Falle einer Wahl, innerhalb einer Legislaturperiode durchsetzbar ist. Das schafft Glaubwürdigkeit und damit Wählerstimmen.
Was gegenwärtig, quer durch alle Parteien, passiert ist Populismus, orientiert sich weniger an den Belangen des Volkes, als mehr an parteiinternen - teilweise realitätsfernen - Vorstellungen. Wenn dann noch parteiinterne Querelen und/oder Querelen innerhalb von Koalitionen hinzu kommen, fördert das die Glaubwürdigkeit nicht sondern schafft Politikverdrossenheit.
Je mehr dann noch von den Wahlversprechen abgewichen wird, es gar zu Alleingängen kommt, um so mehr leidet die Glaubwürdigkeit. Und genau das hat sich bei der letzten BTW gezeigt.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 08:55

think twice hat geschrieben:(05 Apr 2018, 20:48)

Du bist dir sicher, dass die Mehrheit der Bevölkerung genauso vorturteilsbeladen und damit ausländerfeindlich ist wie du?
(Dein Zitat: "Und es findet auch keine Integration statt, weil bei großen Teilen der Zuwanderer gar kein Wille zur Integration vorhanden ist.")

Fakten haben nix mit Ausländerfeindlichkeit oder Vorurteilen zu tun. Fakten beschreiben die Realität!

"Die Gesellschaft ist schon gespalten. Zehn Prozent der Muslime in Deutschland sind beruflich und gesellschaftlich eingegliedert. Neunzig Prozent leben in Parallelgesellschaften. Die meisten möchten auch gar nicht dazugehören. [...]
Die Leute, die hierherkommen, werden nicht integriert. Ich habe als Berater mit Verwaltungsleuten über Integration geredet und war erstaunt. Mit Integration meinen sie: Registrierung, Alimentierung, häusliche Unterbringung, bestenfalls Sprachkurse. Integration heisst aber, dass man eine Bürgeridentität annimmt. Zu einer Heimat gehört Identität. Wenn dieser Faktor ausgeschlossen wird, bleibt nichts. Da steckt aber das deutsche Problem: Es gibt kein Identitätsangebot."
Quelle


Das beste Beispiel dafür, dass Integration gar nicht gewollt ist, ist das so genannte Impulspapier der (ehemaligen) sogenannten Integrationsminsterin Özoguz.
Integration in eine Mehrheitsgesellschaft bedeutet Rechte UND Pflichten haben - wie jeder andere Staatsbürger sie hat und wie die auch jeder EU-Bürger die hat!

think twice hat geschrieben:(05 Apr 2018, 20:48)
Nun, ich denke das nicht. Im Pegida- und AfD-Land seid ihr sicher die Mehrheit, die so tickt, aber bundesweit seid ihr Unwissenden es eben nicht. Ihr repräsentiert nicht mal ein Viertel der Gesamtbevölkerung.

Und deshalb, meine Liebe, ist es völlig egal, was ihr fordert, was ihr erwartet, was ihr kreischt.

WIR sind das Volk. Und wir bleiben es auch. Wenn ihr euch endlich mal integriert, könnt ihr wieder anklopfen.

Ja, ich weiss, es klingt arrogant, aber dieses Geplaerre aus ostdeutschen Einöden geht mir jeden Tag mehr auf den Zeiger.[/quote]
Verehrteste - deine ad personam Diffamierungen kannste dir dahin schieben, wo die Sonne nicht hinscheint!
Und nein das klingt nicht arrogant, das ist einfach nur dumm und strotzt nur so von Ignoranz!
Die Mehrheit erwartet genau DAS, was ich geschrieben habe - nämlich die Durchsetzung geltenden Rechts, einschließlich geltenden internationalen Völkerrechts. Die Mehrheit will keine rechtsfreien Räume, will keine Einschränkung der inneren Sicherheit und/oder Einschränkung persönlicher Freiheitsrechte.
Das alles hat mit AfD oder PEGIDA herzlich wenig zu tun, sondern etwas mit (meinen) im GG garantierten Grundrechten!
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 08:59

PeterK hat geschrieben:(05 Apr 2018, 21:01)

Ich bezog mich auf:

Wenn dem so wäre, wäre es traurig.

