Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon H2O » Mi 28. Mär 2018, 22:40

In DIE ZEIT #14, 2018-03-28, Wissen, ab Seite 37 "Was macht uns künftig noch einzigartig?"

führt der Wissenschaftsredakteur Ulrich Schnabel den Leser durch die jüngsten Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz (KI) im Fachgespräch mit führenden Fachleuten dieses Forschungsgebiets.

Die Spannweite der Zukunftserwartungen dieser Fachleute reicht von der Vorstellung,

    daß der Mensch seine bestimmende Bedeutung an diese viel leistungsfähigeren Maschinen verlieren wird, die schließlich das Universum erobern werden... wozu der Mensch in seine Anfälligkeit ganz ungeeignet sei... so Jürgen Schmidthuber

    daß wir den erreichten Stand der KI angesichts so vieler ungelöster Probleme auf diesem Gebiet überschätzen, so daß nicht zu erwarten sei, daß in absehbarer Zeit Roboter zu uns aufschlössen. Insbesondere das im Menschen vorhandene Mitgefühl, sein Kunstsinn mit dessen ungeheurer Vielseitigkeit,... so Luc Steels

    daß das, »Was den Menschen von der Maschine unterscheidet,ist, dass wir letztendlich liebende und geliebte Wesen sind. Wir wurden geboren und sind durch die Liebe unserer Eltern groß geworden. Ohne diese Liebe wären wir gestorben. Deshalb betonen ja auch viele Religionen die Fähigkeit zum Mitgefühl, zu Empathie und Nächstenliebe.«... so Wolfgang Hildesheim

In diesem Spannungsfeld äußern sich weitere einflußreiche KI-Forscher mit der tröstlichsten Aussicht darauf

    daß Maschinen uns als objektive Berater dabei helfen könnten, unsere ethischen ­Probleme zu lösen... so Thomas Metzinger

Wenn dieser kleine Beitrag Ihre Neugierde geweckt haben sollte, dann haben Sie eine aufregende Lesestunde vor sich!
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 28. Mär 2018, 22:55

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Aug 2017, 14:58)

So eine Maschine wird also morgens ihren Weg zum Bäcker finden?


Ich sag nur Navi.
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Provokateur » Do 29. Mär 2018, 07:17

Ein Terraner hat geschrieben:(28 Mar 2018, 23:55)

Ich sag nur Navi.


Es gibt ja schon Versuche, Paketboten durch selbst navigierende Roboter abzulösen. Diese laufen vielversprechend.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
twitter.com/Provokateur_Tom
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Just Me » Do 29. Mär 2018, 08:10

H2O hat geschrieben:(28 Mar 2018, 23:40)

In DIE ZEIT #14, 2018-03-28, Wissen, ab Seite 37 "Was macht uns künftig noch einzigartig?"

führt der Wissenschaftsredakteur Ulrich Schnabel den Leser durch die jüngsten Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz (KI) im Fachgespräch mit führenden Fachleuten dieses Forschungsgebiets.

Die Spannweite der Zukunftserwartungen dieser Fachleute reicht von der Vorstellung, ... daß wir den erreichten Stand der KI angesichts so vieler ungelöster Probleme auf diesem Gebiet überschätzen, so daß nicht zu erwarten sei, daß in absehbarer Zeit Roboter zu uns aufschlössen. Insbesondere das im Menschen vorhandene Mitgefühl, sein Kunstsinn mit dessen ungeheurer Vielseitigkeit,... so Luc Steels

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass "Machtübernahme" (lies: "Aufschließen zum Menschen") keineswegs durch "Einholen"** realisiert wird. Und es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass "Machtübernahme" stets mit "massiven Empathie-Lücken" einher ging: Die Menschen machen in ihrer gesamten Geschichte stets die größten Empathie-Schweine zu ihren Anführern. Vergleichsweise ist das gut am Ende der Weimarer Republik nachzuvollziehen: Hitler wäre ein kleiner Dorf-Prediger geblieben, hätten ihn nicht Menschen, die glaubten, in seinem Windschatten segeln zu können, hofiert. Und er wäre nie Diktator geworden und hätte nie die Demokratie abschaffen können, hätten nicht pathologische Konservative und Reaktionäre ihn gestützt und ihm die Macht in die Hand gedrückt. Er musste nichts "an sich reißen"; man gab es ihm aus freien Stücken. Sukzessive. Sich der Realität verweigernd und stattdessen auf "Hoffnung & Glaube, dass es sich schon irgendwann irgendwie einrenken würde" setzend.

