Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Provokateur » Do 5. Apr 2018, 05:59

Woppadaq hat geschrieben:(05 Apr 2018, 00:09)

Ich denke mal, es geht um den Grad des offenen Zeigens. Zudem gibt es schon Unterschiede zwischen Ablehnung von Fremden und reinen Chauvinismus.


Das eine ist Xenophobie, das andere (wie du ganz richtig sagst) Chauvnismus - und das geht auch ganz wunderbar ohne Rassismus. Man kann auch gegen einen Franzosen xenophob sein, der für einen Rassisten möglicherweise Arier, Vulkanier, Klingone oder einer sonstigen "Herrenrasse" zugehörig ist.
Und Chauvinismus kannst du an jedem Merkmal festmachen, welches aus Sicht des Chauvinisten die eigene Überlegenheit definiert. Da reicht manchmal die Anhängerschaft zum "richtigen" Fußballverein.

Watchful_Eye hat geschrieben: Das sehe ich etwas anders. Ich will mich auf keine Zahl festlegen, aber ich glaube, dass äußerst viele Menschen unterschwellig ein wenig rassistisch sind. Es ist ein Unterschied, ob man ein wenig unterschwellige Empathie oder Stolz für seine ethnische Herkunft empfindet oder ob im Extremfall mit vollem Ernst propagiert, einer Herrenrasse anzugehören und daraus politische Forderungen abzuleiten.

Hm, hm, schwierig. Ich tue mich schwer damit, bei reiner Selbstbezogenheit überhaupt auf Rassismus zu erkennen, da Rassismus immer mit dem Hass auf andere Ethnien verbunden ist. Bei dem Satz "Ich bin weß, und das ist okay - und du bist es nicht, und das ist auch okay." würde ich nicht mal auf Rassismus abstellen.

Watchful_Eye hat geschrieben: Du findest z.B. bei sehr vielen historischen Autoren rassistische Tendenzen, und trotzdem sind diese natürlich nicht mit dem Rassismus der Nazis zu vergleichen.

Damals waren -ismen noch gängig und normal. Erst mit der Aufklärung kam eine gewisse Abkehr vom extremen auf.

TheManFromDownUnder hat geschrieben: Sehe ich auch so. Rassistisch kommt von Rassismus.Un "ismus" kann nicht gesteigert werden.

Ja, danke.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 5. Apr 2018, 06:57

Woppadaq hat geschrieben:(05 Apr 2018, 05:01)

Was du alles nicht kannst...


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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Apr 2018, 07:56

Woppadaq hat geschrieben:(05 Apr 2018, 00:04)
Alles im allen seh ich nicht, dass die Skandinavier rechter werden, eher dass die Rechten wählbarer werden.

Naja ... dir ist aber hoffentlich klar, dass das eine nicht ohne das andere möglich ist.

Extreme Außenseiter wie die AfS werden die Ausnahme bleiben. Ich habe in den letzten Jahren aber zig Artikel, Hörfunkbeiträge usw. gelesen und gehört, die sozusagen eine Mainstreamisierung von Nationalismus in Skandinavien konstatieren. Dass ein schwedischer Parlamentsvizepräsident, also ein offizieller Repräsentant der Legislative (u.a.) Juden von der Gemeinschaft der Schweden ausschließt ... das ist schon ziemlich starker Tobak. Und er gehört einer Partei an, die (siehe Artikel unten) "ein Jahr vor Wahlen nur noch sechs, sieben Prozentpunkte" von den tradionsreichen Sozialdemokraten trennen.

Nur ein Beispiel von mehreren: Skandinavien: Rechtspopulisten als Tonangeber. (FR Juli 17)

In einem Meer blaugelber Fahnen, vor sich in blaugelben Nationaltrachten Königin Silvia und drei Prinzessinnen, schloss Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven die Rede zum „Flaggentag“ auf der blaugelb geschmückten Bühne bewegt ab. Die Demokratie müsse verteidigt werden, „damit unsere Kinder und Enkel auch weiter eines der freiesten und erfolgreichsten Länder der Welt feiern können. Unser geliebtes Schweden.“ Zwei Jahre vorher hatte der Sozialdemokrat noch vor Demonstranten für eine offene und humane Aufnahme von Flüchtlingen bewegt ausgerufen: „Mein Europa baut keine Mauern.“