Warum wäre das traurig? Ich kenne die Absichten, eines Menschen nicht, den ich zum ersten Male sehe, also verhalte ich mich (zunächst) neutral.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 09:02

H2O hat geschrieben:(05 Apr 2018, 20:59)

Aus meiner Sicht haben Sie das Selbstverständliche ausgesprochen. Merkwürdig doch, daß man solche Erwartungen überhaupt schriftlich niederlegen muß!

Dass es notwendig ist - immer wieder notwendig ist - zeigt die Antwort von tt.
Von tt wird man schon in die rechtsextreme Ecke gestellt, wenn man solche Selbstverständlichkeiten ausspricht bzw anmahnt.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon H2O » Fr 6. Apr 2018, 09:07

Dark Angel hat geschrieben:(06 Apr 2018, 10:02)

Dass es notwendig ist - immer wieder notwendig ist - zeigt die Antwort von tt.
Von tt wird man schon in die rechtsextreme Ecke gestellt, wenn man solche Selbstverständlichkeiten ausspricht bzw anmahnt.


Schon richtig; aber wir kennen uns und unsere Grundeinstellungen ja inzwischen ganz gut. Da lasse ich derartige Anwürfe an mit abprallen. Ist vielleicht etwas hochmütig, aber man erspart sich Hick und Hack.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Marmelada » Fr 6. Apr 2018, 09:26

Tom Bombadil hat geschrieben:(03 Apr 2018, 22:20)

Tja, wenn die Argumente ausgehen, dann wird gegen die Person gespammt, so langweilig wie vorhersehbar.

Politische Mitte sind für mich die (potentiellen) Wähler von Union, FDP, SPD und Grünen, alle anderen rechne ich dem extremen rechten und linken Rändern zu (irgendwelche Splitterparteien teilweise ausgenommen).
Wie fließend die Grenzen zwischen "Mitte" und Extremismus sind, wurde ja bereits anhand der Wählerwanderung zur AfD hin gezeigt. Ergänzend ein Beispiel aus der Praxis, was passiert, wenn sich die "Mitte" übers Wählen hinaus unsichtbar macht:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/ex- ... _id=369296
Nierth: Viel wichtiger, ich mache es fest vor allem an dem Schweigen der Mitte, das hat uns ja so aus den Socken gehauen, dass die Bürgerschaft, für die ich auch natürlich selbstverständlich da war, ehrenamtlich, auf einmal komplett wegtaucht. Und zwar nicht nur die Einfachen, Abgehängten, wo ich noch verstehen kann, dass sie motzen und meutern, weil sie sich endgültig abgehängt fühlen, sie haben Gründe dafür, auch wenn die Resultate natürlich nicht nachvollziehbar sind, sondern dass die gleichen Leute, auch aus zum Beispiel der CDU, die mich in das Amt gebracht haben, oder die sozialen Autoritäten, die ja unabdingbar im ländlichen Raum sind, dass die sich wegducken! Die Lehrer zum Teil, die Leute, die als Autoritäten wahrgenommen werden. Das ist das eigentlich Gefährliche, denn die Masse wird sich immer wegducken. Und das ist ja unser Problem, dass wir im Nachhinein isoliert waren und es auf einmal hieß, die Nierths sind die Störenfriede!


Oder wenn sich die (zeitweilige) "Mitte" mit Rechtsextremisten gemein macht:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... ettansicht
Doch statt Unterstützung von den Nachbarn kam Widerstand. "Da haben sich sofort besorgte Bürger und Wutbürger versammelt und dummerweise die NPD mit ins Boot gelassen." Das ist die schärfste Kritik, die Nierth überhaupt an den Tröglitzern äußert: dass sie die Rechtsradikalen die Demos haben anmelden lassen, "weil sie sich das selbst nicht zugetraut haben".


In Zeiten wie diesen reicht es nicht aus zu sagen "Ich bin die Mitte und alles andere geht mich nichts an". Andernfalls wird man nach Zeiten wie diesen wieder behaupten müssen, von nichts gewusst zu haben.