**) ad "Einholen": Im "real existierenden Sozialismus der DDR" gab es einen Aphorismus der SED, der da lautete: "Überholen ohne Einzuholen". Das darfst du auch hier gern für bare Münze nehmen: Die KI muss dich nicht "einholen". Sie muss keine Kunst beherrschen. Es reicht, wenn sie DICH beherrscht. Und sei es nur, dass dein Name auf einem Ausdruck eines Rasterfahndungs-Algorithmus steht. Dann bekommst du sehr schnell und sehr handfest eine Vorstellung davon, wie unwichtig Kunst bei der Machtausübung wird; ... aber auch, wie wenig Empathie der Mensch eigentlich tatsächlich besitzt. ;)

Abgesehen davon: Britische Elite-Mathematiker des 19. Jahrhunderts bewiesen an der Tafel zweifelsfrei, dass Züge und Autos niemals schneller als etwa 55 km/h fahren könnten (weswegen übrigens auch der Mensch niemals fliegen können würde). Würde der Zug schneller fahren, so diese Experten, würden alle Insassen darin ersticken. ... Heute knattern wir mit bis zu 400 km/h durch die Landschaft und fliegen - bald wohl wieder - mit Überschall-Geschwindigkeit über die Ozeane. Und ersticken kann man nur, wenn bei der Bahn mal wieder die Klimaanlagen ausfallen. Und was sagte Bill Gates noch im Jahr 1986; also vor kaum mehr als 30 Jahren? Genau! "Mehr als 640 kB RAM wird niemals benötigt."; während IBM, der große "Computer-Konzern", ein paar Jahre früher schon sagte: "Der weltweite Bedarf an Großrechnern erschöpft sich in der Zahl Fünf. Wir sehen daher keinen ausreichenden Bedarf, in dieser Richtung weiterzuforschen." Und SIEMENS, der große "Elektro-Konzern", ließ das Fax-Gerät über 10 Jahre in der Schublade verrotten, bis das Patent verfallen war und ein japanischer Kleinunternehmer es endlich bauen konnte. Der Grund? "Es gibt keinen Bedarf, Briefe auf elektrischen Wegen zu verschicken."

Will sagen: In der Geschichte haben sich - vor allem(!) - die großen Geister ihres Fachs stets geirrt und wurden - und das in immer schnellerer Abfolge - von der Realität Lügen gestraft. Das ist nicht tragisch; schließlich ist "Irren" die Haupteigenschaft aller Menschen. Das bedeutet aber auch, dass alles - ABSOLUT ALLES -, was heute gesagt wird, schon morgen früh nicht mehr wahr ist. :D
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon imp » Do 29. Mär 2018, 08:23

Just Me hat geschrieben:(29 Mar 2018, 09:10)

Und was sagte Bill Gates noch im Jahr 1986; also vor kaum mehr als 30 Jahren? Genau! "Mehr als 640 kB RAM wird niemals benötigt."