Inzwischen zieht die Stockholmer Regierung Mauern hoch, was das Zeug hält, und ihr Chef hat die Scheu vor nationalistisch riechenden Tönen abgelegt. Die Sozialdemokraten, die hier fast ein Jahrhundert allein regieren konnten, trennen ein Jahr vor Wahlen nur noch sechs, sieben Prozentpunkte von den rechtspopulistischen Schwedendemokraten. In zehn Jahren hat der stets gesittet auftretende Parteichef Jimmie Åkesson aus einer Splittergruppe mit arischen Rasseideologen und anderen Neonazis im Gründergepäck Schwedens nun zweitstärkste Kraft mit 20 Prozent bei Umfragen gemacht. Die Konservativen sind im stetigen Fall auf den dritten Platz zurückgefallen.

http://www.fr.de/politik/skandinavien-rechtspopulisten-als-tonangeber-a-1320029
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Apr 2018, 08:06



Aus dem verwiesenen Artikel:

Ich sehe mir erneut Anabel Schunkes Video an. Jeder Satz, jedes Wort aus ihrem Mund klingt falsch. Ob sie wirklich dahinter steht – egal. Ob sie dafür gehasst wird – egal.

Wenig später wird sie wohl selbst vergessen haben, was sie in dem Video gesagt hat. Aber sie wird sich vermutlich die Aufrufe ansehen.

Und sich freuen.


Je nun. EIn ganz normaler Fall von medialem Narzissmus. Der nur ausnahmsweise sehr bewusst und professionell ausgelebt wird. Anstelle von direkt politischen Themen hätte sie auch Veganismus oder Metalcore oder sonstwas wählen können.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Apr 2018, 08:13

Woppadaq hat geschrieben:(05 Apr 2018, 00:55)

Es ist schon richtig, dass mit dem Aufkommen des Bürgertums der Nationalismus seine eigentlich bindende Funktion als klassenübergreifende Identitätsstiftung bekam. Ich vermute mal, dass er erst dann zum exklusiven Nationalismus wurde, als er sich irgendwie abgrenzen musste, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Denn die sich verschärfende Klassengegensätze liefen dieser Identitätsstiftung zuwider.

Ich denke mal, dass genau das den Nationalismus derzeit wieder attraktiv macht. Die Klassengegensätze spielen immer weniger eine Rolle, die Globalisierung und der damit einhergehende Identitätsverlust hingegen werden immer stärker als Belastung empfunden.

In der medialen Wahrnehmung vielleicht. Aber überlege mal, was realiter diese Globaliserung bewirkt hat: In den Zentralen großer, global agierender Unternehmen laufen (mindestens) soviele Fäden zusammen wie in den Regierungen der nach wie vor nach Nationen gegliederten Staaten. Man nimmt es vielleicht anders wahr. Und benutzt diese Nationen-Begrifflichkeit als nostalgischen Rückzugspunkt. Aber in der Realität nimmt die Bedeutung der Nation verglichen mit Mitte des 19. Jahrhunderts stetig ab. Und diese Rückzugs-Mentalität hin zu Nation (und natürlich auch religiöse Tradition) betrifft auch immer nur einen Teil der Menschen. Definiert sich der andere Teil nicht längst eher durch Besitz und Zurschaustellung von Markenprodukten bestimmter Unternehmen oder durch Zugehörigkeit zu einer der diversen global entstandenen Fangemeinschaften?
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Apr 2018, 08:23

Provokateur hat geschrieben:(04 Apr 2018, 23:08)

Ich frage mich die ganze Zeit, wie ich das "rassistischer" im Titel verstehen darf. Rassistisch ist man, oder man ist es nicht. Wenn man zwei Rassisten nebeneinander stellt, gibt es kein Score, nach dem man sagen könnte "der ist jetzt aber rassistischer als der andere".


Das kann ich ziemlich klar benennen. (Wie auch schon sinngemäß von anderen Usern geschrieben): Aus der nebulösen Andeutung und aus "gefühlten Abneigungen" wird eine unverblümte Äußerung ohne scheinhumanistische Übertünchung.