Was hat Nierth eigentlich getan, um diesen mittig/rechtsextremen Volkszorn in seinem Vorgarten auszulösen?

http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... ettansicht
Im vergangenen Spätherbst begann die Geschichte. 50 bis 60 Asylbewerber wollte der Landkreis in Tröglitz unterbringen. Nierth legte sofort los. "Ich wusste ja, dass die NPD das ausnutzen wird, deswegen bin ich gleich selbst in die Offensive gegangen." Er hat also einen langen Text geschrieben, in der Gemeindezeitung Blickpunkt. "Wir ahnen, das wird Probleme geben", heißt es darin. Und später, in gefetteten Buchstaben: "Keiner will sie. Ich eigentlich auch nicht. Aber sie sind einfach da." Nun sollten die Tröglitzer "allen Mut zusammennehmen" und "den Asylanten und Flüchtlingen offen und freundlich begegnen".
Er hat also die pauschale Ablehnung im Gegensatz zum Ostbeauftragten Hirte nicht zur Normalität erklärt, sondern einen freundlich-offenen Ansatz empfohlen. Volksfahrräder!
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 6. Apr 2018, 09:45

Marmelada hat geschrieben:(05 Apr 2018, 11:55)
Es gibt leider keinen West-Beauftragten, der nette Erklärungen für Materialismus, Ellenbogenmentalität und solche real kapitalistisch geprägte Sachen verkündet.

Na, ein Glück auch. Wenn man es genau nimmt und mal wirklich durchdenkt: Was drückt diese Bezeichnung "Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer" (vormals "vormals Beauftragter der Bundesregierung für die Angelegenheiten der Neuen Länder") eigentlich aus. Wenn man sie vergleicht mit einer anderen möglichen Bezeichnung wie etwa "Beauftragter der Bundesregierung für Angelegenheiten der Wiedervereinigung". Oder eigentlich noch besser: Irgendetwas in der Art von "Beauftragter für Strukturdifferenzen" allgemein (über die genaue Formulierung müsste man noch mal nachdenken). Es ist ein logischer Widersrpuch in sich. Denn es können eigentlich nur die eigenen Angelegenheiten sein.

Es gibt in ziemlich vielen Ländern Europas z.T. gravierende regionale Differenzen. Polen, Slowakei und vor allem Italien fallen mir da spontan ein. Man könnte in diesem Zusammenhang ja mal die Frage stellen, ob es irgendwo außerhalb Deutschlands eine offizielle Regierungsstelle für die Überbrückung solcher Strukturdifferenzen gibt. Ich kann mich ganz dunkel erinnern (irre mich vielleicht aber), dass es noch bis Anfang der 60er in der Bundesrepublik offiziell "Notstandsgebiete" genannte Regionen gab. Ich meine jetzt definitiv nicht die Ende der 60er heftig diskutierten "Notstandsgesetze". Ich find leider nur nix dazu.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 10:08

think twice hat geschrieben:(06 Apr 2018, 07:39)

Für die "abgelehnte Asylbewerber müssen sofort ausgewiesen werden"-Verfechter möchte ich nochmal auf die Situation der irakischen Familie aufmerksam machen, um die ich mich seit 2 Jahren kümmere. Nur um zu verdeutlichen, dass es immer um Menschen geht, denen man Unterstützung und sogar ein Lächeln verwehrt.