Da hatte er auch Recht. Für die Plattform, auf die er sich bezog, war es niemals nötig.
Wobei das Zitat hieß "ought to be enough" und es ist auch umstritten, ob das wirklich so gesagt wurde oder falsch zugeschrieben ist.
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon H2O » Do 29. Mär 2018, 10:33

Just Me hat geschrieben:(29 Mar 2018, 09:10)
...
Will sagen: In der Geschichte haben sich - vor allem(!) - die großen Geister ihres Fachs stets geirrt und wurden - und das in immer schnellerer Abfolge - von der Realität Lügen gestraft. Das ist nicht tragisch; schließlich ist "Irren" die Haupteigenschaft aller Menschen. Das bedeutet aber auch, dass alles - ABSOLUT ALLES -, was heute gesagt wird, schon morgen früh nicht mehr wahr ist. :D


Wenn Sie den DIE ZEIT Beitrag gelesen hätten, dann wären Ihnen Ihre hier geäußerten Bedenken in mehrfacher Ausfertigung dort begegnet. Es ist nicht sauber, einen von vier meiner schon ausgewählten Beiträge heraus zu picken und dann eine Breitseite auf die betriebsblinde Fachwelt ab zu feuern. Der Umgang des Menschen mit seinen höchst verwirrenden Irrtümern wurde übrigens als besonderer Vorteil genannt, den eine Maschine nach allen bisher gemachten Erfahrungen niemals erreichen wird.
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 29. Mär 2018, 15:04

Ein Terraner hat geschrieben:(28 Mar 2018, 23:55)

Ich sag nur Navi.

Aber wie kommt der Körper hin? Tür aufschließen, die 3 Treppenstufen runter, über die Straße laufen, 1 Häuserblock weiterlaufen, auf Fußgänger, Radfahrer und rangierende Autos achten, die Bordsteinkante, Kommunikation mit der Verkäuferin, bezahlen, Tüte mit Brötchen greifen und wieder zurück. Ein 8jähriger Junge schafft dass locker. Aber für Roboter? Eine unlösbare Aufgabe.
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 29. Mär 2018, 15:05

Provokateur hat geschrieben:(29 Mar 2018, 08:17)

Es gibt ja schon Versuche, Paketboten durch selbst navigierende Roboter abzulösen. Diese laufen vielversprechend.

Wo? Nicht immer solche Behauptungen in den Raum stellen. Was ist also "vielversprechend"?
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Ein Terraner » Do 29. Mär 2018, 16:16

Alter Stubentiger hat geschrieben:(29 Mar 2018, 16:04)

Aber wie kommt der Körper hin? Tür aufschließen, die 3 Treppenstufen runter, über die Straße laufen, 1 Häuserblock weiterlaufen, auf Fußgänger, Radfahrer und rangierende Autos achten, die Bordsteinkante, Kommunikation mit der Verkäuferin, bezahlen, Tüte mit Brötchen greifen und wieder zurück. Ein 8jähriger Junge schafft dass locker. Aber für Roboter? Eine unlösbare Aufgabe.

Das ist doch alles nur eine Frage von Mechanik und Zeit.
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 29. Mär 2018, 17:11

Ein Terraner hat geschrieben:(29 Mar 2018, 17:16)

Das ist doch alles nur eine Frage von Mechanik und Zeit.

Ist dass so? Ich schätze meinen Computer. Habe ich selber zusammengebaut. Ich habe früher auch auf Maschinenebene programmiert. Vielleicht fehlt mir deshalb dieser Glaube an die Allmacht der Algorithmen und der Robotertechnik. Vielleicht sehe ich deshalb die Grenzen.
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Ein Terraner » Do 29. Mär 2018, 17:53

Alter Stubentiger hat geschrieben:(29 Mar 2018, 18:11)

Ist dass so? Ich schätze meinen Computer. Habe ich selber zusammengebaut. Ich habe früher auch auf Maschinenebene programmiert. Vielleicht fehlt mir deshalb dieser Glaube an die Allmacht der Algorithmen und der Robotertechnik. Vielleicht sehe ich deshalb die Grenzen.





Grenzen?
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Ein Terraner » Do 29. Mär 2018, 18:16










Brötchen holen sollte drin sein. ;)
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 29. Mär 2018, 18:42

Auf YouTube sieht immer alles ganz toll aus. Wenn es überhaupt echt ist.
Auch aus diesem Grund lehne ich Youtube als Beweis für irgend etwas ab.
Irgendwie sehe ich da auch keine Hände???
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Just Me » Fr 30. Mär 2018, 08:40

H2O hat geschrieben:(29 Mar 2018, 11:33)

Wenn Sie den DIE ZEIT Beitrag gelesen hätten, dann ...