"Juden sind keine Schweden" (http://www.juedische-allgemeine.de/arti ... w/id/21035)

Ein offen antisemitisches Plakat im Stile des "Jud Süß" in Ungarn. (https://img.kaloo.ga/thumb?url=http%3A%2F%2Fwww.tagesspiegel.de%2Fimages%2Ftagesspiegel%2F20059594%2F2-format60051.jpg%3FinIsFirst%3Dtrue&md5val=af6615210da01d53ac19a1d1de29d231&key=c09e8ea1e2a9c9ca27db1d56ff722281ad059ae4&method=fill&size=952x536)

Von antiziganistischen und antimuslimischen Auswüchsen mal ganz abgesehen ...
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Apr 2018, 08:53

Und zu Skandinavien nochmal: Wie wahrscheinlich/möglicherweise viele Menschen kann ich diesen Nationalstolz einfach nicht einschätzen. Am Flaggentag am 6. Juni ist das ganze Land in blau-gelbe Farben getaucht. Man hat keine Probleme, am eigenen Haus eine schwedische Fahne zu hissen. Hat das nur damit zu tun, dass wir hier in Deutschland ein (angeblich) verklemmtes Verhältnis zur Nation haben und solche Phänomene von daher nicht verstehen können. Haben Phänomene wie die in Wahlen sehr erfolgreichen skandinavischen Rechtspopulisten und dieser Nationenkult tatsächlich nix miteinander zu tun? Siehts im Baltikum nicht ziemlich ähnlich aus?

Bei längeren Gesprächen mit Freunden in Schottland habe ich des öfteren festgestellt: Ihr häufig vorhandenes Nationalbewusstsein und insbesondere ihr Stolz auf ihre Geschichte haben damit zu tun, dass sie ihre eigene Geschichte nicht wirklich kennen und insbesondere große Teile davon (bewusst oder unbewusst) einfach ausblenden.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Provokateur » Do 5. Apr 2018, 09:34

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Apr 2018, 09:23)

Das kann ich ziemlich klar benennen. (Wie auch schon sinngemäß von anderen Usern geschrieben): Aus der nebulösen Andeutung und aus "gefühlten Abneigungen" wird eine unverblümte Äußerung ohne scheinhumanistische Übertünchung.

"Juden sind keine Schweden" (http://www.juedische-allgemeine.de/arti ... w/id/21035)

Ein offen antisemitisches Plakat im Stile des "Jud Süß" in Ungarn. (https://img.kaloo.ga/thumb?url=http%3A%2F%2Fwww.tagesspiegel.de%2Fimages%2Ftagesspiegel%2F20059594%2F2-format60051.jpg%3FinIsFirst%3Dtrue&md5val=af6615210da01d53ac19a1d1de29d231&key=c09e8ea1e2a9c9ca27db1d56ff722281ad059ae4&method=fill&size=952x536)

Von antiziganistischen und antimuslimischen Auswüchsen mal ganz abgesehen ...


Die Übertünchung ist aber ein (bemühtes) Anpassen an den Rezipienten. Das dahinterstehende Menschenbild ist gleich.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Senexx » Do 5. Apr 2018, 10:26

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Apr 2018, 09:53)
Bei längeren Gesprächen mit Freunden in Schottland habe ich des öfteren festgestellt: Ihr häufig vorhandenes Nationalbewusstsein und insbesondere ihr Stolz auf ihre Geschichte haben damit zu tun, dass sie ihre eigene Geschichte nicht wirklich kennen und insbesondere große Teile davon (bewusst oder unbewusst) einfach ausblenden.

Verstehe ich das richtig: Sie beurteilen die Geschichtskenntnis der Schotten und kommen zum Urteil, dass diese ihre eigene Geschichte nur lückenhaft kennen. Sie aber kennen deren Geschichte besser und können deren Geschichtskenntnisse daher aburteilen?

Sehr verwegen.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Apr 2018, 10:47

Senexx hat geschrieben:(05 Apr 2018, 11:26)

Verstehe ich das richtig: Sie beurteilen die Geschichtskenntnis der Schotten und kommen zum Urteil, dass diese ihre eigene Geschichte nur lückenhaft kennen. Sie aber kennen deren Geschichte besser und können deren Geschichtskenntnisse daher aburteilen?

Sehr verwegen.

Ist verwegen. Zugegeben. Mag vielleicht auch Zufall sein. Ich habe ja nix über "die Schotten" sondern konkret über meine Freunde dort geschrieben. Und das hatte nicht nur etwas mit der reinen Faktenlage sondern natürlich auch etwas mit der Einordnung historischer Ereignisse zu tun.