Diese Familie ist seit 2 1/2Jahren in Deutschland. Sie kommen aus Bagdad, sind Schiiten und wurden nicht politisch verfolgt. Die Kinder wurden trotzdem im Krieg geboren und haben ihre ersten Lebensjahre im Terror verbracht. Als die Schwester der Frau als Zivilistin beim Einkaufen von einer Bombe zerfetzt wurde und ihre 4 kleinen Neffen zu Halbwaisen wurden, beschloss die Familie zu gehen.
Der Mann desertierte vom Militär, sie verkauften ihre sämtlichen Besitztümer und wagten die gefährliche Flucht aus dem Irak. Als Deserteur stand der Mann jetzt auf der Fahndungsliste des irakischen Militärs.
Sie wissen heute nicht mehr, wie sie es geschafft haben, nach Deutschland zu kommen. Die Frau ist schwer krank und kann zeitweise kaum laufen. Und sie sind viel gelaufen, in der Türkei, in Griechenland, durch die Balkanstaaten.
Kurz nach ihrer Ankunft habe ich die Familie kennengelernt als eine von vielen Familien aus allen Teilen der Welt. Erschöpft, aber hoffnungsvoll. Das Besondere an dieser Familie war: Sie waren nicht misstrauisch und aengstlich, sondern voller Vertrauen und Dankbarkeit. Sie konnten sich ja nicht verständigen, aber wenn sie lächelten, ging die Sonne auf. Das empfand nicht nur ich so, sondern alle, die sich mit der Familie beschäftigten. Dolmetscher, Ärzte, Lehrer, sozialarbeiter., Sicherheitsdienst.
Die Einzigen, die sie mit ihrem Lächeln nicht verzaubern konnten, war der der Entscheider vom BAMF. Niemand verstand es, aber sie waren die ersten Iraker, die abgelehnt wurden. Die Familie muss sich in ihrer Naivität saudumm angestellt haben und ihnen sass wohl ein Stein als Entscheider gegenüber. Die Desertation konnte der Mann nicht beweisen, die Krankheit der Frau wurde nicht berücksichtigt, "da sie im nächsten Jahr daran wohl nicht sterben wuerde und deshalb keine Indikation vorlag.
Der Widerspruch wurde mit Hinweis auf die Entscheidung des BAmF zurückgewiesen, die Klage wurde erst garnicht angenommen.
Nun sitzen sie seit einem Jahr in ihrer kleinen Wohnung mit dem Status " Aussetzung der Abschiebung" und der einzige Grund, warum sie noch nicht in einen Flieger gesetzt wurden, ist der, dass Niedersachsen (noch!) nicht in den Irak abschiebt.
Von ihrem Optimismus ist nichts mehr übrig geblieben, sie haben nur noch Angst. Vor lauter Verzweiflung ist die Frau wieder schwanger geworden, obwohl es aufgrund ihrer Krankheit nicht ungefährlich für sie und das Baby ist. Es schützt sie natürlich auch nicht vor einer Abschiebung.
Mit viel Vitamin B habe ich dem Mann eine Option auf einen Ausbildungsplatz besorgt. Voraussetzung dafuer ist es, dass er genügend deutsch lernt. Das Dumme ist nur, die ganze Familie ist sprachlich absolut untalentiert. Sie verstehen inzwischen alles, aber sprechen können sie trotz Deutschkurse immer noch kaum. Es ist zum Verzweifeln. Der Mann wird seine Ausbildungsstelle wohl nicht antrete koennen, obwohl er seit mehreren Wochen schon halbtags bei der Firma arbeitet. Die Firma wuerde ihn auch Ganztagsschule regulaer beschäftigen als ungelernten Arbeiter, aber das hilft ihnen in ihrem Status auch nicht mehr. Abgelehnte Asylbewerber sollen raus und zwar zügig.

Meine grosse Angst ist es jetzt, dass Heimathorst sich schnell durchsetzt und dem Mann keine Zeit mehr bleibt, seine Deutschkenntnisse zu verbessern und nächstes Jahr seine Ausbildung anzutreten (die einzige Option, um die Familie vor der Abschiebung zu bewahren).

Ich schwöre, sollte sich diese Familie noch in einem der geplanten Abschiebungslager wiederfinden und sollte ich diese Familie doch zum Flughafen nach Hannover begleiten muessen, um sie in ihren Sonderflieger nach Bagdad zu setzen, dann werde ich alle dafuer hassen, die dazu beigetragen haben. Politiker, Pegida, AfD , alle , die Steine anstatt Herzen in der Brust tragen und sich in ihrem Wohlfuehlmodus ohne Ausländer gestört fuehlen.

Und noch eins: Diese Familie ist kein Einzelfall. Zigtausende Menschen sitzen auf einem Schleudersitz, leben in Angst, sind verzweifelt und verstehen nicht, was passiert ist. Sie sind hierher gekommen im Glauben, Deutschland wäre ein tolles Land, das jedem Menschen eine Chance gibt. Und nun erleben sie Ablehnung, Misstrauen und eine Politik, die aus einer Willkommenskultur eine Abschiebungskultur macht.

Es ist traurig und hier diskutieren User darüber, ob diese Menschen ein Lächeln wert sind.

Sorry für den langen Text, aber mich bedrückt das alles sehr und ich hoffe, dass der Eine oder die Andere wenigstens noch ein Lächeln für diese armen Menschen übrig hat.