... hättest du ihn verlinken sollen. Da er aber (anscheinend) nicht (mehr) online zu finden ist, ist dein (selektives) Zitat die einzige Grundlage. Möchtest du Diskussionen über DEINE MEINUNG (hier in Form der Auswahl und Zusammenstellung des Zitats geäußert) verbieten, H2O?

H2O hat geschrieben:(29 Mar 2018, 11:33)
Der Umgang des Menschen mit seinen höchst verwirrenden Irrtümern wurde übrigens als besonderer Vorteil genannt, den eine Maschine nach allen bisher gemachten Erfahrungen niemals erreichen wird.

Und das ist der nächste große Irrtum. Tatsächlich geht der Mensch mit seinen Irrtümern nicht um. Vielmehr macht er, was schon Darwin treffend zusammenfasste: "Meinungen werden nicht geändert. Meinungen sterben aus."
Das war die Quintessenz seiner bis an sein Lebensende geführten Kampagne zu seiner "Evolutions-Theorie"; um die der Streit übrigens bis heute anhält.

Maschinen haben hier den klaren Vorteil der Emotionslosigkeit (auch in Bezug auf dich, H2O ;)). Wenn sie Fehler machen, dann machen sie den Fehler entweder immer wieder (Okay, damit sind sie sowas wie die SPD.); oder sie korrigieren ihn, wenn sie ihn erkennen können oder Alternativen haben. Doch sie beharren nicht lebenslang auf ihrer Meinung, weil sie sich im Besitz des Steins der Weisen wähnen. Ihre Lern- und Anpassungsfähigkeit wird also nicht von Meinungen oder Emotionen beschränkt. Und damit ist ihr Umgang mit (ihren) Irrtümern und Fehlern deutlich pragmatischer und produktiver. Ein "... weil nicht sein kann, was nicht sein darf.", wie es der @Stubentiger (s. nachfolgende Zitate) symptomatisch für den relevanten Diskurs pflegt, kennen sie gar nicht.

=======================================================

Alter Stubentiger hat geschrieben:Aber wie kommt der Körper hin? Tür aufschließen, die 3 Treppenstufen runter, über die Straße laufen, 1 Häuserblock weiterlaufen, auf Fußgänger, Radfahrer und rangierende Autos achten, die Bordsteinkante, Kommunikation mit der Verkäuferin, bezahlen, Tüte mit Brötchen greifen und wieder zurück. Ein 8jähriger Junge schafft dass locker. Aber für Roboter? Eine unlösbare Aufgabe.


Treppen laufen ist sein rund 30 Jahren eine "alte Disziplin"; selbst "zweibeiniges Laufen" lässt sich mittlerweile schon ziemlich weitgehend beherrschen. Entsprechendes gilt für alle(!) einzelnen Punkte, die du hier nennst. Heute arbeitet man längst daran, all die Dinge zusammenzufügen.

Alter Stubentiger hat geschrieben:Auf YouTube sieht immer alles ganz toll aus. Wenn es überhaupt echt ist.
Auch aus diesem Grund lehne ich Youtube als Beweis für irgend etwas ab.
Irgendwie sehe ich da auch keine Hände???


Abgesehen davon, dass "Hände" für die wenigsten Aufgaben das zweckmäßigste Instrument sind und "Vielseitigkeit" bei Robotern/Maschinen weit unterhalb von "Spezialisierung" angesiedelt werden kann: Du willst "Hände" sehen? Guckst du hier:

https://www.youtube.com/watch?v=sk1NkWl_W2Y

Wenn man nun bedenkt, dass diese gesamte Entwicklung - vom, aus der Perspektive selbständiger Entscheidungen, einfachen Industrie-Roboter bis zu komplexen Experten-Systemen - keine 100 Jahre alt ist; ja, dass noch nicht einmal das simple Fernsehen selbst 100 Jahre alt ist (das allererste Fernsehprogramm ist gerade einmal runde 80 Jahre alt); dann ist leicht vorstellbar, was in weiteren 100 oder gar 1.000 Jahren möglich sein kann. Nicht nur in Bezug auf "Cyborgs", sondern auch in Bezug auf die "Intelligenz der Maschinen".
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon H2O » Fr 30. Mär 2018, 08:46