Wenn wir es etwas allgemeiner und objektiver sehen wollen: Es ist eine kaum hinterfragte Tatsache, dass der Umgang mit der Vergangenheit als Zentrum großer Kolonialreiche sowohl in Frankreich als auch in UK, Portugal oder Spanien bis in die Gegenwart, sagen wir mal, schwierig und widersprüchlich ist.

Um nur mal einen allgemeingehaltenen und die Mainstream-Meinungen wiedergebenden Artikel (nämlich des bpb) zu zitieren:
Die Mehrzahl der Briten zeigt sich seit dem Zweiten Weltkrieg jedenfalls unfähig, mit dem durch das Ende des Empire hervorgerufenen, tiefgreifenden Wandel in der nationalen Identität angemessen umzugehen. Die mit dem imperialen Projekt verknüpfte Schuld und die Trauer um das verloren gegangene Weltreich werden noch immer weitgehend verdrängt. Anstelle einer Aufarbeitung lässt sich eher die Flucht in einen übersteigerten Narzissmus, in das künstliche Paradies einer homogenen Identität beobachten.

http://www.bpb.de/apuz/31498/der-kolonialismus-im-europaeischen-gedaechtnis?p=all

Natürlich muss auch diese Mainstream-Meinung nicht 100prozent der objektiven Wahrheit entsprechen. Aber genau das war es, was ich bei Gesprächen in Schottland empfand.

Interessant im Zusammenhang mit dem Thread-Thema wäre natürlich vor allem, wie sich neurechte Parteien in den betreffenden Ländern zu der jeweiligen kolonialen Vergangenheit stellen.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Do 5. Apr 2018, 21:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Apr 2018, 08:56)

Naja ... dir ist aber hoffentlich klar, dass das eine nicht ohne das andere möglich ist.


Mir schon. Der AfD bisher gottseidank noch nicht.

Extreme Außenseiter wie die AfS werden die Ausnahme bleiben. Ich habe in den letzten Jahren aber zig Artikel, Hörfunkbeiträge usw. gelesen und gehört, die sozusagen eine Mainstreamisierung von Nationalismus in Skandinavien konstatieren. Dass ein schwedischer Parlamentsvizepräsident, also ein offizieller Repräsentant der Legislative (u.a.) Juden von der Gemeinschaft der Schweden ausschließt ... das ist schon ziemlich starker Tobak. Und er gehört einer Partei an, die (siehe Artikel unten) "ein Jahr vor Wahlen nur noch sechs, sieben Prozentpunkte" von den tradionsreichen Sozialdemokraten trennen.


Ich hab mir mal angeguckt, was Söder wirklich gesagt hat. Natürlich ist das anti-semitisch, aber, ganz Kulturdebatte heutzutage, nur begrenzt ausschliessend:

"In an interview, Björn Söder of the Sweden Democrats party stated that 'most [people] of Jewish origin who have become Swedes leave their Jewish identity' and that it is important to distinguish between 'citizenship and nationhood.'" ( Jerusalem Post )

Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass sein Spruch im Grunde dasselbe Niveau hat wie Seehofers "Der Islam gehört nicht zu Deutschland", nur halt mit Juden. Im englischen Wikipedia find ich dann auch den eigentlichen Grund für das Mehr an Akzeptanz dieser Partei:

"During the 2000s the so-called "Scania gang", or "Gang of Four" – Jimmie Åkesson (party leader since 2005), Björn Söder, Mattias Karlsson and Richard Jomshof – continued and expanded the moderation policy, which included ousting openly extremist members.[36] Before the 2002 election, former Moderate Party MP Sten Christer Andersson defected to SD, citing that the party had gotten rid of its extreme-right elements.[38] In 2003 the party declared the Universal Declaration of Human Rights to be a cornerstone of its policies.[39] " ( Wikipedia)

Also eben nicht Extremisierung, sondern eher Abrüstung. Ich muss auch sagen, dass ich so meine liebe Not mit der schwedischen Sozialdemokratie habe, schliesslich hat diese eines der umfassendsten Eugenik-Programme überhaupt zu verantworten, welches bis 1976 ging, und bei dem sogar "asoziales Verhalten" zu Sterilisation führen konnte. Der Mangel an Aufarbeitung wird zu ganz wesentlichen Teilen die Akzeptanz von derartig rechten Parteien verstärkt haben.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Do 5. Apr 2018, 22:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Apr 2018, 09:13)