Tja - Deutschland ist ein Rechtsstaat und da gelten nunmal Gesetze. Die Rechtslage ist, wie sie ist. Da hilft kein Gegreine und Gejammer.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 6. Apr 2018, 10:12

Dark Angel hat geschrieben:(05 Apr 2018, 10:51)

Du vergisst hier dreierlei:
1. dass dieser Vergleich gewaltig hinkt.
2. das Geldfluss niemals eine Einbahnstraße ist
Wieviel des "Aufbau Ost-Programms ist in die Sanierung der maroden Infrastruktur und in den Aufbau nicht vorhandener Infrastruktur geflossen. Infrastruktur ist überhaupt erst Voraussetzung für Investitionen und die benötigen Zeit.
Wieviele Gelder sind in Form von Gewinnen in "den Westen zurück geflossen" und wieviele Gelder wurden bei dem EU-Pleite- ähem Prestige-Projekt "Solar Valley" verbrannt etc

Auch wenn das nicht direkt zum Thema gehört: Das ist vollkommen richtig und wird immer wieder übersehen. Es scheint in einer (reinen) Marktwirtschaft einfach nicht funktionieren zu können, dass wohlhabendere Regionen einen Strukturausgleich mit weniger wohlhabenden betreiben. Das betrifft bei weitem nicht nur den "Aufbau Ost". Es gibt zig Artikel zu diesem Problem auch und gerade in Richtung Entwicklungshilfe für die ärmsten Regionen der Welt. Nur als ein Beispiel von sehr vielen:
Mosambik gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. In ländlichen Regionen haben sich Armut und Hunger seit 2002 sogar noch verschärft. Doch Europas Entwicklungspolitik ist oft eher Konjunkturprogramm für die heimische Wirtschaft denn Unterstützung für Afrikas Bauern.

https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/mosambik-ard-radiofeature-download100.html
Die Diskussionen darüber sind nur immer viel viel zu sehr von Begriffen und Vorstellungen geprägt, die aus dem sozialen Nahbereich kommen. Es ist eben etwas vollkommen anderes wenn ich einem Verwandten oder Freund in sozialer Not aus der finanziellen Patsche helfe oder wenn irgendwelche Strukturausgleichszahlungen erfolgen. Mein Verwandter oder Freund wird seine ausstehenden Schulden nicht als umsatzfördernden Auftrag an mich selbst zurückführen. Beim Aufbau etwa von Infrastruktur oder bei der Orderung von Gütern in strukturschwachen Regionen ist das aber in der Regel genau so. Das wird auch bei der Diskussion um EU-Ausgleichszahlungen immer vergessen. Der Volksmund hat dafür den schönen Ausdruck "Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen" und wenn mans etwas vornehmer ausdrücken will nennt mans "Matthäus-Effekt". Aus dem Matthäus-Evangelium: "Wer hat, dem wird gegeben". Man kann es ja auch direkt versuchen, zu berechnen. Wie hoch ist der Gesamtwert etwa der Verkehrswegesanierungen in Deutschland Ost. Und wie hoch ist der Gewinn der Firmen, die an diesen Sanierungen beteiligt waren. Die Differenz wird nicht so extrem sein wie bei der Entwicklugnshilfe in Mosambik. Aber nur diese Differenz und nicht der anfängliche Finanztransfer ist relevant.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon H2O » Fr 6. Apr 2018, 10:13

@Dark Angel: "Aus Verzweiflung schwanger gerworden" - nun wer's glaubt ...

Ja, gibt es das denn auch? :eek:
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 6. Apr 2018, 10:24

Wähler hat geschrieben:(05 Apr 2018, 18:35)

Die Diskussion gehört ins gewählte Parlament und sollte dort hart geführt werden. Vom weiteren Schielen auf Meinungsumfragen und Stimmungen in der Bevölkerung kann ich nur abraten. Wenn die Gegenseite die demokratische Mehrheit im Parlament erringen sollte, wäre das dann auch im Sinn der Demokratie, sowie mit Trump in Amerika. Vor lauter politischer Korrektheit nicht regieren zu wollen, machte die Bevölkerung nur noch ängstlicher und verdrossener.

Das halte ich für sehr vernünftig. Es wird alles mögliche an spontanen Aufwallungen als Meinung geäußert. Bei Parlamentswahlen ist das ein wenig anders. So dumm ist der durchschnittliche Bürger nicht, dass er bei seiner Wahlentscheidung nicht auch Dinge wie Wirtschaftsentwicklung, außenpolitische Stabilität, Konfliktmanagement, Sozialpolitik, Bildungspolitik und alles mögliche, was ihn betrifft, mit einberechnet. Und dann eben doch nicht die Partei wählt, die erstmal und vor allem den Zuzug von Fremden reduzieren will.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Billie Holiday » Fr 6. Apr 2018, 10:34

H2O hat geschrieben:(06 Apr 2018, 11:13)

@Dark Angel: "Aus Verzweiflung schwanger gerworden" - nun wer's glaubt ...