Just Me hat geschrieben:(30 Mar 2018, 09:40)

... hättest du ihn verlinken sollen. Da er aber (anscheinend) nicht (mehr) online zu finden ist, ist dein (selektives) Zitat die einzige Grundlage. Möchtest du Diskussionen über DEINE MEINUNG (hier in Form der Auswahl und Zusammenstellung des Zitats geäußert) verbieten, H2O?
...
...


Keineswegs; ganz im Gegenteil. Aber sich auf das beschränken, was gerade online zu greifen ist, das verengt den Blick doch sehr... wie man sieht. Denn genauer, als ich den Ort der Betrachtungen beschrieben hatte, geht es ja wohl nicht mehr:
"In DIE ZEIT #14, 2018-03-28, Wissen, ab Seite 37 "Was macht uns künftig noch einzigartig?" "
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Wähler » Fr 30. Mär 2018, 09:36

Habe beruflich mit Text Mining, Big Data und künstlicher Intelligenz zu tun. Big Data und künstliche Intelligenz gehören oft zusammen, zumindestens im Bereich Text Mining. Big Data bedarf aber eines gut überwachenden Datenschutzes, wie die Affäre um Cambridge Analytica und 50 Millionen Facebook-Konten zeigt.
Zuletzt geändert von Wähler am Fr 30. Mär 2018, 10:03, insgesamt 2-mal geändert.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 30. Mär 2018, 09:56

H2O hat geschrieben:als ich den Ort der Betrachtungen beschrieben hatte, geht es ja wohl nicht mehr:
Ja das stimmt - kleiner Stolperstein - der 8seitige Artikel "Künstliche Intelligenz: Was macht uns künftig noch einzigartig?" ist nur über "premium.zeit.de" - also über ein Abo lesbar. Nun da ich eine solche Abo habe, werde ich irgendwann nach dem Frühstück mal diese 8 Seiten lesen.

Was "Just Me" da schreibt ist ebenfalls mein Eindruck, einigen Usern geht es ausschließlich um "Selbstbehauptung" und nicht um echte Diskussion. Es ist offensichtlich, einige haben es noch nie besessen oder inzwischen wieder verloren, das Stauen was es so alles gibt und in welch kurzer Zeit sich weit größere Veränderungen abspielen als das jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit der Fall war.

Mir - offensichtlich und glücklicherweise nicht nur mir - kommt das reichlich rückständig vor. Wenn der überwiegende Teil derer, welchen freien Zugang zu den relevanten Informationen haben - eigentlich jeder hier - wenn er / sie es denn möchte, so ist, wie die Tendenz in diesem Forum, dann kann es einem angst werden. In sehr vielen Bereichen unterscheiden sich die Teilnehmer kaum von den sporadischen "Lesermeinungen" die man inzwischen überall vorfindet. Statt sich selbst einmal um mehr Information zu bemühen, wird vorschnell über allem der Stab gebrochen. Eigentlich mehr als schade.