In der medialen Wahrnehmung vielleicht. Aber überlege mal, was realiter diese Globaliserung bewirkt hat: In den Zentralen großer, global agierender Unternehmen laufen (mindestens) soviele Fäden zusammen wie in den Regierungen der nach wie vor nach Nationen gegliederten Staaten. Man nimmt es vielleicht anders wahr. Und benutzt diese Nationen-Begrifflichkeit als nostalgischen Rückzugspunkt. Aber in der Realität nimmt die Bedeutung der Nation verglichen mit Mitte des 19. Jahrhunderts stetig ab. Und diese Rückzugs-Mentalität hin zu Nation (und natürlich auch religiöse Tradition) betrifft auch immer nur einen Teil der Menschen. Definiert sich der andere Teil nicht längst eher durch Besitz und Zurschaustellung von Markenprodukten bestimmter Unternehmen oder durch Zugehörigkeit zu einer der diversen global entstandenen Fangemeinschaften?


Ich sag dir mal, was ich sehe: die einzige Partei, die die Rechten wirklich kalt erwischt und ihren weiteren Siegeszug verhindert hat, war ausgerechnet eine Partei mit klarer Europa-Vision: Macrons "En Marche". Ausgerechnet Europa ! Mal ehrlich: wenn eine derartige Europa-Radikalität jemand in einer etablierten deutschen Partei gefordert hätte, hätte man ihn für selbstmörderisch erklärt. Selbst Schulz' Europa-Visionen wurden eher belächelt, die Partei stand da nicht wirklich dahinter.

Was sagt uns das? Nun, zweierlei: erstens dass die Leute gerne mutigen Visionären folgen. Und machen wir uns nichts vor: Parteien mit mutigen, vorzeigbaren Europa-Visionen haben wir derzeit im Bundestag nicht, selbst die Grünen, die nun eine der pro-europäischsten Parteien überhaupt ist, hat zwar Berkenntnisse zu bieten, aber keinen expliziten Gestaltungswillen wie "En Marche".

Zweitens: wenn keine Partei mit mutigen Visionen kommen will, weil sie alle Angst haben und nur noch das Heute verwalten, dann verfalllen die Leute in den Besitzstandswahrungs-Modus. Und den bedient niemand so gut wie die rechten Parteien. Deren Vision ist zwar retroaktiv und fremdenfeindlich, aber es ist wenigstens eine Vision. Die Ablehnung der etablierten Parteien lässt diese Vision sogar mutig erscheinen. Und viele Leute wählen oftmals das Mutige, egal was es ist, solange es nicht als komplett schädlich angesehen wird wie z.B. das BGE.

Das derzeitige Europa, also die EU, ist ein zutiefst konservatives Konstrukt, im Sinne von "bloss nichts neues, erst mal sehen, wie wir uns überhaupt näher kommen können, wenn überhaupt". Die rechten Parteien verstärken diese Wahrnehmung, und damit den Zweifel an der EU schlechthin. Ein europäischer Nationalismus, der sich also über die Nationen stellt und sie verbindet, anstatt wie der Kosmopolitismus sie zu egalisieren, ist deshalb eigentlich das Gebot der Stunde, und kein chauvinistischer Grossmachtstraum.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon H2O » Do 5. Apr 2018, 22:03

Woppadaq hat geschrieben:(05 Apr 2018, 22:30)

...

...dass ich so meine liebe Not mit der schwedischen Sozialdemokratie habe, schliesslich hat diese eines der umfassendsten Eugenik-Programme überhaupt zu verantworten, welches bis 1976 ging, und bei dem sogar "asoziales Verhalten" zu Sterilisation führen konnte. Der Mangel an Aufarbeitung wird zu ganz wesentlichen Teilen die Akzeptanz von derartig rechten Parteien verstärkt haben.


Gab es denn zählbare Erfolge dieser Eugenik-Programme... etwa was Erbkrankheiten und "asoziales Verhalten" betraf? Oder war das Programm nur bösartig und wirkungslos?
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Do 5. Apr 2018, 22:31

H2O hat geschrieben:(05 Apr 2018, 23:03)

Gab es denn zählbare Erfolge dieser Eugenik-Programme... etwa was Erbkrankheiten und "asoziales Verhalten" betraf? Oder war das Programm nur bösartig und wirkungslos?