Ja, gibt es das denn auch? :eek:


Ich mußte sehr schmunzeln.
Bei mir war es der Sex.....
:D
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 6. Apr 2018, 10:37

Dark Angel hat geschrieben:(05 Apr 2018, 19:46)

Du unterschlägst mal eben 10% der Wähler, die sich ebenso gegen ein "weiter so" entschieden haben!
Du unterschlägst die FDP als Alterntive! Die FDP war im letzten Bundestag (2013 bis 2017) nicht vertreten!
Umfragen zufolge sind 75% des Souveräns mit der Politik der kleinen GroKo nicht einverstanden - und zwar unabhängig davon, welche Partei gewählt wurde.

Innerhalb der FDP gab es bis etwa 2014 einen innenpolitischen Kurs, der tatsächlich eine Alternative zur GroKo-Politik zu sein schien. Personifiziert in der Freundschaft zwischen Christian Lindner und Gerhard Papke, damals noch NRW-Landtagsfraktionschef für die FDP. Dann, 2014, gab es einen Bruch. Papke veröffentlichte ein Papier mit Warnungen vor Islamisierungstendenzen und Befürwortung einer restriktiveren Einwanderungspolitik. Und genau da ging Lindner abrupt auf Distanz zu Papke. Und der FDP-Kurs machte einen deutlichen Schwenk. Auf einem Landesparteitag redet Papke über ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen und ihm wird einfach das Mikrofon abgestellt. Im Juli 2017 schreibt Papke sein Buch "Noch eine Chance für die FDP?: Erinnerungen und Gedanken eines Weggefährten", das als Abrechnung mit seinen früheren politischen Weggefährten gelesen werden kann. Ich würde mir nicht zu viele Hoffnungen auf einen rechtskonservativen Kurs dieser FDP machen ...
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 10:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Apr 2018, 11:12)

Auch wenn das nicht direkt zum Thema gehört: Das ist vollkommen richtig und wird immer wieder übersehen. Es scheint in einer (reinen) Marktwirtschaft einfach nicht funktionieren zu können, dass wohlhabendere Regionen einen Strukturausgleich mit weniger wohlhabenden betreiben. Das betrifft bei weitem nicht nur den "Aufbau Ost". Es gibt zig Artikel zu diesem Problem auch und gerade in Richtung Entwicklungshilfe für die ärmsten Regionen der Welt. Nur als ein Beispiel von sehr vielen:


Du brauchst mit deinem Beispiel gar nicht so weit zu gehen. Stichwort: Länderfinanzausgleich und da hängt Berlin ganz gewaltig am Tropf. Wenn da beispielsweise Bayern seine Zahlungen einstellen würde, sähe es aber gewaltig mau aus ... :p
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 10:58

Billie Holiday hat geschrieben:(06 Apr 2018, 11:34)

Ich mußte sehr schmunzeln.
Bei mir war es der Sex.....
:D

"Aus Verzweiflung schwanger gerworden" - doch wohl eher ganz bewusst einkalkuliert, weil dann nicht abgeschoben wird.
Ich frage mich allerdings, ob tt bei einem Deutschen, der unverschuldet obdachlos geworden ist, auch so auf die Tränendrüsen drückt.
Und was ganz speziell den Irak angeht - dort ist der IS zurück geschlagen worden. Irakische Flüchtlinge beginnen freiwillig zurückzukehren, um beim Wiederaufbau zu helfen.
Was sollte die betreffende Familie also daran hindern, es auch zu tun?
Sollte es vielleicht daran liegen, dass der Mann desertiert ist?
Nebenbei - Desertieren vom Militär wird überall auf der Welt strafrechtlich verfolgt. Also kein Fluchtgrund.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 11:09

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Apr 2018, 11:37)

Innerhalb der FDP gab es bis etwa 2014 einen innenpolitischen Kurs, der tatsächlich eine Alternative zur GroKo-Politik zu sein schien. Personifiziert in der Freundschaft zwischen Christian Lindner und Gerhard Papke, damals noch NRW-Landtagsfraktionschef für die FDP. Dann, 2014, gab es einen Bruch. Papke veröffentlichte ein Papier mit Warnungen vor Islamisierungstendenzen und Befürwortung einer restriktiveren Einwanderungspolitik. Und genau da ging Lindner abrupt auf Distanz zu Papke. Und der FDP-Kurs machte einen deutlichen Schwenk. Auf einem Landesparteitag redet Papke über ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen und ihm wird einfach das Mikrofon abgestellt. Im Juli 2017 schreibt Papke sein Buch "Noch eine Chance für die FDP?: Erinnerungen und Gedanken eines Weggefährten", das als Abrechnung mit seinen früheren politischen Weggefährten gelesen werden kann. Ich würde mir nicht zu viele Hoffnungen auf einen rechtskonservativen Kurs dieser FDP machen ...