Wenn das in dieser Weise weitergeht, werde ich mich wegen Zeitverschwendung zurückziehen. Hier kann man so garnix dazulernen. Hier sind leider - völlig unabhängig vom kalendarischen Alter - sehr viele längst am Ende ihrer persönlichen "Lernkurve" angekommen. Der Rest der Zeit besteht in massiver Ablehnung von allem, was nicht aus ihren eigenen Gehirnwindungen stammt - schade eigentlich - Leben, heißt jedenfalls für mich lebenslang neues dazulernen und das ist nur im Dialog möglich. So gesehen, haben "uns" Maschinen längst überholt, indem sie ihre ganz eigene Lernmethoden entwickeln. Kombiniert mit der Geschwindigkeit "eigene Überlegungen" ohne jegliche Emotion anzustellen - buchstäblich in jede denkbar und (vom menschlichen Standpunkt) "undenkbare" Richtung, ist die Möglichkeit das dabei ein maschinelles Bewusstsein entsteht, durchaus real. Schon jetzt wird bei "Eureqa" über "Evolutionäre Algorithmen (EA)" erstaunliche Erfolge erzielt. Es wird für Menschen (ausgewiesenen Spezialisten) zunehmend schwieriger noch zu verstehen, wie die "Maschine" zu ihren Ergebnissen gekommen ist.
Eureqa hat geschrieben:In Bezug zu Eureqa hat der Mathematiker Steven Strogatz die Vermutung geäußert, dass derzeit noch theoretisch unerklärbare mathematische Resultate Vorboten eines „end of insight“ sein könnten, wenn Computerprogramme in der Lage sind, wissenschaftliche Zusammenhänge herzustellen, die Menschen zwar als korrekt erkennen, ihnen aber intellektuell nicht mehr folgen können.

DaSilva argumentiert in eine ähnliche Richtung. Er hebt als Besonderheit „Eureqa’s ability to ‘discover’ (i.e. rediscover) the laws of nature“ heraus und vermutet, dass in Zukunft menschliche Wissenschaftler zusammen mit Netzwerken von evolutionär-algorithmischen Programmen Experimente und Auswertungen durchführen und Resultate finden werden, die [in der Technik] weiterverwendet werden, ohne dass die naturwissenschaftlichen Prinzipien dahinter verstanden werden (können), auf denen diese Resultate beruhen
Dieses - geht nicht - gibt´s nicht - das einige hier ständig verbreiten, selbstverständlich ohne irgendwelche eigene Vorstellungen oder hinweisende Informationen (die sie ständig von anderen einfordern), wäre lächerlich, würde sie nicht aufzeigen, wie beengt doch das menschliche Denken noch immer ist.
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon H2O » Fr 30. Mär 2018, 10:15

immernoch_ratlos hat geschrieben:(30 Mar 2018, 10:56)

Ja das stimmt - kleiner Stolperstein - der 8seitige Artikel "Künstliche Intelligenz: Was macht uns künftig noch einzigartig?" ist nur über "premium.zeit.de" - also über ein Abo lesbar. Nun da ich eine solche Abo habe, werde ich irgendwann nach dem Frühstück mal diese 8 Seiten lesen.

...

...


Als der Weisheit letzter Schluß wäre es unzulässig, sich über Dinge zu äußern, die man zur eigenen Freude und Überraschung in gelehrten Büchern der unterhaltenden Art findet. Am Ende lesen wir uns dann wkipedia gegenseitig vor... wobei ich gern in wikipedia nachsehe, wie weit ich schon auf dem Holzweg voran gekommen bin. Wikipedia ist schon eine sehr verdienstvolle Errungenschaft unseres digitalen Zeitalters. Gäbe es sie nicht, man müßte sie glatt erfinden!

Ich kann Sie nur bitten, sich nicht enttäuscht zurück zu ziehen; sehen Sie es so wie Gott in Sodom und Gomorrha: "Wenn wenigstens zehn Gerechte in der Stadt leben, dann werde ich die Stadt verschonen!" Also, in diesem Forum sind doch noch ein paar Gerechte mehr an zu treffen... :)
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 30. Mär 2018, 14:57

Just Me hat geschrieben:(30 Mar 2018, 09:40)