Naja, bösartig ist übertrieben. Zu dem Zeitpunkt, wo das Programm eingeführt wurde, anfang der 30er Jahre, galt die Eugenik als etwas positives, im Grunde war Schweden damit ja nicht alleine. Allerdings ging es anfangs nur um die Sterilisation von "hochgradig lebensuntauglichen Individuen", das fand in der Art auch in anderen skandinavischen Ländern statt. Die Verschärfung hin zur Zwangssterilisation bei "asozialem Verhalten", worunter nicht nur Alkoholismus fiel, sondern bisweilen auch einfach "Minderjährigenbesuche von Tanzveranstaltungen", wie auch die lange Laufzeit dieses Programms und die nicht erfolgte Aufarbeitung dieser Vergangenheit in der Bevölkerung - das seh ich schon als problematisch an.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Do 5. Apr 2018, 23:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Apr 2018, 09:53)

Und zu Skandinavien nochmal: Wie wahrscheinlich/möglicherweise viele Menschen kann ich diesen Nationalstolz einfach nicht einschätzen. Am Flaggentag am 6. Juni ist das ganze Land in blau-gelbe Farben getaucht. Man hat keine Probleme, am eigenen Haus eine schwedische Fahne zu hissen. Hat das nur damit zu tun, dass wir hier in Deutschland ein (angeblich) verklemmtes Verhältnis zur Nation haben und solche Phänomene von daher nicht verstehen können. Haben Phänomene wie die in Wahlen sehr erfolgreichen skandinavischen Rechtspopulisten und dieser Nationenkult tatsächlich nix miteinander zu tun? Siehts im Baltikum nicht ziemlich ähnlich aus?

Bei längeren Gesprächen mit Freunden in Schottland habe ich des öfteren festgestellt: Ihr häufig vorhandenes Nationalbewusstsein und insbesondere ihr Stolz auf ihre Geschichte haben damit zu tun, dass sie ihre eigene Geschichte nicht wirklich kennen und insbesondere große Teile davon (bewusst oder unbewusst) einfach ausblenden.


Also zunächst mal: ja, ich denke , dass wir Deutschen ein verdammt verklemmtes Verhältnis zu unserer Nation haben. Das war eigentlich schon immer so, die Aufarbeitung des Nationalsozialismus hat das nur verschärft und zu jeglicher Ablehnung von explizit deutschem Nationalismus geführt (bei bayrischem Nationalismus siehts schon wieder anders aus). Dabei vergessen die Nationalismus-Ablehner oft, dass die Deutschland-Flagge weder was mit dem Kaiserreich noch mit dem Nationalsozialismus zu tun hat, die beide ganz andere Flaggen hatten. Schwarz-Rot-Gold stand immer für den Traum von einer deutschen Demokratie, für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, und war deshalb auch die Flagge der Weimarer Republik wie auch sowohl der Bundesrepublik als auch der sich pseudo-demokratisch gebenden DDR. Man muss sich also für diese Flagge nicht schämen. Wir tuns aber, viel zu oft, wie ich finde.

Gut ist daran bisher nur, dass nationalistische Parteien hier bisher klein gehalten wurden und verbal stärker abrüsten mussten als man das von rechten Parteien in anderen Ländern verlangt hat. Problematisch ist aber, dass Deutschland damit im Zwiespalt zwischen Selbsthass und Stolz auf das Erreichte gefangen ist, was es rechten Parteien einfach macht, das Thema "für die Nation" quasi einzigartig zu besetzen. Was ihnen nicht wenig Stimmen bringt. Man sollte sich nichts vormachen: die AfD hätte mit einem moderaten Kurs durchaus auch im Westen über 20% einfahren können.

Die skandinavischen wie baltischen Rechtspopulisten seh ich ungefähr so wie die FPÖ: rechts im Sinne von politischem Egoismus, mit fremdenfeindlicher Note, aber nicht im dem Sinne rechts, wie man es hierzulande gerne assoziiert: Retroaktivität, EU-Ablehnung, verbal unterirdischer Populismus.