Seit wann ist denn die FDP rechtskonservativ?
Mir wäre auch neu, dass Einhaltung und Durchsetzung geltenden Rechts sowie internationalen Völkerrechts irgend etwas mit rechtskonservativ zu tun hätte.
Und genauso neu wäre mir, dass die Forerung nach Anerkennung normativer Regeln und informeller Regeln (umgangssprachlich auch "ungeschriebene Gesetze" genannt) sowie die Anerkennung unserer Werte und unseres Lebensstils etwas mit rechtskonservativ zu tun hätte.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Marmelada » Fr 6. Apr 2018, 11:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Apr 2018, 10:45)

Na, ein Glück auch.
Ich würde es machen, wenn auch nicht so popo... ulistisch wie Hirte.

Wenn man es genau nimmt und mal wirklich durchdenkt: Was drückt diese Bezeichnung "Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer" (vormals "vormals Beauftragter der Bundesregierung für die Angelegenheiten der Neuen Länder") eigentlich aus. Wenn man sie vergleicht mit einer anderen möglichen Bezeichnung wie etwa "Beauftragter der Bundesregierung für Angelegenheiten der Wiedervereinigung". Oder eigentlich noch besser: Irgendetwas in der Art von "Beauftragter für Strukturdifferenzen" allgemein (über die genaue Formulierung müsste man noch mal nachdenken). Es ist ein logischer Widersrpuch in sich. Denn es können eigentlich nur die eigenen Angelegenheiten sein.
Das stimmt, in den Bezeichnungen ist die Mauer in den Köpfen erkennbar. Vielleicht gibt sich das auf eine unerwartete Weise, der Ostbeauftragte schwingt sich nämlich im ersten Schritt zum gesamtdeutsch-ländlichen Ablehnungsbeauftragten auf:

https://www.mdr.de/thueringen/christian ... n-100.html
Der CDU-Politiker verteidigte zudem seine umstrittenen Äußerungen über die Skepsis der Ostdeutschen gegen Ausländer. Die Menschen in den ostdeutschen Ländern seien nicht fremdenfeindlich, so Hirte. Sie hätten allerdings einen anderen gesellschaftlichen Hintergrund und seien kritischer eingestellt. Wenn man sich die in Teilen gescheiterte Integration von Zuwanderern in westdeutschen Großstädten ansehe, dann sei das eine Situation, die man auch in den ländlichen Regionen in Westdeutschland und insbesondere in Ostdeutschland nicht haben wolle, so Hirte.
Im Grund aber doch nicht überraschend. Die AfD-Schäflein sollen eingefangen werden.

Es gibt in ziemlich vielen Ländern Europas z.T. gravierende regionale Differenzen. Polen, Slowakei und vor allem Italien fallen mir da spontan ein. Man könnte in diesem Zusammenhang ja mal die Frage stellen, ob es irgendwo außerhalb Deutschlands eine offizielle Regierungsstelle für die Überbrückung solcher Strukturdifferenzen gibt. Ich kann mich ganz dunkel erinnern (irre mich vielleicht aber), dass es noch bis Anfang der 60er in der Bundesrepublik offiziell "Notstandsgebiete" genannte Regionen gab. Ich meine jetzt definitiv nicht die Ende der 60er heftig diskutierten "Notstandsgesetze". Ich find leider nur nix dazu.
Sagt mir jetzt auch nix.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Fr 6. Apr 2018, 12:58

Dark Angel hat geschrieben:(06 Apr 2018, 09:55)

Fakten haben nix mit Ausländerfeindlichkeit oder Vorurteilen zu tun. Fakten beschreiben die Realität!