Maschinen haben hier den klaren Vorteil der Emotionslosigkeit (auch in Bezug auf dich, H2O ;)). Wenn sie Fehler machen, dann machen sie den Fehler entweder immer wieder (Okay, damit sind sie sowas wie die SPD.); oder sie korrigieren ihn, wenn sie ihn erkennen können oder Alternativen haben. Doch sie beharren nicht lebenslang auf ihrer Meinung, weil sie sich im Besitz des Steins der Weisen wähnen. Ihre Lern- und Anpassungsfähigkeit wird also nicht von Meinungen oder Emotionen beschränkt. Und damit ist ihr Umgang mit (ihren) Irrtümern und Fehlern deutlich pragmatischer und produktiver. Ein "... weil nicht sein kann, was nicht sein darf.", wie es der @Stubentiger (s. nachfolgende Zitate) symptomatisch für den relevanten Diskurs pflegt, kennen sie gar nicht.
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Treppen laufen ist sein rund 30 Jahren eine "alte Disziplin"; selbst "zweibeiniges Laufen" lässt sich mittlerweile schon ziemlich weitgehend beherrschen. Entsprechendes gilt für alle(!) einzelnen Punkte, die du hier nennst. Heute arbeitet man längst daran, all die Dinge zusammenzufügen.

Abgesehen davon, dass "Hände" für die wenigsten Aufgaben das zweckmäßigste Instrument sind und "Vielseitigkeit" bei Robotern/Maschinen weit unterhalb von "Spezialisierung" angesiedelt werden kann: Du willst "Hände" sehen? Guckst du hier:

https://www.youtube.com/watch?v=sk1NkWl_W2Y

Wenn man nun bedenkt, dass diese gesamte Entwicklung - vom, aus der Perspektive selbständiger Entscheidungen, einfachen Industrie-Roboter bis zu komplexen Experten-Systemen - keine 100 Jahre alt ist; ja, dass noch nicht einmal das simple Fernsehen selbst 100 Jahre alt ist (das allererste Fernsehprogramm ist gerade einmal runde 80 Jahre alt); dann ist leicht vorstellbar, was in weiteren 100 oder gar 1.000 Jahren möglich sein kann. Nicht nur in Bezug auf "Cyborgs", sondern auch in Bezug auf die "Intelligenz der Maschinen".


Ich habe ja auch nicht behauptet daß es niemals gehen würde. Ich möchte nur die Erwartungen all derer etwas dämpfen die meinen schon morgen würden Roboter die Paketboten überflüssig machen.
Es wird schon noch einige Jahrzehnte dauern. Vielleicht geht es nie. Da gibts schon so einige schwer zu überwindendes Hindernisse auf dem Weg zur echten KI außerhalb riesiger Rechenzentren.

Außerdem erwähnte ich Beispiele weil es um ein ganz spezielles Thema ging: Um den Einsatz eines Roboters bei ganz profanen Dingen z.B. dem Gang zum Bäcker. Da braucht man eben Hände. Und eine mobile KI. Aber wo soll die herkommen? Prozessoren die dies leisten könnten müssen bei der heutigen Technik in riesigen Serverschränken mit gewaltiger Kühlung untergebracht werden. Und bei der Miniaturisierung ist man so gut wie am Endpunkt angekommen. Gut. Es wird wohl für Drohnen mit beschränktem Aufgabenbereich reichen. Aber dass wars dann aber auch.

Und du lobst die Emotionslosigkeit und das Fehlen von Meinungen bei einer KI. Und pragmatischer und produktiver soll sie auch noch sein. Nein, das ist sie nicht. Diese Eigenschaften werden von Technikaffinen für die Zukunft prognostiziert. Und da werden Erwartungen geweckt die meiner Meinung nach völlig überzogen sind.
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Re: Warum die Macht von selbstlernenden Algorithmen unterschätzen?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 30. Mär 2018, 15:27

Alter Stubentiger hat geschrieben:(30 Mar 2018, 15:57)

Ich habe ja auch nicht behauptet daß es niemals gehen würde. Ich möchte nur die Erwartungen all derer etwas dämpfen die meinen schon morgen würden Roboter die Paketboten überflüssig machen.


Von Morgen spricht auch keiner, es geht um die nächsten 25-50 Jahre. Wenn man betrachtet was sich seit der Jahrtausendwende in Robotik und im Computer Bereich getan hat wird das restliche Jahrhundert bestimmt noch einiges bieten können.
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