Was den schottischen Nationalismus angeht: der ist ein gutes Beispiel dafür, dass Nationalismus allein nicht ausreicht. In meinen Augen ist es ein passiver Nationalismus, der eher der Betäubung als der Motivation dient. Der englische Nordirland- Nationalismus ist da schon anderes Kaliber.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon H2O » Fr 6. Apr 2018, 07:21

Woppadaq hat geschrieben:(05 Apr 2018, 23:31)

Naja, bösartig ist übertrieben. Zu dem Zeitpunkt, wo das Programm eingeführt wurde, anfang der 30er Jahre, galt die Eugenik als etwas positives, im Grunde war Schweden damit ja nicht alleine. Allerdings ging es anfangs nur um die Sterilisation von "hochgradig lebensuntauglichen Individuen", das fand in der Art auch in anderen skandinavischen Ländern statt. Die Verschärfung hin zur Zwangssterilisation bei "asozialem Verhalten", worunter nicht nur Alkoholismus fiel, sondern bisweilen auch einfach "Minderjährigenbesuche von Tanzveranstaltungen", wie auch die lange Laufzeit dieses Programms und die nicht erfolgte Aufarbeitung dieser Vergangenheit in der Bevölkerung - das seh ich schon als problematisch an.


Mir ging es in meiner Nachfrage um zählbare/meßbare Erfolge bei der mittelfristigen Bekämpfung von Erbkrankheiten und grobem Fehlverhalten. Ich möchte erst einmal wissen, was diese Maßnahmen gebracht haben. Wenn sehr viele skandinavische Staaten diese Maßnahmen eingeführt hatten, dann muß doch auch ein Ergebnis vorliegen; wenigstens in Kategorien vernachlässigbar, nicht überzeugend, eindeutig wirksam. Das Ergebnis sollte nicht unter moralisierender Tünche verdeckt werden!
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Fr 6. Apr 2018, 08:36

H2O hat geschrieben:(06 Apr 2018, 08:21)

Mir ging es in meiner Nachfrage um zählbare/meßbare Erfolge bei der mittelfristigen Bekämpfung von Erbkrankheiten und grobem Fehlverhalten. Ich möchte erst einmal wissen, was diese Maßnahmen gebracht haben. Wenn sehr viele skandinavische Staaten diese Maßnahmen eingeführt hatten, dann muß doch auch ein Ergebnis vorliegen; wenigstens in Kategorien vernachlässigbar, nicht überzeugend, eindeutig wirksam. Das Ergebnis sollte nicht unter moralisierender Tünche verdeckt werden!


Naja, nimm es mir nicht übel, aber diese Frage ist für mich auf dem Niveau wie "hat der Holocaust eigentlich was sinnvolles gebracht?"
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon H2O » Fr 6. Apr 2018, 08:53

Woppadaq hat geschrieben:(06 Apr 2018, 09:36)

Naja, nimm es mir nicht übel, aber diese Frage ist für mich auf dem Niveau wie "hat der Holocaust eigentlich was sinnvolles gebracht?"


Ich habe nicht nach "sinnvoll" gefragt, sondern nach dem Ergebnis. Sagen Sie doch ehrlicher: Ich weiß das nicht. Die Frage nach dem Ergebnis des Holocausts müssen Sie mir nicht beantworten. Das schaffe ich mühelos allein.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Fr 6. Apr 2018, 22:00

H2O hat geschrieben:(06 Apr 2018, 09:53)

Ich habe nicht nach "sinnvoll" gefragt, sondern nach dem Ergebnis. Sagen Sie doch ehrlicher: Ich weiß das nicht. Die Frage nach dem Ergebnis des Holocausts müssen Sie mir nicht beantworten. Das schaffe ich mühelos allein.


Naja, es gibt auch die Theorie, dass sich das Problem der weltweiten Überbevölkerung durch Kriege am besten lösen lässt. Ich weiss bloss nicht, warum man das ausgerechnet in diesem Strang diskutieren sollte.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon H2O » Fr 6. Apr 2018, 22:11

Woppadaq hat geschrieben:(06 Apr 2018, 23:00)

Naja, es gibt auch die Theorie, dass sich das Problem der weltweiten Überbevölkerung durch Kriege am besten lösen lässt. Ich weiss bloss nicht, warum man das ausgerechnet in diesem Strang diskutieren sollte.


Ich wollte gar nichts diskutieren, sondern ich hatte eine Frage, auf die ich keine Antwort bekomme. Inzwischen ist klar, daß Sie dazu keine Antwort zur Hand haben. Deshalb sind weitere Einlassungen dieser herablassenden Art reine Zeitverschwendung.

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