[i]"Die Gesellschaft ist schon gespalten. Zehn Prozent der Muslime in Deutschland sind beruflich und gesellschaftlich eingegliedert. Neunzig Prozent leben in Parallelgesellschaften. Die meisten möchten auch gar nicht dazugehören. [...]
Die Leute, die hierherkommen, werden nicht integriert. Ich habe als Berater mit Verwaltungsleuten über Integration geredet und war erstaunt. Mit Integration meinen sie: Registrierung, Alimentierung, häusliche Unterbringung, bestenfalls Sprachkurse. Integration heisst aber, dass man eine Bürgeridentität annimmt. Zu einer Heimat gehört Identität. Wenn dieser Faktor ausgeschlossen wird, bleibt nichts. Da steckt aber das deutsche Problem: Es gibt kein Identitätsangebot."
www.nzz.ch/feuilleton/die-islam-konfere ... erwerfung-


Ich war selbst 2 Jahre Verwalterin zweier Unterkünfte. Ich habe die Sporthallen ausgerüstet, hatte mein "Buero", einen Holzverschlag, mitten in der Sporthalle bei ohrenbetaeubenden Laerm. Ich habe die Menschen bei ihren ersten Schritten begleitet, habe ihre Fortschritte und ihre Anpassungsfähigkeit bestaunt, habe mich mit ihnen gefreut oder sie auch getröstet. Näher als ich kann niemand am Geschehen gewesen sein.

Und nun kommst du mit deinem Bassam Tibi an, einem der Erstunterzeichner der Erklärung 2018, die aus einer Unterschriftensammlung Intellektueller Rechter besteht und willst mir erklaeren, alles wäre ganz anders?
Er war Berater und hat sich bei Verwaltern informiert? Wo denn? In der Schweiz, wo auch sein Interview veröffentlicht wurde, weil sich in Deutschland kein Schwein mehr für ihn interessiert?

Als ob so ein Vogel mich davon überzeugen könnte, dass ich meine eigenen Erfahrungen nur geträumt habe oder so. :rolleyes:
#wirsindmehr
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Hyde
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Hyde » Fr 6. Apr 2018, 13:08

Solche Aussagen sind doch Standart bei unseren ganzen Ostdeutschlandverstehern.

Ich frage mich, wie sich der Rassismus in Ostdeutschland entwickelt hätte, wenn es keine Wiedervereinigung gegeben hätte. Vielleicht hätten die Ostdeutschen dann selbstkritischer auf die eigenen Entwicklungen blicken können. Dadurch, dass der Osten nun aber zu Gesamtdeutschland gehört, scheint mir eine kritische Debatte über den Osten nicht möglich, da das sofort von diesen Ossi/Wessi Dingen überlagert wird und man aus politischer Korrektheit (um den Ossi nicht zu diskreditieren und nicht in seinen Gefühlen zu verletzen) Ostdeutschland lieber nicht kritisiert und sich über dortige Fehlentwicklungen lieber ausschweigt.

Also so ähnlich, wie man Probleme bei der Integration manchmal totschweigt wegen der Gefahr des Vorwurfs der Ausländerfeindlichkeit, so schweigt man Probleme in Ostdeutschland tot wegen der Angst des Vorwurfs der Ostdeutschlandfeindlichkeit. Und die Ostdeutschen fühlen sich direkt verletzt, wenn sie kritisiert werden.

Hätten sie ihren eigenen Staat, in dem es nicht das Ost/West-Thema gäbe, dann wären die Ostdeutschen wohl stärker zur Selbstkritik in der Lage und es müsste keine Rücksicht auf „politische Korrektheit“ gegenüber dem Ossi genommen werden.
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Vongole
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Vongole » Fr 6. Apr 2018, 13:14

Dark Angel hat geschrieben:(06 Apr 2018, 11:58)

(..)
Und was ganz speziell den Irak angeht - dort ist der IS zurück geschlagen worden. Irakische Flüchtlinge beginnen freiwillig zurückzukehren, um beim Wiederaufbau zu helfen.
Was sollte die betreffende Familie also daran hindern, es auch zu tun?
Sollte es vielleicht daran liegen, dass der Mann desertiert ist?
Nebenbei - Desertieren vom Militär wird überall auf der Welt strafrechtlich verfolgt. Also kein Fluchtgrund.


Du weißt aber schon, dass der Irak meilenweit davon entfernt ist, ein Rechtsstaat genannt zu werden?
Und dass dort auf Desertion die Todesstrafe steht?
Angesehen davon fallen mir eine Menge Staaten ein, wo ich Desertion als Fluchtgrund anerkennen würde, angefangen bei unserem Bündnispartner Türkei.

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